PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bei Bewerbung: Frage nach den Eltern?



Sethos
28.01.2009, 16:32
Ist das noch so üblich? Ich warganz erstaunt. Letztens hatte ich ein Telefoninterview und da wollte der Personaler wissen, was meine Eltern beruflich machen (hatte ich nämlich nicht im Lebenslauf geschrieben) und ob ich Einzelkind sei.

Blöde Fragen: Wollen die Personaler damit testen, aus welcher Schicht ich komme und ob ich teamfähig bin? Als ich meinte, dass ich eine Stiefschwester hätte, meinte er, das zähle nicht. Warum ist die Geschwister-Frage dann so wichtig?

vanille
28.01.2009, 16:40
ich hab mal gelesen, dass das mittlerweile sehr unüblich ist, und würde sich für mich auch komisch anfühlen, danach gefragt zu werden. schreibt auch kein mensch mehr in die bewerbung rein. muss wohl sehr traditionell sein da ;)

Wolkenlos
28.01.2009, 16:43
sehr sehr seltsam. ich hätte wohl gesagt: die frage verwundert mich jetzt, wieso interessiert sie das? :-)

Sethos
28.01.2009, 16:43
Bayern...tiefstes Allgäu

Ich fand die Frage auch irgendwie -äh-seltsam. Schließlich hat der Personaler meinen Lebenslauf, Zeugnisse ect. und weiß ja, was ich bis heute erreicht habe. Warum sind da die Eltern so relevant? Ist mein Studium weniger wert, wenn beide Eltern nicht studiert haben?

Tatsi
28.01.2009, 16:49
Ist mein Studium weniger wert, wenn beide Eltern nicht studiert haben?

ich würds ja eher andersrum sagen (ohne jetzt akademikerkinder anzugreifen).

wenn man aus einem eher "bildungsfernen/arbeiter" umfeld kommt, und dann studiert, wird das meist positiv gesehen.

ich glaube manchmal, personaler fragen da auch schon mal aus reiner neugier. das wird nicht unbedingt als pro/contra bewerber ausgelegt.

Inaktiver User
28.01.2009, 17:01
Ich glaub da gehts mehr drum zu schauen, wie die Bewerber über ihre Familie berichten. Fragen wie: Scheinen da gute Familienverhältnisse durch? (Schlechte sind nunmal oft prägend)

Aber es würde ja wohl niemand erzählen, wenn sie nicht gut gewesen wären. So alà: "Wissen Sie mein Vater war Alki und hat meine Mutter jeden Tag verprügelt. Ich bin mit 15 weg von zu Hause..."

Ich find die Frage auch etwas komisch.

Melone
28.01.2009, 17:46
Mein ehemaliger Chef hat mich das auch gefragt. Und als ich ihm dann gesagt hab, dass mein Vater nicht mehr lebt, war er sichtlich betroffen und meinte dann "ja wir fragen halt um auch zu wissen ob das Intresse am Beruf evtl. aus der Familie herraus kommt".

Ich denke auch, dass es eher reine Neugier ist, als dass man da großartig drüber wertet.

Super_Eisen
28.01.2009, 19:44
Naja, dann könnte man als Arbeitgeber ja auch einfach fragen, woher das Interesse an dem Beruf kommt. Die Familienverhältnisse (also: Herkunft im weiteren Sinne) haben den Arbeitgeber schlicht und einfach nichts anzugehen. So gesehen könnte man die Frage nach Religion oder Kinderwunsch eben auch als Interesse auslegen. Da gibt es natürlich die ideale Antwort, aber eben auch weniger gefällige (oder auch irgendwie besetzte), die mit der Qualifikation rein gar nichts zu tun haben. Fällt zwar afaik alles nicht unter das Diskriminierungsgesetz, aber die Frage nach dem Beruf der Eltern würde mich erstmal mindestens negativ irritieren und ich würde auf jeden Fall auch nachfragen, was der Arbeitgeber sich von dieser Frage erhofft (natürlich "verpackt"). Ich glaube nicht, das man sich in einem Einstellungsgespräch derart offenbaren muss/sollte. Womöglich stößt einem das aber auch eher negativ auf, wenn man aus nicht neutral formulierbaren Verhältnissen kommt.

Sethos
28.01.2009, 20:01
Ich war auch irritiert. Erst die Frage nach den fehlenden Geschwistern (weil nicht-leibliche ja scheinbar nicht zählen...) und dann die Frage zum Elternhaus. Mir fehlte da die Verbindung zum Job. Und ich frage mich, was der Personaler nun über mich zusätzlich gelernt hat.

Dann wurde ich noch gefragt, warum ich kein Bild mitgeschickt hätte (denn angeblich sei ich eine der wenigen gewesen). Ich hatte das Gefühl, als ob der Personaler der heutigen Zeit noch etwas hinterherhinkte...

*Sonnenblume*
28.01.2009, 22:44
ich hatte schon einige vorstellungsgespräche, aber die frage nach eltern und geschwistern wurde mir bei meinem heutigen vorstellungsgespräch auch zum ersten mal gestellt. war auch etwas irritiert. das krasseste war sowieso, dass ich das gespräch mit dem geschäftsführer der region (ist ein großes unternehmen) und einem anderen bewerber hatte. zum glück hat der nicht so geglänzt (aber er war ein mann und hatte anzug und krawatte an). meine eltern haben auch nur "normale" berufe. habs dann aber gesagt und der gf kannte meinen vater sogar (wusste ich vorher, deshalb wollte ich es auch nicht sagen eigentlich). glaube der war auch einfach neugierig oder wollte wissen, ob man sich nicht zu schade ist auch mal mit anzupacken...trotzdem komische frage.

