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Autognom
24.03.2009, 14:38
artikel der FR zum thema (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1693454&)

"Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland stärker verfestigt als in anderen Ländern"

Inaktiver User
24.03.2009, 16:30
artikel der FR zum thema (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1693454&)

"Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland stärker verfestigt als in anderen Ländern"

Das ist ja auch kein Wunder, dass das in Deutschland so ist.
In Deutschland ist es schließlich auch sehr viel verfestigter als in anderen Ländern, dass eine Frau nach der Geburt eines Kindes erstmal daheim bleibt (teilweise ja 6-7 Jahre oder noch länger) und dann eher Teil- als vollzeit arbeiten geht.
Dann ist klar, dass ihr Berufserfahrung fehlt, die ihre männlichen Kollegen haben und sie dann auch weniger bekommt.
Zumal es in Deutschland dann auch noch verbreiteter ist, als Frau einfach froh zu sein, dass man überhaupt einen Job bekommen hat - und dementsprechend tief stapeln viele dann auch beim Gehalt.
Und den Begriff "Rabenmutter" den kennen ja auch schließlich nur wir.

RubyGloom
24.03.2009, 20:26
"Die CDU-Ministerin sieht hier vor allem die Wirtschaft in der Pflicht", wenns um einstellungen, etc. geht.

und wer sitzt in der wirtschaft an den schalthebeln, naaa???
und die jungs da wissen schon ganz gut dass es besser ist unter sich zu bleiben.

achja, es gibt ja auch auch mädels, die so ähnlich ticken: die abteilungen in angela merkels kanzleramt etwa werden ausschließlich von männern geführt.

jaja, politikerin müsste man sein, dann klappts auch mit den löhnen :rotwein:

Joline
24.03.2009, 21:32
ich verdiene deutlich mehr als mein männlicher Kollege für exakt die selbe Arbeit. Es ist einfach auch die Frage wie man sich selber und seine Arbeit wertschätzt und dies letztenendes dann auch verkaufen kann.

Fellfrosch
24.03.2009, 21:55
ich verdiene deutlich mehr als mein männlicher Kollege für exakt die selbe Arbeit. Es ist einfach auch die Frage wie man sich selber und seine Arbeit wertschätzt und dies letztenendes dann auch verkaufen kann.

Und findest Du das ok?

Joline
24.03.2009, 22:00
ich sehe keine echte Alternative

Fellfrosch
24.03.2009, 22:10
Gute Antwort. So geht das den Männern nämlich auch immer.

Joline
24.03.2009, 22:10
Was wäre für dich denn die Alternative?

Delisha
24.03.2009, 22:13
Letztens stand bei Spiegel noch was, dass Frauen in der Wirtschaft glaube ich meistens als Einstiegsgehalt mehr bekommen. Das wird erst mit der Zeit weniger, weil sie halt Auszeit für die Kinder machen oder einfach schlecht verhandeln.

Philip
25.03.2009, 03:44
Letztens stand bei Spiegel noch was, dass Frauen in der Wirtschaft glaube ich meistens als Einstiegsgehalt mehr bekommen. Das wird erst mit der Zeit weniger, weil sie halt Auszeit für die Kinder machen oder einfach schlecht verhandeln.

Genau, und das ist in Deutschland auch noch deutlich "traditioneller" als in anderen westlichen Laendern.

Autognom
25.03.2009, 07:58
ich denke man muss zwischen zwei dingen unterscheiden. die eingenen ganz persönlichen erfahrungen. bei denen klar sein kann das man als frau besser verdient, total coole kolleg_innen hat und auch kein problem nach dem kind wieder in den job zu kommen. und klar is auch das keine frau ständig hören will was für defizite sie hat ABER:
die studie sagt etwas über eine gesellschaftliche STRUKTUR aus. in der frauen bewusst/unbewusst an grenzen stoßen die sie teilweise hinnehmen aber auch wenn sie versuchen dagegen anzukämpfen scheitern
dh. es kann nciht die individuelle schuld, unfähigkeit etc. jeder einzelnen frau sein (was ja auch heissen würde, das frauen im allgemeinen defizite haben, was ja totaler quatsch ist) das sie weniger verdient, und somit ihre ganz eigene persönliche aufgabe dagegen vorzugehen.

