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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : promotion nach mehreren jahren berufstätigkeit



sparklehorse
02.04.2009, 10:43
geht das bzw. ist das üblich?

die finanzierung jetzt mal außen vor gelassen, aber bekommt man da noch eine stelle, wenn man meinetwegen schon 5-6 jahre aus der uni raus ist?

Inaktiver User
02.04.2009, 11:22
Bei einigen meiner Professoren ist das so, dass die zuerst mal was gearbeitet und dann nach ein paar Jahren noch promoviert haben.
Allerdings sind das die Professoren, die auch aus dem WiWi-Bereich kommen, wo ich mir vorstellen kann, dass das eher üblich ist.
Die Profesoren von mir, die Mathe oder Physik studiert haben (davon hab ich auch ein paar), haben sofort promoviert.
Du studierst doch Pharmazie oder?
Ich denk mal, dass das da nicht so üblich ist, bzw. wenn, wohl eher, wenn man sowieso in einer Firma arbeitet, die eh auch forscht?!

sparklehorse
02.04.2009, 11:31
ich kann eben total schlecht einschätzen, wie alt unsere doktoranden so sind. von ein paar leuten weiß ich es, von anderen nicht.

und neben dem beruf promovieren stell ich mir auch eher unmöglich vor, hmmhm.

75 B
02.04.2009, 20:12
Machst Du nicht Pharmazie? Ich habe vor ein paar Monaten mal einen Apotheker getroffen, der bei uns Doktorarbeit gemacht hat. Der war bei einem Unternehmen angestellt, das ihn dabei unterstützt hat, neben dem Job noch zu promovieren.

sparklehorse
02.04.2009, 21:33
mh, sowas gibts schon, klar. es gibt auch masterstudiengänge, die man neben dem job machen kann, aber in meinem fall würde ich wohl in einer apotheke arbeiten. wobei ich da sicher auch genügend unterstützung hätte, aber trotzdem, hmm.

ach, irgendwie kann ichs mir nicht so richtig vorstellen..

75 B
02.04.2009, 21:38
Der bei uns hat sich einfach 6 Wochen Urlaub genommen für die Experimente und es hinterher irgendwie geschrieben.

sparklehorse
02.04.2009, 21:40
nur 6 wochen? für ne promotion? :O

was ist denn "bei uns"? also welche fakultät?

75 B
02.04.2009, 23:05
Medizinische. Und der hat noch überlegt, ob er das wirklich machen soll. :D Ich habe ihm gesagt "scheiße bist Du blöd?". Und gedacht habe ich "wenn Du das absagst, mache ich es, nur um auf der Veröffentlichung mit draufzustehen".

sparklehorse
02.04.2009, 23:18
mmh, mit dem gedanken hab ich auch schon gespielt, irgendwas medizinisches zu machen, aber das stell ich mir als pharmazeut auch nicht ganz einfach vor, hmm..

75 B
02.04.2009, 23:23
Der sollte da ein paar hundert Blutproben, die über längere Zeit aufgehoben worden waren, untersuchen, um festzustellen, wie sich die Laborergebnisse, die man bei der Erstuntersuchung nachgewiesen hatte, über die Zeit hinweg verändert haben. Alles mit etablierten Methoden. Die Arbeit mußte er eigentlich auch nicht selber machen, die 6 Wochen kam er nur, damit man überhaupt sagen kann, er hat was gemacht. Die Messungen liefen im ganz normalen Routinebetrieb mit. Und er wußte vorher schon, daß er beides veröffentlichen kann: Wenn die Werte sich stark verändern, oder wenn sie sich nicht stark verändern. Weil es eine aktuelle, neu aufgekommene Fragestellung war, und das Labor mehr oder weniger zufällig ein paar alte Proben jerumstehen hatte, von denen man Vorergebnisse hatte und mit denen man die Messungen durchführen konnte. Es war mir ein Rätsel, wie man da noch zögern kann.

Er hatte das Glück, daß er zufällig angerufen und einfach mal gefragt hat, als die diese Frage untersuchen wollten. Und die dachten sich dann, daß es nicht schlecht wäre, wenn sie jemanden haben, der für sie die Veröffentlichung schreibt. Und als Ausbildung/Betreuung können sie die Promotion auch noch verkaufen. :D

75 B
02.04.2009, 23:42
Ich dachte mir jedenfalls "Wie billig müssen Promotionen für Pharmazeuten wohl normalerweise sein, wenn der bei so einem Angebot noch überlegt?"

sparklehorse
02.04.2009, 23:45
naja, das ist ja dann fast schon ne medizinerpromotion :P

normal ist das nicht jedenfalls..

75 B
03.04.2009, 00:24
Vielleicht fand er es auch zu schön, um wahr zu sein, und hat die ganze Zeit nach dem Haken gesucht. :D

Citronella
03.04.2009, 00:46
ich kenn eine handvoll leute (allerdings nicht nur in deutschland), die das gemacht haben - also erst gearbeitet und dann promoviert. die sind dann halt erst so anfang/mitte 30 fertig, fuer richtige wissenschaftliche karriere danach halt vielleicht ein bisschen spaet, aber sonst kein problem.
der eine ist nach dem studium erstmal mit irgendwelchem internetgedoens reich geworden und finanziert sich zusaetzliche konferenzen und so dann eben selbst.

ich weiss nicht, wie das bei euch mit promotionsstellen so allgemein aussieht, das ist da sicher ein entscheidender faktor. bei uns im fach ist quasi ueberall immer was frei und jeder froh, wenn er die stellen besetzen kann.

ichs
03.04.2009, 09:49
auf zeit online war grade ein artikel, dass einem das in dland immer noch total schwer gemacht wird.
ich denke das trifft vor allem auf unis zu. ich würde wenn an ein privates forschungsinstitut gehen, das macht sich dann auch besser im lebenslauf.

Inaktiver User
03.04.2009, 10:50
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sparklehorse
03.04.2009, 10:55
naja, akademische karriere wird eh schwierig, wenn man ende 30 erst promoviert oder nicht?

Inaktiver User
03.04.2009, 11:00
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sparklehorse
03.04.2009, 11:13
naja, in der industrie würde ich ja nicht arbeiten dann.

ach naja, ich glaube, das ist einfach keine gute idee. ich kann mich überhaupt nicht mit dem gedanken anfreunden.

75 B
04.04.2009, 00:08
Mit dem Gedanken, zu promovieren, oder mit dem Gedanken, erst zu arbeiten?

sparklehorse
04.04.2009, 11:07
mit dem gedanken, erst zu arbeiten.

Tinelli
04.04.2009, 11:51
Also ich kenn ein paar, die das gemacht haben. Aber wie das finanziell und privat lief, weiss ich nicht, weil die sich irgendwie nie so recht an die anderen Doktoranden und Studenten angeschlossen haben.

ichs
04.04.2009, 14:13
Nicht unbedingt. Und ganz sicher nicht wenn man eine akademische Karriere will.

okay ich bin von einer nicht-akademischen karriere bzw. außerhalb der uni ausgegangen. und ich gehe von geistes- und sozialwissenschaften aus.