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Thema: einsamkeit

  1. #1
    Fresher Avatar von hiwi
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    einsamkeit

    ich habe schon seit jahren ein wirklich bohrendes problem: ich bin sehr einsam.

    es gab und gibt immer wieder phasen, in denen es besser läuft, wenn ich zb. sehr viel von außen zu tun habe, aber grade kommt es wieder sehr hoch, weil ich in einer neuen stadt einen neuen lebensabschnitt begonnen habe (studium) und da wegen meines alters und meiner vorerfahrungen schon ein wenig raussteche.
    ich bin in einer stadt, die nicht sehr viel zu bieten hat. man muss sich hier selbst drehen.
    und genau da liegt das problem für mich: ich bin seit jahren mal wieder nicht chronisch gefordert, habe sehr viel zeit und freiraum. eigentlich habe ich mir das sehr gewünscht und genieße es irgendwie auch, aber trotzdem komme ich mit der leere, mit dem zurückgeworfensein auf mich nicht richtig zurecht.

    wenn ich unter der woche uni habe, geht es, ich funktioniere, doch wenn ich dann frei habe, dann kann ich mich kaum strukturieren und konzentrieren. ich mache effektiv nicht viel.

    ja, noch dazu habe ich im letzten jahr ziemlich viele beziehungsrückschläge erlitten: trennung von einer längeren beziehung und dann mehrmals annäherungen, die dann von der gegenseite abgebrochen wurden. das alles nagt sehr an meinem ego und sorgt natürlich auch nicht dafür, dass ich selbstbewusst und zufrieden an neue leute herangehe.
    ich musste mich bisher ziemlich überwinden, kontakte zu knüpfen. manchmal klappt es, manchmal nicht.
    ich merke, dass es mir besser geht, sobald da jemand ist.

    mir fehlt ein partner sehr. gleichzeitig habe ich gemerkt, wie ich mich auch wahllos in geschichten reingesteigert habe, nur um nicht allein zu sein. die dann nicht funktionierten.

    wisst ihr, wie man besser damit umgehen kann? mir fällt es sehr schwer, das grade, diese ganzen unsicherheiten, leerzeiten einfach so hinzunehmen und mich davon nicht unterkriegen zu lassen.
    ich versuche mich auf das studium zu konzentrieren und überlege, wo ich vllt interessen habe, die ich an mir noch nicht kannte.

    dazu sei mal gesagt, dass ich das auch erst seit diesem jahr so klar benennen kann. ich glaube, ich habe das auch schon in meiner teeniezeit sehr doll gefühlt, diese einsamkeit und bedürftigkeit, nur habe ich es damals gar nicht bemerkt und war ziemlich blind unterwegs für meine eigenen bedürfnisse und auch die anderer menschen.

  2. #2
    Member Avatar von Sungreen
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    AW: einsamkeit

    Ich denke, ich kann nachvollziehen wie Du dich fühlst. Mir geht es streckenweise genauso, zumal ich vor kurzem in eine neue Stadt gezogen bin und mich zwar auf diesen Neuanfang gefreut habe, aber mir fehlt ein Freundeskreis, bzw. schon eine nette Bekanntschaft, mit der ich etwas unternehmen kann.

    Mir helfen, wenn ich mich einsam fühle:
    - Akzeptieren, dass es in diesem Moment so ist (klingt total doof, aber allein durch das Bennenen geht es mir meistens schon wieder etwas besser)
    - Ich habe eine Liste mit Dingen, die ich in so einem Moment auch alleine machen kann und die ich mit dem Satz "So, jetzt mache ich es mir schön" beginne. Das holt mich meist aus dem Gefühl heraus und gibt mir Energie.
    - Falls mich doofe Gedanken überrennen, schreibe ich sie auf, um sie aus dem Kopf zu haben.

    Diese Strategien klappen mal mehr mal weniger, aber wenn nicht, dann ist das halt so (siehe Punkt 1) und ich versuche mich dann dafür nicht auch noch runter zu machen.
    Take a break from all I know
    Just sit back and let it flow
    Then I found I've broken through
    To the light again

  3. #3
    Member
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    1.585

    AW: einsamkeit

    Tut mir leid zu hören, dass es dir so geht!

