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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : In eine Partei eintreten - jetzt erst recht.



Inaktiver User
18.10.2010, 17:20
Vor einigen Jahren habe ich schonmal über den Beitritt nachgedacht und im Moment läuft in unserem Land so viel schief, dass ich wirklich ganz kurz davor bin, es jetzt endlich zu tun und selbst politisch aktiv zu werden.

Geht es anderen auch so?

lelesse
18.10.2010, 17:37
ich denk mir, wenn ich bestimmte dinge mitbekomme, immer, dass ich das tun müsste und mich nicht einfach so aufregen kann, ich könnte ja was dagegen tun und tue es nicht.
aber andererseits fühle ich mich auch in wenigen bereichen kompetent genug und denke dann wieder - lass es besser (und andere dafür verantwortlich sein)

Inaktiver User
18.10.2010, 17:39
ich denke halt, dass man die kompetenz ja auch erwerben kann und man muss auch nicht auf 100 hochzeiten tanzen, aber wenn man sich für ein oder zwei themen ganz besonders engagiert und den rest halt zumindest ideologisch unterstützt, macht es doch sinn.

muss / sollte man mit jedem thema seiner partei übereinstimmen? weil dann wird es bei mir schwierig und ich müsste wohl meine eigene partei gründen.
es reicht, wenn ich die mit den meisten übereinstimmungen nehme, oder?

also, ich habe schon seit jahren ein und dieselbe partei auf dem plan, aber ich würde nicht allen grundsätzen bedingungslos zustimmen, allerdings lehne ich dort nichts komplett ab.

Inaktiver User
18.10.2010, 18:00
Ich denke das reicht. Selbst im Bundestag hat jede Partei ihre Flügel, die Hardliner, die Moderaten, ...

Hawaii
18.10.2010, 18:12
ja, ich denke es gibt keine partei, in der für einen alles stimmt. oftmals gibt es in einer partei ja auch keine klare linie, bzw. wandelt sich über die zeit.

welche partei ist es denn? :D

S.Less
18.10.2010, 18:14
ich habs einmal gemacht und ein weiteres mal versucht, beide male sind sehr frustriert geendet.

Inaktiver User
18.10.2010, 18:19
aber man muss es versuchen.

es wären bei mir die grünen und das, obwohl ich ein auto habe :eek:
allerdings bin ich nicht so die hardcore-fahrerin und keine verfechterin aller autofahrerrechte :D außerdem machen die grünen ja nicht mehr nur umweltpolitik und ich kann mich mit ihnen sehr gut identifizieren.

Inaktiver User
18.10.2010, 18:32
Ich würde keine 'größere' Partei finden, die wirklich mit meiner politischen Haltung übereinstimmt.
Nachgedacht habe ich darüber schon, aber wenn ich dann aktiv etwas machen würde - Wahlwerbung etc. - dann muss ich ja auch dahinterstehen können und nicht wenn jemand Punkt X kritisiert sagen "Jaaaa... also das finde ich auch nicht gut."
Das ist für mich nochmal eine ganze Nummer größer als wenn ich die Partei 'nur' wähle.

Pausenaufsicht
18.10.2010, 18:59
man darf auch als grüner auto fahren. nur vielleicht net grad n humvee

Inaktiver User
18.10.2010, 19:02
ja, ich weeß. das war ja auch nicht ganz so ernst gemeint.

Inaktiver User
18.10.2010, 19:50
Was du schreibst, spricht alles eher gegen als für einen Parteieintritt...

ichs
19.10.2010, 01:00
das geht im moment sehr vielen so. wenn ich die neuen sehe, die gerade in scharen bei den grünen auflaufen, da haben viele so ein ähnliches gefühl: ala ich will jetzt mal was tun, aber eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich parteien gut finde.
das coole bei den grünen und v.a. gerade in berlin ist, das man sehr leicht mitmachen kann und auch sachen bewegen kann. in welchem stadtteil wohnst du denn? es gibt bei vielen aufgrund des großen ansturms zzt. alle zwei monate so neuentreffen, da lernt man leute kennen, immer auch ein paar abgeordnete und kann jede frage stellen die man will.

ichs
19.10.2010, 01:01
ah und wie doll man sich dann einbringt, dass bleibt ja jedem selbst überlassen. manche verbringen damit die ganze woche, andere helfen nur mal beim straßenfest.

SunburntParanoid
19.10.2010, 08:32
Vor einigen Jahren habe ich schonmal über den Beitritt nachgedacht und im Moment läuft in unserem Land so viel schief, dass ich wirklich ganz kurz davor bin, es jetzt endlich zu tun und selbst politisch aktiv zu werden.

Geht es anderen auch so?
absolut nein.

weil es einfach keine partei gibt mit deren richtung ich komplett übereinstimme.
ich mag lieber selber denken und bei jeder wahl mich für das kleinere übel entscheiden und sonst weiterhin meine eigene meinung vertreten und äussern und nicht die einer partei.

alpha centauri
19.10.2010, 08:52
ich bin schon in einer partei, aus demselben grund wie du. ich stimme mit meiner partei auch nicht immer 100% überein, aber meistens kann ich dahinter stehen. wenn nicht, dann sag ich das auch.
mir machts halt auch wirklich spass, an die sitzungen zu gehen, das gefühl haben, etwas zu bewegen, auch wenn ich mich bevorzugt im hintergrund halte. und die kompetenzen erarbeite ich mir "on the job", je nachdem, was gerade das thema ist. bin jetzt aber auch nicht sooo engagiert;), kommt darauf an wie stark du mitmachen möchtest, manchmal gibts schon auch sehr viel zu tun und es kann stressig werden.

alpha centauri
19.10.2010, 08:54
@sunburnt: wenn du in einer partei bist, musst du nicht in allem mit ihr übereinstimmen. ich bin auch schon bei abstimmungen nicht den weisungen der partei gefolgt, wenn sie mir nicht gepasst haben.
für mich ist es der ideologische rahmen, der wichtig ist, könnte mir keinen anderen vorstellen, aber konkret bin ich auch nicht immer derselben meinung (vor allem in den grossen parteien gibts ja sehr verschiedene strömungen).

ichs
19.10.2010, 09:46
absolut nein.

weil es einfach keine partei gibt mit deren richtung ich komplett übereinstimme.
ich mag lieber selber denken und bei jeder wahl mich für das kleinere übel entscheiden und sonst weiterhin meine eigene meinung vertreten und äussern und nicht die einer partei.

niemand stimmt mit "der parteimeinung" 100% überein. deshalb gibt es ja selbst innerhalb von parteien zig verschiedene strömungen.
wichtig ist es doch, dass du dich mit einem großteil der positionen bzw. mit dem grundansatz der partei identifizieren kannst.
und es ist ja nun wirklich nicht so, dass man als parteimitglied keine eigene meinung mehr haben darf. selbst mdbs haben die und auf dem level öffentlicher wahrnehmung ist man ja als normales mitglied noch lange nicht. der grad wie weit man abweichen kann variiert natürlich von partei zu partei. aber gerade die grünen sind da ja nun sehr exemplarisch für, dass leute sehr individuelle und abweichende meinungen vertreten und damit sogar über jahre bundestagsmitglied sein können.

Inaktiver User
19.10.2010, 18:20
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cyan
19.10.2010, 19:11
hm, nein, dieses bedürfnis habe ich gar nicht, muss ich sagen. da trete ich vorher einer NGO bei oder so. auch wenn das in den meisten fällen noch weniger bewegt.

ichs
19.10.2010, 19:34
naja demokratie ist halt kompromiss. das bedeutet ja nicht, dass man sich selbst verrät.
meine partei vertritt ja zb keine positionen bei denen ich eine 180 grad entgegengesetzte meinung habe.

ichs
19.10.2010, 19:34
hm, nein, dieses bedürfnis habe ich gar nicht, muss ich sagen. da trete ich vorher einer NGO bei oder so. auch wenn das in den meisten fällen noch weniger bewegt.

das kommt sehr auf die ngo an und was man so erwartet. es gibt einige ngos die bewegen ne ganze menge.

cyan
19.10.2010, 19:39
ja, deswegen "in den meisten fällen".