Inaktiver User
29.01.2009, 12:40
Dann wurde ich noch gefragt, warum ich kein Bild mitgeschickt hätte (denn angeblich sei ich eine der wenigen gewesen). Ich hatte das Gefühl, als ob der Personaler der heutigen Zeit noch etwas hinterherhinkte...

das kann ich aber irgendwo verstehen, seinerseits. also, natürlich "musst" du kein bild mitschicken (... seit es dieses neue anti-diskriminierungsgesetz gibt, erst recht nicht mehr), aber trotzdem haben die meisten personaler eben gern "was zum gucken". der erste foto-eindruck (sympathisch oder nicht, ordentlich/adrett gekleidet oder nicht) fließt bei vielen in die erste bewertung mit ein, denke ich. der vollständigkeit halber sehen das die meisten eben gern.

eine bekannte, die auch an personalentscheidungen beteiligt ist, erzählte mir kürzlich, dass, wenn es viele bewerber mit gleicher oder ähnlicher qualifikation gäbe, das foto (und der damit verbundene sympathieeindruck) oft mit den ausschlag gäbe, den betreffenden einzuladen (oder eben auch nicht). das kann man finden, wie man will, aber es ist wohl tatsächlich so...
das foto sagt nichts über deine eigentliche fachliche qualifikation aus, aber gerade bei bewerbungen und in den entsprechenden auswahlverfahren menschelt es nunmal zum teil auch gewaltig.

die frage nach den eltern hatte ich im gespräch noch nicht, dazu kann ich nichts sagen. vielleicht will man einfach sehen, wie der betreffende reagiert, wie er über sein umfeld spricht, etc.

Delisha
29.01.2009, 12:59
Ich musste im Assessment auch mal erzählen was meine Eltern denn dazu meinen, dass ich soweit weg bin von ihnen.
Ich glaub es geht wirklich um das Verhältnis und wie man von ihnen erzählt. Also wenn man abwertend über die redet, dann ist man zu Kunden wahrscheinlich auch so.

neonblond
29.01.2009, 13:22
was ich überhaupt nicht verstehen kann ist, warum dich die frage so empört? ich finde schon, daß es einiges aussagt, was die eltern so machen und wie man so von ihnen spricht. bin das auch schon selbst gefragt worden und habe es auch von anderen gehört.

es macht schon einen unterschied, ob das bankersöhnchen top-auslandspraktika gemacht hat (und wahrscheinlich über beziehungen bekommen), oder ob sich eine studentin aus bildungsfernem elternhaus sowas selbst organisiert hat. vielleicht hat ihn das einfach interessiert?
so weit ich mich erinnern kann, haben dich deine eltern nicht so toll unterstützt, also kann dir das ja nur positiv ausgelegt werden.

kein bild ist immer schlecht, das ist auch irgendwo logisch, da ein bild eben auch viel aussagt. und ja auch in zeiten der ad-gesetze würde ich immer trotzdem eines schicken.

Sethos
29.01.2009, 14:15
was ich überhaupt nicht verstehen kann ist, warum dich die frage so empört? ich finde schon, daß es einiges aussagt, was die eltern so machen und wie man so von ihnen spricht. bin das auch schon selbst gefragt worden und habe es auch von anderen gehört.

es macht schon einen unterschied, ob das bankersöhnchen top-auslandspraktika gemacht hat (und wahrscheinlich über beziehungen bekommen), oder ob sich eine studentin aus bildungsfernem elternhaus sowas selbst organisiert hat. vielleicht hat ihn das einfach interessiert?
so weit ich mich erinnern kann, haben dich deine eltern nicht so toll unterstützt, also kann dir das ja nur positiv ausgelegt werden.

kein bild ist immer schlecht, das ist auch irgendwo logisch, da ein bild eben auch viel aussagt. und ja auch in zeiten der ad-gesetze würde ich immer trotzdem eines schicken.

Zum Bild: Da ich in letzter Zeit viel mt Ausland zu tun hatte, war es für mich ganz selbstverständlich, dass auf das Bild verzichtet wird. Ganz im Gegenteil, dort soll man sogar häufig kein Bild mitschicken. Bei uns im Konzern wird auch ohne Bild gearbeitet. Und aus dem Grund war ich so erstaunt, dass ein Personaler von einem anderen internationalen Konzern hingegen sich nach einem Bild erkundigte. Wäre es ein Mittelständler gewesen, kann ich das nachvollziehen und da hätte ich auch ein Bild mitgeschickt.

Ich habe von meinen Eltern ganz neutral gesprochen, nämlich erzählt, was sie beruflich machen, mehr nicht. Jetzt weiß der Personaler weder, wie mein Verhältnis zu ihnen ist, welchen Schulabschluss die beiden haben noch, ob sie mich unterstützt haben. Sprich, das Relevante, weiß er nicht. Und dass unsere Beziehung nicht so gut ist, wird er auch nie erfahren. Um genau zu sein, die Info, dass mein Vater xy ist, bringt ihn nicht sonderlich weiter, weil er trotzdem nicht weiß, welche Qualifizierung er hat.
Für mich war die Frage absolut überflüssig. Und ich habe schon einiges an Bewerbungsverfahren durchgemacht und da wurde nicht einmal nach meinen Eltern gefragt.

Wolkenlos
29.01.2009, 14:47
das kann ich aber irgendwo verstehen, seinerseits. also, natürlich "musst" du kein bild mitschicken (... seit es dieses neue anti-diskriminierungsgesetz gibt, erst recht nicht mehr), aber trotzdem haben die meisten personaler eben gern "was zum gucken". der erste foto-eindruck (sympathisch oder nicht, ordentlich/adrett gekleidet oder nicht) fließt bei vielen in die erste bewertung mit ein, denke ich. der vollständigkeit halber sehen das die meisten eben gern.

eine bekannte, die auch an personalentscheidungen beteiligt ist, erzählte mir kürzlich, dass, wenn es viele bewerber mit gleicher oder ähnlicher qualifikation gäbe, das foto (und der damit verbundene sympathieeindruck) oft mit den ausschlag gäbe, den betreffenden einzuladen (oder eben auch nicht). das kann man finden, wie man will, aber es ist wohl tatsächlich so...
das foto sagt nichts über deine eigentliche fachliche qualifikation aus, aber gerade bei bewerbungen und in den entsprechenden auswahlverfahren menschelt es nunmal zum teil auch gewaltig.