    Ich kann das ein bisschen nachvollziehen - ich habe zu meiner Familie quasi gar keinen Kontakt mehr. Dafür habe ich zum Glück viele und tolle Freunde/Freundinnen. Das hilft mir einerseits schon sehr, in Krisenzeiten nagt es aber doch an mir, dass die Säule "Familie" bei mir so ganz fehlt. Ich versuche dann, mich auf die bestehenden Beziehungen zu konzentrieren und da vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit und Energie zu investieren. Vielleicht kannst du das auch versuchen? Das Risiko ist natürlich, dass man dann diese Beziehungen eventuell "überlastet", das musst du im Einzelfall gucken...
    Gibt es vielleicht zusätzlich etwas, das du schon die ganze Zeit machen wolltest, als du in einer Stressphase warst? Ich weiß nicht, Sport, Bücher lesen, eine Sprache lernen, mehr (in Deutschland) reisen.. Dann wäre doch jetzt eine gute Gelegenheit, das umzusetzen!
    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!

  4. #4
    Stranger Avatar von Simsa
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    AW: einsamkeit

    Mir gehts auch so. Das Problem ist nicht, dass ich keine Familie oder Freunde habe. Sie wohnen nur alle weiter weg und ich kann mich an meinem Wohnort nicht gut integrieren.

  5. #5
    Stranger
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    15

    AW: einsamkeit

    Ich kann dich verstehen. Werde bald auch in eine neue Stadt mit wenig Kontakten ziehen und werde versuchen, Sportkurse zu belegen, in denen man nicht allein ist. Damals in der uni habe ich auch durch einen Sprachkurs neue Kontakte knüpfen können. Was mir auch geholfen hat, ist einfach mit bestehenden Kontakten zu skypen oder falls das Budget das zulässt, einen Ausflug zum alten Freundeskreis zu machen oder an die Leute zu denken, die man hat. Du bist bestimmt ein toller Mensch, und in den seltesten Fällen ist man wirklich allein.

  6. #6
    Fresher Avatar von hiwi
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    AW: einsamkeit

    vermelde etwas besserung, nachdem die feiertage nochmal ziemlich reingehauen haben.
    die erste januar woche war ich für mich, hatte auch von außen etwas zu tun (neuer teilzeit-job) und war mit mir im reinen. ich konnte das alleinsein genießen und habe es eher als beruhigung und kräftesammeln empfunden, als als stress.

    ich hab mitbewohner, also faktisch bin ich nicht allein, aber es fehlt mir eine beständige bezugsperson an meinem ort hier.
    klar, ich habe ein paar gute freunde, aber die wohnen alle nicht hier, bzw. meine beste freundin sogar temporär in einem anderen land.
    vllt geht es euch auch so: je älter ich werde, desto vorsichtiger werde ich bei beziehungsanbahnung. ich brauche da extrem lange: mitbewohner sind eben mitbewohner, komilitonen sind sowas wie kollegen, aber richtige freunde zu finden, das is schwer. zumal ich eh nich so der gruppenmensch bin.

  7. #7
    Regular Client Avatar von Brockenhexe
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    AW: einsamkeit

    hiwi, schön dass es dir etwas besser geht ☺
    Du schreibst zwar dass du nicht so der
    Gruppemensch bist, aber hast du schonmal über ein Ehrenamt o. ä. nachgedacht? Du hättest Zerstreuung und sicher die Möglichkeit lockere Bekanntschaften zu schließen und vielleicht ergeben sich ja gerade auch daraus neue Freundschaften.
    Jemand sieht dich lächeln ☆♡

    "Der Apfel schmeckt nach Eistee"
    (Kevin, 19 - isst einen Pfirsich)

  8. #8
    Enthusiast Avatar von velove
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    AW: einsamkeit

    Was genau macht Einsamkeit für dich aus?
    Ich finde es irgendwie wichtig, diese Sehnsucht ein bisschen näher zu verstehen.
    Ist es z.B. eher eine Person, mit der du tiefgehende Gespräche führen kannst? Oder ist es der körperliche Kontakt zu einem Partner, der dir fehlt?
    Unter Umständen kann man sich ja, wenn einem das genauer klar ist, auch einfacher danach suchen und vielleicht diesen "einen Teil" besser erfüllen.

