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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskriminierung im Technikstudium...



wolfgang
02.11.2008, 14:45
Ich arbeite mit Kollegen aus vielen Ländern. Die ausländischen Frauen äußern Verwunderung darüber, dass in Deutschland der Frauenanteil unter den Ingenieuren so niedrig ist. Mich interessiert das auch.

Darum meine Frage an die jenigen unter Euch, die Physik oder eine Ingenieurwissenschaft studieren:

Was ist Eurer Meinung nach der Grund dafür? Was macht Deutschland und sein Bildungssystem anders als andere Länder?

Fühlt Ihr Euch im Studium diskriminiert? Meint Ihr, Ihr werdet stärker diskriminiert, als das in einem geisteswissenschaftlichen Studiengang der Fall wäre?

Habt Ihr Euch in der Schulzeit diskriminiert gefühlt, über das Maß hinaus, in dem der normale "Nerd" auch diskriminiert wird?

Viele Fragen. Hoffentlich auch ein paar Antworten. Ich bin gespannt :) .

venea
02.11.2008, 15:31
ich würde es nicht als diskiminierung bezeichnen, aber ich hatte solche erlebnisse.
klasse 11 physik:
- lehrer regt sich vor der ganzen klasse auf, dass AUSGERECHNET ein mädchen die besten arbeiten schreibt, das könnt ja nicht sein
- erklärt mir danach, dass ich nicht auf die idee kommen soll, ihm auch noch seinen leistungskurs zu "versauen" - er will da keine mädchen (ich hab's dann auch beim grundkurs belassen, konnte aber wenigstens die 4. abiprüfung in physik machen).

informationsveranstaltung an einer tu, ebenfalls zum thema physik:
- frauen wollen sie da nicht
- frauen schaffen das eh nicht
- frauen verderben das klima
- man kann mit einer studentinnenquote von weniger als 5 % an dieser tu sehr gut leben (und die 5% saßen alle bei den biologen bzw. architekten)

das war alles anfang/mitte der 90er. meine motivation irgendetwas in diese richtung zu studieren war danach sowas von nicht mehr vorhanden. in meinem heutigen umfeld (ist ja technisch) erlebe ich sowas aber glücklicherweise nicht mehr, da werden mädchen eigentlich eher gefördert.

wolfgang
02.11.2008, 15:38
ich würde es nicht als diskiminierung bezeichnen, aber ich hatte solche erlebnisse.
klasse 11 physik:
- lehrer regt sich vor der ganzen klasse auf, dass AUSGERECHNET ein mädchen die besten arbeiten schreibt, das könnt ja nicht sein
- erklärt mir danach, dass ich nicht auf die idee kommen soll, ihm auch noch seinen leistungskurs zu "versauen" - er will da keine mädchen (ich hab's dann auch beim grundkurs belassen, konnte aber wenigstens die 4. abiprüfung in physik machen).

informationsveranstaltung an einer tu, ebenfalls zum thema physik:
- frauen wollen sie da nicht
- frauen schaffen das eh nicht
- frauen verderben das klima
- man kann mit einer studentinnenquote von weniger als 5 % an dieser tu sehr gut leben (und die 5% saßen alle bei den biologen bzw. architekten)

das war alles anfang/mitte der 90er. meine motivation irgendetwas in diese richtung zu studieren war danach sowas von nicht mehr vorhanden. in meinem heutigen umfeld (ist ja technisch) erlebe ich sowas aber glücklicherweise nicht mehr, da werden mädchen eigentlich eher gefördert.

Übel. Ich kenn eine, die war auch einziges Mädchen im Physik LK und war da ziemlich ausgegrenzt. Im Studium dann eher nicht. Das ist aber alles schon 20 Jahre her, insofern interessiert mich, ob das immer noch so ist.

Kannst Du mir PNen, welche TU das war?

Citronella
02.11.2008, 15:42
(ich hab physik studiert und promoviere jetzt)



Was ist Eurer Meinung nach der Grund dafür? Was macht Deutschland und sein Bildungssystem anders als andere Länder?


hm, ich hab da schonmal irgendwann ernsthaft drueber nachgedacht und bin zu keinem wirklichen schluss gekommen. ich denke, es haengt schon sehr an den physik/technik-lehrern in der schule, mein lehrer hat da nie einen unterschied gemacht und auch immer explizit dafuer gesorgt, dass die maedels sich nicht von den jungs untergebuttert fuehlten. gerade in der mittelstufe ist es ja doch oft so, dass jungs mit deutlich mehr technikwissen die maedels einschuechtern. mein lk war dann dementsprechend auch geschlechtertechnisch ausgeglichen und die maedels haben jetzt alle entweder ein ing- oder ein physik-studium abgeschlossen.
ich weiss aber von freunden und kommilitonen, dass das an anderen schulen deutlich anders war.

allerdings weiss ich nicht, wie das in anderen laendern aussieht. der einzige unterschied, der mir auffaellt, ist, dass in deutschland physik viel mehr mit technik und bastelkram verbunden wird als in anderen laendern.




Fühlt Ihr Euch im Studium diskriminiert? Meint Ihr, Ihr werdet stärker diskriminiert, als das in einem geisteswissenschaftlichen Studiengang der Fall wäre?


nein, nie. weder von kommilitonen noch von dozenten, bei beiden eher im gegenteil. und auch jetzt sehe ich es fast eher als vorteil, eine der wenigen frauen zu sein (wobei der frauenanteil in meinem gebiet und durch internationale gruppen eh hoeher ist) - an mich erinnern sich eben doch schneller mal leute.
ich glaube auch nicht, dass da irgendein unterschied zu den geisteswissenschaften bestanden haette. allerdings weiss ich von ingenieursfreundinnen, dass das da teilweise deutlich anders war.

(und ich stehe speziellen frauenfoerderungsprogrammen eher sehr skeptisch gegenueber, stattdessen sollte man mal was fuer die double career foerderung oder so tun ...)




Habt Ihr Euch in der Schulzeit diskriminiert gefühlt, über das Maß hinaus, in dem der normale "Nerd" auch diskriminiert wird?


ich hatte in der schulzeit so meine schwierigkeiten, vor allem in der mittelstufe, aber das lag nicht unbedingt an meinem nerd-dasein. gerade in der oberstufe war ich mit meinen mathe- und physikkenntnissen und der bereitschaft, auch mal was im detail zu erklaeren, dann eher beliebt.

ducksy
02.11.2008, 15:43
Ich hatte in der Schule die Leistungskurse Mathe und Physik, habe hinterher eine Ingenieurwissenschaft studiert und habe mich eigentlich nie diskriminiert gefühlt.

Klar, war ich immer in der Minderheit, aber glücklicherweise hatte ich Lehrer/Dozenten und Kommilitonen, die nichts gegen Frauen hatten oder dagegen, dass Frauen auch mal bessere Leistungen erbringen können als einige Männer (Ausnahmen gibt es naürlich immer).

Manchmal habe ich den Eindruck, solche Probleme macht sich die Gesellschaft selbst: Wenn man ewig herumdiskutiert, wie man Frauen in technische Studiengänge bekommen kann, macht man einigen von ihnen eher noch Angst und bewirkt damit das Gegenteil. Ich glaube, wenn man es einfach mal so laufen ließe, würde es sich vielleicht sogar besser einpendeln als mit fragwürdigen Förderungsmaßnahmen wie Frauentagen, Frauenkursen und Frauenvertretern oder so.

Im Umgang mit z.B. Behinderten geht es doch oft ähnlich zu. Man mag nicht hingucken, weil es so aussieht als würde man glotzen. Dann guckt man lieber ganz weg und ignoriert sie, anstatt sie ganz normal zu behandeln/beachten, wie jeden gesunden Menschen auch.

Rosaly
02.11.2008, 15:46
:verwirrt: venea, wirklich disriminierende erfahrungen..krass..ich kann diese erfahrungen aus den 90ern meiner schulzeit nicht bestätgen was naturwissenschaften betrifft..

Techische und naturwissenaschaftliche Studiengänge scheinen allerdings tatsächlich in Deutschland auf viele Frauen abschreckend/wenig attraktiv zu wirken, das trifft allerdings tatsächlich nicht auf Biologie, Medizin und Architektur zu da ich aus allen Bereichen einige Frauen kenne und glaube, daß der Frauenanteil dort ca. die Hälfte ausmacht. Auch wenn ich diese Erfahrung selbst zum Glück nicht gemacht habe so kann ich mir schon vorstellen, daß das Ganze damit zusammen hängt wie Mädchen in naturwissenschaftlichen/technischen Dingen in der Schule und von den Eltern her gefördert werden..in Deutschland gelten Elektrotechnik/Physik..offensichtlich als unweibliche Interessens/Fähigkeitsgebiete und wahrscheinlich erwarten viele Lehrer das wirklich immer noch so.

Kraut.und.Rüben
02.11.2008, 18:19
Auch wenn ich diese Erfahrung selbst zum Glück nicht gemacht habe so kann ich mir schon vorstellen, daß das Ganze damit zusammen hängt wie Mädchen in naturwissenschaftlichen/technischen Dingen in der Schule und von den Eltern her gefördert werden

Denke ich auch, zumindest ist das bei mir der Grund. Ich bin jetzt in der 13 und will Wirtschaftsingenieurwesen studieren. Auch wenn das eigentlich ein Studiengang ist, bei dem vergelichsweise viele Frauen zu finden sind, gucken die meisten Leute ungefähr so, wenn ich das sage: :suspekt:
Das einzige Problem, das ich habe, ist, dass meine Fächerwahl kaum naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Bis zur 11 war ich der typische Mädchenfall von wegen "Aach, Mathe kann ich eh nicht. Und Naturwissenschaften dann auch nicht", teilweise auch unterstützt von Mutter, die bei schlechten Mathenoten meinerseits da immer saß "Mach dir nichts draus, ich konnte auch nie Mathe". Ergebnis: ICh hab mir mein Mathe-nichttalent selber eigeredet eigentlich. In der 11 habe ich dann einen wirklich guten Mathelehrer bekommen und stand auf einmal 2 statt 4--------. Lag bestimmt zu einem großen Teil auch daran, dass er immer zu mir meinte, dass ich eigentlich wirklich gut in Mathe bin und mir das alles nur einrede. Heute stimme ich dem voll und ganz zu, ich hab zwar nur Mathe-GK, weil ich mich dann doch Ende der 11 nicht getraut habe LK zu nehmen (was ich heute bereue, aber was solls), aber inzwischen stehe ich 13 Punkte (für mich immer noch ein mittelschweres Wunder) und Mathe gehört definitiv zu meinen Lieblingsfächern.
Jetzt muss ich mir nur noch ausdenken, wie ich die fehlenden Physik und Informatikkenntnisse auf die Reihe kriege, da ich halt auf Grund des oben angesprochenen Problems, nie mehr Physik gemacht habe, als unbedingt nötig. Aber inzwischen bin ich der Überzeugung, dass das mit Einsatz wett zu machen sein sollte (und jetzt zerstört mir bitte nicht meine Träume ;) )

Citronella
02.11.2008, 18:59
Aber inzwischen bin ich der Überzeugung, dass das mit Einsatz wett zu machen sein sollte (und jetzt zerstört mir bitte nicht meine Träume ;) )

ich kenn auch leute, die mit mathe und physik-gk ein physikstudium in normaler zeit sehr gut abgeschlossen haben, also keine sorge ;)
es gibt bestimmt dann auch an der uni vor studienbeginn einen mathe- und evtl. auch einen physikvorkurs, sowas solltest du dann vielleicht ausnutzen.

ducksy
02.11.2008, 19:12
Ich bin jetzt in der 13 und will Wirtschaftsingenieurwesen studieren. Auch wenn das eigentlich ein Studiengang ist, bei dem vergelichsweise viele Frauen zu finden sind, gucken die meisten Leute ungefähr so, wenn ich das sage: :suspekt:


Ich habe ja auch WiIng studiert. Und habe neulich zufällig einen Typen kennengelernt, der irgendetwas von seiner Hochschule erzählte, was mich darauf schließen ließ, dass er dasselbe studiert wie ich auch studiert habe. Es entwickelte sich folgender Dialog:

Ich: Ach, studierst du Wirtschaftsingenieurwesen?
Er: Ja.
Ich: Ist Prof. XY noch da?
Er: Äh, studierst du das auch?
Ich: Ich habe das studiert.
Er: Ach so, abgebrochen, und was machst du jetzt?
Ich: Nein, abgeschlossen. :D
Er: Oh scheiße, wirklich?
Ich: Ja.