SunburntParanoid
20.10.2010, 09:31
@sunburnt: wenn du in einer partei bist, musst du nicht in allem mit ihr übereinstimmen. ich bin auch schon bei abstimmungen nicht den weisungen der partei gefolgt, wenn sie mir nicht gepasst haben.
für mich ist es der ideologische rahmen, der wichtig ist, könnte mir keinen anderen vorstellen, aber konkret bin ich auch nicht immer derselben meinung (vor allem in den grossen parteien gibts ja sehr verschiedene strömungen).
das mag ja sein, aber wenn ich schon immer bei den wahlen mein kreuzel beim "kleineren übel" mache, dann impliziert das für mich, dass ich mit keiner partei zufrieden bin. und wie soll ich dann bitteschön in eine der parteien eintreten, die ich als "kleinere übel" empfinde aber mit der ich sonst net wirklich zufrieden bin...?
ich weiß ja net, aber was soll ich dann da bitte?

da geh ich lieber blut/knochenmark spenden und engagiere mich ehrenamtlich, trete irgendeiner friedensoragnisation bei als in eine partei einzutreten. einfach weil das dinge sind mit denen ich mehr anfangen kann und hinter denen ich mehr stehe als in einer partei mitglied zu sein, die für mich nur "das kleinere übel" unter den allen parteien darstellt.

ichs
20.10.2010, 10:40
na es zwingt einen natürlich keiner in eine parte einzutreten. solange man aber nicht mitglied in einer ist kann man natürlich auch wenig verändern und ist dann am wahltag vielleicht umso frustrierter, dass man nur "das kleinere übel" wählen kann.

Inaktiver User
20.10.2010, 10:47
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Inaktiver User
20.10.2010, 10:54
ist ja nun auch nicht schlechter als selbst das kleinere uebel zu werden

aber es ist ja leider auch so, dass in den parteien die deppendichte relativ hoch ist, weil vernünftige, erfolgreiche menschen da häufig keine lust drauf haben. und gar nix zu tun ist da nicht wirklich toller, meiner meinung nach.

(hab selbst auch keine lust, in eine partei einzutreten, aber ich finde, man sollte das nicht so negativ sehen)

SunburntParanoid
20.10.2010, 11:01
na es zwingt einen natürlich keiner in eine parte einzutreten. solange man aber nicht mitglied in einer ist kann man natürlich auch wenig verändern und ist dann am wahltag vielleicht umso frustrierter, dass man nur "das kleinere übel" wählen kann.
:D klar, muss keiner in ner partei sein, wenn er das auch nicht möchte. ich wollte ja nur erklären, warum mich nicht die muse packt in eine partei einzutreten.

und:
lieber reg ich mich so über das gewählte kleinere übel auf, als wirklich ein teil des kleineren übels zu sein ;) weil dann hätte ich wohl angst vor mir selbst wenn ich in den spiegel gucken würde oder so...ahahaha
und obwohl ich nicht in einer partei aktiv bin, halte ich mich trotzdem für einen "politisch aktiven" menschen. (und nein, ich gehe nicht nur wählen und mache sonst nichts, sondern ich engagiere mich zb ehrenamtlich)

Inaktiver User
20.10.2010, 11:02
An die mit Ahnung: Wenn man in eine Partei eintritt um mitanzupacken - und nicht nur um Mitglied auf dem Papier zu sein - was wären das dann für Dinge, die man als politischer Neuling zu tun bekäme?

Ich stell mir das in einer Partei eher schwierig vor, wenn man halbwegs motiviert ist. (Mit halbwegs meine ich, durchaus was tun wollen, aber eben nicht mit Ellenbogen, da man kein Jungpolitiker mit dem Blick auf das Kanzleramt ist.)
Denn der einzige Mensch, den ich kenne und der in einer Partei aktiv unterwegs ist, ist eben so ein Ellenbogen-"Ich werde mal Kanzler!"-Mensch. Und ich dachte Parteien wimmeln bestimmt von solchen Leuten, so dass man mit weniger Ambitionen eh nicht weit kommt.

ichs
20.10.2010, 11:51
ist ja nun auch nicht schlechter als selbst das kleinere uebel zu werden


ich finde diese ansicht, dass wenn man in eine partei eintritt man automatisch anfängt opportunist zu werden etwas schräg. ich bin echt schon länger in der partei und habe noch nie den eindruck gehabt, dass ich etwas gegen meine überzeugung vertreten muss.

ichs
20.10.2010, 11:53
aber es ist ja leider auch so, dass in den parteien die deppendichte relativ hoch ist, weil vernünftige, erfolgreiche menschen da häufig keine lust drauf haben. und gar nix zu tun ist da nicht wirklich toller, meiner meinung nach.

(hab selbst auch keine lust, in eine partei einzutreten, aber ich finde, man sollte das nicht so negativ sehen)

ich behaupte in den meisten parteien ist die deppendichte nicht höher als in der gesamtbevölkerung. und auch sich mit deppen auseinanderzusetzen gehört halt mit zur demokratie.
v.a. sollte man sich die frage stellen, ob man von deppen regiert werden möchte, weil man ihnen das feld überlassen hat.

Inaktiver User
20.10.2010, 12:04
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Inaktiver User
20.10.2010, 12:06
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ichs
20.10.2010, 12:06
An die mit Ahnung: Wenn man in eine Partei eintritt um mitanzupacken - und nicht nur um Mitglied auf dem Papier zu sein - was wären das dann für Dinge, die man als politischer Neuling zu tun bekäme?

Ich stell mir das in einer Partei eher schwierig vor, wenn man halbwegs motiviert ist. (Mit halbwegs meine ich, durchaus was tun wollen, aber eben nicht mit Ellenbogen, da man kein Jungpolitiker mit dem Blick auf das Kanzleramt ist.)
Denn der einzige Mensch, den ich kenne und der in einer Partei aktiv unterwegs ist, ist eben so ein Ellenbogen-"Ich werde mal Kanzler!"-Mensch. Und ich dachte Parteien wimmeln bestimmt von solchen Leuten, so dass man mit weniger Ambitionen eh nicht weit kommt.

das kommt sicher sehr auf die partei und den jeweiligen ortsverband an.
ich kann nur von den grünen sprechen, die relativ unhierachisch sind. da haste i.r. die möglichkeit dich zu entscheiden, ob du lieber auf kommunaler ebene mitarbeiten möchtest oder in sog. arbeitsgemeinschaften (auf länder- bzw. bundesebene). ersteres ist eher sowas wie zu überlegen wie etwa die baupolitik in deinem bezirk mitgestaltet werden soll, aber auch so kleine sachen zu organisieren wie straßenfeste, demos etc.
die ags hingegen haben alle ein bestimmtes thema wie außenpolitik, migration, bildung, wirtschaft etc. .
ich bin z.b. in der zu außenpolitik. da trifft man sich alle zwei wochen und dann gibt es ganz verschiedenes. manchmal einfach nur vorträge und diskussionen zu einem land und ein andermal geht es zb darum wie sich die parteipolitik zu einem thema ändern soll. da werden dann anträge diskutiert, von denen man möchte das die partei sie auf dem nächsten parteitag beschließt. manchmal kommen auch leute aus bundes- oder landtag und werden dann zu themen befragt.
grundsätzlich muss einem klar sein, dass politik langwierig ist. d.h. es wird viel diskutiert und es dauert auch manchmal etwas. allerdings - zumindest bei uns - kann jeder mitmachen und seine meinung sagen von anfang an und muss nicht experte für etwas sein bzw. hat zeit sich die expertise erst zu erwerben.
um wirklich nach oben zu kommen braucht man sicher etwas ehrgeiz. ich würde allerdings behaupten dass weniger ellenbogen (ich arbeite beruflich recht viel mit mdbs und das sind echt nicht alles nur arrogante karrieremenschen) als vielmehr etwas geschick notwendig ist, denn politik beruht ja immer auf mehrheiten dh wichtig ist es, dass man es schafft verschiedene meinungen unter einen hut zu bringen und ernst zu nehmen. aber sich gleich einen sitz im bundestag vorzunehmen ist ja vielleicht auch etwas viel. ein sitz in der bezirksversammlung oder vielleicht erstmal nur so mitmachen reicht ja ggf auch erstmal.

ichs
20.10.2010, 12:08
nö, aber wenn man sich die Politiker anguckt, die es nach oben geschafft haben, bleibt eigentlich nur der Schluss, dass es sehr sehr schwer sein muss, dabei sein Profil zu bewahren. Und wenn ich eh nicht das Ziel habe, irgendwannmal etwas zu sagen zu haben, dann brauch ich ja auch nicht in eine Partei eintreten.

zb? wer sind so deiner meinung nach politiker die sich um der macht willen total verbogen haben?

ichs
20.10.2010, 12:08
willst du ernsthaft behaupten, dass Berufspolitiker in irgendeiner Hinsicht ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung sind?

Ich sehe wenig Möglichkeiten, irgendetwas zu tun, um nicht von Deppen regiert zu werden.

ich sprach von parteiangehörigen nicht von berufspolitikern.

