PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wahlstimme ungültig machen



aroha
28.09.2009, 15:12
Erklärt mir mal bitte, warum man das absichtlich macht?

Um zu zeigen, dass man zwar zur Wahl gegangen ist, aber mit dem "Parteienangebot" nicht zufrieden ist? Werden solche Stimmzettel denn überhaupt extra aufgeführt? Die landen doch eh bei den ganzen anderen ungültigen Stimmzetteln, oder?

Hawaii
28.09.2009, 15:27
Sie werden statistisch aufgeführt, auf das Ergebnis nehmen sie allerdings keinen Einfluss, sie sind einfach ungültig, und, wie ich schonmal geschrieben habe, ist es irrelevant, ob der zettel ungültig ist, weil Onkel Otto seine Brille nicht mithatte und nicht richtig lesen konnte, oder ob man da "Alles scheiße!!" draufmalt, denn beides sehen nur die Wahlhelfer, und denen ist das herzlich egal denk ich mal.

Kurz gesagt: Man kann auch einfach zuhause bleiben, wenn man vorsätzlich ungültig wählen mag.

In anderen Ländern gibts aber andere Regelungen.

Rückspiegel
28.09.2009, 16:21
oder ob man da "Alles scheiße!!" draufmalt

ach, da gibts noch viel kreativere Sachen :D

Delisha
28.09.2009, 16:26
Na symbolisch setzt man halt schon ein kleines Zeichen.

Aber ich geh trotzdem lieber zur Wahl und wähle die, die ich halbwegs gut finde, damit nicht nur die gewählt werden, die ich absolut nicht in Ordnung finde.

kilauea
28.09.2009, 16:47
Sie werden statistisch aufgeführt, auf das Ergebnis nehmen sie allerdings keinen Einfluss, sie sind einfach ungültig, und, wie ich schonmal geschrieben habe, ist es irrelevant, ob der zettel ungültig ist, weil Onkel Otto seine Brille nicht mithatte und nicht richtig lesen konnte, oder ob man da "Alles scheiße!!" draufmalt, denn beides sehen nur die Wahlhelfer, und denen ist das herzlich egal denk ich mal.
Japp. Denen ist das völlig egal. :D Das geht nirgendwohin weiter und man hat im Endeffekt nichts davon.

Gutato
28.09.2009, 16:59
ich hab noch nie länger als zwei minuten im wahllokal verbracht also warum sollte ich nichtwählen vorziehen?

aroha
28.09.2009, 17:39
Sie werden statistisch aufgeführt, auf das Ergebnis nehmen sie allerdings keinen Einfluss, sie sind einfach ungültig, und, wie ich schonmal geschrieben habe, ist es irrelevant, ob der zettel ungültig ist, weil Onkel Otto seine Brille nicht mithatte und nicht richtig lesen konnte, oder ob man da "Alles scheiße!!" draufmalt, denn beides sehen nur die Wahlhelfer, und denen ist das herzlich egal denk ich mal.

Eben, deshalb kann ich das nicht wirklich nachvollziehen.

Gutato
28.09.2009, 17:44
ich geh doch nicht plötzlich doch wählen nur weil meine kritik nicht vernünftig entgegengenommen wird :augenroll:
der fehler liegt eindeutig auf der andern seite

augenweide
28.09.2009, 17:55
ja symboldings. und das gute gefühl, dass ich ja nun nicht so verdrossen bin, dass ich mich sonntags nicht rausbewege. (gut, es war briefwahl aber nun ja.)

du hast deine stimme wirklich und ernsthaft ungültig gemacht? :augenroll:

Thora*
28.09.2009, 19:06
sie ist so kreativ und speziell doch, sie darf das.

Inaktiver User
28.09.2009, 19:22
:suspekt:

ne, ich wollte nur keinen davon wählen. so what?

ok. aber das heißt dann ja auch, dass du alle von denen gleich scheiße findest. bzw. bei allen von denen genau gleich wenig willst, dass sie regieren.

augenweide
28.09.2009, 19:23
gut, immerhin warst du nicht zu faul oder sowas. aber reichlich kindisch ist es doch *find*
wer nicht wählt, hat nachher auch nichts zu kamellen.

Inaktiver User
28.09.2009, 19:35
exakt.
sind dir dann auch alle einzelnen entscheidungen egal? also egal, worum es geht, um die truppen in afghanistan, schulsystem, atomkraft, praxisgebühr, ausländer in dtl,...?

gibts da keine einzige partei, die ganz vielleicht einen tick mehr deine interessen vertreten könnte?
anders gesagt: selbst wenn du alle behindert findest, eine muss doch noch behinderter sein als die anderen, und die willst du ja sicher nicht unterstützen.
weil wer schweigt scheint ja zuzustimmen. zu allen dann gleich (wenig).

und noch ne frage: weißt du dann überhaupt bisschen über die parteiprogramm bescheid, oder hast du es gleich gelassen, dich zu informieren? wusstest du gleich, dass du nicht wählen wirst?

Inaktiver User
28.09.2009, 19:58
und ich bin kein politik uninteressierter mensch. überhaupt nicht. ich bin immer noch in diversen politischen zusammenhängen angagiert. aber ich habe da wohl einfach radikale ansichten. die nun mal im parteienspektrum nicht abgedeckt werden. und demokratie nun auch nicht zwingend als das nonplusultra sehen. auch wenn das erschreckend klingen mag.

und so steh ich dann auch zu einzelnen entscheidungen: sicher, da werde ich in den nächsten jahren, genauso wie in den letzten, immer alles falsch finden. oder so gut wie immer. aber die wenigen grade unterschied zwischen spd und cdu und wie sie alle heißen finde ich wenig wahrnehmbar.

ok, also ist das ne emotionale barriere. du bist halt frustriert und kannst deswegen keine rationale entscheidung fällen. richtig?

vielleicht liegt da aber auch ne unterschiedliche auffassung dahinter... ich seh wählen nicht als applaudierendes "jawoll, genau ihr macht genau alles klasse!". (das sagt für mich eher nichtwählen aus.)
sondern als zeichen, dass einem doch nicht alles komplett egal ist. und wenns nur die tatsache ist, dass der schwule mitbewohner später mal kinder adoptieren will und ich dem das gönne.
dass zumindest ein paar entscheidungen der poltiker dich über lang oder kurz direkt betreffen, muss ich dir ja sicher nicht sagen, wenn du ahnung davon hast.