Dann hat er sich umgedreht und ist abgehauen. Und hat nicht wieder mit mir gesprochen...

engl
02.11.2008, 19:13
ich studiere wirtschaftsingenieurwesen (elektrotechnik). bei uns war die frauenquote glaub ich so bei 15%, bei den jetzigen erstis ist sie bisschen höher.

zur schulzeit kann ich nix sagen, weil ich mittelmäßig bis schlecht in mathe/physik war und da ganz sicher auch nicht durch übermäßiges interesse aufgefallen bin :D

ich war dann irgendwie total überrascht, als ich an unsre fh kam (anmerkung: es gibt hier nur zwei fakultäten, eine mit bwl-kram und dann eben die ingenieurwissenschaftliche, da gibts dann noch elektro-u. informationstechnik und mechatronik, beides mit wesentlich niedrigeren frauanquoten)...also schon an den ersten tagen wurde uns zigmal erzählt, dass sie so traurig sind, dass nicht mehr weibliche studenten da sind und dass es aber doch ihr ziel ist, den anteil zu erhöhen. es gibt ein extra mentorenprogramm nur für studentinnen, dort werden treffen, seminare und firmenbesuche veranstaltet und man bekommt eine frau aus der industrie an die seite gestellt, als mentorin eben. da sind sogar unsre jungs bisschen neidisch ;)
nach meiner mündlichen physikprüfung im zweiten semester hat der prof extra nochmal betont, dass wir (hab die prüfung mit ner freundin zusammen gemacht) auf jeden fall für einen technischen schwerpunkt geeignet wären und uns das doch auch zutrauen sollen. und ich hab dann später erfahren, dass er das wohl zu den meisten studentinnen extra gesagt hat.
und ich fühl mich auch von den kommilitonen nicht diskriminiert. vielleicht waren sie ja am anfang bisschen skeptisch, aber ich denke, inzwischen haben sie eh begriffen, dass wir mindestens genauso gut sind ;)

Brausefrosch
02.11.2008, 20:51
ich find diesen frauenförderquatsch irgendwie komisch. entweder man hat da von allein dran interesse oder eben nicht. es gibt ja auch keine spziellen förderkurse für männer damit die bitte germanistik studieren

Tinelli
02.11.2008, 20:58
Ich habe zu Schulzeiten so ähnliche Erfahrungen gemacht wie venea. Ich hatte einen Mathe/Physik-Lehrer, der mit explizit vom Physik-LK abgeraten hat, weil Mädchen das sowieso nicht drauf haben. Da er im nächsten Satz dann hinterhergeschoben hat, dass er den LK leiten wird, hab ich mir das nicht angetan.
Naja, ganz konnte er es mir nicht versauen, ich hatte dann halt Mathe-LK ;)

Solange solche Lehrer noch an den Schulen unterwegs sind, bin ich für Förderprogramme.

Kraut.und.Rüben
02.11.2008, 21:03
zur schulzeit kann ich nix sagen, weil ich mittelmäßig bis schlecht in mathe/physik war und da ganz sicher auch nicht durch übermäßiges interesse aufgefallen bin :D


Das macht mir ja jetzt ernsthafterweise Mut :D

Na ja, diesen ganzen Frauenförderungsprogrammen stehe ich auch skeptisch gegenüber. Ich habe da eine ähnliche Meinung wie Brausefrosch: entweder man hat Interesse daran oder eben nicht.

wolfgang
02.11.2008, 21:20
Ich habe ja auch WiIng studiert. Und habe neulich zufällig einen Typen kennengelernt, der irgendetwas von seiner Hochschule erzählte, was mich darauf schließen ließ, dass er dasselbe studiert wie ich auch studiert habe. Es entwickelte sich folgender Dialog:

Ich: Ach, studierst du Wirtschaftsingenieurwesen?
Er: Ja.
Ich: Ist Prof. XY noch da?
Er: Äh, studierst du das auch?
Ich: Ich habe das studiert.
Er: Ach so, abgebrochen, und was machst du jetzt?
Ich: Nein, abgeschlossen. :D
Er: Oh scheiße, wirklich?
Ich: Ja.

Dann hat er sich umgedreht und ist abgehauen. Und hat nicht wieder mit mir gesprochen...
Naja, wenn's danach ginge, dann wäre ich vielfach diskriminiert :D.

Die Frauen, die auf "Was Studierst Du? Physik!" mit einem "Ouh" reagiert haben, kann ich nicht zählen.

Ich hab mal vor Jahren einen getroffen, der hat im Gespräch mich angefangen zu siezen, als er erfuhr, dass ich schon nen Doktor hab... Er war etwas älter als ich und noch beim Diplom.

wolfgang
02.11.2008, 21:22
Ich habe zu Schulzeiten so ähnliche Erfahrungen gemacht wie venea. Ich hatte einen Mathe/Physik-Lehrer, der mit explizit vom Physik-LK abgeraten hat, weil Mädchen das sowieso nicht drauf haben. Da er im nächsten Satz dann hinterhergeschoben hat, dass er den LK leiten wird, hab ich mir das nicht angetan.
Naja, ganz konnte er es mir nicht versauen, ich hatte dann halt Mathe-LK ;)

Solange solche Lehrer noch an den Schulen unterwegs sind, bin ich für Förderprogramme.
Du, ich habe einige Lehrer getroffen, die konnten es einfach nicht ham, wenn wer besser war als sie. Die konnten es dann halt noch weniger ham, wenn FRAUEN besser warn als sie.

Ja, ich seh den Punkt. Ich habe nur das Gefühl, dass langfristigere Förderprogramme sinnreicher wären. Wie man das aber nun stemmen soll, ist ne ganz andere Frage.

wolfgang
02.11.2008, 21:27
ich find diesen frauenförderquatsch irgendwie komisch. entweder man hat da von allein dran interesse oder eben nicht. es gibt ja auch keine spziellen förderkurse für männer damit die bitte germanistik studieren
Klaro. Und ich denk' man kann's auch übertreiben. Ich habe letztens was gelesen, dass die Auswahl von Beispielthemen in Sprachen eher auf Mädchen zugeschnitten ist etc.

Ich habe aber den Eindruck, dass Männer und Frauen (im Schnitt) schon verschiedene Arten haben, an Technik heranzugehen. Und beide haben ihre Berechtigung. Bisher waren die meisten Männer, die ich im Beruf getroffen habe, eher vom Typ "Spielekind" und die meisten Frauen ernsthafter und somit auch zielorientierter, in der Art "Ist ja schön, dass es so schön bunt ist, hier, aber was bringt mir das jetzt für meine Arbeit?" Das kann natürlich im Ausbildungsgang dann zu Missverständnissen führen.

Citronella
02.11.2008, 21:53
achso, foerderkram an schulen bzw. motivation, zumindest ueber ein nat.wissenschaftliches studium nachzudenken finde ich eigentlich gut. mich nervt das eher danach, also im studium und dann vor allem spaeter im wissenschaftsbetrieb. das ist meiner meinung nach bestenfalls sinnlos und schlechtestenfalls kontraproduktiv.

wolfgang
02.11.2008, 22:30
achso, foerderkram an schulen bzw. motivation, zumindest ueber ein nat.wissenschaftliches studium nachzudenken finde ich eigentlich gut. mich nervt das eher danach, also im studium und dann vor allem spaeter im wissenschaftsbetrieb. das ist meiner meinung nach bestenfalls sinnlos und schlechtestenfalls kontraproduktiv.
Wieso da?

Ich finde allgemein, dass der Wissenschaftsbetrieb vor Allem Opferbereitschaft in einer relativ kurzen Lebensphase abfragt. Der Rest ist in recht weiten Grenzen für die meisten Leute Glück oder halt eben Pech. Ist das in anderen Ländern nun wirklich anders?

Inaktiver User
02.11.2008, 22:35
Wieso da?

Ich finde allgemein, dass der Wissenschaftsbetrieb vor Allem Opferbereitschaft in einer relativ kurzen Lebensphase abfragt. Der Rest ist in recht weiten Grenzen für die meisten Leute Glück oder halt eben Pech. Ist das in anderen Ländern nun wirklich anders?

was verstehst du unter "relativ kurze lebensphase"...? *frag

wolfgang
02.11.2008, 22:40
was verstehst du unter "relativ kurze lebensphase"...? *frag
Von 30 -35,40. Da schließen sich 25-37 Jahre Beruf an. Darum nenne ich das recht kurz.

In den GW ist das aber länger, ich vergesse das immer :) .

Inaktiver User
02.11.2008, 22:42
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig.

Inaktiver User
02.11.2008, 22:43
Von 30 -35,40. Da schließen sich 25-37 Jahre Beruf an. Darum nenne ich das recht kurz.

In den GW ist das aber länger, ich vergesse das immer :) .

und mit "glück" bzw. "pech" meintest du vermutlich, ob man dann am ende auch tatsächlich eine professur oder feste mitarbeiterstelle bekommt..?

Citronella
02.11.2008, 22:56
Wieso da?

Ich finde allgemein, dass der Wissenschaftsbetrieb vor Allem Opferbereitschaft in einer relativ kurzen Lebensphase abfragt. Der Rest ist in recht weiten Grenzen für die meisten Leute Glück oder halt eben Pech. Ist das in anderen Ländern nun wirklich anders?

wieso ich das im wissenschaftsbetrieb nicht sinnvoll finde? ich faende eben sowas wie double career foerderung oder mehr unterstuetzung in der kinderbetreuung in dem lebensabschnitt wichtig, aber nicht generelle frauenfoerderung.

wie claire das schon schreibt, ich will eine gute oder weniger gute wissenschaftlerin sein, an die man sich im bestenfall erinnert, weil ich gut arbeite und nicht, weil staendig darauf hingewiesen werden muss, dass ich eine frau bin.

es gibt eine physikerinnentagung, wo zu x voellig verschiedenen fachgebieten vortraege gehalten werden - alle von frauen und mit der begruendung, dass man dann "auch als frau mal fragen stellen koenne, ohne sich zu schaemen". da reg ich mich jedes mal wieder auf, wenn ich die einladung bekomme. da fahr ich doch tausendmal lieber zu tagungen, die mir fachlich was bringen, als dahin, nur weil ich eine frau bin?! davon abgesehen denke ich, dass man, wenn man sich nach ~5 jahren studium und teilweise dann auch noch 3 jahren promotion etc. nicht in seinem fachgebiet aeussern kann, weil man sich nicht traut, man fuer den wissenschaftsbetrieb eh nicht geeignet ist. egal ob mann oder frau.

genauso gibt es von meiner kollaboration eine women-mailingliste und einen woechentlichen women-lunch, das ist genauso quatsch, weil es das als sowas besonderes darstellt, dass man darueber reden muesste. ich rede gerne mit frauen aus meinem fachgebiet und gerne dann auch mal ueber frauenthemen, aber doch nicht so erzwungen.

und das ist natuerlich in allen laendern so, daran hatte ich das jetzt auch gar nicht festgemacht. die tatsache, dass der groesste verlust in der frauenquote bei uns zb. zwischen promotion und habil stattfindet liegt eben eher daran, dass es schwierig ist, das mit familie zu verbinden und es da mittlerweile mehr, aber immer noch wenig, unterstuetzung fuer die ganze familie gibt - und das ist definitiv in deutschland noch weniger weit als in anderen laendern.

gwendolynn
02.11.2008, 23:31
.

Rosaly
03.11.2008, 01:20
ich find diesen frauenförderquatsch irgendwie komisch. entweder man hat da von allein dran interesse oder eben nicht. es gibt ja auch keine spziellen förderkurse für männer damit die bitte germanistik studieren

Also ich denke halt schon, daß viele Mädchen einfach von klein auf, (schon vor der schule) weniger technisch/naturwissenschaftlich gefördert werden als Jungen und das fängt damit an, daß Mädchen und Jungen zumindest teilweise anderes Spielzeug geschenkt wird. Sicherlich sind Interessensgebiete auch Veranlagung aber eben auch Prägung und ich habe den Eindruck, daß von mehr Mädchen, die sich für naturwissenschaftliche/technische Berufe interessieren auch ein Elternteil was in der Richtung macht als dies bei Jungen der Fall ist (ob das statistisch so ist keine ahnung, aber in meinem Umfeld kommt es mir so vor)..wobei das natürlich die Frage nach Prägung und Veranlagung nicht beantwortet.

