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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rekordverschuldung



Sorglos
22.12.2009, 18:10
Die Nachrichten verheißen nichts Gutes und nun soll angeblich auch der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung angehoben werden.
Aber vorher mal kräftig Steuervergünstigungen versprechen und das Geld irgendwie hintenrum reinholen. :augenroll:

Was haltet Ihr von den Plänen der Bundesregierung?

Bine
22.12.2009, 21:59
Aber vorher mal kräftig Steuervergünstigungen versprechen und das Geld irgendwie hintenrum reinholen. :augenroll:



wird doch immer so gemacht

Kiya
22.12.2009, 23:04
jeder bekommt das, was er verdient. Und das deutsche Volk war ja so blöd wieder auf Wahlversprechen reinzufallen. Keine partei dieses Landes ist mehr wählbar.

Sorglos
22.12.2009, 23:35
Irgendwelche Vorschläge, wo man den Rotstift ansetzen sollte? Mal abgesehen von den Verschwendungen, die jährlich im Schwarzbuch angeprangert werden?

Kiya
22.12.2009, 23:42
Bundeswehr zurückholen, Über EU-Austritt nachdenken...ich weis es nicht, da geht schon seit jahren soviel schief, ich glaub ja langsam, dass das Schiff schon gesunken ist.

Inaktiver User
27.12.2009, 12:51
Kiya, du sprichst mir sowas von aus der Seele! Volle Zustimmung von mir!

S.Less
27.12.2009, 13:12
könnt ihr das dem monetären gründen des EU austritts begründen? aber bitte nicht auf nem niveau wo einfach nur die beitragszahlungen auf den tisch geknallt werden und danach mit hansepils aufeinander angestoßen wird.

ansonsten liegen einsparmöglichkeiten schon seit vielen jahren auf der hand, werden aber kaum angepackt weil zuviele eigeninteressen der politiker dagegen stehen und die wähler immer denken "ach 4 jahre geht nochmal so wie bisher":

- abschaffung wehrpflicht mit drastischer reduzierung der bundeswehrstärke und der umfänge der auslandseinsätze
- umschichtung des rentensystems richtung bedarf, hin zu einer art aufgebohrtem hartz IV
- kein pauschales kindergeld mehr sondern nach bedarf
-reduzierung / abschaffung der meisten subventionen und zulagen
- schwarzarbeit unattraktiv machen durch andere/bessere lohn- und sozialhilfemodelle
- steuerhinterziehung viel besser bekämpfen

(alleine steuerhinterziehung und schwarzarbeit kosten den staat _jeweils_ mehr geld als die neuverschuldung beträgt)

etc pp

Sorglos
27.12.2009, 13:43
- umschichtung des rentensystems richtung bedarf, hin zu einer art aufgebohrtem hartz IV


Wie erwartest Du Dir da soziale Gleichberechtigung?
Hat jemand, der 45 jahre lang als Elektriker gearbeitet hat weniger Bedarf (der nicht auf Gewohnheit und den bisherigen Lebensumständen beruht) als einer, der 30 Jahre lang Konzernmanager war?

Und wenn NEIN, wie erklärst Du dem Elektriker, dass körperliche Arbeit weniger wert ist als geistige, weshalb der Manager mehr bekommt?

Und im anderen Fall: Wie erklärst Du dem Manager, dass er sich einschränken muss, weil er genausoviel Bedarf (oder weniger) hat und daher gleich viel (weniger) wie der Elektriker erhält?

Möchtest Du dann die Pflicht für die spätere, den "Renten-Hartz-IV"-Satz übersteigenden Renten den Arbeitnehmern selbst auferlegen? Freiwillig oder als Pflicht?