(öhm, nur zur klarstellung - du bist nicht generell gegen ein mitspracherecht in der politik?)

augenweide
28.09.2009, 22:40
ich war mir relativ sicher, dass ich nicht wählen gehen werde, bzw. halt nicht gültig.
die piratenpartei hätte mich fast von der entscheidung abgehalten.


und demokratie nun auch nicht zwingend als das nonplusultra sehen. auch wenn das erschreckend klingen mag.

also erst dachte ich ja, du hättest vielleicht wenigstens annähernd plausible gründe.
aber diese beiden aussagen disqualifizieren dich jetzt leider endgültig, vor allem die erste.

und wenn du demokratie sowieso nicht als das non plus ultra ansiehst, war nichtwählen wohl deine beste option. herzlichen glückwunsch.

Meryl
28.09.2009, 22:50
ich war wahlhelfer und freu mich über jeden ungültigen stimmzettel :D

der beste war: "leckt mich doch alle am arsch! ich scheiß auf schwarz, grün, rot, gelb, violett..."

hahahahaha das war bestimmt der assi der schon im wahllokal gepöbelt hat. arm wirklich.

Inaktiver User
28.09.2009, 23:27
zumindest schafft derjenige es noch sich zum wahllokal zu bewegen. albern find ich es zwar auch, aber vielleicht ist man da noch interessierter als wenn man gar nicht wählen geht.

Gutato
29.09.2009, 03:13
meine fresse seid ihr behindert

lucka*
29.09.2009, 08:34
ungültig wählen enhält meiner meinung nach eine aussage, nämlich die, dass dem ganzen system die legitimation verweigert wird. an der wahl hat mensch gar keine wahl. du wählst nur das kleinste von grösseren übeln, wenn überhaupt. es wird schlussendlich kaum eine rolle spielt, welche parteien sich pöstchen sichern konnte. weil die politik nicht nach idealen sondern nach kapitalistischen sachzwängen gemacht wird und dafür egal ist, welche hampelmänner im parlament sitzen.

das die gruppe der nichtwähler die grösste ist, find ich ein schönes zeichen. die realität für die leute wird sich weder mit schwarz-gelb noch mit rot-grün noch mit irgendwas anderem ändern. die realität wird zuerst mal die konsequenzen der krise beinhalten, die bis zum wahlkampf unter verschluss gehalten werden. da ist es scheissegal, wo ihr - guten bürger - ein kreuzchen gesetzt habt.

ehe mensch solche leute verurteilt, sollte mal über den eigenen tellerrand geguckt werden.

lucka*
29.09.2009, 08:35
@wurst: hoffnungen in die sozialdemokratie zu setzen, halte ich für noch verfehlter als wählen zu gehen.

augenweide
29.09.2009, 10:22
@wurst: hoffnungen in die sozialdemokratie zu setzen, halte ich für noch verfehlter als wählen zu gehen.

ach du meine güte, klar. :wirr: den rechten und demokratiefeinden durch mein nichtwählen automatisch ne stimme zu geben, ist ganz bestimmt besser als sozialdemokraten zu wählen. ganz bestimmt.

wenn man mit allem unzufrieden ist, soll man endlich selbst mal was bewegen!!! sich ner partei anschließen, selbst eine gründen, sich engagieren, selbst zu wahl stellen, alles besser machen. und nicht einfach blöd rumlabern und denken, wenn man nicht wählen geht oder seinen stimmzettel ungültig macht, weil das ja sowieso alles deppen sind, ist man wer weiß wie rebellisch gegen das "ach so schlechte system".

glaubst du ernsthaft (!), die REALITÄT wird sich ändern, wenn du (oder auch eine große gruppe) nicht wählen geh(s)t? gott. dann wird im oktober auch niemand im bundestag sitzen, der alles besser macht als bisher.

ist das hier ein saudämlicher haufen. echt. ich könnt kotzen, wenn ich so einen albernen kinderkram hier lese. :uebel:

Delisha
29.09.2009, 10:29
Okay man wählt vielleicht das kleinste der Übel, aber immerhin wählt man so nicht die größten Idioten. Wenn ich die ganzen Wahlplakate der NPD sehe, dann motiviert mich das immer zur Wahl zu gehen. Wenn ich nicht gehe, dann unterstütze ich damit ja auch die Parteien, die ich auf gar keinen Fall unterstützen will.
Und so ganz egal ist es ja nun trotzdem nicht welche Partei die meisten Stimmen hat, es gibt immer noch Unterschiede.

augenweide
29.09.2009, 10:38
man unterstützt durch nichtwählen auf jeden fall die demokratiefeinde, die die nächste wahl am liebsten abschaffen würden und für die die schlechte wahlbeteiligung wasser auf die mühlen ist. aber das scheint leuten wie wurst ja auch schon egal zu sein, während andere diese zusammenhänge schlicht nicht begreifen.

augenweide
29.09.2009, 12:29
wurst in die apo :danke1:

finessa
29.09.2009, 13:11
und wenn du demokratie sowieso nicht als das non plus ultra ansiehst, war nichtwählen wohl deine beste option. herzlichen glückwunsch.

