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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen



Inaktiver User
20.10.2009, 21:36
"Willst Du aussehen wie eine Deutsche?" Oder: "Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?" Und: "Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird." Die darauf angesprochene Aylin kämpfte mit den Tränen und sagte schließlich: "Es wird immer schlimmer. Und seit ich neulich im Ramadan mein Schulbrot ausgepackt habe, ist es ganz aus. Die Kopftuch-Mädels mobben mich total." Das also war der Grund für die Schulmüdigkeit der 14-Jährigen.


www.emma.de ? Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen (http://www.emma.de/mobbing_gegen_kopftuchfreie_maedchen_2009_5.html)

Dazu sage ich:

Ich habe nichts gegen Minarette.

Aber gegen diese Kopftuch-Unsitte sollte etwas getan werden.

Und bitte nicht das uralte Falsch-Argument von den katholischen Nonnen.

Hier geht es nicht um einen religiösen Orden, sondern um junge Mädchen im Alltag ...

TerrorBarbie
20.10.2009, 22:50
Schlimm finde ich dass die Mädchen/Frauen die da mobben es sicherlich nur aus Frust tun, weil sie eines tragen müssen und wer tut das schon freiwillig. Jetzt kann man sagen für die bedeutet das Ehre blabla aber das ist doch ein ganz falsches Verständnis von Ehre. Klar kann ich als nicht-Muslimin das vllt nicht so gut nachvollziehen, aber ich kann mir wirklich kaum vorstellen dass irgendwer gerne ein Kopftuch trägt. Dir Türkinnen an meiner Schule haben sich fast alle dagegen entschieden und die eine die es tun muss ist nicht sehr begeistert davon.

"Willst Du aussehen wie eine Deutsche"
- der Oberhammer. Sag mal als Deutscher sowas über die Türken, dann ist Polen offen.

S.Less
21.10.2009, 10:35
tja, die einen mobben gegen kopftuchfreie und die anderen gegen kopftuchtragende. dass beide arten von mobbing schlichtweg erbärmlich sind kommt keinem davon in den kopf vor lauter geiferndem eifer.

Inaktiver User
21.10.2009, 12:53
dass beide arten von mobbing schlichtweg erbärmlich sind ....

Da stimme ich dir zu.

Inaktiver User
22.10.2009, 13:52
aber ich kann mir wirklich kaum vorstellen dass irgendwer gerne ein Kopftuch trägt

Oh doch, die gibt es. Übrigens nicht nur Muslimas, auch gläubige Christinnen. Die, die das aus religiöser Überzeugung gerne tun sind aber selten auch die, die andere für ihr Nicht-Tragen angreifen.

auri_aureola
22.10.2009, 13:56
Oh doch, die gibt es. Übrigens nicht nur Muslimas, auch gläubige Christinnen. Die, die das aus religiöser Überzeugung gerne tun sind aber selten auch die, die andere für ihr Nicht-Tragen angreifen.

naja - das ist doch der kern des problems.
mobbing WEIL sie eig selbst keinen bock drauf haben - aber aus ihrer sippe und ihrem glauben nicht rauskommen.

raus = tot (manchmal)

also wo möchte man da ansetzen?

Inaktiver User
22.10.2009, 14:07
Sicher nicht beim Kopftuchverbot. Das verlagert das Problem nur, löst es aber sicher nicht.

auri_aureola
22.10.2009, 14:11
Sicher nicht beim Kopftuchverbot. Das verlagert das Problem nur, löst es aber sicher nicht.

eben.

aber dann noch eine frage.
wenn man gläubig ist - erlaubt das einem - in einen anderen glauben einzugreifen?

Inaktiver User
22.10.2009, 14:26
Definiere "eingreifen".

auri_aureola
22.10.2009, 14:33
die frage war absichtlich so gestellt. also interpretiere.

Inaktiver User
22.10.2009, 14:40
Ich denke, dass Diskussionen erlaubt sein sollten, der Standpunkt des anderen aber akzeptiert werden muss.

auri_aureola
22.10.2009, 14:56
Ich denke, dass Diskussionen erlaubt sein sollten, der Standpunkt des anderen aber akzeptiert werden muss.

und wenn wir das ganze jetzt kopftuch vs diskussion setzen?

Spicy McHaggis
22.10.2009, 15:04
wir müssen erstma einen Diskurs führen über Kopftuchtragende und über Diskussion

Lupine
22.10.2009, 20:39
Ich finde es zutiefst diskreminierend, wenn Mädchen und Frauen vorgeschrieben wird, wie sie sich zu kleiden haben und wie nicht. Herrje noch eins, klar ist es scheiße, wenn Mädchen gehänselt werden für ihre Entscheidung. Aber das gilt auch in die andere Richtung.

Lupine
22.10.2009, 20:43
Oh doch, die gibt es. Übrigens nicht nur Muslimas, auch gläubige Christinnen.

Eben. Eine kenn ich persönlich. Ihr Kopftuch ist tatsächlich ihre Ehre. Sie wurde so erzogen, ja. Doch ihre Schwestern haben sich alle dagegen entschieden, als sie alt genug waren. Sie selbst nicht.

