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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : evolutionstag statt himmelfahrt?



Aurora
16.03.2009, 16:38
http://www.darwin-jahr.de/e-day
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,609680,00.htmls
http://giordano-bruno-stiftung.de/Aktuell/aktuell.html



Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren, vor 150 Jahren erschien sein Buch „Über die Entstehung der Arten“, das den Beginn der modernen Evolutionstheorie markiert. Diese mittlerweile durch unzählige Fakten gestützte Theorie hat unser Weltbild revolutioniert. Letztlich sind wir erst seit der Formulierung der Evolutionstheorie in der Lage, uns in dieser Welt zu verorten. Darwins Erkenntnisse helfen uns zu verstehen, wer wir sind und woher wir stammen.
[...]
Da nicht zu erwarten ist, dass die gesetzgebenden Länder den „Evolutionstag“ als zusätzlichen Feiertag einführen werden, bietet sich die offizielle Umbenennung eines bereits bestehenden christlichen Feiertags an. Der dafür am besten geeignete Kandidat ist unseres Erachtens „Christi Himmelfahrt“. Hierfür sprechen folgende Gründe:
1. „Christi Himmelfahrt“ ist einer der neun bundeseinheitlich geltenden Feiertage. Der an seine Stelle tretende „Evolutionstag“ könnte somit ebenfalls bundesweit gefeiert werden.
2. An „Christi Himmelfahrt“ unternehmen heute viele Familien Ausflüge in die Natur. Angemessener kann ein „Evolutionstag“ kaum begangen werden!
3. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Christen glaubt nicht mehr an das Glaubensdogma der leiblichen Auffahrt Jesu in den sogenannten „Himmel“. Es bietet sich daher an, an die Stelle eines überkommenen Mythos, an den nur noch eine verschwindende Minderheit zu glauben vermag, einen Gedenktag zu setzen, der von der Mehrheit der hier lebenden Menschen nachvollzogen werden kann.
4. Es gibt in Deutschland mittlerweile mehr konfessionsfreie Menschen als Katholiken oder Protestanten. Auf das konfessionsfreie Drittel der Gesellschaft müsste aus Fairnessgründen auch ein Drittel der gesetzlichen Feiertage zugeschnitten sein. Davon sind wir jedoch noch meilenweit entfernt! Die Umbenennung von „Christi Himmelfahrt“ in „Evolutionstag“ wäre ein erstes Anzeichen dafür, dass dieser Staat in seiner Feierkultur nicht nur gläubige Christen respektiert, sondern auch die vielen Millionen Bundesbürger, die eine dezidiert säkulare Weltsicht vertreten.


meinungen? :rose2:


(wer gleich unterschreiben will: http://giordano-bruno-stiftung.org/p_eday/petitionbook.php)

kilauea
16.03.2009, 17:30
gefühlt: dagegen.
nochmal nachgedacht: hm.
kompromiss: 2 namen für den gleichen tag? ;)

Aurora
16.03.2009, 18:31
der name im kirchenkalender würde ja eh bleiben. ;)
ob man einen bundesweiten doppelfeiertag draus machen kann, weiß ich gar nicht.

ich überleg so, ob nicht eigentlich ein tag der aufklärung oder tag des humanismus schön wäre... fänd ich besser als einen tag genau einem einzigen stück wissenschaft zu widmen, welches zwar außergewöhnlich und bahnbrechend war, aber es sind die werte der aufklärung, die hochgehalten werden müssen und die notwendig waren, um neues wissen zu akzeptieren. das ist was viel grundlegenderes und etwas, das nicht an gültigkeit und achtung verlieren darf.
und wir widmen dann ja auch keinen tag der relativitätstheorie oder galileo, gerader letzter hat ja auch den platz der menschheit bzw. ihres planeten im weltall deutlich gemacht und somit, dass wir nicht im mittelpunkt stehen.

so läuft es gefahr, dass ein tag der evolution nur zu einem statement wird. ein gutes statement, aber ein wackliges, denn daraufhin kann sich jeder pseudowissenschaftlich kreationist schön dran aufhängen und sich in die diskussion bringen und so wirken, als sei seine lehre auf der gleichen stufe. (was vermutlich genau das ist, was man gern verhindern würde) zumal die meisten menschen unter evolution zu verstehen scheinen, dass menschen vom affen abstammen würden.

mal sehen, was das jahr noch so bringt. bisher ist nicht viel los gewesen, glaub ich. aber es wird hier auch etwas vom bauhausjahr verdrängt. so wie das jahr der mathematik durch die stadt der wissenschaften. schade.

Inaktiver User
16.03.2009, 18:33
wie wär es denn mal mit einem religion ist scheiße feiertag?

Aurora
16.03.2009, 18:35
das klingt zu negativ :(

sagen wir doch mal... tag zur ehrung des (starken) atheismus? :D

Inaktiver User
16.03.2009, 19:37
ach quatsch ein gedenktag für die abermillionen von idioten die sich wegen religion entweder gegenseitig einschlagen oder sich selbst in die luft sprengen. dazu noch ein paar aidstote, illegale abtreibungen und verweigerte medizinische behandlung und man hat einen schönen grund, die fahnen vor den schulen mal wieder auf halbmast zu setzen.

kilauea
16.03.2009, 20:14
und schon wieder sind wir bei "religion ist scheiße".

HALLO GEHTS NOCH?

vielleicht jedem das seine?

kilauea
16.03.2009, 21:30
Hmm... wie wär's mit einem Tag der Kultur? Irgendwie vielleicht noch mit einem kleinen historischen Aspekt drin. Da kann dann jeder sich drunter vorstellen, was er will. :)

Aurora
16.03.2009, 21:49
Hmm... wie wär's mit einem Tag der Kultur? Irgendwie vielleicht noch mit einem kleinen historischen Aspekt drin. Da kann dann jeder sich drunter vorstellen, was er will. :)darum geht es aber genau nicht.
es geht ja nicht darum jedem auf einmal was recht zu tun oder einen beliebigen neutralen nicht-mehr-christlichen feiertag zu haben. es geht darum, auch feiertage zu haben, die explizit der säkularen/nicht-christlichen/atheistischen weltsicht gewidmet sind und nicht der religiösen geschichte bzw. mythos, neben denen der staatsgeschichte.

kilauea
16.03.2009, 21:53
hm.
find ich ehrlich gesagt nicht, dass das explizit sein muss.

Aurora
16.03.2009, 22:09
warum nicht?

Inaktiver User
16.03.2009, 22:10
hm.
find ich ehrlich gesagt nicht, dass das explizit sein muss.