Die realpolitische repräsentative Demokratie hat mit tatsächlicher Demokratie aber auch herzlich wenig zu tun, das sollte man schon mit bedenken, bevor man Aussagen wie jene von wurst verurteilt...

Inaktiver User
29.09.2009, 14:26
das war auch eine schlecht formulierung. ich meine natürlich, dass ich die parlamentarische demokratie in ihrer realexistierenden ausprägung eher naja also ungünstig und in keiner form unterstützenswert finde.

und was ist dein gegenentwurf?

ich habe das gefühl dass das hier ein klagen auf sehr hohem niveau ist. ihr wisst gar nicht wie froh wir in unserem system sein können.

Inaktiver User
29.09.2009, 14:32
ich habe das gefühl dass das hier ein klagen auf sehr hohem niveau ist. ihr wisst gar nicht wie froh wir in unserem system sein können.

Das ist es auf jeden Fall. Ich bin auch nicht mit allem zufrieden, aber glücklich, hier zu leben.

Inaktiver User
29.09.2009, 14:41
aber komm die tatsache, dass wir in einem der "nettesten" systeme die es im laufe der geschichte gab, leben (und das würd ich ja nun nicht bestreiten), heißt doch nun lang nicht, dass man keine utopien haben darf.
Nein, natürlich darf man seine Meinung äußern, egal, ob man momentan zufrieden oder unzufrieden ist. Das an sich ist ja schonmal was tolles.

finessa
29.09.2009, 14:50
und was ist dein gegenentwurf?

ich habe das gefühl dass das hier ein klagen auf sehr hohem niveau ist. ihr wisst gar nicht wie froh wir in unserem system sein können.

Kritikern nimmt man natürlich sehr leicht die Luft, wenn man mit einem "Was wär denn real besser machbar?" kontert...

Man kann doch auch Fehler im System konstatieren und hinterfragen, ohne gleich eine Antwort parat haben zu müssen, oft geht es eben gerade um das Aufzeigen dessen, was nicht optimal läuft. Kritik nur unter der Voraussetzung "Wie kann man es denn besser machen" als legitim anzuerkennen, empfinde ich als ungerechtfertigt.

Und dein letzter Satz ist anmaßend.

Delisha
29.09.2009, 14:59
Aber es sind doch alle in diesem System sozialisiert worden, auch die Politiker? Politiker sind ja kein gottgleiches Wesen, die eigentlich alles wieder lebenswert machen könnten, wenn sie denn nur wollen würden.

Inaktiver User
29.09.2009, 15:14
das die gruppe der nichtwähler die grösste ist, find ich ein schönes zeichen.

nur WEM willst du ein zeichen geben, und was für eins?

diese gruppe ist nämlich alles andere als homogen.

ob das nun heinz war, der sich die bild nur wegen dem seite 1-girl und sport kauft und politik schlichtweg nicht kapiert.

oder moni, die am tag vorher gesoffen hat und erst um 18:30 aufgestanden ist.

oder opi, der dachte, erst morgen wär sonntag.

oder ein frei denkender, kritischer, interessierter, intelligenter mensch mit utopien, der sich in die gruppe der schon genannten einreiht.

das ist einfach jacke wie hose, das kann keiner im nachhinein ausmachen und will vermutlich auch keiner. also erklär mal, was du damit wem aussagen willst.

Delisha
29.09.2009, 15:15
Ich wollte dir jetzt gar nichts in den Mund legen. Für mich klingt es nur komisch zu sagen, dass man nichts tun kann, weil man hier sozialisiert wurde. Also es gab ja in der Geschichte schon Personen, die einfach gegen das politische System waren und dann auch etwas getan haben und teilweise auch erfolgreich waren. Also ich glaube schon, dass man etwas tun kann, wenn man mit dem jetzigen Zustand nicht einverstanden ist. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber schon in kleinen Schritten. Und ich weiß nicht, ob "Ich bin komplett dagegen, aber ne bessere Idee hab ich auch nicht." so der richtige Weg ist. Meiner Meinung nach sollte man eher gucken, dass man die positiven Sachen noch unterstützt (auf welchem Weg auch immer) und nicht gleich komplett alles verurteilt.

Inaktiver User
29.09.2009, 15:18
Und ich weiß nicht, ob "Ich bin komplett dagegen, aber ne bessere Idee hab ich auch nicht." so der richtige Weg ist. Meiner Meinung nach sollte man eher gucken, dass man die positiven Sachen noch unterstützt (auf welchem Weg auch immer) und nicht gleich komplett alles verurteilt.
.

Delisha
29.09.2009, 15:26
Ich erwarte von dir hier ja keine ausgefeilte Rede, also deswegen musst du da auch gar nich rhetorisch fit sein.
Also bist du eigentlich gegen die Art der Wahlen? Du hättest lieber Sozialismus oder Diktatur oder was auch immer für eine Staatsform?
Was verstehst du denn unter dem Begriff Kampagnenpolitik? Kann mir da grad nicht viel drunter vorstellen.

finessa
29.09.2009, 15:30
Also ich glaube schon, dass man etwas tun kann, wenn man mit dem jetzigen Zustand nicht einverstanden ist. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber schon in kleinen Schritten. Und ich weiß nicht, ob "Ich bin komplett dagegen, aber ne bessere Idee hab ich auch nicht." so der richtige Weg ist. Meiner Meinung nach sollte man eher gucken, dass man die positiven Sachen noch unterstützt (auf welchem Weg auch immer) und nicht gleich komplett alles verurteilt.

