glaubt ihr, dass die menge an leid, die man nach einer trennung verspürt ein indikator für die liebe/gefühle ist, die man empfunden hat?
glaubt ihr, dass die menge an leid, die man nach einer trennung verspürt ein indikator für die liebe/gefühle ist, die man empfunden hat?
Geändert von HannaMarin (15.07.2012 um 23:38 Uhr)
ich glaub man haertet einfach ab
Für mich ist das so, ja, ich denke schon dass das Leid ein Indikator für die Tiefe der Gefühle ist. Oder zumindest sein kann. Bei mir ist es derzeit jedenfalls so, dass ich seit bald einem Jahr absurden Liebeskummer habe (inkl der aufgezählten körperlichen Symptome und immer wieder mal aufblitzenden suizidalen Gedanken), ausgelöst von dem Mann, den ich bisher auch wirklich mit Abstand am meisten geliebt habe.
Der erste Liebeskummer war natürlich damals ein Weltuntergang, hielt aber nicht sonderlich lange, alles was danach kam war traurig und hart und alles andere als ein Spaß, aber im Vergleich zum aktuellen Kummer war das alles ein Witz. Ich zweifle allerdings nicht an den Gefühlen, die ich zu den anderen Männern hatte, die waren durchaus echt. Ich glaube nur, dass ich erst in der letzten Beziehung gemerkt habe, wie intensiv Liebe sein kann, wie tief und wie intensiv und naja. Dieser ganze romantische Kram eben. An den ich irgendwie glaube, auch wenn ich weiss, wie sich das für außenstehende anhört.
Mein Freundeskreis vertritt allerdings bis auf eine Ausnahme ebenfalls die Meinung, dass man einfach abhärtet, dass es total normal ist, dass es mit jedem mal irgendwie besser zu handeln ist und dass ich wohl ein Schräubchen locker habe, wenns bei mir anders ist. Bei denen war es nämlich auch bei allen so, dass der erste Liebeskummer der mit weitem Abstand schlimmste war. Alleine bist du damit also schon mal nicht ;-)
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Geändert von HannaMarin (15.07.2012 um 23:38 Uhr)
Bei mir sagt Liebeskummer nichts über die Gefühlsintensität aus, eher darüber, wie abgeschlossen eine Geschichte für mich ist, d.h. wie überzeugt ich davon bin, dass es einfach nicht gepasst hat, obwohl ich tat, was ich tun konnte.
Präventiv sich nicht voll einzulassen, kann natürlich auch ein Grund sein, keinen krassen Liebeskummer zu haben.
fail with consequence, lose with eloquence and smile
Ich hatte zweimal richtig lange und schlimm Liebeskummer, das erste Mal beim ersten, das zweite (schlimmere und längere!) beim zweiten, da war die Geschichte aber auch unklarer, verworrener, bei der ersten gab es einen recht klaren Schnitt.
Seitdem ist es so, dass es in dem Moment gefühlt genau so doll akut weh tut, aber es geht viel schneller vorbei. Ein Punkt, der n bisschen auf ner anderen Schiene ist als die reine "Abstumpfung", wenn man das so nennen will, ist bei mir wohl eher das Wissen, dass es wieder gut wird.
Außerdem hängt es ja auch mit der Gesamtlebenssituation zusammen, wie schmerzempfindlich man gerade ist.
How good, how bad does it need to get?
Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.
Für mich war der Kummer nach der ersten Beziehung auch der ärgste. Erst letztes Jahr hatte ich bei der erneuten Begegnung nach acht (jaja, albern, ich weiß) Jahren den Eindruck, die Sache überwunden zu haben. Einfach weil mir der Mensch zu diesem Zeitpunkt als absoluter Fremder erschien, nicht mehr wie jemand, der mir entglitten ist.
Ich war einfach bei meiner ersten Beziehung - obwohl nicht direkt naiv - irgendwie so kindlich in meinen Gefühlen. Wie ein Küken, das geprägt wurde und ganz unverstellt liebt.
Und ich habe auch viel zuviel mit mir machen lassen, damals.
Hört auf meine weisen Worte!
Ich glaube nicht unbedingt, dass das Maß an Leid zwangsläufig ein Indikator für die Stärke der Gefühle für den anderen ist.
Zunächst einmal glaube ich schon, dass man u.a. auch abhärtet. So in die Richtung "The first cut is the deepest"-mäßig.