Warum muss denn dann explizit das christliche sein? Dann können wir auch alles abschaffen, was nicht Wischiwaschi ist wo sich jeder drunter vorstellen kann, was er mag.

kilauea
16.03.2009, 22:21
hm. könnten wir vielleicht nach regionen differenzieren?
ich seh' ein, dass ein christlicher feiertag in gegenden in denen 2/3 oder mehr der leute wirklich keinerlei bezug dazu hat, wenig sinn macht.
aber wenn das verhältnis andersrum ist würd schon was fehlen, finde ich.

und es würd mich wohl, denk ich, irgendwo einfach in meiner gefühlswelt ankratzen, wenn ein religiöser feiertag wegfiele.

wobei mich ein tag des humanismus, wenn man da auch den römern und griechen tribut zollen darf :), doch auch reizen würde. *grübel*

chiasmaa
17.03.2009, 16:24
gleiches recht für alle. ich weiß nicht, wieso christen mehr feiertage zustehen sollten als nichtgläubigen, wenn sie doch auch einen erheblichen teil der bevölkerung ausmachen.

ich persönlich benötige gar keine feiertage. bedeutsamer fände ich es dennoch, würde man öfter mal alle menschen mit einschließen und auch was "handfestes" feiern. himmelfahrten sind ja heutzutage für viele doch nur nette bilder aus einem buch. ein tag des humanismus wär da z.B. angenehm, ja.

Fettnäpfchen
17.03.2009, 16:37
gleiches recht für alle. ich weiß nicht, wieso christen mehr feiertage zustehen sollten als nichtgläubigen, wenn sie doch auch einen erheblichen teil der bevölkerung ausmachen.


Wer sagt denn, dass Christen mehr oder weniger Feiertage haben als nichtgläubige oder Menschen, die anderen Religionen anhängen? Das ist doch eine reine Definitionsfrage. Wenn für mich der Frauentag oder der Kindertag oder der Frühlingsanfang oder weiß der Geier was ein Feiertag ist, Himmelfahrt, Ostern, Pfingsten und Weihnachten hingegen freie Tage, aber keine Feiertage für mich sind, komme ich vielleicht beim Durchzählen auf die selbe Anzahl Feiertage wie ein Christ.

Ich finde man muss hier schon klar differenzieren zwischen "Feiertagen " und "arbeitsfreien Tagen". Da kann man dann natürlich fragen, warum so viele christliche Feiertage auch freie Tage sind, Feiertage anderer Religionen oder von mir aus Darwins Geburtstag oder so hingegen keine freien Tage sind. (und ich weiß, dass die Antworten der Befürworter christlicher arbeitsfreier Feiertage dann mit Tradition, christlich basierter Kultur etc. zu tun haben ;) ).

Inaktiver User
17.03.2009, 17:39
bedeutsamer fände ich es dennoch, würde man öfter mal alle menschen mit einschließen und auch was "handfestes" feiern. himmelfahrten sind ja heutzutage für viele doch nur nette bilder aus einem buch. ein tag des humanismus wär da z.B. angenehm, ja.

Und wie würde sich für Dich persönlich die Gestaltung dieses Tages ändern, wenn er statt "Christi Himmelfahrt" "Tag des Humanismus" hieße?

Aurora
18.03.2009, 07:14
Und wie würde sich für Dich persönlich die Gestaltung dieses Tages ändern, wenn er statt "Christi Himmelfahrt" "Tag des Humanismus" hieße?das ist doch aber irrelevant.

wie würde sich für dich denn die gestaltung des tages ändern, wenn er anders hieße?

@fettnäpfchen freie feiertage sind aber in ihrer bedeutung schon irgendwie höher gestellt (dadurch, dass "ihnen zu ehren" frei ist) und erhalten daher auch viel mehr aufmerksamkeit.


@chiasmaa was wäre denn sowas handfestes?

Aurora
18.03.2009, 07:42
@kilauea: ich muss mich leider wiederholen. warum kein feiertag, der sich explizit der säkularen/nicht-christlichen/atheistischen weltsicht gewidmet?



hm. könnten wir vielleicht nach regionen differenzieren? nein, es geht ja um einen bundesweiten feiertag.


ich seh' ein, dass ein christlicher feiertag in gegenden in denen 2/3 oder mehr der leute wirklich keinerlei bezug dazu hat, wenig sinn macht. und das muss dann vorher erhoben werden und in jeder stadt wird das dann anders entschieden?
zumal die mehrheit der menschen wohl zu den meisten feiertagen (abgesehen vielleicht von weihnachten und ostern) wohl keinen hat.

himmelfahrt=vatertag=tag an dem man(früher mann) raus geht, trinkt und spaß hat. mit picknick oder grillen oder so. sowas halt. oder halt familienausflüge, wenn man kinder hat.
und ich denke, ich kenne eine person nur, die die tatsächliche bedeutung kennt und begeht.


aber wenn das verhältnis andersrum ist würd schon was fehlen, finde ich.du meinst, dir würde was fehlen ;)


und es würd mich wohl, denk ich, irgendwo einfach in meiner gefühlswelt ankratzen, wenn ein religiöser feiertag wegfiele.warum? du kannst doch an dem tag machen, was du willst und ihn verstehen, wie du willst? müssen ja atheisten und andere auch. außerdem ist der tag ja dann immer noch frei (frei für... was auch immer christen da typischerweise tun) und niemand verbietet dir dein religiöses gefühl.

aber der staat ist imo eh nicht dazu da, mitgliedern einer religion feiertage zu widmen (und zwar alle nicht-staatsgeschichtlichen) und säkulare feiertage, zu ehren von von werten und gedanken, die unsere heutige gesellschaft mindestens genauso, wenn nicht sogar viel mehr, geprägt haben, zu verhindern.

ich hab mich mal auf die suche nach ein paar zahlen gemacht.


2005 gab es (gemessen an kirchenmitgliedschaften!) mehr konfessionslose (32,5%, tendenz steigend) als jeweils katholiken oder protestanten. beide letzteren zusammen kamen auf rund 62%. das ist kein 2/3 mehr. und dann darf man noch all die abziehen, die ohnehin nur auf dem papier der religion angehören.
weiterhin laut fowid (http://www.fowid.de): "Kein Zweifel herrscht unter Fachleuten - auch kirchlichen - ferner darüber, dass etwa um 2025
die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung keiner der beiden großen Kirchen mehr angehören wird."
-> ist es also nur eine frage der zeit?

wenn ich mich recht erinnere, glaubten 1997 insgesamt 56% [tendenz steigend, 2004 waren es 51,6%] der menschen an gott. darunter fallen aber auch diejenigen, die meinen "gott ist in der natur", "gott ist das universum", "gott ist im handeln der menschen" usw. das annehmen von gott als einem persönlichen gegenüber war nur mit 17% vertreten. und darunter wiederum nicht nur christen, da wurden auch juden und muslime und andere subsummiert.


