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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Billig-Abi oder Reifeprüfung



Stacy
17.04.2011, 10:10
Wer hat den aktuellen Artikel im Fokus gelesen? Ich kann dem ganzen nur zustimmen, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich einiges einstecken muss. Ich bin Lehrerin aus Norddeutschland und komme ursprünglich aus dem Süden der Republik. Ich kann also die Bildungssysteme zweier Bundesländer direkt miteinander vergleichen. Hier oben sind die Anforderungen und das Niveau viel viel niederiger. Ich finde es zeitweise sehr schockierend und das nicht, weil ich gerne der Lehrer wäre, der nur 6er verteilt. Hier muss man immer ein Auge zudrücken, z. B. manche Lehrer bekommen von ihren Schulleitern die Ansage nicht mehr die Note 5 zu verteilen. Was später dabei rauskommt, bedenkt wohl niemand... wenn z.B. Schüler, die Rehchdschreipungg nicht beherrschen. Gemauschelt wird hier also wie verrückt. Ich ärgere mich nur noch darüber. Klaro, kann man ein Abitur aus Bayern und aus Hamburg nicht gleichsetzen, vom Hamburger wird viel weniger erwartet als vom Bayer. Achtung: Ich meine damit nicht, dass die Norddeutschen tendenziell dümmer sind (um das geht es hier überhaupt nicht). Ich bin deshalb auch für ein Zentralabi, aber das wird eh nicht kommen. Manche Länder wären dann einfach auf die Knochen blamiert.

Lavandula
17.04.2011, 13:20
Ich habe den Artikel nicht gelesen und werde es auch nicht. Ich zweifel mittlerweile grundsätzlich jeden Artikel an, ganz besonders wenn er in keiner Fachzeitschrift steht.

Bestimmt gibt es Unterschiede in den Bundesländern. Genauso wie es wirtschaftlich starke Bundesländer gibt, wird es auch bildungsschwache geben. Und vermutlich hängt das sogar zusammen. Aber ich glaube nicht dass man ein bayerisches Abitur nicht mit einem niedersächsischen vergleichen kann. Dann würden ja zwangsläufig die Abiturienten sobald sie in einem anderen Bundesland studieren, die größten Probleme haben weil die anderen schon viel mehr Vorwissen hätten. Aber meiner Erfahrung nach ist das absolut nicht so.
An wie vielen Schulen in Norddeutschland bist du gewesen und an wie vielen in Süddeutschland? Ich weiß selbst aus meiner Heimatstadt dass es schon von Gymnasium zu Gymnasium recht hohe Unterschiede im Anspruch gibt.

fliegen_lernen
17.04.2011, 17:00
Es gibt (oder gab?) doch auch schon zwischen Baden-Württemberg und Bayern Unterschiede.
Ne Freundin, die in Bayern Abi gemacht hat (2005) meinte, sie hätte sich im Abi in Mathe nicht prüfen lassen müssen :wirr:
Wäre das bei uns (Ba-Wü) auch möglich gewesen, wär mein Abi deutlich besser gewesen :durchgeknallt:

Gelbes Auto
17.04.2011, 17:03
Dann würden ja zwangsläufig die Abiturienten sobald sie in einem anderen Bundesland studieren, die größten Probleme haben weil die anderen schon viel mehr Vorwissen hätten. Aber meiner Erfahrung nach ist das absolut nicht so.

Oh doch, das gibt es oft.....
Der Medizinstudent aus dem Nordern, der in Ba-Wü studiert und noch nie was von ner e-Funktion gehört hat, ist kein Klischee....

Delisha
17.04.2011, 17:53
In Sachsen hatte ich ja damals auch Zentralabi. Und es nervt schon ein bisschen, dass man sich dadurch so genau an den Lehrplan halten muss und alle wichtigen Punkte schaffen muss. Aber dadurch ist man halt auch gezwungen, dass man zumindest von allen vorgeschriebenen Themen ein bisschen Ahnung hat.
Aber ich habe jetzt auch keinen Vergleich wie es ohne ist.

Nachtkerze
17.04.2011, 19:04
aber genauso wie es vermeintlich unterschiede zwischen bundesländern gibt, gibt es unterschiede zwischen schulen oder lehrern. auf dem gymnasium läuft es anders als auf der gesamtschule oder auf beruflichen schulen, die zur hochschulreife führen.
das leben ist nun mal nicht gerecht.

aber das abi sagt ja auch glücklicherweise nicht viel über die fähigkeit aus, ein bestimmtes fach zu studieren. oder mit welchem erfolg.

Stacy
17.04.2011, 20:23
Hier oben werden alle Abschlussprüfungen schulintern korrigiert, d. h. die Erstkorrektur nimmt der jeweilige Fachlehrer der Klasse vor und der Zweitkorrektor ist irgendeiner ausm Kollegium. Klar, wie da oftmals ein Auge zugedrückt, man will ja nicht blöd dastehen. In Ba-Wü gehen Abschlussprüfungen nach der Erstkorrektur raus an andere Schulen, jedes Jahr eine andere. Ich denke, dass Billig-Abi-Studenten nicht so negativ beim Studium auffallen, da man i.d.R nicht gerade das studiert, was einem nicht liegt. Abi zu bekommen, ohne in Mathe geprüft zu werden, finde ich aber immer noch ein Witz. Wenigstens haben alle Länder bis auf RP ein Zentralabitur. Das ist ein Anfang. Aber Abi hin oder her, viel schlimmer finde ich den allgemeinen Niveauverlust. Manchmal frage ich mich echt, wohin das noch führen soll. Die auszubildenden Unternehmen beschweren sich doch jetzt schon über ihre Lehrlinge. Und ich darf mittlerweile überhaupt keine Rechtschreibfehler mehr korrigieren und anstreichen, in einem Aufsatz, in Deutsch!!!! Jeder schreibt so wie er möchte und kriegt nicht mal ne ordentliche Rückmeldung. Da kommt noch was auf uns zu.

Stacy
17.04.2011, 20:27
aber genauso wie es vermeintlich unterschiede zwischen bundesländern gibt, gibt es unterschiede zwischen schulen oder lehrern. auf dem gymnasium läuft es anders als auf der gesamtschule oder auf beruflichen schulen, die zur hochschulreife führen.
das leben ist nun mal nicht gerecht.

aber das abi sagt ja auch glücklicherweise nicht viel über die fähigkeit aus, ein bestimmtes fach zu studieren. oder mit welchem erfolg.

ich stimme dir grundsätzlich zu. doch was ich hier zurzeit erlebe, ist echt hanebüchen. klar, ist das leben ungerecht und wird es auch immer bleiben, aber wenn man fürs abi nur noch bis 3 zählen muss, dann stimmt definitiv etwas nicht. da ist der standard in süddeutschland doch um einiges höher. ich kann jedem schüler ausm süden, der in der oberstufe probleme hat, nur raten hier hoch zu kommen!!!

Sina86
17.04.2011, 20:58
Und ich darf mittlerweile überhaupt keine Rechtschreibfehler mehr korrigieren und anstreichen, in einem Aufsatz, in Deutsch!!!! Jeder schreibt so wie er möchte und kriegt nicht mal ne ordentliche Rückmeldung. Da kommt noch was auf uns zu.

Bitte was? Wieso denn das nicht? Bei uns wurden zum Teil selbst Klausuren in anderen Fächern eine Note herabgesetzt, wenn zu viele Rechtschreibfehler vorlagen! (war in NRW, ABI 06)

melody.
17.04.2011, 22:14
Es gibt (oder gab?) doch auch schon zwischen Baden-Württemberg und Bayern Unterschiede.
Ne Freundin, die in Bayern Abi gemacht hat (2005) meinte, sie hätte sich im Abi in Mathe nicht prüfen lassen müssen :wirr:
Wäre das bei uns (Ba-Wü) auch möglich gewesen, wär mein Abi deutlich besser gewesen :durchgeknallt:

in ba-wü ist das dohc auch erst 2005 so, dass du mathe machen musst

Inaktiver User
17.04.2011, 22:43
in ba-wü ist das dohc auch erst 2005 so, dass du mathe machen musst

Äh, nein. Abi 99, bei uns musste jeder, zumindest im Grundkurs, in Mathe ran. Vielleicht meinst du Hessen.

Leserin
17.04.2011, 23:33
Abi zu bekommen, ohne in Mathe geprüft zu werden, finde ich aber immer noch ein Witz.
Ernsthafte Frage: Warum?
(Sprachliche Korrekturen des Satzes nehme ich nicht vor; das kann ich mir nicht erlauben, so ganz ohne Matheprüfung im Abi. :D)

karamellkirsche
18.04.2011, 01:16
Ich hab den Artikel nicht gelesen, halte aber sowieso nicht viel vom Fokus.

