PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Griechenland.



Inaktiver User
05.05.2010, 14:15
Befürwortet ihr die Finanzhilfen?
Wird sich so der Staatsbankrott und ein massives EU/Euro-Problem verhindern lassen?
Gehen die Griechen zurecht auf die Straße?
Nur der Anfang eines Umbruchs oder nur ein kleines Problemchen, das bald behoben ist?

Ihr wisst ja, was die Kernfragen sind, also sagt mal...

auri_aureola
05.05.2010, 14:22
jetzt bist du mir zuvorgekommen - wollte grad einen ähnlichen thread öffnen.

Inaktiver User
05.05.2010, 14:26
Na dann fang gleich mal an... ;)

auri_aureola
05.05.2010, 14:30
nö - ich wollte ja auch allgemeine meinungen hören. ist ja viel zu einfach auf eine meinung zu anworten oder diese zu kritisieren. viel besser sind doch antworten, die man sich selbst "ausdenken" muss.

neonblond
05.05.2010, 14:37
da die finanzhilfen ja fett verzinst zurückgezahlt werden, wenn auch eher mittel- bis langfristig, finde ich es ok. die gefahr von totalausfälle wie bei vielen afrikanischen oder lateinamerikanischen staaten ist denke ich nicht sooo hoch. und die EU ist eben auch eine art solidargemeinschaft für solche fälle.


das populistische gejaule von unterirdisch dummen medien und nullchecker-journalisten a la "waaas wie kommen wir dazu, denen geld zu schenken" geht mir jedenfalls gehörig auf den senkel :uebel:

Inaktiver User
05.05.2010, 14:51
Na ja, von "zurückzahlen" oder generell "zahlen" kann man auf der Ebene eh nicht mehr ernsthaft reden. Das ist doch nur mehr eine Schuldenherumschieberei eines völlig kaputten Systems.

Und genau deshalb hätt ich mir auch gewünscht, es implodiert vielleicht wenigstens mal ein bisschen was, als dieses ewige "Sterben auf Raten" eines Wirtschaftssystems, von dem jeder wichtige Akteur heute nur mehr hofft, dass er und seine Kinder es nicht mehr erleben, wenn es zusammenkracht. Aber dass es das tut, daran zweifelt keiner mehr.

[Im Übrigen: Selbst wenn man die Systemdebatte lässt und, wie du, davon ausgeht, dass Deutschland und die EU das Geld langfristig zurückbekommt, würde sowas bei hohen Summen mal runtergebrochen wohl einer ganzen Generation nicht helfen. Da bleibt es abzuwarten, wie die EU mit ihren Stabilitätskriterien in nächster Zeit umgeht und ob man nicht jetzt auf das Pferd "Noch mehr sparen, das passiert uns sonst auch" setzt.
Aber grundsätzlich: Wenn du 50 Jahre lang hoch verschuldet bist, hilft es maximal deinen Kindern erst wieder, wenn sie das Geld dann erst zurückkriegen.]

neonblond
05.05.2010, 15:01
Und genau deshalb hätt ich mir auch gewünscht, es implodiert vielleicht wenigstens mal ein bisschen was, als dieses ewige "Sterben auf Raten" eines Wirtschaftssystems, von dem jeder wichtige Akteur heute nur mehr hofft, dass er und seine Kinder es nicht mehr erleben, wenn es zusammenkracht. Aber dass es das tut, daran zweifelt keiner mehr.


das hatte ich mir im zuge der finanzkrise in den USA gewünscht. griechenland ist dazu leider doch zu klein und unbedeutend, um da den stein des anstosses zu geben.

Inaktiver User
05.05.2010, 15:05
das hatte ich mir im zuge der finanzkrise in den USA gewünscht. griechenland ist dazu leider doch zu klein und unbedeutend, um da den stein des anstosses zu geben.

Na ja, einfach so umfallen lassen kann man sie nicht, sonst täte man das auch. Und es könnten ja durchaus noch einige nachziehen...

auri_aureola
05.05.2010, 15:19
Na ja, einfach so umfallen lassen kann man sie nicht, sonst täte man das auch. Und es könnten ja durchaus noch einige nachziehen...

könnten ist gut. es werden.
irgendwann kippt das system an sich in sich um. ende im gelände.

merkel hatte doch vor jahren schon den vorschlag gemacht auch innerhalb der eu finanztechnisch zu trennen. das wäre es gewesen.....