Insgesamt 21 % der befragten Bundesbürger ab 18 Jahren erklärten im Dezember 2007, dass sie
persönlich „voll und ganz“ mit den genannten humanistischen Lebensprinzipien übereinstimmten ("eigenständiges, selbstbestimmtes Leben frei von Religion und den Glauben an einen Gott, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht“). 56% sind es wenn man "voll und ganz" und "überwiegend" zusammenfasst.
es sind dann auch 50% oder mehr zustimmung in jedem einzelnen bundesland außer in rheinland-pfalz und baden-würtenberg.
(die frage lautete: "„Die Menschen prägen unterschiedliche Lebensmodelle und -auffassungen. In wieweit trifft die folgende Lebensauffassung auf Sie persönlich zu: „Ich führe ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben frei von Religion und den Glauben an einen Gott, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht.’“ Trifft diese Lebensauffassung auf Sie persönlich voll und ganz, überwiegend, eher nicht oder überhaupt nicht zu?") wenn also die mehrheit der bevölkerung sich mit diesen werten identifizieren kann, haben diese auch einen eigenen feiertag verdient.

das stellt natürlich die frage, wie repräsentativ die christlichen feiertage dann überhaupt sind?
die vermeintliche christliche mehrheit ist ziemlich wackelig. in jedem fall ist ein substantieller teil der bevölkerung nicht christlich.

und: wieso wäre es für dich außerdem angenehmer, einen christlichen feiertag für einen leeren feiertag, an dem man im grunde überhaupt nichts gedenken würde, zu opfern?

Fettnäpfchen
18.03.2009, 11:18
@fettnäpfchen freie feiertage sind aber in ihrer bedeutung schon irgendwie höher gestellt (dadurch, dass "ihnen zu ehren" frei ist) und erhalten daher auch viel mehr aufmerksamkeit.


Das ist deine Meinung, ich sehe das aber anders. Wenn jetzt der freie Tag statt Himmelfahrt Evolutionstag hieße, wäre das für mich immer noch ein Tag, an dem ich Ausflüge mache, an dem meine Kumpels mit dem Bollerwagen zur Feier des Männertages losziehen und den ich halt einfach genieße. Egal unter welchem Vorzeichen.

Gedenktage hingegen, an denen an bestimmte Ereignisse erinnert wird, müssen für mich nicht frei sein. Wenn an einem Evolutionstag z.B. Dokus zu dem Thema kommen und die Zeitung einen Sonderteil bringt und z.B. in Schule und Unis dazu ein Thementag oder was weiß ich gemacht wird, bringt das, obwohl es ein Arbeitstag ist, für das Denken an das Thema viel mehr als ein freier Tag, der von den meisten für alles mögliche genutzt wird als zum Gedenken. Das ist zumindest meine Meinung, die musst du natürlich nicht teilen ;)

Aurora
18.03.2009, 11:33
wie gesagt, wie den jemand gestaltet ist nicht so relevant.
es geht um ein statement. und statements verbunden mit arbeitsfrei sind deutlicher als eine nennung in irgendeinem kalender. es gibt ja für sehr viele tage irgendeine "tag des..." bezeichnung. so wie tag des kusses. und nun? interessiert das jemanden? wieviele leute wissen, dass es einen europatag gibt? was ist mit dem tag des kaffees? tag des deutschen bieres? usw. dann wäre ein tag der aufklärung (um den es zumindest mir gehen würde, wie schon erläutert) nur ein weiterer amüsanter tag, der als lückenfüller dienen kann.
dann vielleicht lieber keinen, als einen der dem inhalt nicht gerecht wird.
(ja, sicher, es ist (m)eine meinung. viel mehr kann man ja bei solchen themen wohl auch nicht haben. ;))
und die von dir genannten sachen sind schon toll und auf jeden fall wären die klasse. aber ich bezweifle, dass es dazu kommen wird, wenn es nur eine "tages-nennung" wie die obigen wird. das wäre schade.

wenn der inhalt eines freien tages egal ist, und das "ansinnen" des tages unabhängig vom "frei sein", dann könnten wir auch alle christlichen feiertage zu arbeitstagen machen und beliebig neue feiertage legen, wo sie uns am besten hinpassen.

Inaktiver User
18.03.2009, 11:35
Mein Liebling: Tag des Butterbrotes! :mrnerd:

Ich glaub der fällt dies Jahr mit dem Tag der Zahngesundheit zusammen...

Aurora
18.03.2009, 11:36
Mein Liebling: Tag des Butterbrotes! :mrnerd:

Ich glaub der fällt dies Jahr mit dem Tag der Zahngesundheit zusammen...
:D
immerhin hält sich beim butterbrot aber der zuckergehalt in grenzen ;)

Fettnäpfchen
18.03.2009, 12:32
und die von dir genannten sachen sind schon toll und auf jeden fall wären die klasse. aber ich bezweifle, dass es dazu kommen wird, wenn es nur eine "tages-nennung" wie die obigen wird. das wäre schade.

Naja, einige solche Aktionen gibt es ja. Meist sind es geschichtliche Dinge wie Maueröffnung oder Themen aus dem zweiten Weltkrieg. Aber das sind auch keine freien Tage, trotzdem wird es umgesetzt, dass da in den Medien viel dazu gemacht wird und es auch Vorlesungen, Gedenkveranstaltungen, Museumsöffnungen etc. gibt.



wenn der inhalt eines freien tages egal ist, und das "ansinnen" des tages unabhängig vom "frei sein", dann könnten wir auch alle christlichen feiertage zu arbeitstagen machen und beliebig neue feiertage legen, wo sie uns am besten hinpassen.

Ja, das ist meine Meinung. Bzw. man könnte einfach die Urlaubs- bzw. Ferientage erhöhen und das mit den Feiertagen weglassen ;) Feiertage werden in einer heterogenen Gesellschaft immer mit der Schwierigkeit konfrontiert werden, dass es schwer ist, Dinge zu finden, die wirklich alle feiern wollen.

Inaktiver User
18.03.2009, 13:29
das ist doch aber irrelevant.
Wenn es irrelevant ist, dann ist auch irrelevant wie der Tag heißt bzw. dann besteht einfach kein Anlass, den Namen zu ändern.


wie würde sich für dich denn die gestaltung des tages ändern, wenn er anders hieße?
Für mich und meine Feier"kultur" sind in erster Linie die christlichen Feiertage wichtig. Dabei ist es mir egal, ob der Tag nun für alle so heißt, wie Christen ihn nennen, ob offziell frei ist oder nicht. Daher hab ich mich hier weder für noch gegen die Namensdiskussion gestellt. Mich interessiert einfach, was die Befürworter an einem solchen Tag tun bzw. warum sie ihn feiern wollen. Denn FEIERN ist schließlich der Sinn eines FEIERtages.

Aurora
18.03.2009, 16:28
Wenn es irrelevant ist, dann ist auch irrelevant wie der Tag heißt bzw. dann besteht einfach kein Anlass, den Namen zu ändern. nein, das stimmt so nicht und das habe ich ja weiter oben erläutert. der name eines feiertages ist präsent. man unterhält sich darüber, "und, was machst du am ...?" z.b.
ein name ist immer auch ein statement. und aufklärung oder humanismus sind meines erachtens erinnerungswertere dinge als als eine fahrt zum himmel, an die eh die wenigsten glauben. zumal die mehrheit ja offensichtlich einem humanistischen ideal zustimmt und ihrer überzeugung auch rechnung getragen werden sollte.
und selbst wenn es irrelevant wäre, wäre es immer noch gerecht, einen säkularen feiertag zu haben, allein um diesen teil der bevölerung widerzuspiegeln.