Ich habe auch mal davon gelesen, daß in Schulbüchern angeblich manche Fragestellungen (also nicht Themen) eher Jungen und andere eher Mädchen ansprechen. Auf jeden Fall glaube ich nicht, daß es nur Veranlagung ist für was man sich interessiert und was man kann, es hängt sicher damit zusammen welche Erfahrungen man mit den Themen macht und wie sie einem vermittelt werden.

Jemima
03.11.2008, 11:51
.

.:DevilsAngel:.
03.11.2008, 14:52
Ich habe bis jetzt an 2 Universitäten studiert, bzw tu es noch.

Bei der einen waren Frauen etwas besonderes, in einem technischen Praktikum merkte man deutlich das ich die leichteren Fragen bekam als mein Laborpartner. Als ich einmal seine Frage beantwortet habe, auf die er keine Antwort wusste, bekam ich zu hören: "Das haben sie ja schön auswendig gelernt."

An meiner jetzigen Universität ist es ein anderes extrem, Mails von der Frauenbeauftragten, Gesprächseinladung zum Thema Frauen in Technikfächern, Dozenten die mir übermäßig viel Hilfe anboten, um eine Hausarbeit anzufertigen etc. Als ich den das erste mal bei unserer Fachschaft war, guckte mich der Mensch mit großen Augen an und meinte sofort: "Wir haben auch eine Frauenbeauftragte :mrnerd:"

Weder das eine Extreme noch das andere gefällt mir wirklich gut. Ich möchte studieren und nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Ich kann mich durchsetzen. Mitleid brauch ich nicht, weil es Spass macht was ich mache.

Softball-girl
03.11.2008, 20:14
ich hoffe irgendwie, dass mathunterricht mal weniger abschreckend gestaltet wird, dass viel weniger maedchen der ueberzeugung sind, sie koennten eh kein mathe und technik und aehnliches und muessten unbedingt was im kulturbereich machen, weil nur das kreativ sein kann. das ist irgendwie frustrierend.

ich hab mal ein auslandssemster bwl gemacht und die maedhcne dort waren richtig schockiert und verzogen teilweise ihre fratze, als sie 'erfuhren', was ich sonst so mache :D :(

tooth.fairy
03.11.2008, 20:27
angi hat doch auch physik studiert!

Sethos
03.11.2008, 20:36
Ich studiere zwar nicht Mathe/Physik, bin aber in BWL ein überzeugter Zahlenschuber (Controlling) und werde deswegen schon manchmal seltsam angeguckt. Ich frage mich ernsthaft, was manche Leute für Vorstellungen haben.

wolfgang
03.11.2008, 20:47
und mit "glück" bzw. "pech" meintest du vermutlich, ob man dann am ende auch tatsächlich eine professur oder feste mitarbeiterstelle bekommt..?
Ja. Ich denke, es gibt 10% die MÜSSEN Prof werden, und die restlichen 90% teilen sich in Leute, die entweder klar zu doof dafür sind oder in Leute, die eigentlich geeignet für den Job sind, sich aber nicht so von den anderen absetzen können, dass sie unter 60 bewerbern bei N<20 Bewerbungen einmal zwingend der Beste sind.

wolfgang
03.11.2008, 20:52
Ja, das sehe ich auch so. Ich bin Buchhändlerin und mache die Erfahrung immer wieder, wenn ich Kunden berate, die ein Bilderbuch kaufen möchten. Für Jungs wird gerne was technisches aus dem Sachbuchbereich gekauft, Mädchen bekommen was niedliches mit Tierkindern. Wenn man es auch nur wagt mal was anderes vorzuschlagen heißt es gleich: Ach, das ist doch nichts für ein Mädchen! Ich finde das immer wieder sehr frustrierend, weil sich da anscheinend wenig geändert hat. Im Gegenteil, ich hab oft das Gefühl, dass es eher wieder mehr wird.
Wenn ich mir meine Kinder so anschau, dann kann ich Dir sagen, dass meine Kinder auch ohne mein Zutun teilweise sehr klischeemäßig unterschiedlich sind, was Technik angeht. Die WOLLEN auch unterschiedliche Sachen. Und natürlich will abends mein Sohn aus dem Feuerwehrleutebuch vorgelesen kriegen.

Wenn man Lehramt *kann*, ist das eine intelligente Entscheidung für sich und seine Familie. Ganz ernst. Das würde ich niemandem übelnehmen. Und wer ansatzweise Ahnung hat, weiß, dass ein Gymnasiallehrer je nach Bundesland ein fast komplettes Mathestudium durchgezogen hat.

wolfgang
03.11.2008, 20:55
Nein, die Frage war, ob das in anderen Ländern wirklich anders ist. Im Endeffekt.




wieso ich das im wissenschaftsbetrieb nicht sinnvoll finde? ich faende eben sowas wie double career foerderung oder mehr unterstuetzung in der kinderbetreuung in dem lebensabschnitt wichtig, aber nicht generelle frauenfoerderung.

wie claire das schon schreibt, ich will eine gute oder weniger gute wissenschaftlerin sein, an die man sich im bestenfall erinnert, weil ich gut arbeite und nicht, weil staendig darauf hingewiesen werden muss, dass ich eine frau bin.

es gibt eine physikerinnentagung, wo zu x voellig verschiedenen fachgebieten vortraege gehalten werden - alle von frauen und mit der begruendung, dass man dann "auch als frau mal fragen stellen koenne, ohne sich zu schaemen". da reg ich mich jedes mal wieder auf, wenn ich die einladung bekomme. da fahr ich doch tausendmal lieber zu tagungen, die mir fachlich was bringen, als dahin, nur weil ich eine frau bin?! davon abgesehen denke ich, dass man, wenn man sich nach ~5 jahren studium und teilweise dann auch noch 3 jahren promotion etc. nicht in seinem fachgebiet aeussern kann, weil man sich nicht traut, man fuer den wissenschaftsbetrieb eh nicht geeignet ist. egal ob mann oder frau.

genauso gibt es von meiner kollaboration eine women-mailingliste und einen woechentlichen women-lunch, das ist genauso quatsch, weil es das als sowas besonderes darstellt, dass man darueber reden muesste. ich rede gerne mit frauen aus meinem fachgebiet und gerne dann auch mal ueber frauenthemen, aber doch nicht so erzwungen.

und das ist natuerlich in allen laendern so, daran hatte ich das jetzt auch gar nicht festgemacht. die tatsache, dass der groesste verlust in der frauenquote bei uns zb. zwischen promotion und habil stattfindet liegt eben eher daran, dass es schwierig ist, das mit familie zu verbinden und es da mittlerweile mehr, aber immer noch wenig, unterstuetzung fuer die ganze familie gibt - und das ist definitiv in deutschland noch weniger weit als in anderen laendern.
Könnte von mir stammen ;)

wolfgang
03.11.2008, 20:56
In welchem (westlichen, reichen) Land ist der Frauenanteil in technischen Faechern denn hoeher? Das sind doch eigentlich immer nur die aermeren Laender, in denen man viele Frauen in solchen Faechern findet.
Ich hab mich nie diskriminiert gefuehlt, ueberhaupt nicht. Mich nervt es nur, immer was besonderes zu sein. Als Frau in so einem Studiengang kann man sich nur aussuchen, ob man positiv oder negativ auffallen will, einfach ganz normal sein ist keine Option.
Frankreich?

wolfgang
03.11.2008, 21:00
Schau dir die ehemaligen Ostblockstaaten an, klar nicht westlich und nicht "reich", aber ich kann nur aus Erfahrung sagen dass das gesellschaftliche Drumherum einfach sehr viel zählt, dort wars normal dass Frauen gut in Mathe waren, in technischen Studiengängen, es war normal als Frau Schweißerin zu sein und nicht komisch angeschaut zu werden.
Dadurch konnte man sich auch nicht zurückziehen und sagen, das versteh ich eh nicht, bin halt ne frau, sondern mathe war ein fach wie jedes andere, entweder man macht was dafür oder nicht.
Ich finde hier hat man da als Frau viel eher Rückzugsmöglichkeiten indem man die schlechte Leistund auf ein mangelndes Talent schiebt und das hat glaub ich viel mit der gesellschaftlichen Sichtweise zu tun..
Ich finde schon krass, dass wenn man in die Siegerlisten von irgendwelchen Mathewettbewerben schaut, man den Eindruck bekommt, dass die hälfte der Deutschen Schülerinnen russische Namen haben ;), und das hat wohl was mit Tradition zu tun.

Jemima
03.11.2008, 23:50
.

Inaktiver User
04.11.2008, 02:24
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig.

Inaktiver User
04.11.2008, 02:25
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Inaktiver User
04.11.2008, 11:47
Die WOLLEN auch unterschiedliche Sachen. Und natürlich will abends mein Sohn aus dem Feuerwehrleutebuch vorgelesen kriegen.


Das ist ja nicht das Schlimme.
Also wenn man mehrere Kinder hat, die verschiedene Personen sind, dann wollen die natürlich unterschiedliche Sachen.

Aber wenn deine Tochter auch aus dem Feuerwehrleutebuch vorgelesen bekommen wollte, würdest du das ja sicherlich auch tun oder?

Und es gibt halt Väter und Mütter, die machen das dann nicht.
Weil es ist ja ein Mädchen...

Jemima
04.11.2008, 12:49
.

Jemima
04.11.2008, 12:51
.

Jaleela
04.11.2008, 20:32
Oh, das entdecke ich ja jetzt erst!

Also. Ich bin Physikerin, promoviere seit fast 1,5 Jahren, hatte in der Schule Mathe- und Physik-LK und hab seit ich 17 bin an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen gearbeitet (Fraunhofer, MPI, Uni hier, Uni in Kanada...) und das einzige "frauenfeindliche" an das ich mich erinnern kann war ein Werkstattleiter am Fraunhofer-Institut der mir, als ich Nägel haben wollte nur Reissnägel rausgeben wollte weil er Angst habe ich könne mich verletzen :D. Da hab ich einmal herzlich gelacht, nochmal nachgefragt und dann eben jemand anders die Nägel holen geschickt *schulterzuck*.
Im Physik-LK war ich tatsächlich das einzige Mädchen, ansonsten fällt man bei uns als Frau längst nichtmehr auf. Der Frauenanteil ist deutlich geringer als der Männeranteil, aber keiner bleibt stehen und starrt einen an wenn man da mit Brüsten rumläuft ;).

Zur "Frauenförderung" kann ich Citronella nur zustimmen, in allen Punkten. Am meisten diskrimminiert mich in meiner Karriere eigentlich, dass ich ständig zu so nem Quatsch eingeladen werde. Vor allem diese Physikerinnentagung ist ein einziger schlechter Witz.

Und was mir noch einfällt: Ich war als Kind ein RICHTIGES Mädchen, ich wollte immer nur Puppen und rosa und glitzer und so. Und ich fühl mich auch heutzutage noch als "vollwertige" Frau, ich zieh mich so an, ich kann nicht mit ner Bohrmaschine umgehen, ich schau lieber Rosamunde Pilcher als Star Wars... Ich glaub das alles hat nicht wirklich was zu sagen. Ich kann das Physikzeugs eben einfach und ich bastel gerne, hm.

Im übrigen hat mir meine Mutter sehr sehr lange immer erzählt, dass ich viel zu blöd wäre zum Physik studieren und was für ne Schnapsidee das sei - darauf, dass ich ne Frau bin hat sies allerdings nie bezogen :D.

Ich glaube ganz so einfach wie viele Leute solche Thematiken manchmal behandeln ist es eben einfach nicht. Vielleicht kann einfach der durchschnittliche Mann tatsächlich besser Physik als die durchschnittlich Frau - ja und? Mir ist das herzlich egal, ich kanns eben und ich hab überhaupt kein Problem damit wenn ich mehr Kollegen als Kolleginnen habe.

Jemima
04.11.2008, 20:57
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Jaleela
04.11.2008, 21:05
Naja, gut, dann wars bei mir eben eher andersrum? Meinen Eltern wär weniger Mädchenkrams glaub ich viel lieber gewesen ;). Jeder Mensch ist eben ne Persönlichkeit und das eben auch schon in sehr jungen jahren wohl, ich glaub einfach man muss seine Kinder allgemein eben fördern und fordern, aber verbiegen kann man Charaktäre kaum, weder in die eine noch in die andere Richtung.

