Fotostrecke: Engelchen oder Teufelchen: Welche Promis wirklich "öko" sind - und welche nicht!
Wenn es um die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit geht, sind viele Prominente ganz vorn mit dabei. Doch der Schein trügt.
Öko-Engel: Natalie Portman
Nicht Leonardo DiCaprio ist der Öko-Promi Nummer eins, sondern Natalie Portman. Die Internetseite www.grist.org wählte die Schauspielerin im vergangenen Jahr an die Spitze der prominenten Umweltschützer. Mit acht Jahren verzichtete die heute 27-Jährige erstmals auf den Genuss von Fleisch und besang in einem Kinderchor die positiven Aspekte des Recyclings. Mit ihrer Weigerung, Leder, Fell oder auch Federn zu tragen, macht sie den Kostümbildnern ihrer Filme das Leben schwer. Aber Not macht erfinderisch und so hat Portman eine eigene, vegane Schuhkollektion auf den Markt gebracht. Von den 125 Euro pro Paar Ballerinas sieht sie selbst nichts, das Geld fließt ausschließlich in die gemeinnützige Umweltschutz-Organisation "The Nature Conservancy".
Öko-Sünder: Katie Holmes und Tom Cruise
Bei "TomKat" läuft ja bekanntlich so einiges anders ab. Ob bei Scientology auch der braune Daumen gepredigt wird, wissen wir nicht. Jedenfalls benimmt sich das sonst so fromme Schauspielerpaar in Sachen Umweltschutz äußerst sündhaft: Aus Prinzip wird kein Linienflieger bestiegen, stattdessen nutzen Tom Cruise und Katie Holmes einen ihrer drei (!) Privatjets. Auch zum Einkaufen im Supermarkt. Umweltschützer haben daher einen schönen Spitznamen für die beiden gefunden: "Emission Impossible".
Öko-Engel: Cosma Shiva Hagen
Ihr politisches Engagement hat sie wohl von Mama Nina geerbt, die macht sich gern im Bundestagswahlkampf der Grünen stark. Cosma Shiva Hagen hat im vergangenen Mai ihre erste Gastro-Galerie in Hamburg eröffnet, die "Sichtbar im Elbrausch". Neben Kunst und Club-Kultur gibt es Fair-Trade-Kaffee und Kuchen. Die Schauspielerin ist darüber hinaus auch Baumwoll-Patin für "TransFair", eine Organisation, die sich für fairen Handel einsetzt.
Öko-Sünder: Paul McCartney
Mit seiner Ex-Frau Heather Mills hat Sir Paul McCartney auf das brutale Abschlachten von Robbenbabys aufmerksam gemacht. Und auch seine Ankündigung, künftig mit einem Hybrid-Auto statt mit der Riesenlimousine durch London zu kutschieren, ist durchaus ehrenhaft. Leider hat die Sache einen schmutzigen Haken: Der Multi-Millionär ließ sich sein kleines Wägelchen eigens einfliegen, aus Japan. Damit verursachte er mehr Abgase, als er mit dem Auto jemals einsparen kann.
Öko-Engel: Summer Rayne Oaks
Den hippie-esken Namen könnte man für einen geschickten Marketing-Trick halten, ist er aber nicht. Summer Rayne Oaks kam an einem regnerischen Sommertag zur Welt - und das hat ihre Mutter zu diesem Namen inspiriert. Seit ihrer Kindheit engagiert sich Summer Rayne Oaks für die Umwelt. Als ihr während des Studiums keiner ihrer Mitbewohner zuhören wollte, wenn sie von verschmutzten Naturidyllen sprach, dachte sie sich: "Wenn ihr mir schon nicht zuhören wollt, vielleicht seht ihr mich dann wenigstens an!". Das wirkte. Summer Rayne begann zu modeln, legte von Beginn ihrer Karriere Wert darauf, nur für Firmen zu arbeiten, die "grün" sind. Das brachte ihr den Beinamen "Öko-Model" ein. Mittlerweile hat sie eine eigene Firma, die Umwelt-Beratung anbietet.
Öko-Sünder: Madonna
Popstar Madonna inszeniert sich gerne als Gutmensch: Sie adoptiert Kinder aus Malawi, um ihnen eine bessere Zukunft zu bieten. Auch bei "Live Earth", dem Konzert-Event gegen den Klimawandel von Al Gore, stand sie auf der Bühne. Privat sieht es bei der Pop-Queen allerdings alles andere als grün aus. Da sie nie weiß, wohin der Wind sie trägt und welchen Yogakurs es zu besuchen gilt, wartet vor ihrem Haus rund um die Uhr ihr Chauffeur in einer ihrer drei Luxuslimousinen. Bei laufendem Motor, versteht sich.
Öko-Engel: Isabella Rossellini
Sie ist wunderschön und heiß begehrt. Die Kombination der Worte Porno und Isabella Rossellini dürfte bei vielen Männern das Kopfkino in Gang setzen. Allerdings hat die Schauspielerin für "Green Porno" hinter der Kamera gestanden und Regie geführt. Vor der Kamera hat sie sich als Insekt verkleidet. "Green Porno" sind acht Kurzfilme über das Liebesleben kleiner Krabbler und Kriecher. Zu ihrer Intention sagte Isabella Rossellini: "Ich wollte die Leute zum Lachen bringen. Aber dann sollten sie innehalten und sagen: 'Wow, das hatte ich ja noch gar nicht gewusst!' Das war meine 'grüne Intention': Die Menschen auf die Tierwelt aufmerksam zu machen." Zu sehen sind die Filme bei dem grünen Sender Sundance Channel.
