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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anti"doping"regeln an Schulen und Unis? (siehe aktuelle NEON)



Inaktiver User
14.03.2009, 20:04
in der aktuellen NEON (für Abonnenten seit heute da, ansonsten am Montag halt) ist ein Artikel drin über Ritalin und ähnliche Medikamente, die normalerweise bei ADS verschrieben werden, um die Konzentration zu fördern und bei Leuten ohne ADS die Konzentrationsfähigkeit anscheinend geradezu explodieren lassen und deswegen von vielen Studenten fürs Lernen benutzt werden.

In dem Artikel ist dann die Rede davon, dass Neuroethiker fordern, in Zukunft an Schulen und Universitäten Antidopingregeln einzuführen.

Was haltet ihr davon? Glaubt ihr, das ist nötig?
Werden diese Medikamente wirklich so oft von Leuten benutzt, die sie eigentlich gar nicht bräuchten?

hedi
14.03.2009, 20:19
hey
also das mit der konzentration stimmt. hab zusammen mit Amerikanern ne sommerschule auf der uni gemacht und die gingen jeden tag saufen, aber voll gas und 2 tage vor den prüfungen schmissen sie das zeug mit einem durschnittlichen notenerfolg von 1,2 ... also es wirkt

aber mir hat eine befeundete medizinerin erzählt, dass medikamente gegen ADS diesselbe wirkung bzw. dasselbe sind wie speed und solche amvitadings ... also sehr, sehr bedenklich ...
finde auch, dass der leistungsdruck auch so schon gesundheitsschädigend genug ist, auch ohne ersatzdrogen und wies scheint muss man den leuten gesetzte und kontrollen aufbrummen, damit sie checken ...

Aurora
14.03.2009, 20:38
was für prüfungen waren denn das?

das geht schon zeitlich nicht. selbst wenn man 48h hochkonzentriert durchmachen würde, würde man (zumindest bei vielen klausuren, die ich kenne) nicht durch den stoff kommen.
also muss man es entweder schon mal halbwegs drauf haben und dann nur noch auffrischen und abrunden oder aber der stoff ist eher easy, sodass konzentriertes durchlesen allein reichen würde. meistens muss man aber auch noch sachen aus büchern ausarbeiten usw. und das nur bei einer einzigen klausur.


ich denk, das ist nicht so häufig, ehrlich gesagt.
und wie sollen die anti-doping-regeln funktionieren? vor der klausur ne blutprobe und wer was genommen hat, ist nachträglich disqualifiziert und fällt durch? außer, er kann ein ärztliches attest vorlegen, nach dem er das braucht? was aber auch so schwer nicht sein dürfte.
das ist doch lächerlich.

sparklehorse
15.03.2009, 13:37
ich glaub auch nicht, dass das so oft vorkommt.

und ich denk auch nicht, dass man mit amphetaminen konzentrierter lernen kann. genauso wie ichs nicht versteh, dass leute oft beim lernen literweise kaffee in sich reinschütten. das hilft garantiert nicht dabei, den stoff besser zu behalten.

Inaktiver User
15.03.2009, 14:49
Vor allem gehts doch bei vielen Klausuren auch nicht, wenn man nur Faktenwissen in sich reinhämmert. Man muss es auch verstehen und anwenden können. Ich denke da sind Amphetamine eher kontraproduktiv.

Kaffee trink ich auch nur weil es gut schmeckt, ich glaub ich hab noch nie im Leben ne Wirkung von Koffein gespürt.

Mein Fazit: Die NEON will mal wieder äußerst klug tun.



Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen. :mrnerd:

Fettnäpfchen
17.03.2009, 16:42
Also ich glaub schon, dass sich viele Studenten alles mögliche einwerfen, um zumindest vor den Klausuren, wo man viel auswendig lernen muss, ordentlich durcharbeiten zu können. Wenn ich bei Prüfungsaufsichten sehe, was da an Pillenpackungen teilweise auf den Tischen liegt, ist das schon bedenklich.