Ich muss sagen, dass ich froh bin mein Abitur in Sachsen gemacht zu haben, wo es ein Zentralabitur gibt und die Abiklausuren zur Zweitkorrektur (und eventuell Drittkorrektur) rausgehen - so war ich nicht auf Gedeih und Verderb meinen Fachlehrerin ausgeliefert :D

Norddeutsche Bundesländer belegen im bundesdeutschen Vergleich der Bilsungssysteme bzw. - Leistungen ja auch eher die hinteren Plätze.

Kaliya
18.04.2011, 07:11
in NRW gingen die Klausuren 2009 definitiv auch an Lehrer anderer Schulen und es gab definitiv in absolut JEDEM Fach Punktabzug für Rechtschreibfehler.

Inaktiver User
18.04.2011, 10:08
Ernsthafte Frage: Warum?
(Sprachliche Korrekturen des Satzes nehme ich nicht vor; das kann ich mir nicht erlauben, so ganz ohne Matheprüfung im Abi. :D)

weil mathe bei vielen den abischnitt ordentlich runterzieht. war bei mir auch so.

Gelbes Auto
18.04.2011, 12:33
Ernsthafte Frage: Warum?


Weil man ohne Prüfung sehr gut drum rum kommt, sich die mathematischen Fähigkeiten anzueignen.....

Rumpelstiltskin
18.04.2011, 12:59
Matheprüfung Pflicht find ich auch blödsinnig. Wir haben Kurvendiskussion, Vektoren, Wahrscheinlichkeitsrechnung und so nen Scheiß gemacht und das bringt mir für mein späteres Leben so ungefähr gar nichts. Ich hätte die Grundrechenarten viel sinnvoller gefunden :D

Nachtkerze
18.04.2011, 13:35
dass mathe kein abi-prüfungsfach ist, heißt ja nicht, dass man am matheunterricht bis klasse 13 nicht teilnehmen muss

Leserin
18.04.2011, 13:59
weil mathe bei vielen den abischnitt ordentlich runterzieht. war bei mir auch so.

Das soll jetzt ein Argument dafür sein, dass man eine Matheprüfung im Abi braucht? Das ist allerhöchstens ein Argument im Hinblick auf Vergleichbarkeit der Noten, und die wäre genauso gegeben, wenn alle Länder das freistellten und Mathe kein Pflichtfach wäre. Übrigens hat Mathe auch meinen Schnitt runtergezogen - es geht ja in die Note nicht nur ein, was geprüft wird.
Es soll übrigens auch Leute geben, denen Mathe liegt. ;)


Weil man ohne Prüfung sehr gut drum rum kommt, sich die mathematischen Fähigkeiten anzueignen.....

Ich wüsste nicht, wie. Schließlich muss man das Fach zumindest bestehen. Wenn die Lehrer ihren Job tun, und meine taten das, kann das für Leute, deren Talente nicht unbedingt im mathematischen Bereich liegen, schon ein harter Kampf sein. Dass ich da im Grundkurs nicht die Fähigkeiten erwerbe oder erwerben musste, die man im Leistungskurs aufbaut, ist dabei wohl klar. Darauf ist das System aber auch ausgelegt.

Grundsätzlich lernen wir in der Schule nun mal beispielhaft, und man kann nicht in allen Fächern geprüft werden. Dass man die Bereiche vorgibt (also sprachlich-künstlerisch, mathematisch-naturwissenschaftlich und gesellschaftswissenschaftlich), ist bei einer ALLGEMEINEN Hochschulreife sicher sinnvoll.
Aber warum soll ich Leute zwingen, sich mit Mathe NOCH eingehender zu beschäftigen, als das im Unterricht eh der Fall ist, wenn diese Leute einen ganz anderen Weg einschlagen werden? Und viel eingehender als in "Stochastik 2" (Thema in unserem Grundkurs) kann es eigentlich in der Schule kaum werden. Wie oft habe ich dieses extrem spezielle Wissen hinterher gebraucht? Ach ja, richtig - gar nicht.
Was die Nachhaltigkeit des in der Schule Erlernten betrifft, so breiten wir in mancherlei Hinsicht besser den Mantel des Schweigens weit aus. Gerade die Fächer, durch die man nur gezwungen wurde (in meinem Fall war das Mathe), zeichnen sich doch dadurch aus, dass man schleunigst (also im Verlauf der nächsten 3-5 Jahre) wieder vergisst, was man da gelernt hat, Prüfung oder nicht. Bleiben tut auf lange Sicht viel mehr von dem, woran man Interesse hatte, als von dem, worin man Prüfungen abgelegt hat.

Ich denke, das Beharren auf speziellen Prüfungen ist oft so ein Neid- oder Eifersuchtsargument. WIR mussten das und fanden es schlecht, also müssen alle anderen auch da durch! Die Sinnhaftigkeit des Unternehmens steckt gar nicht dahinter.

Inaktiver User
18.04.2011, 17:50
Das ist allerhöchstens ein Argument im Hinblick auf Vergleichbarkeit der Noten


so wars auch gemeint.

melody.
18.04.2011, 17:57
Äh, nein. Abi 99, bei uns musste jeder, zumindest im Grundkurs, in Mathe ran. Vielleicht meinst du Hessen.

nein ich meine, dass es seit 2005 ja kein grund-und leistungskurs mehr gibt und jeder schriftlich mathe machen muss
war etwas unverständlich ausgedrückt

Inaktiver User
18.04.2011, 20:34
ich kann ja nichts dafuer
und auch dich trifft keine schuld
ich kann ja nichts dafuer
es ist ein rein koerperlicher entschluss
es ist eine allergische reaktion
dass ich jedesmal, wenn ich das wort freiheit aus einem maennermund hoere
kotzen muss.

Gelbes Auto
18.04.2011, 22:20
intellektuell gesehen ist die schule doch eh für jeden halbwegs selbstständig denkenden Menschen ein Witz, das muss man alles nicht ernst nehmen finde ich. Man lernt ein bisschen besser denken, ein wenig Disziplin und wie man sich in Gemeinschaften arrangiert, alles weitere ist eher Beschäftigungstherapie.

Ich musste gerade so lachen :D

Gelbes Auto
18.04.2011, 22:26
Naja, aber wenn man eben keine Abi-Prüfung schreibt sondern nur jeweils die Klausuren bestehen muss, lernt man eben doch weniger in einem Fach, finde ich....

Und ja, für mich ist die ALLGEMEINE Hochschulreife einfach der springende Punkt. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich ist Mathematik einfach die Grundlage - man kann zwar in Physik irgendwelche physikalischen Eigenschaften auswendig lernen, aber irgendwelche Dinge berechnen tut man eben auf Grundlage der Mathematik.

Um ehrlich zu sein, habe ich auch erst nach dem Abi eingesehen, warum das so wichtig ist - die Schulfächer, die ich absolut gar nicht mehr brauche bzw. die mir nichts gebracht haben, kann ich an einer Hand abzählen.... Ich studiere allerdings auch zwei grundverschiedene Fächer, die jeweils viele andere Bereiche betreffen!

Leserin
18.04.2011, 23:22
Naja, aber wenn man eben keine Abi-Prüfung schreibt sondern nur jeweils die Klausuren bestehen muss, lernt man eben doch weniger in einem Fach, finde ich....

Hm, klar ist die Prüfungsvorbereitung noch mal ein "Lernschub" - dass aber von dieser punktuellen Vorbereitung auf lange Sicht soviel mehr bleibt als nach dem Lernen für andere Klausuren, die ja auch in die Abi-Note eingehen, bezweifle ich.
Und sogar wenn das so wäre - dafür, dass man dann weniger in Mathe lernt, lernt man ja mehr in einem anderen Fach, oder muss Mathe zusätzlich abgeprüft werden? Nein, oder?

Außerdem musste ich auch in meinem Prüfungsfach Bio elend viel rechnen (zugegebenermaßen anders als in Mathe, aber das ergänzte sich durchaus) - ist ja nicht so, als würde man nur in der Mathematik Mathe lernen. Darum gefällt mir ja das Konzept der Bereiche.

Amylen
19.04.2011, 10:06
intellektuell gesehen ist die schule doch eh für jeden halbwegs selbstständig denkenden Menschen ein Witz, das muss man alles nicht ernst nehmen finde ich. Man lernt ein bisschen besser denken, ein wenig Disziplin und wie man sich in Gemeinschaften arrangiert, alles weitere ist eher Beschäftigungstherapie.

Nett formuliert, aber doch etwas an der Realität vorbei, glaube ich! Viele von uns merken nicht einmal mehr, was wir eigentlich in der Schule gelernt haben. Eine Sache hast du aber selbst genannt: Das selbständige Denken!

Wie viel das ausmacht, wenn man keine klassische Schullaufbahn durchläuft, sieht man in Entwicklungsländern. Kritisches Hinterfragen und Diskutieren habe ich in der Schule eher gelernt als an der Uni. Da habe ich auswendig lernen gelernt!