Wer sagt, dass jemand, der nicht wählt, sonst "nichts tut"? Vielleicht arbeitet so jemand in autonomen Vereinen mit, die sich etwa um die direkte Umsetzung von Dingen wie Gleichberechtigung von Homosexuellen, Frauen oder Ausländern kümmern? Vielleicht ist er Teil eines Projekts, welches sich für den Vertreib ökologisch wervoller Nahrungsmittel aus dem Nahbereich einsetzt? Repräsentative Demokratie erzeugt eben genau diesen Irrtum, man hätte schon weiß-Gott-was geleistet, wenn man alle paar Jahre mal ein Kreuzchen auf irgendeinem Zettel macht. Ein politischer Mensch zu sein ist nicht zwangsläufig daran gekoppelt alle paar Jahre an einer Wahl teilzunehmen...

Delisha
29.09.2009, 15:44
Wer sagt, dass jemand, der nicht wählt, sonst "nichts tut"? Vielleicht arbeitet so jemand in autonomen Vereinen mit, die sich etwa um die direkte Umsetzung von Dingen wie Gleichberechtigung von Homosexuellen, Frauen oder Ausländern kümmern? Vielleicht ist er Teil eines Projekts, welches sich für den Vertreib ökologisch wervoller Nahrungsmittel aus dem Nahbereich einsetzt? Repräsentative Demokratie erzeugt eben genau diesen Irrtum, man hätte schon weiß-Gott-was geleistet, wenn man alle paar Jahre mal ein Kreuzchen auf irgendeinem Zettel macht. Ein politischer Mensch zu sein ist nicht zwangsläufig daran gekoppelt alle paar Jahre an einer Wahl teilzunehmen...
Deswegen habe ich ja gesagt, dass man meiner Meinung nach positive Dinge unterstützen sollte. Damit meinte ich nicht nur, dass man Kreuzchen setzen sollte. Das kann von mir aus auch nur sein, dass man im Studentenrat sitzt oder sich allgemein einfach am politischen Leben ein wenig beteiligt und was dafür tut, dass das Zusammenleben in Deutschland sich so entwickelt wie man es gerne für alle hätte.
Bei wurst klangs halt erst ein bisschen danach "Ich mache kein Kreuz und das wars dann auch schon." Also so ein bisschen nach einfach alles scheiße finden und erwarten, dass jemand anders was daran ändert. Deswegen habe ich ja auch nachgefragt.

Delisha
29.09.2009, 15:46
und ansonsten mach ich halt subkulturelle sachen in einem antisexismus umfeld. lese in lesekreisen theoretiker, die ich alleine nicht raffen würde. schreibe mit eben jenen an artikeln, die dann eh keiner liest.
Okay das klingt ja alles schon ein bisschen anders. Entspricht zwar nicht so ganz meinen Vorstellungen, aber das ist ja nochmal ein ganz anderer Punkt ;)

finessa
29.09.2009, 15:53
Bei wurst klangs halt erst ein bisschen danach "Ich mache kein Kreuz und das wars dann auch schon." Also so ein bisschen nach einfach alles scheiße finden und erwarten, dass jemand anders was daran ändert.

Genau danach klangen wursts Aussagen meines Erachtens nicht, aber vielleicht liegt das auch an meinem eigenen weltanschaulichen Hintergrund sowas anders aufzufassen ;)

Inaktiver User
29.09.2009, 16:08
Was ist denn das für eine Einstellung?

Natürlich ist man "sozialisiert", aber warum kann man dann nichts ändern oder verbessern? Warum kann man keine zündende Idee haben? Und warum wird impliziert, dass ein besseres System ein völlig anderes sein muss?

Für mich liest sich das wie der Aufruf zur totalen Lethargie (wozu bewegen, man ändert ja doch nichts) und zugleich als "Protest gegen alles" ohne Ahnung, was eigentlich wie besser sein könnte.

schneeball
29.09.2009, 16:16
Kurz gesagt: Man kann auch einfach zuhause bleiben, wenn man vorsätzlich ungültig wählen mag.

In anderen Ländern gibts aber andere Regelungen.Ich hab' den Thread nur eben überflogen - falls es schon gesagt wurde, bitte ich um Verzeihung und darum, dass jemand meinen Beitrag schnellstmöglich wieder abschießt, aber:

Das stimmt so nicht:mrnerd:, denn nehmen wir mal an, 100% der Wähler würden ihre gültige Stimme abgeben, so entfielen 100% der Wahlkampfkostenerstattung auf die gewählten Parteien. Sobald aber nur 1% "leckt mich" auf dem Wahlzettel angibt, bleibt die Kohle prozentual den Parteien vorenthalten und damit werden Steuergelder erspart.

Also bitte tut denen, die ihr verabscheut nicht noch den Gefallen, und überlasst ihnen Stimme & Moneten! Dann lasst lieber eure Kreativität an der Urne aus, als Sonntags auszuschlafen.

augenweide
29.09.2009, 16:25
Was ist denn das für eine Einstellung?

Natürlich ist man "sozialisiert", aber warum kann man dann nichts ändern oder verbessern? Warum kann man keine zündende Idee haben? Und warum wird impliziert, dass ein besseres System ein völlig anderes sein muss?

