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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : H&M zerstört lieber Kleidung als sie zu spenden



mixy
10.01.2010, 12:19
H&M zerstört Klamotten: Zerschneiden statt Spenden - taz.de (http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/zerschneiden-statt-spenden/)

Zerschneiden statt Spenden
In der Nähe des H&M-Stores in New York wurden säckeweise neue und warme Winterklamotten der Modekette gefunden - zerschnitten. Fans drohen mit einem Boykott.

Wintereinbruch weltweit. Und weltweit mummeln sich Menschen in ihre Wintermäntel von Hennes & Mauritz. Schals, Mützen und Handschuhe gibt's passend dazu und alles zu einem erschwinglichen Preis. H&M ist weltweit beliebt. Doch nun sieht sich die schwedische Modekette heftigen Protesten ausgesetzt.
Wie die New York Times berichtete, wurde in der Nähe des H&M-Flagship-Stores in Manhatten säckeweise unverkaufte warme Winterkleidung gefunden. Diese war jedoch teilweise mit Rasierklingen oder Messern zerschnitten und auf diese Weise unbrauchbar gemacht. An Handschuhen fehlten die Finger, bei Männerjacken war die Wattierung herausgerissen.

Angesichts der klirrenden Kälte, die den vielen Obdachlosen in New York zu schaffen macht, gibt es in verschiedenen Internet-Netzwerken wie twitter und Facebook harsche Kritik an der Firma. Auf der Facebook-Fanpage von H&M erklären einige Schreiber, dass sie die Modekette, die für ihre günstige Kleidung bekannt ist, von nun an boykottieren werden. Es handle sich um ein egoistisches, unbedachtes Verhalten von den Managern, das hoffentlich Konsequenzen nach sich ziehen wird, schrieb ein Nutzer.

Die Pressesprecherin von H&M Deutschland, Tanja Hussenether, konnte zu der New Yorker Kleidungsentsorgungs-Praxis auf Anfrage der taz keine Stellung nehmen. In Deutschland gebe es seit Jahren eine routinierte Spendenpraxis für Ware, die den Qualitätsanforderungen von H&M nicht entspricht, sagte Hussenether. Dabei werde natürlich nur tragbare, saubere Ware an Organisationen wie Oxfam, Caritas oder das Rote Kreuz gespendet. "Die Spenden müssen sinnvoll sein", sagte Hussenether. "Der Vorfall in New York ist aber für alle H&M-Standorte ein Anlass, die Spendenpraxis zu überdenken."

Laut Bernd Hinzmann vom Inkota Netzwerk e.V., einem Netzwerk entwicklungspolitischer Initiativen, steckt hinter der Aktion der New Yorker H&M-Filiale möglicherweise die Absicht, die Marke und damit den Wert der Kleidung zu schützen. Paradoxerweise trügen Unternehmen wie H&M jedoch selbst zu einem Werteverfall von Kleidung bei. "In gewisser Weise wird in der Aktion deutlich, dass Bekleidung nicht mehr als etwas Besonderes, Wertvolles angesehen wird. Wenn es nicht läuft, dann kommt es eben weg", sagte Hinzmann der taz. "Bei der Herstellung geht es da nicht um Öko- oder Sozialstandards oder Nachhaltigkeit, sondern um Masse und billig."

Ob der angekündigte Boykott wirkt ist fraglich. Für Samstag ist jede Menge Neuschnee angekündigt worden. Seinen H&M-Mantel wird da wohl kaum jemand zu Hause lassen.

anouk van houdt
10.01.2010, 12:32
ja stimmt leider wirklich. ich habe auch mal mit bei h&m gearbeitet. wenn sachen nicht mehr 100%tig waren wurde sie abgeschrieben. und da gehörte eigl nicht viel zu, es mussten mehr als 3 knöpfe an einer jacke fehlen, ein faden an einem pullovr gezogen sein oä. also das waren sachen bei die hätte ich sogar noch genommen. aber es gab die strenge anweisung die zu entsorgen.
genauso wenn bestimmt sachen einer kollektion über waren. manche sachen kamen auch gar nicht erst in den sale sondern wurden einfach entsorgt. traurig.

funkysun
10.01.2010, 12:46
Naja das klingt jetzt böse, aber es ist wahrscheinlich günstiger die zu entsorgen, als die zu spenden.
Aber das is wohl an der Tagesordnung im Modegeschäft. n Prof von mir meinte mal in nem Seminar, dass das so läuft, dass Sachen, die nicht verkauft werden an Billigketten verscherbelt werden und wenn das nicht geht werden sie zerstört.

Ich finde es auch grotesk, auf der einen Seite schieben sie alle so Aktionen mit green fashion und dann sowas...

kafkaesque
12.01.2010, 00:24
Naja das klingt jetzt böse, aber es ist wahrscheinlich günstiger die zu entsorgen, als die zu spenden.


die haben sie vorher aufwendig untragbar geschnippelt.

Milch&Honig
12.01.2010, 09:24
Die werden wohl Angst haben, dass Spenden potenzielle Kunden abschrecken würde. Nach dem Motto: "Ich trage doch nichts, das Bedürftige auf der Straße nachgeworfen bekommen!"
Echt traurig, und am schlimmsten eigentlich die darauf folgende Pressemitteilung von H&M, dass man die Produkte aufgrund von Produktionsmängeln gar nicht mehr weggeben dürfte. :suspekt:

juli
12.01.2010, 09:45
ja stimmt leider wirklich. ich habe auch mal mit bei h&m gearbeitet. wenn sachen nicht mehr 100%tig waren wurde sie abgeschrieben. und da gehörte eigl nicht viel zu, es mussten mehr als 3 knöpfe an einer jacke fehlen, ein faden an einem pullovr gezogen sein oä. also das waren sachen bei die hätte ich sogar noch genommen. aber es gab die strenge anweisung die zu entsorgen.
genauso wenn bestimmt sachen einer kollektion über waren. manche sachen kamen auch gar nicht erst in den sale sondern wurden einfach entsorgt. traurig.

wurden die denn auch zerschnitten o.ä. und was genau passiert bei dem entsorgen? falls ihr das erfahren habt?
also werden aus den fasern irgendwie neue klamotten produziert, oder wird der "müll" einfach verbrannt?

Herzlos
12.01.2010, 09:57
H&M ist aber nicht die einzige Firma, die das macht. Viele der Modeketten machen das so.
Meine Mutter arbeitet in einer Logistikfirma, in der auch verschiedene Modehäuser ihre Ware einlagern und verschicken lassen. Da wurde das auch schon praktiziert.

anouk van houdt
12.01.2010, 14:09
wurden die denn auch zerschnitten o.ä. und was genau passiert bei dem entsorgen? falls ihr das erfahren habt?
also werden aus den fasern irgendwie neue klamotten produziert, oder wird der "müll" einfach verbrannt?

ja gesehen hab ich das leider nicht, der typ der das immer gemacht hat nur gesagt, käme in den müll, strenge anweisung von ganz oben.

Käsestulle
12.01.2010, 16:49
klar ist das traurig, aber besonders schockierend finde ich es nicht. machen doch fast alle so. halt einfach dumm, dass die das so "entsorgt" haben, dass es gefunden werden konnte.

Käsestulle
12.01.2010, 17:15
naja, eben. das komplette system ist bollocks. deswegen find ich aber nun nichts sonderlich schockierendes daran, dass h&m da genauso mitmacht wie andere auch. das ganze organic cotton, green fashion zeugs ist doch im endeffekt auch nur marketing und anpassen an die nachfrage.