Auf der Suche nach den verborgenen Teilen Europas machte ich mich Anfang August 2005 auf den Weg zu einem Workcamp nach Montenegro. Ich hatte schon früher meine Liebe für die Balkanregion entdeckt, und nun wollte ich das kleine, unscheinbare Land südlich von Serbien kennen lernen. Schon während der Anreise mit dem Zug bekam ich einen ersten Eindruck von der Freundlichkeit der Bewohner. Auch wenn wir uns nicht verstehen konnten, versuchten die Menschen - häufig mit Händen und Füßen - Kontakt aufzunehmen und ihre Hilfe anzubieten.
Kathleen Zeidler
Genauso wie unser Bergführer Micó, ein Meister der nonverbalen Kommunikation. Ohne ein gesprochenes Wort konnte er uns ständig zum Lachen bringen. Im Camp wurde ansonsten Englisch gesprochen. Schließlich sollten sich alle zehn Teilnehmer aus Montenegro, England, Belgien, Dänemark, Finnland, Italien, Deutschland, Frankreich, Polen und Tschechien miteinander verständigen können.
Nach einer sehr kurzen Phase des gegenseitigen Beschnupperns sind wir ein tolles Team geworden. Unsere Aufgabe bestand darin, die Berge des Bjelasica-Gebirges zu erkunden, Wanderwege zu markieren und die tolle Landschaft auf digitalen Fotos festzuhalten. Langfristig sollen mithilfe dieses Materials Broschüren, Wanderkarten und Internetseiten entstehen.
Für Montenegro ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Doch er steht leider immer noch auf wackligen Beinen - eine Spätfolge des Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien. Schwer zu glauben, denn man verliebt sich schnell in die atemberaubenden Berge.