edit: und vergleicht man DL mit anderen ländern, so gibt es dort teilweise viel bessere bedingungn für frauen, und das nicht weil jede einzelne frau cooler ist, sondern weil es eine gleichberechtigtere gesellschaftliche struktur gibt

RubyGloom
25.03.2009, 08:37
ja, mir stinkt das auch mittlerweile gewaltig. kaum wird das thema irgendwo angesprochen, kommen sofort die damen angelaufen, denen das niiieeemals passiert/passieren wird, weil sie von der leyen heissen, supergirl sind oder sonstiges.

trotzdem sprechen die statistiken eine andere sprache.

die sache mit der "gleichberechtigten struktur", so wie etwa in den skandinavischen ländern, das würde mir auch gefallen. wieso kriegen die sowas hin?

Inaktiver User
25.03.2009, 09:33
In meinem Beruf (Technische Redakteure) ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern mit 7% vergleichsweise gering. Woran mag das liegen?
Eine Theorie war, dass "männerdominierte" Berufe häufig besser bezahlt sind, eine andere, dass es viele offene Stellen gibt und deshalb die Bezahlung generell gut ist.
Evtl. liegt es auch einfach daran, dass es viele Angestellte gibt, die nach Tarif bezahlt werden und da weniger Spielraum ist für (auch unbewusste) Ungleichbehandlung.

RubyGloom
25.03.2009, 10:47
hallo solar,
wie sieht es denn bei deinem beruf so mit 40 oder 50 aus? und während oder nach kindererziehungszeiten?
lg

Inaktiver User
25.03.2009, 11:11
Ich muss mal die Statistik raussuchen. :)

rewind
25.03.2009, 11:47
ich hab neulich auch gelesen, dass dies dies in vielen berufen auch an dem verhalten nach arbeitsschluss und privatgesprächen während der arbeit liegen soll. die argumentation ging in die richtung: die männer wollen die frauen in so eingespielte buddy runden von männern nicht mit zum saufen und in den puff nehmen/ haben angst sich nicht mehr so frei äußern zu können usw.

fand ich sehr komisch... als würde das überall so laufen ?

Autognom
25.03.2009, 12:26
klar läuft das nich überall so (soviele puffs gibts ja gar nciht...)
aber was damit angesprochen wird ist, das es in männerrunden für frauen schwerer ist dazuzugehören (das gilt auch für z.b. soziale herkunft, pierre bourdieu hat da was zu geschrieben), und die führungsschichten /eliten (egal ob politik, wirschaft, uni etc.) sind halt (noch) männlich dominiert. umgekehrt gibt es für männer ja teilweise auch schwirigkeiten in frauendomierten felder fuss zu fassen.

RubyGloom
25.03.2009, 12:40
ich kenne es persönlich: bei uns gehen sie zum ski-laufen. da werden aber auch nur ausgewählte männer mitgenommen, es hat sich neulich einer bei mir drüber ausgeheult ;)

Autognom: welche frauendominierten felder meinst du denn?

Autognom
25.03.2009, 12:49
soziale berufe wie z.b. erzieherinnen, lehrerinnen (grundschule) ...
wobei ich da noch nichts konkretes gelesen hab...

RubyGloom
25.03.2009, 13:41
in diese bereiche kannst du als "klassischer mann" ja gar ned rein wollen. damit kannst du (zur zeit) niemals eine familie ernähren, das passt nur für weicheier oder millionenerben, die nur zum spass arbeiten müssen, oder - naja - ab und an für til schweiger

Joline
25.03.2009, 14:37
welche konkreten Vorschläge habt ihr um den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern zu verringern? Wen seht ihr in der Pflicht?

RubyGloom
25.03.2009, 14:59
verpflichten dazu kann man wahrscheinlich eh keine/n.

meiner meinung nach sollte man ein augenmerk auf die aufwertung der oben angesprochenen berufe erzieher und grundschullehrer (und...) richten. in vielen anderen ländern überlässt man seine kinder nur studierten personen, in d will man dazu am liebsten arbeitslose einsetzen.

ausserdem müssten erziehungszeiten für beide geschlechtern ebenfalls viel grösseren stellenwert haben, es dürfte dadurch kein nachteil für die entsprechenden personen entstehen. ist ja eigentlich auch mindestens genauso viel wert wie ein sabbatjahr, o.ä.

