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  1. #1
    V.I.P. Avatar von finessa
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    Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Ich hab gestern das gleichnamige Buch gelesen und mich in den Gedanken von Frau Rösinger gegen die paarnormative () Gesellschaft sehr wiedergefunden. Es stört mich auch, dass einem permanent suggeriert wird, Singlezeiten seien reine Übergangsphasen und ohne Partner fehle einem nun mal etwas ganz Existentielles. Warum kann das denn nicht als gleichwertig betrachtet werden?

    Gibts hier Leute, die eine romantische Zweierbeziehung gar nicht als etwas so Anstrebenswertes für sich selbst betrachten? Wenn ja, warum? Wie geht ihr damit um und wie andere mit eurer Sicht?

    Ich will damit nicht sagen, grundsätzlich keine Bedürfnisse nach Liebe und Sex zu haben, nur, deren ultimative Befriedigung für mich nicht zwangsläufig in einer klassischen Pärchenbeziehung zu sehen und daher permanent auf der Suche nach dem Richtigem zu sein. Andererseits diese Dinge einfach nicht als so zentral zu empfinden. Mir fehlt ohne Beziehung was, ja. Aber mit Beziehung auch. Es fehlt doch immer irgendwas. Und ich habe für mich einfach nicht den Eindruck, ohne Beziehung würde mir mehr fehlen, als ohne.

    Noch was aus dem erwähnten Buch, vielleicht als Diskussionsanregung:
    "Früher war ich viel trauriger als heute. Aber mit dem Jahren hat sich die jugendliche tiefe Schermut zu einem Bewusstsein der allgemeinen Sinnlosigkeit gemildert, das man wiederrum durchaus mit Heiterkeit ertragen kann. Schlimme Zeit der Jugend, weil doch gerade der noch junge Mensch gerne denkt, es würde sich etwas ändern, wenn nur jemand kommt und in sein Leben tritt -als würde man nur durch den Zustand der verliebtheit der allgemeinen Sinnlosigkeit entgehen. Was war ich früher immer traurig!

    All die melancholischen Spaziergänge allein am Sonntagnachmittag zum Flohmarkt, wo die ganzen blöden Paare Hand in Hand durch den ganzen Schrott gingen, Berge der hässlichen, stinkenden Second-Hand-Klamotten durchwühlten, verzückt vor verkeimten 50er-Jahre-Nähkästchen stehenblieben oder Vinylstapel durchsahen. Aber auch all die die trostlosen, einsamen Momente zu zweit, die Unmöglichkeit wirklich verstanden zu werden, der Trott, das Alltagsleben in der Beziehung, die schlimmen, leeren Stunden, die enttäuschten Erwartungen!

    Die Abewesenheit von Liebe ist schlimm für den jungen Menschen, dann aber auch ihre Anwesenheit, die Gefühlsunsicherheit, die Verantwortung für einen anderen Menschen, die Abhängigkeit! Aber auch die Unabhängigkeit, die allzu große Freiheit, die vielen Möglichkeiten bei gleichzeitiger Auswegslosigkeit der Lage und Sinnlosigkeit menschlichen Strebens machen den jungen Menschen traurig.

    Ein Riesenvorteil des Älterwerdens ist das Nachlassen der Einsamkeit und die Erfahrung, dass es auch eine heitere, aufbauende Einsamkeit gibt. Nach allgemeinen Verständnis betrifft die selbtgewählte Einsamkeit nur Eremiten, Klosterinsassen, Leuchttrumwärter, Einhandsegler, verrückte Wissenschaftler oder exzentrische Schriftsteller, Zen-Mönche und Yogis. Wer außerhalb dieser Personengruppe gerne einsam ist, gilt als plemplem und unsozial. Und Medien, die immer wieder das Bild vom Menschen malen, der nur zu zweit so richtig glücklich sein kann, hinken der Realität hinterher. Denn immer mehr Menschen genießen das Alleinsein vor allem in der zweiten Lebenshälte entgegen dem weitverbreiteten Mythos von der drohenden Alterseinsamkeit des Singles. Dieser Mythos lautet ungefähr so: Das Singleleben ist lustig, wenn man jung ist, aber dann ab Mitte 30 rächt es sich bitter! Wer sich in jungen Jahren zu fein war für Beziehungen, wird es später bitter bereuchen und das traurige Alter in Einsamkeit und Isolation verbringen. Zum Glück ein Mythos."
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  2. #2
    Senior Member Avatar von glamcity
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    na, solche bücher sind irgendwie recht einfach gestrickt.