Für mich liest sich das wie der Aufruf zur totalen Lethargie (wozu bewegen, man ändert ja doch nichts) und zugleich als "Protest gegen alles" ohne Ahnung, was eigentlich wie besser sein könnte.

genau. hauptsache anders und vor allem DAGEGEN.



diese aussagen von wurst etc. hier sind doch nur unausgegorener blödsinn. lieber geh ich doch wählen und nehm meine bürgerrechte in anspruch und wähl das "kleinste übel", wenn ich alle parteien mehr oder weniger grausam find, als dass ich die "realpolitisch repräsentative demokratie" durch nichtwählen gefährde. klar kann immer alles noch demokratischer sein. nur muss man auch bedenken, dass sich demokratisches denken erst entwickeln muss. wir leben in deutschland "erst" seit 60 jahren in einer demokratie und das klingt zwar viel, ist aber relativ gesehen eine unglaublich kurze zeitspanne.

wurst, was meinst du denn eigentlich mit "demokratie ist für mich nicht das non plus ultra"? solche spitzfindigen bemerkungen fordern die frage ja gerade heraus, welche staatsform für die die tragbarere wäre. man merkt, dass auch du noch nie in ner diktatur gelebt hast, sonst würdest du sowas nicht von dir geben.

im übrigen denk ich echt, dass du in ziemlich naiven utopien lebst. ich glaub, ich hab noch nie eine wahl getroffen, bei der ich zu 100% voll und ganz konform mit meiner gewählten option ging. das war schon zu klassensprecherwahl-zeiten so und das wird bei allen künftigen wahlen nicht anders sein.

augenweide
29.09.2009, 16:28
Kritikern nimmt man natürlich sehr leicht die Luft, wenn man mit einem "Was wär denn real besser machbar?" kontert...

Man kann doch auch Fehler im System konstatieren und hinterfragen, ohne gleich eine Antwort parat haben zu müssen, oft geht es eben gerade um das Aufzeigen dessen, was nicht optimal läuft. Kritik nur unter der Voraussetzung "Wie kann man es denn besser machen" als legitim anzuerkennen, empfinde ich als ungerechtfertigt.

Und dein letzter Satz ist anmaßend.

natürlich KANN man das! hat hier ja auch keiner dran gesägt, oder?
es ging hier darum, ob nichtwählen hier ein mittel zum zweck ist.

augenweide
29.09.2009, 16:30
nur WEM willst du ein zeichen geben, und was für eins?

diese gruppe ist nämlich alles andere als homogen.

ob das nun heinz war, der sich die bild nur wegen dem seite 1-girl und sport kauft und politik schlichtweg nicht kapiert.

oder moni, die am tag vorher gesoffen hat und erst um 18:30 aufgestanden ist.

oder opi, der dachte, erst morgen wär sonntag.

oder ein frei denkender, kritischer, interessierter, intelligenter mensch mit utopien, der sich in die gruppe der schon genannten einreiht.

das ist einfach jacke wie hose, das kann keiner im nachhinein ausmachen und will vermutlich auch keiner. also erklär mal, was du damit wem aussagen willst.

danke, du fasst wirklich gut in worte, was ich schon lange denke.

finessa
29.09.2009, 23:59
diese aussagen von wurst etc. hier sind doch nur unausgegorener blödsinn. lieber geh ich doch wählen und nehm meine bürgerrechte in anspruch und wähl das "kleinste übel", wenn ich alle parteien mehr oder weniger grausam find, als dass ich die "realpolitisch repräsentative demokratie" durch nichtwählen gefährde.

Wenn man Nichtwählen als politisch empfindet, hängt das wohl mit einem "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen"-Gedanken zusammen und die repräsentative Demokratie ist aus vielen Gründen sehr zweifelhaft, da sie unter dem Deckmantel eines so positiv konnotierten Wortes wie "Demokratie" sehr profane, partikuläre Machtinteressen verschleiert und so von den Bürgern verbergen will, sich im Grunde in einem oligarchischen System aufzuhalten, in dem die Macht keineswegs vom Volk ausgeht. Denn wie bitte soll sich Repräsentation mit Demokratie verbinden lassen? Das ist doch ein Widerspruch in sich! Die Repräsentation steht geradezu diametral zur Demokratie.

Problematisch erscheint mir dabei etwa auch, dass die Machtlegitimation über den Bezug auf eine stark metaphysisch angereicherte Entität erfolgt: Nämlich den Volkswillen. Und in Folge eine Höherbewertung der Ganzheit (der Nation) gegenüber des Einzelnen vorhanden ist, wobei gewissen Einzelnen (den Repräsentanten) spezielle Rechte zukommen, was dann utilitaristisch im Sinne der Steigerung des "Gemeinwohls" zu rechtfertigen versucht wird -mit Erfolg. Vielen Bürgern scheint etwa gar nicht klar zu sein, dass sich ein Wille nicht einfach übertragen lässt, was jedoch bei einer Wahl im repräsentativen System passiert.

Vielleicht sollten sich mal einige überlegen, warum gerade die wichtigsten Ursprungstheoretiker repräsentativer Systeme von faschistischen Systemen aufgegriffen wurden...

Tjorven*
30.09.2009, 00:41
finessa und wurst, könnt ihr mir bücher empfehlen? was hier so steht, geht durchaus in eine richtung, in die ich auch denke, würd mich gern da bisschen "theoretisch rüsten".

Tjorven*
30.09.2009, 01:03
nee. nicht wegen wahlboykott. eher allgemein kritik an der repräsentativen demokratie.

finessa
30.09.2009, 01:28
Tjorven: An aktuellen Denkern kann ich Hans Köchler empfehlen, da dürfte man online wohl auch den einen oder anderen Artikel finden. Sonst seine Bücher Philosophie, Recht, Politik und Neue Wege der Demokratie.

Kritisch zu lesen: Carl Schmitt (evt. Politische Theologie), Gerhard Leibholz (etwa Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert) und Robert Michels (v.a. Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie).

Grundlage irgendwo natürlich Vom Gesellschaftsvertrag von Rousseau und Adorno kann ich als elementare Kritikschulung absolut unterstreichen, ist aber ein wirklich verdammt harter Brocken und allein fast nicht zu bewältigen.