    Grundsätzlich finde ich aber auch den Ansatz der TE davor gut, dies einfach mal zu benennen und auszuhalten.

    Ich glaube, dass viele Menschen sehr viel Zeit "einsam" verbringen und es wichtig ist, dies nicht nur als Belastung wahrzunehmen, sondern einfach als natürliche Erscheinung: die Momente, in denen wir mit jemand anderem so "eins" sind, dass keinerlei Einsamkeit mehr übrig sind, sind meines Erachtens nach rar.
    Deswegen bin ich für: wahrnehmen, spüren und sich selber zu schätzen wissen. Klingt pathetisch, meine ich aber so. Für sich selber da zu sein, kann sich sehr friedlich anfühlen.

  9. #9
    Fresher Avatar von hiwi
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    AW: einsamkeit

    jetzt vermelde ich verschlechterung

    es ist auch vllt gar nicht so sehr einsamkeit wie eher innere leere. mit dem "alleinsein", damit komme ich klar. es ist eher so ein umgreifendes, grundlegendes gefühl von isoliertheit und dem gefühl, "dass da nichts ist".
    und das fällt mir natürlich dann am meisten auf, wenn kein input von außen kommt, wenn da gerade niemand ist.

    mit den teilbereichen, ja, das habe ich auch schonmal bemerkt und versuche da auch wacher für zu sein, also so in die richtung, dass nicht jeder mensch alle bedürfnisse in mir befriedigen muss. sondern dass es okay ist, kollegen, mitbewohner usw. zu haben.

    das grade auszuhalten, ja, das ist so schwer. ich fühle mich manchmal wie gelähmt, angesichts der leere, die gefüllt werden will. wie soll ich das denn schaffen?

  10. #10
    gelöscht

    AW: einsamkeit

    Also mir gehts genau so, mir war es erst nur unangenehm zu antworten.
    Und außerdem habe ich keine Lösung.
    Ich finde nicht mal, dass "unter Leute gehen" "sich ein Hobby suchen" eine Lösung ist, man vermisst ja Menschen die einem wirklich wichtig sind und es ist einem nunmal nicht jedes neue fremde Gesicht gleich total wichtig, das dauert.. bei mir zumindest.. Monate. Und lässt sich auch nicht erzwingen, manche Leute bleiben einem einfach egal.
    Am Wochenende hatte ich sogar Besuch, und habe mich trotzdem einsam gefühlt, ich war einfach traurig. Habe es bestimmt gut überspielt, und sicher wäre es mir noch schlechter gegangen, wenn sie nicht dagewesen wären. Aber ich war einfach einsam. Und es nimmt gerade gar kein Ende.

    Sehr hilfreich, ich weiß.

  11. #11
    Fresher Avatar von hiwi
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    AW: einsamkeit

    für dich, für mich:


  12. #12
    Junior Member Avatar von sommerlinde
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    522

    AW: einsamkeit

    Zitat Zitat von hiwi Beitrag anzeigen
    es ist auch vllt gar nicht so sehr einsamkeit wie eher innere leere.
    das klingt eher nach einer existenzielle Frage, die nach dem "Sinn des Lebens".
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  13. #13
    Fresher Avatar von hiwi
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    AW: einsamkeit

    Es gibt nun eine Gruppe:
    Lonely Souls Club Band

    Freue mich über regen Austausch..

  14. #14
    Stranger
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    Unglücklich AW: einsamkeit

    Ich kenn das auch! Bin zum Studieren ca 6 Stunden weit weg gezogen und fühl mich so oft komplett allein in meiner Wohnung. Ist nicht so, dass ich keine Freunde hab. Aber ich hab das Gefühl niemand ist so richtig für mich da

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