Für mich und meine Feier"kultur" sind in erster Linie die christlichen Feiertage wichtig. Dabei ist es mir egal, ob der Tag nun für alle so heißt, wie Christen ihn nennen, ob offziell frei ist oder nicht. Daher hab ich mich hier weder für noch gegen die Namensdiskussion gestellt. Mich interessiert einfach, was die Befürworter an einem solchen Tag tun bzw. warum sie ihn feiern wollen. Denn FEIERN ist schließlich der Sinn eines FEIERtages.erholung regeneration sind der sinn. deswegen sind sie ja frei. und deswegen ist man frei, an dem tag zu tun, was einem gut tut.
wie raus gehen, freunde treffen, das leben genießen. hoffen auf ein interessantes thematisches fernsehprogramm an dem tag. :D oder irgendeine interessante veranstaltung. und eventuellen kindern die gedanken näher bringen.

Aurora
18.03.2009, 16:54
Naja, einige solche Aktionen gibt es ja. Meist sind es geschichtliche Dinge wie Maueröffnung oder Themen aus dem zweiten Weltkrieg. Aber das sind auch keine freien Tage, trotzdem wird es umgesetzt, dass da in den Medien viel dazu gemacht wird und es auch Vorlesungen, Gedenkveranstaltungen, Museumsöffnungen etc. gibt.ja, gut. das sind aber jüngere gesellschaftliche themen, bei denen z.T. ja noch viele zeitzeugen leben. und sie sind abgeschlossene ereignisse. aufklärung und humanismus sind ja kein ereignis, sondern eine weltanschauung, und zwar eine, die sich in großen teilen im heutigen leben widerspiegeln und wichtig sind, erhalten zu bleiben.




Ja, das ist meine Meinung. Bzw. man könnte einfach die Urlaubs- bzw. Ferientage erhöhen und das mit den Feiertagen weglassen ;) Feiertage werden in einer heterogenen Gesellschaft immer mit der Schwierigkeit konfrontiert werden, dass es schwer ist, Dinge zu finden, die wirklich alle feiern wollen.das stimmt wohl, da hast du recht. da wären so "leere" feiertage keine schlechte sache.
es braucht nur halt auch tage, an denen alle frei haben, um rituale bilden zu können. und das ist wichtig für das gesellschaftliche zusammenleben. es gibt dem jahr struktur und hat etwas einigendes. sie heben dinge vor, die der gesellschaft wichtig sind oder waren oder sein sollten.

daher: gerade der gedanke der aufklärung ist doch sehr universell und auch nicht an eine religion gebunden. das offen sein für neues wissen ist und bleibt wichtig für jede gesellschaft.
daher halte ich es in der praxis nicht für eine so tolle idee, jedem ein "feiertagskonto" zu geben, von dem er dann selbst die feiertage platzieren kann. (das war jetzt womöglich gar nicht dein gedanke, aber den vorschlag hat mal jemand gemacht) so ein zusatz-ferienkonto ist kein so guter ersatz. (obwohl dann kein feiertag auf einen sonntag fällt :D )
aber vielleicht könnte man das halb-halb machen. gewisse anzahl an universalen feiertagen, wo ja auch tag der deutschen einheit dazuzählt und 1.mai und bestimmte frei zu legende feiertage. das wäre gut für andere religionen, auch. die frage wäre, ob sie mit normalem urlaub gekoppelt werden dürften oder nicht.

Fettnäpfchen
19.03.2009, 08:33
ja, gut. das sind aber jüngere gesellschaftliche themen, bei denen z.T. ja noch viele zeitzeugen leben. und sie sind abgeschlossene ereignisse. aufklärung und humanismus sind ja kein ereignis, sondern eine weltanschauung, und zwar eine, die sich in großen teilen im heutigen leben widerspiegeln und wichtig sind, erhalten zu bleiben.

Ja und? Ich versteh jetzt nicht, warum das ein aber sein soll. Ja, es sind jüngere gesellschaftliche Themen. (Wobei "jünger" auch relativ ist ;) ). Es gibt aber auch Dokumentationen über 1848, es gibt Dokus über die alten Ägypter. Es gibt auch Dokus und Vorträge und Filme und Radioberichte und Bücher über Religionen, über naturwissenschaftliche Entwicklungen etc. Natürlich ist das alles ausbaufähig - aber wenn ich einen Feiertag einführe, ohne an diesem Tag auch ausführlich zu informieren, kann ich den Feiertag auch lassen. Bzw. ich persönlich bin der Meinung, dass die Priorität ganz klar sein sollte: erst informieren über das Thema und dann vielleicht ein freier Tag dazu. Information ohne freien Tag bringt nämlich meiner Meinung nach mehr als ein freier Tag ohne Information.

Deshalb ist für mich so eine Aktion mal wieder ein bißchen über's Ziel hinaus geschossen. Bzw. glaub ich eher daran, dass da der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird. Aber das liegt wahrscheinlich an meinem Menschenbild, ich glaub nämlich nicht, dass ein Evolutionstag, der gleichzeitig ein freier Tag ist und zudem noch einen Tag ersetzt, der früher von einem Großteil der Leute für Familienausflüge oder Saufgelage genutzt wurde, die Leute tatsächlich zum Nachdenken über das Thema anregt.

Aurora
19.03.2009, 09:21
ich rede doch grad von einem tag der aufklärung! ;)

klar, dokus und themenworkshops über evolution wären kein problem.

aber dokus und workshops die die werte der aufklärung behandeln sind etwas schwieriger. klar, die epoche und die wichtigen personen lassen sich leicht thematisieren. aber der "geist der aufklärung" ist schwieriger zu fassen und schwieriger aufzubereiten.

und einem tag diesen namen zu geben, finde ich allemal sinniger, als ein tag im namen eines mythos, der schon längst seine große bedeutung verloren hat. selbst wenn damit nicht die große breite aufmkerksamkeit erzielt wird und sich dann jeder damit befasst und auseinandersetzt, so wird symbolisch ein zeichen gesetzt und auch dieser begriff in die struktur des jahres eingebettet. und da finde ich es auch nicht schlimm, wenn dieser tag zu ausflügen und saufgelagen genutzt wird. ich denke auch nicht, dass sich das grundlegend ändern wird und das muss es auch nicht unbedingt.
ich finde die nennung und regelmäßige erscheinung der aufklärung immer noch einen gewinn und allemal besser als die eines mythos der längst irrelvant (geworden) ist und auch für die zukunft nicht besonders bedeutsam ist.
und wenn auch nur auf grund des tages zu einem artikel jedes jahr in einer zeitung oder einer erwähnung dessen in der tagesschau kommen würde, so wäre das ein gewinn. in meinen augen jedenfalls.


was bedeutet eigentlich deine sig?

