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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sekretärin aß Frikadelle des Chefs - gefeuert



Inaktiver User
07.10.2009, 17:19
Magdalene H. war 34 Jahre für ihren Arbeitgeber tätig, jetzt soll sie ihren Job verlieren. Der Grund ist eine Frikadelle, die sich die Sekretärin vom Chef-Bufett genommen hatte. Ihr Vorgesetzter sieht das Vertrauensverhältnis gestört, der Fall kommt vor das Arbeitsgericht.


Nach 34 Jahren im Job: Sekretärin aß Frikadelle des Chefs - gefeuert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653717,00.html)

Bei solchen Nachrichten frage ich mich immer: Und wenn ein Manager etwas unvergleichlich Schlimmeres tut, so bekommt er ein paar Millionen als Abfindung, und hat immer einen neuen Job sicher, weil die Firmen je geradezu darum betteln, von Managern ruiniert zu werden .....



Immer mehr Chefs verlieren anscheinend das Gefühl für Verhältnismäßigkeit.

Und immer mehr neu-liberale Möchte-Gern-Chefs stimmen diesen Chefs des Grauens lobend zu.

Falls sie selbst mal aus ähnlich "wichtigen" Gründen gefeuert werden, dann werden sie es anders sehen.

juni.mond
07.10.2009, 19:37
ich vermute mal eher, dass der Frikadellen-Klau nur dazu herhalten musste, um die Frau kündigen zu können.

nach 34 Jahren gekündigt = die Frau ist vermutlich um die 55 Jahre alt. da gab es doch noch so einen Fall (in der gleichen Firma?). da wurde einer Frau nach 24 Jahren wegen so einer Kleinigkeit gekündigt.

letztens habe ich zu diesem Thema einen Artikel gelesen, also das ältere Mitarbeiter bewusst aus ihren Arbeitsplatz rausgemobbt werden.
ich hätte ja nicht dagegen bis 67 zu arbeiten, aber nicht wenn ich mir in den letzten 10-15 Jahren so etwas antun lassen muss.

Inaktiver User
07.10.2009, 19:40
ich vermute mal eher, dass der Frikadellen-Klau nur dazu herhalten musste, um die Frau kündigen zu können.



Vermute ich auch.

Und warum nennt man dann nicht den wahren Grund?

Weil das wohl kein echter Kündigungsgrund ist.

Wobei mich wundert, dass eine Frikadelle anscheinend als "Grund" durchgehen kann ....

Inaktiver User
07.10.2009, 19:46
Ich hoffe, dass die Frau noch eine schöne Abfindung einklagen kann. Die Arme muss ja die Welt nicht mehr verstehen.

schneeball
07.10.2009, 19:49
Menschlich will ich das ja überhaupt nicht schönreden - und dass die Sache mit der Frikadelle herhalten muss, da sind wir uns einig.

Aber mal angenommen, dem Unternehmen geht's seit längerer Zeit nicht allzu gut, Überkapazitäten machen das Geschäft langfristig kaputt und die Produktivität der Angestellten lässt ohnehin zu wünschen übrig.

Es muss ja irgendeinen/irgendwelche rechtlich nicht standfesten Gründe gegeben haben, sie aus dem Unternehmen zu entfernen. Und wenn ich bei 'nem guten Freund sehe, wie es sich dort manche nach 30 Betriebsjahren in der Betriebshängematte bequem machen, weil sie sich ohnehin im klaren sind, dass der Arbeitgeber die Abfindung nicht bezahlen könnte - da bekommt jede potentielle Nachwuchskraft im Unternehmen was zu viel.

Herzlos
07.10.2009, 20:34
das ist mal wieder ein typischer fall fürs "bienenstichurteil" Kündigung: Bagatellen gibt es nicht (http://inhalt.monster.de/10686_de-de_p1.asp)

der wert der gestohlenen sache ist nicht massgebend. es geht darum, dass das vertrauensverhältnis zum arbeitnehmer gestört ist. ich bin allerdings der meinung, dass in diesem fall wohl eine abmahnung reichen müsste.
andererseits gingen in den letzten jahren soviele ähnliche fälle durch die medien, dass die arbeitnehmer wissen müssten, was ihnen blüht.

und wo macht man einen schnitt? derjenige, der eine frikadelle "klaut", kommt ungeschoren davon, weil die kaum was wert ist.
der andere wird gefeuert, weil er etwas höherwertiges klaut. :durchgeknallt:

Spicy McHaggis
07.10.2009, 21:51
Ich fände es absolut in Ordnung, dass diese Frau wegen einer Frikadelle entlassen wird, wenn da mal gleiches Recht für alle gelten würde. Also wenn jeder Arbeitgeber, der unbezahlte Überstunden oder ähnliches verlangt, ne dicke Geldstrafe zahlen müsste.