UND, der eigentliche Punkt war, dass man ein totales Mädchen sein kann UND Physikerin werden. Das war mehr so auf Wolfgangs Feuerwehrsohn bezogen z.B. - der kann trotzdem ein prima Grundschullehrer werden mal z.B., das heisst doch einfach nix. Einer unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter war neulich ganz besorgt um seine Tochter, die sich einfach nicht für Technik interessieren will, da konnte ich ihn auch beruhigen, heisst doch nix?

jewa
04.11.2008, 21:23
ich glaube, dass am meisten zu hause bei den eltern und in der schule schief läuft. bei uns war es irgendwie voll in ordnung als mädchen keine ahnung von mathe zu haben. einige waren sogar richtig stolz darauf, nichts zu verstehen.

die, die naturwissenschaftlich begabt waren, haben dann zwar mathe lk belegt, aber schon fächer wie informatik und physik waren reine männer domänen.

Jemima
04.11.2008, 22:10
.

Inaktiver User
05.11.2008, 09:41
Jeder Mensch ist eben ne Persönlichkeit und das eben auch schon in sehr jungen jahren wohl, ich glaub einfach man muss seine Kinder allgemein eben fördern und fordern, aber verbiegen kann man Charaktäre kaum, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Naja, mein Vater hat z.B. mal gemeint, wenn ich ein Junge gewesen wäre, wäre er wohl extrem enttäuscht gewesen, weil ich nie Fußball gespielt habe.
Weil ich aber ein Mädchen bin, war es ihm halt egal.
Das sind auch solche Vorstellungen und natürlich ist das jetzt nur eine eher "kleinere" :suspekt:
Aber halt auch seltsam.

*victoria*
05.11.2008, 11:55
meine mutter hat schon was technisches studiert und ist mathematisch ziemlich begabt, bei uns zuhause wurde sowas nie thematisiert. ich wollte früher eher in den medienbereich, hab dann gewechselt und schreib jetzt meine ing-diplomarbeit.

zum studium: diskriminiert gefühlt hab ich mich nie, es war eher so, wie claire sagt, man kann einfach nicht nicht auffallen. in den vorlesungen ganz oft "guten morgen meine herren... und äh.. meine dame." in 1-2 fächern hatte ich allerdings doch das leise gefühl, dass von mir weniger erwartet wird als von den kommilitonen.
am anfang hatte ich großen respekt vor dem studium, das war aber geschlechterunspezifisch, das wäre bei medizin genauso gewesen. und ich bin überzeugt, dass viele meiner freundinnen, die sagen, sie haben keine ahnung von technik und naturwissenschaft, das studium auch geschafft hätten. wie man diese mädchen aber davon überzeugen kann, weiß ich auch nicht.

Inaktiver User
05.11.2008, 12:12
liebe wolfgang,

wieso kommst du nicht auf die idee, dass es eventuell auch daran liegen könnte, dass für ein gros der der deutschen frauen, sei es aus gründen der sozialisation oder einfach nur der befürchtung unter nerds zu landen, naturwissenschaftliche studiengänge uninteressant sein können?
nur so als denkanstoß..

Inaktiver User
05.11.2008, 15:03
wieso kommst du nicht auf die idee, dass es eventuell auch daran liegen könnte, dass für ein gros der der deutschen frauen, sei es aus gründen der sozialisation oder einfach nur der befürchtung unter nerds zu landen, naturwissenschaftliche studiengänge uninteressant sein können?
nur so als denkanstoß..

dumme Frage, aber darf/kann man als Frau kein Nerd sein? :suspekt:

Inaktiver User
05.11.2008, 15:04
ja, verboten

Inaktiver User
05.11.2008, 15:08
ja, verboten

erklär genauer, warum? :D

Inaktiver User
05.11.2008, 15:16
sttigb $2 b)

"frauen können keine nerds sein"

Inaktiver User
05.11.2008, 15:45
sttigb $2 b)

"frauen können keine nerds sein"

mist, dann muss ich wohl doch eine Geschlechtsumwandlung machen lassen :wein:

Inaktiver User
05.11.2008, 15:58
ob du nerd bist entscheidet schon mal das äußere und dann, ob du wow zockst und ausgehst. zeig mal bilder und kläre auf

Inaktiver User
05.11.2008, 16:09
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig.

Inaktiver User
05.11.2008, 16:13
und dann, ob du wow zockst und ausgehst :)

Inaktiver User
05.11.2008, 16:15
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig.

Jemima
05.11.2008, 16:16
.

Inaktiver User
05.11.2008, 16:18
Klar. :augenroll: Da hat wohl jemand eine etwas einseitige Vorstellung vom Nerdsein...

jaha öääh :augenroll:

Inaktiver User
05.11.2008, 16:18
das sind aber doofe Kriterien, es gibt soviele Leute, die vom Aussehen und Verhalten her nerdig wirken und dann total dumm sind. Das hat mich im Studium immer sehr enttaeuscht. Ich finde Computerspiele doof und bin nur aeusserst selten ohne volles Makeup in der Arbeit anzutreffen, aber mein Beruf und was ich so in meiner Freizeit tue sind teilweise sehr nerdig.

was macht dich nerdig?

Jemima
05.11.2008, 16:24
.

Inaktiver User
05.11.2008, 16:33
Mal abgesehen davon, dass das:



ja ein ziemliches Armutszeugnis wär...ich studier nichts technisches, obwohl es mich sehr sehr interessiert, aber da laufen ja nur Nerds rum, nachher denkt noch jemand ich bin genauso.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ernsthaft so denkt.

neulich einen artikel gelesen, in dem es hieß, dass eine großzahl an schülerinnen genau diese befürchtung abhält.

Tjorven*
05.11.2008, 16:54
studier auch physik, im grundstudium allerdings noch.

obwohl wir wenig frauen sind, hab ich selten das gefühl etwas "besonderes" zu sein.
manchmal gibts komische leute, wie ein praktikumsbetreuer von mir, der mich anfangs kaum angeschaut hat, und anfangs auch immer nur den männern fragen gestellt hat, mir nicht. aber das hat sich dann auch gelegt. und ich schiebs eher auf seine insgesamt etwas komische art.
oder mein aktueller übungsgruppenleiter, der offenbar versucht "frauen-übungsgruppen" zusammen zu stellen. der eindruck drängt sich einem zumindestens etwas auf. warum auch immer er das tut. ich finds merkwürdig. aber okay.
aber sonst, ich werd einfach nach meiner leistung beurteilt, wie jeder andere auch. und mit manchen kommilitonen komm ich klar, mit anderen nicht. ganz normal also.
das nur zu meinen persönlichen erfahrungen.

zu dem was irgendwer vorhin geschrieben hat. das es für mädchen oft normal, wenn nicht "schick" gilt, kein mathe zu können. den eindruck hab ich auch oft.
wenn ich erzähl was ich studiere, reagieren frauen meist auch ganz anders als männer. männer finden das meist ganz normal, während von frauen regelmäßig ein verzogenes gesicht kommt und ein "ihbäh, mathe und physik sind böse"-kommentar. als würd ich da lernen katzenbabies zu töten.
es passt einfach nicht in das typische frauenbild. und um eine typische frau zu sein, kann man eben kein mathe oder physik oder technischen kram(jetzt mal ganz überspitzt formuliert).

dabei seh ich das auch wie jaleela, man kann halt was, und das macht man eben, und dabei kann man trotzdem noch "mädchen" sein.
ist ja auch nicht so als wären alle physiker "supermännlich" ;) (ein freund von mir zb, auch physikstudent, kocht gern, backt gern, putzt anscheinend sogar gern, strickt, näht. wohl auch nicht das was man sich unter einem "typischen mann" vorstellt)

Tjorven*
05.11.2008, 16:56
neulich einen artikel gelesen, in dem es hieß, dass eine großzahl an schülerinnen genau diese befürchtung abhält.

hast du den artikel zufälligerweise noch oder kannst mir sagen, wo du ihn gelesen hast? würd mich interessieren.

Jemima
05.11.2008, 16:57
.

Inaktiver User
05.11.2008, 17:00
Die studieren dann lieber Germanistik, oder wie?


z.b. .. wobei ich mal in der p.m. (meiner wissenschaftsbildzeitung :') ) gelesen habe, dass sich 90% der frauen auf sechs berufsfelder beschränken. (wobei ich wiederum nicht weiß wie weit der begriff "berufsfelder" gefasst ist)

Inaktiver User
05.11.2008, 17:01
hast du den artikel zufälligerweise noch oder kannst mir sagen, wo du ihn gelesen hast? würd mich interessieren.
weiß ich leider nicht mehr :-) (ja, ich weiß. super)

Jemima
05.11.2008, 17:03
.

Jemima
05.11.2008, 17:06
.

Inaktiver User
05.11.2008, 17:23
interessant finde ich das in dem zusammenhang, dass ich mal in der (achtung!) 'psychologie heute' :D eine these las, die besagt, dass frauen das geschlecht sind, das zum mittel tendiert und männer hin zu den extremen (positiv wie negativ). untermauert wurde das u.a. dadurch, dass gesagt wurde, dass z.b. zwar männer in allen dax-vorständen in den führungspositionen sitzen (und soweit ich weiß nur eine einzige frau?), aber dahingegen (!) 95% aller obdachlosen männer sind.
(ich hatte übrigens mal die diskussion mit einem selbst ernannten klugen kopf, der (okay, sagen wir besser die ;) ) behauptete, dass frauen nur deshalb nicht auf der straße leben würden, weil sie dort (!) ermordet und vergewaltigt werden)

Tinelli
05.11.2008, 20:11
es passt einfach nicht in das typische frauenbild. und um eine typische frau zu sein, kann man eben kein mathe oder physik oder technischen kram(jetzt mal ganz überspitzt formuliert).


Eigentlich sollten alle Frauen was technisches studieren, damit sie den Herd und das Bügeleisen selber reparieren können :mrnerd:

wolfgang
05.11.2008, 20:15
liebe wolfgang,

wieso kommst du nicht auf die idee, dass es eventuell auch daran liegen könnte, dass für ein gros der der deutschen frauen, sei es aus gründen der sozialisation oder einfach nur der befürchtung unter nerds zu landen, naturwissenschaftliche studiengänge uninteressant sein können?
nur so als denkanstoß..

Ja, und was *ist* das für eine Sozialisation, die Sachen, über die Männer nächtelang durchdiskutieren können für Frauen uninteressant macht?

wolfgang
05.11.2008, 20:16
Nee, aber dann würdense an Parthenogenese forschen und flugs würden wir gar keine mehr abbekommen ;)

wolfgang
05.11.2008, 20:18
interessant finde ich das in dem zusammenhang, dass ich mal in der (achtung!) 'psychologie heute' :D eine these las, die besagt, dass frauen das geschlecht sind, das zum mittel tendiert und männer hin zu den extremen (positiv wie negativ).
Glaube ich glatt.

...und bei all dem muss man natürlich immer schaun, wen man vor sich hat. Der Schnitt ist immer eine Sache, das Beispiel, das man vor sich hat, eine Andere.

wolfgang
05.11.2008, 20:19
Lernst Du das da nicht? :eek: :D



Ich bin auch mal "ganz böse" ;) als Freak bezeichnet worden, weil ich Mathe mag. :verwirrt:

Ich kenn aber auch Frauen, die sagen dass sie nicht räumlich denken können weil sie Frauen sind, da muss man sich dann auch über nix mehr wundern heutzutage.
Orientierungsfähigkeit korreliert mit dem Testosteronspiegel, zumindest, wenn man einer Untersuchung glauben kann, die vor einigen Jahren durch die Presse ging.

wolfgang
05.11.2008, 20:20
Die studieren dann lieber Germanistik, oder wie?
Klar, und beklagen sich, dass die Männer im Schnidd mehr Geld kriegen.

Sorry, habe gerade meinen Sarkastischen ;)

Jemima
05.11.2008, 21:34
.

Tjorven*
05.11.2008, 21:36
Eigentlich sollten alle Frauen was technisches studieren, damit sie den Herd und das Bügeleisen selber reparieren können :mrnerd:

wenn bei uns was in der wohnung repariert werden muss, oder irgendwas von meinem kram, dann lauf ich immer zu einem meiner mitbewohner :o (und die studieren beide sprachenkram ;)).
(aber ich bin auch nicht sonderlich technik-interessiert. wenn der freund was von der arbeit erzählt, langweil ich mich meistens :o)

Tjorven*
05.11.2008, 21:39
Nee, mal im Ernst, ich hab mal irgendwo gelesen, dass zB die meisten der "wissenschaftlichen" Untersuchungen zu dem Thema, die in diesem Einparken und Zuhören-Buch vorkommen, ziemlich an den Haaren herbeigezogen sind. Seitdem bin ich bei sowas immer eher skeptisch. Mal abgesehen davon, dass man eh meistens das gewünschte Ergebnis bekommen kann, wenn man die richtigen Versuchsbedingungen schafft.

hab das buch mal vor ewigkeiten gelesen, und mir kam das auch alles sehr fragwürdig vor. die behaupten ja auch, sie hätten die gründe für homosexualität gefunden(zumindestens falls ich mich richtig erinnern kann.). das meiste in dem buch sind halt doofe verallgemeinerungen.

