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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinkende Qualität der Zeitung "Die Zeit"



michaelzzzz
15.05.2010, 13:34
Hallo,

ist das jemandem von euch auch schon aufgefallen, dass diese Wochenzeitung enorm nachgelassen hat? Es finden sich viele Artikel, die einfach nur auf Lobbying zurückzuführen sind (z.B. bei den Artikeln über das Studieren, Rubrik Campus). Außerdem ist grad so ein komischer Unternehmensberater-Artikel online, der so geschrieben ist wie sonst Artikel bei der Jungen Karriere. Auch über Fußball, damals über Bayern München, stand in dieser Zeitung so ein Mist drin, einfach nur weil das ne Hamburger Zeitung ist und die eben - wie der Rest Deutschlands - Bayern München nicht mögen.


Früher hat sich diese Zeitung immer damit gerühmt, möglichst objektiv zu sein und auch widersprüchliche Meinungen gegenüberzustellen. Aber heute ? Ich frag mich manchmal, wieso die Qualität der Artikel dort so dahinsiecht.

Ist das nur mein Eindruck oder seht ihr das ähnlich?

erlkönigin
15.05.2010, 14:10
Das ist doch bei allen Zeitungen so (zumindest den Online Ausgaben). Angefangen hat es beim Spiegel, dann die Süddeutsche, weiter die FAZ und nun erreicht es auch die Zeit. Wobei, im Vergleich zu den anderen Zeitungen finde ich die Zeit noch aimmer als die mit dem höchsten Niveau.

Zu dem Unternehmensberater Artikel - stammt der nicht sogar von karriere.de? Meinte, so etwas in den Kommentaren gelesen zu haben...

venea
15.05.2010, 14:17
Früher hat sich diese Zeitung immer damit gerühmt, möglichst objektiv zu sein und auch widersprüchliche Meinungen gegenüberzustellen. Aber heute ? Ich frag mich manchmal, wieso die Qualität der Artikel dort so dahinsiecht.

das waren sie noch nie, vor allem nicht, was die politische ausrichtung betrifft. wenn du dir neulich den artikel zu kohl durchgelesen hast und was sie alles über ihn geschrieben hatten, düfte das eigentlich schon klar geworden sein.

ichs
16.05.2010, 14:29
bei der zeit kam es schon immer sehr drauf an in welchem ressort. das feuilleton etwa ist ziemlich links, der politikteil je nach redakteur (josef joffe neokonservativ/liberal, ulrich laduner linksliberal etc.) etc. pp.
der campus teil war schon immer neoliberal und so ein sprachrohr für die bertelsmannstiftung.
online ist me ein großer qualitätsabfall zu bemerken, seitdem die zeit zu holtzbrinck gehört und man diese kooperation mit dem tagesspiegel pflegt. deren autoren grade im außenpolitischen bereich sind oft völlig ahnungslos.

Fettnäpfchen
17.05.2010, 12:25
Ich hatte in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass bei der ZEIT eigentlich keine unabhängige Berichterstattung (mehr) stattfindet, sondern die Artikel ganz massiv Stellung beziehen. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn sie deutlich als Meinungen gekennzeichnet wären - dann würde ich auch erwarten, dass sie Informationen auslassen und nicht objektiv sind. So aber geben sie sich den Anschein, objektiv zu berichten, während die einzelnen Autoren ihre persönlichen Meinungen zum besten geben. Und das kann ziemlich verwirrend sein, weil dann zu ein und demselben Thema manchmal ein Pro- und ein Contra-Artikel in der Zeitung stehen, statt einfach mal in einem Artikel objektiv oder zumindest ohne bewusste Auslassung von Fakten zu berichten

S.Less
17.05.2010, 13:56
welche zeitung ist denn bitte objektiv? halbwegs objektiv sind wenn dann eher noch die agenturmeldungen von dpa, reuters usw, die kannst du ja lesen wenn du was nicht wertendes willst.

