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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was haltet ihr von Gentechnik?



julli
16.02.2009, 15:21
gut? schlecht? keine ahnung?
habt ihr was dagegen gentechnisch verändertes zeug zu essen oder seht ihr das gute errungenschaft, um weltprobleme jeglicher art zu bekämpfen?
schreibe dazu gerade eine hausarbeit, da interessieren mich auch andere meinungen!

fabian
16.02.2009, 15:36
Hmm riesiges Thema, also im Garten würde ich jetzt keine Genpflanzen ansetzen aber das Problem ist ja das sich Pflanzen nicht wirklich an Grundstücksgrenzen halten, in den USA und Kanada werden schon seit jahren Bauern wegen Patentverletzungen verklagt die zwar kein Gentech einsetzen aber deren Pflazen von Genpflanzen bestäubt werden.
http://www.umg-verlag.de/umwelt-medizin-gesellschaft/genklage.html

Des weiteren muss ich sagen das soviel Schindluder mit Lebensmitteln getrieben wird das es mir ganz persönlich fast schon egal ist hauptsache ich bekomme davon nix mit!
Obst wird bestrahlt und mit Pestiziden besprüht (illegale Erntehelfer in Spanien erkranken regelmäßig an Krebs), Fleich wird mit Hormonen verseucht und Weizen mit Gentech vermischt.
Sicher ist nichtmal das was aus dem Garten kommt es sei denn man hat das Saatgut schon seit generationen in der Familie

julli
16.02.2009, 15:44
aber es ist doch so: wenn gentechnik in der landwirtschaft nicht gebremst wird, dann wird diese letzte sicherheit durch privates angebautes auch irgendwann verspielt...
muss man nicht gerade in der lage jetzt ngos unterstützen etc?

julli
16.02.2009, 15:45
achja, und dass monsanto nicht wirklich in die schranken gewiesen wird trotz einiger kritischer vorfälle entgeht ehrlich gesagt auch ein wenig meiner logik...

fabian
16.02.2009, 16:20
aber es ist doch so: wenn gentechnik in der landwirtschaft nicht gebremst wird, dann wird diese letzte sicherheit durch privates angebautes auch irgendwann verspielt...
muss man nicht gerade in der lage jetzt ngos unterstützen etc?

Was wollen die NGOS denn machen ?



achja, und dass monsanto nicht wirklich in die schranken gewiesen wird trotz einiger kritischer vorfälle entgeht ehrlich gesagt auch ein wenig meiner logik...
Also ehe Monsanto, Bayer und Co in die Schranken gewiesen werden rollen Panzer.
Da steht soviel Kohle dahinter da wird jeder korrupt der es sich an der Macht bequem gemacht hat.
Schönes Beispiel die Grünen, so laut wie vor jahren krakehlen die schon lange nicht mehr gegen Gentechnik und dulden sie still schweigend.
Bei Geld und damit Macht hört der Spass auf und da spielt auch Menschliches Leben keine Rolle mehr.
Für was werden Kriege geführt ? Für die Freiheit? Für Menschenrechte? wohl nicht! Kriege werden für MAcht und Geld geführt.
Monsanto macht Milliarden Umsatz rechne dazu noch die anderen Konzerne Weltweit die sich mit Gentechnik beschäftigen und du erhältst eine Macht der kein Staat wiederstehen kann.

Bitte traurig aber wahr :(

Achja wennd as Referat für die Schule ist bringe NGOs und Verbraucherboykotte an, das bringt zwar garnix aber deiner Note ist es zuträglich da die große Masse der Lehrer sozialromantisch ist und auf solche Schnulzen steht ;)

julli
16.02.2009, 16:41
[
Achja wennd as Referat für die Schule ist bringe NGOs und Verbraucherboykotte an, das bringt zwar garnix aber deiner Note ist es zuträglich da die große Masse der Lehrer sozialromantisch ist und auf solche Schnulzen steht ;)[/QUOTE]


ist doch ne hausarbeit für die uni...;)
ngos sind nciht ohne macht, beispiel pharmaindustrie und medikamentenverfügbarkeit in afrika etc. nur durch den druck der ngos wurde überhaupt mal zum beispiel ein medikament gegen schlafkrankheit zugelassen...

die einzige aber wirklich sinnvolle macht ist und bleibt der konsument. siehe bio etc, das boomt nur weil die konzerne gemerkt haben dass sie sonst den markt verpassen wenn sie sich nciht anpassen.
und es wird definitiv nicht besser wenn man die augen verschließt...

fabian
16.02.2009, 16:54
ist doch ne hausarbeit für die uni...;)
ngos sind nciht ohne macht, beispiel pharmaindustrie und medikamentenverfügbarkeit in afrika etc. nur durch den druck der ngos wurde überhaupt mal zum beispiel ein medikament gegen schlafkrankheit zugelassen...

die einzige aber wirklich sinnvolle macht ist und bleibt der konsument. siehe bio etc, das boomt nur weil die konzerne gemerkt haben dass sie sonst den markt verpassen wenn sie sich nciht anpassen.
und es wird definitiv nicht besser wenn man die augen verschließt...