S.Less
05.05.2010, 20:01
da die finanzhilfen ja fett verzinst zurückgezahlt werden, wenn auch eher mittel- bis langfristig, finde ich es ok. die gefahr von totalausfälle wie bei vielen afrikanischen oder lateinamerikanischen staaten ist denke ich nicht sooo hoch. und die EU ist eben auch eine art solidargemeinschaft für solche fälle.
fetter verzinst als es uns kostet das geld zu besorgen? definitiv nicht. sicher zurückzahlen? definitiv nicht.

ich bin gegen jeden cent der in dieses land jetzt noch fließt, gerade weil die dortige bevölkerung ganz offensichtlich vor allem gegen die sparpläne demonstriert und nicht ausschließlich nur gegen die die schuld daran sind letzten endes.

kenPlanvongarnüx
05.05.2010, 20:23
kann mir jemand erklärt wie die alternative aussehen würde?

Pausenaufsicht
05.05.2010, 21:25
ich bin gegen finanzhilfen für griechenland. erst gibt man sich in der eu gesetze, dass eu mitgliedsstaaten nicht für die schulden anderer mitglieder aufkommen müssen, und dann auf einmal doch

wie ernst soll man eine eu nehmen, die ihre eigenen regeln nicht einhält und es nicht für nötig hält, in irgendeiner form zu kontrollieren, wo eu gelder hingehen?

Inaktiver User
05.05.2010, 21:43
kann mir jemand erklärt wie die alternative aussehen würde?

Nach einer derartigen Wirtschaftskrise von der wir alle wissen, wer sie verschuldet hat, bräuchte ich über eine Alternative nicht lange nachdenken. Welches Dreckspack sich wieder daran eine goldene Nase verdient (hat), ist ja kein Geheimnis. Und genau da müsste man endlich mal ansetzen. Wo leben wir eigentlich, dass wir übertrieben gesagt irgendwann mal leeeeider alle hungern müssen, weil "die Banken und ihr Geld". Wie absurd ist dieses System denn bitte?

kenPlanvongarnüx
05.05.2010, 22:08
Nach einer derartigen Wirtschaftskrise von der wir alle wissen, wer sie verschuldet hat, bräuchte ich über eine Alternative nicht lange nachdenken. Welches Dreckspack sich wieder daran eine goldene Nase verdient (hat), ist ja kein Geheimnis. Und genau da müsste man endlich mal ansetzen. Wo leben wir eigentlich, dass wir übertrieben gesagt irgendwann mal leeeeider alle hungern müssen, weil "die Banken und ihr Geld". Wie absurd ist dieses System denn bitte?


und wie lautet jetzt der vorschlag? alle banken in europa auf einen schlag verstaatlichen und die börse abschaffen?

Inaktiver User
05.05.2010, 22:42
und wie lautet jetzt der vorschlag? alle banken in europa auf einen schlag verstaatlichen und die börse abschaffen?

Ein Milliardenskandal jagt den nächsten, den Bürgern wird immer erzählt, sie müssten jetzt wieder und wieder ihr Geld dafür hinlegen, um weiter lustig an dem System herumzudoktern, selbst die Menschen, die meinen, durch das demokratische Wahlrecht noch irgendeine Art von Mitbestimmung haben, sehen, dass die Politik völlig handlungsunfähig wird, die Schere geht immer weiter auf, die Kassen brechen zusammen, die Staatsschulden explodieren, dass die Renten sehr bald nicht mehr bezahlbar sind, ist jedem bekannt, vom Arbeitsmarkt will ich gar nicht erst anfangen und dann kommt eine derart zynische Antwort, wenn man es - oh Überraschung - wagt, anzumerken, dass vielleicht das System mal überdacht werden muss? Findest du da Zynismus wirklich angebracht? Ich jedenfalls nicht.

fredericus
05.05.2010, 23:07
kann mir jemand erklärt wie die alternative aussehen würde?