Tjorven*
30.09.2009, 01:33
vielen dank :)
an so harte brocken trau ich mich halt immer nicht so ran. mein bruder legt mir auch immer das kapital ans herz, aber ich glaub das pack ich nicht. aber mal schaun.

finessa
30.09.2009, 01:42
Schmitt und Michels standen beide faschistischen Systemen nah, also darüber sollte man sich im Klaren sein, ihre Schriften sind aber dennoch in mancherlei Hinsicht sehr interessant und v.a. Schmitts Überlegungen zu Machtpolitik einfach nicht wegzudenken.

Und wurst: Adorno gut zu lesen? :D Ok, die Dialektik der Aufklärung geht noch irgendwie, aber grade die Negative Dialektik ist einfach so heftig, ich verstand echt jedes fünfte Wort nicht. Aber gut, wozu gibt es Fremdwörterbücher ;)
(und ich will niemanden abschrecken, es lohnt sich wirklich sehr, sich da durchzukämpfen, aber kann schon sehr schnell frustrieren).

Papyra
30.09.2009, 21:09
finessa und wurst, könnt ihr mir bücher empfehlen? was hier so steht, geht durchaus in eine richtung, in die ich auch denke, würd mich gern da bisschen "theoretisch rüsten".


Das hier könnte auch vielleicht interessant sein, habs aber selbst noch nicht gelesen:

Postdemokratie: Amazon.de: Colin Crouch, Nikolaus Gramm: Bücher (http://www.amazon.de/Postdemokratie-Colin-Crouch/dp/3518125400/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1253296800&sr=1-1)


""Post Demoracy" des englischen Politikwissenschaftlers Colin Crouch gehört heute schon zu den führenden Diagnosen westlicher Gesellschaften.
Nach seiner Auffassung zeigen ale westlichen Staaten Anzeichen der Postdemokratie, womit Tendenzen der Ablösung des Wahlvolkes als Souverän gemeint ist, da die Politik Entscheidungsprozesse an Lobbygruppen und Expertengremien abgibt, während politische Führer sich auf mediale Präsenz und Marketing verlegen. Damit werden die demokratischen Mechanismen der politischen Willensbildung durch Wahlen und Abstimmungen immer mehr obsolet. Kennzeichen dieser Postdemokratie stellen Rückgang der Wahlbeteiligung, der Ansehensverlust der Politiker und der Verfall des Gemeinwesens dar.
Vor dem Hintergrund einer sich immer weiter von den Wählern entfernenden Politikerklasse und der Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an intransparente suprastaatliche Organisationen wie die EU ein hochaktuelles Buch, welches gerade den politisch Interessierten zu empfehlen ist."

kafkaesque
01.10.2009, 00:27
augenweide, du kannst ja anderer meinung sein als wurst, aber es ist absolut unangebracht, sie so anzugehen. :suspekt:

gedankenexperiment: wenn dir nur noch die npd, die pbc, die csu und die büso zur verfügung stünden, würdest du dann immer noch das kleinere übel wählen? oder nicht auch ungültig, weil du dich einfach miserabel dabei fühlen würdest, deine stimme einer dieser parteien zu geben und dann mitverantwortlich für ihre macht zu sein? würde es dir nicht möglicherweise wie ein akt des lügens vorkommen, ein kreuz neben einen dieser namen zu machen? (du kannst die csu auch streichen, um das bsp. noch eindeutiger zu gestalten)

m.E. verläuft die front zwischen ungültigwählern und gültigwählern zwischen deontologisch und konsequentialistisch sowie zwischen hyperkritisch und "lassen wir mal fünfe gerade sein" veranlagten leuten. für alle diese positionen kann man sinnvoll argumentieren.

es ist insbesondere widersprüchlich zu glauben, man verteidige die demokratie, indem man ungültigwähler kritisiert. wenn wurst keine dieser parteien an der regierung sehen will, ist es am sinnvollsten, sie hält sich raus - damit ist das ergebnis der wahl dann ein abbild der präferenzen derer, die präferenzen haben, die man durch diese wahl mit diesen parteien abbilden konnte. je weniger sie mit ihrer stimme "stört", desto mehr wiegen die stimmen derer, denen eine der angebotenen parteien genug zusagte, um sie an der macht sehen zu wollen.
gleichzeitig setzt sie ein zeichen, dass sie grundsätzlich politisch interessiert ist, aber für sie eben nichts angeboten wird. dass man das dann nicht von den stimmen anderer ungültigwähler (opa hat den kreis nicht mehr erkennen können) unterscheiden kann, ist nicht wursts schuld, sondern die des politischen systems. m.E. bräuchte jede Wahl ein "ich mag keine dieser parteien" kästchen.

was mir noch persönlich am herzen liegt: du schreibst, wurst habe sich schon deshalb disqualifiziert, weil sie mit der piratenpartei geliebäugelt habe. ich bin für diese partei sehr aktiv und halte viel von ihr. ich hätte gern eine begründung für deine haltung.

danke,
kafka

kafkaesque
01.10.2009, 00:36
Übrigens: Für alle Freunde der Demokratie, die alle vier Jahre ein Kreuzchen irgendwie suboptimal finden. Die Piratenpartei arbeitet intensiv an Konzepten für
Liquid Democracy (http://liqd.de/about/idee/). Mehr Infos. (http://wiki.liqd.de/FAQs)

Gutato
01.10.2009, 00:56
Piratenpartei: Brief an die Nichtwaehler

Liebe Nichtwähler, wir schreiben euch diesen Brief, weil ihr die stärkste politische Kraft in diesem Land seid. Bei der Europawahl habt ihr mit 46,7% alle Parteien weit hinter euch gelassen. Bei der kommenden Bundestagswahl werdet ihr voraussichtlich zum ersten Mal stärker als CDU und SPD sein. Herzlichen Glückwunsch!