Außerdem kann die Schule (insbesondere unter den heutigen Bedingungen - Hauptschüler am Gymnasium etc.) nur Angebote machen. Was und wie du das persönlich nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Wenn ich in einem Fach etwas lernen wollte, konnte ich das in den meisten Fällen auch. Wenn mich etwas besonders interessiert hat, konnte ich mich damit tiefer auseinandersetzen und bekam alle Unterstützung, die ich brauchte. Wenn ich Blödsinn machen und/oder den Unterricht boykottieren wollte, konnte ich auch das.

Gerade einem selbständig denkendem Menschen traut man ja zu, dass er die Notwendigkeit des Lernens selbst einsieht und sogar darüber hinaus Interessen und Haltungen entwickelt. Das Gymnasium hat (zumindest in den 90ern) einen guten Rahmen dafür geboten. Hier fand jedenfalls eher Bildung statt als an der Uni (siehe oben). Und ich hab 3 Unis, 2 (völlig unterschiedliche) Studiengänge und 9 Jahre Universitätsausbildung hinter mir...

Leserin
19.04.2011, 15:01
Gerade einem selbständig denkendem Menschen traut man ja zu, dass er die Notwendigkeit des Lernens selbst einsieht und sogar darüber hinaus Interessen und Haltungen entwickelt.
Was - auch OHNE PRÜFUNGEN? :eek:
:D
Nein, im Ernst, ich stehe in der Hinsicht voll hinter Dir. Allerdings hatte ich mehr Glück mit meiner universitären Ausbildung.

filiz
19.04.2011, 15:33
Bin auf jeden Fall auch für ein einheitliches Zentralabitur in Deutschland,aber würde diese Klischees hier jetzt nicht so pauschalisieren. Da hängt sicher auch vieles von der Schule an sich ab.

sora
19.04.2011, 15:50
intellektuell gesehen ist die schule doch eh für jeden halbwegs selbstständig denkenden Menschen ein Witz, das muss man alles nicht ernst nehmen finde ich. Man lernt ein bisschen besser denken, ein wenig Disziplin und wie man sich in Gemeinschaften arrangiert, alles weitere ist eher Beschäftigungstherapie.

seh ich auch so.
was ich alles in der schule theoretisch gelernt hätte, aber praktisch vermutlich höchstens zwei tage lang wusste, würde in buchform vermutlich mehrere regalreihen füllen. was man meiner ansicht nach an schulen ändern müsste, damit sie mehr sind als kinderbeaufsichtigungsstätten, auch.

ich finde deshalb diese "billig-abi oder reifeprüfungs"-diskussion (nur über meine leiche lese ich den focus) nur insofern wichtig, dass es so natürlich irgendwo ungerecht ist, wenn es später um die studienplätze mit nc geht. irgendwo. andererseits fügt sich meiner ansicht nach sowieso jeder in das system ein, in dem er aufwächst. ich glaube kaum, dass alle bayerischen abiturienten per se bessere noten hätten, wenn sie das nord-abi gemacht hätten. dann hätten sie sich ja auch anders vorbereitet.

und warum es mit der welt bergab geht, wenn die leute nicht mehr rechtschreiben können, darf mir mal jemand erklären.

Delisha
19.04.2011, 15:59
und warum es mit der welt bergab geht, wenn die leute nicht mehr rechtschreiben können, darf mir mal jemand erklären.
Ich finds immer ganz praktisch Sachen auch lesen zu können, wenn sich schon jemand die Mühe macht etwas aufzuschreiben.

Mohrrübe
19.04.2011, 16:03
Hm, ich bin nur bedingt deiner Meinung. Ich denke, es gibt schon alleine einen sehr krassen Unterschied innerhalb der Gymnasien einer Stadt, bzw. zwischen den Klassen und deren Lehrern einer Schule. Alles steht und fällt mit dem Willen der Schüler und der Lehrer. Trotzdem bin ich für die Abschaffung der Kleinstaaterei im Schulsystem und für eine Zentralabiprüfung, denn nur dann wird das alles vergleichbar und transparent.

kafkaesque
19.04.2011, 17:47
Hm, ich bin nur bedingt deiner Meinung. Ich denke, es gibt schon alleine einen sehr krassen Unterschied innerhalb der Gymnasien einer Stadt, bzw. zwischen den Klassen und deren Lehrern einer Schule. Alles steht und fällt mit dem Willen der Schüler und der Lehrer. Trotzdem bin ich für die Abschaffung der Kleinstaaterei im Schulsystem und für eine Zentralabiprüfung, denn nur dann wird das alles vergleichbar und transparent.

und wozu soll alles vergleichbar und transparent sein?

ich bin ehrlich überrascht, wie viele hier für das zentralabi plädieren. die meisten europäischen länder haben nichtmal ´ne schulpflicht und sind deshalb nicht weniger erfolgreich, nicht weniger gebildet und ihre bevölkerung nicht unglücklicher (dänemark, frankreich, großbritannien etc.).

wir brauchen keine gleichheit und auch keine vergleichbarkeit - wenn die unis oder arbeitgeber auswählen wollen, sollen die sich halt ein prüfungsverfahren überlegen, dafür sind nicht die schulen zuständig. schulen sind dafür zuständig, die leute zu motivieren, viel zu lernen und viel nachzudenken und sich damit später in der gesellschaft in dem bereich bestmöglichst einzusetzen, der ihnen liegt und für den sie zu arbeiten motiviert sind. mit diesem ziel ist es aber nicht das naheliegendste mittel, alle genau im gleichem tempo genau den gleichen stoff durchkauen zu lassen und genau die gleichen prüfungen zu schrieben. dann hast du zwar vergleichbarkeit, aber nicht das individuelle maximum rausgeholt.

Inaktiver User
19.04.2011, 17:54
schulen sind dafür zuständig, die leute zu motivieren, viel zu lernen und viel nachzudenken und sich damit später in der gesellschaft in dem bereich bestmöglichst einzusetzen, der ihnen liegt und für den sie zu arbeiten motiviert sind.

aber davon ist in d. nichts zu spüren.

kafkaesque
19.04.2011, 18:06
Wer hat den aktuellen Artikel im Fokus gelesen? Ich kann dem ganzen nur zustimmen, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich einiges einstecken muss. Ich bin Lehrerin aus Norddeutschland und komme ursprünglich aus dem Süden der Republik. Ich kann also die Bildungssysteme zweier Bundesländer direkt miteinander vergleichen. Hier oben sind die Anforderungen und das Niveau viel viel niederiger. Ich finde es zeitweise sehr schockierend und das nicht, weil ich gerne der Lehrer wäre, der nur 6er verteilt. Hier muss man immer ein Auge zudrücken, z. B. manche Lehrer bekommen von ihren Schulleitern die Ansage nicht mehr die Note 5 zu verteilen.

Naja, dafür *musst* du sie in Bayern dann mal vergeben - selbst wenn deine Kinder in Vergleichsarbeiten nunmal einfach besser sind als die Parallelklasse und nicht schlecht genug für eine 5.
Link1 (http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bitte-nicht-fuer-schueler-engagieren/)
Link2 (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,628411,00.html)

sora
19.04.2011, 18:07
Ich finds immer ganz praktisch Sachen auch lesen zu können, wenn sich schon jemand die Mühe macht etwas aufzuschreiben.

ich glaube, wenn es bei den schülern der threaderstellerin so weit kommt, dass man nicht mehr versteht, was sie aufschreiben, dann wird auch sie dazu angehalten sein, das problem anzugehen.

in puncto weniger extreme fälle besteht meine frage nach wie vor. ich finde dieses panische "oh gott, schüler heutzutage können nicht mehr rechtschreiben"-gekreische, das man immer wieder hört, mehr als übertrieben. als ob der fortbestand des abendlandes davon abhinge, ob man weiß, wann man "das" mit zwei s schreibt und wann mit einenm.

kafkaesque
19.04.2011, 18:13
aber davon ist in d. nichts zu spüren.

Ne, leider nicht. Meine Schule (ein altsprachliches Gymnasium in Hessen) hat an mir jedenfalls keinen so guten Job gemacht. Ich bin halt 13 Jahre mit herzlich wenig Spaß oder Interesse auf meinem Stuhl herumgerutscht, hab dafür ein prima Abi und Stipendium kassiert - und dann im Studium festgestellt, dass ich über null Lernmotivation und null Selbstdisziplin verfüge, weil mir zu lange nicht die Möglichkeit gegeben wurde, meine eigenen Interessen zu verfolgen. Als ich es dann durfte, war es zu spät, um mein Lernverhalten darauf einzustellen. Ich habe nie Lernen gelernt. Das ist ernsthaft problematisch. Wenn mir jemand sagt, was ich wann können soll, das dann überprüft und mich dafür lobt, dann kann ich das liefern. Aber selbstgesetzte Ziele aus eigener Motivation nur für mich verfolgen - da hab ich echt Schwierigkeiten. (Ist natürlich keine Entschuldigung für irgendwas, gell. Ich muss mich halt auf den Hosenboden setzen lernen. Aber die Schule hätte mich auch dazu motivieren können, das damals schon zu tun, wenn sie mehr auf das Individuum eingegangen wäre, und dann wäre es jetzt nicht so ein Krampf.)