Fettnäpfchen
17.05.2010, 14:34
Mir ist klar, dass ich nicht mit vollständiger Objektivität rechnen kann. Aber ich habe das Gefühl, dass das bei der ZEIT früher besser war, während mittlerweile doch sehr subjektive Artikel vorherrschend sind. Und ich persönlich fände es eben seriöser, wenn z.B. immer auch gekennzeichnet ist, von wem welcher Artikel ist, so dass man das etwas einordnen kann.

Inaktiver User
17.05.2010, 15:12
Hallo,

ich bin Redakteurin udn auch Zeitleserin. Ich stimme euch absolut zu, aber ich möchte euch wirklich mal die andere Seite schildern. Ich bin zwar nicht bei der Zeit (haha schön wäre es) aber es ist tatsächlich überall gleich: hoffnungslos überarbeitete Redakteure, steigende Kosten, Personalmangel und ein teueres Produkt. Keine Frage, gut ist das nicht, dass immer mehr "PR-Artikel" (meistens werden diese übrigens "fertig" gekauft) Einzug in Zeitungen erhalten und eigentlich denkt man immer "aber bei der Zeit ist ja noch alles in Ordnung"), aber das liegt nicht daran,d ass die das so unbedingt wollen. Ihr glaubt gar nicht, was man bei solchen Artikeln für ein mieses Gefühl hat. ...

Ich frag mich in meinem Alltag häufig, wie paradiesisch das alles früher gewesen sein muss, als man noch Zeit für Recherche, Schreiben und so hatte, als man gute Fotografen hatte und sich wirklich einarbeiten konnte. :durchgeknallt:

chartreuse
17.05.2010, 15:23
Mir ist klar, dass ich nicht mit vollständiger Objektivität rechnen kann. Aber ich habe das Gefühl, dass das bei der ZEIT früher besser war, während mittlerweile doch sehr subjektive Artikel vorherrschend sind. Und ich persönlich fände es eben seriöser, wenn z.B. immer auch gekennzeichnet ist, von wem welcher Artikel ist, so dass man das etwas einordnen kann.

hä, das ist es doch aber in der zeit? immer fett in der ersten zeile? also ich achte da jedenfalls auch immer auf den autor und finde die teilweise auch von ihren ansichten mittlerweile klar unterscheidbar. es ist halt ein starkes meinungsblatt und das wird auch klar deutlich, das ist mmn nach eher eine stärke der zeit. beim spiegel stört mich das viel mehr, dass die artikel da einen viel allgemeingültigeren, investigativen "dies ist die neutrale tiefrecherchierte wahrheit"-anspruch zu haben scheinen, aber bei genauerer betrachtung da doch gewisse autoren gerade zb bei wirtschaftsthemen alles sehr stark durch ihre eigene brille werten.

Fettnäpfchen
17.05.2010, 16:26
Echt? Ich les die Zeit schon seit ner Weile nicht mehr, aber irgendwie hatte ich das in Erinnerung, dass das eben nicht immer dabei stand. Aber man hat oft schon am Stil und am Inhalt unterscheiden können, von wem welcher Artikel ist, das stimmt.

@Paminia: ich kann mir schon vorstellen, wie das aussieht. Und bei sinkenden Leserzahlen und der starken Konkurrenz im Internet wird das wohl eher auch nicht besser werden. Und wenn man dann solche Aktionen bringt, springen ja eher noch mehr Leser ab - das ist wohl ein Teufelskreis.

Inaktiver User
17.05.2010, 21:35
Immer peinlicher wird meiner Ansicht nach vor allem Gero von Randow. Wenn ich seine platten Video-Kommentare sehe, kommt mir das blanke Kotzen. Die könnte man auch problemlos auf Bild.de unterbringen...

ichs
19.05.2010, 20:46
bißchen schlimm sind zzt auch die bundeswehrpropgagandaartikel von haule friederichs die jede woche auf zeitonline kommen.