Fettnäpfchen
19.03.2009, 11:42
Die Sig heißt "ich versteh dich nicht. Lass mich in Ruhe". Das war das, was ich am liebsten rund um die Uhr in China gesagt hätte ;)

Also äh ja, ich stimm dir ja zu, dass so ein Tag sinnvoll wäre. Ich bin total dafür, dass das auch groß aufgezogen wird. Nur die Variante mit dem freien Tag gefällt mir halt nicht so.
Himmelfahrt und Männertag liegen doch eh schon auf dem Tag. Warum das jetzt wegstreichen (wobei die, die eben die zwei jetzigen Ereignisse feierwürdig finden, dann eben Himmelfahrt oder Männertag weiterfeiern, egal wie der Tag heißt)? Ich glaube einfach nicht, dass das funktioniert.
Und die Tatsache, dass ich persönlich Himmelfahrt durchaus auch streichen würde, weil der Tag mir einfach überhaupt nichts bedeutet, heißt ja noch lange nicht, dass das andere genauso sehen. Ich hatte ja schon mal gesagt, dass das Problem bei bundesweiten freien Feiertagen einfach ist, dass eben einfach nicht immer alle Leute das gleiche feiern.

Und dass solche Tage wie der Welt-Aids-Tag oder der Kindertag oder ähnliche Dinge auch ohne einen freien Tag durchaus an solche Dinge erinnern können, sieht man ja. Natürlich sind das keine Riesenevents, aber immerhin beschäftigen sich die Medien an diesem Tag schon damit.

Ich stimme dir zu, dass der Geist der Aufklärung schwer zu fassen ist. Aber ich persönlich glaube eben nicht, dass dieses Problem mit einem freien Tag lösbar ist. Das ist ein Problem der Didaktik, der Aufbereitung, der pädagogischen Umsetzung, der künstlerischen Umsetzung etc., und damit sollte man sich sicher beschäftigen. Gern auch, in dem man das durch die Bestimmung eines Feiertages (der nicht frei sein muss) unterstützt.

Topolina
19.03.2009, 15:59
[QUOTE=Auroraund: wieso wäre es für dich außerdem angenehmer, einen christlichen feiertag für einen leeren feiertag, an dem man im grunde überhaupt nichts gedenken würde, zu opfern?[/QUOTE]

Christliche Feiertage gab es schon seit Ewigkeiten und über nationale Grenzen hinweg, die wurden nicht extra erfunden, wie das bei einem Tag der Evolution oder was auch immer der Fall wäre. Also, da war erst das inhaltliche Fest, und erst dann wurde der arbeitsfreie Tag eingerichtet, damit man das Fest auch feiern kann. Atheisten können sich ja über den freien Tag freuen, ist ja nicht so, dass sie den nicht hätten. Obwohl sie ihn ja gar nicht bräuchten ;) Sie haben somit ihren "leeren" Feiertag. Außerdem huldigen Atheisten normalerweise nicht ihrer "Religion", weshalb sie auch keinen Tag frei brauchen, um das zu tun. Denn genau dafür sind christliche Feiertage eigentlich frei.

Wenn man sich hier die Kommentare von einigen durchliest, könnte man meinen, in D steht demnächst die große Christenverfolgung bevor.

Aurora
19.03.2009, 17:55
Die Sig heißt "ich versteh dich nicht. Lass mich in Ruhe". Das war das, was ich am liebsten rund um die Uhr in China gesagt hätte ;)ah! was hast du denn in china gemacht?


Also äh ja, ich stimm dir ja zu, dass so ein Tag sinnvoll wäre. Ich bin total dafür, dass das auch groß aufgezogen wird. Nur die Variante mit dem freien Tag gefällt mir halt nicht so.
Himmelfahrt und Männertag liegen doch eh schon auf dem Tag. Warum das jetzt wegstreichen (wobei die, die eben die zwei jetzigen Ereignisse feierwürdig finden, dann eben Himmelfahrt oder Männertag weiterfeiern, egal wie der Tag heißt)? Ich glaube einfach nicht, dass das funktioniert.
männertag ist ein richtiger feiertag? ich hab das immer für ne tradition gehalten :D weil... steht ja auch in keinem kalender. zumindest nicht in meinem.
und wegen mir können wir auch nen neuen tag nehmen wär mir wurscht. nur zweifle ich, dass wir einen neuen freitag kriegen würden, also müsste ein alter weg. der neue könnte ja dann auch woanders hin, auf ein anderes datum. das wär ja egal.
(ob es realistisch ist, ist ja ne andere frage. ;))


Und die Tatsache, dass ich persönlich Himmelfahrt durchaus auch streichen würde, weil der Tag mir einfach überhaupt nichts bedeutet, heißt ja noch lange nicht, dass das andere genauso sehen. Ich hatte ja schon mal gesagt, dass das Problem bei bundesweiten freien Feiertagen einfach ist, dass eben einfach nicht immer alle Leute das gleiche feiern.mag sein, dass er dem ein oder anderen was bedeutet und das will ja auch keiner verbieten. aber da die ja offenbar immer weniger werden und auch nicht so viele mehr sind...


Und dass solche Tage wie der Welt-Aids-Tag oder der Kindertag oder ähnliche Dinge auch ohne einen freien Tag durchaus an solche Dinge erinnern können, sieht man ja. Natürlich sind das keine Riesenevents, aber immerhin beschäftigen sich die Medien an diesem Tag schon damit.mit dem einen lässt sich gutmenschentum vermarkten und mit dem anderen geschenke! was gibt es besseres! :)
aber das stimmt natürlich schon. man müsste also ein vermarktbares potential finden. hm.


Ich stimme dir zu, dass der Geist der Aufklärung schwer zu fassen ist. Aber ich persönlich glaube eben nicht, dass dieses Problem mit einem freien Tag lösbar ist. Das ist ein Problem der Didaktik, der Aufbereitung, der pädagogischen Umsetzung, der künstlerischen Umsetzung etc., und damit sollte man sich sicher beschäftigen. Gern auch, in dem man das durch die Bestimmung eines Feiertages (der nicht frei sein muss) unterstützt.du meinst, das sei zu idealistisch gedacht?
ich finde ja auch, dass das alles notwendig ist. ich frag mich grad, ob eher aus einem tag ein anlass oder aus einem anlass ein tag wird. hm.

Aurora
19.03.2009, 19:08
topolina, diese frage richtete sich an kilauea, die anfangs meinte, dass sie den tag für einen undefinierten (daher quasi irgendwie leeren) feiertag wohl hergeben könnte.


Christliche Feiertage gab es schon seit Ewigkeiten und über nationale Grenzen hinweg ja, und? "war aber schon immer so" ist ja kein argument ;)
das heißt keineswegs, dass alles jetzt auch immer so bleiben muss.
überhaupt: ob und welche und wieviele der sog. "christlichen" feiertage tatsächlich durch das christentum entstanden sind, ist eine andere frage, die nicht hierher gehört.
die zahlen sprechen jedoch eine deutliche sprache, was die bedeutung von religion angeht. wenn sie halt sinkt, dann ist das nunmal so und dann sehe ich keinen besonderen grund, warum man darauf nicht reagieren sollte.


die wurden nicht extra erfunden, wie das bei einem Tag der Evolution oder was auch immer der Fall wäre. Also, da war erst das inhaltliche Fest, und erst dann wurde der arbeitsfreie Tag eingerichtet, damit man das Fest auch feiern kann.naja, über das erfinden kann man sich streiten.
also laut GG dienen feiertage als „tage der arbeitsruhe und der seelischen erbauung“ und nicht etwa primär des feierns einer religion.
der sinn dahinter ist also die regeration deiner arbeitskraft.
ganz davon abgesehen, sind staat und kirche getrennt.



