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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die aktuelle Situation der Weltpolitik



chaolita
09.12.2010, 12:45
Empfindet ihr die als sehr bedrohlich?
Mich erschüttert es gerade, wieviele große Ereignisse auf internationaler Ebene stattfinden, deren Ausgang eher ungewiß ist (Wikileaks, Korea, Klimawandel, Wirtschaftskrisen, Israel/Palästina, uswusf).
Da kommt gerade einfach sehr viel zusammen und ich habe das Gefühl, das diese Stauung kein gutes Ende nimmt. (und ja, dass ist vielleicht etwas weithergeholt und faktisch nicht zu verlgeichen, aber mich "erinnert" das schon an die Jahre von 1900-1914)

sickf*ck
09.12.2010, 14:53
es war noch nie anders. neu ist nur wikileaks.

S.Less
09.12.2010, 14:55
weitaus weniger bedrohlich als es in meiner kindheit der fall war.

Butterbrötchen*
09.12.2010, 14:57
Ich finds sehr bedrohlich, ja.

chartreuse
09.12.2010, 15:08
ich finds spannend und es verbessert meine chancen auf dem arbeistmarkt :')

nein, im ernst: man kann die bedrohlichkeit der lage so oder so erst im rückblick einschätzen. dass es in den nächsten jahren ein paar mal irgendwo kracht, davon gehe ich aus, ja. aber ich empfinde das jetzt nicht als ungewöhnlich spannungsgeladene zeit... eher kristallisieren sich langsam die neuen strukturen und linien heraus, die in den letzten 20 jahren entstanden sind. neues jahrhundert, neue herausforderungen.

chaolita
09.12.2010, 15:27
es war noch nie anders. neu ist nur wikileaks.

mag sein. vielleicht waren einfach die letzten paar jahre ungewöhnlich ruhig ...

Inaktiver User
09.12.2010, 16:27
weitaus weniger bedrohlich als es in meiner kindheit der fall war.

ja. ich glaub ja eh, meine generation hat einen schaden von dieser allgegenwärtigen bedrohungssituation davongetragen.

Butterbrötchen*
09.12.2010, 16:28
mag sein. vielleicht waren einfach die letzten paar jahre ungewöhnlich ruhig ...

Also DAS finde ich nun auch nicht..

yugo.chic
09.12.2010, 16:33
mag sein. vielleicht waren einfach die letzten paar jahre ungewöhnlich ruhig ...

Äh hast du die letzten Jahre irgendwie verpasst?

Ich finde es nicht bedrohlich, sondern spannend, ähnlich wie chartreuse :)

chaolita
09.12.2010, 17:05
also ich finde selbst nach dem 9/11 war es nicht so spannungsgeladen wie jetzt.

Inaktiver User
09.12.2010, 20:21
.

Inaktiver User
09.12.2010, 20:35
Der Unterschied liegt nur in der Informationskultur, die sich durch das Web und das Web 2.0 enorm verändert hat. So gelangen dann auch durch diesen Druck Themen in die Medien, die sonst untergegangen wären. Und dadurch beteiligen sich dann wiederum Leute wieder daran. Was wieder das Thema größer macht. Ein Kreislauf.

Aber derartige Probleme und Themen waren immer schon da...

Wobei ich mich frage, wie alt der rote Salon und S. Less z.B. sind. Also schon klar, wovon ihr redet, aber aktiv mitbekommen hab ich das noch bei weitem nicht. Da müsstet ihr Anfang/Mitte 30 sein...so nach meinem Empfinden...

Also ich würde mich nicht als Generation bezeichnen, die mit einer direkten Kriegsbedrohung in einem Alter konfrontiert war, in dem mir das richtig bewusst gewesen wäre.

S.Less
09.12.2010, 20:39
ja. ich glaub ja eh, meine generation hat einen schaden von dieser allgegenwärtigen bedrohungssituation davongetragen.
ja. bei uns haben die kinder in der schule noch gelernt wie man sich bei nem atomangriff angeblich zu verhalten habe. als ich beim bund war und polen grad in die nato ist habe ich leute gesehen die mit feuchten augen die pläne von miniatombomben auf die norddeutsche tiefebene ganz weit nach hinten geschlossen haben. als ich 6 oder 7 war sind zehntausende russische soldaten überm dorf meiner großmutter abgesprungen und haben allen erzählt bald machen sie das im westen auch. später im kosovokrieg, bei uns in europa, sind tägliche dutzende bomber von england aus über deutschland und aus rammstein nach jugoslawien geflogen und haben da zusammen mit unseren flugzeugen vor allem brücken, attrappen, fabriken und kraftwerke zerstört.

ich finde die welt heute nach wie vor viel friedlicher als "früher".