S.Less
27.12.2009, 18:53
der manager bekommt doch bereits deutlich mehr im alter, und dafür braucht er prozentual auch noch viel weniger zurücklegen/investieren als der elektriker. so funktioniert eine arbeits- und konsumwelt die mangel belohnt nunmal.

ich habe auch nicht umsonst "aufgebohrtes hartz IV" geschrieben und nicht "hartz IV". natürlich sollte sich geleistete arbeit bzw. eingezahltes geld weiterhin auswirken, aber nicht so massiv und nach oben grenzenlos wie bisher.

mag ungerecht klingen verglichen mit der aktuellen situation, ist aber die einzige möglichkeit den finanziellen kollaps zu verhindern.

wegen dem bedarf: es gibt bereits diverse regelungen auch im deutschen rechtssystem die bei eigentlich gleichen lebensumständen bedarf verschiedener menschen anders bewerten aufgrund ihrer vorgeschichten / lebensumstände, vor allem im scheidungsrecht. das könnte man durchaus ausweiten.

private zusatzvorsorge muß freiwillig bleiben, wäre auch sinnlos und würde einem aufgebohrten hartz IV widersprechen wenn nicht. aber sie muß dennoch attraktiv sein. irgendeine generation (bzw. 2-3) müssen unter einem solchen umbau leiden; warten wir noch länger braucht es keinen umbau mehr, dann gibt es mal gar keine rente mehr weil es keinen staat mehr gibt der geld ausgeben kann.

Kiya
27.12.2009, 19:52
Das Rentensystem ist beim derzeitigen demographischen Wandel doch gar nicht mehr zu retten. Wer soll das den später mal bezahlen, wenn von 100 % Einwohnern weniger als 40% real arbeiten gehen und einzahlen. Das rentensystem sollte so umgestaltet werden, dass jeder nur noch eine Grundrente bekommt. Dann sollten Leute, die Kinder haben, mehr bekommen und jeder kann durch Vorsorge selbst noch aufstocken.

S.Less
27.12.2009, 20:19
das geht ja in die richtung die ich meinte. hartz IV ist ja auch nur eine grundsicherung.

warum beantwortest du meine frage wegen deiner forderung des eu-austritts nicht?

Kiya
27.12.2009, 20:51
weil ich auch denke, das Deutschland mit seiner vershculdung als Hauptgeldgeber nicht mehr funktioniert...
Ich glaube auch nicht, dass die EU so toll ist, wie alle meinen. Ich mag die EU nicht...

S.Less
27.12.2009, 21:24
das ist nach wie vor keine begründung sondern weiterhin die kausalität einer begründung die du noch nicht geliefert hast.

Kiya
27.12.2009, 21:34
das ist nach wie vor keine begründung sondern weiterhin die kausalität einer begründung die du noch nicht geliefert hast.
ich weis, vielleicht kann ich es nicht richtig begründen...

S.Less
27.12.2009, 21:47
wenn man etwas, vor allem die abschaffung von etwas, nicht richtig begründen kann sollte man es nicht blindlings fordern denke ich.

klar ist deutschland der größte eu beitragszahler, da das beitragssystem nach prozenten geht und wir die stärkste marktwirtschaft haben ist das nicht gerade unfair. zudem erhalten wir knapp die hälfte von dem was wir einzahlen selbst wieder auf direktem weg zurück über diverse fördertöpfe. somit erhalten wir selbst von der geldmenge her mehr förderung als die meisten anderen länder.

des weiteren ist nur schwer abschätzbar wieviel prozent unserer eu-exporte (immerhin sind wir auch in der eu exportmeister) aufgrund der eu selbst existieren; sprich der durch sie existierenden freiheiten aber auch verbundenheiten.

abgesehen vor allem vom historischen / verbindenden / friedenschaffenden kontext bietet die eu prinzipiell sehr viele möglichkeiten, wie sie beispielsweise von fusionen von firmen auch entstehen (können); auch einsparungsmöglichkeiten. eine eu-eigene armee bei extremer reduzierung der nationalen würde für jedes mitgliedsland eine finanzielle erleichterung bedeuten und militärische alleingänge absolut erschweren; wie beispielsweise das blinde hinterherlaufen der polen hinter dem militarismus und den einsätzen der usa. drastisch auch die möglichkeiten zusammengefasster strafverfolgungsbehörden, vor allem bei delikten die wahnsinnig viel geld kosten, eben schwarzarbeit und steuerhinterziehung.

