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Vollständige Version anzeigen : Was hat euch eine Therapie konkret gebracht?


rubysoho
16.05.2010, 13:17
Würde mich mal interessieren.

Gibt es ganz handfeste Sachen bei denen ihr sagen könnt "ja, das kann ich jetzt was ich früher nicht konnte"? Was hat sich in eurem Leben verändert? Was habt ihr gelernt das euch wirklich weiter geholfen hat?
Wie lange hat es gedauert bis sich was getan hat?

Ich bin jetzt irgendwie an dem Punkt angekommen wo ich auf jeden Fall was unternehmen muss. Aber ich weiss nicht so recht was ich von einer Therapie erwarten soll. Bis jetzt habe ich mich immer sehr dagegen gesträubt, aber -naja- irgendwas muss wirklich passieren, so geht´s einfach nicht mehr weiter.

*Bruxelloise*
16.05.2010, 14:45
Ganz ehrlich?

Sehr konkret - ich lebe noch.

Ich weiss nicht, wobei du dir Hilfe erhoffst bzw. in welchem Punkt du etwas ändern möchtest - aber ich wünsch dir auf jeden fall alles Gute dafür :rose2:

rubysoho
16.05.2010, 14:56
Das ist doch mal was konkretes.;)

hm, ja, vielleicht hätte auch ich etwas konkreter werden sollen.
Ich schlage mich seit Ewigkeiten mit Depressionen rum, und ich habe mich immer gegen eine Therapie gewehrt. Ich wollte eben alles alleine schaffen, und ich schaff´s ja auch. Aber ich habe immer mehr das Gefühl dass mein ganzes Leben nur daraus besteht mich davon abzuhalten total runterzukommen. Es ist anstrengend, und ich hab´s einfach so satt. Und, naja, irgendwann fragt man sich dann schon wozu man das überhaupt noch macht.

Edit: klingt jetzt unglaublich deprimierend.
Okay, isses auch.
Aber was ich eigentlich sagen wollte: es geht um Depressionen und Verhaltenstherapie. Was kann man da realistisch betrachtet erwarten?

*Bruxelloise*
16.05.2010, 15:42
Depressionen sind mithilfe von Medikamenten und Therapie grundsätzlich heilbar bzw. kann man gut lernen, sie zu kontrollieren und damit zu leben, bis auf wenige Ausnahmen - also sind das ja schon mal gute Aussichten ;)
Inwiefern sich gerade die Verhaltensherapie für die Behandlung von Depressionen eignet....schwer zu sagen - ist ja auch individuell vom jeweiligen Patienten/Klienten abhängig. Für mich persönlich ist die VT nichts, aber vielleicht geht's dir da ja anders.
An deiner Stelle würd ich's auf jeden Fall auf einen Versuch ankommen lassen - was hast du zu verlieren? Depressionen sind eine Krankheit, also was spricht dagegen, sich dagegen behandeln zu lassen? Du gehst ja auch wegen Grippe und Scharlach zum Arzt und "akzeptierst" einen Gips, wenn du dir ein Bein brichst :rose2:

Edit: Erwarte nicht von dir bzw. der Therapie/dem Therapeuten, dass das dann innerhalb weniger Wochen "wirkt" und lass dir Zeit. Der menschliche Körper ist nunmal keine Maschine und es braucht leider etwas Geduld....;):-)

~snow06~
16.05.2010, 15:53
Ganz so dramatisch wie bei Bruxe war es bei mir nicht, Lebensgefahr bestand bei mir nicht wirklich. Konkret hat die Therapie mich sowohl vor einem Klinikaufenthalt bewahrt als auch davor, die Uni zu schmeißen.
"Unkonkret";) habe ich dort vor allem gelernt, geduldig zu sein.

VT/TP halte ich auch für eine Typfrage und könnte mir VT für mich nicht vorstellen.

rubysoho
16.05.2010, 17:00
Naja, mehr als Verhaltenstherapie kann ich auf keinen Fall, ehrlich nicht.

Ich würde einfach gerne besser mit dem Alltag klarkommen, aber ich kann mir nicht so richtig vorstellen wie das vor sich gehen sollte. Aber das werde ich dann ja wohl merken.