Hirnrotzalias
09.12.2010, 22:40
LOHL

besonders mit dem klimawandel muss man sich mal zusammensetzen und eine gemeinsame lösung finden POLITISCH. und dann auch noch gleich im gazastreifen weitermachen, weil auf die idee noch bisher keiner gekommen ist in so ca. 65 jahren.
wenn die vom WIKILEAKS jetzt wirklich die atombombe klauen, sind wir alle am arsch und dann werden noch alle heutigen wl-gegner uns lügen strafen!

yugo.chic
10.12.2010, 11:19
Wobei ich mich frage, wie alt der rote Salon und S. Less z.B. sind. Also schon klar, wovon ihr redet, aber aktiv mitbekommen hab ich das noch bei weitem nicht. Da müsstet ihr Anfang/Mitte 30 sein...so nach meinem Empfinden...

Also ich würde mich nicht als Generation bezeichnen, die mit einer direkten Kriegsbedrohung in einem Alter konfrontiert war, in dem mir das richtig bewusst gewesen wäre.

Das frage ich mich auch, woher das bei roter Salon kommt..ich meine, ich bin 50km vom Eisernen Vorhang entfernt aufgewachsen, aber eine Bedrohung verspürt - nö? Ich fand es immer total spannend als Kind, nach CZ oder Ungarn zu fahren.
Das erste Mal wo ich mich erinnern kann, ein betroffenes Gefühl gehabt zu haben, war beim Ausbruch des Jugoslawienkriegs, als sich Slowenien unabhängig erklärt hat und dann in Folge massenweise Flüchtlinge kamen..damals hatte doch fast jeder plötzlich 1,2 neue Bosnier in der Klasse und durch die Daueraktion "Nachbar in Not" war das alles nahe, aber der Kalte Krieg nicht wirklich für mich.

S.Less
10.12.2010, 12:31
ich bin 31 und war 10 bei der wende. mit 8 wurde ich von unserer direktorin vor der ganzen schule denunziert weil ich nen pelikan füller von meinem westberliner cousin bekommen und genutzt hatte, ein kapitalistisches symbol des klassenfeindes den unsere tapfere armee zusammen mit der roten armee sowieso bald besiegen wird. (die frau ist nach der wende in der übrigens gut aufgestiegen dank cdu und klüngelei in der stadt).

und selbst wenn man jünger ist aber dort gewohnt hat, wie kann man bitte sagen da wenigstens selbst im nachhinein nichts mitbekommen zu haben? habt ihr keine familie oder freunde mit denen ihr redet? mein vater war aktiver und begeisterter segelflieger; bis die stasi und nva sich in den club reingedrängt haben weil unsere stadt nur weniger als 100km von der grenze entfernt lag und aus nem anderen club einer abgehauen ist mit nem flieger in den westen. danach war der verein quasi paramilitärisch, die haben dann geübt wie sie in kriegsgebiete versorgung und waffen reinschmuggeln könnten. wenn wir meine oma besucht haben sind wir immer an einer russischen kaserne vorbeigefahren wo hunderte mi24 bereit standen. jeden tag flogen die russischen abfangjäger im überschall über meine stadt bzw sind sogar bewußt im fast schon tiefflug in den überschallflug gegangen damit die häuser wackeln, gerade so das vielleicht keine scheiben kaputtgehen.

wenn ihr ostverwandte habt fragt die doch mal wie es bei der nva war, denen wurde eingetrichtert das die bundeswehr ständig kurz davor steht die ddr zu überfallen. die wußten noch nichtmal das die bundeswehr an den wochenenden quasi minimalbesetzung fährt und standen gerade an den wochenenden durchweg gewehr bei fuß. teils dachten die täglich morgen geht es in den krieg. sowas geht nicht einfach aus den köpfen raus nach 2 jahren drill. genauso wie eben die kinder, ich bin zum glück drumrum gekommen weil ich nicht mehr in die fdj brauchte, wir haben noch keine atomschutzübungen in den klassenräumen gemacht oder gasmasken kennengelernt.

und wenn ich an all das denke dann empfinde ich die welt seit ende des krieges im ehemaligen jugoslawien viel weniger bedrohlich als noch vor 10 jahren. klar wird es immer weiter irgendwelche kriege geben, aber die gefahr eines krieges wo millionen soldaten sich in deutschland gegenüberstehen und der verlierer fest plant seinen rückzug mit atomsprengköpfen zu verbinden war weitaus drastischer als ob jetzt in korea wieder was passiert (was es eh nicht tut weil der freak in nordkorea gerne an der macht bleiben will). selbst kriege in anderen ländern sind weniger bedrohlich, denn da weiß ich das wir zumindest theoretisch etwas dagegen tun könnten (wenn wir wollten bzw unsere politik nicht so arschig wäre). bei einem krieg ost gegen west wären wir aber direkt betroffen gewesen und das hätte die welt völlig verändert, totaler kommunismus, totale vernichtung, irgendwas extrem schlimmes wäre dabei rausgekommen.

