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  1. #1
    Ureinwohnerin Avatar von herz
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    Frage liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    okai, es folgt eine wahrscheinlich komische frage: studienberatung, wo geht man da hin, wenn man schon studiert hat?

    kurze vorgeschichte:

    ich bin staatl. anerkennte diplomsozialpädagogin/sozialarbeiterin (fh) und freue mich gerade darüber, dass ich zum ersten mal meinen berufsabschluss scheinbar richtig aufgeschrieben habe. haha.

    ich habe viele jahre (konkret: 9) erst freiberuflich, dann festangestellt in exakt diesem beruf mit kindern und jugendlichen gearbeitet. von ein paar wochen lief mein arbeitsvertrag aus und ich gönne mir gerade eine klitzekleine pause, eventuell auch zum neuorientieren.

    so. irgendwann später, so mit mitte 40 vielleicht, wäre ich gerne therapeutin (und zwar am liebsten nicht nur für kinder und jugendliche, was ja eine ausbildung zur kinder- und jugendtherapeutin quasi schon ausschließt). ich würde vielleicht gerne einen psychologiemaster machen - geht das? oder nochmal psychologie komplett neu studieren? oder was ganz andres?

    gibt es hier therapeuten/pädagogen/psychologen/psychiater, die mir mal was darüber erzählen können? ich bin verwirrt und auch ein bisschen unentschlossen und ich befürchte, einfach nur zu einer uni in die studienberatung zu stiefeln wird mir wohl nicht weiterhelfen. oder doch?

    tausend dank! :blume:
    frühstücke
    sprengstoff

  2. #2
    Enthusiast Avatar von mity
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    Nur den Master in Psychologie zu machen wird wahrscheinlich nicht funktionieren, da im Moment glaub ich alle Unis eine bestimmte Stundenanzahl im Bereich der klinischen Psychologie als Voraussetzung festgelegt haben.

    Wenn du als Psychologische Psychotherapeutin arbeiten möchtest, wirst du denk ich um ein volles Psychologiestudium nicht herum kommen. Zusätzlich brauchst du dann ja noch hinterher die Ausbildung zum PP, deren finanzieller und zeitlicher Aufwand ja auch nicht gerade klein ist.

    Warum willst du denn nicht im KJP-Bereich bleiben. Das wäre auf jeden Fall der kürzere Weg?

  3. #3
    Ureinwohnerin Avatar von herz
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    das wäre schon auch ok, aber nur die 2. wahl. es kommt mir so ein bisschen wie 'nix halbes, nix ganzes' vor und ja, ich weiß, dass das ansich bescheuert ist.

    aber noch sind meine überlegungen ja ganz am anfang, ich bin da noch nicht sooo festgefahren (also, hoffe ich).

    und achtung, noch eine komische frage: wie krass ist ein psychologiebachelor? also, kann man das in 3 jahren runterreissen, wahrscheinlich nicht, oder? oder tätens dann 2 semester vollzeit oder so, um ausreichend stunden für den master zu haben.

    moah, mich kotzt das alles derzeit ein bisschen an, es drängt ja nicht, aber ich glaube, wenn ich mir darüber jetzt keine gedanken mache, dann ärgere ich mich irgendwann - schließlich dauert das ja auch alles.
    frühstücke
    sprengstoff

  4. #4
    Enthusiast Avatar von mity
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    Ich würd aber vor allem auch die praktische Seite beleuchten. Wenn du dich für den PP entscheidest, musst du ja auch die Praxisstunden zum überwiegenden Teil im Erwachsenen-Bereich machen. Und die werden in den allerallerwenigsten Kliniken ausreichen vergütet, wenn man denn überhaupt bezahlt wird. Ich glaube, dass du als KJP-Auszubildender mit deiner Berufserfahrung viel bessere Karten für eine bezahlte Stelle zur Ableistung der Praxisstunden hast.

    Was halbes ist es meiner Meinung nach nicht wirklich. Wenn du als PP Kinder und Jugendliche bahandeln möchtest, brauchst du ja auch nochmal ne zusätzliche Abrechnungsziffer/Weiterbildung, die sich die Ausbildungsinstitute nochmal ganz gut was kosten lassen.

    Unsere Bachelorstudenten wirken allgemein ziemlich gestresst und unsere Professoren schimpfen immer, dass deren Stundenplan schon sehr voll sei und z.B. zusätzliches Geld verdienen sehr erschwert wurde im Vergleich zum Diplomstudiengang. Ein Semester verkürzen ist mit viel Arbeit aber wahrscheinlich schon drin. Kommt mit Sicherheit auch etwas auf die Uni an.

    Ich schieb die Ausbildung noch vor mir her. Ich hab jetzt mein Psychologiestudium beendet und fang jetzt erst mal das Arbeiten an um Praxiserfahrung zu sammeln (unter anderem auch mit dem Hintergedanken, dass ich falls ich mich doch noch zur Ausbildung entschiede bessere Karten auf eine bezahlte Stelle hab). Für mich kommt allerdings wenn Ausbildung nur die als KJP in Frage, obwohl das für Psychologen eher ungewöhnlich ist.

  5. #5
    Alter Hase
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    Du wirst wahrscheinlich insbesondere an einer privaten Uni sogar einen Psychologie-Master finden, den du mit Sozialpädagogik-Diplom absolvieren kannst. Daß du nach dem Master ohne vollständiges Psychologie-Studium (Bachelor + Master inkl. klinischer Psychologie) die Zulassung zu einer Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten bekommst, die durch das (bundeslandabhängige) Landesprüfungsamt erfolgt, ist aber nach dem jetzigen Stand sehr unwahrscheinlich. Da die Therapeuten-Ausbildung bzw. die Anforderungen einem ständigen Wandel unterworfen sind, kann es durchaus sein, daß es irgendwann mal reichen würde, wenn es aus irgendwelchen Gründen politisch gewollt ist, aber zur Zeit sieht es überhaupt nicht danach aus.