Öko-Sünder: Arnold Schwarzenegger
Der Gouverneur von Kalifornien treibt den Umweltschutz in seinem Bundesstaat voran und hat sich seine riesige Garage mit umweltfreundlichen Autos vollgestellt. Dass ein unbenutzter Hybrid-Wagen noch lange nicht das Klima rettet, scheint Arnold Schwarzenegger jedoch nicht zu dämmern. Stattdessen fährt er weiterhin seine spritfressenden Hummer (sieben an der Zahl) und pendelt zwischen Los Angeles und Sacramento mit dem Privatjet. Zweimal wöchentlich bis täglich.
Öko-Engel: Eva Padberg
Das deutsche Topmodel Eva Padberg engagiert sich für UNICEF. Im Juni dieses Jahres protestierte sie vor dem Brandenburger Tor gemeinsam mit Aktivistinnen von UNICEF und TransFair gegen Kinderarbeit. "Millionen Mädchen schuften in der Landwirtschaft, in der Industrie oder privaten Haushalten - oft zehn oder zwölf Stunden täglich. Das ist gefährlich für ihre Gesundheit. Es nimmt ihnen jede Chance, zur Schule zu gehen. Es ist extrem unfair", so das Model. Für den deutschen Versandhandel OTTO hat Eva Padberg bereits einige Male in "fair fashion" posiert.
Öko-Sünder: Celine Dion
Wer viel hat, kann auch viel prassen. Nach diesem Motto scheint Diva Celine Dion zu leben. 2007 verschwendete die Sängerin in ihrem Anwesen in Florida sage und schreibe 24 Millionen Liter Wasser. Das ist 65-mal so viel, wie ein Durchschnittsbürger in Florida in einem Jahr verbraucht. Man könnte mit dieser Menge ein Jahr lang alle vier Minuten eine Badewanne füllen. Die Krönung dieses Luxus': In dem Jahr lebte Celine Dion noch nicht einmal in dem Haus.
Öko-Engel: Katie Melua
"Wenn viele Menschen sich im Kleinen engagieren, kann das einen großen Effekt haben", sagt die zierliche Sängerin. Katie Melua wollte mit 13 Jahren Politikerin werden und den Weltfrieden herbeiführen. Stattdessen wurde sie Popstar und besang "9 Million Bicycles". Allerdings: Auch in ihrer Freizeit fährt sie am liebsten Fahrrad. Sie sammelt Regenwasser im Garten und filtert es, bestellt Taxis nur bei einem Unternehmen, das mit Hybridwagen fährt, und dreht Energiesparbirnen in die Lampen. Das Umdenken setzte bei ihr beim Tauchen ein, als sie entdeckte, dass viele Korallenriffe durch Umweltverschmutzung bereits zerstört sind.
Öko-Sünder: Barbara Streisand
Auf ihrer Homepage schrieb Barbra Streisand über die Demokratie in Amerika, gegen Sarah Palin und für den Klimaschutz. Einzig ihr Handeln passt nicht zum geschriebenen Wort: Auf ihrer Konzerttour durch Europa benötigte die Entertainerin 120 Handtücher pro Auftritt sowie 13 Lastkraftwagen, um das Equipment quer über den Kontinent zu transportieren.
Öko-Engel: Bianca Jagger
Die Ex-Frau von Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger ist Vollzeit-Umweltaktivistin. Seit den 80er Jahren ist Bianca Jagger für Amnesty International tätig, vor Kurzem wurde sie Ratsmitglied des Weltzukunftsrates. Ihr politisches und umweltpolitisches Engagement ist biografisch begründet: Das ehemalige Fotomodel wuchs in Nicaragua auf und demonstrierte früh gegen die damalige Diktatur. Vor fünf Jahren wurde ihr für ihre Arbeit in Sachen Menschenrechte und Klimaschutz der Alternative Nobelpreis verliehen. Als treibende Kraft für ihr Engagement nennt sie unter anderem ihre Familie: "Wir können diesen Planeten retten. Ich tue das für die Zukunft der Menschheit und ganz konkret für meine Tochter und meine Enkelkinder."
Öko-Sünder: John Travolta
Für Hollywood-Stars gelten keine Klimaschutzregeln. Dieser Meinung scheint jedenfalls John Travolta zu sein. Seine Begründung, warum er selbst für kurze Strecken stets einen seiner fünf Privatjets auf die Startbahn lenken lässt: Er sei Entertainer. Ja, klingt plausibel.
Öko-Engel: Nina Hoss
Als "Die weiße Massai" sah man Nina Hoss gegen die Widrigkeiten in Afrika kämpfen. Im wahren Leben ist die Schauspielerin Sonderbotschafterin der Landerregierung Pará im Westen Brasiliens. Sie führt damit das Erbe ihres verstorbenen Vaters Willi Hoss, Gründungsmitglied der Grünen, fort. Ihr Vater baute für die Kaapo-Indianer im Regenwald Brunnen und Wasserleitungen. Für die Dörfer ohne Storm organisierte er Solarlampen. Nina Hoss reiste als kleines Kind mit ihrem Vater oft in das Gebiet.