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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medien als vierte Staatsgewalt?



Lebensdurstige
21.04.2009, 20:41
Findet ihr man kann Medien als vierte Gewalt bezeichnen? Was spricht dafür, was dagegen? Bitte Meinungen :)
:rose2:

Inaktiver User
22.04.2009, 11:01
Ich denke schon, dass man die Medien als vierte Gewalt bezeichnen kann (unabhängig jetzt mal davon, dass wir das in der Schule auch so gelernt haben ;) ), da die Medien maßgeblich unsere Meinung und Sicht von der Welt und damit auch von der Politik und allem, was damit zu tun hat, beeinflussen.
Ohne die Medien könnte man sich auch vielfach gar keine Meinung bilden und die Medien werden viel für politische Aktionen eingesetzt.
Wenn die BILD schreibt, dass Gesetz xy gut ist, werden mehr Leute die Regierung wieder wählen, als wie wenn die BILD schreibt, dass das Gesetz schlecht ist ;)

Chaos-Kati
22.04.2009, 12:25
Die Medien sind weniger eine vierte Staatsgewalt, sondern eher die vierte Säule der Demokratie, da die Medien vom Staat (im besten Fall) nicht kontrolliert werden.
Die Medien bringen Nachrichten ans Volk aus Politik/Ausland/Kultur/Gesellschaft und geben dem Leser/Zuschauer die Möglichkeit eine vielseitige Meinung zu bilden.

Also alles im Idealfall :D

Inaktiver User
22.04.2009, 13:34
Die Medien sind weniger eine vierte Staatsgewalt, sondern eher die vierte Säule der Demokratie, da die Medien vom Staat (im besten Fall) nicht kontrolliert werden.
Die Medien bringen Nachrichten ans Volk aus Politik/Ausland/Kultur/Gesellschaft und geben dem Leser/Zuschauer die Möglichkeit eine vielseitige Meinung zu bilden.

Also alles im Idealfall :D

in unserer realität aber nicht mehr wirklich.

marjatta
22.04.2009, 16:00
die Medien vom Staat (im besten Fall) nicht kontrolliert werden.

Also alles im Idealfall :D

Die Öffentlich Rechtlichen sind im Staatsauftrag.

Man muss Medien eben mit Vorsicht genießen. Der Begriff vierte Gewalt ist ja relativ Neutral, bedeutet dass sie im Machtgefüge die anderen Gewalten kontrolliert und aber selbst auch kontrolliert.

Die Medien können eben sehr positiv sein, einem helfen sich zu informieren, sich eine Meinung zu bilden und wirken quasi als neuer Mittler zwischen Volk und Politik, was aber eben auch zur Entdemokratisierung der Demokratie führen kann.

Der Politische Prozess wird garnicht mehr verstanden, da Politik aufs Endergebnis reduziert wird und vorallem der Bundestag als öffentliches Politforum zunehmend seine Wichtigkeit verliert (Politiker treten in Talkshows auf und "vermarkten" und vermitteln dort ihre Politik). Auch die Massenbeeinflussung ist nicht zu vergessen (Italien- Berlusconi ; USA-Hype um Obama)

Von daher denke ich kann man sehr wohl sagen dass die Medien als vierte Macht fungieren, was positiv und negativ zugleich ist.

Inaktiver User
22.04.2009, 17:18
Findet ihr man kann Medien als vierte Gewalt bezeichnen? Was spricht dafür, was dagegen? Bitte Meinungen :)
:rose2:

Ob wir finden, dass man die Medien als vierte Gewalt bezeichnen kann?

Was gibts da überhaupt zu diskutieren...

Lupine
28.04.2009, 06:49
Ich kann mich da an einen "Fall" in einer großen deutschen Tageszeitung (;) ) erinnern...

Da wurden zwei kleine Kinder beschrieben, die in einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht worden waren (Anmerkung: Solche Bereitschaftspflegen sind nur auf einige Tage, manchmal Wochen ausgelegt, bis sich entscheidet, wo die Kinder hinsollen).
Ein Gutachten vom Gericht wurde erstellt und fand heraus: Die Kinder beeinflussen sich gegenseitig negativ in ihrer Entwicklung.
Die Große (4 Jahre) kümmert sich zu sehr um den Kleinen (2 oder 3). Er lernt nichts Neues, sie entwickelt sich auch nicht gut.
Ergebnis: Empfehlung, beide in der Nähe, aber getrennt voneinander unterzubringen.
Inzwischen habe ich gelernt aus der Praxis, dass psychologische Gutachten IMMER umgesetzt werden (also solange es nur eins gibt...).
So sollte es dann auch sein.
Nur hat niemand die Rechnung ohne die Pflegeeltern gemacht. Die gingen an die Öffentlichkeit und haben sich beschwert, dass man ihnen die Kinder wegnehmen will...
BILD hat sich dem angenommen und "für die Kinder gekämpft".
Was interessieren schon PSychologen und Gutachten...Nein, BILD weiß es besser.

Ergebnis: Die Kinder blieben bei den Bereitschaftspflegeeltern...
BILD hat es geschafft, einen Gutachter, ein Jugendamt und einen Familienrichter zu überstimmen.

Ja, ich glaube die Medien sind die vierte Gewalt.

Das ist kein Einzelfall, ich habe etwas ähnliches in meinem Job auch schon erlebt in den letzten Wochen.

Inaktiver User
28.04.2009, 09:01
Zwei so kleine Kinder kommen in eine Pflegefamilie und dann will man sie trennen, weil der Große sich zu sehr um den Kleinen kümmert und der sich nicht so gut entwickelt? Um Gottes Willen...dafür sind Psychologen da...

auri_aureola
28.04.2009, 09:52
vierte gewalt ja - aber sehr subjektiv.

Benny
28.04.2009, 13:03
Ergebnis: Die Kinder blieben bei den Bereitschaftspflegeeltern...
BILD hat es geschafft, einen Gutachter, ein Jugendamt und einen Familienrichter zu überstimmen.


In DIESEM Fall kann man ja wohl nur sagen: Gott sei Dank hat die freie Presse einen durchgeknallten Psychologen und ein übermütiges Jugendamt gerade noch rechtzeitig gestoppt.

Als Jurist kann ich Dir verichern, psychologische Gutachten sind meist das Papier nicht wert auf dem sie stehen. Ein kurzer Blick in die Kristallkugel ist zumeist erhellender. Wobei ich die Gerichte nicht entlasten will - die fragen zu gerne einen Gutachter nach einer Prognose, vergessend dass nun mal niemand in die Zukunft schauen kann, um sich selbst keinen Kopf mehr machen zu müssen. Da kann es schon mal passieren, dass es zu solchem Schwachsinn kommt, den man dann eben nur noch mit der Presse verhindern kann. Deswegen ist die Presse wohl wirklich die vierte Gewalt (nicht: STAATSgewalt, wie auch manchmal gesagt wird!) - und das ist gut so.

Lupine
03.05.2009, 22:27
Ich habe jetzt schon einige Gutachten gelesen und Fälle mitbekommen in denen es um ebensolche Dinge ging. Und sie machen es sich nie einfach. Auch die jugendamtsmenschen machen das nicht.
Es wird gründe für diese Entscheidungen gegeben haben. Welche auch immer. Und weder du noch ich kennen sie.
Und die Bild kannte sie auch nicht. Aber sie mussten sich unbedingt einmischen.
Ob das nun in diesem Fall gut war oder nicht, will ich gar nicht bewerten.

Aber dass sie die Macht dazu hatten...das entsetzt mich.