Atheisten können sich ja über den freien Tag freuen, ist ja nicht so, dass sie den nicht hätten. Obwohl sie ihn ja gar nicht bräuchten ;) Sie haben somit ihren "leeren" Feiertag. Außerdem huldigen Atheisten normalerweise nicht ihrer "Religion", weshalb sie auch keinen Tag frei brauchen, um das zu tun. Denn genau dafür sind christliche Feiertage eigentlich frei.du verstehst das mit dem "leer" falsch.
und den sinn von freien tagen hab ich ja schon dargelegt. oder denkst du ernsthaft der staat hat mit dem argument der religion der wirtschaft freie tage abgerungen? ;)


Wenn man sich hier die Kommentare von einigen durchliest, könnte man meinen, in D steht demnächst die große Christenverfolgung bevor.aha? woraus schließt du das denn?
die christen dezimieren sich doch von selbst. da kann ja nun kein dritter was für.

Fettnäpfchen
19.03.2009, 19:19
ah! was hast du denn in china gemacht?

ich hab da studiert, irgendwie wollte ich ein exotischeres Auslandssemester als Frankreich oder England ;). Mittlerweile machen das aber auch so viele, dass es nicht mehr exotisch ist - aber egal, war trotzdem ne tolle Erfahrung.


männertag ist ein richtiger feiertag? ich hab das immer für ne tradition gehalten :D weil... steht ja auch in keinem kalender. zumindest nicht in meinem.
Ich weiß nicht, ob der offiziell ist. Aber ich kenn das eigentlich schon ewig als Vater- oder Männertag, zumindest dürfte das so üblich sein, dass der als solches bezeichnet wird.


mag sein, dass er dem ein oder anderen was bedeutet und das will ja auch keiner verbieten. aber da die ja offenbar immer weniger werden und auch nicht so viele mehr sind...
Ich weiß nicht, ob das wirklich so wenige sind, die - wenn sie gefragt werden - an diesem Feiertag festhalten würden. Es hat halt einen unangenehmen Beigeschmack, wenn ein Feiertag, der sicher durchaus Sinn macht, einen anderen staatlich verordnet verdrängt. Durch diesen Vorschlag mit Himmelfahrt wird meiner Meinung nach auch ein Diskussionsfeld eröffnet (nämlich warum haben Christen mehr Feiertage als Atheisten etc., und wer braucht wann warum Feiertage) das mit der eigentlichen Diskussion, nämlich wie kann man "Aufklärung" am besten ins Gedächtnis der Menschen bringen, nichts zu tun hat und davon nur ablenkt.


du meinst, das sei zu idealistisch gedacht?
ich finde ja auch, dass das alles notwendig ist. ich frag mich grad, ob eher aus einem tag ein anlass oder aus einem anlass ein tag wird. hm.
Ja was heißt zu idealistisch. Ich glaub nicht, dass sich der Feiertag als freier Tag umsetzen lässt, nein. Ich denke das gibt in der Realität zu viel Widerstand und nur weil ein Gesetz beschließt, dass ich an Himmelfahrt jetzt bitte an Aufklärung denken sollte, mach ich das noch lange nicht. Und nur weil das ein Feiertag ist, beschäftigen sich die Medien noch lange nicht mit dem Thema. Hmm, ich bin ein bißchen wirr grade und kann das nicht so gut erklären. Aber ich finde halt hier wird der unwichtigere Schritt (nämlich der freie Tag) vor dem wichtigen (nämlich die Aufklärung über die Aufklärung) gemacht. Und dummerweise eröffnet der unwichtigere Schritt so viele Nebenkriegsschauplätze, dass keiner auch nur über den zweiten Schritt nachdenkt.

Topolina
26.03.2009, 22:30
ja, und? "war aber schon immer so" ist ja kein argument ;)

Das war auch nicht das Argument ;) Es geht mir darum, dass ich es komisch fände, künstlich irgendwelche Tage zu erfinden/alte Feiertage, partout umzubenennen. Die, die es jetzt gibt, gibt es halt eh schon, sie beruhen auf jahrhundertealten Traditionen. Ich versteh aber nicht, warum man heutzutage noch irgendwelchen Leuten/Dingen Tage widmen muss, also als Neueinführung. Die alten sind halt eh schon da, ok, können sie ja auch bleiben. Aber noch extra neue fände ich unnötig. Nur das meinte ich damit. Mir persönlich ist es ja wurschtegal, aus welchem Grund ich nen Tag mehr frei hab ;)

Topolina
26.03.2009, 22:41
ganz davon abgesehen, sind staat und kirche getrennt.

In D nicht so ganz, im Gegensatz zum katholischen Italien ;)

Inaktiver User
14.08.2009, 01:57
Btw: Am 15. August feiern wir Mariä Himmelfahrt! :rose2:

Also jetzt am Samstag. :-)

Blodeuwedd
14.08.2009, 21:29
Ich sag jetzt mal zur namensdiskussion nichts, meinetwegen kann man einen Darwintag oder einen Humanismustag oder sonstwas einführen, ein freier Tag ist mir immer recht :D, so im Sinne dieser Aussage:



erholung regeneration sind der sinn. deswegen sind sie ja frei. und deswegen ist man frei, an dem tag zu tun, was einem gut tut.
wie raus gehen, freunde treffen, das leben genießen. hoffen auf ein interessantes thematisches fernsehprogramm an dem tag. :D oder irgendeine interessante veranstaltung. und eventuellen kindern die gedanken näher bringen.

Ein Feiertag im eigentlichen Sinne des Wortes ist für mich aber was anderes: Es ist ein Tag, an dem ich ein bestimmtes Fest begehe bzw. einer bestimmten Sache gedenke (das kann jetzt Ostern sein oder der Tag der Reichsprogromnacht).
Christliche Feiertage sind für Gläubige nicht einfach freie Tage, sondern Tage, an denen Feste begangen werden. Aus diesem Grund wurden sie eingeführt. Ich gehe dann in den Gottesdienst. Wenn der Tag nicht frei wäre, wäre das zumindest schwierig (welcher Arbeitgeber läßt seine Mitarbeiter wohl einfach während der Arbeitszeit in die Kirche gehen?).

Ich könnte mir auch eine Regelung vorstellen, die den Anhängern aller Religionen ihre Feiertage dann gibt, wenn sie liegen: Den Protestanten den Reformationstag (den es in meinem Bundesland gar nicht mehr gibt, nebenbei bemerkt), den Katholiken Mariä Himmelfahrt, den Moslems, Buddhisten, meinetwegen auch den Humanisten und Darwinisten ihre Tage, an denen sie bestimmte Dinge feiern.