Und die psychologische Beratungsstelle an meiner Uni hat auch schon festgestellt, dass immer mehr Leute dort auch ankommen und Tabletten zum besser durchlernen verschrieben haben möchten.

Antidopingkontrollen sind allerdings für die Tonne. Wie soll denn das funktionieren? Sollen die Unis jetzt vor jeder Prüfung Bluttests machen? Und werden Leute, die tatsächlich aus medizinischen Gründen die Mittelchen nehmen dann vom Studium ausgeschlossen werden?

Und der Artikel in der Neon: ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der eher Leute dazu animiert, das Zeug einzuschmeißen, als davor zu warnen. Ist aber nur ein persönlicher Eindruck.

Inaktiver User
17.03.2009, 16:45
Und der Artikel in der Neon: ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der eher Leute dazu animiert, das Zeug einzuschmeißen, als davor zu warnen. Ist aber nur ein persönlicher Eindruck.

Das Gefühl hab ich auch.

In der ZEIT Campus war ja ein ähnlicher Artikel, aber da hatte ich beim Lesen eher noch das Gefühl, der Typ, der da für die Ritalin getestet hat, hat tatsächlich ADS...
weil das, was er beschrieben hat, wie er sich benahm und fühlte, das passt haargenau auf jemanden, den ich kenne, der ADS hat und sich immer genauso verhalten hat, wenn er ein neues Medikament bekommen hat oder die Dosis geändert wurde :suspekt:

Aurora
18.03.2009, 08:19
Und der Artikel in der Neon: ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der eher Leute dazu animiert, das Zeug einzuschmeißen, als davor zu warnen. Ist aber nur ein persönlicher Eindruck.vielleicht wurde neon von der pharmaindustrie geschmiert? ;)

ScarletStarlet
18.03.2009, 08:46
Was mich mal echt interessiert:
wie sollte man denn an sowas drankommen? Ich kenn zwar Quellen, wenn ich irgendwelche anderen Substanzen haben wollen würde, aber gerade so MEdikamentenkram?
Ich bezweifel, dass mein Psychiater, liefe ich da hin und würde die Symptome von ADHS (so heißt das doch, oder?) runterspulen, mir Ritalin verschreiben würde.

Aurora
18.03.2009, 08:49
das tun aber genug.

ScarletStarlet
18.03.2009, 09:25
Hm. Naja, ich glaub trotzdem nicht, dass jeder Student bald da hinrennt und sich irgendwas einschmeißt.

Inaktiver User
18.03.2009, 09:29
Was mich mal echt interessiert:
wie sollte man denn an sowas drankommen? Ich kenn zwar Quellen, wenn ich irgendwelche anderen Substanzen haben wollen würde, aber gerade so MEdikamentenkram?
Ich bezweifel, dass mein Psychiater, liefe ich da hin und würde die Symptome von ADHS (so heißt das doch, oder?) runterspulen, mir Ritalin verschreiben würde.

Es gibt dafür einen florierenden Schwarzmarkt.
Wobei ich selber auch nicht so wüsste, wie ich drankommen sollte. Bzw. ich weiß, wer in meinem Bekanntenkreis das nimmt/nehmen muss, aber ich würde mich niemals trauen, da hin zu gehen und zu sagen "Hallo XY, haste bissl Ritalin über?".
Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass es genug geldgeile Leute mit ADS gibt, die einen Ritalinvorrat zu Hause haben und davon gegen entsprechende Bezahlung gerne etwas an verzweifelte Studenten u.ä. abknapsen.
Und das ist ja schon ein bisschen eine "Modediagnose".
Das wird glaube ich schon recht schnell mal festgestellt und entsprechend mit Medikamenten behandelt, grad, wenn du als Erwachsener dahin gehst und nicht als kleines hyperaktives Kind, das wahrscheinlich auch viel mehr Zeit hat, seine Probleme anderweitig und ohne Medikamente bzw. mit weniger Medikamenten in den Griff zu kriegen, als es ein voll berufstätiger Erwachsener mit denselben Problemen hat.

