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Die Vorbereitungen
Es sind noch 24 Stunden bis zu meiner großen Reise. Seit Wochen hetze ich durch die Gegend. Es gibt so viel zu tun: Visa beantragen, die Wohnung kündigen, mich auf dem Einwohneramt abmelden, zum Arzt gehen wegen der Impfungen. Ich kann nicht alles schaffen, nicht jeden sehen und drücken. Führerscheinprüfung hab ich auch noch. Alles in letzter Minute, es ging nicht anders. Meine zehn Kisten sind verstaut, lagern bis zum nächsten Jahr sicher und trocken. Nun bin ich offiziell obdachlos. Ich bin seit vierzehn Tagen bei Freunden untergekommen - und trainiere so schon mal das Leben on the road. Oft werde ich gefragt, wiesoweshalbwarum in aller Welt ICH (jung, weiblich, blond) dazu käme, auf Weltreise zu gehen. Und das allein.
Eigentlich fing alles vor einem Jahr an. Das Abi in der Tasche, guter Durchschnitt, den Kopf voller Ideen. Dann wurde meine Mutter sehr krank, und ich begleitete sie durch die Zyklen der Chemotherapie. Ich bin Meisterin im Suppekochen, Spazierengehen und Teetrinken geworden, aber auch im Zuhören, Reden und Trösten. Wenn ich nicht gerade bei ihr am Bett saß, arbeitete ich wie verrückt, um mich abzulenken.
Manchmal kellnerte ich zehn Tage am Stück lange Schichten, morgens früh raus oder bis spät in die Nacht. Und auf einmal wurde wieder alles anders: Meine Mutter beendete ihre Therapie erfolgreich, täglich ging es ihr besser. Natürlich war ich darüber froh und dankbar. Aber meine Aufgabe, mich um sie zu kümmern, hatte sich erledigt. Ich hing in der Luft. Orientierungslos. Etwas aus dem Konzept gebracht. Auf einmal gar nicht mehr sicher, wo es langgehen sollte.