Ich verschließe die Augen nicht, ich bin realist!
Bei den "Schlaftabletten" und bei den Bioprodukten haben sie halt gesagt "ok dann verdieen wir daran auch noch mit" aber Gentechnik ist ein Billionenmarkt weltweit da lassen die sich nicht in die Suppe spucken, schau dir mal die EU-Verordnungen an ;) Gentechnik kommt nicht in Form einer 5 Kg Tomate sondern wird uns nach und nach unter geschoben.
Importierter Soja "darf" heute schon zu 5% genetisch verändert sein.....dauert nicht lange dann sinds 10, dann 15 und irgendwann sagt ein schlauer Abgeordneter "das kann doch keiner Kontrollieren" dann wirds ganz zugelassen.

Sorglos
18.02.2009, 08:34
Sind bestimmt eh schon mehr als 5%, wenn die Herkunft des Soja verschleiert wird (und ich bin mir sicher, das passiert).

Aurora
18.02.2009, 10:25
um ehrlich zu sein, fühle ich mich einfach viel zu ungenügend informiert, um eine meinung haben zu können.

was man hört ist ja in aller regel entweder dafür oder (und viel lauter und v.a. emotionaler) dagegen. (das gleiche gilt auch für atomenergie)

den NGOs würde ich auch nicht allzuviel vertrauen schenken. die konkurrieren genauso im geld und einfluss. und diejenigen, die auf der straße auf dinge aufmerksam machen, wissen in der regel ungefähr gar nichts über das thema, was sie nicht von oben vorgekaut bekommen haben. und ob das die wahrheit oder auch nur sinnvoll ist, sei dahingestellt.

ich habe zwar auch ein nicht so gutes gefühl bei dem gedanken, gentechnisch veränderte produkte zu essen, aber darum geht es ja nicht.
oft beschleicht mich halt auch das gefühl, dass da vieles dramatisiert wird. natürlich gibt es gute gründe, sehr vorsichtig zu sein. aber dabei sehe ich vorrangig die gefahr, zu sehr in die nahrungskette einzugreifen (was wir aber durch pestizideinsatz eh schon tun).
andererseits ist der nutzen dieser pflanzen auf lange sicht fragwürdig. auch gegen eingebaute gifte können schädlinge resistent werden, vermute ich.

also ich fänds gut, wenn jemand, der sowas in der richtung studiert, was dazu sagen könnte :rose2:

kilauea
18.02.2009, 13:00
hmm... ich bin definitiv pro genforschung. weil's einfach wahnsinnig interessant ist, was sich da so alles machen lässt, was man rausfinden kann, welche zusammenhänge es gibt etc.

aber ich bin dagegen, das dann auch überall umzusetzen, ob das jetzt mit dem mais oder der tomate anfängt - weil man einfach noch überhaupt gar nicht abschätzen kann, was das mittel- und langfristig für folgen haben kann.

zugegeben, ist jetzt ein bisschen äpfel mit birnen verglichen - aber so seh ich das.

who me?
18.02.2009, 13:12
hmm... ich bin definitiv pro genforschung. weil's einfach wahnsinnig interessant ist, was sich da so alles machen lässt, was man rausfinden kann, welche zusammenhänge es gibt etc.

aber ich bin dagegen, das dann auch überall umzusetzen, ob das jetzt mit dem mais oder der tomate anfängt - weil man einfach noch überhaupt gar nicht abschätzen kann, was das mittel- und langfristig für folgen haben kann.

zugegeben, ist jetzt ein bisschen äpfel mit birnen verglichen - aber so seh ich das.
seh ich ähnlich.

fabian
18.02.2009, 13:20
hmm... ich bin definitiv pro genforschung. weil's einfach wahnsinnig interessant ist, was sich da so alles machen lässt, was man rausfinden kann, welche zusammenhänge es gibt etc.

Pro bin ich nicht aber ich bin halt soweit realist das ich einsehe das man eine Technik nicht aufhalten kann schon garnicht wein derartig großer Markt dahinter steht.

Tinelli
18.02.2009, 14:37
Vielleicht sollte man hier erstmal klären, worum es überhaupt geht. Gentechnik allgemein? Nur grüne Gentechnik?