Inaktiver User
20.10.2010, 12:20
ich behaupte in den meisten parteien ist die deppendichte nicht höher als in der gesamtbevölkerung. und auch sich mit deppen auseinanderzusetzen gehört halt mit zur demokratie.
v.a. sollte man sich die frage stellen, ob man von deppen regiert werden möchte, weil man ihnen das feld überlassen hat.

ja, letzteres meinte ich ja genau.

und ich glaube, da gibt es einen eklatanten unterschied zwischen dorft und stadt - so leute, die in ortsverbänden irgendwo auf dem dorf "karriere" machen, sind schon oft die, die sonst nicht so viel haben im leben, glaube ich. die anderen konzentrieren sich irgendwann mehr auf den job oder auf die familie, und ein paar bleiben halt hängen und profilieren sich über die partei.

ist natürlich nicht immer so, aber ein phänomen, das ich schon oft beobachtet habe.

SunburntParanoid
20.10.2010, 12:27
zb? wer sind so deiner meinung nach politiker die sich um der macht willen total verbogen haben?
einer, der mir grad so spontan einfällt, auch wenn die frage an claire ging: joschka fischer z.b. *hust*...

aber gut, da denkt wohl jeder unterschiedlich über solche exemplare^^

Inaktiver User
20.10.2010, 12:41
einer, der mir grad so spontan einfällt, auch wenn die frage an claire ging: joschka fischer z.b. *hust*...

aber gut, da denkt wohl jeder unterschiedlich über solche exemplare^^

wobei das ja auch kein politiker-spezifisches phänomen ist, dass man seinen idealismus mit zunehmendem alter ziemlich zurückschraubt

ichs
20.10.2010, 13:31
ja, letzteres meinte ich ja genau.

und ich glaube, da gibt es einen eklatanten unterschied zwischen dorft und stadt - so leute, die in ortsverbänden irgendwo auf dem dorf "karriere" machen, sind schon oft die, die sonst nicht so viel haben im leben, glaube ich. die anderen konzentrieren sich irgendwann mehr auf den job oder auf die familie, und ein paar bleiben halt hängen und profilieren sich über die partei.

ist natürlich nicht immer so, aber ein phänomen, das ich schon oft beobachtet habe.

ich möchte auch nicht sagen, dass es keine nicht so super typen gibt. ich hab oft den eindruck es ist ne generationenfrage. zumindest bei den grünen. aber sich mit denen auseinaderzusetzen ist halt eben auch teil von demokratie.

ichs
20.10.2010, 13:34
einer, der mir grad so spontan einfällt, auch wenn die frage an claire ging: joschka fischer z.b. *hust*...

aber gut, da denkt wohl jeder unterschiedlich über solche exemplare^^

ich bin kein großer fan von fischer, aber ich denke nicht, dass man sagen kann, dass er seine ziele verraten hat nur um an die macht zu kommen. ich würde eher sagen seine ziele haben sich - allerdings auch schon lange vor dem amt als außenminister - verändert dh die art und weise wie er politik und die partei wahrgenommen hat. wenn du heute interviews mit ihm liest, dann ist es ja immer noch so, obwohl er jetzt kein amt mehr zu verlieren hat, dass er ganz klar noch an diesem geänderten kurs fest hält.

Inaktiver User
20.10.2010, 13:49
Wenn man in einer Partei Karriere machen will, dann hat das immer mit Opportunismus und dem Verraten von Idealen zu tun. Das steht doch außer Frage. Dem liegt doch auch zu Grunde, dass es de facto kaum einen merkbaren Unterschied gibt, ob nun Union, SPD, Grüne oder FDP regiert.

Die, die damit nicht mehr morgens in den Spiegel schauen konnten, sind nicht irgendwo oben für uns bekannt zu finden. Oder erst gar nicht (mehr) in einer Partei.

ichs
20.10.2010, 14:11
also erstmal geht es doch gar nicht um "karriere machen", sondern darum mitglied zu werden. das ist ja schon mal ein riesen unterschied.

das man sich wenn man nach oben will -egal in welcher branche- mit kompromissen bescheiden muss, ist auf jeden fall so. die frage ist ja immer geht es um kompromisse, die man grummelnd hinnimmt oder solche bei denen man sich selbst verbiegen muss.

das es keinen unterschied dazwischen gibt welche parteien regieren halte ich für ziemlich polemisch. klar die die cdu hat sich in den letzten jahren ziemlich "liberalisiert" und die spd während ihrer regierunsgzeit mehr der konservativen mitte zugeneigt. und auch die grünen haben ja erhebliche einschnitte gemacht ggü, ihren ziemlich ambitionierten zielen. aber gerade am atomkompromiss -wieder ein kompromiss und an vielen stellen kein besonders toller, aber immerhin vorhanden - und dem was jetzt abläuft sieht man schon mal ganz klar wo die unterschiede liegen.

Pepparmint
20.10.2010, 19:20
.

lady milford
20.10.2010, 22:32
So kann ich zumindest guten Gewissens über lokale Ärgernisse motzen und was dagegen in Angriff nehmen...


danke, endlich sagt das mal jemand. diese meinung,

lieber nichts in eine politische richtung tun,
nichts äußern,
nichts bewegen,
alles den anderen überlassen...
als etwas zu vertreten, von dem man nur 80% vertritt, die finde ich kritisch. und auch ein wenig gefährlich.

Inaktiver User
20.10.2010, 23:29
Genau...und all das erfordert ja auch einen Parteieintritt.

Man könnte sogar genau gegenteilig argumentieren.
Die Naivität hier macht mir manchmal schon etwas Angst.

lady milford
20.10.2010, 23:34
Genau...und all das erfordert ja auch einen Parteieintritt.

Man könnte sogar genau gegenteilig argumentieren.
Die Naivität hier macht mir manchmal schon etwas Angst.

Meinst du damit, dass die 20%, die man gegen seinen Willen vertritt, ebenfalls gefährlich werden können?

Sorry, offenbar missverstehe ich dich zuweilen. (Siehe anderer Thread.) Daher lieber nochmal nachgefragt.

Inaktiver User
20.10.2010, 23:35
das man sich wenn man nach oben will -egal in welcher branche- mit kompromissen bescheiden muss, ist auf jeden fall so. die frage ist ja immer geht es um kompromisse, die man grummelnd hinnimmt oder solche bei denen man sich selbst verbiegen muss.


Das Ausgangsstatement hier war was mit Verändern und Machen, weil "im Land so viel schief läuft". Da halte ich einen Parteieintritt in der Tat für sehr ungeeignet. Unten kann man kaum was verändern und wenn, braucht man dafür kein Parteibuch (dieses behindert ggf. sogar noch) und weiter oben passiert unweigerlich das, was ich beschrieben habe. Daher gibts auch kaum wirklich gute Politiker. Die tun sich das nicht an. Wer zu gut ist und immer höher klettert, wird entweder zum Opportunisten und reinem Machtmensch oder depressiv und aussortiert.

Aber gut, ich bin eh grundsätzlich der Meinung, das System hakt und der Apparat ist voller Dreck. Da kann ich auch nicht auf Parteien, egal welche, jubeln.

Inaktiver User
20.10.2010, 23:37
Meinst du damit, dass die 20%, die man gegen seinen Willen vertritt, ebenfalls gefährlich werden können?

Sorry, offenbar missverstehe ich dich zuweilen. (Siehe anderer Thread.) Daher lieber nochmal nachgefragt.

Nein. Ich meine, jemand, der wirklich was Bewegen und seine Überzeugungen vertreten und umsetzen will, geht nicht in eine Partei. Eine Partei ist da eher hinderlich als förderlich, rein vom inhaltlichen Standpunkt. Vom Organisatorischen vielleicht nicht, das ist für viele wohl auch der Punkt.

Inaktiver User
20.10.2010, 23:41
Stuttgart 21. Da stellen sich die Grünen jetzt hin und sind "ganz klar auf der Seite der Demonstranten...", "Na klar muss der Bau gestoppt werden..." Und was haben sie in die Richtung vorher getan? Da muss sich erst Mama und Omma auf die Straße stellen, bevor da was passiert. Egal welcher Meinung man da nun sein mag. Nur als Beispiel. Und das ist doch in jedem Punkt so. Themen, Proteste, Problemaufzeigen...das kommt immer von Außen. Und dann tun alle so, als hätten sie ja nichts tun können. Das ist für mich nur mehr Unterhaltung, aber nicht mehr ernst zu nehmen...

lady milford
20.10.2010, 23:47
Nein. Ich meine, jemand, der wirklich was Bewegen und seine Überzeugungen vertreten und umsetzen will, geht nicht in eine Partei. Eine Partei ist da eher hinderlich als förderlich, rein vom inhaltlichen Standpunkt. Vom Organisatorischen vielleicht nicht, das ist für viele wohl auch der Punkt.

Wie bewegt man denn parteilos was? Geht das überhaupt?
Und: inwiefern fandest du mich jetzt naiv?