die eu kann ein sehr gutes instrument sein um die zwangsläufigen effekte der globalisierung abzufedern. einfinden in einer europaweiten mitte der verhältnisse, anstatt eines pegels irgendwo auf dem durchschnitt der welt.

was ich selbst an der eu kritisiere ist die gefahr der entdemokratisierung und die ausufernde bürokratie innerhalb der eu selbst. kritik sollte aber ansatz zu verbesserungen sein und nicht zum abschaffen.

Spicy McHaggis
28.12.2009, 09:13
Ziemlich doof, dass das Geld erst über diverse Töpfe und Umwege zurückkommen muss. Da bleibt ja sicher einiges auf dem Weg hängen (Verwaltungskosten etc.).

Trotzem glaub ich, dass die EU uns mehr nutzt als kostet. Und wenn wir austräten, würden sicher Zölle auf Importe aus Deutschland verhängt werden (rein aus Trotz schon) und unsere Exportwirtschaft würde sehr drunter leiden.

Auch rein ideologisch bin ich sehr froh, dass wir mit der EU einen och relativ starken und wichtigen Gegenpol zu den USA und dem erstarkenden China haben.
Und schliesslich gibt es weitaus mehr und bessere Punkte, wo man den Rotstift ansetzen könnte. Wie schon erwähnt, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, Steuerverschwendungen, Bundeswehr raus aus Aghanistan usw.

Das umlagenfinanzierte Rentensystem funktioniert in andern Ländern sehr sehr gut. In der Schweiz zum Beispiel. Der Unterschied ist nur, dass in der Schweiz wirklich alle einzahlen und alle den selben prozentualen Beitrag (etwa 8% vom Bruttolohn)entrichten. Also nix mit Obergrenzen und eigenen Rentensystemem für Beamte, Juristen, Ärzte, Reporter etc.. Natürlich befürchtet man auch in der Schweiz demografische Folgen, aber die ham auch noch etwa 12% Spielraum, bis sie unsere Werte erreichen. Also genug Platz für kapitalgedeckte Finzanzierungen.

Inaktiver User
03.01.2010, 23:04
Die derzeitige Verschuldung der BRD liegt auf Rekordhöhe. Allerdings nur eben in Bezug auf die Historie der BRD. Es war klar, dass nun, nachdem die Banken mit Milliarden gerettet wurden, diese Diskussion aufkommt.

Es gab schon schlimmer verschuldete Staaten die sich saniert haben und richtig Sorgen müssen sich unter den Industriestaaten nur die Japaner machen, aber das ist ein anderes Thema.

Die aktuelle Höhe der Staatsschulden ist im historischen Vergleich alles andere als besorgniserregend. Deutschland ist ein Industriestaat (was z.B. UK wohl nun wirklich nicht mehr ist) mit breiter Aufstellung, wir sind nicht nur von einer Branche (wie UK von den Banken) abhängig. Bei solch einer soliden Diversifikation der Einnahmeseite darf die Verschuldung ruhig etwas höher liegen (als z.B. in UK).

Ohne Wiedervereinigung würde die Rechnung übrigens noch viel besser aussehen.

Inaktiver User
03.01.2010, 23:06
Du vergisst, dass Deutschland ein sehr reiches Land ist. Problem ist nur die Verteilung des Reichtums. Zur Finanzierung der Renten müsste eine gerechte Erbschaftssteuer herangezolgen werden, und das Problem wäre erledigt.