Solange diese Sanktionen nur einseitig erfolgen sind sie einfach nur unfair und widersprechen meinen Verständnis von recht und Unrecht

Inaktiver User
08.10.2009, 00:27
Am 14. Januar werden wir wissen, wie es weitergeht ....


Das Arbeitsgericht Dortmund verhandelt voraussichtlich am 14. Januar 2010 über den Fall, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Der Arbeitgeber hatte am Dienstag die bei einem Gütetermin vorgeschlagene Lösung abgelehnt, die Kündigung in eine Abmahnung umzuwandeln

Ist eine Frikadelle ein Kündigungsgrund? - Finanzen - Immobilien + Vorsorge - Recht + Steuern - Arbeitsrecht - Handelsblatt.com (http://www.handelsblatt.com/ist-eine-frikadelle-ein-kuendigungsgrund;2465976)

Fettnäpfchen
08.10.2009, 11:09
das ist mal wieder ein typischer fall fürs "bienenstichurteil" Kündigung: Bagatellen gibt es nicht (http://inhalt.monster.de/10686_de-de_p1.asp)

der wert der gestohlenen sache ist nicht massgebend. es geht darum, dass das vertrauensverhältnis zum arbeitnehmer gestört ist. ich bin allerdings der meinung, dass in diesem fall wohl eine abmahnung reichen müsste.

Der Meinung war, wenn ich das richtig gelesen habe, wohl auch die Richterin, die sich das bisher angeschaut hat. Denn wenn es stimmt, dass es in der Firma bisher üblich war, dass sich auch der Chef mal was vom Buffet stibitzt hat, teilweise mit der Sekretärin zusammen, und es war bekannt, dass das auch andere tun - woher soll die Frau denn dann plötzlich wissen, dass das ab sofort falsch ist?
Grundsätzlich sagt das Gesetz halt, dass auch kleinste Diebstähle ein Kündigungsgrund sind, weil dann eben das Vertrauensverhältnis gestört wäre. Aber das mit dem Vertrauensverhältnis würde hier ja eben gar nicht zutreffen.

Inaktiver User
08.10.2009, 13:01
ja, eben. da ist höchstens das vertrauen der angestellten in den arbeitgeber gestört, wenn er das immer stillschweigend geduldet hat und es jetzt plötzlich als vorwand für eine kündigung nutzt..

Herzlos
08.10.2009, 13:33
Der Meinung war, wenn ich das richtig gelesen habe, wohl auch die Richterin, die sich das bisher angeschaut hat. Denn wenn es stimmt, dass es in der Firma bisher üblich war, dass sich auch der Chef mal was vom Buffet stibitzt hat, teilweise mit der Sekretärin zusammen, und es war bekannt, dass das auch andere tun - woher soll die Frau denn dann plötzlich wissen, dass das ab sofort falsch ist?
Grundsätzlich sagt das Gesetz halt, dass auch kleinste Diebstähle ein Kündigungsgrund sind, weil dann eben das Vertrauensverhältnis gestört wäre. Aber das mit dem Vertrauensverhältnis würde hier ja eben gar nicht zutreffen.

naja, für den chef machts halt wahrscheinlich einen unterschied, ob man sich nach der veranstaltung am büffet bedient oder schon vorher.
es war wohl geduldet, sich zu bedienen, wenn was übrig geblieben ist. das heisst aber nicht, dass ich mich auch am gerade fertig gestellten büffet bedienen kann, wie ich lust und laune hab.

Fettnäpfchen
08.10.2009, 13:38
naja, für den chef machts halt wahrscheinlich einen unterschied, ob man sich nach der veranstaltung am büffet bedient oder schon vorher.
es war wohl geduldet, sich zu bedienen, wenn was übrig geblieben ist. das heisst aber nicht, dass ich mich auch am gerade fertig gestellten büffet bedienen kann, wie ich lust und laune hab.

Ja, das stimmt natürlich. Aber ich meine irgendwo gelesen zu haben (spiegel online? zeit.de? ich weiß es leider nicht mehr genau), dass ihr Chef eben auch schon öfter direkt nach dem Aufbau des Buffets zusammen mit ihr ein Häppchen gemopst hat.
Wie auch immer, wenn sich die Firmenpolitik bei dem Thema geändert hat (bzw. gleich geblieben ist, aber jetzt strenger durchgesetzt wird), kann man das in dem Fall sicher abmahnen. Aber wenn es denn so ist, wie ich es gelesen habe, wirkt es als Kündigungsgrund für mich doch sehr vorgeschoben.

odile
08.10.2009, 16:03
ach die wollen die alte schachtel doch nur los werden. ( was ich auch ein bisschen verstehn kann ähem)

ist halt nur krass, dass dem chef das nicht zu peinlich ist, diese alberne begründung vorzutragen.

