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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich krieg kein Bafög =/



Inaktiver User
04.01.2009, 14:58
Laut Internet-Bafög-Rechner, krieg ich, wenn ich jetzt bald anfange zu studieren kein Bafög...

Hab ich denn Anspruch auf was anderes dann? Sowas wie Wohngeld oder so?
Ich will in eine andere Stadt gehen zum studieren...

magda
04.01.2009, 15:01
Willkommen im Club. :durchgeknallt:


Hab ich denn Anspruch auf was anderes dann? Sowas wie Wohngeld oder so?
Nein. Eher im Gegenteil, du musst dann auch noch GEZ und solche Sachen zahlen (was bei Bafög-Empfängern wegfallen würde).

Inaktiver User
04.01.2009, 15:02
So eine Scheiße...

Was muss man noch alles zahlen? Ich hab keine Ahnung...

Inaktiver User
04.01.2009, 15:15
krankenkasse musst du zahlen

ich bekomme auch nichts, wenn ich studiere, weil meine eltern laut bafög rechner 50€ zuviel verdienen :rotwein:

magda
04.01.2009, 15:18
Weiß ich jetzt grad gar nicht mehr genau, evtl. war es auch "nur" GEZ.
Aber bei solchen Versuchen wie Stiftungen und so hab ich immer wieder zu lesen und hören bekommen: Die Höhe richtet sich (auch) nach dem Bafög-Anspruch.
Find ich ebenfalls zum Teil unlogisch, diese Erklärung.

Ich habe derzeit vier Nebenjobs um über die Runden zu kommen..

Laxe
04.01.2009, 15:24
Wenn du gesetzlichversichert bist und unter 24 dürftest du noch bei deinen Eltern mitversichert sein. Außer du verdienst zu viel.

Inaktiver User
04.01.2009, 15:26
Wenn du gesetzlichversichert bist und unter 24 dürftest du noch bei deinen Eltern mitversichert sein. Außer du verdienst zu viel.

Ja, bin ich.

Inaktiver User
04.01.2009, 17:17
wohngeld wirst du als studentin eigentlich nicht bekommen.
kannst dich um ein stipendium bemühen und naja arbeiten halt.

mit geld von deinen eltern kannst du nicht rechnen?

Zoor
04.01.2009, 17:27
.

christabelle
04.01.2009, 17:51
Ich würde trotzdem Bafög beantragen und evtl nochmal Einspruch einlegen, jedenfalls wenn es nicht absolut abwegig ist dass Du es bekommen könntest. Ansonsten evtl angespartes Geld am besten irgendwie "verschwinden" lassen und auf einen anderen aus der Familie übertragen falls möglich. Hab ich auch so gemacht.

wendo
04.01.2009, 18:04
.

Asterisque
04.01.2009, 18:23
Du solltest dennoch auf jeden Fall Bafög beantragen. Diese Rechner sind nicht unbedingt zuverlässig.

Deine Eltern müssen dich dann eben finanziell unterstützen und du kannst dir ja auch noch einen Nebenjob suchen.

christabelle
04.01.2009, 18:23
Klar ist es nicht gerade rühmlich es so zu machen und mit Sicherheit auch riskant. Andererseits kann ich einige Entscheidungen bezüglich der Ablehnung von Bafög auch nicht nachvollziehen.

wendo
04.01.2009, 18:26
.

christabelle
04.01.2009, 18:38
Ja, wenn viel Erspartes da ist ist es nachvollziehbar. Ich fand mein Erspartes damals nicht wahnsinnig viel, aber das ist ja auch relativ.
Na ja, heutzutage ist diese Methode aber mit Sicherheit rikanter geworden als früher.

wendo
04.01.2009, 18:47
.

Asterisque
04.01.2009, 18:49
Ich sehe es übrigens auch so wie wendo.
Ich hab auch kein Bafög bekommen, weil meine Eltern zu viel verdienen. Es ist minimal, aber so ist es nunmal. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zumindest ein Jahr lang aufgrund eines Fehlers meiner Sachbearbeiterin doch in den Genuss von Bafög-Zahlungen kam.