[ot: tut mir leid, wenn ichs überlesen hab, aber studierst du jetzt eigentlich mathe?]

wolfgang
05.11.2008, 21:49
Dann muss ich einen für eine Frau ungewöhnlich hohen Testosteronspiegel haben. ;)

Nee, mal im Ernst, ich hab mal irgendwo gelesen, dass zB die meisten der "wissenschaftlichen" Untersuchungen zu dem Thema, die in diesem Einparken und Zuhören-Buch vorkommen, ziemlich an den Haaren herbeigezogen sind. Seitdem bin ich bei sowas immer eher skeptisch. Mal abgesehen davon, dass man eh meistens das gewünschte Ergebnis bekommen kann, wenn man die richtigen Versuchsbedingungen schafft.
Hey, isch behaubte nischt das ist der Warhaid...

...aber das ist halt Statistik. Was im Schnitt so ist, braucht nicht für alle so zu sein.

Vielleicht wird einfach nur gemessen, ob jemand männlich ist?

Meine Frau guckt mir über die Schulter und denkt, ich rede hier über meinen T-Spiegel :D...
Non, ma cherie, ce n'est pas ca, ma cherie...

wolfgang
05.11.2008, 22:02
wenn bei uns was in der wohnung repariert werden muss, oder irgendwas von meinem kram, dann lauf ich immer zu einem meiner mitbewohner :o (und die studieren beide sprachenkram ;)).
(aber ich bin auch nicht sonderlich technik-interessiert. wenn der freund was von der arbeit erzählt, langweil ich mich meistens :o)
Ja, auch das ist recht typisch und deckt sich mit meinen Beobachtungen ;) Witzig :D

Inaktiver User
05.11.2008, 22:10
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Tjorven*
05.11.2008, 22:15
Ja, auch das ist recht typisch und deckt sich mit meinen Beobachtungen ;) Witzig :D

ich sehs auch nicht als großartigen gegensatz, nicht sonderlich technisch interessiert zu sein und physik zu studieren.

(das erinnert mich an meine theoretische mechanik vorlesung heute. wir haben rollpendel durchgerechnet und am ende meinte der prof: schade, jetzt haben wir gar kein so ein pendel da. ich habe das noch nie ausprobiert. ich weiß gar nicht, ob sich das wirklich so bewegt :D)

wolfgang
06.11.2008, 07:36
ich sehs auch nicht als großartigen gegensatz, nicht sonderlich technisch interessiert zu sein und physik zu studieren.

(das erinnert mich an meine theoretische mechanik vorlesung heute. wir haben rollpendel durchgerechnet und am ende meinte der prof: schade, jetzt haben wir gar kein so ein pendel da. ich habe das noch nie ausprobiert. ich weiß gar nicht, ob sich das wirklich so bewegt :D)
Ich kenn einen der ist ein wirklich extrem guter theoretischer Physiker, und häufig habe ich den Eindruck, dass ich ihn, was das "Gefühl" geht, in die Tasche stecke. Seine Intuition ist eher mathematischer Natur.

Aber im Labor ist die Intuition denk' ich schon wichtig.

Delisha
06.11.2008, 11:27
Ich habe was in Richtung Informatik studiert und mich da nie unterdrückt gefühlt. Auch im Job jetzt fühle ich mich nicht unterdrückt oder so. Klar gibts ab und zu dumme Sprüche, aber die kriegt jeder ab, nur mit anderem Inhalt.
Für mich wars eher so, dass man als Frau oft besondere Aufmerksamkeit bekommt, weil man schon eher was seltenes ist.

Man wird halt auch schon von anderen komisch angeguckt, wenn man sagt, dass man Informatik studiert hat. Da kommt meistens "So siehst du gar nicht aus."

Jemima
06.11.2008, 11:45
.

Jemima
06.11.2008, 11:48
.

Delisha
06.11.2008, 14:55
Bei uns ist auch mein Freund für den elektrischen Kram zuständig, weil er es einfach lieber macht als ich. Aber ich bin in der Lage, es selbst zu machen und das ist ja das Wichtige. Ich hab auch schonmal ne Steckdose angebracht. ;)
Ja das ist in vielen Dingen das Problem. Diese "Das kann ich doch eh nicht" Haltung.
Ich hab einige Freundinnen, die schon vor Erfurcht zusammenzucken, wenn sie nen Taschenrechner benutzen sollen, der 2 Tasten mehr hat. Denen wurde das aber auch von den Eltern so eingetrichtert.
Die Mutter ner Freundin wollte sie nicht mitfahren lassen, wenn wir die Reise online buchen, denn das kann ja nur schief gehen so über den Computer. Ist ja auch was völlig anderes als im Reisebüro.

Ich kann auch vieles nicht, aber manchmal hat man eben die Wahl sich nen teuren Handwerker/Elektriker zu suchen oder es doch selber zu machen. Und wenn man sich ein bisschen anstrengt und es sich vielleicht sogar noch von wem erklären lassen kann, dann kriegt man das meiste auch hin.

Jemima
06.11.2008, 16:31
.

Inaktiver User
06.11.2008, 16:42
ich studier nichts technisches, obwohl es mich sehr sehr interessiert, aber da laufen ja nur Nerds rum, nachher denkt noch jemand ich bin genauso.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ernsthaft so denkt.
Oh doch, da kenn ich einige Leute, die so denken und ein bestimmtes Fach nur studieren (oder studieren möchten), weil das gefragt ist, oder weil Leute dann denken, dass man was tolles ist usw. - und was anderes halt genau nicht, weil es vielleicht verpönt ist, oder Leute dann dieses und jenes von einem denken könnten.
Und das sind sowohl Männer als auch Frauen, von denen ich das weiß.

Wenn ich erzähl, was ich studiere, krieg ich immer ein "da laufen bestimmt viele Männer rum" zu hören - und es stimmt ja auch ;)

Zu diesen Männer/Frauen-Geschichten:
Ich kenn ganz viele Kerle z.B., die können keine Waschmaschine benutzen. Ist ja auch Frauensache. Die fahren dann lieber alle zwei Wochen mit einem Trolley zu Mami nach Hause und lassen die die Wäsche machen, anstatt die (vorhandene!) Waschmaschine im Haus zu benutzen :suspekt:
Und genauso kenn ich Mädels, die können nichtmal eine Schraube irgendwo festdrehen und wissen gar nicht, was in ihrem Computer eigentlich passiert, müssen sie ja auch nicht können, ist ja Männersache :augenroll:

Sowas hab ich gott sei Dank von zu Hause nicht mitbekommen, mein Vater kann z.B. die ganzen typisch "männlichen" Handwerkersachen überhaupt nicht, während meine Mutter da eine Engelsgeduld hat und jedes Regal aufgebaut bekommt.

Jemima
06.11.2008, 16:53
.

Inaktiver User
06.11.2008, 17:02
Sowas finde ich aber wirklich peinlich...der Beruf ist ja schon etwas, das das Leben in gewisser Weise mitbestimmt, wenn man sich da dann nur nach anderen richtet kann das doch nichts werden.
Naja, ich hab nen Freund, der will was bestimmtes (was überhaupt gar nicht zu ihm passt, also jeder, wirklich jeder, dem er erzählt, dass er das studieren will, verzieht total das Gesicht, weil es absolut unpassend ist) nur studieren, weil man damit gefragt ist und viel Geld verdienen kann. Spaß im Beruf? - Nebensache. Ist egal. Hauptsache, die Kohle stimmt und man wird vielleicht noch ehrfürchtig angeguckt, weil man "sowas" kann und lernt.

Und er will genau das auch schon, seit er 14 oder 15 ist und halt gelesen hat, dass man damit gut verdient :suspekt:

Jemima
06.11.2008, 17:57
.

Inaktiver User
06.11.2008, 18:29
ja klar, aber er will halt in einen Bereich, wo es schon sehr sehr wahrscheinlich ist, dass man da auch in absehbarer Zeit noch sehr einfach sehr viel Geld verdienen kann.
Und naja, ich denke auch, dass er sich vielleicht recht schwertun wird mit dem Studium, aber ich glaube, er wird es schon zu Ende machen, wenn nicht jetzt noch ein Wunder geschieht, das ihn doch davon abbringt, das zu machen ;)
Nur ist halt Geld seine einzige Motivation und das ist ja eigentlich nichts sonderlich erstrebenswertes. Finde ich.

(Ich studiere ja auch was, wo ich denke, dass es mir materiell schon besser gehen wird später als bei anderen Sachen, die ich auch gern gemacht hätte - aber es ist jetzt nicht so, dass ich meinen totalen Traum (den ich gar nicht habe) aufgegeben hätte, nur aus finanziellen Gründen)

Jaleela
07.11.2008, 16:55
Ich kenn einen der ist ein wirklich extrem guter theoretischer Physiker, und häufig habe ich den Eindruck, dass ich ihn, was das "Gefühl" geht, in die Tasche stecke. Seine Intuition ist eher mathematischer Natur.

Aber im Labor ist die Intuition denk' ich schon wichtig.

Das find ich jetzt echt interessant, da hab ich grade in letzter Zeit auch öfters nachgedacht :). Weil ich glaube das einzige was ich wirklich kann und habe ist Intuition, ein Gefühl dafür was funktionieren kann und was nicht. Rechnen kann ich eigentlich garnichts :D. Irgendwie doch interessant und ich frage mich ernsthaft ob ich das wirklich in diesem ellenlangen Studium gelernt habe oder ob ich mir den Scheiss nicht eigentlich hätte sparen können und direkt ins Labor gehen und dann jetzt schon weiter wäre. Hm.

wolfgang
08.11.2008, 09:27
Das find ich jetzt echt interessant, da hab ich grade in letzter Zeit auch öfters nachgedacht :). Weil ich glaube das einzige was ich wirklich kann und habe ist Intuition, ein Gefühl dafür was funktionieren kann und was nicht. Rechnen kann ich eigentlich garnichts :D. Irgendwie doch interessant und ich frage mich ernsthaft ob ich das wirklich in diesem ellenlangen Studium gelernt habe oder ob ich mir den Scheiss nicht eigentlich hätte sparen können und direkt ins Labor gehen und dann jetzt schon weiter wäre. Hm.

Ich habe immer Zweifel, wenn ich von Leuten hör' die Stein und Bein schwören, dass ihnen ihr theoretischer Unterbau nix bringt :) . Ich habe den Eindruck, dass viele Exphysiker nicht so arg viel rechnen können, die müssen aber damit leben, dass manche Exphysiker beides können ;)

Feli Filu
12.11.2008, 18:26
Naja, ich hab nen Freund, der will was bestimmtes (was überhaupt gar nicht zu ihm passt, also jeder, wirklich jeder, dem er erzählt, dass er das studieren will, verzieht total das Gesicht, weil es absolut unpassend ist) nur studieren, weil man damit gefragt ist und viel Geld verdienen kann. Spaß im Beruf? - Nebensache. Ist egal. Hauptsache, die Kohle stimmt und man wird vielleicht noch ehrfürchtig angeguckt, weil man "sowas" kann und lernt.

Und er will genau das auch schon, seit er 14 oder 15 ist und halt gelesen hat, dass man damit gut verdient :suspekt:
Was meinst du wieviele Medizin-Studenten diese Einstellung haben?

Sonora
12.11.2008, 18:35
ich studiere wirtschaftsingenieurswesen im 5ten semester für elektrotechnik und informationstechnologie. ich merk da keine diskriminierung.

wir haben damals mit circa 100 mann angefangen. sind jetzt noch knappe 50 mann. davon sind es 6 mädels. war anfangs vielleicht ein wenig komisch, weil ich vorher ein jahr auf ner mädchenschule war, aber hab mich dran gewöhnt.

wir haben auch einige weibliche professoren.

wenn man gefragt wird was man studiert und dann sagt wing, schauen einen manche halt etwas komisch an. so in richtung: duuuu als mädchen?? wie kann man sich denn da für sowas interessieren?

sparklehorse
13.11.2008, 00:01
ich studiere nichts technisches, aber in der schule hatte ich einen physiklehrer, der von der uni kam (also kein ausgebildeter pädagoge war) und der meinung war, mädchen bräuchten in physik besondere unterstützung. :suspekt:

komischerweise sind mir die physik-inhalte meines studiums dann sehr viel einfacher gefallen als das, was ich so in der schule machen musste. *hust*

ich hatte in der schule schon das gefühl, dass da die meinung vorherrschte, mädchen wären in sprachen und gesellschaftswissenschaften gut und jungs in naturwissenschaften und mathe. und dem hab ich mich bereitwillig untergeordnet, was mich mittlerweile ziemlich ärgert.