Diese Fixierung auf das Vergleichbare ist weder für schlechte Kinder gut, die, selbst wenn sie sich für ihre Verhältnisse massiv verbessern, immer noch schlechter sind als die anderen (demotivierend) noch für gute Kinder, denen suggeriert wird, solange sie überdurchschnittliche Noten schreiben, sei alles bestens (auch wenn sie mit etwas Lernen noch besser sein könnten - aber wo sollen sie dann hin mit dem noch-besser-sein? Sie haben die 15 Punkte ja schon. Was soll sie noch anspornen? Sie müssen ja eh nur die Arbeiten schreiben, die alle anderen auch schreiben und die sie wahrscheinlich nichtmal interessieren.)

kafkaesque
19.04.2011, 18:16
in puncto weniger extreme fälle besteht meine frage nach wie vor. ich finde dieses panische "oh gott, schüler heutzutage können nicht mehr rechtschreiben"-gekreische, das man immer wieder hört, mehr als übertrieben. als ob der fortbestand des abendlandes davon abhinge, ob man weiß, wann man "das" mit zwei s schreibt und wann mit einenm.

man könnte auch dafür argumentieren, dass sprache sich nun einmal ändert und, wenn dem nicht so wäre, wir thür immer noch mit th schreiben würden. ich bin nicht sicher, ob ich das so vertreten will, vielleicht bin ich zu sehr ästhetin ;). aber ich stimme dir vollkommen darin zu, dass das abendland jedenfalls nicht davon untergeht.

kafkaesque
19.04.2011, 18:43
K.R.Ä.T.Z.Ä. - Schule - Unterrichtsverweigerung - Anfangsschreiben mit Begründung (28.02.96) (http://kraetzae.de/schule/unterrichtsverweigerung/begruendung/)

Das ist die Begründung der Verweigerung des Chemieunterrichtes eines sechzehnjährigen Oberstufenschülers, die ich für lesenswert halte. (Ist schon etwas älter, aber das macht ja keinen Unterschied. Der besagte Herr promoviert übrigens mittlerweile - nicht in Chemie ;).)

Norea
20.04.2011, 08:41
Da ich den Focus- Artikel nicht gelesen habe, fällt es mir schwer, "Billig-Abi" und "Reifeprüfung" einer Abiturform zuzuordnen.

Unter "Reife" verstehe ich unter anderem die Fähigkeiten sich Themen eigenverantwortlich anzueignen, anhand gelernter Methoden wiederzugeben und zu reflektieren, im Team miteinander auszukommen und trotzdem als Individuum wahrgenommen zu werden, komplexe Entscheidungen zu treffen und mutig zu sein, diese zu vertreten...

Ein "Billig-Abi" spiegelt diese Fähigkeiten meines Erachtens nicht. Unter "Billig" verstehe ich einfach und einfach ist es, Dinge zu lernen, die mir jemand vorgibt, weil er glaubt, sie seien gut für mich oder die Gesellschaft.

Ich denke, dass mein Nicht- Zentralabitur eine "Reifeprüfung" war, aber es könnte natürlich auch sein, dass ich mich täusche. Habe den Focus- Artikel ja, wie gesagt, nicht gelesen.

Norea
20.04.2011, 09:31
K.R.Ä.T.Z.Ä. - Schule - Unterrichtsverweigerung - Anfangsschreiben mit Begründung (28.02.96) (http://kraetzae.de/schule/unterrichtsverweigerung/begruendung/)

Das ist die Begründung der Verweigerung des Chemieunterrichtes eines sechzehnjährigen Oberstufenschülers, die ich für lesenswert halte. (Ist schon etwas älter, aber das macht ja keinen Unterschied. Der besagte Herr promoviert übrigens mittlerweile - nicht in Chemie ;).)

"Die Tatsache, daß ich zum
Chemieunterricht gezwungen werde, verstößt nicht nur gegen
mehrere Artikel im Grundgesetz (Die Würde des Menschen ist
unantastbar, Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner
Persönlichkeit, Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich,
Pflege und Erziehung sind das natürliche Recht der Eltern [...],
Alle Deutschen genießen Freizügigkeit [...], Niemand darf zu
einer bestimmten Arbeit gezwungen werden [...], etc.),(...)"



Der Brief ist sehr cool ;)

Taleska
20.04.2011, 09:41
K.R.Ä.T.Z.Ä. - Schule - Unterrichtsverweigerung - Anfangsschreiben mit Begründung (28.02.96) (http://kraetzae.de/schule/unterrichtsverweigerung/begruendung/)

Das ist die Begründung der Verweigerung des Chemieunterrichtes eines sechzehnjährigen Oberstufenschülers, die ich für lesenswert halte. (Ist schon etwas älter, aber das macht ja keinen Unterschied. Der besagte Herr promoviert übrigens mittlerweile - nicht in Chemie ;).)

Ach ich weiß nicht, so könnte man in jedem Fach argumentieren und dann geht halt niemand mehr zur Schule.. Irgendwo muss doch festgelegt sein, was gelernt werden soll. Dass da viel Zeug dabei ist, das einzelne Personen später nie wieder brauchen, ist klar. Ließe man jeden Schüler nur das lernen, was ihn interessiert oder ihm Spaß macht, kann man die Schule auch ganz sein lassen. Es muss nicht immer alles nur Spaß machen. Aber ok, mit 16 hätt ich das wohl auch so gesehen.

Inaktiver User
20.04.2011, 12:30
mir fällt auch seit ein paar jahren extrem auf, dass schüler keine rechtschreibung mehr können (ich hab das gefühl, kommasetzung wird in den schulen gar nicht mehr unterrichtet). ich hab bei der arbeit öfters mit praktikanten zu tun, die journalist werden wollen und in jedem satz drei rechtschreibfehler haben; und ja, das find ich schlimm.

aber ich glaube, das liegt viel mehr an der einzelnen schule als am bundesland. mein eindruck vom bayerischen abi (ok, der eindruck stammt aus meiner schulzeit, vielleicht hat sich das inzwischen geändert) ist, dass es da sehr viel um auswendiglernen und sehr wenig um eigenständiges denken geht (hatte einige schüler in der stufe, die aus bayern nach nrw gezogen sind). ob ich das so gut finden soll, weiß ich nicht.

sora
20.04.2011, 14:07
Ach ich weiß nicht, so könnte man in jedem Fach argumentieren und dann geht halt niemand mehr zur Schule.. Irgendwo muss doch festgelegt sein, was gelernt werden soll. Dass da viel Zeug dabei ist, das einzelne Personen später nie wieder brauchen, ist klar. Ließe man jeden Schüler nur das lernen, was ihn interessiert oder ihm Spaß macht, kann man die Schule auch ganz sein lassen. Es muss nicht immer alles nur Spaß machen. Aber ok, mit 16 hätt ich das wohl auch so gesehen.

ich habe den brief jetzt nicht gelesen, aber ich sehe überhaupt nicht, warum irgendwo festgelegt sein muss, was "man" lernen soll, und warum jeder das gleiche lernen muss (ganz grundlegende sachen wie lesen, schreiben, formaler aufbau eines textes und grundrechenarten mal ausgenommen). das könnte man mit sicherheit ganz anders gestalten.

meiner ansicht nach ist die schule und insbesondere das gymnasium, so wie es ist, eine riesige zeit- und energieverschwendung.

Norea
20.04.2011, 16:32
mir fällt auch seit ein paar jahren extrem auf, dass schüler keine rechtschreibung mehr können (ich hab das gefühl, kommasetzung wird in den schulen gar nicht mehr unterrichtet). ich hab bei der arbeit öfters mit praktikanten zu tun, die journalist werden wollen und in jedem satz drei rechtschreibfehler haben; und ja, das find ich schlimm.

aber ich glaube, das liegt viel mehr an der einzelnen schule als am bundesland. mein eindruck vom bayerischen abi (ok, der eindruck stammt aus meiner schulzeit, vielleicht hat sich das inzwischen geändert) ist, dass es da sehr viel um auswendiglernen und sehr wenig um eigenständiges denken geht (hatte einige schüler in der stufe, die aus bayern nach nrw gezogen sind). ob ich das so gut finden soll, weiß ich nicht.

Ich finde die Rechtschreibdiskussion in Bezug auf das Abitur komisch. Die Rechtschreibung war an meinen Schulen (Niedersachsen) bis etwa zur achten Klasse ein wichtiges Thema. In der Grundschule gab es eine Note nur für die Rechtschreibung. Von der fünften bis zur achten Klasse mussten wir wöchentlich ungeübte Diktate schreiben etc. Dennoch gab es vereinzelt Schüler (vor allem die klassischen Lesemuffel mit einem Faible für Mathematik und Naturwissenschaften), die es nicht schafften, einen Satz fehlerfrei zu schreiben. Es zog sich durch bis zur zehnten Klasse (Realschule) und bereits ab der neunten Klasse zeichnete sich ab, dass bereits einige Lehrer resignierten und Rechtschreibfehler kommentarlos hinnahmen.