Mag sein, dass diese Fragen wieder ach so naiv sind, aber Überheblichkeit trägt halt auch nicht zu (meiner) Bildung bei.

lady milford
20.10.2010, 23:50
Stuttgart 21. Da stellen sich die Grünen jetzt hin und sind "ganz klar auf der Seite der Demonstranten...", "Na klar muss der Bau gestoppt werden..." Und was haben sie in die Richtung vorher getan? Da muss sich erst Mama und Omma auf die Straße stellen, bevor da was passiert. Egal welcher Meinung man da nun sein mag. Nur als Beispiel. Und das ist doch in jedem Punkt so. Themen, Proteste, Problemaufzeigen...das kommt immer von Außen. Und dann tun alle so, als hätten sie ja nichts tun können. Das ist für mich nur mehr Unterhaltung, aber nicht mehr ernst zu nehmen...

Klar.
Zum Fettgedruckten: Wobei das Anti-Atomdings jetzt doch schon immer dabei war... Nur hinsichtlich der Themen. Aber das ist auch egal jetzt. Dazu weiß ich nichts und das andere interessiert mich mehr.

Inaktiver User
21.10.2010, 09:38
.

Inaktiver User
21.10.2010, 09:47
.

Inaktiver User
21.10.2010, 10:13
ok die erste frage ist schon recht traurig und ist genau das was ich weiter oben mit "kampfunfähig" meinte. warum wird jeglicher (technische) fortschritt in diesem forum gelobpreist und erlangt aber dann nur für solchen schmarrn wie fashion-blogs genutzt? allein das beispiel: wenn du über nen (hauptsächlich) unkommerziellen blog 10.000 leute über die neuste nude-nuance von p2 informieren kannst, warum brauchst du dann nen rahmen eines parteistammtischs um deine ansässige mehrheit in der stadt/landkreis/bundesland zu mobilisieren?

naja, es macht schon sinn, wenn sich mehrere leute mit ähnlicher überzeugung zusammentun, weil ein einzelkämpfer schon aus zeitgründen und weil der tag nur 24 stunden hat, wohl kaum die möglichkeit hat, ernsthaft politisch einfluss zu nehmen. und das tun sie dann in deutschland eben in form einer partei - entweder, man kann sich mit einer der altbewährten indentifizieren, oder man gründet eine neue. aber kompromisse muss man auch da eingehen, weil macht oder die aussicht darauf nunmal menschen korrumpiert. in der neuen partei dauert es dann halt etwas länger, bis sich das eingeschlichen hat. aber den effekt wird es meiner meinung nach immer geben.

und ob man nun nen blog macht oder ein treffen in der eckkneipe ist meiner meinung nach nur ein marginaler unterschied.

Inaktiver User
21.10.2010, 10:35
.

Inaktiver User
21.10.2010, 10:44
ok ich glaube du hast nicht ganz verstanden worauf ich hinauswill. ich find nicht die stuktur von parteiarbeit traurig sondern das veränderung hier nur durch beitritt oder neugründung einer partei begriffen wird. "und das tun sie dann in deutschland eben in form einer partei" ja weil ihr mit den ergebnissen dieser arbeitsweise scheinbar auch alle so zufrieden seid? an nem krebspatienten im endstadium kannst du auch nur herumdoktoren und die lebenszeit (unter schlechten bedingungen) verlängern, da gibts auch kein "ok wir geben jetzt medikament x und der patient lebt im einklang mit der krankheit krank aber lebensfähig bis an sein 90jähriges lebensende", entweder er stirbt dann halt oder du killst den krebs auf harte und unbequeme weise. was für ein scheiß beispiel aber mir fällt grad nichts besseres ein. aber zeig mir mal ne revolution die aus der amtieren politik heraus nen kompletten umschwung erlangt hätte? wär dann ja keine revolution. und das was die mehrheit der deutschen bevölkerung als missstände und versagen der regierung anklagt bedarf imho mehr als nur ein paar lepsche agenden und reformen.

du willst also eine revolution? dann schreib das doch einfach.

Inaktiver User
21.10.2010, 10:45
.

Inaktiver User
21.10.2010, 11:29
hab ich doch? guckst du einen beitrag weiter oben. aber was heißt "du willst also revolution?" das liest sich so gönnerhaft belächelnd. wie gesagt, in diesem land wär das ne ziemlich sukzessive.

nicht gönnerhaft. fand nur, du hast es etwas unständlich formuliert anfangs.

ichs
21.10.2010, 12:04
Das Ausgangsstatement hier war was mit Verändern und Machen, weil "im Land so viel schief läuft". Da halte ich einen Parteieintritt in der Tat für sehr ungeeignet. Unten kann man kaum was verändern und wenn, braucht man dafür kein Parteibuch (dieses behindert ggf. sogar noch) und weiter oben passiert unweigerlich das, was ich beschrieben habe. Daher gibts auch kaum wirklich gute Politiker. Die tun sich das nicht an. Wer zu gut ist und immer höher klettert, wird entweder zum Opportunisten und reinem Machtmensch oder depressiv und aussortiert.

Aber gut, ich bin eh grundsätzlich der Meinung, das System hakt und der Apparat ist voller Dreck. Da kann ich auch nicht auf Parteien, egal welche, jubeln.


nö natürlich braucht man kein parteibuch (das gibts bei den grünen eh nicht) oder muss nicht mitglied einer partei sein um was zu verändern. parteipolitik ist eine von vielen möglichkeiten.

ich habe den eindruck, dass viele hier eine äußerst simplizistische vorstellung von politik haben. ala ich komme mit meiner meinung zu einem thema und wenn die nicht 1:1 umgesetzt wird, bedeutet es, dass etwas am system falsch sein muss bzw. der jeweilige politiker sich verbogen hat. tatsächlich ist das aber eher der beweis, dass das system demokratie gut funktioniert, denn demokratie besteht halt aus dem zusammenwirken vieler. aber der wunsch danach das politik doch schnell, direkt und am besten einfach verständlich sein soll spiegelt sich ja auch gerade gut in der aktuellen umfrage der fes wieder, in der sich mehr als jeder zehnte lieber mal einen starken führer wünscht, der zum wohle aller mit harter hand das land führt.

das man auf unterer ebene einer partei nichts bewegen könne ist blödsinn. die frage ist halt was man darunter versteht. sicher kann man nicht erwarten, dass man gleich das steuersystem reformiert, aber natürlich kann man durchaus auf lokaler ebene so einiges drehen. das ist dann vielleicht nur mal sowas wie das dorf bekommt ein neues jugendzentrum oder kinderbetreuung für studenten. das wirkt natürlich unbedeutend, für die leute die davon betroffen sind ist es aber eine ganze menge.

zumindest bei den grünen ist es allerdings auch so, dass man schon von anfang an "großen" themen mitwirken kann. ich habe zb an der neuen nahoststrategie mitgeschrieben. klar auch da war ich nur einer von vielen, aber es ist echt nicht so, dass man nicht gehört werden würde.

ichs
21.10.2010, 12:11
hab ich doch? guckst du einen beitrag weiter oben. aber was heißt "du willst also revolution?" das liest sich so gönnerhaft belächelnd. wie gesagt, in diesem land wär das ne ziemlich sukzessive.


ich würde behaupten die meisten menschen - mir inkl. haben keinen bock auf revolution. bzw. ich möchte erstmal ne durchdachte alternative sehen, bevor ich mich dafür erwärme.

Inaktiver User
21.10.2010, 12:20
ich würde behaupten die meisten menschen - mir inkl. haben keinen bock auf revolution. bzw. ich möchte erstmal ne durchdachte alternative sehen, bevor ich mich dafür erwärme.

ja, das auch.