sowas könnte schon ein ansatz sein. dazu noch auf allen krawallsendern eine vorbild-papi-sendung und in 10 jahren wirds was mit der gleichberechtigung ;)

venea
25.03.2009, 15:09
die studie sagt etwas über eine gesellschaftliche STRUKTUR aus. in der frauen bewusst/unbewusst an grenzen stoßen die sie teilweise hinnehmen aber auch wenn sie versuchen dagegen anzukämpfen scheitern

ich arbeite im öd und wir haben ja order alle führungspositionen paritätisch zu besetzen. bei und sind derzeit weniger als 5% frauen in einer führungsposition. alle versuche der leitung kolleginnen, die aufgrund ihrer erfahrung, qualifikation, persönlichkeit etc. für solche aufgaben in frage kämen in der letzten runde zur bewerbung zu motivieren sind fehlgeschlagen, weil einfach keine frau will. manchmal sind frauen auch selbst daran schuld auf stufe 1 der karriere stehen zu bleiben. (logisch, das ist nicht immer und überall so, sondern lediglich ein einzelfall).

Brausefrosch
25.03.2009, 15:12
hier gabs doch letztens auch wieder ne umfrage zu dem thema. was möchte man im leben erreichen, was ist einem wichtig und da konnte man schon klar erkennen, dass frauen freizeit und geregelte arbeitszeiten wichtig sind. ich glaub einfach viele frauen sind einfach nicht bereit den ganzen stress auf sich zu nehmen. es ist ja auch nicht so dass männer in führungspositionen jeden nachmittag um 3 zum kaffee schon zu haus hocken.

RubyGloom
25.03.2009, 15:14
alle versuche der leitung kolleginnen, die aufgrund ihrer erfahrung, qualifikation, persönlichkeit etc. für solche aufgaben in frage kämen in der letzten runde zur bewerbung zu motivieren sind fehlgeschlagen, weil einfach keine frau will.

hast du mal nachgefragt, warum das so ist?

RubyGloom
25.03.2009, 15:15
es ist ja auch nicht so dass männer in führungspositionen jeden nachmittag um 3 zum kaffee schon zu haus hocken.

nee, die sitzen ja im puff :D

venea
25.03.2009, 15:24
hast du mal nachgefragt, warum das so ist?

die klassischen argumente eben. keine lust verantwortung zu übernehmen, nicht bereit mehr zu arbeiten, generell kein interesse an karriere, andere prioritäten im leben. natürlich kommt auch der punkt, nicht allein unter männer sein zu wollen. unsere frauen sind irgendwie lieber fußvolk um sich daran darüber zu beklagen, dass sie fußvolk sind :durchgeknallt:

RubyGloom
25.03.2009, 15:33
komisch, bei uns ist das eigentlich nicht so.

viele haben einfach keinen bock auf die restlichen führungskräfte bzw. die zusammenarbeit mit leuten, die durch schleim und seilschaften oder schlimmeres da sitzen und eigentlich die arbeit nicht unbedingt am besten können, es aber glauben zu können :ups1:

naja, schuldienst, halt

Delisha
25.03.2009, 15:53
Ich hatte bis jetzt immer eher das Gefühl, dass Männer sich freuen, wenn da auch mal ne Frau ist und ein bisschen Abwechslung reinkommt. Aber das sind auch nur persönliche Erfahrungen.
Ich finde es immer schwer zu beurteilen, ob solche Statistiken wirklich realistisch sind. Man sieht dann zwar die Anzahl, aber nicht wieso es so ist.
Ich zB bin bei Gehaltsverhandlungen auch eher zurückhaltend und es geht vielen Kolleginen wohl auch so. Da muss ich schon manchmal von männlichen Kollegen gezwungen werden meine Meinung zu sagen und mich mal durchzusetzen.
Man sollte vor allem etwas dafür tun, dass Frauen mehr Selbstbewusstsein bekommen und ihre eigenen Fähigkeiten nicht so schlechtmachen. Dann würde sich dieses Problem vielleicht größtenteils schon von alleine lösen.

