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Thema: Schreiben

  1. #1
    Senior Member Avatar von ~snow06~
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    Schreiben

    Ich frage jetzt mal, ob jemand dieses Problem auch kennt oder eventuell sogar eine Lösung dafür hat. Also: Wenn ich schriftliche Arbeiten schreibe (und im Moment ist es halt meine Masterarbeit), neige ich blöderweise dazu, gewisse Tatsachen, die ich eindeutig weiß, nicht aufzuschreiben, weil ich sie irgendwie für "zu selbstverständlich" halte. Also die eigentlich eher "schwierigen" Schlussfolgerungen schreibe ich auf, einfache, aber eben doch wichtige Beobachtungen vergesse ich aber tatsächlich oft einfach, aufzuschreiben. Manchmal löst sich dieses Problem dann dadurch, dass ich sehe, dass offensichtliche Beobachtungen, die ich gemacht habe, auch in der Sekundärliteratur stehen - und dann denke ich, ok, wenn dem Autor x diese Beobachtung nicht zu "niedrig" ist, dann kann sie es ja wohl auch nicht für meine Masterarbeit sein. Aber ich ärgere mich über mich selbst... eine Arbeit muss eben nicht nur in die Tiefe gehen, sondern auch ein breites Wissen zeigen, und da behindere ich mich dann oft selbst, indem ich offensichtliche, aber doch wichtige Beobachtungen einfach nicht niederschreibe. Bei mündlichen Prüfungen habe ich das Problem übrigens nicht.
    Hat irgendwer Ideen, Lösungsvorschläge dazu?

  2. #2
    Fresher Avatar von shell
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    AW: Schreiben

    Vielleicht einfach erstmal alles reinschreiben, sei es noch so "eindeutig" für dich. Und hinterher, beim drüberlesen, kannst du ja vielleicht dann besser rausfiltern was nicht rein muss, weil du dann alles im Zusammenhang. Ich finde wenn man die Fakten so einzeln vor sich hat, ist es oft schwer zu sagen ob die mit rein sollen oder nicht. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, dann lasse ich es meistens drin, formuliere es dann aber kurz und pregnant in 2 Sätzen oder so. Ist ja oft auch gut, etwas schon Bekanntes nochmal zu erwähnen, damit man es im Kopf behält für die kommenden, komplizierteren Zusammenhänge. Oder, wenn du gute Korrektur Leser hast, die sich mit der Materie auskennen, kannst du die ja dann mal fragen, ob die einen bestimmten Fakt wichtig finden oder nicht. Meistens ist man ja selbst so drin im Thema, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

  3. #3
    Senior Member Avatar von ~snow06~
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    AW: Schreiben

    Zitat Zitat von shell Beitrag anzeigen
    Vielleicht einfach erstmal alles reinschreiben, sei es noch so "eindeutig" für dich. Und hinterher, beim drüberlesen, kannst du ja vielleicht dann besser rausfiltern was nicht rein muss, weil du dann alles im Zusammenhang. Ich finde wenn man die Fakten so einzeln vor sich hat, ist es oft schwer zu sagen ob die mit rein sollen oder nicht. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, dann lasse ich es meistens drin, formuliere es dann aber kurz und pregnant in 2 Sätzen oder so. Ist ja oft auch gut, etwas schon Bekanntes nochmal zu erwähnen, damit man es im Kopf behält für die kommenden, komplizierteren Zusammenhänge. Oder, wenn du gute Korrektur Leser hast, die sich mit der Materie auskennen, kannst du die ja dann mal fragen, ob die einen bestimmten Fakt wichtig finden oder nicht. Meistens ist man ja selbst so drin im Thema, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
    Vielen Dank dir, shell. Hm, das sind sind so die Methoden, die ich bisher auch verwendet habe... mühsam, aber wahrscheinlich gibt es keinen anderen Weg.

  4. #4
    Senior Member Avatar von ~snow06~
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    AW: Schreiben

    Ich würde das Thema gerne noch mal aufgreifen. Also, was mich auch stört, ist, dass ich alles immer sehr knapp formuliere. Einerseits kann man sagen, dass das halt mein Schreibstil ist, andererseits... müssen halt Seiten gefüllt werden.
    Das Blöde ist, dass ich halt immer so ein bisschen wie bei einem Test oder bei einer Klausur schreibe, also nur das Ergebnis, und es irgendwie immer an den herleitenden Gedanken fehlt. Habt ihr irgendwelche Ideen, wie man das verändern kann? Ich habe zwei Bücher zu dem Thema gelesen, von Eco "Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt" und von Esselborn-Krumbiegel "Von der Idee zum Text", aber wirklich weitergebracht haben die mich nicht.
    Würde mich sehr über Tipps freuen.

  5. #5
    Addict Avatar von erdbärin
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    AW: Schreiben

    mmh, vielleicht das themenfeld dann verbreitern, über das du schreibst? oder andere leute gegenlesen lassen, ob man es versteht oder wichtige gedanken fehlen, die zu deinen schlussfolgerungen führen? also eigentlich ist es ja gut, knapp zu schreiben, dass zeugt ja davon, dass du das thema sehr gut verstehst und das wesentliche erkennst, oder? vielleicht dann eben gedanklich tiefer gehen, ausblicke umfangreicher gestalten, also tiefer ins thema eindringen?

    naja, eigentlich hab ich keine ahnung

  6. #6
    Senior Member Avatar von ~snow06~
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    AW: Schreiben

    Zitat Zitat von erdbärin Beitrag anzeigen
    mmh, vielleicht das themenfeld dann verbreitern, über das du schreibst? oder andere leute gegenlesen lassen, ob man es versteht oder wichtige gedanken fehlen, die zu deinen schlussfolgerungen führen? also eigentlich ist es ja gut, knapp zu schreiben, dass zeugt ja davon, dass du das thema sehr gut verstehst und das wesentliche erkennst, oder? vielleicht dann eben gedanklich tiefer gehen, ausblicke umfangreicher gestalten, also tiefer ins thema eindringen?

    naja, eigentlich hab ich keine ahnung
    Also danke für deine Hilfe auf jeden Fall schon mal.

    Ich gebe jetzt mal ein Beispiel: Kernstück meiner Masterarbeit ist eine literarische Übersetzung und dessen Analyse. Ich habe jetzt eine Magisterarbeit zu einem entfernt mit meinem verwandten Thema gefunden und die Verfasserin begründet darin sogar, warum sie den Text nicht wörtlich übersetzt hat. Ich meine, wann übersetzt man einen literischen Text jemals wörtlich?! Aber sie hat es halt relativ lang begründet und mit in die Arbeit reingenommen und die Arbeit wurde auch gut bewertet. Das werde ich jetzt wohl auch machen, begründen, warum ich nicht wörtlich übersetze.

    Hm, also manche Leute schwafeln zu viel in ihren Arbeiten und ich anscheinend zu wenig. Wenn noch irgendjemand Tipps hat... gerne.

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