die frage nach den eltern hatte ich im gespräch noch nicht, dazu kann ich nichts sagen. vielleicht will man einfach sehen, wie der betreffende reagiert, wie er über sein umfeld spricht, etc.

ist ja auch logisch, dass man die nicht hat, wenn man sie explizit im lebenslauf erwähnt. dann ist die info ja bereits da :D

Inaktiver User
29.01.2009, 15:08
Zum Bild: Da ich in letzter Zeit viel mt Ausland zu tun hatte, war es für mich ganz selbstverständlich, dass auf das Bild verzichtet wird. Ganz im Gegenteil, dort soll man sogar häufig kein Bild mitschicken. Bei uns im Konzern wird auch ohne Bild gearbeitet. Und aus dem Grund war ich so erstaunt, dass ein Personaler von einem anderen internationalen Konzern hingegen sich nach einem Bild erkundigte. Wäre es ein Mittelständler gewesen, kann ich das nachvollziehen und da hätte ich auch ein Bild mitgeschickt.

es ist schon klar, dass es da auch nationale besonderheiten gibt. ich hab den eindruck, hierzulande wird das foto nach wie vor und alles in allem ganz gern gesehen.

und wie neonblond schon sagte, die frage nach den eltern kommt evtl. auch ganz einfach deshalb, weil der soziale background des betreffenden interessiert, unter welchen umständen/vor welchem hintergrund er aufgewachsen ist, etc... das gehört für manche personaler evtl. einfach mit dazu, wenn sie sich ein möglichst vollständiges bild vom kandidaten machen wollen. dass die dann mit der resultierenden einschätzung (z. b.: keine geschwister = verzogenes einzelkind, das nicht teamfähig ist) unter umständen auch danebenliegen können, keine frage.
aber erstmal würd ich nichts böses unterstellen.

Sethos
29.01.2009, 17:19
Ich möchte da nicht darauf herumreiten, aber ;) :

Ich habe gesagt, dass mein Vater Rentner und meine Mutter Hausfrau ist. Ob meine Mutter aber mal Medizin studiert und drei Dr.Titel hat und mein Vater früher CEO eines Unternehmens ist, weiß der gute Personaler dann immer noch nicht, denn nach der Info war er ruhig. Daher wundert es mich ja. Hätte er jetzt noch detaillierter nachgefragt, hätte ich mir einen Reim drauf machen können, aber so? Zum Thema Geschwister: Warum zählen Stiefgeschwister nicht, wie mir mitgeteilt worden ist? Teile ich mit diesen weniger? Verhalte ich mich weniger "teamfähig"? Ich hatte ehrlich gesagt nur noch darauf gewartet, dass er nach meiner Konfession gefragt hätte.

Ich ärger mich, dass ich den Herrn nicht einfach gefragt habe, warum er diese Fragen stellt.

Blodeuwedd
29.01.2009, 18:29
und wie neonblond schon sagte, die frage nach den eltern kommt evtl. auch ganz einfach deshalb, weil der soziale background des betreffenden interessiert, unter welchen umständen/vor welchem hintergrund er aufgewachsen ist, etc... das gehört für manche personaler evtl. einfach mit dazu

Ich kenn mich ja mit diesem Anti-Diskriminierungsgesetz nicht aus, aber DAS fänd ich halt schon diskriminierend.
Was interessiert ihn der soziale background, wenn es jemand augenscheinlich geschafft hat, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden? Sollte es nicht primär um den Bewerber selbst gehen und nicht um dessen Umfeld, Hintergrund etc.?

Ich wäre sehr sehr verwirrt, wenn mich jemand das fragen würde.

neonblond
29.01.2009, 18:45
äh warum ist das denn bitte gleich diskriminierend? du weißt ja gar nicht, wie der fragende die antwort - welche auch immer- überhaupt auslegt :verwirrt:
wie gesagt, es kann ja auch zum vorteil für dich sein. wenn da jemand sitzt, bei dem deutlich die einstellung "ich geb nur so viel preis wie unbedingt nötig" herüberkommt - dann kann sich der personaler eben nicht so ein vollständiges bild machen. auch ok, kann ja jeder halten wie er will, und das meine ich völlig wertfrei.

Sethos
29.01.2009, 18:50
äh warum ist das denn bitte gleich diskriminierend? du weißt ja gar nicht, wie der fragende die antwort - welche auch immer- überhaupt auslegt :verwirrt:
wie gesagt, es kann ja auch zum vorteil für dich sein. wenn da jemand sitzt, bei dem deutlich die einstellung "ich geb nur so viel preis wie unbedingt nötig" herüberkommt - dann kann sich der personaler eben nicht so ein vollständiges bild machen. auch ok, kann ja jeder halten wie er will, und das meine ich völlig wertfrei.

Nach der Argumentation kann doch jede Frage erlaubt sein, so lange die Antwort positiv ausgelegt wird vom Personaler. Aber das weiß man als Bewerber im Vornherein nicht und daher finde ich auch, dass manche Fragen nicht unbedingt angebracht sind. (Überspitzt und provokativ formuliert: die Frage nach eventuellen Kindern kann ja auch lieb gemeint sein, wenn der Personaler Kinder mag. Dennoch halte ich diese Frage für unangebracht). Oder anders: Wenn solche Fragen doch kommen, antworte ich so wenig wie möglich.

neonblond
29.01.2009, 19:13
nein, nach der argumentation kann nicht jede frage erlaubt sein. wir reden aber hier über die elternberufsfrage, und da verstehe ich wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll. die frage ist für mich ähnlich privat wie die nach meinen hobbies.

Sethos
29.01.2009, 20:13
nein, nach der argumentation kann nicht jede frage erlaubt sein. wir reden aber hier über die elternberufsfrage, und da verstehe ich wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll. die frage ist für mich ähnlich privat wie die nach meinen hobbies.