*Bruxelloise*
16.05.2010, 17:21
Naja, mehr als Verhaltenstherapie kann ich auf keinen Fall, ehrlich nicht.


Das muss jeder für sich selbst beurteilen, schon klar :-)
Aber was meinst du mit "kann ich nicht"? Bloß aus Interesse :rose2:

Es ist bloß einfach so, dass sich eine reine VT im Allgemeinen nicht allzu gut zur Behandlung von Depressionen eignet...aber wie das bei dir ist musst du natürlich für dich selbst rausfinden ;) Nur so als Rat - ich würd Medikamente nicht von vornherein kategorisch ablehnen. Grade bei Depressionen können sie vieles verändern, erleichtern und fundamental unterstützend/heilend wirken (natürlich nur in Kombi mit Therapie).

feem
16.05.2010, 17:24
ehrlich gesagt: nix, außer ein paar entspannungsübungen. es war total durchschaubar und nach ca. zehn sitzungen hat die therapeutin mich als sehr gesund entlassen. ich glaube, nicht jedes leiden muss/kann von außen therapiert werden. durch manche episoden muss man einfach durch. wobei das eben individuell betrachtet werden muss.

*Bruxelloise*
16.05.2010, 17:29
ehrlich gesagt: nix, außer ein paar entspannungsübungen. es war total durchschaubar und nach ca. zehn sitzungen hat die therapeutin mich als sehr gesund entlassen. ich glaube, nicht jedes leiden muss/kann von außen therapiert werden. wobei das eben individuell betrachtet werden muss.
Absolute Zustimmung.

durch manche episoden muss man einfach durch.
Seh ich auch so. Grade depressive Phasen hat ja so gut wie jeder mal, das ist normal. Bloß wenn das über einen längeren Zeitraum anhält und man nicht das Gefühl hat, da selbst wieder rauszukommen, halt ich es für eine gute Idee, sich helfen zu lassen bzw. über dementsprechende Möglichkeiten zu informieren.

rubysoho
16.05.2010, 17:29
Das muss jeder für sich selbst beurteilen, schon klar :-)
Aber was meinst du mit "kann ich nicht"? Bloß aus Interesse :rose2:

Es ist bloß einfach so, dass sich eine reine VT im Allgemeinen nicht allzu gut zur Behandlung von Depressionen eignet...aber wie das bei dir ist musst du natürlich für dich selbst rausfinden ;) Nur so als Rat - ich würd Medikamente nicht von vornherein kategorisch ablehnen. Grade bei Depressionen können sie vieles verändern, erleichtern und fundamental unterstützend/heilend wirken (natürlich nur in Kombi mit Therapie).

Ich muss irgendwie zusehen dass ich überhaupt mit meinem Leben zurechtkomme, und ich habe einfach Angst dass es durch rumwühlen erstmal noch schlimmer wird. Vielleicht hat man auf lange Sicht mehr davon, aber im Moment ist mir das zuviel.
Ich bin therapietechnisch nicht besonders gut informiert, mein Hausarzt hat mir eine Therapeutin empfohlen mit der er in ähnlichen Fällen schon gute Erfahrungen gemacht hat. Und die macht eben Verhaltenstherapie.

Und ich lehne Medikamente absolut nicht ab. Es wäre schön wenn es ohne ginge, aber wenn nicht dann würde ich das auch machen.

Danke! :rose2:

*Bruxelloise*
16.05.2010, 17:33
Ich muss irgendwie zusehen dass ich überhaupt mit meinem Leben zurechtkomme, und ich habe einfach Angst dass es durch rumwühlen erstmal noch schlimmer wird. Vielleicht hat man auf lange Sicht mehr davon, aber im Moment ist mir das zuviel.
Das versteh ich nur allzu gut - seeeeeehr nachvollziehbar ;)

Ich bin therapietechnisch nicht besonders gut informiert, mein Hausarzt hat mir eine Therapeutin empfohlen mit der er in ähnlichen Fällen schon gute Erfahrungen gemacht hat. Und die macht eben Verhaltenstherapie.
Ach so, dein Hausarzt hat dir schon jemanden empfohlen? Das ist natürlich optimal - wenn er da bei anderen Patienten schon gute Erfahrungen gemacht hat, klingt das ja schonmal gut :-) Ich wünsch dir, dass du gut mit ihr klar kommst, bald einen Termin hast und dass sie dir weiterhelfen kann.