Rote und weiße Gentechnik sind mittlerweile eh fest in unserem Alltag integriert, da regt sich keiner auf, wenn die Waschmittel schon bei 30° den Schmutz lösen oder Diabetiker sich kein Schweineinsulin spritzen müssen.

Ich denke (und hoffe), dass auch die grüne Gentechnik in den nächsten Jahren etwas mehr Unterstützung findet und Pflanzen wie Golden Rice oder die Carotinoid-Kartoffel endlich auf den Markt kommen. Das Problem ist, dass "wir" gentechnisch veränderte Pflanzen ablehnen und deshalb nützliche Pflanzen wie eben der Reis in Entwicklungsländern nicht angebaut wird, weil diese Länder sonst nicht mehr als Gentechnik-frei angesehen werden und Exporteinbußen hätten (zumindest sind das die Argumente gegen Golden Rice). Salz- oder hitzeresistente Pflanzen, allergenfreie Erdnüsse usw. sind noch weitere Sachen, an denen gerade gearbeitet wird und die auch einen direkten Nutzen haben.
Ich würde das auch ohne Bedenken essen.

Was ich aber als gefährlich und unnötig ansehe, ist die derzeitige Beschränkung auf Schädlingsresistenzen, die letzlich nur die weltweiten Monokulturen fördern und keinen Nutzen für den Endverbraucher haben. Das sind hausgemachte Probleme, die man auch anders angehen kann. Und wie Aurora schon meinte, gibt es dann halt resistente Schädlinge - oder andere Schädlinge treten vermehrt auf oder Nützlinge sind doch betroffen usw. Nochdazu bin ich mir nicht sicher, ob man das schon so abschätzen kann, wie diese Toxine in diesen Mengen (sonst treten die ja nur in winzigen Spuren auf) für Effekte haben.
Das ist bei den oben genannten Pflanzen ja anders, weil die Stoffwechselwege ja bekannt sind und nur aus anderen Pflanzen kopiert wurden.

Inaktiver User
18.02.2009, 17:40
Ich (Biologin) würde gentechnisch veränderte Lebensmittel auch bedenkenlos essen.

Außerdem sehe ich die Sache mit dem Golden Rice usw. genau so wie Tinelli.

Aurora
19.02.2009, 13:11
Vielleicht sollte man hier erstmal klären, worum es überhaupt geht. Gentechnik allgemein? Nur grüne Gentechnik?

Rote und weiße Gentechnik sind mittlerweile eh fest in unserem Alltag integriert, da regt sich keiner auf, wenn die Waschmittel schon bei 30° den Schmutz lösen oder Diabetiker sich kein Schweineinsulin spritzen müssen. so waschmittel basiert auf gentechnik? wie funktioniert das denn?


Ich denke (und hoffe), dass auch die grüne Gentechnik in den nächsten Jahren etwas mehr Unterstützung findet und Pflanzen wie Golden Rice oder die Carotinoid-Kartoffel endlich auf den Markt kommen.davon hört man z.b. viel weniger. da hab ich mal nen kleinen artikel drüber gelesen, dass forscher das entwickelt haben aber das wars dann auch. das meiste ist ja immer berichten über monster-unkraut, mutanten-mais und dergleichen.
aber das klingt ja echt ganz toll. das kann dann auch da wachsen, wo die menschen momentan so wenig vit.a haben, dass viele blind werden? das wär ja echt toll.


edit: aber wie ist das mit den pharma-pflanzen? zum beispiel hab ich grad was von der "cholera-kartoffel" gehört. schon klar, aus ein paar genen in der pflanze kann nicht einfach der erreger entstehen, der ja auch selbst keine pflanze ist.
aber wie beurteilt ihr das? ist sowas überhaupt sinnvoll? vielleicht auf für das verabreichen von impfstoffen? essen ist ja netter als spritzen. ;)

rhabarber*
19.02.2009, 13:28
umj überhaupt halbwegs sinnvoll darüber sprechen zu können, müsste man dringend die fragestellung eingrenzen und eben fragen "was haltet ihr von gentechnisch veränderten pflanzen bzw. nahrungsmitteln?"...sonst werden hier eh nur birnen mit äpfeln verglichen und das meist noch ohne jegliches basiswissen, worüber man da eigentlich spricht.

cyan
19.02.2009, 14:30
Vielleicht sollte man hier erstmal klären, worum es überhaupt geht. Gentechnik allgemein? Nur grüne Gentechnik?

Rote und weiße Gentechnik sind mittlerweile eh fest in unserem Alltag integriert,


danke, wollte ich auch gerade anmerken.