Es geht nicht um schlimm, sondern um die Frage, was man als Bewerber unbedingt preisgeben muss bzw. wie tief der Personaler die Nase in das Privatleben stecken kann.

Dann verstehe ich deine Argumentation in Sachen erlaubte Fragen nicht. Aber ist auch nicht so wichtig.

Rumpelstiltskin
29.01.2009, 20:39
Also wenn man abwertend über die redet, dann ist man zu Kunden wahrscheinlich auch so.

Wie meinst du das? Man redet dann auch eher mal abwertend über Kunden oder man verhält sich Kunden gegenüber unangebracht?
Bei letzterem würde ich sagen,dass das totaler Blödsinn ist.

Blodeuwedd
29.01.2009, 21:45
nein, nach der argumentation kann nicht jede frage erlaubt sein. wir reden aber hier über die elternberufsfrage, und da verstehe ich wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll. die frage ist für mich ähnlich privat wie die nach meinen hobbies.

Find ich nicht. Für Deine Hobbies kannst Du was, für den Beruf Deiner Eltern nicht. Das hat nichts mit Deiner Leistung oder Eignung zu tun. Und wenn doch, finde ich es diskriminierend (oder unfair).

Ich meine, wenn Du sagst, deine Eltern sind Arbeiter und Du hast DIch hochgearbeitet, kann das natürlich positiv ausgelegt werden. Wenn Du bei gleicher Qualifikation allein deswegen anderen Bewerbern vorgezogen wirst, fänd ich das unfair.
Oder es kann negativ ausgelegt werden, so nach dem Motto, du hast nicht den richtigen Hintergrund, man traut Dir wegen Deiner Herkunft nicht zu, den Job zu machen, obwohl Du sonst alle Qualifikationen hast, dann find ich das diskriminierend.

Und wenn es den Chef einfach ohne Hintergedanken interessiert, dann kann er ja auch fragen, nachdem er dich eingestellt hat ;)

Delisha
30.01.2009, 08:45
Wie meinst du das? Man redet dann auch eher mal abwertend über Kunden oder man verhält sich Kunden gegenüber unangebracht?
Bei letzterem würde ich sagen,dass das totaler Blödsinn ist.
Nein man redet dann vielleicht auch abwertend über Kunden und sowas kann ja auch mal jemand mitbekommen. Also es MUSS nicht so sein, aber ich denk bei so nem Gespräch wird auch einfach viel Smalltalk gemacht und es geht ja meistens nicht ums fachliche, sondern eher darum die Leute kennenzulernen. Und wenn man dann über relativ belanglose Themen redet, dann wirkt man am normalsten und der Personaler kann einschätzen, ob der Bewerber ins Team passt.

Delisha
30.01.2009, 08:49
Wurdet ihr in den Bewerbungsgesprächen bis jetzt immer nur ganz festgelegte relevante Fragen gefragt? :suspekt:
Ich hab mich bei den meisten Gesprächen eher wie beim Kaffeekränzchen gefühlt. Da wurde auch darüber geredet, dass ich ja aus der gleichen Kleinstadt komme wie die Oma der einen und dann haben wir uns über die Flut in der Stadt vor ein paar Jahren unterhalten. Das hatte alles nicht wirklich mit dem Job zu tun, aber war ganz gut um zu schauen, ob man sich gut versteht.

Sethos
30.01.2009, 09:09
Wurdet ihr in den Bewerbungsgesprächen bis jetzt immer nur ganz festgelegte relevante Fragen gefragt? :suspekt:
Ich hab mich bei den meisten Gesprächen eher wie beim Kaffeekränzchen gefühlt. Da wurde auch darüber geredet, dass ich ja aus der gleichen Kleinstadt komme wie die Oma der einen und dann haben wir uns über die Flut in der Stadt vor ein paar Jahren unterhalten. Das hatte alles nicht wirklich mit dem Job zu tun, aber war ganz gut um zu schauen, ob man sich gut versteht.

Ja, solche Gespräche hatte ich auch schon. Finde ich auch absolut in Ordnung.

Inaktiver User
30.01.2009, 09:42
Wurdet ihr in den Bewerbungsgesprächen bis jetzt immer nur ganz festgelegte relevante Fragen gefragt? :suspekt:
Fast, ja.
Also es kamen immer dieselben Fragen, die ich immer auch erwartet hatte. Auch wenn da belanglose Sachen dabei waren wie z.B. "Was macht man denn als Notenwart im Musikverein?"

Aber ich wurde auch schon komische Sachen gefragt, wo ich dachte "Hä, was soll das denn?"
Also bei der Firma wo ich ja jetzt auch bin, wurde ich beim Gespräch sinngemäß gefragt, ob ich das denn überhaupt aushalten würde, so weit wegzuziehen, wo ich doch zu Hause den Musikverein sitzen habe. So als wäre ich da jetzt total dran gebunden oder so :suspekt:
Wenn ich so ein schlimmer Vereinsmeier wäre, dass ich nichtmal von meinem Verein wegziehen könnte, dann hätte ich mich nur im 20km-Umkreis um meinen Heimatort beworben und nicht 200km weit weg :suspekt:

Die Eltern-Frage kam bei mir aber nie. Und was meine Eltern beruflich machen, hab ich nur bei Bewerbungen geschrieben, wo ich dachte, es nutzt mir vielleicht was.