Und ich lehne Medikamente absolut nicht ab. Es wäre schön wenn es ohne ginge, aber wenn nicht dann würde ich das auch machen.
Ach so, das hatte ich falsch verstanden, sorry. Klar, ohne ist es immer am wünschenswertesten - ich hab das bloß geschrieben, weil ich's immer schade finde, wenn sich jemand diese Möglichkeit aus Prinzipiengründen und Vorurteilen heraus vorenthält.

Alles Gute! :rose2:

rubysoho
16.05.2010, 17:36
Ach so, das hatte ich falsch verstanden, sorry. Klar, ohne ist es immer am wünschenswertesten - ich hab das bloß geschrieben, weil ich's immer schade finde, wenn sich jemand diese Möglichkeit aus Prinzipiengründen und Vorurteilen heraus vorenthält.

Alles Gute! :rose2:


Eigentlich wollte ich aus Prinzip nie in eine Therapie, aber das ist mir inzwischen auch wurscht.
Hauptsache irgendwie besser.

Zuckersucht
16.05.2010, 18:01
Nachdem einige von euch ja meinten Verhaltenstherapie sei nichst für sie oder könnten sie sich nicht so recht vorstellen. Welche Art von Therapie habt ihr denn gemacht?

*Bruxelloise*
16.05.2010, 19:32
Integrative Gestalttherapie (http://de.wikipedia.org/wiki/Gestalttherapie) (nicht zu verwechseln mit Gestaltungstherapie) - ist in Ö ein von den Krankenkassen anerkanntes Therapieverfahren. Wir haben hier in dieser Hinsicht viel mehr Möglichkeiten und Auswahl als in D.

*Bruxelloise*
16.05.2010, 19:32
Hauptsache irgendwie besser.

!

Aurora
17.05.2010, 09:05
Das muss jeder für sich selbst beurteilen, schon klar :-)
Aber was meinst du mit "kann ich nicht"? Bloß aus Interesse :rose2:

Es ist bloß einfach so, dass sich eine reine VT im Allgemeinen nicht allzu gut zur Behandlung von Depressionen eignet...aber wie das bei dir ist musst du natürlich für dich selbst rausfinden ;) Nur so als Rat - ich würd Medikamente nicht von vornherein kategorisch ablehnen. Grade bei Depressionen können sie vieles verändern, erleichtern und fundamental unterstützend/heilend wirken (natürlich nur in Kombi mit Therapie).
sagt wer?
verhaltenstherapie arbeitet ja sehr wohl auch kognitiv und ist gemeinsam mit interpersoneller therapie immer noch erste wahl.
dass das nicht bedeutet, dass sie für 100% der menschen die beste form ist, ist natürlich auch klar.

*Bruxelloise*
17.05.2010, 09:18
sagt wer?
verhaltenstherapie arbeitet ja sehr wohl auch kognitiv und ist gemeinsam mit interpersoneller therapie immer noch erste wahl.
dass das nicht bedeutet, dass sie für 100% der menschen die beste form ist, ist natürlich auch klar.

Okay, meine Aussage war wohl zu pauschal formuliert. War jetzt nicht als allgemeingültiges Postulat sondern bloß als subjektive Wahrnehmung gedacht ;) Ich hab das bloß im Lauf der Jahre so mitbekommen, in den verschiedenen Kliniken und bei bzw. im Gespräch mit unterschiedlichen Therapeuten.


verhaltenstherapie arbeitet ja sehr wohl auch kognitiv und ist gemeinsam mit interpersoneller therapie immer noch erste wahl.
dass das nicht bedeutet, dass sie für 100% der menschen die beste form ist, ist natürlich auch klar.

Hm, auf D trifft das bestimmt zu.