Inaktiver User
03.01.2010, 23:07
Das Rentensystem ist beim derzeitigen demographischen Wandel doch gar nicht mehr zu retten. Wer soll das den später mal bezahlen, wenn von 100 % Einwohnern weniger als 40% real arbeiten gehen und einzahlen. Das rentensystem sollte so umgestaltet werden, dass jeder nur noch eine Grundrente bekommt. Dann sollten Leute, die Kinder haben, mehr bekommen und jeder kann durch Vorsorge selbst noch aufstocken.

Du vergisst, dass Deutschland ein sehr reiches Land ist. Problem ist nur die Verteilung des Reichtums. Zur Finanzierung der Renten müsste eine gerechte Erbschaftssteuer herangezolgen werden, und das Problem wäre erledigt.

Inaktiver User
05.01.2010, 09:48
Die Dummheit einiger kennt mal wieder keine Grenzen...
Deutschland ist der Hauptprofiteur der EU, der Hauptanteil des deutschen Exports geht in die EU-Staaten und Deutschland profitiert über alle Maßen von den EU-internen Regelungen. Ohne die EU bräche unsere Wirtschaft komplett zusammen. Wir sind ja nicht ohne Grund Hauptbeitragszahler!

Inaktiver User
05.01.2010, 10:01
und ansonsten empfehle ich kiya mal für wenigstens grundlegende Information diesen Link (http://www.tatsachen-ueber-deutschland.de/de/aussenpolitik/main-content-05/deutschland-in-europa.html), bevor ich mich kopfschüttelnd vom Acker mache.

Sorglos
06.01.2010, 09:32
Die derzeitige Verschuldung der BRD liegt auf Rekordhöhe. Allerdings nur eben in Bezug auf die Historie der BRD. Es war klar, dass nun, nachdem die Banken mit Milliarden gerettet wurden, diese Diskussion aufkommt.

Ohne Wiedervereinigung würde die Rechnung übrigens noch viel besser aussehen.

Das Posting hätte man auch vor der Bankenkrise verfassen können. Hätte auch gepasst. Mich interessieren eher vernünftige Ansätze, wie man die Schulden abbaut, anstatt das Geld mit vollen Händen zu verprassen, wie unsere Regierung das gerade tut (und auch andere das schon getan haben).

Zum Thema Wiedervereinigung:
Grundsätzlich befürworte ich sie, aber sie kam leider viel zu schnell, was uns finanziell auch nicht grade geholfen hat. Noch dazu dieser absolut wahnsinnige Wechselkurs von 1:1 für den Sockelbetrag, bzw. 1:2 für den Rest. :argl: Im Osten gab es doch fast nix. War ja klar, dass dort alles gespart wird und fast jeder diese Grenze ausreizen würde. So gesehen war das ein finanzieller Genickschlag.

Spicy McHaggis
06.01.2010, 12:45
Naja ein Genickschlag jetzt nicht gerade. Uns gehts doch noch gut. Es war ja nicht nur die territoriale Vergrösserung, die uns kostete, die deutsche Wiedervereinigung war ja sozusagen der große Stein, der das Ende des kalten Krieges (mit) ins Rollen brachte.

Zu schnell kam die Wiedervereinigung nicht, die Beteiligten hatten ja enormen nationalen und internationalen Druck.

Aber es wurden viele fehler gemacht, die man hätte vermeiden können, das stimmt schon

S.Less
06.01.2010, 14:00
Das Posting hätte man auch vor der Bankenkrise verfassen können. Hätte auch gepasst. Mich interessieren eher vernünftige Ansätze, wie man die Schulden abbaut, anstatt das Geld mit vollen Händen zu verprassen, wie unsere Regierung das gerade tut (und auch andere das schon getan haben).

genau. zu sagen uns gehts ja noch besser als anderen als lasst uns weiter fröhlich schulden machen ist selbstzerstörischer unfug.