Inaktiver User
13.11.2008, 09:40
Was meinst du wieviele Medizin-Studenten diese Einstellung haben?

Bei Medizin-Studenten hab ich oft auch das Gefühl, dass manche Leute sich mit einem gewissen Schnitt dazu "verpflichtet" fühlen, Medizin oder Psychologie oder was mit ähnlich krassen Zulassungsvoraussetzungen zu studieren, weil man das irgendwie "so macht".
Ich bin da letztens auch über mich selbst erschrocken, da hat mir ein Freund erzählt, dass seine Cousine Geschichte und Englisch auf Lehramt studiert. Und ich kenn diese Cousine, die hatte ein 1,0er-Abi und hat noch irgendeinen Chemiepreis bekommen und da ist mir auch (ohne Absicht!) herausgerutscht "Mit 1,0 hätte ich aber was anderes gemacht" :durchgeknallt:
Es ist einfach so verankert auch, dass man mit einem ganz tollen Schnitt auch irgendwas studieren "muss", wo man einfach nur schwer reinkommt und wenn man schon nicht schwer reinkommt, dann bitte was, was keiner machen möchte, weil es einfach zu schwer ist.
Bei den ganzen Leuten aus meinem Abijahrgang, die 1,0 oder 1,1 hatten, ist das jetzt auch wirklich so, die studieren fast alle Medizin oder Psychologie oder irgendetwas sehr technisch-anspruchsvolles an einer Eliteuni oder wollen Journalismus machen nach dem Zivi oder sowas - halt was, wo man nur mit einem superguten Schnitt reinkommt.

Waermflasche
13.11.2008, 09:44
*

Jaleela
13.11.2008, 21:21
Mein Physiklehrer war auch promoviert und eigentlich ganz normler Physiker eben, kein Lehrer und der hat nie zwischen Jungs und Mädels unterschieden. Bzw. naja, keine Ahnung. Er fand mich jedenfalls immer richtig toll, vielleicht weil ich ein Mädchen war und "trotzdem" immer die beste, das weiß ich nicht. Aber auch bei den schlechten Mädels hab ich nie was blödes von ihm gehört. Es gibt halt einfach bessere und schlechtere Lehrer wohl.

Bilky
13.11.2008, 21:39
Ohne mir jetzt den ganzen Thread durchgelesen zu habe, wollte ich nochmal was zu veneas Erzählungen anmerken.
Ich hab auch eine Menge Lehrer erlebt, für die Mädchen einfach von Natur aus keine Begabung für Mathe, Physik und alles technische haben konnten. Die für die Mädchen extra Übungsklausuren aufgesetzt haben, weil es die armen weiblichen Wesen ja sonst gar nicht schaffen, mehr als eine 5 für Physik im Zeugnis der 11.Klasse stehen zu haben.
Wie auch einen Lehrer, der den Mädchen regelrecht verboten hat, in die IT-AG zu kommen, weil die den Betrieb sowieso nur aufhalten, da sie ja dem Tempo nicht folgen können.

Obwohl es echt schon eine Weile her ist, ärgert es mich heute noch, dass ich mich davon so einschüchtern hab lassen. Ich habe auch erst im Studium gemerkt, dass Mathe an der Uni etwas anderes bedeuten kann als den Stoff, den man in der Schule durch genommen hat.

Delisha
14.11.2008, 09:20
Wie auch einen Lehrer, der den Mädchen regelrecht verboten hat, in die IT-AG zu kommen, weil die den Betrieb sowieso nur aufhalten, da sie ja dem Tempo nicht folgen können.
Krass, ich glaube da hab ich echt Glück gehabt. Mein Informatik-Lehrer hat sich gefreut, dass ich mit in der Info-Ag war. Und im Unterricht hab ich Bonusaufgaben bekommen, damit ich mich nicht langweile. Also es gab halt immer ein paar, die den Basisunterricht mitgemacht haben und ein paar, die sich mit Dingen beschäftigen konnte, auf die sie Lust hatten, solange es mit Informatik zu tun hatte natürlich. Klausuren musste aber jeder mitschreiben. Und er hat da keinerlei Unterschied gemacht, ob weiblich oder männlich.

Citronella
14.11.2008, 09:33
mein physiklehrer war auch diplom-physiker und kein ausgebildeter lehrer eigentlich - und der hat ueberhaupt keine unterschiede gemacht. wir waren im lk dann letztendlich 3 maedels und 3 jungs.
ich hab mich nach dem abi, als ich schon studierte, mal mit ihm darueber unterhalten und er meinte, dass er das mit all seiner lehrererfahrung auch ueberhaupt nicht nachvollziehen kann, wie man auf die idee kaeme, maedchen seien da weniger begabt fuer.

Softball-girl
14.11.2008, 19:16
meine phzsiklehrer waren grauenvoll. derjenige, den wir so von der 8 bis 11. hatten hat die maedchen total abgeschrieben. ich war auch total demotiviert, obowhl physik in der 7. fast noch mein lieblingsfach war... in der 11. war ich dann in den usa und hatte jeden tag echt tolle 1,5 stunden physik. da wurden garkeinen doofen sprueche gemacht.

ich war auch imerm das einzige maedchen in der informatik ag und der lehrer hat sich voll drueber gefreut, dass wer weibliches auch mla da war. leider waren die anderen kandiadtaen da teilweise sehr verschroben.

ingesamt wuerde ich meine schulerfharungen negativ einschaetzen.

Jaleela
14.11.2008, 19:48
Ist denn hier irgendwer der z.B. in der Schule so richtig blöde Erfahrungen gemacht hat und TROTZDEM ein Studium o.ä. in die Richtung aufgenommen hat? Ich fänds interessant zu sehen wie groß der Einfluss bei sowas ist einfach.

Ich persönlich kann allerdings glaube ich behaupten, dass mich sowas, zumindest zu dem Zeitpunkt als der Physikunterricht losging (wann war das? Spät glaube ich, bei uns in der neunten erst?) in meinem Selbstverständnis schon so gefestigt war, dass mich ein blöder Lehrer was das angeht schon nichtmehr aus der Bahn gebracht hätte. Ich glaube ich wäre zu dem Zeitpunkt schon längst in der Lage gewesen zu kapieren, dass der Lehrer eben ein Idiot ist und hätte niemals selbst angefangen zu glauben, dass Mädchen sowas tatsächlich nicht können. Ich war von der Grundschule an sehr gut in Mathe (später dann nichtmal mehr so, aber egal) und hatte überhaupt keine Angst vor dem was in Physik auf mich zukommt, es wird einem doch vorher schon immer erzählt, dass das eben sehr mathematisch ist? Einem Lehrer der spezielle Mädchenaufgaben gestellt hätte hätte ich definitiv ordentlich die Meinung gegeigt, auch schon mit 14, da bin ich 100%ig sicher.

Habt ihr denn in Mathe auch solche Erfahrungen gemacht? Und habt ihr euch nie über solche Lehrer beschwert? Nach langem grübeln fiel mir noch ein Lehrer ein den ich in Ethik mal hatte, der hat die Schach-AG geleitet und auch öfters erzählt, dass Mädchen das ja überhaupt nicht können - hat mich und andere aber genauso gerade deshalb doch gebeten einzutreten, um ihm das Gegenteil zu beweisen. Leider hat mich Schach einfach nie besonders interessiert, aber diskrimminiert hab ich mich von diesem Lehrer auch nie wirklich gefühlt. Ist es nicht immer auch ne Frage dessen wie man mit sowas umgeht? Ich selber mach heute manchmal noch solche Sprüche wenn an der Uni irgendne unliebsame Aufgabe ansteht und red mich damit raus, dass ich ein Mädchen bin und sowas eben nicht kann ;). Es muss doch, bei aller Emanzipation, auch ein bißchen Spaß und Ironie erlaubt sein? WENN mir solche Frauensprüche begegnen dann versteh ich die zumindest immer mit einem Augenzwinkern und kann da auch super drüber lachen. Hey, ich promovier grade in Physik und schreibe euch dies aus Austin von der größten Magnetismus-Konferenz der Welt wo ich am Dienstag einen Vortrag halten durfte, ich bin doch der lebende Beweis, dass die Leute die behaupten Frauen könnten sowas nicht Idioten sind? Hier, in dieser community wo sich Menschen aus der ganzen Welt treffen wird mir jedenfalls ausschließlich überaus positiv begegnet und ich kann zu 500 Prozent ausschließen, dass irgendeine Frau hier (und es sind einige da!) was anderes erlebt. Wenn so ein Depp von der Straße (jetzt mal doof gesagt) meint ich könnte das nicht, was kann ich da noch anderes tun als mit den Schultern zu zucken und ihm noch viel Erfolg im Leben zu wünschen? Den Status, dass mich sowas beeinflussen würde hab ich schon seit einem Alter von spätestens 10 Jahren überwunden. Das kann ich letzten Endes wahrscheinlich nur meinen Eltern verdanken..

Vielleicht ist die letzte unbearbeitete Aufgabe der Emanzipation einfach die, dass die Frauen selbst mit ihrem Selbstbewusstsein hinterher kommen?

Softball-girl
14.11.2008, 20:59
ja, ich bin trotzdem als entwicklerin geendet :D

sparklehorse
17.11.2008, 01:04
in mathe hab ich ähnliche erfahrungen gemacht, ja.

und das hat mich absolut davon abgehalten, chemie zu studieren.
naja. irgendwann war die schule weit genug weg dass ich mich doch wieder an die naturwissenschaften rangetraut hab..

ich würde nie was sehr physiklastiges machen wollen, dazu machts mir doch zu wenig spaß (vielleicht auch, weil mir andere sachen einfach leichter fallen), aber meine mädchenkinder werden sowas von ermutigt, ingenieure zu werden oder so. :P

wolfgang
17.11.2008, 04:34
Hey, cool (Konferenz und so)...

Du hast meiner Ansicht nach insofern recht, als dass wenn ein Interesse wirklich da ist, Lehrer ab einem gewissen Zeitpunkt nicht viel kaputtmachen können. Aber natürlich gehen diejenigen Leute verloren, die eine Begabung haben, dies aber noch nicht wissen.


Vielleicht ist die letzte unbearbeitete Aufgabe der Emanzipation einfach die, dass die Frauen selbst mit ihrem Selbstbewusstsein hinterher kommen?

Eine der letzten Aufgaben, vielleicht?

Ich weiß aber auch nicht, ob das nicht eher Harmoniebedürfnis ist, als mangelndes Selbstbewusstsein.

Jemima
17.11.2008, 11:18
.

Sethos
17.11.2008, 21:49
Ich finde, dass gerade in der Pubertät, wenn man eh so unsicher ist, viel kaputtgemacht werden kann. Da müssen die Mädchen schon sehr selbstbewusst sein, um damit umgehen zu können.

Mir wurde auch gepredigt, ich solle doch einen anderen Job machen als Chemie, Medizin oder ähnliches, weil zu schwer (wegen der vielen Naturwissenschaften im Studium...). Ich habe mich leider verunsichern lassen und bin heute schon etwas enttäuscht von meinen Eltern, dass sie mich in der Hinsicht so verunsichert haben.

Jemima
18.11.2008, 11:13
.

5% mehr
19.11.2008, 19:59
Ich bin ja auch Physikerin (und Biologin), alles in allem habe ich das Gefühl im Studium eher Vorteile dadurch gehabt zu haben, man fällt halt doch einfach auf und wird im Gang von Profs mit Namen gegrüßt und ich denke wenn man eine Referenz o.ä. bräuchte hilft das schon.