RubyGloom
25.03.2009, 16:07
Man sollte vor allem etwas dafür tun, dass Frauen mehr Selbstbewusstsein bekommen und ihre eigenen Fähigkeiten nicht so schlechtmachen. Dann würde sich dieses Problem vielleicht größtenteils schon von alleine lösen.

da stimm ich dir voll zu!

hat also vielleich wirklich was mit erziehung zu tun, das ganze

Inaktiver User
25.03.2009, 18:25
welche konkreten Vorschläge habt ihr um den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern zu verringern? Wen seht ihr in der Pflicht?

Ich find, da kann man niemanden wirklich konkret in die Pflicht nehmen.
Die Sache ist ein gesellschaftliches Problem und es hängt viel mit der Kindererziehungsproblematik zusammen, hab ich in meinem ersten Post ja auch geschrieben.
Ich finde es persönlich einfach merkwürdig, dass man in Deutschland schief angeschaut wird, wenn man als Mutter nach der Geburt seines Kindes relativ schnell wieder arbeiten geht.

Bei einer Freundin von mir ist die Mutter ein paar Monate (2 oder 3), nachdem das Kind auf der Welt war, wieder arbeiten gegangen und meine Freundin ist quasi bei uns zu Hause aufgewachsen, weil meine Mutter sie halt mitbetreut hat, wenn Kindergarten und Schule aus waren und die Eltern eben noch nicht daheim waren.
Und immer wenn diese Freundin von mir in der Pubertät, wo das ja völlig normal ist, irgendwelche Reibereien mit ihren Eltern hatte, hieß es immer "Ja, die Mutter hat die ja gleich nach der Geburt weggegeben, ist ja kein Wunder wenn die jetzt Probleme mit der hat." - so als hätte die Mutter ihr Kind 24/7 permanent im Stich gelassen und überhaupt niemals betreut. So ein Käse.

Es ist einfach eine generelle Gesellschafts- und Erziehungssache, dass noch immer - oder wieder, denn ich glaube, in der Zeit, als z.B. meine Oma kleine Kinder zu Hause hatte, so Mitte-Ende der 50er, war es um einiges normaler, als Mutter mit Kleinkindern auch zu arbeiten, grad in der Gegend aus der ich komme (und meine Oma hat z.B. immer gearbeitet) - die Rabenmütterkeule rausgenommen wird, sobald man ein Kind bekommt und nach dem Mutterschutz wieder in den Beruf einsteigt.
Und dadurch, dass sich das dann viele Frauen wegen dieser Keule einfach nicht trauen, entstehen dann auch solche gehaltsunterschiede.
Wenn jemand 5, 6 Jahre aus dem Beruf draußen ist, gibts halt weniger Geld. Das ist mit Sicherheit mit ein Grund.

Und das andere ist auch vor allem Erziehungssache.
Ich glaube, viele Mädchen werden heute ein bisschen nach einem "zweischneidigen" Motto erzogen.
das geht in die Richtung "Du wirst als Frau sowieso benachteiligt, also sei froh, wenn du dich gegen männliche Bewerber durchbeißen kannst und verlange bloß nicht zu viel."

Nacktmuller
25.03.2009, 21:08
Wer entschädigt männer für wehrpflicht?
Wer entschädigt Männer für die höheren Beiträge zur Lebensversicherung? Frauen sind per Gesetz gleichgestellt bei der privaten Rentenversicherung.

Alles nicht politisch opportun. Und das obige kann man als Mann nicht mal beeinflussen.

RubyGloom
25.03.2009, 21:12
beim friseur brauchen sie weniger geld zu bezahlen :party:

rhabarber*
26.03.2009, 00:24
beim friseur brauchen sie weniger geld zu bezahlen :party:
und bei krankenversicherungen ebenfalls.

Joline
26.03.2009, 00:27
und bei krankenversicherungen ebenfalls.
dafür leben sie im Durchschnitt kürzer und bringen keine Kinder zur Welt;)

sparklehorse
26.03.2009, 00:28
In Deutschland ist es schließlich auch sehr viel verfestigter als in anderen Ländern, dass eine Frau nach der Geburt eines Kindes erstmal daheim bleibt (teilweise ja 6-7 Jahre oder noch länger) und dann eher Teil- als vollzeit arbeiten geht.
Dann ist klar, dass ihr Berufserfahrung fehlt, die ihre männlichen Kollegen haben und sie dann auch weniger bekommt.


damit hat das aber auch nur bedingt zu tun, glaube ich. in klassischen frauenberufen ist die bezahlung oft sehr viel schlechter als in vergleichbaren männerberufen..das hat dann nicht unbedingt was mit weniger berufserfahrung zu tun.

nacktmuller: naja, dafür zahlen frauen mehr krankenversicherung. und wer entschädigt raucher für ihre höheren kosten bei der lebensversicherung? :P

Inaktiver User
26.03.2009, 13:32
Wer entschädigt männer für wehrpflicht?