    na sicher, habe ich das single leben geliebt und IN einer beziehung gibt es manchmal auch momente, wo ich mich nach der freiheit sehne zu tun und zu lassen, was ICH will.
    das weiss ich eben auch nicht erst seit gestern.
    und die liebe wird überbewertet ?

    meine antwort lautet: hmmmmmmm und hmmmmmmmmmm

    denn: sicher ist die qualität einer beziehung von ausschlaggebender bedeutung.

    ich bin lieber single, als in einer schlechten oder halbherzigen beziehung. punkt, aus, ende.

    und umgekehrt, würde ich niemals freiweillig tauschen wollen, wenn ich eben in einem status der beziehung bin, wo beide sich lieben, respektieren, begehren, aufbegehren ... das was da zwischenmenschlich passiert mit mir, mit dem partner, mit "uns" (es ist immer wieder interessant mich dabei selbst zu beaobachten) ist mit nichts zu vergleichen oder aufzuwiegen und ich möchte es auch nicht missen.



    und nein, wenn es wirklich Liebe ist und sie auf gegenseitigkeit beruht und damit "pur" ist, ist sie mitnichten überbewertet.
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  3. #3
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Ein Riesenvorteil des Älterwerdens ist das Nachlassen der Einsamkeit und die Erfahrung, dass es auch eine heitere, aufbauende Einsamkeit gibt. Nach allgemeinen Verständnis betrifft die selbtgewählte Einsamkeit nur Eremiten, Klosterinsassen, Leuchttrumwärter, Einhandsegler, verrückte Wissenschaftler oder exzentrische Schriftsteller, Zen-Mönche und Yogis. Wer außerhalb dieser Personengruppe gerne einsam ist, gilt als plemplem und unsozial. Und Medien, die immer wieder das Bild vom Menschen malen, der nur zu zweit so richtig glücklich sein kann, hinken der Realität hinterher. Denn immer mehr Menschen genießen das Alleinsein vor allem in der zweiten Lebenshälte entgegen dem weitverbreiteten Mythos von der drohenden Alterseinsamkeit des Singles. Dieser Mythos lautet ungefähr so: Das Singleleben ist lustig, wenn man jung ist, aber dann ab Mitte 30 rächt es sich bitter! Wer sich in jungen Jahren zu fein war für Beziehungen, wird es später bitter bereuchen und das traurige Alter in Einsamkeit und Isolation verbringen. Zum Glück ein Mythos."


    quatsch mit soße ...
    die meisten werden dem entgegensetzen, dass es im gegenteil von absoluter wichtigkeit ist, auch mal zeit mit sich selbst genießen zu können.

    viele menschen sind gerne alleine und brauchen auch mal zeit für sich selbst. das ist weder plem plem, noch suggeriert einem die außenwelt, dass man dann plem plem ist. was für ein blödsinn ist das denn.
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  4. #4
    Senior Member Avatar von glamcity
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    übrigens bin ich schon seit eh und je jemand gewesen, die das single dasein geliebt hat.
    geliebt ist wohl wirklich das richtige wort. ich liebe zeit mit mir selbst, komplett alleine meine sachen zu machen, auf niemanden acht zu geben und freunde zu haben mit denen ich mein leben und die freizeit teile.
    ich war wenig auf der suche und hatte mir primär nicht DAS ziel: familie und ehemann gesetzt.

    eher macht mir heiraten ... ein wenig angst.


    aber? wie gesagt, mit der qualität einer tollen beziehung, kann eben so ein singleleben irgendwie trotzdem schlussendlich nicht mithalten - auf dauer.
    denn ganz am ende bekommen die besten freundinnen eben auch irgendwann alle einen partner und sind weg vom markt und nicht mehr 24/7 für einen verfügbar und dann will man eben auch jemanden haben, mit dem man intimität und freundschaft, gemeinsame lebensziele teilen kann.
    auch wenn man als single eben natürlich nicht "einsam" im engen sinne ist.
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  5. #5
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Wieviele Bücher gibt es denn, die ein Plädoyer für das Singleleben sind? Bücher, die gegen die Vorstellung der romantischen Zweierbeziehung schreiben? Hör mal eine halbe Stunde Radio -90 Prozent der Lieder drehen sich nur um Liebe im weitesten Sinn.