Letztendlich erscheint es einem oft unfair, wenn ein Negativbescheid kommt. Wenn eine Ablehnung auf zu hohem Vermögen basiert, dann ärgert man sich darüber, dass man so dumm war und gespart hat. Wenn die Ablehnung aufgrund des zu hohen Einkommens der Eltern erfolgt, die aber ihre Kinder nicht unterstützen wollen oder es subjektiv nicht können, weil sie (liebster Grund) zB ein Haus finanzieren, tja... Pech. Soll der Staat die Ausbildung des Kindes bezahlen damit die Eltern dann nach der Ausbildung ein schickes Eigenheim haben!? Andere Eltern können sich sowas nicht mal leisten und finanzieren trotzdem die Ausbildung der Kinder.
Irgendwo müssen eben die Grenzen gezogen werden.

Hawaii
04.01.2009, 18:50
Wie viel Erspartes ist denn eigentlich so viel, dass man deswegen kein Bafög bekommt?

Inaktiver User
04.01.2009, 18:53
Wie viel Erspartes ist denn eigentlich so viel, dass man deswegen kein Bafög bekommt?

Ich glaube 6400€. Sowas um den Dreh auf jeden Fall.

Ah nein seh grad, 5200€.

christabelle
04.01.2009, 18:54
Letztendlich erscheint es einem oft unfair, wenn ein Negativbescheid kommt. Wenn eine Ablehnung auf zu hohem Vermögen basiert, dann ärgert man sich darüber, dass man so dumm war und gespart hat
Ja, so war es bei mir. Wahrscheinlich hätte ich auch einfach zuerst ein bisschen vom Ersparten ausgeben und den Antrag dann später stellen sollen.

Manchmal hatte ich aber auch schon das Gefühl, dass Anträge abgelehnt wurden und bei Einspruch dann doch angenommen. Als wenn einfach versucht wird erstmal nicht zu zahlen. Bei mir war es nict so, aber ich kenne einige Fälle.

Inaktiver User
04.01.2009, 19:06
Wenn die Ablehnung aufgrund des zu hohen Einkommens der Eltern erfolgt, die aber ihre Kinder nicht unterstützen wollen oder es subjektiv nicht können, weil sie (liebster Grund) zB ein Haus finanzieren, tja... Pech. Soll der Staat die Ausbildung des Kindes bezahlen damit die Eltern dann nach der Ausbildung ein schickes Eigenheim haben!? Andere Eltern können sich sowas nicht mal leisten und finanzieren trotzdem die Ausbildung der Kinder.
Irgendwo müssen eben die Grenzen gezogen werden.

äh entschuldigung, meine eltern können mich wegen des hauses auch nicht unterstützen, leider war damals als das haus gekauft wurde, noch nicht klar, dass sich die finanzielle situation meiner eltern mal so verschlechtert und wie ich schon geschrieben habe, sind meine eltern vom einkommen gerade mal ca.50€ drüber.

ich meine, ich verstehe schon was du sagen möchtest, aber man kann das einfach nicht so pauschalisieren.

wendo
04.01.2009, 19:16
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Asterisque
04.01.2009, 19:23
Achso, beim Bafög gibt es übrigens im Gegensatz zum Kindergeld keine sog. Fallbeilgrenze. Wenn deine Eltern jetzt 60 Euro weniger verdienen würden, dann würdest du 10 Euro Bafög bekommen. Würd dich auch nicht wirklich weiter bringen.