Griechenland aus der EU werfen!
Wenn sich ein Staat absichtlich durch jahrelangen Betrug in die EU einschleicht, dann sollte man es einfach wieder hinauswerfen. Zumal die EU-Gesetze das auch hergeben, wenn ich mich nicht irre.
Griechenland ist jetzt auch nicht die große und wichtige Volkswirtschaft, so dass ein Rauswurf wohl kaum größeren Schaden im europäischen Wirtschaftsraum anrichten wird. Es wird, im Gegenteil, wohl eher eine stabilisierende Wirkung auf den Euro haben.

Und es kann mir keiner erzählen, dass wir die Milliarden jemals wieder sehen werden (von den Zinsen ganz zu schweigen). Wie auch?

Inaktiver User
05.05.2010, 23:32
und dann irland, spanien und portugal gleich hinterher oder was?:suspekt:

kenPlanvongarnüx
05.05.2010, 23:56
Ein Milliardenskandal jagt den nächsten, den Bürgern wird immer erzählt, sie müssten jetzt wieder und wieder ihr Geld dafür hinlegen, um weiter lustig an dem System herumzudoktern, selbst die Menschen, die meinen, durch das demokratische Wahlrecht noch irgendeine Art von Mitbestimmung haben, sehen, dass die Politik völlig handlungsunfähig wird, die Schere geht immer weiter auf, die Kassen brechen zusammen, die Staatsschulden explodieren, dass die Renten sehr bald nicht mehr bezahlbar sind, ist jedem bekannt, vom Arbeitsmarkt will ich gar nicht erst anfangen und dann kommt eine derart zynische Antwort, wenn man es - oh Überraschung - wagt, anzumerken, dass vielleicht das System mal überdacht werden muss? Findest du da Zynismus wirklich angebracht? Ich jedenfalls nicht.


naja, du setzt da aber kompetenzen voraus, die einfach nicht existieren. und mit kompetenzen meine ich durchaus auch einheitliche entscheidungen auf höherer ebene. aber diese höhere eben gibt es nunmal nicht und so bleiben es individual-entscheidungen und individual-reaktionen, die alles wieder zunichte machen. man könnte auch kurz sagen: globalisierung.

ich stimme dir in deinen anmerkungen überein, aber das erkennen des problems macht es ja nicht besser. wenn man sagt, man müsse das "system überdenken" macht man es sich meiner meinung nach ebenso recht einfach. selbst wenn du eine lösung gefunden hast, wird diese auf sehr viel vertrauen (bzgl. des mitmachens der anderen) aufgebaut und ist organisatorisch nicht stemmbar. wir befinden uns in einer welt, in der darüber monatelang diskutiert werden muss, ob wir für eine milliarde euro modernere straßenschilder brauchen, in der männer ohne hüte und pfeile mit weniger abrundungen vorkommen. da verlangst du etwas viel, wenn du sagst "wir müssen das system überdenken", finde ich.

in dem "system" überholt eine sache die andere und alles ist längst zum selbstläufer geworden. politiker können da meiner meinung nach inzwischen auch nicht mehr viel dran ändern.

kenPlanvongarnüx
06.05.2010, 00:00
Griechenland aus der EU werfen!
Wenn sich ein Staat absichtlich durch jahrelangen Betrug in die EU einschleicht, dann sollte man es einfach wieder hinauswerfen. Zumal die EU-Gesetze das auch hergeben, wenn ich mich nicht irre.
Griechenland ist jetzt auch nicht die große und wichtige Volkswirtschaft, so dass ein Rauswurf wohl kaum größeren Schaden im europäischen Wirtschaftsraum anrichten wird. Es wird, im Gegenteil, wohl eher eine stabilisierende Wirkung auf den Euro haben.