    Und was ist denn "pure" Liebe? Ich kenne so viele Beziehungen, wo ich mir denke, die lösen zusammen nur Probleme, die sie ohne den anderen erst gar nicht hätten, die permanente Bewältigung dieses Dramas dabei aber als wahnsinnig romantisch betrachtet wird. Ich kenne Beziehungen, die an sich selbstbwusste und umgängliche Menschen in ein hysterisches, fremdbestimmtes und unsicheres Etwas verwandeln - und dennoch suchen diese Leute immer und immer wieder Beziehungserfahrungen mit ähnlichen Menschen, wo ganz klar ist, wie es ablaufen wird. Bei vielen habe ich nicht den Eindruck, sie würden tatsächliche Konsequenzen aus schwierigen Erfahrungen ziehen.
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  6. #6
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von glamcity Beitrag anzeigen
    wie gesagt, mit der qualität einer tollen beziehung, kann eben so ein singleleben irgendwie trotzdem schlussendlich nicht mithalten - auf dauer.
    denn ganz am ende bekommen die besten freundinnen eben auch irgendwann alle einen partner und sind weg vom markt und nicht mehr 24/7 für einen verfügbar und dann will man eben auch jemanden haben, mit dem man intimität und freundschaft, gemeinsame lebensziele teilen kann.
    auch wenn man als single eben natürlich nicht "einsam" im engen sinne ist.
    Wieso soll das von dir Zitierte dann "Quatsch" sein? Du bestätigst doch mit dem hier gerade den darin angegriffenen Mythos, Single zu sein, wäre eine Übergangsphase und wenn man das einer Beziehung vorzieht, dann nur, weil weil man übrig geblieben ist und unter all den Pärchen damit einsam sein wird.
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  7. #7
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    naja. die meisten beziehungen die ich kenne, sind mittlerweile sehr stabil und glücklich. und bestes beispiel ist für mich auch immer meine beste freundin. die beiden machen das in meinen augen sowas von gut und wenn man die beiden zusammen sieht, dann ... keine ahung.
    ich will halt nicht mehr tauschen mit partys abchecken und schauen, wann die freundinnen mal für einen zeit haben, etc.pp.
    es geht ja auch um das gefühl an sich: da ist jemand, der dich liebt und dich so nimmt, wie du bist. auch wenn du ein beklopptes huhn bist.


    aber? ich kann auch für mich unterschreiben, dass ich das single leben eben auch toll finde. immernoch. das kann man ja auch bewerten, wenn man in einer beziehung ist.

    und ich denke, wenn man das für sich herausgefunden hat, dann kann man das für sich selbst genießen ...

    oder eben ein buch schreiben für alle, denen das erst noch bewusst gemacht werden MUSS.
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  8. #8
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Es geht mir weniger darum, das für sich selbst bewusst zu kriegen, das weiß ich, seit ich ein kleines Mädchen war und zum ersten Mal über sowas nachdachte. Es geht mir darum, dass ich mich mit meiner Sicht ebenso lange in einer Außenseiterposition fühle. Dass ich permanent Probleme bekomme, wenn ich Männer kennenlerne und eben nicht in so einer klassischen Zweierbeziehung die Erfüllung meiner Sehnsüchte sehe. Wenn mich Freunde permanent fragen, was denn dann das mit Mann X gerade ist. Ich sehe mich einem permanenten Rechtfertigungszwang unterworfen, wohingegen ich den Eindruck habe, selbst suboptimale Beziehungen würden häufig noch eher verstanden als jemand, der gar keine klassische Beziehung will. Und das finde ich ziemlich unfair.
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  9. #9
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Wieso soll das von dir Zitierte dann "Quatsch" sein? Du bestätigst doch mit dem hier gerade den darin angegriffenen Mythos, Single zu sein, wäre eine Übergangsphase und wenn man das einer Beziehung vorzieht, dann nur, weil weil man übrig geblieben ist und unter all den Pärchen damit einsam sein wird.


    nee EIGENTLICH nicht. eigentlich bestätige ich das nicht.
    ich war zum beispiel ein wenig länger single zwischendurch und hatte eben freunde vor augen, bei denen es funktioniert hatte. und? ich war nicht neidisch oder sonstwas, sondern habe eben sehr gerne was mit denen zusammen unternommen und die eben als vorbild genommen, FALLS ich auch mal jemanden treffen sollte. "dann soll das auch so toll werden", mal als beispielgedanke. alles was darunter ist, möchte ich mir eben nicht ans bein binden!
    und ich war ja auch ohne ende glücklich als single. selbst als ich verliebt war, dachte ich noch mit quentchen wehmut an meine singlezeit zurück.