Zum Thema Wiedervereinigung:
Grundsätzlich befürworte ich sie, aber sie kam leider viel zu schnell, was uns finanziell auch nicht grade geholfen hat. Noch dazu dieser absolut wahnsinnige Wechselkurs von 1:1 für den Sockelbetrag, bzw. 1:2 für den Rest. :argl: Im Osten gab es doch fast nix. War ja klar, dass dort alles gespart wird und fast jeder diese Grenze ausreizen würde. So gesehen war das ein finanzieller Genickschlag.
äh die grenze lag ja nun nicht gerade bei wahnsinnigen vermögenswerten sondern noch unter dem wert eines neuwagens. viel mehr hatten ossis meist auch nie gespart. man hat ja nun nicht wahnsinnig viel verdient und wenn man sich was anderes außer lebensmittel kaufen wollte war es schlicht weg extrem teuer. ein kassettenradio hat ein monatsgehalt gefressen, fernsehen gingen an die jahresgrenze, autos 10-15 jahre. (ich rede nicht von dem was von einem monatsgehalt übrig ist). das geld das für den umtausch benötigt wurde ist doch ein absolut geringer und zu vernachlässigender betrag verglichen mit dem geld das sonst so verpulvert wurde und deswegen weiterhin wird.


Naja ein Genickschlag jetzt nicht gerade. Uns gehts doch noch gut. Es war ja nicht nur die territoriale Vergrösserung, die uns kostete, die deutsche Wiedervereinigung war ja sozusagen der große Stein, der das Ende des kalten Krieges (mit) ins Rollen brachte.

Zu schnell kam die Wiedervereinigung nicht, die Beteiligten hatten ja enormen nationalen und internationalen Druck.

Aber es wurden viele fehler gemacht, die man hätte vermeiden können, das stimmt schon
jein. die CDU hatte damals die chance, die politische wiedervereinigung so schnell durchzuziehen wie sie es dann ja auch gemacht hat, mit der wirtschaftlichen aber noch zu warten. dies wurde ihr insbesonders von einer eigenen expertenkommission geraten die sie selbst eingesetzt hatte um das kostenrisiko einer schnellen wirtschaftlichen vereinigung einzuschätzen. sie hat sich ausdrücklich gegen diesen rat gestellt und auch die wirtschaftliche wiedervereinigung so extrem schnell durchgezogen um die 16 millionen wählerstimmen abzukommen, was ja auch wunderbar geklappt hat. außerdem kann sich deswegen selbstdarsteller kohl heute noch so toll als einheitskanzler präsentieren und in einer reihe mit den größten köpfen der historie und vergangenheit zeigen.

es war damals schon absehbar, dass bei einer schnellen wiedervereinigung die folgekosten in die abermilliarden gehen werden, dass die industrie im osten völlig kaputtgehen wird und jahrzehntelange riesige ausgleichszahlungen fällig sein werden. das ganze ist unter anderem sehr schön beschrieben in dem buch "die macht der unmoral"; der autor war damals selbst mitglied dieser cdu-kommission.

ein paradebeispiel ist die firma für die meine mutter vor der wende gearbeitet hat. ein riesiger kühl/gefrierschrank-hersteller, der vor der wende vor allem gegen die wichtigen devisen den westen beliefert hat (otto, quelle); der ausschuß wurde im osten verkauft. nur wochen nach gründung der treuhand wurde die firma für eine mark an jemanden verkauft der am nächsten tag alle angestellten rausgeschmissen und die firma für immer dicht gemacht hat. die lukrativen quelle/otto aufträge haben dann natürlich, was ein zufall, konkurrenten aus dem westen bekommen. der käufer ist nie in erscheinung getreten und war später auch für die treuhand bzw die stadt nicht mehr greifbar, so dass über ein jahrzehnt später die mittlerweile runtergekommene riesige fabrikanlage ebenfalls auf kosten der steuerzahler abgerissen werden mußte. und das ist nur ein beispiel von tausenden.