Zoor
05.01.2009, 17:23
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Asterisque
05.01.2009, 17:52
Zoor, das mit dem Vermögen find ich ja grundsätzlich auch problematisch. Ich hab das ganze Studium durch nebenbei gearbeitet und sehr viel gespart. Hätte ich mir dann kein Auto gekauft wäre ich mit Bafög auch irgendwann über die Grenze gekommen. Das Geld hätte ich aber dann für den Auslandsaufenthalt gebraucht. Aber als Strafe fürs Sparen hätte ich dann kein Bafög mehr bekommen.
Allerdings weiß ich auch nicht wie man das besser regeln könnte. Das Bafög ist da um auch sozial schwächeren Kindern ein Studium zu ermöglichen. Jemand der Geld hat braucht es "eigentlich" nicht. Und zu beweisen woher das angesparte Vermögen kommt und wofür man spart und wie nötig das ist (eben zB für Ausland), das wäre alles zu kompliziert.
Aber ich bin nicht dafür, dass das jedem einfach so gewährt werden sollte. Vom Gesetz her sind nunmal die Eltern unterhaltspflichtig und haben die Ausbildung zu finanzieren, nicht der Staat.

Zoor
05.01.2009, 18:18
.

Asterisque
05.01.2009, 18:26
Ich hab ja nicht gesagt, dass ich die momentanen Regelungen insgesamt für gut befinde. Ich finde es auch wichtig, dass mehr Geld vom Staat in die Bildung investiert wird. Und die Vermögensgrenze stammt ja noch aus der Zeit vor den Studiengebühren. Wenn schon Studiengebühren sein müssen, dann sollte das auch hier bedacht werden, da hast du vollkommen recht. Hab ich ja auch schon geschrieben. Wenn ich denn weiterhin Bafög bekommen hätte, wäre es mir irgendwann auch wegen zu hohem Vermögen gestrichen worden, obwohl ich das für meine Ausbildung gespart hätte.

Und ich finde es in Ordnung, dass Eltern verklagt werden sollen/können, wenn sie nicht ihrer gesetzlichen Unterhaltspflicht nachkommen.

Zoor
05.01.2009, 18:43
.

Asterisque
05.01.2009, 19:03
Nein, du hast ja nur gefragt, ob ich es okay finde, wenn Eltern nicht unterstützen. Ohne Bezug warum sie das nicht tun.
Ich kenne einige Familien wo die Eltern der Meinung sind, das sie spätenstens mit dem Abi ihre Schuldigkeit geleistet haben und jetzt mehr Wert darauf legen zweimal jährlich in Urlaub zu fahren als das Kind entsprechend beim Studium zu unterstützen. Und wenn dann das Studium oder der Abschluss gefährdet sollte man die Möglichkeit einer Klage in Betracht ziehen. Oftmals hilft es dann sicher schon, wenn den Eltern bewusst wird, dass sie auch zu Recht verklagt werden könnte.


Bzgl. der Eigenheimsache. Es gibt ja viele Fälle wo jemand einen Anteil eines Hauses (meist des Eigenheimes) erbt und somit ausreichend Vermögen iSd Bafögs hat. Für diese Fälle greifen soweit ich weiß mittlerweile oftmals die Härtefallregelungen, weil hier nicht zumutbar ist, dass wegen diesem Anteil eine Zwangsversteigerungs betrieben werden muss und die ganze Familie dann auf der Straße sitzt.
Und mit dem Eigenheim der Eltern. Ich versteh dich ja und verstehe auch, dass es subjektiv sehr unfair ist. Allerdings sehe ich auch die Familien, die sich erst gar kein Eigenheim leisten können, weil sie ihre Kinder unterstützen (müssen). Eine Familie wie in deinem Fall HAT dann aber irgendwann ihr Eigenheim und das Kind eine vom Staat finanzierte Unterstützung (wenn es eben Bafög bekommen würde), die Familie ohne Eigenheim hat dann kein eigenes Haus und die Ausbildung des Kindes vielleicht komplett ohne Bafög bestritten. Das finde ich dann doch sehr unfair.
In einem wie von dir geschilderten Fall fände ich ein Volldarlehen ohne Zinsen zum Beispiel okay.

Inaktiver User
05.01.2009, 19:14
Ich kenne durchaus Studenten, die kein Bafög, wohl aber Wohngeld bekommen haben. Mit Nebenjob (350 Euro), Kindergeld (150 Euro) und wenn dann deine Eltern doch noch was zahlen können (sagen wir mal 100 Euro), lässt es sich doch einigermaßen komfortabel auskommen.