Einfach leere freie Tage halte ich für unnötig. Bzw. halte ich es für schwierig, das irgendwie zu begründen.

Inaktiver User
18.08.2009, 00:07
Es würde endlich mal Zeit, dass man Religion und Staat so trennt, wie es sein sollte. Nicht nur auf dieser Ebene. Und sicher nicht noch für jeden Hansl und die 49835 Religionen, die sich in Deutschland aufhalten, Feiertage einführt. Feiertage brauchen keine tiefere Bedeutung.

cybershadow
18.08.2009, 00:39
Feiertage brauchen keine tiefere Bedeutung.

Dann sind sie überflüssig und gehören abgeschafft. Um sich erholen zu können ist der Urlaub da und nicht die Feiertage.

kilauea
18.08.2009, 07:02
Dann sind sie überflüssig und gehören abgeschafft. Um sich erholen zu können ist der Urlaub da und nicht die Feiertage.
Find ich auch.
Ein Feiertag ganz ohne Hintergrund ist für die Katz - allein schon der Name sagt, dass es ja was zu feiern gibt.

Inaktiver User
18.08.2009, 09:18
Dann sind sie überflüssig und gehören abgeschafft. Um sich erholen zu können ist der Urlaub da und nicht die Feiertage.

Achso stimmt ja, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam werden ja im Moment von der Mehrheit gefeiert und nicht vorrangig als freie Tage genutzt.

Man kann sie allerdings von mir aus gerne umbenennen sowie auf andere Tage legen.

Inaktiver User
18.08.2009, 17:35
Es würde endlich mal Zeit, dass man Religion und Staat so trennt, wie es sein sollte.

von daher bin ich auch für die umbenennung, außerdem kenn kaum einen der genau weiß was es mit himmelfahrt auf sich hat, aber ein evolutionstag, darunter kann sich jeder was vorstellen, zumal, wenn evolution ohne tiefere bedeutung wäre, würden wir hier sitzen ???

Inaktiver User
10.12.2009, 06:20
Himmelfahrt finde ich aber ein schöneres und romantischeres Wort als Evolution.

Dann könnten wir ja auch noch den "Tag der Rückzahlung des Lohnsteuerjahresausgleichs" feiern.

Spicy McHaggis
10.12.2009, 06:36
Dann sind sie überflüssig und gehören abgeschafft. Um sich erholen zu können ist der Urlaub da und nicht die Feiertage.

Wer kennt enn heutzutage noch die Bedeutung von Feiertagen? Auf der einen Seite fordern wir Religionsfreiheit, auf der andern Seite wird eine Religion massiv bevorzugt, indem sie da ihre seltsamen rituellen Bräuche durchführen können.
Wer weiss denn heutzutage noch aus dem Stehgreif, was an Pfingsten eigentlich gefeiert wird? Was an den Osterfeiertagen? Wer weiss noch, warum der Vatertag eigentlich frei ist?

Ausserdem mag ich nicht an tiefere Bedeutung von Feiertagen einer religiösen Gemeinschaft glauben, die diese Feiertage geklaut und einen anderen, ihnen mehr zusagenden Sinn gegeben haben. Genauso könnte man den Christen die Feiertage klauen und einen neuen Sinn drauflegen.

S.Less
10.12.2009, 16:23
von mir aus können _sämtliche_ feiertage, inklusive historischer, abgeschafft werden, solange es dafür einen genauso hohen ausgleich der (mindest)urlaubstage gibt.

worauf genau wollt ihr hinaus concord und spicy? das es schlimm wäre christliche feiertage abzuschaffen / umzubenennen?

Spicy McHaggis
10.12.2009, 16:32
Ich wusste doch, dass es dir an Lese- und Verständniskompetenzen mangelt

S.Less
10.12.2009, 17:12
wieso mir? ich habe dich doch gefragt worauf du hinauswillst, du aber verstehst diese frage nichtmal.

Inaktiver User
10.12.2009, 17:17
Was an den Osterfeiertagen?

Da denkt jeder nur noch an den Hasen.

Und liegt dabei noch nicht mal so falsch.

Denn waren nicht Hasen die Begleiter der Frühlings-Göttin Ostara? :-)

Spicy McHaggis
10.12.2009, 17:19
Doch, ich verstehe die Frage, aber die is doch in meinem Post (#44) doch mehr als ausreichend beantwortet.

Aber gut, für dich wie immer noch mal: Das einzige, das mir an den Feiertagen etwas bedeutet, ist, abgesehen davon, dass man frei hat, sind die Feiertagszulagen für Schichtarbeiter.
Einen christlichen Sinn sehe ich nicht dahinter, die Christen haben die Feiertage selbst geklaut, also wäre es für mich begrüssenwert, die christlichen Bedeutungen durch weltliche zu Ersetzen. Jahresendfeier oder allgemein ein Fest der Nächstenliebe, ein Frühlingsfest, Vater- und Muttertag, Tag der dt Einheit, den 9.11. und den 27.1. als Mahn-Tage und Karneval vielleicht noch

Spicy McHaggis
10.12.2009, 17:20
Da denkt jeder nur noch an den Hasen.

Und liegt dabei noch nicht mal so falsch.

Denn waren nicht Hasen die Begleiter der Frühlings-Göttin Ostara? :-)

Ja waren, aber wie schon gesagt: Die Christen haben ja die ganzen heidnischen Festtage geklaut und umbenannt. Weihnachten ist ja genauso geklaut wie Ostern

damals05
10.12.2009, 17:56
Himmelfahrt finde ich aber ein schöneres und romantischeres Wort als Evolution.

Dann könnten wir ja auch noch den "Tag der Rückzahlung des Lohnsteuerjahresausgleichs" feiern.

Für den dämlichen Beitrag musst du einen 4 Monate alten Thread pushen ?
:dum:

S.Less
10.12.2009, 20:09
Einen christlichen Sinn sehe ich nicht dahinter, die Christen haben die Feiertage selbst geklaut, also wäre es für mich begrüssenwert, die christlichen Bedeutungen durch weltliche zu Ersetzen.
das finde ich spannend, denn beispielsweise ist die behauptung weihnachten wäre eigentlich was heidnisches oder was auch immer gewesen eine propaganda die lediglich in npd-nahen kameradschaften bzw. rechten burschenschaften verbreitet wird. (genauso wie die einstellung wenn man traditionen übernimmt "klaut" man sie)

fraglich ist weiterhin ob du trennst zwischen christen und dem alten testament, denn viele feiertage entspringen ja tatsächlich der vorchristlichen zeit; aber beruhen eben auf taten / festlegungen von propheten des alten testamentes (bzw. der tora). inwiefern man da berechtigt von unlegitimer übernahme sprechen kann ist mir unklar.

Spicy McHaggis
10.12.2009, 20:33
Ostern war das Fest der heidnischen Göttin Ostara und der Zeitpunkt des Weihnachtsfestes entspricht in etwa den heidnischen Wintersonnenwendfesten.