Mit meinem Wechsel auf die Oberstufe (vor dem ich anfänglich noch großen Respekt hatte) wunderte ich mich schnell, wie viele Gymnasiasten sich weder vernünftig ausdrücken konnten noch die Rechtschreibung fehlerfrei beherrschten. Es waren definitiv noch mehr Leute als auf der Realschule.

In der 13. Klasse gab es dann plötzlich Punktabzüge für eine bestimmte Anzahl Rechtschreibfehler in den Abiturprüfungen. Ich wusste echt nicht, ob ich lachen oder heulen sollte, weil ich der Meinung war, dass man Menschen ab einem gewissen Alter und Leistungsstand einfach "lassen" muss. Wer es bis zur Oberstufe nicht schafft, vernünftig zu schreiben, wird es auch durch eine schlechtere Benotung nicht schaffen. Müsste ich an einer Oberstufe unterrichten, käme ich selbst nicht auf die Idee, noch irgendwelche Rechtschreibfehler zu korrigieren. Ich fänd es unfair, auf einer gymnasialen Oberstufe, wo die Leute ja nicht umsonst landen, noch auf Schwächen (Legasthenie?) herumzureiten, die schon ein Leben lang bestehen und wohl kaum dadurch besser werden, dass sie mit Rotstift bearbeitet werden...

Inaktiver User
20.04.2011, 16:49
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Inaktiver User
20.04.2011, 18:01
Ich fänd es unfair, auf einer gymnasialen Oberstufe, wo die Leute ja nicht umsonst landen, noch auf Schwächen (Legasthenie?) herumzureiten, die schon ein Leben lang bestehen und wohl kaum dadurch besser werden, dass sie mit Rotstift bearbeitet werden...

ich kann das nur anhand meiner erfahrung mit praktikanten und azubis beurteilen, aber da haben echt 90 prozent eine katastrophale rechtschreibung, und ich glaube kaum, dass die alle legastheniker sind. aber ich stimme dir völlig zu, dass es kurz vor den abiturprüfungen ein bisschen spät ist, den leuten noch schnell rechtschreibung beibringen zu wollen.

Hawaii
20.04.2011, 18:13
norea, die rechtschreibfehler werden ja nicht erst im abi korrigiert, sondern auch auf dem ganzen weg bis dahin. und wenn ein inhaltlich guter aufsatz auf einer seite mehrere rechtschreibfehler enthält, dann ist er halt insgesamt nicht mehr gut.

Hawaii
20.04.2011, 18:16
ohgott und dieser brief erst. das ist schon sehr peinlich.

Inaktiver User
20.04.2011, 18:32
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sora
20.04.2011, 19:34
ohgott und dieser brief erst. das ist schon sehr peinlich.

was genau ist daran peinlich?

Inaktiver User
20.04.2011, 19:36
was genau ist daran peinlich?

das wüsst ich auch gerne.
ich finde das eher ernstzunehmend.

Gelbes Auto
20.04.2011, 22:55
andere frage: warum hat man eigentlich erst nach 10 jahren einsicht in die abiturprüfungen? damit es keine klagewelle gibt?

Stimmt so nicht unbedingt - ich habe alle meine Abi-Prüfungen etwa 1-2 Monate danach angeschaut!! (Ba-Wü, Abi 2009)

kafkaesque
21.04.2011, 00:24
wer sich weiter über die rechtschreibkenntnisse der heutigen jugend aufregt, muss jetzt soras frage beantworten, wozu es wichtig sein soll, dass alle gleich schreiben. :mrnerd:
(gesetzt, man versteht noch, was gemeint ist)

Inaktiver User
21.04.2011, 00:41
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yugo.chic
21.04.2011, 01:34
wer sich weiter über die rechtschreibkenntnisse der heutigen jugend aufregt, muss jetzt soras frage beantworten, wozu es wichtig sein soll, dass alle gleich schreiben. :mrnerd:
(gesetzt, man versteht noch, was gemeint ist)

Es ist schlicht und einfach peinlich, wenn jemand mit Hochschulreife in jedem 3. Wort oder auch nur Satz einen Fehler macht - verursacht mir persönlich Augenkrebs und Fremdschämung.

Die Frage nach dem "Zwang zum gleich Schreiben" zielt doch nur darauf ab, Leuten, die intellektuell nicht in der Lage oder zu faul sind, zu suggerieren, alles wäre in Butter. (Legastheniker nehme ich aus.) "Wir orientieren uns am unteren Durchschnitt" damit keiner gekränkt wird, kanns wohl nicht sein und Individualität kann man auch mittels Handschrift oder Wortwahl und Satzbau etc. ausdrücken.
Und ich finde, daß man noch zwischen beispielsweise SMS- oder Chatsprache und Schriftsprache unterscheiden können soll. Immer öfter findet man auch derbe Rechtschreibfehler in Zeitungen oder Nachrichtentickern - was soll das? Da hat einfach jemand seinen Beruf verfehlt.

Rechtschreibung hat meiner Meinung nach auch was mit der Fähigkeit, etwas präzise be-/umschreiben zu können, zu tun. Oft machen ja schon Kleinigkeiten einen großen Unterschied.
Oder willst du wissenschaftliche Artikel lesen, die vor Fehlern nur so strotzen? Ich könnte dann auch den Inhalt nicht mehr ernst nehmen und möchte auch nicht raten wollen, ob der Verfasser jetzt kreativ oder ungebildet ist.

Inaktiver User
21.04.2011, 02:49
ich kann ja nichts dafuer
und auch dich trifft keine schuld
ich kann ja nichts dafuer
es ist ein rein koerperlicher entschluss
es ist eine allergische reaktion
dass ich jedesmal, wenn ich das wort freiheit aus einem maennermund hoere
kotzen muss.

Inaktiver User
21.04.2011, 08:35
Sehr oft fehlt leuten, die die Rechtschreibung nicht beherrschen, eben auch die Fähigkeit, sich präzise und halbwegs leserfreundlich auszudrücken. Das gilt besonders für die kommasetzung. Wenn zwei Sätze eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem, wo und ob man ein Komma setzt, dann hilft einem auch keine rechtschreibprüfung.

Und ich habe weder Lust und Zeit mich in Zukunft durch wirre,
inhaltlich nicht eindeutige Texte zu quälen, weil irgendwer meint, Rechtschreibung sei nicht so wichtig, so lange man erraten kann, was gemeint sein könnte.

Edit: bevor gleich besserwisser ankommen: meine unsinnige groß- und Kleinschreibung liegt daran, dass ich vom Handy aus schreibe.

Delisha
21.04.2011, 10:06
wer sich weiter über die rechtschreibkenntnisse der heutigen jugend aufregt, muss jetzt soras frage beantworten, wozu es wichtig sein soll, dass alle gleich schreiben. :mrnerd:
(gesetzt, man versteht noch, was gemeint ist)
Texte sind halt einfach leichter lesbar, wenn sie gewissen Regeln folgen. Wenn jetzt einer mal das und dass verwechselt oder noch daß schreibt, kann ich das trotzdem noch verstehen.
Aber bei "Miehr geit ess gud" wird es schon anstrengend zu lesen.
Legastheniker mal ausgenommen.

sora
21.04.2011, 10:46
Sehr oft fehlt leuten, die die Rechtschreibung nicht beherrschen, eben auch die Fähigkeit, sich präzise und halbwegs leserfreundlich auszudrücken. Das gilt besonders für die kommasetzung. Wenn zwei Sätze eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem, wo und ob man ein Komma setzt, dann hilft einem auch keine rechtschreibprüfung.

Und ich habe weder Lust und Zeit mich in Zukunft durch wirre,
inhaltlich nicht eindeutige Texte zu quälen, weil irgendwer meint, Rechtschreibung sei nicht so wichtig, so lange man erraten kann, was gemeint sein könnte.

Edit: bevor gleich besserwisser ankommen: meine unsinnige groß- und Kleinschreibung liegt daran, dass ich vom Handy aus schreibe.

ich kann deinen text aber immer noch problemlos lesen :-)

ich glaube, das "oh gott, die leute können nicht mehr rechtschreiben"-geschrei ist zum einen teil einfach die angst des bildungsbürgertums, dass sie sich, wenn rechtschreibung nicht mehr so viel gilt wie einst, irgendwann nicht mal mehr dadurch als was besseres abgrenzen können, nachdem sich ja schon der genitiv im freien fall befindet. vielleicht ist es auch das missfallen darüber, dass heutzutage "jeder" abitur macht - und es diesen leuten dann auch noch leicht gemacht wird, indem ihre rechtschreibfehler nicht zählen.
und zum anderen ist es teil dieser "unglaublich, was die leute heute alles nicht mehr wissen, wir befinden uns mitten im bildungs- und werteverfall"-hysterie, die es vermutlich seit menschengedenken gibt.

mir ist es auch lieber, wenn ein text fehlerlos geschrieben ist, und ich rümpfe auch gelegentlich die nase, wenn ich veröffentlichte texte mit fehlern lesen muss (sei es in der zeitung, seien es emails von studenten, seien es speisekarten).
aber es gibt einfach echt schlimmeres.

suckmyturban
21.04.2011, 12:17
wer sich weiter über die rechtschreibkenntnisse der heutigen jugend aufregt, muss jetzt soras frage beantworten, wozu es wichtig sein soll, dass alle gleich schreiben. :mrnerd:
(gesetzt, man versteht noch, was gemeint ist)

Ich finde auch, dass es einen Unterschied macht, ob man im Beruf oder aber hier in diesem Forum korrekt schreibt bzw. auf seine Rechtschreibung achtet.