Hier geht der "Trend" (ja, blöder Ausdruck in dem Zusammenhang) - vor allem in den letzten 10 Jahren - bei Depressionen immer mehr in Richtung anderer Therapieformen. Natürlich machen auch noch viele VT, aber "erste Wahl" ist sie hier nicht mehr.
Das soll auch keine allgemeine Kritik an VT sein, für viele ist das bestimmt optimal und bei einigen Krankheitsbildern/Störungen auch anderen Therapieformen vorzuziehen.

Aurora
17.05.2010, 09:28
sicher ist die wahl der therapieform in der praxis anderswo vielleicht anders. aber meines wissens nach ist vt in der interventionsforschung zusammen mit ipt (welche ja ein neuer trend ist/war) nach wie vor state of the art (aber ich lasse mich gern von neueren studien überzeugen). und nur darauf kann man sich mit allgemeinen aussagen beziehen.

das liegt zum teil aber vielleicht auch daran, dass exotische therapieformen ja nicht überall zugelassen sind, bzw. nicht mal unbedingt eine geregelte einheitliche ausbildung vorraussetzen. was also jemand in der praxis anstellt, ist nicht zu vergleichen. und keine verlässliche aussage zu treffen. und für eine aufnahme einer therapieform in den leistungskatalog braucht es eben auch gute nachweise zur wirksamkeit.

*Bruxelloise*
17.05.2010, 11:37
sicher ist die wahl der therapieform in der praxis anderswo vielleicht anders. aber meines wissens nach ist vt in der interventionsforschung zusammen mit ipt (welche ja ein neuer trend ist/war) nach wie vor state of the art (aber ich lasse mich gern von neueren studien überzeugen). und nur darauf kann man sich mit allgemeinen aussagen beziehen.
Drum schrieb ich ja, dass ich meine Aussage wohl zu pauschal formuliert hatte - ich hab nur die Situation in Ö aus meinen Erfahrungen und meiner Perspektive beschrieben.

das liegt zum teil aber vielleicht auch daran, dass exotische therapieformen ja nicht überall zugelassen sind, bzw. nicht mal unbedingt eine geregelte einheitliche ausbildung vorraussetzen. was also jemand in der praxis anstellt, ist nicht zu vergleichen. und keine verlässliche aussage zu treffen. und für eine aufnahme einer therapieform in den leistungskatalog braucht es eben auch gute nachweise zur wirksamkeit.
Das stimmt natürlich. Inwiefern die in anderen Ländern zugelassenen Therapieformen exotisch sind, lässt sich natürlich diskutieren. Hier ist ein Vergleich bzw. eine Beschreibung der in Ö/D/CH zugelassenen Therapieformen (http://www.psychotherapiepraxis.at/therapiemethoden.phtml) - ausserhalb Deutschlands gibt' mehr Alternativen zur VT, vielleicht auch daher mein subjektiver Eindruck.

Egal, wie auch immer - ich find's gut, wenn jeder die für ihn passende Methode finden kann :rose2:

Aurora
17.05.2010, 11:50
Drum schrieb ich ja, dass ich meine Aussage wohl zu pauschal formuliert hatte - ich hab nur die Situation in Ö aus meinen Erfahrungen und meiner Perspektive beschrieben.ja, schon klar! :rose2:


Das stimmt natürlich. Inwiefern die in anderen Ländern zugelassenen Therapieformen exotisch sind, lässt sich natürlich diskutieren. Hier ist ein Vergleich bzw. eine Beschreibung der in Ö/D/CH zugelassenen Therapieformen (http://www.psychotherapiepraxis.at/therapiemethoden.phtml) - ausserhalb Deutschlands gibt' mehr Alternativen zur VT, vielleicht auch daher mein subjektiver Eindruck.naja, exotisch im sinne von weniger intensiv beforscht ;)
vielfalt ist ja nicht verkehrt.