Wir können es sehr gut verstehen, dass ihr nicht zur Wahl geht. Wir haben von der Politik in diesem Land auch die Nase voll. Alle vier Jahre dürfen wir Bürger unser Kreuzchen für Kandidaten und Landeslisten machen, die von Parteifunktionären in Hinterzimmern aufgestellt werden. Dafür wird uns vor der Wahl in professionell gestalteten Werbekampagnen das Blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl werden diese leeren Versprechen dann eiskalt wieder einkassiert. Die Sachzwänge sind dann schuld, oder die leeren Kassen.

Zwischen den Wahlen haben wir Bürger ruhig zu sein. Die Politiker wollen bei ihrer wichtigen Arbeit nicht gestört werden. Sie bekommen schließlich von den Lobbyverbänden eine Menge Geld dafür, deren Entwürfe zu Gesetzen zu machen. Von den knappen Diäten kann man ja kaum leben, und es ist auch viel bequemer, die Vorlagen der Lobbyisten zu verwenden, als selbst nachdenken zu müssen.

Kein Wunder, dass dabei oft Gesetze herauskommen, die nichts als Schaden anrichten. Nach dem elften September 2001 wurden zum Beispiel viele Gesetze beschlossen, die uns angeblich vor dem Terrorismus schützen sollen. In Wirklichkeit beschneiden sie unsere bürgerlichen Freiheitsrechte immer mehr. Unsere Daten werden gespeichert, unsere E-Mails gelesen, unsere Computer heimlich durchsucht. Die Politiker behaupten, sie hätten nicht die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten. Dennoch bauen sie so fleißig daran, dass George Orwell oder die STASI ihre Freude hätten.

Liebe Nichtwähler, wir respektieren es, wenn ihr diesmal wieder nicht zur Wahl geht. Aber wisst ihr eigentlich, dass jede Nichtwählerstimme vor allem den großen Parteien zugute kommt? Wer nicht wählen geht, stärkt die Große Koalition. Wollt ihr das wirklich? Die gute Nachricht: Es gibt bei dieser Wahl eine echte Alternative für Nichtwähler – die Piraten. Wenn ihr eure Stimme nicht an die Altparteien verschenken wollt und ein deutliches Zeichen setzen möchtet, dass sich in diesem Land etwas grundlegend ändern muss, solltet ihr am 27. September Piratenpartei wählen. Wir versprechen euch, dass wir nie etwas versprechen werden, das wir nicht halten können.

Unser Programm ist absichtlich so schlank gehalten, dass ihr genau wisst, wofür wir stehen:

● für die Stärkung der Bürgerrechte und gegen den Überwachungsstaat
● für einen transparenten Staat und gegen den „gläsernen Bürger“
● für eine bessere Demokratie, bei der die Bürger die Politik aktiv mitgestalten können
● für freien Zugang zu Kultur und Bildung

Für diese Ziele werden wir kämpfen. Einen Gemischtwarenladen aus leeren Versprechungen wie die Altparteien bieten wir bewusst nicht an.

Dienstwagen und Pensionen aus der Staatskasse interessieren uns nicht. Wir können unser Geld woanders besser verdienen. Wir gehen nur deswegen in die Politik, weil wir es uns nicht mehr leisten können, sie Menschen zu überlassen, die außer Parteipolitik nichts gelernt haben. Die Lobbyisten werden natürlich versuchen, uns genauso zu bearbeiten wie die Altparteien. Doch wir sind Piraten – wir sind unbestechlich.

Liebe Nichtwähler, ihr habt es in der Hand, etwas in der deutschen Geschichte noch nie Dagewesenes zu schaffen. Wenn ihr bei dieser Wahl ausnahmsweise nicht zu Hause bleibt, sondern die Piratenpartei wählt, wird ein Ruck durch dieses Land gehen.

Wir stehen bei euch im Wort. Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns abwählen und beim nächsten Mal wieder zu Hause bleiben. Gebt uns dieses Mal eure Stimme und wir werden euch nicht enttäuschen!

Wir sehen uns am 27. September in der Wahlkabine!

Eure Piraten

sowas und die ankündigung bei themen wo ihr keine ahnung habt mit dem koalitionspartner zu stimmen machen euch unwählbar.
also mal ganz davon abgesehen dass ihr ne systempartei seid wie silf schon sagt.

Inaktiver User
01.10.2009, 13:47
ist das hier ein saudämlicher haufen. echt. ich könnt kotzen, wenn ich so einen albernen kinderkram hier lese. :uebel:

Hahaha, das war definitiv die beste Aussage nach dem ganzen unwahren und völlig undurchdachten Mist, den du hier geschrieben hast.

Erschreckend ist, wie viele der angeblichen "Bildungselite" es nicht schaffen, mal einen Schritt weiter zu denken. Anders zu denken. Abstrakt zu denken. Um die Ecke zu denken. Übel. Sehr übel.

augenweide
01.10.2009, 13:49
haha, und ihr seid natürlich die linke, andersdenkende bohème, die die politische revolution wagt. alles klar. :idee:

augenweide
01.10.2009, 14:01
ich hatte nicht den eindruck, dass hier hier wurst im speziellen angegegangen bin, kritisiert schon. angegangen bin ich die haltung so vieler pseudo-rebellischer hauptsache-anders-sein-nichtwähler hier.