    aber retrospektiv denke ich eben trotz alldem: single zeit war wunderbar und phasenweise auch sinnvoll, toll, abenteuerlich, sehr ich-bezogen und selfish, aber jetzt kommt eben eine neue phase und die ist irgendwie in meinen augen wertvoller, weil sich nicht mehr alles nur im mich dreht.
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  10. #10
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Es geht mir weniger darum, das für sich selbst bewusst zu kriegen, das weiß ich, seit ich ein kleines Mädchen war und zum ersten Mal über sowas nachdachte. Es geht mir darum, dass ich mich mit meiner Sicht ebenso lange in einer Außenseiterposition fühle. Dass ich permanent Probleme bekomme, wenn ich Männer kennenlerne und eben nicht in so einer klassischen Zweierbeziehung die Erfüllung meiner Sehnsüchte sehe. Wenn mich Freunde permanent fragen, was denn dann das mit Mann X gerade ist. Ich sehe mich einem permanenten Rechtfertigungszwang unterworfen, wohingegen ich den Eindruck habe, selbst suboptimale Beziehungen würden häufig noch eher verstanden als jemand, der gar keine klassische Beziehung will. Und das finde ich ziemlich unfair.

    ich finde diese haltung mehr als gut und okay und hatte sie auch sehr lange und hab mir da auch niemals reinreden lassen. lass die anderen doch reden, finde ich.

    ich sehe das auch wie du. lieber alleine und mit sich selbst glücklich, als zu zweit unglücklich.
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  11. #11
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Du sagst, Single sein ist schön, aber eine gute Beziehung ist schöner, als die schönste Singlezeit. Und das impliziert, wer Single ist, kann nur deswegen Single sein, weil er eben nicht den Richtigen gefunden hat, mit dem es zusammen schöner wäre, als ohne ihn. Darauf folgt, dass Singlezeiten im Grunde Übergangsphasen zu etwas potentiell Besserem sind -sofern man Glück hat, dieses Bessere eben zu finden.
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  12. #12
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    naja, du vergisst, dass es eben in beiden lebenssituationen gute, wie schlechte zeiten gibt.

    klar ist doch, es gibt nicht DIE schönste beziehung, ohne auch kritische phasen und auseinandersetzungen und viiiiel arbeit.
    und umgekehrt ist doch nicht die singlezeit immernur schön und alles eitel sonnenschein.

    eine phase, heißt eben nicht umsonst "phase".
    ich denke, das leben besteht eben aus zyklen und phasen und da gibt es nicht unbedingt ein besser oder schlechter oder besser gesagt: jeder empfindet das eben anders.
    aber ich denke auch nicht die hauptintention der autorin ist jetzt zu sagen: bleibt single, genießt euer leben und strebt perspektivisch nicht nach einer beziehung.

    es hätte auch ebensogut umgekehrt sein können: von einer beschissenen langjährigen, kaputten ehe, in eine wundersam abenteuerliche phase des sich-selbstfindens und der autonomie.



    es ist doch schlussendlich auch immer eine sache der qualität???
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  13. #13
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von glamcity Beitrag anzeigen
    ich war zum beispiel ein wenig länger single zwischendurch und hatte eben freunde vor augen, bei denen es funktioniert hatte. und? ich war nicht neidisch oder sonstwas, sondern habe eben sehr gerne was mit denen zusammen unternommen und die eben als vorbild genommen, FALLS ich auch mal jemanden treffen sollte. "dann soll das auch so toll werden", mal als beispielgedanke.
    Sowas kenne ich etwa nicht: Es gibt keine einzige Beziehung in meinem Umfeld, bei der ich mir denke: "Ich wäre lieber Teil dieser Beziehung, als allein".
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  14. #14
    Senior Member Avatar von glamcity
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    denke, da spielen dann eben auch die eigenen erfahrungen und das umfeld mit ein, dass ist einfach nicht zu unterschätzen.
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  15. #15
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von glamcity Beitrag anzeigen
    naja, du vergisst, dass es eben in beiden lebenssituationen gute, wie schlechte zeiten gibt.
    Nein? Ich sage doch nicht, dass Beziehungen nur schlecht und Singlezeiten nur gut sind? Leben heißt immer sich mit etwas zu arrangieren, weil nichts perfekt ist. Aber Menschen in Beziehungen gehen sehr oft davon aus, ihr Arrangement sei besser, als meines und ich seltsam sei, weil für mich eine Beziehung per se keinen größeren Anreiz hat, als Single zu sein. Ich bekomme also suggeriert, was ich lebe, sei keine Entscheidung, sondern im Grunde genommen Pech.
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  16. #16
    Senior Member Avatar von glamcity
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    denke in meiner ausführung ist schon ein extrem hoher wahrheitsgehalt mit drin, wenn ich eben sage, dass die qualität der lebensphase eine rolle spielt.

    entweder kann eine beziehung schlecht-gut sein und dann heult man der schlechten eben nicht hinterher und ist froh, wenn man den klotz am bein endlich losgeworden ist ... oder die singlephase ist einsam und nervig und man möchte eben wieder in einer glücklichen beziehung sein ...