Die Feste an sich haben teilweise schon eine christliche oder biblische Tradition, aber während der Zwangschristianisierung wurden die Termine der heidnischen Feste mit christlichen Inhalten gefüllt. Ich finde es da schon angemessen von "klauen/stehlen" zu sprechen. Auch wenn man bedenkt, welche Rituale übernommen und/oder mit neuem Sinn belegt wurden.
Unlegitim ist natürlich eine Streitfrage. Die Mächtigen machen die Gesetze, die Gewinner schreiben die Geschichte. Die Übernahme der feiertage kann man mMn aber nicht so ohne weiteres von den Greueltaten der Zwangschristianisierung trennen

Dass du da jetz wieder etwas politisch rechtes hineininterpretieren willst, war mir fast schon klar, aber es ist mir auch egal. Nach den Maßstäben, die du selber an eine Beurteilung des Islams anlegst, kann man dir da durchaus unterstellen, dass du das Heidentum politisch mißbrauchst.
Mir persönlich ist es eher egal, ich find alle Religionen nicht so besonders toll, auch das Heidentum nicht. Und wie in allen Religionen gibt es auch im Heidentum nette Menschen, die es ausüben und (rechte) Vollidioten, die eine Menge Scheiss ins Heidentum hineininterpretieren (wie im Islam).

S.Less
10.12.2009, 22:06
das weihnachtsfest hat mit den wintersonnenwendfeiern _nichts_ zu tun. der rest geht fast ausschließlich auf tora/bibel zurück; man darf ja nicht vergessen wie alt die beiden sind. aber heiden waren die menschen in der damaligen zeit sicherlich nicht; wenn dann gab es die anhänger der bibel oder aber beispielsweise ägyptische, griechische oder sonstwas für vielgötterei; aber sicherlich nichts heidnisches.

ostern fällt auf ein jüdisches fest zurück dessen ursprung auszug des jüdischen volkes aus ägypten ist. und die haben damals bestimmt ihren auszug nicht in übereinklang gebracht mit irgendeiner göttin ostara. später im mittelalter oder so, bei der wortfindung und konvertierung der mittel-/nordeuropäer hat dann die kirche eventuell alte heidnische namen benutzt um die feiertage im volk anerkannt zu machen. das hat aber nichts damit zu tun was ostern eigentlich ist, das gabs nämlich schon ne ganze weile bevor man hier mit den namen rumgespielt hat. man feiert ja nicht den namen "ostern" sondern das wofür es steht. und das ist im gegensatz zu dem namen sicherlich nicht von den heiden geklaut.

erkundige dich im übrigen bitte woher das wissen über "ostara" stammt, wie wissenschaftlich anerkannt ihre existenz überhaupt ist und dann frage dich woher du selbst dein diesbezügliches "wissen" hast; das nämlich nur in obskuren kreisen (seien es nun rechte oder irgendwelche sonstigen freaks) verbreitet wird.

Inaktiver User
10.12.2009, 22:38
Ja waren, aber wie schon gesagt: Die Christen haben ja die ganzen heidnischen Festtage geklaut und umbenannt. Weihnachten ist ja genauso geklaut wie Ostern

Geklaut würde ich nicht gerade sagen. Eher: Umfunktioniert. :-)

Inaktiver User
10.12.2009, 22:41
der Zeitpunkt des Weihnachtsfestes entspricht in etwa den heidnischen Wintersonnenwendfesten.



Das ist unstrittig. Freund Less ist wieder mal less than well informed. :D

S.Less
11.12.2009, 00:03
nein, du bist mal wieder nicht in der lage informationen zu verarbeiten. ich habe nicht gesagt das die beiden zeitpunkte nicht in einer gewissen zeitlichen nähe liegen, sondern das die beiden feste miteinander nichts zu tun haben.

Spicy McHaggis
11.12.2009, 07:37
Geklaut würde ich nicht gerade sagen. Eher: Umfunktioniert. :-)

wurde den Heiden nicht ziemlich ausdrücklich verboten, an diesen christianisierten Feiertagen noch ihre alten Gottheiten anzubeten?

Spicy McHaggis
11.12.2009, 08:17
Auch wenn die Existenz der Göttin Ostara umstritten ist, so gab es definitiv in allen heidnischen Kulten Frühlingsfeste.

Ich glaub, Schless hat es noch nicht so kapiert. Es ist nicht so, dass die Christen gesagt haben "Oh die feiern da so ein schönes Fest um den 21.12 rum, das müssen wir denen wegnehmen und uns irgendeinen Sinn hineinlegen". Es war aber so, dass die Christen ihre Feste zeitlich mit dem heidnischen Kalender abgestimmt haben, während sie Europa christianisierten. Wenn diese Woche Mariae Empfängnis war, kann Jesus nicht wirklich am 24.12. schon gebohren sein.

Inaktiver User
11.12.2009, 08:48
Ich glaub, Schless hat es noch nicht so kapiert.

Hat Less schon mal irgendwas kapiert?

Er meint nur eines zu "wissen":

Dass alle Menschen, die nicht 100%ig seiner Meinung sind, dumm sein müssen.

Mit ihm zu reden, ist sinnlos.

Über ihn zu reden, ist amüsanter.

damals05
11.12.2009, 10:22
. Wenn diese Woche Mariae Empfängnis war, kann Jesus nicht wirklich am 24.12. schon gebohren sein.

Ha da sieht man's mal: Du hast von göttlich iniziierten Jungfrauenschwangerschaften keine Ahnung!

Ich bin übrigens auch der Meinung, dass der Weihnachtstermin nichts mit den nordeuropäischen Heidenspäßen zu tun hat. Tippe auch eher auf andere Einflüsse (ägyptisch, jüdisch, was weiß ich), weil der Termin schon vor der Christianisierung der germanischen Heiden feststand. Das bedeutet aber nicht, dass nicht einige heidnische Bräuche (Weihnachtsbaum) übernommen wurden. Und es bedeutet nicht, dass ich nicht trotzdem der npd angehöre.

Inaktiver User
11.12.2009, 17:52
Wenn diese Woche Mariae Empfängnis war, kann Jesus nicht wirklich am 24.12. schon gebohren sein.

Der Tag bezieht sich auf die Empfängnis von Maria und nicht von Jesus. Er liegt etwa 9 Monate vor der Geburt Marias.

Spicy McHaggis
12.12.2009, 07:16
Der Tag bezieht sich auf die Empfängnis von Maria und nicht von Jesus. Er liegt etwa 9 Monate vor der Geburt Marias.

so macht das natürlich mehr Sinn. Der Genitiv ist aber auch manchmal tückisch

Inaktiver User
14.12.2009, 05:02
Kommen wir zum Thema "Unbefleckte Empfängnis".

Auch da gibt es einen verbreiteten Irrtum ....

Spicy McHaggis
14.12.2009, 06:29
Tja Übersetzungsfehler... damit kann man vieles rechtfertigen