Egal, wie auch immer - ich find's gut, wenn jeder die für ihn passende Methode finden kann :rose2:
ja, das auf jeden fall!
die frage ist nur, woher weiß man das? heißt passend erfolgreich? idealerweise wüsste man es ja vorher. usw... ja, interessante fragen... mit wenig antworten. :/

*Bruxelloise*
17.05.2010, 12:30
naja, exotisch im sinne von weniger intensiv beforscht ;)
vielfalt ist ja nicht verkehrt.
Klar - ich hatte bei "exotisch" bloß geisteranrufende und Räucherstäbchenschwingende "Psychotherapeuten" im Kopf ;)

ja, das auf jeden fall!
die frage ist nur, woher weiß man das? heißt passend erfolgreich? idealerweise wüsste man es ja vorher. usw... ja, interessante fragen... mit wenig antworten. :/
Wie wahr! :durchgeknallt: Das ist leider wirklich eine Trial-and-Error Angelegenheit.....

rubysoho
17.05.2010, 15:54
Boah, wenn ich mir im Vorfeld schon überlegen muss welche Therapie jetzt die richtige für mich ist, und wo zur Hölle ich hier einen Therapeuten finden soll der genau das anbietet erscheint mir das schon wieder viel anstrengender als einfach so weiterzumachen wie gehabt.

Jetzt sitze ich hier mit meiner Überweisung und meiner Telefonnummer und warte auf den richtigen Moment um anzurufen.
Beim Arzt war´s auch nicht schön, der hat mir die Überweisung in die Hand gedrückt und mir gesagt dass ich schon Glück hätte wenn ich dieses Jahr noch einen Termin bekomme und dann nichts wie raus.
Naja, ich weiss auch nicht was ich sonst erwartet hatte, eigentlich.

Jetzt noch ein paarmal tief durchatmen und anrufen, bevor mir wieder einfällt dass es sowieso nichts bringen wird.

*Bruxelloise*
17.05.2010, 15:57
Jetzt nicht nachdenken und grübeln - "einfach" anrufen und machen. Die beissen alle nicht...und einen Versuch solltest du dir allemal wert sein :rose2: Viel Glück!

Edit: Und ob's was "bringt" oder nicht, lässt sich leider immer erst nacher beurteilen....give it a try, nein sagen kannst du immer noch ;)

Aurora
17.05.2010, 16:05
Jetzt nicht nachdenken und grübeln - "einfach" anrufen und machen. Die beissen alle nicht...und einen Versuch solltest du dir allemal wert sein :rose2: Viel Glück!

Edit: Und ob's was "bringt" oder nicht, lässt sich leider immer erst nacher beurteilen....give it a try, nein sagen kannst du immer noch ;)
!

ich drück die daumen, dass du bald einen termin hast.

rubysoho
17.05.2010, 16:20
Kann das alles noch Zufall sein?
Sie ist bis Ende des Monats im Urlaub.
Naja, was soll´s. Auf zwei Wochen mehr oder weniger kommt´s jetzt ja auch nicht mehr an.

Ich bin übrigens immernoch interessiert an euren Therapie-Erfahrungen!

~snow06~
18.05.2010, 18:05
Kann das alles noch Zufall sein?
Sie ist bis Ende des Monats im Urlaub.
Ja, natürlich kann das noch Zufall sein. Aber ich kann dich verstehen... eine Sache, gegen die man eine gewisse Abneigung hat + die Tatsache, dass diese Sache dann gar nicht so schnell verfügbar ist... da redet man sich dann gerne ein, dass eine "höhere Macht" nicht möchte, dass man etwas tut.

Hoffentlich erwischst du eine nette Therapeutin... Therapie ist nicht nur schrecklich, weißt du,;) manchmal hat man auch ziemlich tolle Aha-Erlebnisse.

Aber es liegt wirklich oft eine längere Zeit zwischen dem Zeitpunkt, an dem man merkt, dass es einem so schlecht geht, dass man dringend Hilfe benötigt und dem Zeitpunkt, wo die Therapeuten dann Zeit haben. Ich habe damals Anfang Januar bei meiner Therapeutin angerufen und hatte den ersten Termin Ende März (und am Anfang ist dann auch noch ständig etwas zwischen die Termine gekommen, so dass ich das ganze erste halbe Jahr ungefähr alle drei Wochen eine Sitzung hatte statt jede Woche eine, das war alles andere als ideal). Nur damit du weißt, dass du beim Warten noch völlig im normalen Bereich liegst.