LaMara
18.03.2009, 09:37
Und der Artikel in der Neon: ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der eher Leute dazu animiert, das Zeug einzuschmeißen, als davor zu warnen. Ist aber nur ein persönlicher Eindruck.

Ja. Ich hab den Artikel gestern Abend gelesen und hatte den gleichen Eindruck.

Ich habe hier noch nie von jemandem gehört, der sich so quasi für Prüfungen dopt, aber wahrscheinlich ist mein Studiengang da nicht so repräsentativ, andrerseits spricht man dann wohl nicht einfach so darüber.

Inaktiver User
18.03.2009, 10:18
Ich habe hier noch nie von jemandem gehört, der sich so quasi für Prüfungen dopt, aber wahrscheinlich ist mein Studiengang da nicht so repräsentativ, andrerseits spricht man dann wohl nicht einfach so darüber.

hm, ich kenn schon aus Schulzeiten, dass da "gedopt" wird.
Allerdings nicht mit Ritalin.
Nur fängt es ja "im Kleinen" quasi an.
Ich kenn so viele, die in der 10ten Klasse schon literweise Kaffee gesoffen haben, um 1, 2 Nächte vor einer Arbeit durchlernen zu können - das sind dann auch die Leute, die im Studium rel. schnell sowas wie Ritalin ausprobieren, würde ich schätzen.

LaMara
18.03.2009, 10:23
hm, ich kenn schon aus Schulzeiten, dass da "gedopt" wird.
Allerdings nicht mit Ritalin.
Nur fängt es ja "im Kleinen" quasi an.
Ich kenn so viele, die in der 10ten Klasse schon literweise Kaffee gesoffen haben, um 1, 2 Nächte vor einer Arbeit durchlernen zu können - das sind dann auch die Leute, die im Studium rel. schnell sowas wie Ritalin ausprobieren, würde ich schätzen.

Hm, ja, jetzt wo Du's sagst, am Gymnasium hatten wir tatsächlich eine in der Klasse, die abends Beruhigungsmittel nahm, damit sie schlafen konnte, und tagsüber Aufputschmittel, damit sie wach war.

Bei uns an der Uni jetzt haben wir kaum Zwischenprüfungen, insofern ist der Druck schon mal kleiner. Ich hab hier aber echt noch nie von jemandem gehört, dass er/sie irgendwelche "Drogen" nimmt. (Also äh, Drogen im Sinn von Doping. Sonst natürlich schon. :D)

Fettnäpfchen
18.03.2009, 11:13
Ja. Ich hab den Artikel gestern Abend gelesen und hatte den gleichen Eindruck.

Ich habe hier noch nie von jemandem gehört, der sich so quasi für Prüfungen dopt, aber wahrscheinlich ist mein Studiengang da nicht so repräsentativ, andrerseits spricht man dann wohl nicht einfach so darüber.

Ich dachte halt beim Lesen: ja super, da steht, dass das wirkt, dass er wie ein Verrückter lernen kann und dann auch ne gute Note abgreift - was stört es mich, dass ich dann ein, zwei Wochen lang mal ein asozialer Mensch bin und meine Freunde verschrecke? Danach höre ich ja wieder auf und alles wird gut...

Was das Doping für Prüfungen angeht: ich muss regelmäßig Prüfungsaufsicht für BWL-Fächer machen, und das sind halt eindeutig Prüfungen, für die man viel auswendig lernen muss. Außerdem sind das recht große Blockprüfungen, die mit 12 Credits für den Bachelor schon auch wichtig sind, da ist der Druck hoch. Und da weiß ich sicher, dass einige sich was zum Durchlernen einwerfen (was genau weiß ich nicht, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt). Da wird hier ganz offen mit umgegangen, dass die Mittelchen angeblich ganz toll sind.
"Einfache" Sachen wie Baldrian zum Einschlafen und Koffeintabletten in großen Mengen zum Aufwachen sind auch sehr üblich.