Und es kann mir keiner erzählen, dass wir die Milliarden jemals wieder sehen werden (von den Zinsen ganz zu schweigen). Wie auch?

ich denke die pleite griechenlands wird für deutschland weitaus teurer werden als leppische 300 milliarden (die für die nächsten jahre für griechenland insgesamt veranschlagt sind).

guck doch mal an, was das für "kleine" gründe waren, die die marode gesamtwirtschaft in die wirtschaftskrise geritten haben. wenn ein land wie griechenland untergeht, dauerts nimmer lang bis panik bei den anderen "pleite-kandidaten" ausbricht und die börse sich verabschiedet.


ich persönlich sehe keine alternative als griechenland zu retten.

kenPlanvongarnüx
06.05.2010, 00:00
und dann irland, spanien und portugal gleich hinterher oder was?:suspekt:
und bayern, bitte dann auch bayern ;)

fredericus
06.05.2010, 01:21
und dann irland, spanien und portugal gleich hinterher oder was?:suspekt:

Irland, Spanien und Portugal haben nicht dreist gelogen und betrogen um in die EU aufgenommen zu werden.

Und das schon angedachte "Europa der zwei Geschwindigkeiten" wäre sehr sinnvoll, ja.

Inaktiver User
06.05.2010, 14:05
naja, du setzt da aber kompetenzen voraus, die einfach nicht existieren. und mit kompetenzen meine ich durchaus auch einheitliche entscheidungen auf höherer ebene. aber diese höhere eben gibt es nunmal nicht und so bleiben es individual-entscheidungen und individual-reaktionen, die alles wieder zunichte machen. man könnte auch kurz sagen: globalisierung.

ich stimme dir in deinen anmerkungen überein, aber das erkennen des problems macht es ja nicht besser. wenn man sagt, man müsse das "system überdenken" macht man es sich meiner meinung nach ebenso recht einfach. selbst wenn du eine lösung gefunden hast, wird diese auf sehr viel vertrauen (bzgl. des mitmachens der anderen) aufgebaut und ist organisatorisch nicht stemmbar. wir befinden uns in einer welt, in der darüber monatelang diskutiert werden muss, ob wir für eine milliarde euro modernere straßenschilder brauchen, in der männer ohne hüte und pfeile mit weniger abrundungen vorkommen. da verlangst du etwas viel, wenn du sagst "wir müssen das system überdenken", finde ich.

in dem "system" überholt eine sache die andere und alles ist längst zum selbstläufer geworden. politiker können da meiner meinung nach inzwischen auch nicht mehr viel dran ändern.

Ich glaube, du missverstehst mich da ein bisschen. Ich rede nicht davon, dass sich Merkel, Sarkozy und Obama an einen Tisch setzen und irgendwelche Pseudo-Reformen beschließen. Ein System, wie es im Moment ist, lässt sich nicht im ersten Schritt von innen am grünen Tisch verändern. Das hat noch nie geklappt...

Aber mittlerweile sind ja scheinbar die meisten echt mit allem zufrieden. Mit allem. Auch wenn ich es kaum glauben kann...

Zoor
06.05.2010, 18:17
da die finanzhilfen ja fett verzinst zurückgezahlt werden, wenn auch eher mittel- bis langfristig, finde ich es ok. die gefahr von totalausfälle wie bei vielen afrikanischen oder lateinamerikanischen staaten ist denke ich nicht sooo hoch.
Naja, angeblich sollen es Junior-Kredite werden, d.h. sie werden nachrangig bedient. Außerdem geht der Chefökonom der Deutschen Bank bereits von einer Abschreibung von gut 50% aus.
Von der Hand zu weisen ist es also nicht wirklich.

Die Frage beim Thema ist eher, ob es nachhaltig hilft oder nicht. Verluste wird Deutschland ohnehin hinnehmen müssen. Entweder durch Kredite an Griechenland oder durch Stützmaßnahmen für hiesige (teils in Staatsbesitz befindliche) Banken, die in Griechenland investiert haben.

kenPlanvongarnüx
07.05.2010, 17:43
Ich glaube, du missverstehst mich da ein bisschen. Ich rede nicht davon, dass sich Merkel, Sarkozy und Obama an einen Tisch setzen und irgendwelche Pseudo-Reformen beschließen. Ein System, wie es im Moment ist, lässt sich nicht im ersten Schritt von innen am grünen Tisch verändern. Das hat noch nie geklappt...

Aber mittlerweile sind ja scheinbar die meisten echt mit allem zufrieden. Mit allem. Auch wenn ich es kaum glauben kann...

Wovon redest du denn? Also mach vielleicht mal ein konkreteres Beispiel (egal, ob das Beispiel sinnvoll durchführbar wäre oder nicht).