Im Beruf kann ich mir Rechtschreibfehler kaum leisten. Ich kann niemand verklickern, dass er für eine Beratungsleistung ein Stundenhonorar von 200-300 Euro ausgibt, wenn der Dienstleistungserbringer nicht einmal die simpelsten Schreibregeln kennt. Wer etwa das und dass nicht auseinanderhalten kann, dem glaubt man auch nicht, dass er irgendwo Kraftwerke bauen kann.

Zudem ist fehlerhafte Rechtschreibung für viele ein Indiz dafür, dass man sich in der Sache keine Mühe gegeben hat.

*Zurück zum Thema* Pauschalisierungen a la "Billig-Abitur" sind deswegen nicht angebracht, weil jedenfalls zu meiner Zeit (kein Zentral-Abi) die Prüfungsleistungen ziemlich geschwankt haben. Ich musste in NRW etwa ein Text von Montesquieu interpretieren, dass wissen viele in BaWü nicht einmal, wer das ist.

Von einem schwierigen, oder besonders brauchbaren Abitur zu reden, nur weil man Mathematik im Abitur haben muss, halte ich auch für falsch. Mathe, Physik, Chemie, Musik, Religion und Sport - und damit etwa drei Viertel meiner Schulausbildung - habe ich nach dem Abitur nie - n i e - wieder benötigt (außer ein bissel Angeber-Mathe in der Dissertation). Hier wird unnötig Zeit verschwendet, ohne auf den individuellen Lebensweg der Schüler einzugehen.

Inaktiver User
21.04.2011, 14:00
ich kann deinen text aber immer noch problemlos lesen :-)


ja, klar ;) aber ich finde, wenn jemand z.b. absolut keine kommasetzung kann, dann fängt man ziemlich schnell an zu raten, was derjenige wohl meint. oft hat ein satz durch ein komma oder kein komma ja einen völlig anderen sinn.

Stacy
21.04.2011, 14:09
Wow, hier wurde ja viel geschrieben. Natürlich ist der Titel "Billig-Abi vs. Reifeprüfung" sehr provozierend und ich denke auch nicht, dass man pauschal sagen kann, wo jetzt welche Art von Abitur erreicht wird. Aber ein gewisses Nord- Südgefälle kann ich leider nicht abstreiten. Manche Bundesländer bzw. die jeweilige Regierung (SPD und Grüne) wollen halt ein Abitur für alle. Das geht leider mit großem Niveauverlust einher und zwar nicht im Sinne von "Schüler xy kann keine Kurvendiskussion", sondern "Schüler xy versteht einfach nicht, wie der Dreisatz geht".
Der Sinn eines Abiturs für alle erschließt sich mir leider nicht. Und nein, ich bin kein CSU-ler aus Bayern.

sora
21.04.2011, 14:16
Wow, hier wurde ja viel geschrieben. Natürlich ist der Titel "Billig-Abi vs. Reifeprüfung" sehr provozierend und ich denke auch nicht, dass man pauschal sagen kann, wo jetzt welche Art von Abitur erreicht wird. Aber ein gewisses Nord- Südgefälle kann ich leider nicht abstreiten. Manche Bundesländer bzw. die jeweilige Regierung (SPD und Grüne) wollen halt ein Abitur für alle. Das geht leider mit großem Niveauverlust einher und zwar nicht im Sinne von "Schüler xy kann keine Kurvendiskussion", sondern "Schüler xy versteht einfach nicht, wie der Dreisatz geht".
Der Sinn eines Abiturs für alle erschließt sich mir leider nicht. Und nein, ich bin kein CSU-ler aus Bayern.

warum sollte deiner ansicht nach nicht "jeder" die hochschulzugangsberechtigung erhalten?

Mohrrübe
21.04.2011, 15:29
und wozu soll alles vergleichbar und transparent sein?

ich bin ehrlich überrascht, wie viele hier für das zentralabi plädieren. die meisten europäischen länder haben nichtmal ´ne schulpflicht und sind deshalb nicht weniger erfolgreich, nicht weniger gebildet und ihre bevölkerung nicht unglücklicher (dänemark, frankreich, großbritannien etc.).

wir brauchen keine gleichheit und auch keine vergleichbarkeit - wenn die unis oder arbeitgeber auswählen wollen, sollen die sich halt ein prüfungsverfahren überlegen, dafür sind nicht die schulen zuständig. schulen sind dafür zuständig, die leute zu motivieren, viel zu lernen und viel nachzudenken und sich damit später in der gesellschaft in dem bereich bestmöglichst einzusetzen, der ihnen liegt und für den sie zu arbeiten motiviert sind. mit diesem ziel ist es aber nicht das naheliegendste mittel, alle genau im gleichem tempo genau den gleichen stoff durchkauen zu lassen und genau die gleichen prüfungen zu schrieben. dann hast du zwar vergleichbarkeit, aber nicht das individuelle maximum rausgeholt.

Ähm ja. Ganz einfach. Wenn jedes Land macht was es will, ist es für die mobile Gesellschaft einfach wahnsinnig anstrengend mal eben mit Sack und Pack umzuziehen. Die Kinder der 7. Klasse lernen überall was anderes und kriegen dann erstmal nen Kulturschock, wenn sie in dem anderen Bundesland zur Schule müssen. Alle Arbeitnehmer sollen flexibel sein und deutschlandweit mobil, wie soll das so gehen? Wenn Unis weiterhin nach Abi-Schnitt auswählen, muss es ja irgendwie vergleichbar sein. Ich kann aber nunmal einen Hessen-Abiturienten mit Sport und Musik und 1,0 im Schnitt nicht mit einem Mathe-Physik Abiturienten mit 1,5 im Schnitt vergleichen, wenn beide Medizin studierne wollen. Wenn das so sein soll, dann muss es schon einheitlich sein.

Oder wir ändern das komplette Bildungssystem (was ich auch für mehr als ok ansehe) und jede Uni wählt nach ihren eigenen Kriterien aus. Das wäre für alle Beteiligten sowieso besser.

Trotzdem bin ich für einheitliche Lehrpläne um o.g. Umzugsproblem endlich abzuschaffen. In den Berufsschulen ist das ja doch schon so. Die IHK-Prüfungsfragen sind deutschlandweit gleich. Und nur so macht das auch Sinn.

kafkaesque
21.04.2011, 15:43
Ach ich weiß nicht, so könnte man in jedem Fach argumentieren und dann geht halt niemand mehr zur Schule.. Irgendwo muss doch festgelegt sein, was gelernt werden soll. Dass da viel Zeug dabei ist, das einzelne Personen später nie wieder brauchen, ist klar. Ließe man jeden Schüler nur das lernen, was ihn interessiert oder ihm Spaß macht, kann man die Schule auch ganz sein lassen.

Ne, absolut nicht: Die Schule ist ein toller Weg, sich mit Unterstützung von didaktisch erfahrenen Themenexperten (= Lehrern, manchmal auch Mitschülern) in einem Forschungsambiente (es gibt Reagenzgläser, Chemikalien, Computer, verschiedene Räume, Tafeln...) und gemeinsam mit Freunden/anderen am Thema interessieren die Themen zu erarbeiten, die einen interessieren. Das hat man zu Hause ja nicht. Zudem wissen auch Kinder (und ihre Eltern) dass man mit null Bildung nicht weit kommt. Außerdem sind Kinder neugierig und wollen Lernen.
Deshalb gehen auch in Ländern, in denen es keine Schulpflicht gibt wie Dänemark, USA, Australien, Frankreich oder England die meisten Kinder zur Schule. Wo sonst hat man die Möglichkeiten, die einem da geboten werden? Es gibt also auf jeden Fall einen Wert, den Schule hat, der über "da lernen Kinder Zwangsinhalte" hinausgeht.