Dumme Kommentare habe ich soweit ich mich erinnere von Profseite zweimal bekommen, einmal von einem Biologen, der sagte er würde keine Doktorandinnen wollen, die brächten in der Forschung nichts, denn irgendwann bekämen die ja eh Kinder und wären damit ein Vollausfall.
Der zweite war ein älterer Physiker, der es zuerst in der Wirtschaft zu etwas gebracht hatte und dann auf seine alten Tage hin nochmal Prof geworden war - jedenfalls sollte ich in einem Seminar bei ihm einen Vortrag halten über etwas ziemlich angewandtes, aber mit mathematischer Herleitung. Er wollte, daß ich das als PPP mache, ich hab gefragt, ob ich nicht die Herleitung an der Tafel machen könne, weil ich das didaktisch sinnvoller fand als die Formeln einfach so an die Wand zu werfen, er guckte mich verständnislos an und sagte, das hätte er nicht gerne, in der Wirtschaft würde man das auch nicht so machen, aber wenn ich das wollte würde er mir auch gerne erklären, wie man Formeln in eine PPP einfügt :'). Ich nehme an, hätte ich ein Y Chromosom mehr gehabt, wäre er nicht einfach davon ausgegangen, daß es ein sich-drücken-vor-der-Technik war. Na ja.


Übrigens sackt die Frauenquote bei uns auch erst nach der Promotion ab, was ich genau wie Citro(?) weiter oben darauf zurückführe, daß zumindest in den Naturwissenschaften die Prof-Laufbahn denkbar familienungeeignet ist, dazu braucht man eben einen Partner, der beruflich ortsflexibel ist - mit zwei anspruchsvollen Karrieren wird das eher nichts, falls man nicht zufälligerweise einen Schriftsteller oder so ehelicht.

Ach so, und apropos Lehrer: ich hatte einen ganz furchtbaren Physik-LK Lehrer, der der Meinung war, Frauen könnten das irgendwie nicht so sehr, wir waren 12, zehn Kerle und zwei Frauen, die andere Frau hat in Oxford Physik und Philo studiert und promoviert mittlerweile an einer ivy league Uni in den USA, soweit ich weiß haben wir damit alle zehn Kerle ausgestochen und sind erfolgsmäßig auf Plätzen eins und zwei, aber der Satz "xxx, da hat Sie Ihre weibliche Intuition nicht getäuscht, möchte das nun einer der anwesenden Herren erklären?" sorgt auf Partys immer wieder für Gelächter.

Inaktiver User
20.11.2008, 11:59
Hallo!
Ich habe als Frau Maschinenbau studiert und arbeite als Entwicklungsingenieurin im Bereich Fahrzeugtechnik.
Ich kann von so einigen Situationen und Begebenheiten berichten, die schon etwas unschön waren. Muss aber auch sagen, dass in Studium und Beruf schon weitestgehend Gleichbehandlung herrscht und das Diskriminierung wirklich die Ausnahme darstellt.

Sehr oft habe ich es erlebt, das meine Mitschüler und Mitstudenten mich als eine Art Eindringling gesehen haben. Und wehe ich war auch noch besser als sie, das hat ihr männliches Ego kaum verkraftet. Dann kamen oft sehr böse und gemeine Sprüche. In der Schule war ich Aussenseiter, weil weder Jungs noch Mädchen mit so einer zu tun haben wollten. Im Studium gab es diese Typen immer noch, die Mehrheit aber fand es angenehm das Frauen mit in den Vorlesungen und Laboren saßen. Trotzdem wird mir oft mein fachliches Wissen nicht so recht zugetraut, bzw. fachliche Aussagen von mir immer wieder in Frage gestellt. Im Job ist mir dergleichen aber noch nie passiert. Da bin ich ein Ingenieur wie alle anderen auch.

Im Grundstudium hatte ich einen recht alten Physik Professor, der überhaupt keine Hehl daraus machte die Frauen in seinen Vorlesungen liebend gerne an die Luft zu setzten. Er hat das auch in seinen Vorlesungen mehrfach deutlich betont. Frauen gehören nicht in technische Studiengänge und bringen nur unnötige Unruhe rein und wenn er was zu sagen hätte, säßen wir alle nicht hier.

Oft kommt es mir so vor als haftet an einer Frau mit technischem bzw. "Männerberuf" eine Art Makel. Man ist positiv überrascht will aber dann nicht näher mit ihr zu tun haben. Das ist mir nicht nur mit Männern so passiert, auch Frauen gehen manchmal sichtlich auf Disstanz. Erst vor ein paar Wochen hat man meinen Mann gefragt, ob eine solche Frau wie ich denn eigentlich noch irgendetwas femininies an sich hat. Das war nach längerer schmähfreien Zeit mal wieder der große Schlag. Er kam übrigens von einer Frau.

Ach, ich könnte noch viel berichten, bin aber im großen und ganzen der Meinung, das wir so weit emanzipiert sind und Gleichbehandlung herrscht.

Jemima
20.11.2008, 18:22
.

5% mehr
21.11.2008, 00:45
Oft kommt es mir so vor als haftet an einer Frau mit technischem bzw. "Männerberuf" eine Art Makel. Man ist positiv überrascht will aber dann nicht näher mit ihr zu tun haben. Das ist mir nicht nur mit Männern so passiert, auch Frauen gehen manchmal sichtlich auf Disstanz. Erst vor ein paar Wochen hat man meinen Mann gefragt, ob eine solche Frau wie ich denn eigentlich noch irgendetwas femininies an sich hat. Das war nach längerer schmähfreien Zeit mal wieder der große Schlag. Er kam übrigens von einer Frau.

Sowas ist mir noch nie passiert, gerade Männer fanden das immer super - hatte auch immer den Eindruck, daß das Frauen um mich rum ähnlich geht.

Oh, und ich hab noch eine lustige Anekdote: eine Freundin von mir hat Physik studiert in einer Stadt, in der die Physiker immer mit den Ernährungswissenschaftlern zusammen Partys gemacht haben, zwecks Geschlechterquote. Sie ist eine unwahrscheinlich gute Köchin und hat irgendwas zum Buffet beigesteuert, das rasant abging. Als sie hinterher ihre Platten wieder einsammeln wollte, kam ein Physiker auf sie zu und fragte, ob sie nicht nach den Semesterferien mal was mit ihm machen wolle, woraufhin sie entgegnete, daß sie da nicht könne, da wäre sie im Auslandssemester in Harvard. Daraufhin er: "Das wird aber ein krasses EWi-Diplom :o".

sparklehorse
21.11.2008, 10:33
Sowas ist mir noch nie passiert, gerade Männer fanden das immer super - hatte auch immer den Eindruck, daß das Frauen um mich rum ähnlich geht.


ich glaub, das maschinenbauer tendentiell etwas konservativer sind als physiker. zumindest die, die ich kenne, sind so..

Delisha
21.11.2008, 11:02
Ich hab im IT-Bereich eigentlich immer das Gefügl die Männer freuen sich, dass ne Frau da ist und sie mal nicht nur unter Männern sind.

Inaktiver User
21.11.2008, 16:39
Da hab ich auch noch ne nette Geschichte:
Zusammen mit einer Mitbewohnerin (Studentin der Pädagogischen Hochschule) habe ich eine Party besucht. Sie stellte mich zwei ihrer Freundinnen vor und man kam so ins Gespräch. Ob ich auch auf Grundschullehramt studiere und was den meine Fächer seien. Ich winke ab, nein ich bin an der Fachhochschule, mache kein Lehramt. Ach, dann studiere ich wohl Sozialarbeit, nein ich studiere Maschinenbau. Das Gespräch erstarb ich schaute in zwei entsetzte Gesichter, man sprach den ganzen Abend nicht wieder.
Über so ein Schubladendenken muss ich bis heute einfach nur lachen.

wolfgang
22.11.2008, 19:08
Da hab ich auch noch ne nette Geschichte:
Zusammen mit einer Mitbewohnerin (Studentin der Pädagogischen Hochschule) habe ich eine Party besucht. Sie stellte mich zwei ihrer Freundinnen vor und man kam so ins Gespräch. Ob ich auch auf Grundschullehramt studiere und was den meine Fächer seien. Ich winke ab, nein ich bin an der Fachhochschule, mache kein Lehramt. Ach, dann studiere ich wohl Sozialarbeit, nein ich studiere Maschinenbau. Das Gespräch erstarb ich schaute in zwei entsetzte Gesichter, man sprach den ganzen Abend nicht wieder.
Über so ein Schubladendenken muss ich bis heute einfach nur lachen.
Weisste, von solchen Geschichten habe ich 100e :) . Das ist keine Diskriminierung von Frauen in Technikberufen, dass ist das Mistrauen der Geisteswissenschaftler gegen Natur- und Ingenieurwissenschaftler. Das fällt mir eigentlich immer noch häufig auf, dass nur wenige Leute die Traute haben, über die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft Fragen zu stellen.

wolfgang
22.11.2008, 19:08
Ich hab im IT-Bereich eigentlich immer das Gefügl die Männer freuen sich, dass ne Frau da ist und sie mal nicht nur unter Männern sind.
Ja. Sonst könnt man ja auch gleich bei der Armee arbeiten.

Citronella
22.11.2008, 19:17
Weisste, von solchen Geschichten habe ich 100e :) . Das ist keine Diskriminierung von Frauen in Technikberufen, dass ist das Mistrauen der Geisteswissenschaftler gegen Natur- und Ingenieurwissenschaftler. Das fällt mir eigentlich immer noch häufig auf, dass nur wenige Leute die Traute haben, über die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft Fragen zu stellen.

echt? mein bruder studiert so die klassischsten aller geisteswissenschaften (germanistik, philosophie und so kram) und gerade seine freunde sind immer die, die sofort begeistert sind, wenn sie hoeren was ich mache und dann auch gerne ueber sehr grundsaetzliche dinge und die zusammenhaenge diskutieren und nachfragen (der eine schreibt sogar mails, weil er das mit den schwarzen loechern und dem weltuntergang jetzt doch mal genauer erklaert haben moechte :P).

ich hab das so echt nie erlebt, dass ich das gefuehl hatte fuer leute komisch zu sein oder dass sie irgendwie nicht mehr mit mir reden. und ich bin jetzt noch nicht mal voellig unnerdig oder so.

smily
23.11.2008, 02:59
Ich studiere zur Zeit Maschinenbau.

In der Schule hatte ich eigentlich selten das Gefühl von Seiten der Lehrer diskrimminiert zu werden.
Der Physik-Lehrer in der Mittelstufe meinte zwar zu einer Mutter von einer einer Freundinn von mir gesagt, Frauen seien in Physik generell unbegabt, aber am Ende hatte ich trotzdem als eine von wenigen eine eins...:D

Was mir fast schon irgendwie Mut gemacht (auch wenn sich das jetzt übel anhört) war dass ein Junge, der am Anfang ganz groß das Maul aufgerissen hat, und auch echt vielmehr konnte als alle anderen, dann tatsächlich wegen Info Sitzen geblieben ist. Das war so die Erkenntnis: es kommt nicht auf Vorwissen an, sondern darauf, wie schnell/sorgfältig man den neune Stoff vorbereitet. (Hat sich überigens während des Studiums oft bestätigt. Die mit dem meisten Vorwissen und oft der größten Klappe, sind nicht die, die ihr Studium am schnellsten/besten beenden)

Ich war eins der wenigen Mädchen im Mathe-LK, aber weder der Lehrer, noch der Rest der Mitschüler hat mich jemals irgendwie diskriminiert, weil ich eine Frau bin. (Vielleicht, weil ich manchmal etwas chaotische Antworten gegeben habe, aber die Kommentare haben Jungs mit wirren Argumentationen auch kassiert).

Wer allerdings extrem überrascht/irritiert geschaut hat, als ich sagte, ich will Maschbau studieren waren die Lehrer in den Sprachen/Geisteswisschenschaften so nach dem Motto: Das hast du doch nicht nötig, mit dem Schnitt kannst du doch was "passenderes" machen. Zum Beispiel Medizin. Oder Psychologie...