in derselben stadt wurde schon in zeiten wo bereits der büroleerstand immer größer wurde direkt am flughafen ein riesiger bürokomplex gebaut, überwiegend finanziert aus staatlichen fördermitteln für den wiederaufbau. da war noch nie jemals mehr als die hälfte vermietet, mittlerweile ist da glaube ich fast keine firma mehr drin, wenn überhaupt noch. die firma die das teil gebaut hat hat dann in der folge (und natürlich auch während dem bau) das ganze als verlust abgeschrieben und dadurch die eigenen, ja tatsächlich vorhandenen, gewinne aus den vorher und auch weiterhin sehr gut laufenden geschäften im westen, auf jahre gedrückt; eine geile art der steuerbefreiung auf kosten der steuerzahler. hat quasi jeder so gemacht der über die treuhand was für ein butterbrot und ein ei gekauft hat; gesundrechnen auf staatskosten und vor allem kosten der ossis die zuhauf arbeitslos wurden.

Spicy McHaggis
06.01.2010, 14:24
jein. die CDU hatte damals die chance, ... 16 millionen wählerstimmen abzukommen, was ja auch wunderbar geklappt hat. außerdem kann sich deswegen selbstdarsteller kohl heute noch so toll als einheitskanzler präsentieren und in einer reihe mit den größten köpfen der historie und vergangenheit zeigen.



das meinte ich mit nationalem Druck. Vielleicht bisschen zu sehr sarkastisch. Mit internationalem Druck meinte ich auch überwiegend finanzielle Interessen der beiden Großmächte

Sorglos
06.01.2010, 16:25
äh die grenze lag ja nun nicht gerade bei wahnsinnigen vermögenswerten sondern noch unter dem wert eines neuwagens. viel mehr hatten ossis meist auch nie gespart. man hat ja nun nicht wahnsinnig viel verdient und wenn man sich was anderes außer lebensmittel kaufen wollte war es schlicht weg extrem teuer. ein kassettenradio hat ein monatsgehalt gefressen, fernsehen gingen an die jahresgrenze, autos 10-15 jahre. (ich rede nicht von dem was von einem monatsgehalt übrig ist). das geld das für den umtausch benötigt wurde ist doch ein absolut geringer und zu vernachlässigender betrag verglichen mit dem geld das sonst so verpulvert wurde und deswegen weiterhin wird.

Also soweit mir bekannt ist, lag die Höchstgrenze des Sockelbetrags bei 20.000 DM. Von unseren Bekannten haben die meisten ca. 40.000 - 80.000 DM getauscht. Das finde ich jetzt nicht so vernachlässigbar, ist aber mein subjektiver Eindruck. Ich lasse mich da gern mittels Zahlen vom Gegenteil überzeugen.
Dass die Sachen im Osten so teuer waren, ist richtig, aber man hat dann die Geräte auch jahrzehntelang behalten und immer wieder repariert. Von daher waren genügend Quellen zum Sparen da.

S.Less
06.01.2010, 17:16
nach der logik war der osten steinreich .. 16 millionen bürger mit je 60-150.000 gesparten mark (wegen 1:2 ab sockel) auf dem konto; die ddr wäre das reichste land der welt gewesen (respektive die staatlichen banken, ossis hatten ja alles auf konto/sparbuch).

der sockelbetrag selbst lag bei 2 bzw. 4 bzw 6000 ostmark (kinder/erwachsene/alte)

laut zeit.de hatten die ossi 176 milliarden gespart; das sind pro person 11.000.
http://www.zeit.de/1990/16/Die-falsche-Marschroute

berücksichtigt man das der normale bürger/arbeiter meist unter dem durchschnitt des ersparten aller bürger liegt sind deine mutmaßungen hier ziemlich falsch.

Sorglos
06.01.2010, 17:17
wie kommst Du auf 150.000 Mark?
Also die 40-80 von denen ich geschrieben hab, war dann schon der Gesamtbetrag.