Ich bin ja ein Fan von Sudbury Schulen (http://en.wikipedia.org/wiki/Sudbury_Valley_School). Die Schüler dort - die keinerlei Pflichten unterliegen - gehen später überdurchschnittlich oft aufs College (90%) und sind im Berufsleben entsprechend erfolgreich. Interview (http://www.tagesspiegel.de/zeitung/freiheit-macht-kinder-klug/1267524.html)

chaolita
21.04.2011, 15:47
kurz zu mathe und bayern: in bayern muss man in der regel schon immer auch mathe als abiprüfungsfach nehmen. ausnahmen kann es geben, wenn man zwei kernfächer als leistungskurse hat.
die zahl dere, die dann wirklich nicht in mathe schreiben müssen liegt sicher unter 5%. ich war die einzige in meinem und dem nachfolgenden jahrgang, die dran vorbeigekommen ist.

chaolita
21.04.2011, 15:51
Ich bin ja ein Fan von Sudbury Schulen (http://en.wikipedia.org/wiki/Sudbury_Valley_School). Die Schüler dort - die keinerlei Pflichten unterliegen - gehen später überdurchschnittlich oft aufs College (90%) und sind im Berufsleben entsprechend erfolgreich. Interview (http://www.tagesspiegel.de/zeitung/freiheit-macht-kinder-klug/1267524.html)


Sowas finde ich auch toll. Aber wo ist da der Unterschied zur Waldorfschule und wieso ist das angeblich so viel erfolgreicher?

kafkaesque
21.04.2011, 15:54
Ähm ja. Ganz einfach. Wenn jedes Land macht was es will, ist es für die mobile Gesellschaft einfach wahnsinnig anstrengend mal eben mit Sack und Pack umzuziehen. Die Kinder der 7. Klasse lernen überall was anderes und kriegen dann erstmal nen Kulturschock, wenn sie in dem anderen Bundesland zur Schule müssen.

Okay, ich seh da zwei mögliche Reaktionen für mich:
a) deine Prämisse könnte falsch sein. Ich glaub nicht, dass die Kinder einen solchen Kulturschock kriegen. Es sind auch nicht viele Kinder, die während ihrer Schulzeit umziehen, und von denen haben noch weniger Probleme und noch weniger solche, die sich nicht recht schnell wieder lösen. Für diese, hm, geschätzt 5% würde ich nicht alle anderen Kinder exakt dasselbe lernen lassen.
b) selbst wenn der Kulturschock groß wäre, ist es nicht die einzige Lösungsoption, alle im gleichen Tempo dasselbe lernen zu lassen. Eine andere Option ist, dass Bildungssystem so zu individualisieren, dass eh jedes Kind in seinem Tempo seinen Interessen nachgehen kann. Dann gibt es keinen Kulturschock, weil es keine gleichgeschaltete Klasse gibt, in der man sofort im selben Tempo mitmachen können müsste.


Alle Arbeitnehmer sollen flexibel sein und deutschlandweit mobil, wie soll das so gehen?

Also aus deiner Perspektive würde ich sagen, das geht, indem alle Arbeitnehmer aller (annähernd vergleichbaren) Unternehmen im gleichen Tempo dieselben Sachen machen, so dass, wenn sie das Bundesland und / oder Unternehmen wechseln, sie sich sofort wieder einfügen können. Und, wenn sie sich woanders bewerben, die Vergleichbarkeit gegeben ist. Wenn dir das absurd vorkommt, könnte man darüber nachdenken, ob es bei Schulen wirklich so viel plausibler ist.


Oder wir ändern das komplette Bildungssystem (was ich auch für mehr als ok ansehe) und jede Uni wählt nach ihren eigenen Kriterien aus. Das wäre für alle Beteiligten sowieso besser.

Eben.

kafkaesque
21.04.2011, 16:01
Sowas finde ich auch toll. Aber wo ist da der Unterschied zur Waldorfschule und wieso ist das angeblich so viel erfolgreicher?

Ich weiß nicht viel über Waldorfschulen, aber m.W. sind das keine Demokratischen Schulen und es gibt vorgegebene Lehrinhalte, nur, dass die andere Schwerpunktzsetzungen haben (z.B. mehr Kunstzeug) und es nicht benoten.
An der Sudburyschule kannst du die ganze Zeit rechnen und programmieren, ohne je deinen Namen tanzen zu müssen (oder die ganze Zeit deinen Namen tanzen, ohne je rechnen und programmieren zu müssen), sie sind demokratisch organisiert und wenn es die Schüler wollen, kann es m.W. Noten geben. Es gibt keine anthroposophischen Theorien im Hintergrund.

An der Sudburyschule lernst du, dir das zu erarbeiten, was du brauchst und was dich interessiert. Und das ist genau das, was du später im Berufsleben können musst. Aus der Zeit, in der es einen festen Wissenskanon gab, der dann für immer ausreichte, sind wir seit etwa einem Jahrhundert raus. Außerdem lernst du, selbst Verantwortung für ein demokratisches Gefüge zu übernehmen. Und das ist wiederum genau das, was wir in einer Demokratie brauchen.

yugo.chic
21.04.2011, 16:02
warum sollte deiner ansicht nach nicht "jeder" die hochschulzugangsberechtigung erhalten?

Ganz einfach, weil in Deutschland oder auch Österreich die Kosten für ein Studium zum Großteil von der Allgemeinheit getragen werden. Ich finde daher nicht, daß "jeder", der dafür eventuell nicht geeignet ist, diese Berechtigung erhalten sollte.

Ich glaube auch, daß die Diskussion hier (logischerweise) stark vor dem Hintergrund des NC-Systems stattfindet, das ich für absoluten Bullshit halte. Hier in Ö kann man ja (bis auf wenige Fächer) selbst mit einem Abischnitt von 4,0 alles studieren, was man will und es hat sich schon oft gezeigt, daß schulnotenmässig schwache Schüler dann in ihrem Wunschgebiet richtig aufblühen. Trotzdem haben sie durch die Reifeprüfung (hier nicht zentral, die Aufgaben werden vom jeweiligen Fachlehrer zusammengestellt) ein Minimum an Wissen bewiesen.

Inaktiver User
21.04.2011, 16:09
ich kann ja nichts dafuer
und auch dich trifft keine schuld
ich kann ja nichts dafuer
es ist ein rein koerperlicher entschluss
es ist eine allergische reaktion
dass ich jedesmal, wenn ich das wort freiheit aus einem maennermund hoere
kotzen muss.

chaolita
21.04.2011, 16:17
Ich weiß nicht viel über Waldorfschulen, aber m.W. sind das keine Demokratischen Schulen und es gibt vorgegebene Lehrinhalte, nur, dass die andere Schwerpunktzsetzungen haben (z.B. mehr Kunstzeug) und es nicht benoten.
An der Sudburyschule kannst du die ganze Zeit rechnen und programmieren, ohne je deinen Namen tanzen zu müssen (oder die ganze Zeit deinen Namen tanzen, ohne je rechnen und programmieren zu müssen), sie sind demokratisch organisiert und wenn es die Schüler wollen, kann es m.W. Noten geben. Es gibt keine anthroposophischen Theorien im Hintergrund.

An der Sudburyschule lernst du, dir das zu erarbeiten, was du brauchst und was dich interessiert. Und das ist genau das, was du später im Berufsleben können musst. Aus der Zeit, in der es einen festen Wissenskanon gab, der dann für immer ausreichte, sind wir seit etwa einem Jahrhundert raus. Außerdem lernst du, selbst Verantwortung für ein demokratisches Gefüge zu übernehmen. Und das ist wiederum genau das, was wir in einer Demokratie brauchen.
Du meinst dann also nicht, dass jeder eine gewisse Allgemeinbildung haben muss? (allgemeinbildung bedeutet ja nicht, dass die dann für immer ausreicht...)
Und wie soll man als Kind wissen, was es an Wissen "braucht"? (wie definiert man überhaupt "brauchen")
Ich finde wie gesagt, die Vorstellung toll. Aber in der Praxis einfach sehr schwierig.
Mein Babysitter/patenkind ist jetzt in der ersten klasse und wäre fast auf eine waldorfschule gekommen. wir haben uns deshalb sehr ausführlich mit dem thema von freien schulen beschäftigt. die eltern kamen aber bei ihr dann am schluss zum entschluss, dass gerade sie ein bisschen mehr "entscheidungsführung" braucht.

suckmyturban
21.04.2011, 20:17
Ich kann aber nunmal einen Hessen-Abiturienten mit Sport und Musik und 1,0 im Schnitt nicht mit einem Mathe-Physik Abiturienten mit 1,5 im Schnitt vergleichen, wenn beide Medizin studierne wollen. Wenn das so sein soll, dann muss es schon einheitlich sein.


Warum nicht? Das ist doch ein prima Beispiel... Für Medizin dürften doch gerade Sport, Biologie und in gewissen Maßen auch Chemie die Fächer sein, die für das Studium relevant sind. Warum einen "Fachfremden" bevorzugen, der Mathe und Physik im Abi hatte?

Mohrrübe
22.04.2011, 09:00
Weil der "fachfremde" nicht die Möglichkeit hatte, die "fachähnlichen" Kurse zu belegen. Er wurde gezwungen etwas anderes zu machen und die anderen werden bevorzugt nur weil sie in einem anderen Bundesland leben.