Versichert bist du bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres (plus 1 Jahr bei Bund/Zivil/soziales Jahr).

Auch wenn ich dich gut verstehen kann - und insbesondere die finanziellen Sorgen (hatte ich auch im Studium) -, muss man auch ganz nüchtern Feststellen, dass es andere Menschen da viel härter trifft. Aussagen wie "Sollen etwa meine Eltern das Haus verkaufen?" kann ich da nicht so richtig verstehen. Provokativ: "Ja".

Ich hab damals auch nur etwa 50 Euro Bafög bekommen, obwohl mein Vater Arbeitslos wurde (zu "hohe" Abfindung) und wir auch kein Haus haben und hatten. Meine Eltern haben dann "eben" keinen Urlaub mehr gemacht für meine Ausbildung. Also nimm es mir bitte nicht übel, wenn andere deine Probleme eventuell als "Luxusprobleme" sehen - auch ein Auto war damals unvorstellbar. Aber im Großen und Ganzen kann ich schon verstehen, wie finanzielle Sorgen dir aufs Gemüt schlagen können.

Also Varianten wären etwa: Stipendien (politische oder konfissionell-gebundene), Studienkredite, eventuelle Unterstützung durch andere Familienangehörige. In jedem Fall wirst du wohl das Ersparte aufbrauchen müssen. Vom Verschieben des Ersparten würd ich dir jedenfalls abraten. Das ist ein Betrug und hat da schon so manchen mehr gekostet als er bekommen hat.

magda
05.01.2009, 20:08
Ich kenne durchaus Studenten, die kein Bafög, wohl aber Wohngeld bekommen haben. Mit Nebenjob (350 Euro), Kindergeld (150 Euro) und wenn dann deine Eltern doch noch was zahlen können (sagen wir mal 100 Euro), lässt es sich doch einigermaßen komfortabel auskommen.
Wohngeld? Seit wann das denn?

Komfortabel? In welcher Stadt? Bei welchen (WG-) Mietpreisen?
Ich bin mit meinen 300€ in FFM sogar noch relativ gut dran.. aber dann hab ich noch keine Semesterbeiträge, ggf. Studiengebühren, andere Fixkosten (wie Strom, Telefon, GEZ, ..), Unisachen, Hygieneartikel, Essen und Getränke, .. bezahlt.

Mich ärgert diese Hausdiskussion hier sehr.
Das klingt, als wenn man nur rausgefiltert wird, weil die Eltern sehr viel Geld haben, oder eben "wenigstens" ein eigenes Haus/Wohnung.

Meine Eltern verdienen definitiv zu wenig um mich gut unterstützen zu können, laut Bafög aber zu viel (-das werd ich nie verstehen). Aber da gibt es auch kein Vermögen im Hintergrund!! Nix Barvermögen, eigenes Haus oder so..

Ich bin 25 -> selbst versichern und kein Kindergeld mehr
Kein Bafög -> GEZ, kaum Chancen bei Stiftungen (wird auch der mögliche Bafög-Betrag oft genommen), ..

Das hört ja nicht damit auf, dass man kein Bafög bekommt.
Dies bedeutet für mich: Ich werde von meinen Eltern unterstützt soweit wie möglich. Trotzdem hab ich noch vier Nebenjobs neben dem Studium um überhaupt studieren zu können.
Gerecht empfinde ich das sicher nicht. Ich kann nichts für das (fehlende) Vermögen meiner Eltern. Falle aber trotzdem durch einige Raster...
Klar, dass mein Studium auch darunter leidet. Keine Ahnung wie lang ich dieser Belastung noch aushalte.
Kommt der Koch nun auf die Idee in Hessen die Studiengebühren wieder einzuführen, muss ich das Studium beenden. Denn das Geld kann ich dann nicht mehr aufbringen.

Die Bedarfsermittlung kann ich nicht nachvollziehen.

Zoor
05.01.2009, 20:09
.