S.Less
06.01.2010, 17:40
wenn ich schreibe mark dann sind das ostmark, die im westen hießen ja dmark. und wenn du von 80000 dmark sprichst dann waren das vorher 1500000 ostmark.

irgendwie bist du hier total neben der rolle. mathematik und deutsche geschichte sind nicht so dein ding.

Sorglos
06.01.2010, 17:42
:augenroll:
wenn 1:1 getauscht wird, sind 80.000 Ost-Mark sehr wohl 80.000 DM.
Aber ok, dann meine ich eben Ost-Mark.

Sorglos
06.01.2010, 17:44
Ich kann nur von unseren 3(!) Familien berichten, die wir in der DDR kannten. Ich hab bereits erwähnt, dass ich mich von Fakten gerne eines Besseren belehren lasse. mir also Dummheit vorzuwerfen ist nicht grade ein cleverer Schachzug.
Aber lass uns doch beim Thema bleiben.

S.Less
06.01.2010, 18:33
von dummheit habe ich nie gesprochen. eher von unwissen.


:augenroll:
wenn 1:1 getauscht wird, sind 80.000 Ost-Mark sehr wohl 80.000 DM.
Aber ok, dann meine ich eben Ost-Mark.
bei einem sockelbetrag selbst von 8.000 waren 80.000 dm vorher 152.000 ostmark; mithin das fast vierzehnfache des realen durchschnitts, welcher sowieso schon in jeder volkswirtschaft der welt über dem durchschnittlichen sparguthaben der einfachen bevölkerung liegt.

Sorglos
06.01.2010, 19:11
Du verstehst mich nicht.
unsere Bekannten haben sagen wir mal bei einem Sockelbetrag von 10.000 in einem 4-Personen-Haushalt (2 volljährige Kinder) pro Nase 10.000 getauscht. Sind 40.000. Über die lebende Oma weitere 10.000 und über einen Onkel, der ziemlich arm war nochmal 10.000.
Verstehst Du das jetzt?

S.Less
06.01.2010, 19:41
es gab nicht solche hohen sockelbeträge; die werden zu sechst auf 26.000 ostmark für nen 1:1 kurs gekommen sein. die anderen 54.000 konnten sie also nur 1:2 umgetauscht haben; mithin hatten sie also bei ner summe von 80.000 DM vorher 132.000 ostmark. und das ist wahnsinnig viel für ossis.

wenn du gleich drei solcher beispiele kennst, mag sein, gab es ja auch. nur wie du an meinen zahlen gesehen hast ist das äußerst ungewöhnlich und es ist insofern völlig unlegitim zu behaupten, der währungswechsel wäre irgendwie außerordentlich relevant für die extrem teure wiedervereinigung. des weiteren solltest du beispielsweise an deinen angenommenen völlig überzogenen 1:1 sockelbeträgen (du hast von 20.000! gesprochen) gesehen haben, dass du nicht wirklich viel ahnung hast was damals alles abgelaufen ist.

die richtige reaktion auf so eine erkenntnis wäre fragen zu stellen anstatt behauptungen in den raum zu werfen.

Sorglos
06.01.2010, 20:03
Was damals finanziell gelaufen ist, wissen weder ich noch Du. Mal davon abgesehen hab ich versucht, mich vorher zu informieren. Leider geht das eben manchmal daneben (siehe 20.000 Mark Sockelbetrag).

Nichts desto trotz wäre uns eine langsamere Wiedervereinigung um Einiges billiger gekommen. Die Wirtschaft und Unternehmen der DDR zu stärken um ihnen ein Überleben zu ermöglichen wäre sicher besser gewesen als sie dem Kapitalismus und all seiner Härte auszusetzen.