Inaktiver User
30.01.2009, 17:23
Wurdet ihr in den Bewerbungsgesprächen bis jetzt immer nur ganz festgelegte relevante Fragen gefragt? :suspekt:
Ich hab mich bei den meisten Gesprächen eher wie beim Kaffeekränzchen gefühlt. Da wurde auch darüber geredet, dass ich ja aus der gleichen Kleinstadt komme wie die Oma der einen und dann haben wir uns über die Flut in der Stadt vor ein paar Jahren unterhalten. Das hatte alles nicht wirklich mit dem Job zu tun, aber war ganz gut um zu schauen, ob man sich gut versteht.

die kaffeekränzchen-atmosphäre kenne ich auch, aber einige meiner vgs waren auch knallharte stressinterviews. da geht man dann raus und alles, was man denkt (oder noch denken kann ^^), ist "hups"...

natürlich kann man das richtige reagieren in solchen situationen auch ein stück weit trainieren, aber soviel angenehmer wird es dadurch trotzdem nicht.

sparklehorse
30.01.2009, 17:39
geschwister finde ich schon irgendwie relevant. ich hab schon das gefühl, dass man einzelkindern oft anmerkt, dass sie einzelkinder sind.

aber naja, eltern, hm. klar sagt das u.u. auch was über dein voriges leben aus, aber inwiefern das für einen job relevant ist, weiß ich nicht.

vielleicht war der einfach noch gewöhnt, dass das in bewerbungen angegeben wird und wollte die angaben nachtragen?

Sethos
30.01.2009, 18:43
geschwister finde ich schon irgendwie relevant. ich hab schon das gefühl, dass man einzelkindern oft anmerkt, dass sie einzelkinder sind.

aber naja, eltern, hm. klar sagt das u.u. auch was über dein voriges leben aus, aber inwiefern das für einen job relevant ist, weiß ich nicht.

vielleicht war der einfach noch gewöhnt, dass das in bewerbungen angegeben wird und wollte die angaben nachtragen?

Ich habe mich für ein Trainee-Programm beworben. Was müssten dann Eltern sein, damit es passt? Wie gesagt, meine Eltern sind Retner und Hausfrau. Ob der Personaler damit weiterkommt? Ich hatte allerdings tatsächlich das Gefühl, dass der Herr recht altmodisch war.

Aber was genau merkt man Einzelkindern an? In meiner Stufe waren die Geschwisterkinder häufig die verwöhnteren. Zumindest war es für mich ganz normal, alles selbst zu zahlen (sei es Führerschein, Auto, Auslandsaufenthalte, Studium ect.). Geschwisterkinder aus meiner Umgebung gekommen wesentlich mehr zugesteckt. Und was das Teilen angeht: Wenn man nicht völlig isoliert auflebt und ein paar Freunde hat, lernt man auch dieses. Mein Ex war Geschwisterkind und ich habe selten so ein "Futterneid" am Tisch erlebt. Aber ob das positiv ist...? Doch das ist wieder eine andere Diskussion ;)

Louja
30.01.2009, 18:52
Haha, mein Chef hat mich im Bewerbungsgespräch gefragt, ob ich schon mal psychische Probleme gehabt hätte. :D
Die Frage nach den Eltern find ich überhaupt nicht schlimm. Der wollte dich halt kennenlernen, wissen, wer der Mensch ist, den er sich ins Boot holen will.

sparklehorse
30.01.2009, 19:25
Ich habe mich für ein Trainee-Programm beworben. Was müssten dann Eltern sein, damit es passt?
so meinte ich das nicht. aber ich finde es z.b. eine größere leistung, wenn jemand (überspitzt gesagt), dessen eltern bauarbeiter und fleischereifachverkäuferin sind, ein bwl-studium erfolgreich absolviert als wenn derjenige das kind eines unternehmensberaters ist z.b.
und ja, es sagt eben was über deinen hintergrund aus, über dein bisheriges leben. so wie louja sagt, zum kennenlernen eben. das hat ja keinen einfluss auf deine eignung für den job, aber vielleicht wollte er einfach etwas über dich erfahren..

und ich habe schon das gefühl, dass einzelkinder oft ich-bezogener sind und nicht soviel rücksicht auf andere nehmen. das muss ja nicht immer schlecht sein, aber ich glaube schon, dass einen sowas prägt.

Inaktiver User
30.01.2009, 19:27
und ich habe schon das gefühl, dass einzelkinder oft ich-bezogener sind und nicht soviel rücksicht auf andere nehmen. das muss ja nicht immer schlecht sein, aber ich glaube schon, dass einen sowas prägt.

das würde ich so pauschal nicht sagen. mit geschwistern aufgewachsen bedeutet nicht zwangsläufig auch "sozialer".

sparklehorse
30.01.2009, 19:29
das würde ich so pauschal nicht sagen. mit geschwistern aufgewachsen bedeutet nicht zwangsläufig auch "sozialer".

ich hab ja auch nicht "immer ohne ausnahme" geschrieben..

Inaktiver User
30.01.2009, 19:32
ich hab ja auch nicht "immer ohne ausnahme" geschrieben..

ich glaube ehrlich gesagt auch nicht unbedingt an die tendenz. meine beobachtung zumindest widerspricht dem. ich kenn auch ausgesprochen egoistische geschwisterkinder.

sparklehorse
30.01.2009, 19:37
es hängt mit sicherheit auch damit zusammen, wie man so aufwächst, erzogen wird etc.

aber ein wirklich sehr krasses beispiel ist eine bekannte von mir, die immer alleine bei ihren eltern war, nicht im kindergarten etc. und kaum kontakt zu kindern hatte, bis sie in die schule kam. die war wirklich sehr egozentrisch. und ich glaube schon, dass es da u.a. daran lag, dass sie immer die kleine prinzessin war zuhause.

klar lässt sich das nicht pauschalisieren und das kann sicher auch auf geschwisterkinder zutreffen (zumal es ja auch geschwister gibt, die wie einzelkinder aufwachsen), aber ich glaube schon, dass man da zum teil darauf rückschließen kann.

Sethos
30.01.2009, 19:55
ich glaube ehrlich gesagt auch nicht unbedingt an die tendenz. meine beobachtung zumindest widerspricht dem. ich kenn auch ausgesprochen egoistische geschwisterkinder.

das entspricht auch meiner beobachtung.

Zoor
31.01.2009, 11:48
.

magda
31.01.2009, 13:24
Die von dir unterstellte Tendenz ist ein simples und haltloses Vorurteil. Sich einen kleinen, beeinflussenden Faktor herauspicken und unter Ausschluss aller anderen Umgebungsvariablen eine Korrelation herstellen zu wollen, KANN nur schief gehen.
Sehe ich auch so.