Tinelli
19.02.2009, 19:30
so waschmittel basiert auf gentechnik? wie funktioniert das denn?
Naja, man sucht halt gezielt nach Enzymen, die auch schon bei niedrigeren Temperaturen Fette oder Proteine (=Schmutz) lösen, isoliert die dazugehörigen Gene und produziert die dann in großen Mengen in Bakterien.
Ich habe in einer Chemiefirma ein Praktikum gemacht, die solche Enzyme für Jeansfirmen produziert haben. Die Enzyme wurden für den Used Look verwendet, was zum einen schonender für den Stoff ist und zum anderen besser für die Umwelt, weil man das sonst mit Steinen macht.


davon hört man z.b. viel weniger. da hab ich mal nen kleinen artikel drüber gelesen, dass forscher das entwickelt haben aber das wars dann auch. das meiste ist ja immer berichten über monster-unkraut, mutanten-mais und dergleichen.
aber das klingt ja echt ganz toll. das kann dann auch da wachsen, wo die menschen momentan so wenig vit.a haben, dass viele blind werden? das wär ja echt toll.
Ja, das war die Idee dahinter.
Aber wie gesagt, wollen die Länder es nicht anbauen, weil sie Angst haben, dass sie dann keinen Reis mehr exportieren können.
Und dazu kommt, dass die Forscher zum Beginn des Projekts mit der Reissorte gearbeitet haben, die ihnen am einfachsten zugänglich bzw. über die bis dahin am meisten bekannt war - und die ist leider nicht mit den aktuellen Hochleistungssorten vergleichbar, weshalb man jetzt das ganze wieder weiterkreuzen muss.


edit: aber wie ist das mit den pharma-pflanzen? zum beispiel hab ich grad was von der "cholera-kartoffel" gehört. schon klar, aus ein paar genen in der pflanze kann nicht einfach der erreger entstehen, der ja auch selbst keine pflanze ist.
aber wie beurteilt ihr das? ist sowas überhaupt sinnvoll? vielleicht auf für das verabreichen von impfstoffen? essen ist ja netter als spritzen. ;)
Soweit ich weiss, ist man da noch meilenweit von einem Durchbruch entfernt. Anstecken könnte man sich da nicht, da werden ja nur wenige Gene der Erreger genommen und schon gar nichts, was irgendwie toxisch wäre ;) An sich wäre es aber sehr sinnvoll. Bei den meisten weltweiten Impfkampagnen ist neben dem Erreichen der Leute in abgelegenen Gebieten der Transport des Impfstoffs das größte Problem. Ich mein, du musst nur gucken, welchen Aufstand die Leute hier schon machen, ihren Nuvaring ohne Unterbrechung der Kühlkette in den privaten Kühlschrank zu bekommen... und dann überlegt dir mal, wie man mehrere Tausend Impfdosen *gekühlt* durch das afrikanische Hinterland transportieren soll.... :D Stattdessen einfach ein paar Wochen mit einem Laster mit Kartoffeln durch die Gegend zu fahren, hätte da schon gewisse Vorteile :D

Kleptokrat
20.02.2009, 23:59
da regt sich keiner auf, wenn Diabetiker sich kein Schweineinsulin spritzen müssen. :kuss2: auch wenn einem aus tierschutzgesichtspunkten die umprogrammierten kleinen bakterien, die von kindesbeinen an in sweatshops insulin herstellen müssen, eigentlich leid tun können :-).

Aurora
21.02.2009, 00:45
bakterien sind doch aber keine tiere ;)

Sorglos
21.02.2009, 17:51
bakterien sind doch aber keine tiere ;)
Was sollen sie denn sonst sein?
Pflanzen? Oder gar Pilze?

Inaktiver User
21.02.2009, 17:53
Was sollen sie denn sonst sein?
Pflanzen? Oder gar Pilze?

Ehm Bakterien eben? Prokaryonten?

Ich hoffe du hast Bio nach der 10 abgewählt, alles andere würd das nun nimmer entschuldigen. :D

Sorglos
21.02.2009, 17:54
Ich wollte doch nur hören, was aurora noch so schreibt. ;)
Bio-LK und Studium (auf LA)



note so self: use more Smilies

Inaktiver User
21.02.2009, 17:55
Haha na dann, na dann. Das war wirklich zu ernst formuliert und mein Biologenherzchen hat sich direkt zusammengekrampft. :D

Sorglos
21.02.2009, 18:03
:troesten: *Arzt.hol* *überleg* *lieber.freefish.hol.damit.das.forumsintern.bleibt .:D*

Aurora
22.02.2009, 10:38
lol.