    Der Weg zum Psychologischen Psychotherapeuten würde also noch ein vollständiges Psychologie-Studium als Zweitstudium bedeuten.

    Zu dem Psychologie-Studium müßtest du erst noch zugelassen werden, was als Zweitstudium auch gar nicht einfach ist. Der realistischste Weg, wenn es unbedingt der psychologische Psychotherapeut sein soll, dürfte ein berufsbegleitender Psychologie-Bachelor an der Fernuni Hagen über mindestens 3 Jahre sein und dann weiter so wie in diesem Thread angedeutet. Eventuell ließe sich die Zeit für den Master (mindestens 2 Jahre) ja mit irgendwelchen Kindererziehungszeiten kombinieren, wenn es denn so in deine Lebensplanung paßt. Danach aber noch die brotlose Psychotherapeuten-Ausbildung, also es wird in jedem Fall ein sehr langer und bestimmt aufwändiger Weg von mindestens 8 Jahren. Und das nur, damit du auch Erwachsene behandeln darfst und nicht nur Kinder und Jugendliche.

    Du könntest ja mal das Psychologie-Fernstudium anfangen, um dann in den ersten zwei Semestern zu sehen, ob dir das nicht sogar neben der Arbeit Spaß machen würde und eine Bereicherung darstellt, oder ob es zu viel Mühe ist.
    Geändert von bwlstudent (20.09.2012 um 14:34 Uhr)

  6. #6
    Urgestein Avatar von Sophia °
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    .
    Geändert von Sophia ° (21.04.2014 um 12:27 Uhr)
    Paris, je t'aime!

  7. #7
    Ureinwohnerin Avatar von herz
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    danke euch erstmal. ich muss mal ne runde nachdenken.

    das mit dem fernstudium klingt vom prinzip her gut, aber ich glaube, ich brauche ne uni in meiner stadt. vielleicht habe ich aber auch falsche vorstellungen von fernuni. allerdings, in dem link steht das mit wechseln. das wäre auch nicht schlecht dann, wobei das hier wahrscheinlich alles so überlaufen ist...
    frühstücke
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  8. #8
    Regular Client Avatar von Hildekind.
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    du musst dir echt bewusst machen, was für ein krasser zeitlicher und vor allem auch finanzieller aufwand das ist. du kannst da locker mit zusätzlichen acht jahren rechnen (ohne bzw. mit sehr geringem einkommen, auch in der pp-ausbildung, die ja sowieso einige tausend euro kostet) und das nur, damit du auch erwachsene behandeln kannst. im studium werden auch sehr viele inhalte behandelt, die nichts mit deinem berufswunsch zu tun haben.

    außerdem musst du bedenken, dass du quasi wirklich nochmal bei null anfängst wie deine 19-jährigen kommilitonen. falls du einen kinderwunsch hast muss der natürlich auch in die planung einbezogen werden, was die ganze ausbildungszeit noch weiter in die länge ziehen könnte. ich glaube, man braucht für dieses vorhaben wirklich sehr viel motivation und durchhaltevermögen.
    Fear cuts deeper than swords.

  9. #9
    Regular Client Avatar von alabaster
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    herz, wie ist es denn bei dir weitergegangen? würde mich voll interessieren.
    she is so cold I bet she has her period in cubes

  10. #10
    Regular Client Avatar von vanille
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    eine sache vielleicht noch, die hier bisher nicht zur sprache gekommen ist -
    es gibt mittlerweile mehrere bundesländer, in denen die doppelte approbation vereinfacht wurde, das heißt: wenn du approbierter kjp-therapeut bist, kannst du mit einem jahr zusatz die pp-approbation draufsatteln (umgekehrt genauso). sehr gut möglich, dass dieser weg nur für psychologen offen ist, aber könnte ja sein.. du darfst mit ein bisschen glück ja immerhin in die kjp-ausbildung rein als sozialpädagogin. nachfragen kannst du ja mal.

    und: der ba-abschluss an der fernuni ist so ne sache, viele unis nehmen die absolventen nicht in ihre masterprogramme. und ausbildungsplätze sind damit vermutlich auch sehr sehr schwer zu kriegen, außer du bist örtlich komplett flexibel.

    und vielleicht das noch als gedanke: letztendlich sind therapeuten mit kjp-approbation und pp-approbation komplett gleichgestellt, die ausbildung ist gleich lang, teuer und aufwändig. manchmal wundert mich, warum leute denken, die sache wäre weniger komplex oder ernstzunehmen im kjp-bereich.
    It's only blood from broken hearts.

  11. #11
    Ureinwohnerin Avatar von chaosmädchen
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    AW: liebe therapeuten, psychologen, sozialpädagogen, psychiater

    Und vielleicht noch als Ergänzung: in vielen Bundesländern (und die bestrebung geht Richtung bundesweit für alle nicht-psychologischen studiengänge) ist es seit 2014/5 nicht mehr möglich, mit sozpäd-Studium eine kjp-Ausbildung zu beginnen und auch uni-PädagogInnen haben am Kliniken zunehmend größere Probleme, einen pflicht-Platz zu bekommen,weil psychologInnen bevorzugt genommen werden.

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