Ist halt einfach praktisch so ein Vorurteil am Leben zu halten. Dadurch werten Leute mit Geschwister sich (sicher auch zum Teil unbewusst) automatisch auch indirekt auf.

neonblond
31.01.2009, 13:26
Find ich nicht. Für Deine Hobbies kannst Du was, für den Beruf Deiner Eltern nicht. Das hat nichts mit Deiner Leistung oder Eignung zu tun. Und wenn doch, finde ich es diskriminierend (oder unfair).

Ich meine, wenn Du sagst, deine Eltern sind Arbeiter und Du hast DIch hochgearbeitet, kann das natürlich positiv ausgelegt werden. Wenn Du bei gleicher Qualifikation allein deswegen anderen Bewerbern vorgezogen wirst, fänd ich das unfair.
Oder es kann negativ ausgelegt werden, so nach dem Motto, du hast nicht den richtigen Hintergrund, man traut Dir wegen Deiner Herkunft nicht zu, den Job zu machen, obwohl Du sonst alle Qualifikationen hast, dann find ich das diskriminierend.


mir fallen jetzt auf anhieb 2 beispiele ein, wo ich als personaler guten gewissens auch den sozioökonomischen hintergrund des bewerbers in die entscheidung miteinbeziehen würde.

bsp 1. personalreferent produktion in einem großen industriebetrieb
also stelle in der personalabteilung, die sich um die belange der fließbandarbeiter kümmert: da kannst du niemanden hinsetzen, der sich nicht in die lebenswelt eines arbeiters reinversetzen kann. ein LSE absolvent, der noch nie außerhalb eines büros gejobbt hat und wahrscheinlich nicht mal den dialekt versteht, den seine klienten sprechen..nö!

bsp 2: kundenbetreuer private wealth management einer privatbank, also praktisch der persönliche bankbetreuer von superreichen

da werden die kunden zb. zu aufwendigen veranstaltungen geladen, etc pp. auch wenn die noten noch so gut sind - da würde ich jemanden einstellen, der einen ähnlichen background hat wie die zu betreuenden kunden.

sparklehorse
31.01.2009, 13:29
Sehe ich auch so.

Ist halt einfach praktisch so ein Vorurteil am Leben zu halten. Dadurch werten Leute mit Geschwister sich (sicher auch zum Teil unbewusst) automatisch auch indirekt auf.

ich find nicht, dass das unbedingt ne aufwertung ist. ich halte egoismus nicht per se für eine schlechte charaktereigenschaft.

manchmal ist es sicher von vorteil, wenn man auch in der lage ist, nicht immer auf alles und jeden rücksicht nehmen zu wollen..

an der uni hab ich jedenfalls die erfahrung gemacht, dass solche leute weiter kommen/schneller sind/was auch immer.

ich geh ja nun auch nicht durchs leben und drücke jedem einzelkind, das ich kennenlerne, nen stempel auf die stirn..
aber ich hab schon ein paar mal die erfahrung gemacht, dass es eben doch ab und zu zutrifft.

neonblond
31.01.2009, 13:35
außerdem, vielleicht wollte er ja auch sethos' einstellung zu kindern abklopfen ;) wenn da die bewerberin mit leuchtenden augen antwortet "ich habe 8 geschwister und das war perfekt :lof: großfamilie ist mein ideal!!" (mal überspitzt ausgedrückt ,) ) ..

sparklehorse
31.01.2009, 13:40
ich find auch einfach, dass das interessant ist. genauso wie ich es interessant finde, ob die familie nen hund hat oder wo man aufgewachsen ist oder was weiß ich..

glaube, das wäre einfach der grund, warum ich sowas fragen würde.

Zoor
31.01.2009, 17:23
.

Lucaa
31.01.2009, 17:52
aber heißt das dann, weitergedacht, dass man jemanden eventuell ungerner einstellt, weil er ein einzelkind ist und EVENTUELL - weil man das "halt so sagt" - egoistischer sein KÖNNTE als andere?
so eine beurteilung allerdings würde ich nur einem extrem schlechten personaler zutrauen. niemand kann was dafür, dass er ein einzelkind oder in einer familie mit 8 kindern aufgewachsen ist. und das wäre dann wirklich diskriminierend.

Inaktiver User
31.01.2009, 18:14
aber heißt das dann, weitergedacht, dass man jemanden eventuell ungerner einstellt, weil er ein einzelkind ist und EVENTUELL - weil man das "halt so sagt" - egoistischer sein KÖNNTE als andere?
so eine beurteilung allerdings würde ich nur einem extrem schlechten personaler zutrauen. niemand kann was dafür, dass er ein einzelkind oder in einer familie mit 8 kindern aufgewachsen ist. und das wäre dann wirklich diskriminierend.

ach, es sind eine ganze reihe an personaler-fragen "diskriminierend" (im negativen, aber auch im neutralen sinn des wortes). die frage ist doch letztlich, was es dir bringt, wenn du bei einer solchen frage im vorstellungsgespräch "mauerst" und gar nichts sagst bzw. dich verweigerst.

bei der schwangerschaftsfrage dürfen frauen lügen. wie das bei der elternfrage ist, weiß ich nicht. ;)

neonblond
31.01.2009, 18:23
aber heißt das dann, weitergedacht, dass man jemanden eventuell ungerner einstellt, weil er ein einzelkind ist und EVENTUELL - weil man das "halt so sagt" - egoistischer sein KÖNNTE als andere?
so eine beurteilung allerdings würde ich nur einem extrem schlechten personaler zutrauen. niemand kann was dafür, dass er ein einzelkind oder in einer familie mit 8 kindern aufgewachsen ist. und das wäre dann wirklich diskriminierend.

es kann eventuell aber auch sein, daß der personaler selber ungern einzelkind ist und dich aus mitleid einstellt damit du mehr unter leute kommst :rotwein: es ist einfach nur eine unter x fragen, die in so einem gespräch gestellt werden können.


ach, es sind eine ganze reihe an personaler-fragen "diskriminierend" (im negativen, aber auch im neutralen sinn des wortes). die frage ist doch letztlich, was es dir bringt, wenn du bei einer solchen frage im vorstellungsgespräch "mauerst" und gar nichts sagst bzw. dich verweigerst.