Navelina
22.05.2010, 08:39
Ich hab ne VT u.a. wegen Depressionen gemacht (stationär + ambulant). Es hat mir zeitweise schon viel gebracht... aber dadurch, dass die Depressionen wiedergekommen sind, obwohl ich mein Leben von Grund auf verändert habe, musste ich einsehen, dass die Ursachen doch tiefer liegen und einer anderen Behandlung bedürfen. Das muss aber nicht bei jedem so sein und generell finde ich VT bei Depressionen schon sehr sinnvoll... ich kann und werde weiterhin davon profitieren, denke ich.

rubysoho
22.05.2010, 09:04
Ich hab ne VT u.a. wegen Depressionen gemacht (stationär + ambulant). Es hat mir zeitweise schon viel gebracht... aber dadurch, dass die Depressionen wiedergekommen sind, obwohl ich mein Leben von Grund auf verändert habe, musste ich einsehen, dass die Ursachen doch tiefer liegen und einer anderen Behandlung bedürfen. Das muss aber nicht bei jedem so sein und generell finde ich VT bei Depressionen schon sehr sinnvoll... ich kann und werde weiterhin davon profitieren, denke ich.

Das finde ich jetzt irgendwie gleichzeitig sehr ermutigend und beängstigend.
Ich merke ja dass in meinem Leben so einiges schief läuft, und dass es mir sicher besser gehen würde wenn ich mich mal aufraffen könnte daran etwas zu ändern, andererseits habe ich genau diese Befürchtung, dass in meinem Kopf irgendwas einfach falsch verkabelt ist und ich daran mit solchen Maßnahmen gar nichts ändern kann.
Dafür dass du es geschafft hast dein Leben komplett umzukrempeln: :daumenhoch:
Auch wenn´s nicht 100%ig funktioniert hat ist das doch sehr viel besser als gar nichts zu machen.

Ich finde es auch erschreckend wie oft man hört/liest dass es Leuten nach ersten Erfolgen doch wieder schlecht geht.
Ich fürchte ja dass man eine "Heilung" einfach knicken kann, und sich mehr oder weniger den Rest seines Lebens mit diesem Dreck rumschlagen muss. Aber vielleicht reicht "weniger" ja schon.

Ach ja, bizarres Geschreibe mal wieder.

allo
22.05.2010, 10:49
Ich finde es auch erschreckend wie oft man hört/liest dass es Leuten nach ersten Erfolgen doch wieder schlecht geht.
Ich fürchte ja dass man eine "Heilung" einfach knicken kann, und sich mehr oder weniger den Rest seines Lebens mit diesem Dreck rumschlagen muss. Aber vielleicht reicht "weniger" ja schon.

Ach ja, bizarres Geschreibe mal wieder.
Chronische Krankheite wie Rheuma, Athrose, Kopfschmerzen gehen ja zu 95 % auch nie ganz weg.

melody.
22.05.2010, 20:24
wie läuft denn so eine sitzung ab?
das wird wohl auch unterschiedlich sein, aber so im allgemeinen
man redet dann? über was?

lachgummi
22.05.2010, 20:35
ich hab' in der therapie gelernt, viel glimpflicher mit mir umzugehen, mich von kleinen rückschlägen nicht allzusehr aus der bahn werfen zu lassen, sondern die hinzunehmen und daran zu arbeiten. mir sowas zu gönnen, mich nicht zu sehr unter druck zu setzen.

das bezieht sich konkret auf es und depressive phasen; gerade in letzterem ist diese weniger-druck-komponente wirklich hilfreich.

*Bruxelloise*
22.05.2010, 20:55
Chronische Krankheite wie Rheuma, Athrose, Kopfschmerzen gehen ja zu 95 % auch nie ganz weg.

Ja, seh ich auch so. Kommt auch auf den Schweregrad der Depression/Störung was auch immer an, darauf, wie lange man schon dran leidet usw. usw.

allo
23.05.2010, 00:59
wie läuft denn so eine sitzung ab?
das wird wohl auch unterschiedlich sein, aber so im allgemeinen
man redet dann? über was?