Inaktiver User
21.10.2010, 12:28
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig.

ichs
21.10.2010, 13:14
ach ichs, dein ganzes supperdifferenziertes relativierendes blablabla illustriert für mich sehr genau das, was ich vermeiden will und wieso ich keiner partei beitrete

mhh lieber superdifferenziert als arrogant-polemisch.

dizzie
21.10.2010, 13:34
ich hab von außen immer den eindruck, dass parteipolitik nicht gerade von der basis aus gemacht wird und die mitglieder lediglich instrumentalisiert werden, das wäre definitiv nichts für mich.

ichs
21.10.2010, 14:18
es ist mit sicherheit so, dass die berufspolitiker mehr einfluss haben als die basis. schon allein weil die ja mehr zeit reinstecken und bezahltes personal haben, dass sie unterstützt.
aber auch die leute müssen sich ja immer wieder von der parteibasis wählen und aufstellen lassen für ihre ämter. dh so ganz ohne basis geht es auch nicht.
und es gibt zumindest bei uns bestimmte regelungen, die die macht der berufspolitiker etwas kontrollieren (man kann zb hier im landtag nur begrenzt wiedergewählt werden)

Inaktiver User
21.10.2010, 22:02
ich glaube einige unterschätzen hier die dynamik und dauer gesellschaftlichen wandels und politischer entscheidungsprozesse. die parteienkritik kann ich z.t. insofern nachvollziehen, als dass ich einige aspekte von crouchs postdemokratietheorie nachvollziehbar finde und die daraus resultierenden unausgeglichenen machstrukturen die gefahr eines demokratiedefizits bergen. als möglichkeit dem entgegenzuwirken wird häufig eine aktivere politische beteilgung derjenigen gruppen, die durch die machtstrukturen bisher benachteiligt werden, gefordert. häufig durch formen der direkten demokratie oder auch außerparlamentarischer partizipation. doch auch die formen der direkten demokratie sind nicht völlig frei vom einfluss der eliten ( dies jedoch eher als resultat sozio-demographischer faktoren) und haben auch den nachteil die interessen von minderheiten ohne lobby potentiell zu vernachlässigen. das hauptproblem besteht jedoch sowohl bei formen der aktiven demokratie als auch großen teilen der außerparlamentarischen partizipation darin, dass sie sich auf einen politschen sacherverhalt, einen politischen aspekt oder einen teilbereich der politik konzentrieren. um politische leitbilder und werte sowie langfristige ziele zu definieren ( welche im idealfall am allgemeinwohl ausgerichtet sind) bedarf es jedoch der führung eines umfassenden dialogs. dieser dialog soll und darf nicht zu einem einzigen ergebniss führen sondern vielmehr von pluralismus geprägt sein und muss sich stets am gesellschafltlichen wandel orientieren. auch wird er nicht ohne expertenmeinungen- und einschätzungen auskommen welches die gefahr des einflusses von eliten birgt was sich aber durch meinungsvielfalt und ausgewogenheit verhindern lässt. parteien wären per se als organisationsstruktur geeignet um diesen dialog zu führen und die ergebnisse umzusetzen. das dies zur zeit eher verhindert als gefördert wird, hängt zwar zum teil von den parteistrukturen an sich ab ( welche aber nichts statisches darstellen). in viel stärkerem maße und auch in bezug auf crouch liegen die probleme jedoch vielmehr in den schwächen der repräsentativen demokratie begründet welche anfällig für lobbyismus und oligarche interessen ist. außerparlamentarisches engagement ist zwar als äußerer kontrollmechanismus dieser demokratieform geeignet um ( meist kurzfristig und zielgerichtet) auf partikuläre defizite aufmerksam zu machen aber um langfristig einem demokratiedefizit vorzubeugen werden auch "innere" kontrollmechanismen benötigt. es gibt da u.a. möglichkeiten wie den einsatz von ombudsmännern oder der gesetzgebung im konsensverfahren die in skandinavien praktiziert werden. ich finde daher sämtliche formen der politischen beteiligung relevant um zunächst einmal relativ ausgewogene machtstrukturen herzustellen.

Inaktiver User
22.10.2010, 00:33
doch auch die formen der direkten demokratie sind nicht völlig frei vom einfluss der eliten ( dies jedoch eher als resultat sozio-demographischer faktoren) und haben auch den nachteil die interessen von minderheiten ohne lobby potentiell zu vernachlässigen.


Das halte ich für falsch. Und wenn man auch Bürgerproteste nicht als direkte Demokratie bezeichnen kann, zeigen sie doch, dass diese nicht mit einem Lobbyismus einer Partei gleichsetzen kann. Du vergleichst hier Opportunismus einer Einzelperson in einer Partei, egal ob in Einzelfall mit oder wider seiner Überzeugung, mit einem sicher gewissen Egoismus, der im Kundtun einer Überzeugung
von Menschen auf der Straße liegt, aber ganz anders gelagert ist.

Kaufst du einer Merkel ab, dass sie den Ausstieg vom Atomausstieg will, weil sie selber Atomkraftwerke so geil findet? Nein. Nicht mal ihre Wähler tun das.
Kaufst du einem Anti-Atomkraftdemonstranten ab, dass er auf der Straße steht, weil er Atomkraft scheisse findet? Ja.

Damit ist dazu schon alles gesagt.




das hauptproblem besteht jedoch sowohl bei formen der aktiven demokratie als auch großen teilen der außerparlamentarischen partizipation darin, dass sie sich auf einen politschen sacherverhalt, einen politischen aspekt oder einen teilbereich der politik konzentrieren. um politische leitbilder und werte sowie langfristige ziele zu definieren ( welche im idealfall am allgemeinwohl ausgerichtet sind) bedarf es jedoch der führung eines umfassenden dialogs. dieser dialog soll und darf nicht zu einem einzigen ergebniss führen sondern vielmehr von pluralismus geprägt sein und muss sich stets am gesellschafltlichen wandel orientieren. auch wird er nicht ohne expertenmeinungen- und einschätzungen auskommen welches die gefahr des einflusses von eliten birgt was sich aber durch meinungsvielfalt und ausgewogenheit verhindern lässt. parteien wären per se als organisationsstruktur geeignet um diesen dialog zu führen und die ergebnisse umzusetzen. das dies zur zeit eher verhindert als gefördert wird, hängt zwar zum teil von den parteistrukturen an sich ab ( welche aber nichts statisches darstellen). in viel stärkerem maße und auch in bezug auf crouch liegen die probleme jedoch vielmehr in den schwächen der repräsentativen demokratie begründet welche anfällig für lobbyismus und oligarche interessen ist. außerparlamentarisches engagement ist zwar als äußerer kontrollmechanismus dieser demokratieform geeignet um ( meist kurzfristig und zielgerichtet) auf partikuläre defizite aufmerksam zu machen aber um langfristig einem demokratiedefizit vorzubeugen werden auch "innere" kontrollmechanismen benötigt. es gibt da u.a. möglichkeiten wie den einsatz von ombudsmännern oder der gesetzgebung im konsensverfahren die in skandinavien praktiziert werden. ich finde daher sämtliche formen der politischen beteiligung relevant um zunächst einmal relativ ausgewogene machtstrukturen herzustellen.

Eigentlich war das gar nicht das Thema, aber gut.

Ich widerspreche dir da nicht oder nicht wirklich (und will jetzt nicht lang und breit auf alles eingehen). Fakt ist jedoch, dass die Aufgaben von Regierungen und Parteien, wie du sie hier schreibst, so im Moment absolut nicht wahrgenommen werden. Du sagst, dass das im Moment nicht ganz so optimal wäre. Ich sage: Es ist große Scheisse und ist vom Zweck meilenweit entfernt.

Und ich sehe in einem derartigen Wust keine Möglichkeit, da von Innen heraus Anpassungen vorzunehmen. Wie auch? Die Leute, die das in der Hand hätten, würden sich damit selbst die Wurst vom Brot nehmen. Na da wären sie aber schön blöd. Das ist ja absurd und passiert nicht mal bei vermeintlichen Kleinigkeiten, die schief laufen. Egal wie viel Protest da passiert.

Von daher muss es da einmal richtig knallen, diese Strukturen einmal richtig aufbrechen, um sich dann unter anderen Voraussetzungen und im anderen Rahmen neu zu formieren.
Und um es krachen zu lassen, bedarf es Druck von Außen, nicht von Innen.
Damit sind wir dann auch wieder beim Ausgangsthema: Daher halte ich es für völlig falsch, in eine Partei einzutreten, wenn man der Meinung ist, im Moment liefe vieles verkehrt.

Pepparmint
22.10.2010, 12:49
das man auf unterer ebene einer partei nichts bewegen könne ist blödsinn. die frage ist halt was man darunter versteht. sicher kann man nicht erwarten, dass man gleich das steuersystem reformiert, aber natürlich kann man durchaus auf lokaler ebene so einiges drehen. das ist dann vielleicht nur mal sowas wie das dorf bekommt ein neues jugendzentrum oder kinderbetreuung für studenten. das wirkt natürlich unbedeutend, für die leute die davon betroffen sind ist es aber eine ganze menge.


!

Inaktiver User
22.10.2010, 13:00
Das halte ich für falsch. Und wenn man auch Bürgerproteste nicht als direkte Demokratie bezeichnen kann, zeigen sie doch, dass diese nicht mit einem Lobbyismus einer Partei gleichsetzen kann. Du vergleichst hier Opportunismus einer Einzelperson in einer Partei, egal ob in Einzelfall mit oder wider seiner Überzeugung, mit einem sicher gewissen Egoismus, der im Kundtun einer Überzeugung
von Menschen auf der Straße liegt, aber ganz anders gelagert ist.