Asterisque
06.01.2009, 16:15
Ich muss ganz ehrlich sein. Ich hab mir noch keine intensiven Gedanken darüber gemacht wie sich die Situation besser gestalten lässt. Einerseits spricht erstmal nichts dagegen, wenn die Ausbildung aller vom Staat so gefördert wird (wobei da natürlich erstmal wieder sehr viel Geld locker gemacht werden müsste, was ich aber für die Bildung eh angebracht fände). Andererseits sind eben die Eltern unterhaltspflichtig. Wer Kinder in die Welt setzt trägt die Verantwortung. Und Familien, die ihren Kinder eigentlich finanziell unterstützen können sollten dann auch nicht von ihrer Pflicht entbunden werden. Und das Geld, das dann vom Staat in die Bildung "reicher Oberschichtenkinder" gesteckt wird fehlt dann vielleicht an anderen, wichtigeren Stellen.

Ich hab ja abgesehen von dem einen BWZ kein Bafög bekommen, bin aber auch dann zuhause wohnen geblieben um meine Eltern nicht unnötig zu belasten. Es ist also auch nicht so, dass ich mein Studium im größten Luxus verbracht habe.
Und da schließe ich mich Paal auch noch an. Das Studium ist von begrenzter Dauer und da muss man eben unter Umständen einige Entbehrungen in Kauf nehmen. Mein Freund hatte trotz Studienkredit zwei Jahre lang im Monat gerade mal 100 Euro für Essen und alles übrig. Aber er hat es auch überlebt.

venea
06.01.2009, 17:08
man sollte einfach bei der diskussion in betracht ziehen, dass manche sachen zwar rechtlich so sind und durchaus ihre berechtigung haben, aber auf der emotionalen ebene ganz anders aussehen. bei mir damals auch das nicht-abbezahlte haus ein problem. meine eltern hatten es aber schon 20 jahre vor beginn meines studiums gebaut - es ist einfach nicht vertretbar, dass sie es verkaufen. mir erschien es auch immer etwas willkürlich (auch wenn es das nicht unbedingt war), ich hab zuerst was bekommen, weil meine schwester auswärts wohnte und ne schulische ausbildung macht, als sie dann in die duale ging und sensationelle 400 märker verdiente (von denen sie allein auswärts auch nicht ohne weitere hilfe leben konnte), wurde mir alles gestrichen. es blieb dann nur arbeiten und einschränken für mich - ob's mir passte oder nicht.
allerdings hätte ich bei denn 300 DM, die mir nach abzug der miete im schnitt geblieben sind kaum mehr studiengebühren bezahlen können und vermutlich mich dann mit ner ausbildung zufrieden geben müssen. das ist dann der punkt, an dem man sich fragen muss, ob das richtige förderung junger menschen ist (ich hab mein studium unter regelstudienzeit mit überdurchschnittlichem ergebnis abgeschnitten - am geld hätte es scheitern können, will unser land das wirklich?). aber wenigstens haben sie mir die rückzahlung erlassen.

5% mehr
07.01.2009, 13:23
Ok. Du vertrittst also die Meinung, dass ich meine Eltern verklagen muss, weil sie mir den mir eigentlich zustehenden Bafög-Höchstsatz auf keinen Fall zahlen können (nicht wollten!).
Ja, das typische Eigenheimbeispiel. Sie haben vor ca. 10 Jahren ein Reihenhaus gekauft. Damals war es für sie finanziell kein Problem, schließlich konnte mit einem steigenden Einkommen gerechnet werden. Fakt ist aber, dass mein Vater z.B. seit nun mehr 11 Jahren keine einzige (!) Lohnerhöhung mehr bekommen hat (legt man eine durchschnittliche jährliche Inflation von 2% zu Grunde, ergibt sich insgesamt ein Kaufkraftverlust von 24,3%).
Nun soll ich also meine Eltern verklagen und zwingen, ihr hart erarbeitetes Haus zu verkaufen, weil sie die Raten nicht mehr bedienen können, wenn sie mir die mir zustehenden Gelder überweisen.

Wenn man das ok findet, sagt es einiges aus über die eigene Wertschätzung von Familie.