Herzlos
08.10.2009, 16:27
ach die wollen die alte schachtel doch nur los werden. ( was ich auch ein bisschen verstehn kann ähem)

ist halt nur krass, dass dem chef das nicht zu peinlich ist, diese alberne begründung vorzutragen.

wieso ist das albern?

odile
08.10.2009, 16:41
wieso ist das albern?

naja weil sie es ja nicht in dem bewusstsein, etwas falsches zu tun, gegessen hat und es auch sofort zugegeben hat. außerdem ist sie seit 34 jahren in dem betrieb beschäftigt, das heißt, dass das vertrauen 34 jahre da war und jetzt auf einmal nicht mehr? zudem heißt es ja, dass das stibitzen vom buffet bisher mehr oder weniger geduldet und sogar von den chefs selbst praktiziert wurde.
also ok finde ich es eigentlich auch nicht, zb wird in dem büro, in dem ich arbeite auch ständig "mundraub" betrieben, dann hängt halt einer 1 zettel hin, dass das essen/die getränke für die kunden gedacht ist und dann ists gut. das finde ich persönlich angemessener als reaktion.
eine abmahnung hätte gereicht.

Carlotta die Fee
08.10.2009, 22:21
hm. na ja, der chef hat jetzt den bild-leser mob gegen sich und noch den einen oder anderen entrüsteten bürger. die arme sau kann sich erst mal die nächsten zwei monate nirgends mehr blicken lassen. bleibt für ihn nur zu hoffen, dass die sekretärin sich als dick und hässlich herausstellt und auf diesem wege unsere sympathie wieder verliert, so wie bei natascha kampusch als sie zugenommen hat.

und bevor sich jetzt jemand aufregt: ja, ich finde die kündigungsaktion auch bescheuert.

Inaktiver User
12.10.2009, 07:54
Es gibt Neues in der Sache:


Ihr Rauswurf machte Schlagzeilen - jetzt darf die wegen einer Frikadelle gefeuerte Sekretärin offenbar wieder arbeiten. Der Arbeitgeber soll die Kündigung zurückgezogen haben.

Gefeuerte Sekretärin: Kündigung im Frikadellen-Fall zurückgezogen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654512,00.html)

Warum der Chef wohl einen Rückzieher gemacht hat?

Es ist zu hoffen, dass man ihm von verschiedenster Seite aus deutlich klargemacht hat, was für ein unmenschliches Dreckschwein er sein muss, wenn er aus solch einem Grund eine Kündigung ausspricht.

Inaktiver User
12.10.2009, 07:56
die arme sau kann sich erst mal die nächsten zwei monate nirgends mehr blicken lassen.

Eine Sau ist er wohl - aber sicher nicht arm.

Hier gibt es anscheinend zu viele BWL-Studierende und Möchte-Gern-Chefs, dass dieses Schwein von Chef hier auf so viel Sympathien stößt.

Inaktiver User
12.10.2009, 08:33
Eine Sau ist er wohl - aber sicher nicht arm.

Hier gibt es anscheinend zu viele BWL-Studierende und Möchte-Gern-Chefs, dass dieses Schwein von Chef hier auf so viel Sympathien stößt.

ich hätte das weniger drastisch ausgedrückt, aber im grunde seh ich das auch so.

Inaktiver User
12.10.2009, 18:19
Achtung ... Achtung ..... eine wichtige Sondermeldung ..... die Kündigung bleibt! ..... Kommando zurück! ......



Dortmund. Hermann Schulte-Hiltrup, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Westfalen, hat sich nur bei der fristlos gekündigten 59-jährigen Chefskretärin entschuldigt. Gestern aber stellte er klar: Die fristlose Kündigung hat er nicht zurückgezogen.


Der Frikadellen-Streit, den die Bauverbände Westfalen mit ihrer 59-jährigen Chefsekretärin führen, ist doch noch nicht ganz gegessen ist . Sie hatten ihr, wie berichtet, fristlos gekündigt. Zwar hatte sich Hermann Schulte-Hiltrup, Hauptgeschäftsführer der Verbände, bei ihr entschuldigt. Gestern aber stellte er klar: Die fristlose Kündigung hat er nicht zurückgezogen.