Zumindest das wird berücksichtigt, indem Männern, die Wehr- oder Zivildienst ableisten mussten, die entsprechende Zeit an "Berufserfahrung" bei Bezahlungen nach Tarifen, seien sie durch Gewerkschaft, öD oder auch durch die Firma selbst festgesetzt, "geschenkt" wird.


damit hat das aber auch nur bedingt zu tun, glaube ich. in klassischen frauenberufen ist die bezahlung oft sehr viel schlechter als in vergleichbaren männerberufen..das hat dann nicht unbedingt was mit weniger berufserfahrung zu tun.
Naja, aber in den "Frauenberufen" verdienen ja auch die Männer, die sie ausüben, generell weniger als ein Ingenieur oder so.
Und es ist ja auch ein bisschen mit Erziehungssache, ob man so einen Frauenberuf annimmt oder nicht.
Wenn meine Eltern mir als Kind nur die Puppen in die Hand gedrückt hätten und meine Mutter so getan hätte, als sei Liebe zu Kochen, Backen und Putzen (die meine Mutter halt hat) nicht ihre eigene Selbstverwirklichung sondern per se die JEDER Frau, dann wäre ich wahrscheinlich jetzt Erzieherin, Krankenschwester, Hauswirtschafterin oder Grundschullehrerin.

Und dass z.B. eine Kindergärtnerin nicht besonders toll verdient, liegt mit Sicherheit auch daran, dass Eltern nicht gerade 1000€ im Monat für einen Kindergartenplatz hinlegen wollen.

RubyGloom
26.03.2009, 14:05
Und dass z.B. eine Kindergärtnerin nicht besonders toll verdient, liegt mit Sicherheit auch daran, dass Eltern nicht gerade 1000€ im Monat für einen Kindergartenplatz hinlegen wollen.

stimmt natürlich, wer will das schon. wieviel würdest du denn z.b. deinem bankberater monatlich bezahlen wollen, damit er dein konto betreut?

Inaktiver User
26.03.2009, 14:27
stimmt natürlich, wer will das schon. wieviel würdest du denn z.b. deinem bankberater monatlich bezahlen wollen, damit er dein konto betreut?

die bank, bei der der bankberater arbeitet, bekommt ihr Geld aber auch aus anderen Quellen, deswegen kommt ein Konto für mich ja so günstig, dass ich im Normalfall nichts oder nur einstellige Beträge zahlen muss.
Ein Kindergarten ist ja nicht in dem Sinne an den Wirtschaftskreislauf angebunden wie eine Bank, sondern finanziert sich die meiste Zeit rein aus öffentlichen Mitteln und/oder den Beiträgen und evtl. Spenden, je nach Trägerschaft ;)

Nacktmuller
26.03.2009, 14:48
Zumindest das wird berücksichtigt, indem Männern, die Wehr- oder Zivildienst ableisten mussten, die entsprechende Zeit an "Berufserfahrung" bei Bezahlungen nach Tarifen, seien sie durch Gewerkschaft, öD oder auch durch die Firma selbst festgesetzt, "geschenkt" wird.

Was ist denn das für ein Ammenmärchen? Davon habe ich noch nie gehört.