Erst mal: es stimmt prinzipiell nicht, daß Deine Eltern das Haus verkaufen müssen, das Vermögen in Eigenheimform wird nicht angerechnet, solange das Eigenheim dem Wohnbedarf angemessen ist. Wenn Deine Eltern für das Darlehen im Moment mehr aufwenden, als sie für ein angemessenes Mietobjekt aufwenden müssten, dann gilt das als Vermögensschaffung und das wird der Ausbildungsunterstützung der Kinder als nachrangig eingestuft. In meinen Augen auch vollkommen zu Recht.
Was Deine Eltern hätten machen sollen, ist folgendes: ich gehe davon aus, daß sie in den letzten zehn Jahren nicht nur Zinsen bedient, sondern auch das Haus teilweise abbezahlt haben. Insofern ist es durchaus möglich, die Rate herabsetzen zu lassen und dafür die Laufzeit zu verlängern, was dazu geführt hätte, daß sie im Monat mehr Geld zur Vefügung gehabt hätten und Dich angemessen hätten unterstützen können.

Zu Deiner Verklagensfrage also: Wenn Eltern das nicht tun, ist das in meinen Augen unmöglich. Klar ist es bitter, wenn man das zu große Haus verkaufen muss; aber das passiert ja genauso, wenn man arbeitslos wird; findest Du es da auch ungerecht? Oder stell Dir mal vor, Du schwängerst Deinen one-night-stand und sagst: "nee, mag nicht zahlen, ich möchte lieber mit dem Geld eine Eigentumswohnung erwerben..." - ist das nicht im Prinzip dasselbe?

Insofern finde ich es durchaus okay, wenn Eltern zu ihrer Unterhaltspflicht gezwungen werden, daß Kinder in der ersten Ausbildung unterstützt werden müssen, dürfte ihnen ja vorher klar gewesen sein. Übrigens musst Du sie auch nicht selbst verklagen, wenn Du zur Bafög Tante gehst und sagst, daß Deine Eltern nicht zahlen, bekommst Du Bafög und das Amt holt es sich von Deinen Eltern zurück.



In Deutschland gibt es unzählige auf einem gemeinschaftlichen Solidarprinzip aufgebaute Versicherungen. Warum nicht auch für Bildung? Stattdessen bieten Landesbanken fadenscheinige Kredite mit variabel steigenden Zinssätzen an. Die Regierung nennt diese Aktion dann auch noch Ausbildungsförderung.
Augen auf, ihr werdet verarscht.

Das Kreditsystem für Studenten ist nicht in Ordnung und bedarf des Ausbaus. Auch müsste der BaföG Satz heraufgesetzt werden, je nachdem wo man studiert, kommt man mit dem nämlich nicht hin.

Aber prinzipiell finde ich es vollkommen richtig, daß erstmal die Familie ran muss, bevor das staatliche Netz greift.

5% mehr
07.01.2009, 13:34
Oh, und nochmal zum Schrei danach, daß der Staat das übernehmen sollte: Dir ist klar, daß wir alle der Staat sind und sonst niemand? Im Endeffekt würden alle höhere Steuern bezahlen und das effektive Einkommen bliebe im Mittel gleich. Was ich in Ordnung fände, ist wenn man die Ausbildung (Unterhalt, Studiengebühren...) der Kinder von der Steuer absetzten könnte.

*Krümel
07.01.2009, 14:05
Ich bin 25 -> selbst versichern und kein Kindergeld mehr
Kein Bafög -> GEZ, kaum Chancen bei Stiftungen (wird auch der mögliche Bafög-Betrag oft genommen), ..


so gehts mir auch - hab halt auch vorher gearbeitet und gespart (letztendlich DUMM), deshalb 1.Antrag abgelehnt - von meinem neuen Antrag hab ich noch keinen Bescheid bekommen...

Aber wie bitte schaffst du 4 Nebenjobs?