Inaktiver User
08.05.2010, 13:48
Wovon redest du denn? Also mach vielleicht mal ein konkreteres Beispiel (egal, ob das Beispiel sinnvoll durchführbar wäre oder nicht).

Ich rede in erster Linie davon, dass der Druck natürlich von der Masse ausgehen muss und keineswegs von der politischen Führungsseite. Das ist ja das absurdeste Szenario, das es auch nie gegeben hat.

Mit "organisatorisch stemmbar" oder "monatelangen Diskussionen", von denen du sprichst, hat das nichts zu tun. Da haben wir glaube ich meilenweit voneinander entfernte Ansätze und Ansichten.

Inaktiver User
10.05.2010, 10:26
750 Milliarden...solche Zahlen hauen mittlerweile auch keinen mehr vom Hocker.

(Was ich bei all der Systemkritik mal sagen muss: Respekt vor dem, was jemand wie Merkel in den letzten Wochen alles bewältigen musste und muss. Sich an einem Tag in 3 verschiedenen Ländern mit 3 verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, rein nur vom Zeit- und Stressaufwand, dann noch immer absolut informiert zu sein und sich Interviews zu stellen, der Finanzminister ist seit Wochen ein Totalausfall, der kompensiert werden muss...und 25 ist Angie ja auch nicht mehr...)

Jemima
10.05.2010, 16:14
Ich rede in erster Linie davon, dass der Druck natürlich von der Masse ausgehen muss und keineswegs von der politischen Führungsseite.

Was käme denn dann danach bzw. was würdest Du befürworten? Revolution - und dann?

Inaktiver User
10.05.2010, 17:20
.

kenPlanvongarnüx
10.05.2010, 19:28
Was käme denn dann danach bzw. was würdest Du befürworten? Revolution - und dann?

ich hab mich ja schon nicht mehr getraut zu fragen.....

Inaktiver User
10.05.2010, 22:56
Ich glaube, ich lasse es an dieser Stelle lieber. Dass es darum erstmal überhaupt nicht geht, wird scheinbar nicht klar...

auri_aureola
10.05.2010, 23:16
Was käme denn dann danach bzw. was würdest Du befürworten? Revolution - und dann?

das liegt doch auf der hand. es gibt zwei möglichkeiten. griechenland streikt ja sowieso schon ... also: ausscheiden und alleine lassen = Plagiat.

oder mitziehen - revolution bis zum ende stattfinden lassen und die eu bricht zusammen.

Papyra
12.05.2010, 17:08
das liegt doch auf der hand. es gibt zwei möglichkeiten. griechenland streikt ja sowieso schon ... also: ausscheiden und alleine lassen = Plagiat.

oder mitziehen - revolution bis zum ende stattfinden lassen und die eu bricht zusammen.


Hä?? was meinst du damit-revolution bis zum ende statt finden lassen? und was meinst du mit plagiat?

Jemima
12.05.2010, 21:56
ich hab mich ja schon nicht mehr getraut zu fragen.....

Verständlich, nachdem Du es dreimal versucht hast. ;)

Jemima
12.05.2010, 22:01
Ich glaube, ich lasse es an dieser Stelle lieber. Dass es darum erstmal überhaupt nicht geht, wird scheinbar nicht klar...

Damit machst Du es Dir aber ziemlich einfach. Kritik sollte doch möglichst immer konstruktiv sein, oder nicht? Mir ist schon klar, dass es Dir erstmal darum geht, den Bankern und Politikern den Boden unter den Füßen wegzuziehen (falls ich Dich da falsch verstanden habe, lasse ich es mir auch gerne nochmal genauer erklären), aber irgendwie muss es dann doch auch weitergehen. Revolution und dann schaun mer mal kanns ja irgendwie nicht sein, oder? Es sei denn Du hast eh schon resigniert oder hältst Anarchie für die Lösung aller Probleme.

Ich wundere mich grad ein bisschen, weil Du sonst bei anderen Themen jeden, der auf eine solche Frage so reagiert wie Du es gerade tust, unangespitzt in den Boden rammst.