Dann kommen sicher noch andere Faktoren hinzu. Wie plötzlich kam die Trennung, wie hat er mich während/nach der Trennung behandelt (manche Menschen können in solchen Situationen ja ein völlig anderes Gesicht zeigen), was war der Grund für die Trennung, habe ich noch andere Bezugspersonen als nur in, sprich, habe ich jemandem, bei dem ich mich ausheulen kann, gab es schon weitreichende Zukunftspläne mit ihm, die plötzlich alle zunichtegemacht wurden, kann ich ihm nach der Trennung aus dem Weg gehen oder muss ich ihm zwnagsläufig ständig über den Weg laufen, wie bin ich selber veranlagt (klammere ich mich mehr an einen Menschen oder kann ich mich auch alleine "ganz" fühlen) etc.... Und auch ganz wichtig: Gab es einen klaren Cut, so dass ich abschließen kann oder hängen wichtige Dinge noch in der Luft
Das nur auf die Stärke der Gefühle zu schieben, halte ich persönlich für zu einfach. Aber gehört sicherlich auch dazu und mahct einen nicht unerheblichen Teil aus.
Ich denke es ist auch von der psychischen Konstitution des Einzelnen in Interaktion mit dem Partner abhängig. Es gibt Interaktionsmuster bei Paaren, die sich gegenseitig nicht unbedingt guttun. Z.B. im Hinblick auf Nähe-Distanz-Geschichten spielen eigene Ängste etc. eine große Rolle und wenn zwei Menschen mit sehr unterschiedlichem Nähebedürfnis zusammen sind, kann es öfter zu Konflikten und irgendwann auch zu einem ständigen Beschäftigen mit der Beziehungsdynamik kommen. Ich denke, dass das die Emotionen stark pusht, weil eben auch viele Ängste dazu kommen. Durch diesen Kreislauf viel Nähe - Abstoßung - Angst/Gedanken drum machen kann es sein, dass einem die Beziehung viel größer vorkommt als sie rein von der Liebe her ist. Von daher wird der Verlust vielleicht auch heftiger wahrgenommen.
Ansonsten würde ich aber auch sagen, dass die erste Trennung die Schwierigste ist, weil man da noch nicht durchlebt hat, dass das Leben danach weitergeht. Und ja, in gewisser Weise ist man dann wohl abgehärtet.
ich glaube, es hat mit total vielen faktoren zu tun, wie es einem nach einer trennung geht und wie lange man leidet.
wie intensiv die gefühle waren, ist natürlich einer dieser faktoren, aber ich glaube, andere sachen wie "aus heiterem himmel verlassen, während man dachte, es sei alles okay", "generell selbstbewusstsein gerade nicht so toll", "für eine andere verlassen" (--> egocrush vom feinsten, nehme ich an), "scheißtrennung, die macht, dass man sich fragt, ob man nicht vielleicht während der ganzen beziehung in bezug auf seinen charakter und seine gefühle einer illusion aufgesessen ist" und vieles mehr spielen genauso eine rolle.
das mit dem abhärten glaube ich aber auch, und zwar insofern, dass man irgendwann einfach aus erfahrung weiß, dass man sich eines tages wieder in einen anderen verlieben können wird und der typ, den man gerade betrauert, nicht der einzige oder letzte sein wird. das macht das ganze in dem moment vielleicht nicht leichter, aber irgendwie weniger einschneidend und drastisch.
ja.
bei mir war die erste trennung ziemlich leicht, ging aber auch von mir aus. die zweite war der horror und die dritte auch. das waren aber beides so typen wie oben beschrieben, schwierige beziehungen, bei denen ich viel zurückgesteckt hab und deshalb war es schwer für mich, zu akzeptieren, dass es jetzt tatsächlich vorbei ist. obwohl ich mich doch so angestrengt hab und es so intensiv war!!
Die erste Trennung war bei mir diejenige mit am meisten Fleischwunden sozusagen. Das lauteste Geheule, der unreifste Umgang mit meinen eigenen Gefühlen. Ich hab mir auch viel selbst wehgemacht; heute wüsste ich mit den Gefühlen besser umzugehen, weil ich sie schon einmal hatte und so eine Art Notfallplan entwickelt habe (Kontaktabbruch z. B. - dass das besser ist und nicht albern und überflüssig, musste ich erst lernen und akzeptieren).
Ich bin aber sicher, dass ich die anderen Trennungen besser verdrängt habe und dass diese Themen dann in neue Beziehungen reinverschleppt werden und dort diskutiert. Und dass die mich verbitterter gemacht haben und irgendwie tiefer verletzt. Ich fühle mich wegen meiner ersten Beziehung eigentlich nur in ein, zwei Aspekten verkorkst und das wurde vielfach besprochen, beheult und bebrüllt - andere Wunden (blödes Wort) kommen aus anderen Beziehungen, sind aber vielleicht nie bearbeitet worden.
Also bei der ersten Liebe bin ich quasi nur vollkommen naiv und schlecht ausgerüstet mitten rein gerannt ins Leiden.
Nee. Meine letzte Trennung war schlimm. Sehr schlimm. Ich stand vor einem riesigen Scherbenhaufen, war monatelang total zerstört und einfach fertig.