Ich hab grad mal einen auf Geringfügigkeitsbasis...
bin an ner FH und hab Anwesenheitspflicht... da würd nur des wirklich schwer unterbekommen!

magda
07.01.2009, 16:25
so gehts mir auch - hab halt auch vorher gearbeitet und gespart (letztendlich DUMM), deshalb 1.Antrag abgelehnt - von meinem neuen Antrag hab ich noch keinen Bescheid bekommen...

Aber wie bitte schaffst du 4 Nebenjobs?
Muss gehen. :durchgeknallt:
400€-Job im Kulturamt. Da hab ich GsD flexible Arbeitszeiten, kann ich also meinem Stundenplan anpassen.
Nachhilfelehrerin, 3 Mal/Woche -> Immer nach der Arbeit im Kulturamt, abends
Kinderfrau, immer den ganzen Tag am Sonntag
Dozentin, 1 Mal/Woche -> Dafür ist der Mittwoch freigehalten. Dieses Semester klappt es, keine Ahnung wie es nächstes Semester wird.

Zoor
07.01.2009, 20:03
.

ultimatepink
10.01.2009, 15:32
so gehts mir auch - hab halt auch vorher gearbeitet und gespart (letztendlich DUMM), deshalb 1.Antrag abgelehnt - von meinem neuen Antrag hab ich noch keinen Bescheid bekommen...

Aber wie bitte schaffst du 4 Nebenjobs?

Ich hab grad mal einen auf Geringfügigkeitsbasis...
bin an ner FH und hab Anwesenheitspflicht... da würd nur des wirklich schwer unterbekommen!
Das geht oft auch, kommt natürlich auf den Arbeitgeber an. Bei uns früher haben die meisten Mitstudis auch 15- 20 Stunden die woche geschafft, allerdings waren die arbeitszeiten auch wirklich sehr flexibel.Aber schaffen kann man es, nur verlängert es das Studium, weil man irgendwo ja schon Abstriche beim lernen macht.
Diese ganze Rumjammerrei über das Bafög geht mir ein bisschen auf die Nerven. Natürlich ist es weniger komfortabel, wenn man keins kriegt, aber, du meine Güte, ganze Generationen von Studis gehen arbeiten. Solange man noch nicht mal einen Job sucht und versucht, seine finanzielle Situation in dieser Richtung zu optimieren und einfach den Staat in der Verantwortung sieht,finde ich diese Diskussion ein bisschen einseitig. Anders wäre es, wenn man keinen Job findet, aber so....

magda
10.01.2009, 17:36
@ultimatepink
Wie finanzierst du dich/hast dich während dem Studium finanziert?

ultimatepink
11.01.2009, 22:51
Na ja, ich hab gejobbt, weil ich nicht ewig zu Hause wohnen bleiben wollte und meine Eltern mir keine Wohnung finaziert hätten. Meisten waren das so 20 Stunden in der Woche. Ich hatte z.T allerdings auch sehr flexible Arbeitszeiten, das macht nicht jeder Chef so mit, z.B in Klausurzeiten.

magda
11.01.2009, 23:12
Na ja, ich hab gejobbt, weil ich nicht ewig zu Hause wohnen bleiben wollte und meine Eltern mir keine Wohnung finaziert hätten. Meisten waren das so 20 Stunden in der Woche. Ich hatte z.T allerdings auch sehr flexible Arbeitszeiten, das macht nicht jeder Chef so mit, z.B in Klausurzeiten.
Also (auch) ohne Bafög?

ultimatepink
11.01.2009, 23:28
ich hab im ersten Studienjahr 130 Euro bekommen, mit dem Arbeiten bin ich dann über den Freibetrag gekommen, sodass ich eh keins mehr gekriegt hätte.

*Krümel
13.01.2009, 23:29
Also mein Arbeitgeber ist da auch relativ flexibel wg Nebenjob - aber in einer Spedition gibt es (noch) keine Arbeitszeiten am Wochenende... das WE brauch ich aber meist für Haushalt/Gruppenarbeiten/Präsentationen etc. und sonstiges was halt unter der Woche liegen geblieben ist. Und klar, im Sommer jobbe ich auch, des reicht allerdings nicht für ein komplettes Jahr zum Überleben!