gedankenexperiment: wenn dir nur noch die npd, die pbc, die csu und die büso zur verfügung stünden, würdest du dann immer noch das kleinere übel wählen? oder nicht auch ungültig, weil du dich einfach miserabel dabei fühlen würdest, deine stimme einer dieser parteien zu geben und dann mitverantwortlich für ihre macht zu sein? würde es dir nicht möglicherweise wie ein akt des lügens vorkommen, ein kreuz neben einen dieser namen zu machen? (du kannst die csu auch streichen, um das bsp. noch eindeutiger zu gestalten)


dann würd ich am ehesten meine eigene partei gründen. einfach nichtwählen und ich damit abfinden wär dann wohl immer noch eine der letzten optionen.
und gerade weil du nur solche extremen parteien für dein beispiel heranziehst, wird ja offenbar, dass wir von solch einem szenario zum glück noch entfernt sind und es sicherlich momentan kein "akt des lügens" wäre, wenn ich zur wahl ginge und mich beispielsweise mit einem "kleineren übel" wie den grünen abfände, wenn ich für grüne politik bin, mir aber auch manche inhalte nicht so ganz zusagen. ich bleib dabei: es gibt nie eine wahloption, die mir 100%-ig zusagen wird.
wohl nichtmal, wenn ich selbst in der partei wäre, die ich wähle.


was mir noch persönlich am herzen liegt: du schreibst, wurst habe sich schon deshalb disqualifiziert, weil sie mit der piratenpartei geliebäugelt habe. ich bin für diese partei sehr aktiv und halte viel von ihr. ich hätte gern eine begründung für deine haltung.

also darüber will ich eigentlich gar kein wort mehr verlieren, da ist jedes vergebene liebesmüh anscheinend.
ich kann diesen chaotenhaufen einfach nicht ernstnehmen und schon gar nicht wählen.

Inaktiver User
01.10.2009, 14:03
haha, und ihr seid natürlich die linke, andersdenkende bohème, die die politische revolution wagt. alles klar. :idee:

Denkend. Das reicht dann erst mal als Unterschied in dem Fall.

Inaktiver User
01.10.2009, 14:34
Spreeblick (http://www.spreeblick.com/2009/09/30/drei-bis-sieben-gedanken-zum-thema-nichtwahlen/)

kafkaesque
01.10.2009, 18:20
also darüber will ich eigentlich gar kein wort mehr verlieren, da ist jedes vergebene liebesmüh anscheinend.
ich kann diesen chaotenhaufen einfach nicht ernstnehmen und schon gar nicht wählen.

angst, deine position nicht vertreten zu können? :troesten:
los, trau dich. ich glaube, ich habe mich in diesem forum noch nie besonders chaotisch benommen und kann ernstzunehmend argumentieren. du sollst ja nicht mit der gesamten piratenpartei diskutieren, sondern mit mir.

augenweide
01.10.2009, 18:29
wieso angst?
diese "partei" hat einfach keine inhalte. das spiegelt schon wieder dieser oben gepostete wahlaufruf wieder. (und die übrigen parolen sind utopisch bis illusorisch oder ausgemachter blödsinn.) das "personal" der pp überzeugt mich noch weniger. das kann ich eben einfach nicht ernstnehmen.

mehr hab ich dazu eigentlich auch nicht zu sagen, auch wenn du mir das als schwache argumentation auslegen wirst...

kafkaesque
01.10.2009, 18:59
diese "partei" hat einfach keine inhalte.

kannst du den vorwurf so formulieren, dass er nicht offensichtlich falsch ist? vielleicht möchtest du vorher ins wahlprogramm blicken: Inhalte. (http://web.piratenpartei.de/tmp/Wahlprogramm_Bundestagswahl2009.pdf)


das spiegelt schon wieder dieser oben gepostete wahlaufruf wieder.
ja, den finde ich auch nicht gerade besonders gelungen, aber das ist geschmackssache - er soll ja nichtwähler ansprechen. der ist in seiner bedeutung aber vergleichbar mit einem einzelnen flyer, den eine lokale crew gebastelt hat, sagt also wirklich nahezu nichts über die partei aus. der wurde nicht einmal auf piratenpartei.de veröffentlich oder so.


(und die übrigen parolen sind utopisch bis illusorisch oder ausgemachter blödsinn.)
kannst du das präzisieren, und zwar an beispielen? ich weiß nicht, worauf du dich beziehst. welche parolen meinst du?


das "personal" der pp überzeugt mich noch weniger. das kann ich eben einfach nicht ernstnehmen.
allesamt? seipenbusch auch nicht?
ich könnte mir vorstellen, dass du jemand bist, dem es schwer fällt, von seiner gewöhnung an berufspolitiker, die meist sehr professionell auftreten, dabei aber wenig bis nichts oder falsches sagen, abzusehen. das ist natürlich ein stilistischer wandel. die meisten piraten sind vor kameras nervös - und ehrlich. letzteres wollen wir beibehalten, an ersterem arbeiten wir noch ;).
kannst du mir einen politiker (außer ströbele) nennen, den du ernstnehmen kannst? nicht nur, weil er professionell auftritt, sondern weil er authentisch und glaubwürdig inhalte vertritt?
du hast ja gesagt, dass du grün wählst. glaubst du nicht, dass du den grünen zu ihrer gründungszeit genau dieselben vorwürfe gemacht hättest, die du jetzt den piraten machst?

augenweide
01.10.2009, 19:41
ich habe nicht gesagt, dass ich grün wähle, das war nur ein beispiel, deshalb der konjunktiv.

zu dem rest schreibe ich nächste woche mal was ;)

Inaktiver User
02.10.2009, 11:07
:D

Gutato
02.10.2009, 20:23
weil ich es grad für g&w ausgerechnet hab:

1,5% der stimmen sind ungültig: 43.997.633 abgegebene stimmen - 43.357.542 gültige stimmen macht 640.091 ungültige zweitstimmen.

dazu 18.134.809 nichtwähler