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  1. #121
    Addict Avatar von Caly
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    AW: Notaufnahme oder warten

    @Antiheld_in: Es stand eine Diagnose im Raum und ich wurde mit entsprechenden Medikamenten ausgestattet. Nichts hat geholfen und meine Schmerzen wurden immer schlimmer und schlimmer, mein Hausarzt konnte sich das nicht erklären und hat mich zum Orthopäden geschickt. Der kam auf dieselbe Diagnose, konnte sich aber nicht erklären warum die Schmerzmittel nicht wirken und hat daher ein MRT angeordnet. Beim MRT kam dann heraus, dass die Diagnose komplett daneben war und ich die Mittel noch Wochen hätte nehmen können, ohne Besserung. Durch den früheren Termin wurde eben sechs Wochen eher nach einer anderen Diagnose geforscht (was vorher nicht denkbar gewesen wäre, schließlich MUSS es ja xy sein), ich musste sechs Wochen kürzer abartige Schmerzen aushalten (was mir als Grund für einen schnellen Termin ehrlich gesagt reicht) und ich habe mir sechs Wochen lang heftige, aber total unpassende Medikamente gespart. keine Ahnung, ob mich eine Nebenwirkung erwischt hätte oder nicht, aber gesund wäre es vermutlich nicht gewesen.

  2. #122
    Get a life! Avatar von Schnelmi
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    Zitat Zitat von Rumpelstiltskin Beitrag anzeigen
    Diskutieren wir hier eigentlich über Inhalte oder linguistische Feinheiten in der Ausdrucksweise (Das System ist Dreck vs Das System ist teilweise Dreck?). Geht's echt um die Pauschalisierung?
    ja, weil es ein großer unterschied ist, zu sagen, ich finde das system so komplett scheiße (dann wäre die alternative zb. ein ein-kassen-system oder deutlich höhere privatisierungsraten) oder "ich finde, es gibt dinge, die im system nicht gut laufen". als jemand, der schon patientin in verschiedenen systemen war, kann ich sagen, dass diese unterscheidung wichtig ist und wenn wir über das system ansich diskutieren, dann war das deutsche system für mich am patientenfreundlichsten mit den wenigsten zusatzkosten. das war meines erachtens das, was die meisten sagen wollten.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  3. #123
    Ureinwohnerin Avatar von Chisa
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    AW: Notaufnahme oder warten

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    wobei das aber das system der NHS in england ist und das funktioniert deutlich schlechter als unser system.

    hm, ne? das nhs wird aus steuergeldern finanziert und nicht über das sozialversicherungssystem. und das macht schon einen großen unterschid in bezug darauf, was für schraben man hat, an denen man drehen kann. es gibt ja auch so gesehen im uk keine gesetzlichen krankenkassen, sondern nur das nhs.

    und soweit ich weiß, gibt deutschland, gemessen am bip, auch mehr für gesundheitsbelange aus als das uk (siehe z.b. hier: Health expenditure, public (% of GDP) | Data).

    edit: mit bürgerversicherung meinte ich auch nicht, dass es nur noch eine kasse geben sollte, in die dann alle einzahlen müssen, sondern dass jeder mitglied einer gesetzlichen kasse sein muss. also quasi die aufhebung des dualen systems. im bereich der grundversorgung. das war vielleicht in meinem ersten post etwas missverständlich ausgedrückt.
    Geändert von Chisa (12.10.2017 um 18:31 Uhr)

  4. #124
    Get a life! Avatar von Schnelmi
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    ich meine, auf meinem gehaltsscheck steht NHS gesondert als beitragszahlung drauf. ich glaube, die idee ist schon auch ne art bürgerversicherung, aber ja, die ist chronisch unterfinanziert. aber denen fehlt hier auch zb. so ein fachärztesystem wie bei uns.

    edit: aber mit bürgerversicherung meinst du quasi abschaffung der privaten kassen, oder? das finde ich prinzipiell auch gut.

    editedit: ok, steht doch keine NHS auf dem gehaltszettel, hab ich mit meiner rentenzahlung verwechselt.
    Geändert von Schnelmi (12.10.2017 um 18:55 Uhr)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  5. #125
    V.I.P. Avatar von Rumpelstiltskin
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    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    ja, weil es ein großer unterschied ist, zu sagen, ich finde das system so komplett scheiße (dann wäre die alternative zb. ein ein-kassen-system oder deutlich höhere privatisierungsraten) oder "ich finde, es gibt dinge, die im system nicht gut laufen". als jemand, der schon patientin in verschiedenen systemen war, kann ich sagen, dass diese unterscheidung wichtig ist und wenn wir über das system ansich diskutieren, dann war das deutsche system für mich am patientenfreundlichsten mit den wenigsten zusatzkosten. das war meines erachtens das, was die meisten sagen wollten.
    Da ich schon gestern, meine ich, geschrieben habe, dass die Grundversorgung ja auch verhältnismäßig gut klappt und ich die Aussage "Alles Dreck" damit natürlich gleichzeitig relativiere und ich darüber hinaus vorhin noch schrieb, ich kann meine Kritik auch umformulieren (Frechheit), frage ich mich, worüber wir uns hier eigentlich unterhalten?
    Constantly talking isn't necessarily communicating.