Jemima
12.05.2010, 22:02
das liegt doch auf der hand. es gibt zwei möglichkeiten. griechenland streikt ja sowieso schon ... also: ausscheiden und alleine lassen = Plagiat.

oder mitziehen - revolution bis zum ende stattfinden lassen und die eu bricht zusammen.

So weit waren wir ja schon, mich hätte jetzt einfach mal interessiert, was dann nach dem Zusammenbruch der EU kommen soll.

Inaktiver User
12.05.2010, 22:39
Ich wundere mich grad ein bisschen, weil Du sonst bei anderen Themen jeden, der auf eine solche Frage so reagiert wie Du es gerade tust, unangespitzt in den Boden rammst.

mich zum beispiel:mrnerd:
ich erinnere mich.

neonblond
14.05.2010, 15:41
Naja, angeblich sollen es Junior-Kredite werden, d.h. sie werden nachrangig bedient. Außerdem geht der Chefökonom der Deutschen Bank bereits von einer Abschreibung von gut 50% aus.
Von der Hand zu weisen ist es also nicht wirklich.

Die Frage beim Thema ist eher, ob es nachhaltig hilft oder nicht. Verluste wird Deutschland ohnehin hinnehmen müssen. Entweder durch Kredite an Griechenland oder durch Stützmaßnahmen für hiesige (teils in Staatsbesitz befindliche) Banken, die in Griechenland investiert haben.

hm, ok, das mit den junior-krediten wusste ich nicht. aber generell kommen die kredite ja nicht nur aus deutschland bzw der Eu, sondern auch vom IWF, der ja auch noch von vielen anderen geldgebern gespeist wird. was man aber auch sagen muss, deutsche und andere unternehmen haben ja auch ganz schön mitgeschnitten in griechenland, zb. siemens.

ist zwar jetzt nicht hier thema, aber was mich 1000x mehr ärgert, sind bulgarien und rumänien in der eu. da wusste jeder schon vor dem beitritt, daß die bescheissen und sich zahlen aus den fingern saugen, daß sich die balken biegen. und die korruption dort ist so unglaublich dreist, daß man sogar bei einem 2 tägigen aufenthalt schon selbst damit in berührung kommt :uebel:

Inaktiver User
29.05.2010, 16:49
Damit machst Du es Dir aber ziemlich einfach. Kritik sollte doch möglichst immer konstruktiv sein, oder nicht? Mir ist schon klar, dass es Dir erstmal darum geht, den Bankern und Politikern den Boden unter den Füßen wegzuziehen (falls ich Dich da falsch verstanden habe, lasse ich es mir auch gerne nochmal genauer erklären), aber irgendwie muss es dann doch auch weitergehen. Revolution und dann schaun mer mal kanns ja irgendwie nicht sein, oder? Es sei denn Du hast eh schon resigniert oder hältst Anarchie für die Lösung aller Probleme.

Ich wundere mich grad ein bisschen, weil Du sonst bei anderen Themen jeden, der auf eine solche Frage so reagiert wie Du es gerade tust, unangespitzt in den Boden rammst.

Es geht erstmal um ein bestimmtes Bewusstsein, das offenbar nicht wirklich da ist, wenn ich mir die Kommentare hier so anschaue, dieses zynische "Anarchie oder was?" und solche Dinge. Das ist doch völliger Quatsch, zu behaupten, dass man eine vorherrschende Ordnung oder andere Zustände immer nur dann ändern kann oder soll, wenn man einen Plan für die Zukunft hat. So ist das auch bisher nie passiert.

Nochmal: Ich rede hier nicht davon, dass sich die gleichen Fressen und Milieus, die seit jeher alles falsch machen, an den grünen Tisch setzen und an einem System herumdoktern, das meiner Ansicht nach von innen nie mehr zu retten ist. Daran glaubt doch nicht mal mehr der größte und naivste Optimist unter der Sonne.

1 (http://www.youtube.com/watch?v=BKe2EkwOjZw)
2 (http://www.youtube.com/watch?v=SFFyE0C3C2o)

[Die Statements gehen z.T. in die Richtung, die ich meine...]

