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  1. #1
    Senior Member Avatar von durga
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    Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Ich frage mich gerade, ob das an dem deutschen System liegt oder ob ich in meinem Semester z.B. mit der mangelnden Disskussionsfreude einfach auch ein bisschen Pech hatte...
    Hab Psychologie auf Diplom studiert, hatte gute Noten in meinen Prüfungen und hab durchaus auch das Gefühl, da was gelernt zu haben, und denke, zumindest in den Bereichen meiner Vertiefungsfächer hab ich auch ganz belastbares Wissen. Aber es geht kaum über Buchwissen und meine eigenen ungeschliffenen Gedanken dazu hinaus, Anmerkungen aus den Vorlesungen eben und das war es dann schon fast, denn es gab fast keine Gespräche darüber, wie gesagt, in den Seminaren kamen von allein keine Diskussionen auf und wurden dann vom Dozenten auch nicht gefordert. Natürlich hab ich mich manchmal mit Kommilitonen ausgetauscht, aber das ist ja auch noch was anderes, als wenn da noch Input von jemandem auf nem höheren Level dabei wär.
    Ich hab das auch immer irgendwie vermisst, aber konnte es nicht so richtig auf den Punkt bringen, bis ich jetzt einen Oxford graduate getroffen hab, OK, der hat "echte" Geisteswissenschaften studiert, aber trotzdem, der hatte jede Woche n Essay zu schreiben, der dann im Einzelgespräch mit nem Dozenten besprochen wurde, Alter! Sauviel Arbeit natürlich, aber DAS wäre ja produktiv! JETZT bin ich neidisch und das bin ich selten.
    Dass es sowas in Deutschland gibt, bezweifel ich mal, aber was sind Eure Erfahrungen und Meinungen in dem Bereich?
    How good, how bad does it need to get?
    Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  2. #2
    Gelöschter Benutzer
    gelöscht

    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Vielleicht liegt das auch, oder vor allem am jeweiligen Studiengang? Gerade Psychologie ist ja schon sehr Ziel-und Berufsorientiert, wohin gegen Geisteswissenschaften, oder jüngere Sozialwissenschaften oft noch flexibler gestaltet sind (das ist so meine Erfahrung). Da ist teils noch weniger erforscht, sodass Diskussionen im Seminar notwendig sind. Bei mir zumindest gehören Diskussionen in der Uni zur Tagesordnung. Manchmal wird mir das eher zuviel. Ich fühl mich da in der Hinsicht sehr gefordert, dafür hab ich andersherum das Gefühl wenig Faktenwissen zu besitzen...

  3. #3
    Gelöschter Benutzer
    gelöscht

    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    hm, also ich studiere geisteswissenschaften (literaturwissenschaft, bin fast fertig) und mir gehts auch so, dass wenig diskutiert wurde. manche dozenten haben es angeregt, andere waren aber auch selbst gelangweilt, zumindest kam es mir so vor. ich merke, dass ich immer noch nicht so sonderlich gut argumentieren kann, auch wenn ich finde dass ich recht hab (könnte aber auch an meinem naturell liegen es war aber auch insgesamt eine stimmung in den seminaren, dass die leute eher die zeit totschlagen wollten und es sie eigentlich nicht interessiert hat, um was es eigentlich ging. klar hab ich auch mal seminare gemacht weil sie in den stundenplan passten und nicht weil mich das thema interessierte, aber so grundsätzlich hab ich teilweise schon gedacht warum verdammt studiert ihr es wenns euch nicht die bohne interessiert und euch - literaturwissenschaft - garantiert nicht dazu bringt, dass man euch arbeitsplätze hinterherwirft..??

  4. #4
    Gelöschter Benutzer
    gelöscht

    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Dir gehts doch eher um das Betreuungsverhältnis als um intellektuelle Herausforderung, oder? Ich hatte einige sehr kleine Seminare mit vielen Diskussionen, im kleinsten waren wir zu dritt.

  5. #5
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    8.355

    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Mein Studium hat mich schon intellektuell gefordert und die Diskussionen waren auch echt produktiv und ich habe viel (fachlichen) Input bekommen.. Im Allgemeinen wurde in den Seminaren sehr viel diskutiert und so, was mich nur genervt hat war, dass die Leute unglaublich viel oberflächliche bzw. realtitätsferne Scheiße gelabert haben. Aber das hängt ja von den jeweiligen Leuten ab.

  6. #6
    Addict Avatar von SilverSmile
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    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Ich glaube, das hängt zu Einen vom Studiengang ab, zum Anderen liegt es aber vielleicht wirklich ein bisschen am System.
    Ich hab nen Bachelor in Geisteswissenschaften (mit Nebenfach Bwl) und mach jetzt nen Master in Bwl. Grad im Bachelor ist es in den Bwl-Veranstaltungen krass, nur Vorlesungen, immer so mit 500 Leuten, auch "Übungen" mit ca. 100 Leuten, Interaktion und Diskussion ist da also gar nicht. Im Master ist es etwas besser. In Geisteswissenschaften waren die Kurse schon kleiner, auch mit Diskussionen und so, aber intellektuell herausgefordert... naja.
    Was ich auch schlimm finde sind die Klausuren, wo man nur auswendig lernt, Skripte von 500 Seiten die man danach von vorn bis hinten können muss, dann in der Klausur auskotzt und zwei Tage später ist alles weg.

    Ich hab Auslandssemester in Australien gemacht, um vom System her hat mir das besser gefallen. Also es war echt viel Arbeit, weil weniger Präsenzunterricht und sehr viel Selbststudium, außerdem viele Essays zwischendurch. Aber da wurde dann in die Übungen auch mal richtig diskutiert, da war ich am Anfang total baff, auf welchem Niveau die da in Literaturwissenschaft diskutiert haben. Und da haben dann auch wirklich alle mit Freude gemacht, das ist ja hier auch nicht immer der Fall.
    Die Klausuren am Ende waren auch eher in Essay-Form, es wurde viel mehr Verständnis abgefragt als pures Faktenwissen.
    Also das System hat mir da besser gefallen, allerdings zahlt man da natürlich auch ne ganze Menge...
    in the end
    all you can hope for
    is the love you felt
    to equal the pain you've gone through



  7. #7
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    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    xx
    Geändert von 5% mehr (30.07.2013 um 22:48 Uhr)

    moderation kills the spirit

  8. #8
    Senior Member Avatar von durga
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    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    Jederzeit zum Prof hingehen konnten wir auch, um uns was erklären zu lassen, aber das mein ich nicht, denn das Betreuungsverhältnis ist eben nicht der Hauptpunkt, klar, mit 100 Mann in der "Übung" sind Diskussionen nicht mehr so möglich. Es geht mir mehr um das Lernen, zu denken und weiter zu gehen und nicht um das reine Verständnis, damit hatte ich in den meisten Teilfächern kein Problem. Mir fehlten Gruppendiskussionen (auf nem vernünftigen Nieveau) oder eben Denkaufgaben mit direkter Rückmeldung von nem Dozenten.
    Das ist ja was anderes, als wenn man hingeht und sagt, würden Sie mir dies oder das bitte nochmal erklären, ich hab das so und so verstanden, aber irgendwie haut das nicht ganz hin, wie ist es wirklich?, man geht ja nicht hin und sagt, geben Sie mir mal ne Knobelaufgabe.
    How good, how bad does it need to get?
    Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  9. #9
    Addict Avatar von schattenblatt
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    AW: Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium intellektuell herausgefordert?

    .
    Geändert von schattenblatt (31.01.2012 um 21:22 Uhr)
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