Kündigung in Frikadellen-Affäre bleibt - Rhein-Ruhr - DerWesten (http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2009/10/12/news-136702011/detail.html)

auri_aureola
12.10.2009, 18:22
das musste er ja nochmal klarstellen. sonst hätte er sein gesicht ganz verloren.

Inaktiver User
12.10.2009, 23:07
POLITBLOGGER ‘Fall Frikadelle’: Kündigung bleibt bestehen (http://www.politblogger.net/fall-frikadelle-kuendigung-bleibt-bestehen/)


Insofern hoffe ich, dass die Bauverbände Westfalen bei den außergerichtlichen Verhandlungen finanziell weit über das in solchen Fällen übliche Maß hinaus bluten müssen.

Und daaaaaaaaaaas hoffe ich auch! :cool:

Inaktiver User
13.10.2009, 19:41
Inzwischen erfährt man: Die Frikadellen waren peinlich genau abgezählt. Genau eine Frikadelle für jeden Gast!

So kam dann der "Diebstahl" heraus ....

Dieser unfähige Depp von Chef sollte allein schon wegen krankhaften und zwanghaften Geizes doppelt und dreimal zum Teufel gejagt werden.

auri_aureola
13.10.2009, 19:49
darf ich jetzt sagen: typisch deutsch?

ein wenig pedantisch aber rechthaberisch?

Inaktiver User
13.10.2009, 20:04
Mich erinnert das auch etwas an ein bestimmtes Märchen:

Gast-Zwerg: "Wer hat von meinem Tellerchen gegessen??? Wooo ist mein Frikadellchen????"

Unter-Zwerg: "Das war das pöööööse Schnewittchen! Sie hat es verspeist!"

Oberzwerg: "Verflucht soll es sein! Hinaus in den Wald mit diesem pöööösen Mädchen!"

Gute Fee: "Geduldet euch einen Monat und einen Tag, oh Oberzwerg! Hier soll das Waldgericht entscheiden!"

Inaktiver User
20.10.2009, 19:48
Und hier könnt ihr nun auch angeben, wie ihr zu der fraglichen Sache sagt:

http://www.bym.de/forum/bym-your-haushalt/382470-bulette-oder-frikadelle.html

Shalom
20.10.2009, 20:19
Inzwischen erfährt man: Die Frikadellen waren peinlich genau abgezählt. Genau eine Frikadelle für jeden Gast!

So kam dann der "Diebstahl" heraus ....

Dieser unfähige Depp von Chef sollte allein schon wegen krankhaften und zwanghaften Geizes doppelt und dreimal zum Teufel gejagt werden.


Klar, und wenn der gefräßige Herr Meier nun gleich zwei Frikadellen auf seinen Teller gehäuft hätte? Wärens auch nicht mehr genug gewesen. Wie blöd kann man sein... Arme Sekretärin!

Inaktiver User
12.11.2009, 13:18
Dieses sollte man mal all diesen Frikadellen- und Maultaschen-Chefs ins Stammbuch schreiben:


Misstrauen ist ein Motivationskiller erster Güte: Ein Bonner Forscher beweist mit schlichten Experimenten, wie ein autoritärer Führungsstil den Unternehmenserfolg gefährdet. Wer seine Mitarbeiter fair behandelt, erreicht mehr - das Menschenbild der gängigen Wirtschaftstheorie gerät ins Wanken.

Neue Erkenntnisse zur Wirtschaftsethik: Warum Egoismus im Geschäftsleben schadet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,655217,00.html)

Alix
14.11.2009, 22:42
Wegen so einer Sache wäre für mich nicht das Vertrauensverhältnis zerstört. Ich denke mal, dass das nur eine dumme Ausrede ist.

Carlotta die Fee
23.11.2009, 23:58
Eine Sau ist er wohl - aber sicher nicht arm.

Hier gibt es anscheinend zu viele BWL-Studierende und Möchte-Gern-Chefs, dass dieses Schwein von Chef hier auf so viel Sympathien stößt.

oh gott sonst läster ich immer über die bwl-er und jetzt werd ich als einer dargestellt. das ist wohl retribution. :-D

Inaktiver User
29.12.2009, 09:49
Gefeuert wegen Kleinvergehen: BAG-Präsidentin verteidigt Bagatell-Kündigungen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,669355,00.html)


Ein unterschlagener Pfandbon, eine verspeiste Frikadelle - für die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, sind das keine Bagatelldelikte. Kritik an Urteilen, die fristlose Kündigungen in solchen Fällen bestätigt hatten, weist sie vehement zurück.

Man wünscht ungern jemand, dass er seinen Job verliert.

Dieser Frau aber wünsche ich es.