Ich habe sie mal gefragt. Und sie sagte, ihr Kopftuch wäre irgendwie, wie mein T-Shirt, meine Bluse und mein Pullover. Ohne würde ich auch nicht vor die Tür gehen. Und sie würde sich ohne Kopftuch irgendwie nackt fühlen.

auri_aureola
22.10.2009, 20:51
Ich finde es zutiefst diskreminierend, wenn Mädchen und Frauen vorgeschrieben wird, wie sie sich zu kleiden haben und wie nicht. Herrje noch eins, klar ist es scheiße, wenn Mädchen gehänselt werden für ihre Entscheidung. Aber das gilt auch in die andere Richtung.

hauptsächlich ging/geht es doch hier um die andere richtung?

Inaktiver User
22.10.2009, 21:33
na, die, die ich kenne, sehen das kopftuch als teil ihrer kultur, identität und eben auch religon an. nicht als diskriminierend. ich denke aber, dass sie "diskriminnierung" nicht mal denken wollen, weil sie dann nicht nur ihre kultur, sondern auch die werte ihrer familie in frage stellen müssten. und das macht keiner gerne. auh deutsche, engländer etc nicht. der zwang (den man als solchen vielleicht nicht anerkennen will)kommt dann noch dazu, also die harten bestrafungen wenn man sich nicht anpasst. damit meine ich nicht den ehrenmord, der ja hoffentlich relativ selten vorkommt, sondern einfach abwertung, ausgrenzung, liebes- und annerkungsentzug der familie.
klar dass sie das verteidigen. aber die wnigsten haben sich frei für diesen lebensstil entschieden.
ach ja: diskriminiert fühlen sie sich von den deutschen, die sie auf der strasse schräg angucken.

TerrorBarbie
22.10.2009, 22:35
Ich habe sie mal gefragt. Und sie sagte, ihr Kopftuch wäre irgendwie, wie mein T-Shirt, meine Bluse und mein Pullover. Ohne würde ich auch nicht vor die Tür gehen. Und sie würde sich ohne Kopftuch irgendwie nackt fühlen.

Aber das hat doch dann nichts mit Glauben oder Ehre zu tun, oder ist deine Bluse Ausdruck deines Glaubens?
Dann hat sie ihr Kopftuch wohl eher weil sie es einfach schon immer hat, sich ohne vielleicht einfach fürchtet vor der Welt und der Verlust des Kopftuches für sie vllt einen Identitätsverlust bedeutet. Was umso trauriger wäre.

Inaktiver User
23.10.2009, 20:12
naja, so gut wie alle religionen haben bestimmte kleidungsstücke? das muss ja nicht unbedingt ein komplex sein (wenn man religiösität nicht von vorneherein für krank hält)

Inaktiver User
23.10.2009, 23:39
naja, so gut wie alle religionen haben bestimmte kleidungsstücke?

So?

und Beispiele?

Und wenn sie welche haben sollten, ist immer noch die Frage, ob diese Kleidungsstücke so fanatisch verpflichtend sein müssen ....

Lupine
24.10.2009, 18:10
Aber das hat doch dann nichts mit Glauben oder Ehre zu tun, oder ist deine Bluse Ausdruck deines Glaubens?
Dann hat sie ihr Kopftuch wohl eher weil sie es einfach schon immer hat, sich ohne vielleicht einfach fürchtet vor der Welt und der Verlust des Kopftuches für sie vllt einen Identitätsverlust bedeutet. Was umso trauriger wäre.

Der Ursprung des Kopftuches ist ein anderer. Es geht darum, seine Reize zu verbergen. So wie Männer laut Koran weite Hosen tragen sollen, die mindestens Knielang sein sollen. Erst die Diskussion um Identität und Ehre im Westen hat das Kopftuch zum Ausdruck des Glaubens stilisiert. Für die meisten Frauen, die ich kenne, die sich bewusst dazu entscheiden geht es darum, ihre Haare als sexuellen Reiz zu verbergen, so wie die meisten westlichen Frauen ihre Brüste verbergen.

Inaktiver User
24.10.2009, 18:12
So?

und Beispiele?

Und wenn sie welche haben sollten, ist immer noch die Frage, ob diese Kleidungsstücke so fanatisch verpflichtend sein müssen ....

Kategorie:Religiöse Kleidung ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Religi%C3%B6se_Kleidung)

gähn.

S.Less
25.10.2009, 15:24
das geile an leuten wie concord ist ja diese ständige elende doppelmoral. ihre eigenen rechte können nicht weit genug gehen, die der nachbarn aber bitte nicht ganz so weit.

wenn in irgendeinem moslemischen land jemand angegriffen wird weil er/sie das christliche kreuz trägt dann wird pauschal mindestens das ganze land, wenn nicht gar alle moslems, verurteilt. aber hier in deutschland bitte ja keine moslemischen symbole!

wenn die islamophoben hasstiraden die in solchen köpfen brüten hier unter strafe stehen dann heißt es böser gutmenschenstaat, böse zensur. wenn ein politiker moslems in ihren menschenrechten beschneiden will dann wird gejubelt.

Haruchika
05.11.2009, 06:51
Du verwechselst da ein paar Sachen:

Mobbing ist etwas privates, und dagegen kann kein Staat etwas machen. Und wenn in Deutschland jemand wegen Kopftuchtragens angegriffen wird und Anzeige erstattet, geht die Polizei dem nach.

In vielen islamischen Ländern ist das nicht so. Da herrscht eben kein Rechtsstaat, sondern die Scharia.

Ausserdem versucht Concord darauf hinzuweisen, dass Muslima und Kopftuchträgerinnen nicht nur Opfer. sondern auch oft Täter sind.

Ich kann da keine Doppelmoral erkennen, sondern eher den Versuch, beide Seiten zu betrachten