Bei VT ist es erwünscht, dass du dein Problem ("Ich schaff es nicht an meiner Hausarbeit zu arbeiten.", " "Mama bestimmt mein Leben") benennst, worüber du reden willst. Dann stellst du das Problem dar. Die Psychologin stellt dazu Fragen und dann erarbeitet man Lösungsansätze, die zu dir und deinem Problem passen. Das ganze kann in einer Stunde laufen oder sich über mehrere Stunden erstrecken.

lachgummi
23.05.2010, 10:11
ich hab' in der therapie gelernt, viel glimpflicher mit mir umzugehen, mich von kleinen rückschlägen nicht allzusehr aus der bahn werfen zu lassen, sondern die hinzunehmen und daran zu arbeiten. mir sowas zu gönnen, mich nicht zu sehr unter druck zu setzen.

das bezieht sich konkret auf es und depressive phasen; gerade in letzterem ist diese weniger-druck-komponente wirklich hilfreich.



ich hab das grad nochmal selbst gelesen und muss das allerwichtigste ergänzen:

durch die therapie sind meine "probleme" zunächst das allerwichtigste in meinem leben geworden und dann nach kurzer zeit viel unwichtiger, als sie jemals vorher waren; es waren endlich wieder andere dinge bei mir im vordergrund, ich konnte mich wieder vile intensiver mit anderen dingen beschäftigen, weil nicht immer dieser ..."problemschatten" darüber hing.

ich hab jetzt auch eine (sehr schöne und wahnsinnig "gute") beziehung und das wäre vorher so nicht möglich gewesen.


ich weiß übrigens gar nicht, wie meine therapieform zu benennen ist; könnte mir "psychoanalyse" vorstellen; also wir sind eigentlich immer recht "intelektuell" an die dinge, die ich so erlebt habe, rangegangen und haben zusammen überlegt, in wie fern diese verantwortlich sind für meine verhaltensweisen jetzt und was daran kontraproduktiv für mich ist...
sind mir auf jeden fall einige super sachen klar geworden.

rubysoho
23.05.2010, 10:21
durch die therapie sind meine "probleme" zunächst das allerwichtigste in meinem leben geworden und dann nach kurzer zeit viel unwichtiger, als sie jemals vorher waren; es waren endlich wieder andere dinge bei mir im vordergrund, ich konnte mich wieder vile intensiver mit anderen dingen beschäftigen, weil nicht immer dieser ..."problemschatten" darüber hing.



Das hört sich sehr toll an!
Ich hoffe dass ich sowas ähnliches auch mal hinkriege.
Irgendwie hat es sich gegen die Depressionen ankämpfen über die Jahre zu einem Fulltime-Job entwickelt. Ich zwinge mich ständig dazu irgendwas zu machen (rausgehen, Sport, Leute treffen, ihr wisst schon... das übliche eben) weil ich weiss dass es mir noch mieser gehen würde wenn ich es nicht machen würde. Aber es ist alles nur Pflicht und Quälerei und das kann ich einfach nicht für den Rest meines Lebens so weitermachen. Das muss doch auch irgendwie anders gehen.

~snow06~
23.05.2010, 12:26
Das hört sich sehr toll an!
Ich hoffe dass ich sowas ähnliches auch mal hinkriege.
Irgendwie hat es sich gegen die Depressionen ankämpfen über die Jahre zu einem Fulltime-Job entwickelt. Ich zwinge mich ständig dazu irgendwas zu machen (rausgehen, Sport, Leute treffen, ihr wisst schon... das übliche eben) weil ich weiss dass es mir noch mieser gehen würde wenn ich es nicht machen würde. Aber es ist alles nur Pflicht und Quälerei und das kann ich einfach nicht für den Rest meines Lebens so weitermachen. Das muss doch auch irgendwie anders gehen.
Ich könnte mir fast vorstellen, dass eines der ersten Dinge, die dir der Therapeut/die Therapeutin raten wird, sein wird, dass du schlechte Gefühle auch mal zulassen solltest anstatt dich immer davon abzulenken.
Aber das ist ja jetzt eine "Ferndiagnose";) und kann dann in Wirklichkeit auch ganz anders aussehen.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Durchhaltevermögen, bis es mit der Therapie losgeht und dann natürlich, dass die Therapie erfolgreich sein wird!:rose2: