Glasvegas: Die beste Rock'n'Roll-Band der Welt
Glasvegas (von links): Rab Allan, James Allan, Caroline McKay und Paul Donoghue.
Echte Rockstars tragen schwarz, so viel ist klar. Während Sänger James Allan und Bassist Paul Donoghue beim Soundcheck sind, sitzen Caroline McKay (Schlagzeug) und Rab Allan (Gitarre) in der Bar des Hamburger Clubs Molotow und plaudern. Echte Rockstars sind arrogante Schnösel? Stimmt nicht. Obwohl Glasvegas in Großbritannien schon frenetisch als beste neue Rock'n'Roll-Band der Welt gefeiert wird, sind Caroline und Rab auf dem Teppich geblieben - und so nett, dass man zu gerne mit ihnen Silvester feiern würde!
BYM.de: Wie fühlt es sich an, in der besten neuen Rock'n'Roll-Band der Welt zu spielen?
Caroline McKay: (zuckt mit den Schultern) Naja...
Rab Allan: Für mich ist es nichts anderes, als mit meinen besten Freunden abzuhängen. Wir denken nicht darüber nach, dass manche Leute uns die beste Rock'n'Roll-Band Großbritanniens oder der Welt nennen. Da würde man durchdrehen.
BYM.de: Viele Kritiker vergleichen euch mit Oasis. Setzt euch das unter Druck?
Rab Allan: Das bedeutet doch eigentlich nur, dass Leute an uns als Band glauben, und das ist eine gute Sache.
Caroline McKay: Wenn überhaupt, dann setzen wir uns selbst unter Druck, weil wir so gut wie möglich sein wollen. Wir sind ziemlich ehrgeizig, was unsere Musik angeht.
Glasvegas kommen aus dem East End von Glasgow - nicht unbedingt die beste Gegend. In ihren Songs geht es um Scheidungskinder, Fußballrivalitäten, Sozialarbeiter. Ihre bombastischen Arrangements, inspiriert vom Rock der 50er und 60er, begeisterten auch den Oasis-Entdecker Allan McGee und Lisa Marie Presley. Ihr großartiges Debütalbum mit den Hits "Daddy's Gone" und "Geraldine" erscheint Ende Januar in Deutschland.
BYM.de: Was ist das Beste am Rockstar-Leben?
Rab Allan: Ich glaube nicht, dass ich ein Rockstar bin. Caroline schon eher.
Caroline McKay: Ja, ich war schon ein Rockstar, bevor ich überhaupt in die Band gekommen bin.
Rab Allan: Deswegen haben wir sie ja gefragt, ob sie mitmachen will. Aber mal ehrlich: das Beste am Rockstarsein ist, dass du dafür bezahlt wirst Musik zu machen. Das ist schon schräg. Und sehr aufregend. Neulich haben wir in Amsterdam gespielt, ich konnte kaum auf der Bühne stehen, weil ich lauter bunte Farben gesehen habe.
BYM.de: Ach so, ihr habt vorher also eine kleine Tour durch die Stadt gemacht.
Rab Allan: Ich weiß gar nicht, wie ich den Gig überstanden habe. Aber das ist einer der Gründe, warum es großartig ist, in einer Band zu sein.
BYM.de: Ihr habt offensichtlich eine Menge Spaß.
Rab Allan: Ja, und weißt du warum: weil es jeden Moment vorbei sein könnte. Deswegen sollte man es ausnutzen. Es gibt so viele Bands, die richtig gut sind und nicht groß rauskommen. Wir haben echt Glück.
BYM.de: Hat man als Rockstar auch irgendwelche Nachteile?
Caroline McKay: Ja, ich vermisse meine Familie und meine Freunde.
Rab Allan: Und Glasgow.
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