Natürlich kann man jetzt 1000 Teilbereiche nennen und ich kann 1000 Vorschläge bringen, wie man Dinge meiner Ansicht nach ändern muss, Wirtschaftsmacht, Sozialstaat, Ausformung der Demokratie und so weiter, aber das führt hier erstens zu weit und zweitens ist das nicht der Punkt. Da kommen noch 100 Schritte vorher und von denen rede ich.

Und: Ich ramme hier niemanden ungespitzt in den Boden, der von mir aus auch Meinungen vertritt, die ich absolut nicht teile. Ich ramme Leute in den Boden, die bei allem die Klappe aufreissen, davon keine Ahnung haben, sich ständig widersprechen oder einfach Unwahrheiten unterstellen und denken, ihre Luftblasenargumentationen fallen hier keinem auf. Alle anderen könnte ich auch nicht in den Boden rammen, sie würden das ja nicht mit sich machen lassen... ;)

Jemima
16.06.2010, 14:15
Es geht erstmal um ein bestimmtes Bewusstsein, das offenbar nicht wirklich da ist, wenn ich mir die Kommentare hier so anschaue, dieses zynische "Anarchie oder was?" und solche Dinge.

Ich nenne das nicht zynisch, sondern realistisch. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich meinte Anarchie im wörtlichen Sinn und nicht als abwertenden Begriff. Wie würdest Du den Zustand nach einem Umbruch sonst bezeichnen, wenn nichts mehr von dem da ist, was vorher da war?


Das ist doch völliger Quatsch, zu behaupten, dass man eine vorherrschende Ordnung oder andere Zustände immer nur dann ändern kann oder soll, wenn man einen Plan für die Zukunft hat. So ist das auch bisher nie passiert.

Was daraus jeweils geworden ist, kann man sich auch überall auf der Welt anschauen. So wirklich toll funktioniert hat das nämlich auch noch nie, oder kenn ich nur kein positives Beispiel? Wie gesagt, ich lass mich da gerne eines Besseren belehren, dass hier einiges schief läuft dürfte ja jedem klar sein und wenn es für das Problem eine in meinen Augen gute Lösung gäbe, wär ich sicher dafür.

Ich seh da nur einige Probleme, die die ganze Idee für mich dann leider eher naiv wirken lassen:

Wie will man so einen Umbruch durchführen? Wenn man sowohl das politische als auch das wirtschaftliche System stürzen will, ist es mit einem bisschen demonstrieren wohl kaum getan, das hat schon in den 60ern und 70ern nicht funktioniert und genauso wenig in den späten 80ern. Die DDR brauchte da ja zB auch Hilfe von außen. Die Methoden der RAF halte ich auch für nicht brauchbar, es sei denn man nimmt in Kauf, Menschenleben aufs Spiel zu setzen, was für mich völlig indiskutabel ist. Ein gewaltsamer Putsch kann aus demselben Grund auch nicht die Methode der Wahl sein. Was dann?

Wie will man diejenigen, die einen Plan in der Tasche haben (und davon gibt es sicher jede Menge), davon abhalten, den nach dem Umbruch eventuell gewaltsam durch- und umzusetzen?

Wie will man die diversen linken Gruppierungen, die bei einem solchen Umbruch mit Sicherheit in der ersten Reihe marschieren werden, davon abhalten, das nur nach ihren Vorstellungen durchzuziehen, statt dafür zu sorgen, dass die Mehrheit der Bevölkerung dahintersteht?

Außerdem würden die oberen Bonzen danach eh nur ihre Taschen vollpacken und sich ins Ausland absetzen, während alle anderen sich auch im neuen System mehr oder weniger unbemerkt wieder ihre Pöstchen suchen. Das war bisher auch immer so. Die jahre- und jahrzehntelang gewachsenen Strukturen zerstört man nicht mal eben.

Mal abgesehen davon brauchts irgendeine Regierungsform und ich find die aktuelle deutsche grundsätzlich ganz brauchbar, das Problem sind die Menschen, die an der Macht sind und deren Machtmissbrauch und das wird sich wohl nicht so schnell ändern lassen. Das ist das Problem aller theoretischen Überlegungen: die werden sich in der Praxis nie so durchführen lassen, wie man sich das vorstellt, weil es an den Menschen scheitert. Deshalb hat auch der Sozialismus nicht funktioniert.