RubyGloom
26.03.2009, 14:53
der staat / die gemeinden / städte sind auch teile des wirtschaftskreislaufs.
und von denen bekommt eine kindergärtnerin i.d.r. ihr geld.

aber worauf ich hinaus will: bankberater + kindergärtnerin verdienen unterschiedlich viel geld, zumindest in der jetzigen welt noch ;)

es scheint ganz natürlich, einem bankberater mehr geld zu geben. doch hat er wirklich mehr verantwortung, wenn er deine finanzen verwaltet? ich behaupte mal, ein kind ist doch genauso viel wert (oder noch mehr) wie dein geld (was jetzt vielleicht eh bald nix mehr wert ist)

Inaktiver User
26.03.2009, 15:54
Was ist denn das für ein Ammenmärchen? Davon habe ich noch nie gehört.
äh das ist kein Ammenmärchen.
Meinem Vater wurden z.B. 35 Jahre bei seinem Arbeitgeber angerechnet, als er 34 Jahre hatte - weil er 1 Jahr Wehrdienst abgeleistet hat.
Und alle Jungs, die mit mir in derselben Firma ein duales Studium angefangen haben, zählen bei gewissen Dingen so, als wären sie ein Jahr früher eingestellt worden als ich, obwohl das nicht so ist.
Es gibt auch andere Stellen, an denen man für den Wehrdienst "entschädigt" wird. So haben z.B. viele Vereine noch aus ihrer Gründungszeit in der Satzung stehen, dass die Zeit der Wehrpflicht beitragsfrei ist.

RubyGloom: Ja, eben weil die Gemeinde, die Kirche u.ä. Träger der Kindergärten sind, KANN die Kindergärtnerin nunmal nicht so viel Geld bekommen wie mein Bankberater. Denn Kommunen sind im Normalfall einfach wesentlich knapper bei Kasse als die AG, die die Bank unterhält. Ebenso die Kirche.
Dass das vielleicht eher suboptimal ist, ist eine andere Geschichte.
Es ist trotzdem in gewissem Sinne logisch.

Nacktmuller
26.03.2009, 16:14
weil die Leute nett sind, oder weil es Gesetz ist?
Keine unverbindlichen Almosen bitte. Frauenbauftragte sollten Gleichstellungsbeauftragte sein.

RubyGloom
26.03.2009, 16:36
@Kasu: wollen wir doch mal kucken, wieviel die bankberater in den verstaatlichten banken später mal verdienden, ich wäre ja für kindergartenniveau :)

@Nacktmuller:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstalter
spielt z.b. bei beförderungen auch eine ordentliche rolle

Nacktmuller
26.03.2009, 22:09
hallo freie wirtschaft?

Inaktiver User
26.03.2009, 22:14
@Kasu: wollen wir doch mal kucken, wieviel die bankberater in den verstaatlichten banken später mal verdienden, ich wäre ja für kindergartenniveau :)

ich denk mal, die werden nach TvöD bezahlt und kriegen dann in etwa so viel wie die Leute bei der Sparkasse oder den Genossenschaftsbanken - das ist auch nicht so die Welt.

Nacktmuller: Ich bin in der freien Wirtschaft, wie gesagt, bei uns ist das auch so - und bei vielen anderen Unternehmen auch.

Nacktmuller
26.03.2009, 22:29
frauenbeauftragte wollen doch immer gesetze. deswegen interessiert das null, was so einige betriebe vielleicht machen. daher null relevanz.

RubyGloom
27.03.2009, 09:32
@Nacktmuller: es gibt ja in der freien wirtschaft gar kein "arbeitsgesetze", in denen lohnunterschiede,etc. festgeschrieben sind. wie geil wär das denn :D

vieles erfährt man deswegen nur von leuten, die dort arbeiten (wenn überhaupt).

Kasu, ich denke, wenns wirklich zu verstaatlichungen kommt, ist gar ned mal gesagt, dass die übernommenen leute soo tief abrutschen, zumindest ned die vom abteilungsleiter aufwärts

Inaktiver User
27.03.2009, 10:04
Kasu, ich denke, wenns wirklich zu verstaatlichungen kommt, ist gar ned mal gesagt, dass die übernommenen leute soo tief abrutschen, zumindest ned die vom abteilungsleiter aufwärts

ja, aber das sind ja dann Zugeständnisse an die Leute, die schon da sind, ähnlich wie vor einiger Zeit bei der Privatisierung der Post usw. Lohnkürzungen sind nie einfach zu bewerkstelligen, nirgends.
Bei Neueinstellungen wird sich das aber mit Sicherheit drastisch unterscheiden - auch in den oberen Etagen.

~snow06~
27.03.2009, 10:34
Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich denke, dass man Lohngleichheit wirklich nur durch Gesetze einführen/garantieren kann. In England gibts da glaube ich entsprechende Gesetze z. B., und das schon seit einiger Zeit.