Kaufst du einer Merkel ab, dass sie den Ausstieg vom Atomausstieg will, weil sie selber Atomkraftwerke so geil findet? Nein. Nicht mal ihre Wähler tun das.
Kaufst du einem Anti-Atomkraftdemonstranten ab, dass er auf der Straße steht, weil er Atomkraft scheisse findet? Ja.

Damit ist dazu schon alles gesagt.

demonstrationen habe ich als außerparlamentarische partizipation eingestuft. mit formen direkter demokratie meinte ich konkret z.b. volksentscheide bei denen die partizipation sehr stark mit sozio-demographischen faktoren korreliert. sozial schwächere und bildungsferne schichten haben weitaus geringere beteiligungsquoten auch wenn sie die entschiedung direkt beeinflusst. der volksentschied zur primarschule in hamburg ist dafür ein gutes beispiel. ich finde volksentscheide deshalb nicht per se schlecht oder undemokratisch aber auch sie bergen wie erwähnt das risiko von eliten ( wobei man hier eher von bildungseliten sprechen kann) beeinflusst zu werden und die interessen sozial benachteiligter gruppen nicht ausreichend zu repräsentieren.





Eigentlich war das gar nicht das Thema, aber gut.

Ich widerspreche dir da nicht oder nicht wirklich (und will jetzt nicht lang und breit auf alles eingehen). Fakt ist jedoch, dass die Aufgaben von Regierungen und Parteien, wie du sie hier schreibst, so im Moment absolut nicht wahrgenommen werden. Du sagst, dass das im Moment nicht ganz so optimal wäre. Ich sage: Es ist große Scheisse und ist vom Zweck meilenweit entfernt.

Und ich sehe in einem derartigen Wust keine Möglichkeit, da von Innen heraus Anpassungen vorzunehmen. Wie auch? Die Leute, die das in der Hand hätten, würden sich damit selbst die Wurst vom Brot nehmen. Na da wären sie aber schön blöd. Das ist ja absurd und passiert nicht mal bei vermeintlichen Kleinigkeiten, die schief laufen. Egal wie viel Protest da passiert.

Von daher muss es da einmal richtig knallen, diese Strukturen einmal richtig aufbrechen, um sich dann unter anderen Voraussetzungen und im anderen Rahmen neu zu formieren.
Und um es krachen zu lassen, bedarf es Druck von Außen, nicht von Innen.
Damit sind wir dann auch wieder beim Ausgangsthema: Daher halte ich es für völlig falsch, in eine Partei einzutreten, wenn man der Meinung ist, im Moment liefe vieles verkehrt.

die von mir formulierte vorstellung von einer funktionierenden demokratie und einem parteiensystem ist natürlich eine idealvorstellung. das zentrale problem besteht aus meiner sicht ( in bezug auf die postdemokratitheorie) in dem übermächtigen einfluss nicht demokratisch authorisierter lobbyisten, die regierungsentscheidungen derart stark beeinflussen, dass es den regierungen nicht mehr gelingt marktversagen durch intervention zu verhindern. ich komme um die gretchenfrage nicht herum und ohne die beantwortung der frage kann ich auch auf das parteienthema nicht weiter eingehen: worauf genau soll dieser von dir beschriebene knall abzielen? eine alternative zum kapitalismus? oder auf veränderungen die wieder hin zum rheinischen kapitalismus ( der bei uns zwar noch existiert aber neoliberal beeinflusst wurde) oder den dritten weg gerichtet sind?

Inaktiver User
23.10.2010, 07:39
ich möchte nur kurz was zu ada sagen:
ich überlege nicht, den grünen beizutreten, weil ich "links" so hip finde und denke, die grünen seien totaaal links.
wie gesagt, ich spiele seit jahren mit dem gedanken, weil die partei meine standpunkte am besten vertritt und weil sie sozial sind und sich für nachhaltigkeit einsetzen, aber eben nicht so merkwürdige dinge wie bedingungsloses grundeinkommen fordern (gut, ich weiß davon zumindest nichts und ob da mal ein MdL 2002 genau das gefordert hat). zwischen den grünen und der linkspartei liegen welten und zu sagen, dass die leute den grünen beitreten, weil ihnen die linken zu krass sind, ist unsinn, weil die grünen eben keine vorstufe zur linkspartei sind. gut, vielleicht machen einige menschen das so, aber das sind sicher ausnahmen. wenn man soweit ist, einer partei beizutreten, ist man politisch wohl so interessiert, dass man die parteien irgendwie voneinander unterscheiden kann - und zwar realistisch. dann hat man sich mal angeguckt, was sie wirklich fordern.

und ich will keine revolution. im gegenteil: ich habe angst davor, dass es durch die haudrauf-politik dieser tage eben zu so etwas kommt, dass radikale gruppierungen zulauf bekommen. im grunde genommen finde ich unsere demokratie ziemlich gut. im moment läuft da leider nur sehr viel schief, weil mmn am volk vorbei regiert wird.

ichs
23.10.2010, 19:48
@emma: in welchem bezirk wohnst du denn?

lady milford
23.10.2010, 20:04
ok die erste frage ist schon recht traurig und ist genau das was ich weiter oben mit "kampfunfähig" meinte. warum wird jeglicher (technische) fortschritt in diesem forum gelobpreist und erlangt aber dann nur für solchen schmarrn wie fashion-blogs genutzt? allein das beispiel: wenn du über nen (hauptsächlich) unkommerziellen blog 10.000 leute über die neuste nude-nuance von p2 informieren kannst, warum brauchst du dann nen rahmen eines parteistammtischs um deine ansässige mehrheit in der stadt/landkreis/bundesland zu mobilisieren?

man bewegt also parteilos mit einem politischen blog was. :mrnerd:


:suspekt:

ey wieso muss man in solchen diskussionen immer sofort werten. ich buch das nicht...
"traurig", "naiv", "peinlich", "armselig", sobald man sich mal nicht komplett eingelesen hat. die muße, eure reflektierte und kluge stellung zu erörtern, habt ihr dann aber nicht.
ihr wisst ja genau was richtig ist, und jemand, der sich mit bestimmten dingen nicht auseinandersetzt und JA VON MIR AUS, NAIV, nachfragt - der ist automatisch dum.

ihr seid doch eh nicht hier, um euch andere meinungen anzuhören - ihr wollt eure eigene meinung kundtun. dann kann man das doch auch denen gegenüber, die weniger in eine bestimmte richtung wissen.

ich habs echt satt. ich bin in meinem bekanntenkreis (jaja, alle NAIV :augenroll: ) auch nicht die untere messlatte, was reflektiertheit, poltisches interesse und kritisches denkvermögen angeht. (jaja, TRAURIG :augenroll: )
kaum frage ich aber in einem thread was nach, das in die richtung ideologie / politik geht, wird mir ein arschtritt verpasst. adäquate erklärung gibts natürlich keine.

wenn ihr so an einer veränderung des systems interessiert seid, müsst ihr doch a) das interesse anderer schätzen und b) eure ansichten auch "dummen" :augenroll: erklären können.

das nur am rande. dazu brauchst du auch nichts zu sagen. antwort auf meine traurige frage hätte ich gerne nichtsdestotrotz.

Inaktiver User
24.10.2010, 02:28
.

Inaktiver User
24.10.2010, 02:36
.

Inaktiver User
24.10.2010, 10:11
man bewegt also parteilos mit einem politischen blog was. :mrnerd:


:suspekt:

ey wieso muss man in solchen diskussionen immer sofort werten. ich buch das nicht...
"traurig", "naiv", "peinlich", "armselig", sobald man sich mal nicht komplett eingelesen hat. die muße, eure reflektierte und kluge stellung zu erörtern, habt ihr dann aber nicht.
ihr wisst ja genau was richtig ist, und jemand, der sich mit bestimmten dingen nicht auseinandersetzt und JA VON MIR AUS, NAIV, nachfragt - der ist automatisch dum.

ihr seid doch eh nicht hier, um euch andere meinungen anzuhören - ihr wollt eure eigene meinung kundtun. dann kann man das doch auch denen gegenüber, die weniger in eine bestimmte richtung wissen.

ich habs echt satt. ich bin in meinem bekanntenkreis (jaja, alle NAIV :augenroll: ) auch nicht die untere messlatte, was reflektiertheit, poltisches interesse und kritisches denkvermögen angeht. (jaja, TRAURIG :augenroll: )
kaum frage ich aber in einem thread was nach, das in die richtung ideologie / politik geht, wird mir ein arschtritt verpasst. adäquate erklärung gibts natürlich keine.

wenn ihr so an einer veränderung des systems interessiert seid, müsst ihr doch a) das interesse anderer schätzen und b) eure ansichten auch "dummen" :augenroll: erklären können.

das nur am rande. dazu brauchst du auch nichts zu sagen. antwort auf meine traurige frage hätte ich gerne nichtsdestotrotz.
:daumenhoch:

Inaktiver User
24.10.2010, 11:08
sozial schwächere und bildungsferne schichten haben weitaus geringere beteiligungsquoten auch wenn sie die entschiedung direkt beeinflusst. der volksentschied zur primarschule in hamburg ist dafür ein gutes beispiel. ich finde volksentscheide deshalb nicht per se schlecht oder undemokratisch aber auch sie bergen wie erwähnt das risiko von eliten ( wobei man hier eher von bildungseliten sprechen kann) beeinflusst zu werden und die interessen sozial benachteiligter gruppen nicht ausreichend zu repräsentieren.