S.Less
06.01.2010, 20:17
da sag ich ja nichts anderes :-). das problem waren ja aber übrigens nichtmal der kapitalismus sondern das wegbrechen sämtlicher absatzmärkte richtung osten. niemand hat auch nur versucht folgeverträge auszuhandeln; firmen wurden entstaatlicht/verkauft und die die dann auf einmal die fäden in den händen hielten wußten nichts über die alten vertragspartner, geschweige denn überhaupt über die firmen und ihre produkte selbst. hauptsache schnell, hauptsache 16 millionen wählerstimmen. hoch lebe der saumagen.

Inaktiver User
06.01.2010, 23:36
Ich denke, dass Problem an dem 1:1/1:2 Umtauschkurs waren weniger die Sparguthaben, als vielmehr das nach der Einführung der D-Mark vorherrschende Preisniveau. Die Löhne wurden (auch auf Druck von Gewerkschaftsführern aus dem Westen) schnell nach oben angepasst, das Produktivitätsniveau der Betriebe hat sich aber nur recht langsam erholt. Unter diesen Bedingungen konnten viele Betriebe, ausgerüstet mit zum Teil völlig veraltetem Maschinenpark, nicht konkurrenzfähig produzieren. Weder für die alten Absatzmärkte im Osten, wo sie nun zu teuer waren, noch für neue im Westen.

Eine spätere Einführung der D-Mark hätte den Betrieben zur notwendigen Modernisierung Zeit gelassen. Damit einher wäre aber zunächst ein niedrigeres Lohnniveau einhergegangen. Dem gegenüber steht die massive Wanderungsbewegung Ost nach West, die man stoppen wollte.

Es ist sehr leicht bei dem Thema Kritik zu üben und es ist sicher auch viel schief gelaufen. Als politisch interessierter Mensch der niemals CDU gewählt hat, ist man da natürlich sehr schnell dabei die Regierung und insbesondere die Person Kohl zu kritisieren. Nun, 20 Jahre nach dem Mauerfall, scheint es aber so, dass einige Saat nach massivem giessen und düngen kleine Triebe zeigt. Die Produktivität der Ostbetriebe ist nah an den Westen herangerückt und die Transferleistungen sind deutlich zurückgegangen. Auch haben sich einzelne starke Inseln herausgebildet. Die objektive und subjektive Lebensqualität der ist Bevölkerung ist auch deutlich über der in den ehemaligen sozialistischen Brüderstaaten.

Der Preis, den wir im Westen dafür gezahlt hat ist hoch. Im Grunde hat uns das ganze die letzten zwei Dekaden gekostet, und sicher einiges an Vermögen (ein kluger Mann sagte einmal, jeder Westdeutsche habe 1/5 seines Vermögens im Osten gelassen). Auch wenn ich gerne der alten BRD nachtrauer, alles wäre viel langweiliger geworden und dass Risiko, dass wir ohne Wiedervereinigung an unserem Geld erstickt wären, war schon sehr hoch.

Inaktiver User
09.01.2010, 14:18
Neuverschuldung in 09 nun doch deutlich niedriger als gedacht. Viel Wirbel um Nichts...

mixy
10.01.2010, 12:26
Hier ist eine gut gemachte Erklärung zu Schuldenwirtschaft und Geldschöpfung, dauert nur 3x5 Minuten. Alles aus Teil 3 ist das grösste Problem, das meiste davon gibt es erst seit 1913.

YouTube - Wie funktioniert Geld? Teil 1 von 3 (http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ)
YouTube - Wie funktioniert Geld? Teil 2 von 3 (http://www.youtube.com/watch?v=aK2yZlHk4cA)
YouTube - Wie funktioniert Geld? Teil 3 von 3 (http://www.youtube.com/watch?v=0VOtdQrCoyk)

S.Less
10.01.2010, 12:56
lol, das video ist altbekannt und nach wie vor genauso schlecht. vwl einführungsvorlesung vermischt mit alten stereotypen und vertagt mit unter anderem:

"illuminati", "versklavung", "alien"

:D