  6. #126
    Ureinwohnerin Avatar von Chisa
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    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    ich meine, auf meinem gehaltsscheck steht NHS gesondert als beitragszahlung drauf. ich glaube, die idee ist schon auch ne art bürgerversicherung, aber ja, die ist chronisch unterfinanziert. aber denen fehlt hier auch zb. so ein fachärztesystem wie bei uns.

    edit: aber mit bürgerversicherung meinst du quasi abschaffung der privaten kassen, oder? das finde ich prinzipiell auch gut.

    ja, es gibt wohl noch so einen versicherungsbeitrag, aber der ganz überwiegende teil kommt immer noch aus allgemeinen steuern (ca. 80%: How the NHS is funded | The King's Fund).

    ob es überhaupt einen dezidierten arbeitgeberbeitrag gibt, weiß ich nicht. aber selbst wenn, dann kann der ja nicht allzu hoch sein, so wie sich die finanzierung des nhs zusammensetzt.

    ja, genau. also keine private versicherung für den bereich der allgemeinen, bzw. grundversorgung halt sondern da müssen alle in eine der gesetzlichen. private zusatzversicherungen sollten schon noch erlaubt bleiben. das ist auch das modell, was normalerweise gemeint ist, wenn über "bürgerversicherung" diskutiert wird.
    Geändert von Chisa (12.10.2017 um 19:01 Uhr)

  7. #127
    Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    Zitat Zitat von lorella Beitrag anzeigen
    Dass in den 80ern das System noch besser funktioniert hat, glaub ich auch.
    Mein Beispiel bezog sich auf das Jahr 2002/03. Ich bin erst 25.

    Ich kann die vielen schlechten Erfahrungen hier auch einfach nicht teilen. Ich hatte es natürlich schon ein paar Mal, dass ich Ärzte durchtelefoniert habe und abgelehnt wurde bzw. erst Termine in Monaten bekommen habe. Aber wenn ich etwas akutes hatte, bin ich dann letztendlich einfach in eine Praxis gefahren und wurde da nicht abgelehnt. (Würde das passieren, würde ich das vermutlich der Ärztekammer melden oder so.)
    In der Notaufnahme war ich auch ein paar Mal, da wurde ich dann immer sofort geröntgt. (Was mir immer eher unheimlich war - ich hatte dazu mal einen Thread, weil ich so oft geröntgt wurde in meinem Leben)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  8. #128
    V.I.P. Avatar von Rumpelstiltskin
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    Ich weiß gar nicht, warum sich hier alle so in ihrer persönlichen Ehre angegriffen fühlen.

    ICH habe schlechte Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem gemacht. ICH bin deswegen alles andere als begeistert davon. Dass andere Leute gute Erfahrungen machen, spreche ich doch niemandem ab. Gesteht mir doch aber im Gegenzug auch meine Meinung zu und akzeptiert, dass ich schlechte Erfahrungen gemacht habe.

    Ich freue mich ja für euch, dass es bei euch immer so super läuft, wenn ihr mal Arztbedarf habt. Aber das geht halt nicht allen so.

    Ich fühle mich hier echt wie vor nem Erschießungskommando.

  9. #129
    Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    Hier ist der Link zu der Studie. Lädt ewig, nicht wundern.
    Die Studie guckt auf Mortalität, d.h. wirklich auf schlimmstmöglichen Ausgang. Das deckt natürlich keine nicht-lebensbedrohlichen Schmerzen ab, auch wenn das die Lebensqualität massiv einschränkt.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  10. #130
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    Weil hier so viele über MRT jammern: ich habe 2x noch für den selben Tag Termine angeboten bekommen, als Kassenpatient. Das war in großen Zentren in München und in Hamburg.
    Nur als Tip, ich musste auch zwei Stunden hinfahren, aber da war es wirklich kein Problem. Irgendeine Grossstadt ist ja eigentlich für jeden erreichbar.
    Mach einfach Dein Ding. Irgendjemand findet es eh scheisse.

  11. #131
    V.I.P. Avatar von *Eve*
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    Zitat Zitat von Louja Beitrag anzeigen
    Ich habe jahrelang in der Notaufnahme gearbeitet und es werden nicht mal Leute mit Fußpilz (!) weggeschickt. Das ist gar nicht erlaubt ohne Arztkontakt, bzw. es passiert einfach nicht.
    Ich weiß nicht was bei der Vergewaltigungsgeschichte los war, ich kann mir keinen Kollegen vorstellen, der jemanden mit sowas wegschickt. Nie erlebt. Unvorstellbar für mich.
    Kann ich alles so unterschreiben.

    Bei letzterem denke ich wohl, da hat jemand von der Pflege triagiert, der dringend eine Weiterbildung bräuchte.
    Herzrasen kann man nicht mähen.

    "Gestört und vorbelastet, dunkel und verdreht..."

  12. #132
    Enthusiast Avatar von pilzfee
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    an Rumpelstiltskin: Ich kann deine Erfahrungen leider absolut nachvollziehen (sag ich als jemand, der schon über ein Jahrzehnt chronische Schmerzen, ne seltene schwerwiegende Erkrankung und psychische Erkrankungen hat), ich könnte wirklich viele krasse Geschichten erzählen, die ich in unserem ach so tollen Gesundheitssystem erlebt habe; auch deinen Eindruck, dass du hier wegen deiner Haltung angegangen wirst (ging mir mal ähnlich in nem Thread wo es um Homöopathie ging). Ich nehm das nicht allzu ernst, ist eben typisch bym und wenig empathisch, ich kenn schon einige, die sich deswegen hier abgemeldet haben.
    Ever tried.
    Ever failed.
    No matter.
    Try again.
    Fail again.
    Fail better.

  13. #133
    V.I.P. Avatar von Rumpelstiltskin
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    @pilzfee:

  14. #134
    Addict Avatar von SarahYasemin
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    Zitat Zitat von Rumpelstiltskin Beitrag anzeigen
    Ich fühle mich hier echt wie vor nem Erschießungskommando.
    Oh mir kommen gleich die Tränen.

    Wenn du das so unangenehm findest, solltest du dir Erstschläge in Form von "jemand der so redet hatte ja wohl offensichtlich noch nie richtige Schmerzen" halt sparen.

    Glashaus und so, nicht wahr?

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