Ich habe, wie gesagt, nie behauptet, dass ich ein komplettes APO-System befürworten würde.
Und es mag auch sein, dass bildungsfernere Schichten daran geringer beteiligt sind. Trotzdem sehe ich ihre Bedeutung und Partizipation da weitaus höher, als im klassischen System. Beispiel: Diverse Streiks der Gewerkschaft, Bahn, Streiks und Proteste in Frankreich.

Auch beim Schulvolksentscheid in HH geh ich eigentlich aufgrund des Ergebnisses von einer nicht so geringen Beteiligung von zumindest der Mittelschicht aus. Und das ist schon viel mehr als die repräsentative Demokratie in letzter Zeit gezeigt hat. Oder inwieweit haben Mittel- und Unterschicht da eine Lobby? Verhungern dürfen sie halt nicht und ein bisschen Geld zum In-die-Wirtschaft-Tragen sollten sie haben. Das ist der Anspruch. Das nenne ich aber nicht Lobby, das ist ja zynisches Kalkül.






die von mir formulierte vorstellung von einer funktionierenden demokratie und einem parteiensystem ist natürlich eine idealvorstellung. das zentrale problem besteht aus meiner sicht ( in bezug auf die postdemokratitheorie) in dem übermächtigen einfluss nicht demokratisch authorisierter lobbyisten, die regierungsentscheidungen derart stark beeinflussen, dass es den regierungen nicht mehr gelingt marktversagen durch intervention zu verhindern. ich komme um die gretchenfrage nicht herum und ohne die beantwortung der frage kann ich auch auf das parteienthema nicht weiter eingehen: worauf genau soll dieser von dir beschriebene knall abzielen? eine alternative zum kapitalismus? oder auf veränderungen die wieder hin zum rheinischen kapitalismus ( der bei uns zwar noch existiert aber neoliberal beeinflusst wurde) oder den dritten weg gerichtet sind?

Ja und welche Möglichkeit siehst du, dass diese Lobbyisten was von ihrer Macht verlieren? Das ist eben absolut unmöglich und wird nicht passieren - das Gegenteil ist der Fall.

Zur Frage: Ja, ich denke, dass es zumindest in Teilen wieder eine alternative zum Kapitalismus geben muss bzw. man die de facto Monopol und Oligopolmacht großer Konzerne zerschlagen muss. Tut man das nicht, macht alles andere überhaupt keinen Sinn. Ob da ein Rheinischer Kapitalismus noch reicht, wage ich zu bezweifeln. Zumindest lässt es sich keinesfalls von der momentanen Situation darauf hin zurückschrauben.

lady milford
24.10.2010, 16:05
äh ja? was gibt es da zu lachen? ich verstehs nicht. ne bewegung muss doch nicht nicht parteilich motiviert sein? vor 100 jahren wurden flugblätter verteilt, heute kann man sich die technik zu nutze machen und viel mehr menschen auf schnellere und tiefgreiferendere weise erreichen. zb mit einem blog. das ist alles was ich sage.
gutes beispiel für beides (http://syndikalismus.wordpress.com/2010/06/18/aktuelle-rundreise-der-streik-bei-tekel-arbeiter-berichten/)



das ist doch mal eine erklärung mit beispielen. geht doch! :rose2:
(das mit dem lachen hast du fehlinterpretiert. mein :suspekt:-smiley hatte lediglich mit dem einzelnen hingerotzen satz plus "traurig"-bezichtigung zutun.)



sorry aber in deinem zweiten abschnitt mokierst du dich über die bym-arroganz (dabei ist die bei dir mit blick auf deinen thread im mode-forum schon irgendwie angebracht... du wirst lehrerin und weißt nichts über afghanistan? und jetzt sag nicht "ich unterrichte deutsch und englisch, nicht politik!") und machst dich dann aber dann drüber lustig, dass ich behaupte man kann parteilos politische macht erzielen?:durchgeknallt: kein grund, sich dermaßen zu echauffieren.

aber mal im ernst: wann ist arroganz angebracht? wenn jemand dummheit (nicht unwissenheit) nach außen trägt, wenn jemand penetrant eine show abzieht und es sich nicht leisten kann. okay.
beides behaupte ich, ist bei mir nicht der fall. und wenn, dann sind hier einige leute schon SEHR sensibel und ich frage mich, wie sie ohne herzinfarkt durch ihren alltag mit WESENTLICHEN dümmeren und penetranteren meschen kommen.

ansonsten bleibt nur noch ein grund, dass jemand dem dauernden bedürfnis unterliegt, selbst gut darstehen zu wollen und deswegen andere herabzusetzen. und zu einem solchen teenie-mobbing muss ja nichts gesagt werden außer :augenroll: .

äh und das mit "nur deutsch und englisch und deswegen keine allgemeinbildung vonnöten" kannst du dir mit verlaub an den hut stecken. is eh klar. :suspekt:

naja, im grunde will ich hier auch keinen streit entfachen. ich weiß jetzt, dass unbedarft-naives nachfragen bei gewissen personen aggressionen hervorzurufen scheint. dazu denke ich mir meinen teil, und lasse mich gerne für dumm und minderwertig halten.
wenn ab und zu trotzdem noch ein gespräch zustande kommt, soll es mir recht sein. und weiter müssen wir darüber jetzt auch nicht reden. :rose2: (ansonsten pm)

Inaktiver User
24.10.2010, 19:09
.

Softball-girl
24.10.2010, 23:00
ich las oben irgendwo gerade im uebrlfug, die gruenen seien links? hihi, seit wann genau?

ich mag die auch, aber wuerde sie eher als sozioliberal beziehcnen.

Inaktiver User
25.10.2010, 00:18
.

lady milford
25.10.2010, 01:54
ach mann ihr wollt mich nicht verstehen oder? :/ lies am besten nochmal genauer? dass sich die grünen nicht als linke partei begreifen, ist mir auch klar. aber das war ja gerade das, was ich meinte. also dieses "mitte-links" ist weniger links als vielmehr liberal. und dass leute sich als links(liberal) definieren weil sie kapitalismus, hungernde kinder in afrika, globalisierung, massenproduktion dies das scheiße finden. und dieses vermeintlich links-sein dann aber nicht auf sozialismus gerichtet ist, was ja eigentlich die logische konsequenz wäre, sondern nur auf... "lifestyle", der nicht an der substanz des problems kratzt.

okee. und wie kratzt man an der substanz des problems? beitritt bei der linken/deren wahl ja wohl auch nicht so ganz. also nicht "Revolution!" , sondern konkret jetzt. was hänschen müller tun soll.

was mich interessieren würde - wählst du? und was?

ichs
25.10.2010, 09:42
ach mann ihr wollt mich nicht verstehen oder? :/ lies am besten nochmal genauer? dass sich die grünen nicht als linke partei begreifen, ist mir auch klar.

das stimmt nicht. die grünen bestehen aus mehreren parteiflügeln. und mindestens einer der zwei hauptflügel begreift sich dezidiert als linke partei.

die frage, ob man die grünen in ihrer gesamtheit als linke partei bezeichnen will hinge erstmal davon ab, wie man links definiert.
in meinem verständnis von links sind die grünen selbst in ihrem bürgerlichen flügel eine linke partei.

Inaktiver User
25.10.2010, 17:22
achso, weil hier jemand fragte: ich wohne in tempelhof-schöneberg.

Inaktiver User
26.10.2010, 00:05
Ich habe, wie gesagt, nie behauptet, dass ich ein komplettes APO-System befürworten würde.
Und es mag auch sein, dass bildungsfernere Schichten daran geringer beteiligt sind. Trotzdem sehe ich ihre Bedeutung und Partizipation da weitaus höher, als im klassischen System. Beispiel: Diverse Streiks der Gewerkschaft, Bahn, Streiks und Proteste in Frankreich.