Im Nachhinein betrachtet muss ich aber sagen, dass in dieser Beziehung schon lange keine Liebe mehr im Spiel war. Ich hab viel mehr so sehr gelitten, weil die Situation einfach tatsächlich so beschissen war. Ich bin aus der Heimat weg und zu ihm gezogen, hab Geld in die Wohnung investiert und wurde einfach verarscht. Mit tiefen Gefühlen hatte mein Leiden nicht zu tun.
ich hatte erst einmal so richtig richtig schlimm liebeskummer und mit demjenigen der mir den beschert hat, hatte ich nichtmal eine beziehung oder so. man kann eigentlich sogar an einer hand abzählen wie oft ich ihn gesehen habe aber ich hab mich so dermaßen krass hals über kopf verliebt dass ich nachdem er auf weltreise ging monatelang täglich geweint und drei jahre hinterher noch immer nicht komplett drüber hinweg war und auch in der neuen damaligen beziehung ist er immer wie so ein geist über mir geschwebt.
es war halt nie ein wirklicher grund da. diese reise (die heute - sieben jahre später - immernoch andauert) hat ja nicht bedeutet, dass wir charakterlich nicht gepasst hätten. also ich hatte nichts, mit dem ich für mich hätte abschliessen können. und ich war so verliebt und mein kopfkino hat immer ganz viele filme gesponnen. ganz schlimm war das.
nein.
ich glaube auch nicht, dass das maß an leid, das man nach einer trennung verspürt, allein/hauptsächlich von der intensität der gefühle zu beziehungszeiten herkommt.
und irgendwie ist ja auch jede trennung anders. meine erste war eigentlcih sehr ok. ich habe ein paar wochen geheult und die ersten drei tage ging es mir auch wirkilch schlecht. aber rückblickend ging es mir insgesamt sehr gut und vor allem auch schnell wieder halbwegs normal. allerdings war das auch keine beziehung mit großen höhen und tiefen. sie hielt eh nur knappe drei monate und wurde von ihm auf sehr anstüändige art und weise aus heiterem himmel, quasi noch in der zuckerphase, beendet, weil er sich seiner gefühle nicht mehr sicher war und kurz davor war, ins ausland zu gehen. wir waren davor und danach befreundet und sind es immer noch. er war damals auch teil meines engeren studiumsfreundeskreises.
die nächste trennung war die erste, wo ich vorher auch echte tiefen durchgemacht hatte. das war unglaublich schrecklich und hat mir damals den boden unter den füßen weggezogen, obwohl es nun wirklich nicht überraschend kam. allerdings war ich damals auch in anderer hinsicht sehr unglücklich und perspektivlos. es hat sich auch angefühlt, als sei es die erste trennung.
die letzte trennung...direkt danach fühlte ich mich erst mal eine ganze weile extrem gut. ich lief mit einem dauergrinsen durch die gegend, es ging mir extrem gut. und das bei der beziehung, die bis dato die wichtigste, gefühlsintensivste und längste war. ich hatte mich nach etwa frei jahren getrennt. allerdings nicht wegen mangelnder gefühle, sondern weil es einfach nicht mehr ging. den größten teil des trennungsschmerzes habe ich vor der eigentlichen trennung durchgemacht und hatte es dann nur noch vor mir, es endlich zu tun. von daher war es ja klar, dass es mir danach erst mal besser gehen wird. ich würde auch nicht sagen, dass das leiden insgesamt weniger war, als bei der anderen trennung.
bei mir ist es, glaube ich, sehr wichtig, ob ich schon innerlich mit der sache durch bin. das war bei meiner letzten beziehung der fall. außerdem hatte ich es da in der hand. außerdem ist es für mich sehr wichtig, wie es mir ansonsten grade geht. ob job, sonstige freundschaften, usw. stimmen.
love is a litany, a magical mystery
Ich glaube man leidet je stärker, je mehr man seine eigenen Grenzen verletzt hat. Dann nämlich muss man auch noch um sich selber trauern. Und das eigene ungute Verhalten, dass man sich selber angetan hat, auch noch betrauern. Und das man seine eigenen Grenzen verletzt, passiert natürlich bei den ersten Geschichten tendenziell leichter.
sehe ich genau so...es hängt für mich nicht unbedingt nur von der Gefühlsintensität ab, sondern von 1000 anderen Faktoren. Wenn für mich das Ende der Beziehung nicht klar ist, kann es bei mir ewig dauern, bis es abgeschlossen ist. Wenn der Grund jedoch klar und unvermeidbar ist, komme ich schnell darüber hinweg...
Man muss in Flammen stehen um ausbrennen zu können
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Geändert von calliope (29.09.2012 um 14:50 Uhr)