Im Studium geht es so.. am Anfang gibt es halt das klassische Pfeifen, wenn man zu spät kommt, aber mittlerweile machen sie das auch hin und wieder bei Jungs...
Und von Seiten der Profs: bis auf ein oder zwei Ausnahmen, verhalten die sich uns gegenüber extrem freundlich/fair.

souris
01.12.2008, 11:23
ich studiere informatik:
wir haben aber immerhin 20-30% frauenanteil, besonders fühlt man sich also nicht.
diskriminiert hab ich mich im studium noch nie gefühlt. das einzige was mir manchmal auffällt ist, dass wenn ich mit meiner üblichen arbeitsgruppe (noch eine frau und ein mann) an einem projekt arbeite wir manchmal komisch angeschaut werden, weil es nicht oft vorkommt, dass der frauenanteil in einer gruppe größer ist.
aber mir wär noch nie aufgefallen, dass ein professor mehr oder weniger von mir erwartet, weil ich weiblich bin.

allerdings hab ich letztens ein "spannendes" gespräch mitgehört:
gruppeneinteilung für ein projekt - es hätten 3er gruppen werden sollen. 4 leute waren noch über 2 frauen und 2 männer, die 2 frauen möchten zusammenarbeiten, einer der männer schließt sich ihnen an. der professor bietet dem übrig gebliebenen an, sich als vierter einem team anzuschließen oder sich mit dem anderen mann zu einer 2er gruppe zusammenzufinden, dann wären aber die 2 frauen auch eien 2er gruppe gewesen. deswegen meint der professor, er soll sich lieber wo als 4. anschließen, weil er bezweifelt, dass die 2 frauen die übung alleine schaffen...

und noch vor dem studium war ich auf einer berufsinformationsmesse, wo auch meine jetzige uni einen stand hatte und wollte mir informationsmaterial über mein jetziges studium holen, da meinte der professor/dozent/... der den stand betreute, dass informatik ein großes mathematisches verständnis benötige, welches man als frau nicht mitbringen kann und hat mir kein infomaterial gegeben.

was mir in gesprächen mit außenstehnden auffällt, ist dass man mir manchmal nicht glaubt, dass ich informatik-studiere, weniger weil ich frau bin sondern weil ich in sachen mode wohl nicht dem klischee-informatiker entspreche...

Inaktiver User
15.04.2009, 09:42
Also ich studiere auch Informatik, allerdings ist es bei mir etwas anders als bei dir.

Wir waren zu Beginn 147 Studienanfänger und davon waren 5 Frauen (wirklich gesehen hab ich allerdings nur 2 andere in den Vorlesungen).
Naja eigentlich hab ich mich da super reingefunden, weil ich eh nicht so der krasse Mädchentyp bin vom Charakter und ich hab mich auch recht schnell mit unserer Fachschaft angefreundet (ich bin auch eher der offene, "laute" Mensch). Eines Morgens (wir hatten eine Zwischenprüfung für die Scheine) kam dann einer mit dem ich recht viel zu tun hatte zu mir und meinte so, dass ja einige erwarten würden, dass ich das jetzt vermassle. Auf Nachfragen habe ich dann erfahren, dass wohl einige Leute mit denen ich mich eigentlich super verstanden hab sogar schon darüber geredet (gewettet will ich jetzt nicht sagen) haben, wann ich denn rausfliegen könnte.

Sowas kann ich leider nicht mit einem einfachen Schulterzucken abtun, vor allem, weil es noch so hinter dem Rücken gelaufen ist.

Andere Situation: Wir sollten Übungen machen und abgeben (ebenfalls für die Scheine) und ich habe ein Gespräch zwischen zwei Mitstudenten angehört, die scheinbar Probleme mit einer der Aufgaben hatten. Da ich die Aufgaben schon am Abend zuvor gemacht hatte bin ich kurz entschlossen rüber und wollte ihnen kurz ein paar Tipps geben oder es ihnen ggf. erklären.
Der eine ist dann einfach mal weg und der andere hat sich zwar alles erklären lassen, meinte aber am Ende nur so "Aha" und schaute mich total seltsam an. Davor hatte ich eigentlich ein bis zwei nette Gespräche mit ihm, aber danach - NADA!

Naja mittlerweile fühl ich mich da auch gar nicht mehr wohl. Ich habe auch das Gefühl von meinen mitstudierenden "Freunden" und jenen aus der Fachschaft nur noch beobachtet zu werden, weil sie ja auf jeden Fall mitbekommen wollen, wenn ich mal einen Fehler mach.

Leider bin ich da nicht so die Kämpfernatur, die sagt: Ha! Euch zeig ich's!
Deshalb wechsel ich jetzt die Uni und halte mich da mal lieber im Hintergrund.

Hui, ist lang geworden!

Edit: Achja und von den Reaktionen, wenn ich anderen erzähl was ich studier, brauch ich ja gar nicht erst zu erzählen, oder? ;)

Inaktiver User
15.04.2009, 13:29
Andere Situation: Wir sollten Übungen machen und abgeben (ebenfalls für die Scheine) und ich habe ein Gespräch zwischen zwei Mitstudenten angehört, die scheinbar Probleme mit einer der Aufgaben hatten. Da ich die Aufgaben schon am Abend zuvor gemacht hatte bin ich kurz entschlossen rüber und wollte ihnen kurz ein paar Tipps geben oder es ihnen ggf. erklären.
Der eine ist dann einfach mal weg und der andere hat sich zwar alles erklären lassen, meinte aber am Ende nur so "Aha" und schaute mich total seltsam an. Davor hatte ich eigentlich ein bis zwei nette Gespräche mit ihm, aber danach - NADA!

das muss aber nichts mit dem unterschied mann/frau zu tun gehabt haben... ich behaupte mal, das hätte dir mit einiger wahrscheinlichkeit auch passieren können, wenn die angesprochenen ebenfalls frauen gewesen wären. keiner lässt sich gerne "belehren"... wenn du auf hilfe angesprochen und drum gebeten wirst, ist das was anderes, aber wenn du dich da einfach so ungefragt mit reinschaltest, kann es dir eben schon passieren, dass die betreffenden dann reagieren, wie sie hier reagiert haben.
mir auch schon passiert (während der ausbildungszeit noch). ich hatte eine kollegin, die fachlich eher mittlere bis schwache leistungen gebracht hat und desöfteren mal neidisch war, wenn andere bessere ergebnisse hatten als sie. ich bin darauf eigentlich nie eingegangen und hab mich immer um freundlichkeit bemüht. einmal hab ich dann zufällig mitbekommen, wie sie mit einer aufgabe probleme hatte... und da ich gerade danebensaß, hab ich ganz freundlich "mal eben schnell" hilfe angeboten. da bin ich auch angeschnauzt worden, dass ich mich umgedreht hab. seither bin ich da bei sowas sehr vorsichtig.

die übrigen beispiele, die du genannt hast (z. b. von dem prof, der dir kein infomaterial mitgeben wollte, weil frau > zu doof für mathe), sind aber natürlich krass.

Inaktiver User
19.04.2009, 03:04
Jo da magst du recht haben. Aber ich finde da ist auch ein Unterschied, ob man was einfach nett erklären und helfen will oder ob man überheblich tut dabei. Wobei sich manche wohl generell im Stolz verletzt fühlen bei sowas. :augenroll: aber uns wurde damals auch erklärt, dass man sich manchmal einfach helfen lassen muss. Den Spruch "alleine studieren kann man nicht" kennt ja wohl jeder. Ob er jetzt 100% zutrifft oder nicht ist erstmal nebensächlich.

Ich wollte da ja wirklich nur helfen und habs auch wirklich nur nett und in ein paar Sätzen erklärt aber seine Reaktion fand ich echt übertrieben.

Jaleela
19.04.2009, 03:25
ICH finde man muss über manchen Dingen eben einfach ein bißchen drüberstehen. Dazu gehört diese ganze "Mädchen können das doch eh nicht"-Sache eben. Ich mach das, alle meine Kollegen (85% Männer) machen das und wir fahren alle gut damit. Und die Sache mit der ungefragten Hilfe: Ich find das ebenso unangenehm wie die "die schafft das doch sowieso nicht"-Geschichte.... Niemand, egal welches Geschlecht und so, lässt sich gerne bevormunden. Und wenn man Hilfe braucht fragt man danach. Ich weiss, dass das jetzt alles kacke klingt, aber es ist so: Es funktioniert. Und mir gehts gut damit. Und ich glaube es ist der einzige Weg der funktioniert.

Ich hatte Professoren, zwei an der Zahl, die haben mir blöde Sachen gesagt. Die waren eh komisch und haben allgemein komische Sachen gesagt. Teilweise über Frauen und Technik, allerdings glücklicherweise für sie UND mich nie zu mir, das wär nicht gut ausgegangen ;), und konkret zu mir ob ich mir denn wirklich sicher wäre, dass das mit Physik so die richtige Entscheidung war. Implizit ob ich nicht zu doof dafür wäre. Von oben herab und total kacke, ich war natürlich in der schlechteren Situation und was kann man dazu dann schon sagen zu nem Prof, klar. Aber hey, jetzt promoviere ich, mit Sicherheit auf meine Art und Weise. Mit Sicherheit bin ich nicht die schlauste von allen. Muss ich auch garnicht. Find ich selbst. Aber die beiden Professoren grüssen mich jetzt immer freundlich. Kennen nach jahren meinen Namen noch, interessieren sich für das was ich tue. Sind vielleicht ein bißchen ungläubig, aber behandeln mich mit richtig viel Respekt. Und ich hab das alles nie nie niemals DESHALB durchgezogen, aber es befriedigt mich mittlerweile ungemein. Ich hab "gewonnen" weil ich auf der richtigen Seite stehe. Und immer schon stand. Und ich war mir dessen immer vollkommen bewusst, egal wie dumm man mich behandeln wollte.

Himmel, Mädels! Ein Fünkchen Selbstbewusstsein! Solche Jungs, die Wetten abschliessen über ne Informatikerin, das sind die mit denen man sich einfach nicht abgibt! Nicht weil sie so "gemein" sind oder so. Weils VOLLIDIOTEN sind! Ich jedenfalls rieche die 10 Meter gegen den Wind und wenn sie noch garnix gesagt haben :D. Das sind eh die die als allererstes verloren gehen, nicht die Frauen über die sie lästern.

Mein "Chef" strebt bei uns übrigens ne Frauenquote von 50% an, dass es bei den Physikern nur etwa 25% überhaupt gibt ist ihm egal :P. Und dass wir Mädels, das sag ICH jetzt mal ganz wertfrei und realistisch, eigentlich weniger leisten als die Jungs, ist ihm egal. Wir machens anders. Aber deshalb nicht schlechter. Und meine Bürokollegin ist schwanger jetzt. Hatte große Sorge wie alle das aufnehmen und wie das weitergehen soll, alles in Butter. Freitag sag ich zum Chef, mehr so im Spaß "Ha, dann werd ich einfach auch schwanger!" und er sagt mit ganz leuchtenden Augen "Klar! Mach mal! Ich find das gut!". Und ich sag "Äh. Und wenn wir Mädels das jetzt alle machen dann liegt der Laden bald flach hier Chef, das kann doch nicht richtig sein?" und er sagt "Jaleela, es gibt wichtigeres im Leben als Physik.". Und wir sind verdammt noch mal alle gut in dem was wir tun. Unsere Gruppe ist gut, der Chef hat einen echten Namen, wir sind viele. Die richtige Seite. Und wenn man alleine da steht, es bleibt die richtige Seite und wenn man das weiss und die anderen auslachen kann kann einem nixmehr passieren, fertig.

wolfgang
19.04.2009, 17:23
Glückwunsch zu Deinem Chef :)

Hmm. Ich denk' es kommt teilweise auch auf's Glück an. Ich kenn einen, der hat vor einigen Jahren gesagt: Ich stell jetzt erstmal keine Frauen mehr ein, einfach deswegen, weil sich der eine Schwung Frauen die er eingestellt hat gegenseitig die Köppe eingehauen haben. Nix Macho und Gegenwind, sondern einfach Frauen die sich gegenseitig zerreiben wollen... Die "Generation" danach hat einfach *nix* gemacht. Dann war einige Jahre Pause, und jetzt habe ich letztens festgestellt, dass er doch wieder ne Frau eingestellt hat.

Inaktiver User
19.04.2009, 17:26
Glückwunsch zu Deinem Chef :)

Hmm. Ich denk' es kommt teilweise auch auf's Glück an. Ich kenn einen, der hat vor einigen Jahren gesagt: Ich stell jetzt erstmal keine Frauen mehr ein, einfach deswegen, weil sich der eine Schwung Frauen die er eingestellt hat gegenseitig die Köppe eingehauen haben. Nix Macho und Gegenwind, sondern einfach Frauen die sich gegenseitig zerreiben wollen... Die "Generation" danach hat einfach *nix* gemacht. Dann war einige Jahre Pause, und jetzt habe ich letztens festgestellt, dass er doch wieder ne Frau eingestellt hat.

meine damalige ausbildungsklasse an der berufsfachschule bestand auch fast ausschließlich aus frauen, und da gab es auch viel zickerei.
reine männergruppen sind aber teilweise auch nicht ohne... da geht es dann auch einfach viel um macht.
am besten ist denk ich immer noch die gemischte variante :D