    und liebe ist eben nicht gleich liebe.
    da gibt es einfach zuviele faktoren die reinspielen, sowie eben glück nicht gleich glück ist, etc.
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  17. #17
    Senior Member Avatar von glamcity
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Nein? Ich sage doch nicht, dass Beziehungen nur schlecht und Singlezeiten nur gut sind? Leben heißt immer sich mit etwas zu arrangieren, weil nichts perfekt ist. Aber Menschen in Beziehungen gehen sehr oft davon aus, ihr Arrangement sei besser, als meines und ich seltsam sei, weil für mich eine Beziehung per se keinen größeren Anreiz hat, als Single zu sein. Ich bekomme also suggeriert, was ich lebe, sei keine Entscheidung, sondern im Grunde genommen Pech.
    naja. meine beste freundin hat niemals mitleid mit mir gehabt ... oder mich um mein single dasein bedauert. keine ahung, ich finde einfach es ist auch die frage, wie man das einfach verkauft.
    man steht eben zu seinem leben und zu seiner meinung und dann ist das doch auch gut so und was andere sagen, ist doch wohl unwichtig. sie können ja nicht in dich reingucken.

    natürlich ist single sein auch immer eine entscheidung.
    single sein impliziert indirekt ja auch die gewisse entscheidung sich nicht unter wert zu verkaufen und nicht irgendwen zu nehmen, sondern u.u. gelassen weiter zu schauen.

    das vergessen viele, dass stimmt, aber es ist einfach tatsächlich so.
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  18. #18
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Dass sich alles nur in Relation zu etwas anderem beurteilen lässt, ist ja klar, aber ich habe den Eindruck sowohl die Beurteilung von Single -als auch Beziehungesphasen wird immer nach der potentiell bestmöglichsten Beziehungserfahrung gewertet. Also: "Du bist zwar glücklich als Single, aber mit dem Richtigen wärst du noch glücklicher" bzw. "Wenn du mit X unglücklich bist, trenn dich besser, dann findest du irgendwann die Richtige".
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  19. #19
    V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Zitat Zitat von glamcity Beitrag anzeigen
    und was andere sagen, ist doch wohl unwichtig
    Ist es nicht, wenn es sich dabei um Freunde handelt oder Männer, mit denen ich Beziehungen führen will, die aber nicht in ein klassisches Pärchenkonzept passen.

    Aber davon abgesehen geht es mir gar nicht so sehr um das unmittelbare Umfeld, als dass einem ÜBERALL suggeriert wird, man müsse den richtigen Partner finden. Mir geht es um die Überhohung von Liebe und Sex im gesamten Kulturbereich. Dass Lieben nur dann groß waren, wenn sie im Tod oder im Happy End enden. Dass es etwa viel zu wenig Liebesgeschichten gibt, in denen man sich trennt, weil man eben sieht, alleine* geht es einem besser. Und sich das dann aber wieder darauf auswirkt, wie Liebe persönlich beurteilt wird.

    *bzw. stört mich schon zu sagen, man sei "allein" wenn man nicht Teil eines Pärchens ist.
    Geändert von finessa (13.06.2012 um 18:19 Uhr)
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  20. #20
    Senior Member Avatar von durga
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    AW: Liebe wird oft überbewertet -oder?

    Weißt Du ja, aber ich schreib's hier auch noch mal, das einzige, was mich bei der Vorstellung, weiterhin immer solo zu bleiben, stört, also emotional, ist der dann (für mich) nicht zu erfüllende Kinderwunsch.

    Uni ist jetzt sicher eher eine liberale Umgebung, aber ich bin da auch sonst vielleicht nicht sehr empfindlich, jedenfalls nehme ich Paarnormativität persönlich so gut wie nie wahr und wenn, dann nicht ernst. Geht mir mit weder geschriebenen, noch von mir geteilten Normen aber tendenziell eh so, die analysier ich vielleicht soziologisch, wenn sie mir über den Weg laufen, aber ansonsten mach ich, was ich will, solange es niemanden objektiv beeinträchtigt, und was Andere davon denken ist mir wirklich recht gleichgültig. Bzw. es ist vielleicht ein interessantes Gesprächsthema, aber es hat eigentlich keinen Einfluss auf meine eigene Bewertung meiner eigenen Entscheidung.

    Zu Beziehungen kann ich natürlich nichts Praktisches sagen, aber ich *brauch* natürlich keine. Ich hab bisher 27 Jahre sehr glücklich ohne gelebt.
    How good, how bad does it need to get?
    Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

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