Eine unmenschliche Juristin.


Um das Wort vom "unmenschlichen Juristen", wie Filbinger weiland genannt worden ist, auch hier einmal zu gebrauchen.

Spicy McHaggis
29.12.2009, 10:07
Alle Menchen sind gleich. Aber manche Menschen sind gleicher als gleich.

Durch solche Urteile "im Namen des Volkes" ist das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber (=Staat=wir alle) doch viel mehr gestört als durch Pfandbon oder Frikadellchen

Inaktiver User
29.12.2009, 17:39
Rechtfertigung von Bagatell-Kündigungen: Sturm der Empörung gegen höchste Arbeitsrichterin - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,669468,00.html)


Hamburg/Berlin - Richter stehen gemeinhin unter besonderem Artenschutz. Ihr Urteil gilt - ob man's mag oder nicht. Schelte gilt als unfein, kaum ein Politiker traut sich, die Rechtsauffassung der obersten Gesetzeshüter in Zweifel zu ziehen. Doch am Dienstag wollten sich viele nicht an die Etikette halten. "Nicht zeitgemäß", echauffierte sich der grüne Rechtsexperte Jerzy Montag. "Eine ziemlich abgehobene Lebenswirklichkeit", diagnostizierte Gesine Lötzsch von der Linksfraktion. "Irritiert" gab sich die SPD-Abgeordnete Anette Kramme.

Hier bin ich ganz auf Seiten der Kritiker.

Und ich ertappe mich bei dem Gedanken:

"Irgendeine absurde Begründung würde sich auch hier finden lassen, um diese gnadenlos abgehobene Kuh aus dem Dienst zu werfen - wenn man Richter aus dem Dienst werfen könnte ...."

Spicy McHaggis
29.12.2009, 17:54
"Man" macht es aber einfach nicht. Es gilt als unfein. Die deutsche Justiz orientiert sich ein wenig zu viel an Freisler

Inaktiver User
30.12.2009, 00:56
Man vergleiche nun mal die Fälle:



Bagatellkündigungen treffen häufig Arbeitnehmer am unteren Ende der Lohnskala: angelernte Verkäuferinnen, Altenpflegerinnen, Sekretärinnen, Arbeiter, kleine Angestellte - also Menschen, deren Arbeitskraft im Bedarfsfall leicht ersetzbar ist.

In den oberen Etagen dagegen geht es meist weniger schnell zur Sache. So ist zum Beispiel kaum ein Fall bekannt, in dem ein Gericht eine Führungskraft wegen eines Bagatelldelikts um die Existenz gebracht hätte. Im Gegenteil: Das Oberlandesgericht Celle hob zum Beispiel die fristlose Kündigung eines Geschäftsführers auf, der im Verdacht stand, mit einer firmeneigenen Kreditkarte Privatausgaben von umgerechnet rund 83 Euro bezahlt zu haben. Begründung: Ein derart geringfügiger Betrag allein rechtfertige keine außerordentliche Kündigung.


Rechtfertigung von Bagatellkündigungen: Sturm der Empörung gegen höchste Arbeitsrichterin - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,669468,00.html)


Auf einmal sind 83 Euro, die mit vollem Bewusstsein der Firma gestohlen worden sind, "geringfügig".



Während eine Maultasche, die ohnehin in den Abfall sollte, eine fristlose Kündigung rechtfertigt.



Da soll noch einer sagen, es werde nicht mit zweierlei Maß gemessen ..

BaDa
07.01.2010, 11:04
Futterneid gab's schon in der Steinzeit.

Der Chef macht sich damit aber ziemlich lächerlich!

Inaktiver User
09.01.2010, 08:43
Und diese "Oberste Richterin" muss sich den Titel "Furchtbare Juristin" gefallen lassen.

smily
18.01.2010, 03:06
Ich würde mir überlegen ob ich wirklich noch eine Minute länger in so einem Laden bleiben wollen würde....

In den meisten Werkstätten/Betrieben in denen ich bisher gearbeitet oder Praktikum gemacht habe war es überigens (natürlich in Maßen) üblich, dass die Chefs/Meister/Vorarbeiter Kaffee/Sprudel/Apfelschorle/das Mittagessen (ok, im Restaurant)/Süßkram regelmäßig gesponsort haben...

Bei der Maultasche kann ich mir vorstellen dass das Altenheim verhindern will, dass aus "überig geblieben- weil kein Hunger mehr" "übrig geblieben- weil keine Zeit mehr" wird und dem Heim irgendwann vorgeworfen wird es lässt die Alten hungern und bezahlt seinen Mitarbeitern nicht genug...