stina90
17.12.2010, 10:45
Heute sind einfach nur die Informationswege viel kürzer. Wenn am anderen Ende der Welt eine Katastrophe passiert, kommt das sofort in den Nachrichten oder im Internet. Tatsächlich war die Welt aber noch nie so friedlich wie in den letzten Jahrzehnten. Zumindest seitdem es Menschen gibt.

Inaktiver User
19.12.2010, 11:19
ja. ich glaub ja eh, meine generation hat einen schaden von dieser allgegenwärtigen bedrohungssituation davongetragen.

um das nochmal zu erläutern: in den 80ern/frühen 90ern war alles so auf katastrophen und sonstige probleme fokussiert. überall war die rede von waldsterben, saurem regen, aids, hungerkatastrophen und kriege in afrika, dann natürlich noch tschernobyl, golfkriege, chemische waffen, atomkriegsszenarien, die situation im/mit dem osten, dann später jugoslawien-krieg, rechtsradikalismus, brandanschläge etc.

schon die jugendliteratur von damals behandelte hauptsächlich atomunfälle, kriege, drittes reich, umweltkatastrophen, sektenähnliches.. und auch sonst - massig endzeitfilme etc.

im alltag war das militär sehr präsent. sowohl auf der erde als auch in der luft, flüge durch die schallmauer und der damit verbundene knall waren bei uns auf der tagesordnung.. kann aber auch daran liegen, dass ich in nem gebiet wohne, in dem viele amis stationiert sind. ramstein ist auch nicht weit weg, weswegen mir diese katastrophe wohl auch so in erinnerung geblieben ist.

alles in allem lebte ich als kind in einer bösen welt, in der jeden moment alles aus sein kann.
ich war aber auch ein seltsames kind muss ich dazu sagen:D

uupsi
28.01.2011, 22:20
tunesien, ägypten... immer mehr los...

SPACEMACHINE
30.01.2011, 12:54
tunesien, ägypten... immer mehr los...

entenhausen bleibt stabil :rose2:

Nacktmuller
03.02.2011, 07:57
Ägypten besteht nur aus Männern offensichtlich. Hat da überhaupt mal jemand eine Frau aktuell auf den Fernsehbildern gesehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass Frauen bei solchen Volksbewegungen deeskalierend wirken. Das müssen die Araber noch lernen. Aber nein, alle hübsch zu Hause lassen und die Männer schlagen sich die Köpfe ein.

Wie es richtig geht, hat man vor über 20 Jahren bei uns gesehen.

ohlserv
03.02.2011, 16:55
Meinten Sie: DDR FRAU (https://www.titanic-magazin.de/shop/images/default_shop/PK-ZonengabyPK.jpg)?

S.Less
03.02.2011, 18:38
ich würde als frau mich auch nicht in den mob stellen wollen da.

an den ersten tagen waren durchaus aber frauen zu sehen immer wieder, schau halt al jazera oder cnn und nicht die halbe minute bei rtl ;-). paß aber auf, vermutlich wirst du halbtot umfallen wenn du arabische reporterinnen ohne kopftuch siehst.

ichs
03.02.2011, 23:20
Egypt Women Show Courage Participating In Mubarak Protests (http://www.huffingtonpost.com/2011/02/02/egypt-women-protests_n_817822.html)
Women of the Egyptian Revolution : Sawt Al Niswa ??? ?????? (http://www.sawtalniswa.com/2011/02/women-of-the-egyptian-revolution/)

einfach mal augen aufmachen und nicht immer nur das glauben, was ins eigene weltbild passt!

Nacktmuller
04.02.2011, 00:15
Ich schau mir das alles gar nicht an, was ihr da verlinkt. Ich bin froh, dass zwischen dort und hier noch das Mittelmeer ist und das kann auch gerne so bleiben.

ichs
04.02.2011, 00:38
wie heißt es doch so schön: wenn man keine ahnung hat, einfach mal fresse halten.

und das dass mit dem mittelmeer keine lösung ist, sollte jedem spätestens seit dem 11. september klar sein.

Nacktmuller
05.02.2011, 01:35
Oh, die gute Frau wird ausfallend. :dum:

S.Less
05.02.2011, 02:20
zu recht.

ohlserv
05.02.2011, 03:36
Muslimbrüder halten zusammen. Immer!