Brausefrosch
27.03.2009, 11:27
wenn jetzt also ne frau ankommt bei ner firma und sagt ja ich hätt gern 1800, und die männer zuvor sagten ja 2400. dann soll der arbeitgeber ihr zwingend 2400 zahlen? heisst doch nicht umsonst gehaltsverhandlungen.

Autognom
27.03.2009, 16:33
Wer entschädigt männer für wehrpflicht?
Wer entschädigt Männer für die höheren Beiträge zur Lebensversicherung? Frauen sind per Gesetz gleichgestellt bei der privaten Rentenversicherung.

Alles nicht politisch opportun. Und das obige kann man als Mann nicht mal beeinflussen.
niemand hat hier was davon gesagt, das nicht auch männer in bestimmten gesellschaftlichen bereichen benachteiligt werden, das heisst aber nciht, das es deshalb unnötig ist gegen die diskrimierungen von frauen vorzugehe. 2. das es aufgabe der männer ist sich gegen ungerechte strukturen zu wehren 3. das es trotzdem in DL ein hierarchisch geordnetes geschlechtervehältnis gibt welches sich für frauen negativer auswirkt als für männer

Autognom
27.03.2009, 16:36
Frauenbauftragte sollten Gleichstellungsbeauftragte sein.
ja aber dafür müssen sich auch männer einsetzten :mrnerd:

Autognom
27.03.2009, 16:43
literaturempfehlung:

Spieß, Gesine: Frauen in Führungspositionen – Eine Neupositionierung der Geschlechter zwischen Anpassung und Widerstand. Deutscher Städtetag, Köln und Berlin, 2000.

Dackweiler, Regina­ Maria: Willkommen im Club?
Frauen und Männer in Eliten. Westfälisches Dampfboot,Münster,2007.

Foster, Helga / Lukoschat, Helga / Schaeffer­Hegel, Barbara:
Die ganze Demokratie – Zur Professionalisierung von Frauen für die Politik.
Centaurus – Verlagsgesellschaft, Pfaffenweiler, 1998.

Nacktmuller
27.03.2009, 19:32
ich behaupte mal, Qualität setzt sich auch ohne Gesetze durch

Autognom
27.03.2009, 21:39
informier dich mal über Michel foucault und die diskursanalyse

Nacktmuller
27.03.2009, 21:45
danke nein, mein Leben ist schon interessant genug. und da es im schnitt auch noch kürzer als das der Frauen ist, verstehe ich diese Jammerei nicht. Lieber mal Haltung annehmen, sonst sterbt ihr bald so früh wie die Männer. Und dann gäbs wirklich einen Grund zu meckern für euch. Aber man findet dann bestimmt auch wieder schuldige Männer und fordert ein Gesetz gegen das frühe Sterben der Frau.

RubyGloom
27.03.2009, 22:49
brahaha:
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/vorsorge/news/lebenserwartung_aid_105678.html

Fellfrosch
27.03.2009, 23:40
Verheiratete Männer leben nicht länger... es kommt ihnen nur so vor.

Sethos
30.03.2009, 18:47
Wenn ich die Wahl zwischen einem Jahr Wehrdienst zu einer recht günstigen Zeit (karrieretechnisch gesehen) und den Ausfall durch die Schwangerschaft hätte, würde ich sofort den Wehrdienst wählen. Zumal eine Schwangerschaft in der Regel für die Frau noch andere (längerfristige) Konsequenzen hat als der Wehrdienst für die Jungschen (die Statistiken scheinen das ja zu bestätitgen, da die Männer trotz Wehrdienst um einiges erfolgreicher sind). Daher verstehe ich den Vergleich bis heute nicht. Aber gut. (und wenn ich sehe, wie viele unserer 15-Punkte-Sport-Kandidaten sich als "untauglich" herausgestellt haben - auf einmal trat schwerstes Asthma auf, z. B., habe ich noch weniger Verständnis für diese Diskussion.)

Inaktiver User
29.10.2009, 11:27
ich verdiene deutlich mehr als mein männlicher Kollege für exakt die selbe Arbeit. Es ist einfach auch die Frage wie man sich selber und seine Arbeit wertschätzt und dies letztenendes dann auch verkaufen kann.

Eine interessante Gegenstimme!

Auch das gibt es!