Klee im Interview:
"Wir sind heillose Romantiker"

Seit ihrem Hit "Gold" sind Klee die Könige des deutschen Elektropop. Jetzt gibt es endlich ein neues Album der Kölner Band. BYM.de traf Suzie, Sten und Tom am Elbstrand und sprach mit ihnen über Liebe, Kitsch und Ferien in Portugal -

Suzie und ihre Jungs: Tom ist der im Ringelshirt, Sten trägt die Matrosenmütze.

 

BYM.de: In euren Liedern geht es meistens um große Gefühle. Deswegen würde ich mit euch gern über Romantik sprechen. Was findet ihr denn romantisch?
Suzie: Romantik ist ein total weiter Begriff. Es ist mehr als nur ein Candle-Light-Dinner, eine Fototapete oder ein Sandstrand. Ich finde es geht eher um die Bereitschaft, Gefühle zuzulassen und zu zeigen.
Tom: Und auch darum, sich in Situationen reinzudenken und dann Romantik zu empfinden.

BYM.de: Seid ihr romantisch?
Sten: Absolut. Was wir hier machen, ist ja ganz romantisch. Musik komponieren, Musik erfinden und damit auf Reisen gehen. Das treibt uns auch immer wieder an. Wir sind heillose Romantiker, das kriegt man aus uns nicht raus. Auch wenn wir noch so realistisch werden mussten im Laufe der letzten Jahre.

BYM.de: Habt ihr manchmal Angst, dass es ins Kitschige abgleitet, wenn man immer so viel Gefühl zeigt?
Sten: Das ist eine Definitionsfrage. Wie würdest du denn Kitsch definieren?

 

BYM.de: Schwierig. Vielleicht wird es kitschig, wenn die Gefühle nicht echt sind?
Tom: Ja, wenn man versucht, ein Gefühl zu erzeugen, aber man hat gar keinen Draht zu denjenigen, die es erreichen soll. Wenn ich dir jetzt einen ganz romantischen Liebesantrag machen würde, und der käme bei dir überhaupt nicht an das wäre ziemlich kitschig.
Suzie: Aber das ist ja gerade nicht der Fall bei uns. Solange das, was du sagst, aufrichtig ist, hat es mit Kitsch überhaupt nichts zu tun. In den Stücken auf unserem neuen Album geht es um Aufrichtigkeit, Selbstbestimmtheit und Bekenntnisse, das ist weit weg vom Kitsch. Wir säuseln nicht.
Sten: Kitschig wird es immer dann, wenn man authentische Momente verkünstlicht. Der Sonnenuntergang an sich ist nicht kitschig, sondern die Postkarte oder die Tapete davon. Wenn wir über Gefühle reden und singen, dann sind die authentisch.

 

Auf der nächsten Seite erzählen Suzie, Sten und Tom, wie das neue Album entstanden ist.

 
              
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