Auch beim Schulvolksentscheid in HH geh ich eigentlich aufgrund des Ergebnisses von einer nicht so geringen Beteiligung von zumindest der Mittelschicht aus. Und das ist schon viel mehr als die repräsentative Demokratie in letzter Zeit gezeigt hat. Oder inwieweit haben Mittel- und Unterschicht da eine Lobby? Verhungern dürfen sie halt nicht und ein bisschen Geld zum In-die-Wirtschaft-Tragen sollten sie haben. Das ist der Anspruch. Das nenne ich aber nicht Lobby, das ist ja zynisches Kalkül.

ahh das mit dem zitieren klappt ja mal wieder sehr gut:D.das du ein komplettes apo system befürwortest habe ich auch nicht angenommen. vielleicht habe ich mich nicht konkret genug ausgedrückt aber es ging mir in den vorherigen beiträgen vor allem darum, auf die vor- und nachteile von formen der direkten demokratie ( auch gegenüber denen der repr. demokratie) einzugehen. die natürlich eine alternative darstellen können aber eben auch einige spezifische schwachpunkte wie die der partizipation/repräsentation und beeinflussbarkeit durch kampagnen haben.was nicht zuletzt auch beim resultat des hamburger volksentscheids kritisiert und diskutiert wurde.




Ja und welche Möglichkeit siehst du, dass diese Lobbyisten was von ihrer Macht verlieren? Das ist eben absolut unmöglich und wird nicht passieren - das Gegenteil ist der Fall.

Zur Frage: Ja, ich denke, dass es zumindest in Teilen wieder eine alternative zum Kapitalismus geben muss bzw. man die de facto Monopol und Oligopolmacht großer Konzerne zerschlagen muss. Tut man das nicht, macht alles andere überhaupt keinen Sinn. Ob da ein Rheinischer Kapitalismus noch reicht, wage ich zu bezweifeln. Zumindest lässt es sich keinesfalls von der momentanen Situation darauf hin zurückschrauben.

also ich würde nicht behaupten, dass es absolut unmöglich ist den einfluss der lobbyisten zu beschränken. das problem ist jedoch in der öffentlichkeit und selbst unter politisch aktiven ( hier wieder in bezug auf die postdemokratitheorie) noch viel zu wenig in seinem ganzen ausmaß bekannt und stellt eine herausforderung für die demokratie des 21. jahrhunderts dar. und in diesem zusammenhang finde ich außerparlamentarisches engagement zwar sehr wichtig. ich sehe jedoch ein problem darin, dass es sich zumeist ( wie auch z.z. in frankreich) auf politische einzelentscheidungen oder bestenfalls teilbereiche der politik bezieht. ich denke jedoch, dass sich die forderung - relativ unabhängig von der politischen couleur - auf die beseitigung des demokratiedefizits beziehen müssen um wirklich wirksam zu sein. und das nicht nur auf nationaler sondern auch auf supranationaler ebene womit ich konkret das eu-parlament meine. und selbst wenn es ein gesteigertes bewusstsein für die problematik geben sollte, dann müssen vorschläge und lösungen erarbeitet werden um dies zu verändern. was meiner meinung nach nicht nur außerparlamentarisch geschehen kann sondern in die bestehenden institutionen hinein getragen werden muss, um auf die ausgangsfrage des threads zurück zu kommen. als einzelner ist es natürlich schwierig sich innerhalb einer partei für derartige ziele einzusetzen da die bisherige arbeit jeder etablierten partei in frage gestellt werden würde. aber unter dem (außerparlamentarischen) druck von außen in verbindung mit dem beitritt neuer mitglieder die diese ziele ebenfalls verfolgen könnte ich mir zumindest vorstellen, dass sich langsam etwas bewegt. und übrigens einer der wenigen artikel zum thema lobbyismus der konkrete maßnahmen beschreibt:Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 19 2010, 10.05.2010 - Thema: Lobbying und Politikberatung - Von der Symbiose zur Systemkrise - Essay (http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/19/Beilage/001.html)

Inaktiver User
26.10.2010, 02:06
.

CatKitten
18.11.2010, 12:46
Ich bin grad extremst in ner sehr großen, kleinen Krise.

Bin zwar au Mitglied in ner Partei, aber da bin ich grad echt etwas enttäuscht. Ich weiß echt wirklich nicht was ich z.B. bei der Wahl nächstes Jahr in BaWü wählen soll. Alle kotzen mich echt an, und ich werde aus Protest die Repuplikaner wählen gehen:D.

Quatsch auch wenn ich echt so enttäuscht bin werde ich wie bei jeder Wahl die CDU wählen gehen. Die sind ja schon seit 1952 an der Macht in BaWü.

So und jetzt könnt ihr mich lünchen, hauen, oder blöde Kuh nennen. Aber des is eben meine Meinung

ichs
18.11.2010, 19:33
nö wieso? is ja gut wenn es auch noch leute gibt, die die cdu wählen. auch wenn es natürlich nicht viel nutzen wird.:P

S.Less
20.11.2010, 03:52
lol echt geile gründe um ne bestimmte partei zu wählen. paßt aber perfekt zum typischen cdu wähler.

aber auch wenn es dich enttäuscht: du vertrittst überhaupt keine meinung.

Inaktiver User
20.11.2010, 11:39
aber auch wenn es dich enttäuscht: du vertrittst überhaupt keine meinung.

Du auch nicht. Du weißt es nur noch nicht...

Ach ja: Ich bin kein CDU-Wähler ;)

S.Less
20.11.2010, 21:15
sowas aus deinem munde ist fast schon ein lob.

DieSusi
28.11.2010, 16:20
...kein wunder, dass es so eine große politikverdrossenheit gibt...

SinnFéin
14.12.2010, 17:00
Auch ich bin seit 2 Jahren Mitglied in einer Jugendorganisation einer der "großen" Parteien.
Nur werde ich spätestens zu Beginn des nächsten Jahres aus dieser austreten um der Partei meiner Wahl beizutreten.

sparklehorse
14.12.2010, 18:50
Quatsch auch wenn ich echt so enttäuscht bin werde ich wie bei jeder Wahl die CDU wählen gehen. Die sind ja schon seit 1952 an der Macht in BaWü.

spitzen argumentation.

wenn du selbst schon weißt, dass es schwachsinn ist, warum wählst du sie dann?

und auch nur drüber nachzudenken, beim protestwählen die republikaner zu wählen.. da wird mir echt ein bisschen übel. da gibts doch echt genügend nicht wirklich ernstzunehmende parteien, die wenigstens nicht am äußersten rechten ende hocken.

Inaktiver User
14.12.2010, 22:00
"Was, DAS willst du wählen? BÄH.." ist schon immer sehr...stillos...

sparklehorse
14.12.2010, 22:23
"Was, DAS willst du wählen? BÄH.." ist schon immer sehr...stillos...

hö?

von mir aus kann jeder die cdu wählen, der sich von ihr gut vertreten fühlt, aber wenn man sagt "eigentlich find ich sie scheiße ABER ich hab sie schon immer gewählt", dann kann man das doch kritisieren?

oder beziehst du dich auf was anderes?

Inaktiver User
15.12.2010, 21:09
Ich meinte das mit dem Protestwählen und den Republikanern...

sparklehorse
16.12.2010, 07:04
ok dann ist es mir scheißegal, dass du das stillos findest. republikaner protestwählen wollen ist einfach so dämlich, dass ich das gern in kauf nehme, wenn ich stillos bin, sowas zu äußern.

CatKitten
17.12.2010, 16:39
OK des war eigentlich nur en ganz dummer Scherz von mir mit Republikaner wählen, deshalb au den grinsenden Smily. Des würd mir niemals einfallen, solche Menschen zu wählen.

Und ja ich fühl mich ehrlich gesagt sehr wohl mit der CDU! Auch wenn sie mich manchmal echt ankotzen, aber hey zumindest geh ich wählen. Nicht so wie sehr viele andere, die net zum wählen gehen und danach am meisten rum maulen! Wie schlecht doch wieder alle
Politiker sind.

Inaktiver User
17.12.2010, 17:02
Welch krude Logik. Als ob man nur "rummaulen" dürfte, wenn man vorher wählen war.

Ich bin Nichtwähler, damit ich später das Recht zum Rummaulen hab ;)

DieSusi
09.01.2011, 18:19
Gibt es in der Politik eigentlich noch Persöhnlichkeiten, die es wert wären bzw die auch machen was sie sagen..

Trottel
16.01.2011, 21:44
Vor einigen Jahren habe ich schonmal über den Beitritt nachgedacht und im Moment läuft in unserem Land so viel schief, dass ich wirklich ganz kurz davor bin, es jetzt endlich zu tun und selbst politisch aktiv zu werden.

Geht es anderen auch so?

Aus diesem Grund bin ich 1995 in eine Partei eingetreten. Bewirken konnte ich jedoch nicht viel, weil ich nicht der Typ bin, der gewählt wird.