!!

magda
31.01.2009, 23:37
aber ich hab schon ein paar mal die erfahrung gemacht, dass es eben doch ab und zu zutrifft.

Was für ein Unsinn. Andersrum trifft es genau so ab und zu zu. Deshalb schließt man noch lange nicht auf den Quatsch, dass Kinder mit Geschwistern egoistischer sind.
self-fulfilling prophecy...

amöbe
01.02.2009, 01:05
.

Zoor
01.02.2009, 01:21
.

Lucaa
01.02.2009, 10:43
die frage ist doch letztlich, was es dir bringt, wenn du bei einer solchen frage im vorstellungsgespräch "mauerst" und gar nichts sagst bzw. dich verweigerst.



naja, ja. aber das könnte man dann ja bei jeder beliebigen frage so handhaben. und dann sind diese fragen, die der personaler nicht stellen darf bzw. auf die man nicht antworten muss, sowieso hinfällig.

Inaktiver User
01.02.2009, 11:01
naja, ja. aber das könnte man dann ja bei jeder beliebigen frage so handhaben. und dann sind diese fragen, die der personaler nicht stellen darf bzw. auf die man nicht antworten muss, sowieso hinfällig.

wieso sind sie damit "hinfällig"? du sammelst keine pluspunkte als kandidat, wenn du etwa auf die elternfrage hin einfach sagst, "sag ich nicht, was geht sie das an" (so oder höflicher formuliert). darum geht's. offiziell hast du bei einigen fragen das recht, "nein" zu sagen bzw. nicht zu antworten - was dir die haltung in der praxis dann bringt, ist die andere frage.
"fair" ist was anderes, das seh ich auch so, aber ich fürchte, das ist nunmal (bei sehr vielen dieser gespräche) einfach auch realität.

magda
01.02.2009, 11:08
self-fulfilling prophecy...
Was willst du in diesem Zusammenhang mit diesem Begriff? Mir ist nicht ganz klar, wieso du auf dieses Konzept eingehst, bei dem die Ursache für die Folgen die Vorhersage dieser Folgen selbst sein soll. Erklär dich doch bitte ein wenig, um mir auf die Sprünge zu helfen. :)
Ging eigentlich an sparklehorse, wollte dir damit auch zustimmen.
Wenn man negatives Verhalten von Einzelkindern erwartet, wird man es irgendwann auch bestätigt bekommen, auch wenn es eben nur der eigenen (verzerrten) Wahrnehmung entspricht..
Und negative Beispiele merkt man sich sowieso grundsätzlich wieder besser (als positive).

Lucaa
01.02.2009, 13:06
wieso sind sie damit "hinfällig"? du sammelst keine pluspunkte als kandidat, wenn du etwa auf die elternfrage hin einfach sagst, "sag ich nicht, was geht sie das an" (so oder höflicher formuliert). darum geht's. offiziell hast du bei einigen fragen das recht, "nein" zu sagen bzw. nicht zu antworten - was dir die haltung in der praxis dann bringt, ist die andere frage.
"fair" ist was anderes, das seh ich auch so, aber ich fürchte, das ist nunmal (bei sehr vielen dieser gespräche) einfach auch realität.

ich meine damit: wenn es dir so oder so als negativ ausgelegt wird, wenn du auf bestimmte fragen nicht antworten willst - egal ob das dein recht ist oder nicht -, dann kann man ja auf die fragen, bei denen es rechtens ist, auch drauf verzichten, eine sonderregelung dafür einzuführen.

Inaktiver User
01.02.2009, 15:49
ich meine damit: wenn es dir so oder so als negativ ausgelegt wird, wenn du auf bestimmte fragen nicht antworten willst - egal ob das dein recht ist oder nicht -, dann kann man ja auf die fragen, bei denen es rechtens ist, auch drauf verzichten, eine sonderregelung dafür einzuführen.

nein, kann man nicht. denk mal an die frage nach der "geplanten schwangerschaft": da darf, so sagt der gesetzgeber, die bewerbungskandidatin im vg ganz einfach lügen, und man darf ihr später auch keinen strick draus drehen, wenn das rauskommen sollte.
oder auch die frage nach chronischen krankheiten, z. b. allergien: wenn davon auszugehen ist, dass der erkrankte trotz erkrankung (was eine formulierung ;)) seinen arbeitsalltag alles in allem gut bewältigen kann, und wenn von ihm keine ansteckungsgefahr ausgeht, dann muss er den ag im vorstellungsgespräch bzw. im vorfeld darüber nicht zwangsweise informieren.

diese schutzregelungen haben schon ihren sinn. wer würde eine kandidatin einstellen, die zugibt, dass irgendwann in den nächsten 2 jahren eine schwangerschaft geplant ist, oder einen chronisch kranken, wenn doch möglicherweise gleichzeitig ein fachlich ebenso qualifizierter gesunder bewerber zur verfügung steht?

dass diese schutzmechanismen nicht immer wirklich greifen, ist wieder eine andere sache. das spricht aber prinzipiell nicht gegen sie.

Aurora
02.02.2009, 20:28
nein, nach der argumentation kann nicht jede frage erlaubt sein. wir reden aber hier über die elternberufsfrage, und da verstehe ich wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll. die frage ist für mich ähnlich privat wie die nach meinen hobbies.nein, sie ist in etwa so privat wie die frage nach der anzahl der dates in den letzten 4 monaten.

und ich kann nicht nachvollziehen, dass das hier als so etwas normales angesehen wird? ich find das ehrlich gesagt eine frechheit und würde freundlich aber bestimmt sagen, dass ich das nicht beantworten möchte. oder vorher fragen, in welchem zusammenhang das mit meiner eignung für die stelle steht.
und hey, vllt zeigt das nicht-sagen ja dass man selbstbewusst genug ist, um nicht jeden scheiß mit sich machen zu lassen? :durchgeknallt:

und das diskriminierende hier ist nun mal, dass man nix für seine familie kann. und um einen familienhintergrund wirklich zu verstehen, reichen solche fragen ohnehin nicht aus (auch nicht-akademikereltern können ihre kinder unterstützen, nur beim finanziellen ist da der haken).
abgesehen davon kann sich da doch jeder ausdenken, was er will, das kann eh niemand nachprüfen. aber denke nicht, dass es einem hilft, den personalleuten zu sagen, dass die eigenen eltern z.b. arbeitslos sind (also gell, wenns stimmt, jetzt). da hat man doch seinen stempel weg, studium hin oder her. das ist echt nix worauf man dann in dem moment stolz wäre. man läuft doch dann nicht einem "hey, ich habs geschafft, trotz allem und der gedanke an tausende euro schulden ist mir auch egal" durch die gegend. himmel, das ist doch pure sozialromantik, einfach.


einzelkinder verhalten sich im übrigen tendenziell sozialer als geschwisterkinder. denn einzelkinder sind ja auf kontakte mit anderen kindern angewiesen, geschwister haben sich selbst und werden sich auch nicht los. im guten wie im schlechten. ;)

kafkaesque
03.02.2009, 13:30
ach, es sind eine ganze reihe an personaler-fragen "diskriminierend" (im negativen, aber auch im neutralen sinn des wortes). die frage ist doch letztlich, was es dir bringt, wenn du bei einer solchen frage im vorstellungsgespräch "mauerst" und gar nichts sagst bzw. dich verweigerst.

*letztlich* ist die frage, was es unserer gesellschaft bringt, wenn alle es für die letztliche frage halten, was es ihnen bringt.
nicht defektieren im gefangenendilemma. :mrnerd: (http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma)

kafkaesque
03.02.2009, 13:34
klar lässt sich das nicht pauschalisieren und das kann sicher auch auf geschwisterkinder zutreffen (zumal es ja auch geschwister gibt, die wie einzelkinder aufwachsen), aber ich glaube schon, dass man da zum teil darauf rückschließen kann.

aber genau so funktioniert z.b. diskriminierung aufgrund des geschlechts. klar gibts, denkt sicher der bayerische ingenieur, auch frauen, die mit machinen umgehen können. pauschalisieren lässt sich das nicht. aber zum teil kann man da schon drauf rückschließen, und deshalb ist frau zu sein schonmal ein minuspunkt bei der bewerbung.

Inaktiver User
03.02.2009, 14:39
*letztlich* ist die frage, was es unserer gesellschaft bringt, wenn alle es für die letztliche frage halten, was es ihnen bringt.
nicht defektieren im gefangenendilemma. :mrnerd: (http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma)

tihi... man merkt, dass du philosophie studiert hast (sorry *g*) ;)
ich versteh schon, was du meinst. trotzdem wirst du als einzelner in der bewerbungssituation da nicht viel tun können, derzeit.

kafkaesque
03.02.2009, 15:26
ich kenn den gedanken ja gut :(. ich schaff´s da leider auch nicht immer, mich zusammenzureißen. aber eigentlich möchte ich kein mensch sein, der auf angebliche sachzwänge verweist, um dem risiko aus dem weg zu gehen, das man nun mal tragen muss, wenn die sachen besser werden sollen.

neonblond
03.02.2009, 15:53
ich kenn den gedanken ja gut :(. ich schaff´s da leider auch nicht immer, mich zusammenzureißen. aber eigentlich möchte ich kein mensch sein, der auf angebliche sachzwänge verweist, um dem risiko aus dem weg zu gehen, das man nun mal tragen muss, wenn die sachen besser werden sollen.

da bin ich auch deiner meinung. auf die konkrete situation hier bezogen: gute freundin (ende 20) von mir bewarb sich neben hunderten anderen als marketing trainee. hat auf die illegale kinderfrage ganz einfach geantwortet: ja ich will sicherlich mal kinder! arbeit ist ja nicht alles, aber bis dahin hätte ich gerne den job. den job hat sie bekommen ;) wenn das mehrere so machen würden..aber ist so wie mit den unbezahlten praktikanten.

Sethos
03.02.2009, 16:02
da bin ich auch deiner meinung. auf die konkrete situation hier bezogen: gute freundin (ende 20) von mir bewarb sich neben hunderten anderen als marketing trainee. hat auf die illegale kinderfrage ganz einfach geantwortet: ja ich will sicherlich mal kinder! arbeit ist ja nicht alles, aber bis dahin hätte ich gerne den job. den job hat sie bekommen ;) wenn das mehrere so machen würden..aber ist so wie mit den unbezahlten praktikanten.

Wenn das mehrere so machen würden, ändert es nichts an der Einstellung vom Personaler. Wenn ihm Frauen als potenziell gefährlich gelten und dann noch seine Vorurteile bestätigen, nimmt er eben einen Mann. Und wenn 30 Frauen den Spruch deiner Freundin bringen.

Lucaa
03.02.2009, 19:59
eben. das kann auch böse nach hinten losgehen.

Laxe
04.02.2009, 22:05
(auch nicht-akademikereltern können ihre kinder unterstützen, nur beim finanziellen ist da der haken).


Es gibt "arme" Akademikerfamilien und reiche Nichtakademikerfamilien, die ihren Kindern das Geld nur so in den Hintern schieben können (Das sollen jetzt keine Urteile sein, sondern nur eine Verbildlichung).

Äh, ich war noch nie bei nem Vorstellungsgespräch, aber was macht das denn für nen Eindruck, wenn man auf die Elternfrage ehrlich antwortet, dass ein Elternteil verstorben oder unbekannt ist.
Selbst wenn man damit keine Probleme hat, macht das doch einen Beigeschmack, der entweder peinlich berührt ist oder mh, "angewiedert"?