Heimweh ist Silber - Fernweh ist Gold

Fernweh war ständiger Begleiter. Bis zum Auszug hast du die Tage gezählt. Endlich raus ins neue Leben! Doch plötzlich schmerzt es in deinem Herzen und du denkst: "Zuhause ist es doch am schönsten." Ein klassischer Fall von Heimweh hat dich gepackt. Was Heimweh eigentlich ist und wie du damit am besten umgehst, liest du hier.

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Von Heimweh überrascht

Endlich! Das Abi in der Tasche und einen Studienplatz bekommen. Das Gefühl von Freiheit kribbelt dir im Bauch, alles was du willst, ist raus in die weite Welt und das Leben genießen. Fernab von allem Bekannten. Weit weg vom öden Alltagstrott. Doch als du die Eltern schließlich aus deinem neuen WG-Zimmer geschoben und weggewunken hast, klettert ein beklemmendes Gefühl in dir hoch. Irgendetwas schnürt dir die Kehle zu und vermiest dir deinen ersten Abend allein. Allein! Ja genau. Heimweh macht dir jetzt zu schaffen.

 

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"Ich habe, als ich endlich in Hamburg angekommen bin, nie mit Heimweh gerechnet. Ich war auf alles vorbereitet, aber nicht auf das Gefühl plötzlich doch lieber Zuhause sein zu wollen", berichtet Anni, 24 Jahre alt und Studentin der Bekleidungstechnik, über ihre erste Heimweh-Erfahrung. Das Gefühl von Heimweh erleiden viele Erstis beim Studienstart in einer neuen Stadt. Die meisten reden nicht darüber. Heimweh gilt als uncool und kindisch. Dabei ist es völlig normal mit einer so fundamentalen Veränderung, wie dem Umzug in eine fremde Stadt, auch ein wenig melancholisch zu werden und das frühere Zuhause zu vermissen.

 
Was ist Heimweh überhaupt?

Heimweh ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Der Schweizer Mediziner Johannes Hofer veröffentlichte 1688 seine Dissertation Heimweh als Krankheit. Er sah die Krankheit als psychisch-physiologische Folge eines Umgebungswechsels. Daher wird Heimweh auch heute noch als Schweizer Krankheit bezeichnet. Ob Heimweh aber wirklich eine Krankheit ist, wird auch heute noch kontrovers diskutiert. Viele Mediziner sehen Heimweh mehr als einen Zustand an. Heimweh-Betroffene leiden meist unter Appetitlosigkeit und Antriebsschwäche. Dem Heimweh-Kranken scheint Zuhause alles, vom Essen bei Mama bis zur Luft am Heimatort, viel besser. Manchmal kann sich ein psychisches Leiden einstellen und zu einer kleinen Depression heranwachsen - zum Beispiel bei Soldaten oder Exilanten in der Fremde.

 
              
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