Und in den letzten Jahren fand ich es sehr auffällig, dass die Dextroenergen-Päckchen, die früher auf fast jedem Platz zu finden waren während der Prüfungen, jetzt durch Pillenpackungen ersetzt werden. Nicht in allen Fächern und natürlich nicht von allen Studenten, aber es sind auf jeden Fall keine Einzelfälle. Was das für Pillen sind, weiß ich allerdings wie gesagt nicht, vielleicht sollte ich während der nächsten Prüfungen mal genauer hinschauen.

Inaktiver User
18.03.2009, 12:37
Wenn ich mir ansehe - auch hier - wie leicht jeder alles mögliche verschrieben bekommt, sollte man vielleicht da mal ansetzen. Vielleicht sollte man die AD nur denen geben, die sie wirklich brauchen.

sparklehorse
18.03.2009, 14:59
Wenn ich mir ansehe - auch hier - wie leicht jeder alles mögliche verschrieben bekommt, sollte man vielleicht da mal ansetzen. Vielleicht sollte man die AD nur denen geben, die sie wirklich brauchen.

ads (ich geh davon aus, du meinst antidepressiva?) helfen sowieso nur bei depressionen, insofern wäre alles andere unsinnig.

und ich kann mir nicht vorstellen, dass ritalin und benzodiazepine leichtfertig verschrieben werden, das sind immerhin btms..

aber naja, wahrscheinlich bin ich einfach idealistisch. :/ wenn man was wirklich will, kriegt man das auch. auf illegalem weg dürfte das auch nicht besonders schwierig sein. ich hab irgendwann mal irgendwas über irgendein benzodiazepin gesucht und bin in einem forum gelandet, in dem sich leute über irgendwelche südamerikanischen präparate ausgetauscht haben, die hatten das garantiert nicht mit rezept bekommmen :]

Inaktiver User
18.03.2009, 15:40
und ich kann mir nicht vorstellen, dass ritalin und benzodiazepine leichtfertig verschrieben werden, das sind immerhin btms..

aber naja, wahrscheinlich bin ich einfach idealistisch. :/ wenn man was wirklich will, kriegt man das auch. auf illegalem weg dürfte das auch nicht besonders schwierig sein. ich hab irgendwann mal irgendwas über irgendein benzodiazepin gesucht und bin in einem forum gelandet, in dem sich leute über irgendwelche südamerikanischen präparate ausgetauscht haben, die hatten das garantiert nicht mit rezept bekommmen :]
Ich weiß nicht, ich glaube ehrlich gesagt, wenn ich mir jetzt hier einen Psychiater suchen würde und ginge da hin und würde dem meine eigenen Probleme schildern (die bei mir nichtmal aus der Luft gegriffen sind), würde der mir wahrscheinlich rel. schnell was mit dem Ritalin-Wirkstoff verschreiben.
Mit dem Gedanken habe ich im Übrigen tatsächlich - vor allem nach diesen Artikeln da jetzt, aber auch vorher schon - desöfteren gespielt und dass ich das nicht mache, liegt nur daran, dass ich nicht gerne eine andere Person bin, auch nicht für 2-3 Wochen vielleicht mal.

Und naja das Besorgen auf anderen Wegen... wie gesagt, Schwarzmarkt. Und hey, irgendeinen kennt man immer, der das nimmt, weil er's nehmen muss (mir fallen spontan schon allein 4 Personen ein, wenn ich länger überlege, mit Sicherheit mehr, die das vielleicht nicht unbedingt nehmen, aber garantiert ohne weiters verschrieben bekämen :suspekt:). Und der muss dann bloß mal das Präparat gewechselt und vom alten noch was übrig haben oder so...