Wenn die Unis das selbst entscheiden würden, wäre es ja ok so, aber so weit sind wir noch nicht.

~snow06~
22.04.2011, 15:38
ich glaube, das "oh gott, die leute können nicht mehr rechtschreiben"-geschrei ist zum einen teil einfach die angst des bildungsbürgertums, dass sie sich, wenn rechtschreibung nicht mehr so viel gilt wie einst, irgendwann nicht mal mehr dadurch als was besseres abgrenzen können, nachdem sich ja schon der genitiv im freien fall befindet.
Das sehe ich auch so.

[...]und zum anderen ist es teil dieser "unglaublich, was die leute heute alles nicht mehr wissen, wir befinden uns mitten im bildungs- und werteverfall"-hysterie, die es vermutlich seit menschengedenken gibt.
word


mir ist es auch lieber, wenn ein text fehlerlos geschrieben ist, und ich rümpfe auch gelegentlich die nase, wenn ich veröffentlichte texte mit fehlern lesen muss (sei es in der zeitung, seien es emails von studenten, seien es speisekarten).
aber es gibt einfach echt schlimmeres.
"Öffentliche" falsche Rechtschreibung nervt mich aber schon. Vor allem, wenn ich daran denke, dass ich als Kind Rechtschreibung hauptsächlich dadurch gelernt habe, dass ich alles Mögliche wie Speisekarten, Namen von Geschäften etc. gelesen habe.
Und als ich neulich an einem "Braudmoden"-Geschäft vorbeikam, fand ich das schon übel.

dazed
22.04.2011, 20:05
wer sich weiter über die rechtschreibkenntnisse der heutigen jugend aufregt, muss jetzt soras frage beantworten, wozu es wichtig sein soll, dass alle gleich schreiben. :mrnerd:
(gesetzt, man versteht noch, was gemeint ist)
ich rege mich weder über die jugend auf, noch ist meine rechtschreibung fehlerfrei, aber:

"barrierefreie" und einheitliche kommunikation ist einfach immens wichtig um bildung und wissen zu vermitteln. das erringen all unserer zivilisatorischen fortschritte wäre ohne kommunikation nicht möglich gewesen. gäbe es keine einheitliche rechtschreibung mehr, würden sich fehler und eigenheiten manifestieren und neue sprachliche normen, neue dialekte, soziolekte ect. würden entstehen und sich immer schneller weiterentwickeln; nicht nur in der geschriebenen sprache. ehemals eindeutige, einheitliche begriffe bekämen verschiedene bedeutungen und schon bald würde man tatsächlich nicht mehr verstehen, was andere meinen. diese prozesse würden in allen sprachen entstehen und das erlernen von fremdsprachen wäre völlig unmöglich und unnötig. alleine was dies für die völkerverständigung bedeuten würde, wäre enorm. das infragestellen einer rechtschreibnorm, lässt doch gleichzeitig alle normen in frage stellen. worin liegt der wert eines bildungssystems, eines rechtsstaates, einer demokratie?

Inaktiver User
22.04.2011, 20:08
ich kann ja nichts dafuer
und auch dich trifft keine schuld
ich kann ja nichts dafuer
es ist ein rein koerperlicher entschluss
es ist eine allergische reaktion
dass ich jedesmal, wenn ich das wort freiheit aus einem maennermund hoere
kotzen muss.

~snow06~
22.04.2011, 21:51
das ist ein wirklich dummes Argument, weder die Sprachevolution noch die sonstige Entwicklung der Menschheit hängen von einheitlicher Rechtschreibung ab und wenn sie es täten, würde sich das alles von selbst regulieren. Meinst du die Zivilation hat begonnen, als irgendwann eine Grundschullehrerin mit einem Duden in der einen und einem Rotstift in der anderen Hand in der afrikanischen Steppe aus der Luft gefallen ist?
:D
:daumenhoch:

Bubbleworks
22.04.2011, 22:02
Dieser Thread passt gerade so gut hierher: http://www.bym.de/forum/meine-welt/428773-putzig.html

>>Fahrzeugbeschreibung des Anbieters

hallo verkaufe hir mein geliben gti da er ein getribeschaden hat das auto ist inein sehr guten zu stant hat kein rost und ken delen das aut wurde nur in sommer gefahren in witer stant es in der garasche nun zu tuning er hat ein kofferraun ausbau sehr edel gemacht hat mich 2500 euro gekostet dan hat er ein pestteisen in handschfach inwert von 150 euro er hat ein gewindefahrwerk sportauspuff ab kat mit 2 entroren links und rechst aul fegen dach speuler golf 4 lichter voren hinten klarklass und vieles mehr tüv hat er ganz neu die bermmsen sin neu hint und voren licht maschien neu rifen mussen erneuert werden sost ist es ei top auto<<

sora
23.04.2011, 01:59
ich rege mich weder über die jugend auf, noch ist meine rechtschreibung fehlerfrei, aber:

"barrierefreie" und einheitliche kommunikation ist einfach immens wichtig um bildung und wissen zu vermitteln. das erringen all unserer zivilisatorischen fortschritte wäre ohne kommunikation nicht möglich gewesen. gäbe es keine einheitliche rechtschreibung mehr, würden sich fehler und eigenheiten manifestieren und neue sprachliche normen, neue dialekte, soziolekte ect. würden entstehen und sich immer schneller weiterentwickeln; nicht nur in der geschriebenen sprache. ehemals eindeutige, einheitliche begriffe bekämen verschiedene bedeutungen und schon bald würde man tatsächlich nicht mehr verstehen, was andere meinen. diese prozesse würden in allen sprachen entstehen und das erlernen von fremdsprachen wäre völlig unmöglich und unnötig. alleine was dies für die völkerverständigung bedeuten würde, wäre enorm. das infragestellen einer rechtschreibnorm, lässt doch gleichzeitig alle normen in frage stellen. worin liegt der wert eines bildungssystems, eines rechtsstaates, einer demokratie?

all das, was du hier beschreibst (mit ausnahme des infragestellens aller normen) passiert auch mit rechtschreibregeln. neue dialekte? neue soziolekte? ehemals eindeutige begriffe, die mehrere bedeutungen erhalten? dir ist schon klar, dass du da gerade kein horrorszenario beschreibst, sondern die vergangenheit und die gegenwart, einfacher ausgedrückt, den sprachwandel, der seit jeher stattgefunden hat, immer noch stattfindet und hoffentlich weiterhin stattfinden wird?

durga
23.04.2011, 10:34
Norden kann man nicht so generell sagen, Hamburg und Bremen hatten aber schon vor 45 Jahren, als meine Eltern in SH zur Schule gegangen sind, den Ruf, eher billig zu sein. Ich hab 2004 in SH Abi gemacht, hatte Mathe freiwillig als Abiprüfungsfach, aber einbringen musste die Halbjahresnoten jeder und zwar aus allen vier Halbjahren. Die Leute, die (in der Mittelstufe) aus Hamburg zu uns kamen, hatten in Mathe und Französisch (zweite FS) gigantische Lücken und das, obwohl die Leute aus meiner Klasse, die Französisch2 hatten, auch ne schlechte Lehrerin hatten.
Naja, whatever, aber alle Hamburger, die ich kenn, haben in der Schule gelernt, was ne e-Funktion ist. Dass im Medizinstudium das nicht mehr alle wissen, ist ne andere Frage und nicht so bundeslandabhängig, wie ich hier an der zweitnördlichsten medizinischen Fakultät Deutschlands feststelle. Das ist ne Einstellungsfrage, es gibt leider Medizin- und v.a. ZahnmedizinstudentINnen, die meinen, ich bin ein Mädchen, ich muss das nicht können und Physik und Chemie auch nicht...

Naja.
Zentralabi und einheitliches Schulsystem in ganz Deutschland fänd ich top. Und zwar bitte mit Gemeinschaftsganztagsschule bis Klasse 9 oder 10 für alle (dann könnte man mit Kindern unter zehn vernünftig arbeiten :eek: und mit Kindern über zehn noch umziehen Doppel-:eek:). Wie halt fast überall auf der Welt. Leider utopisch.

chaolita
23.04.2011, 11:17
Und zwar bitte mit Gemeinschaftsganztagsschule bis Klasse 9 oder 10 für alle (dann könnte man mit Kindern unter zehn vernünftig arbeiten :eek: und mit Kindern über zehn noch umziehen Doppel-:eek:). Wie halt fast überall auf der Welt. Leider utopisch.

!

Ich denke auch, dass das mitunter das zentrale Problem ist.

Delisha
23.04.2011, 11:23
Ich fands aber auch komisch nach der 4. Klasse schon aufs Gymnasium zu kommen. Keine Ahnung, ob man das da schon beurteilen kann, ob jemand dafür geeignet ist oder nicht. Mir war zumindest damals nicht so richtig bewusst was das so genau für meine Zukunft bedeutet.

chaolita
23.04.2011, 11:29
das ist total absurd.

durga
23.04.2011, 12:37
Ich fands aber auch komisch nach der 4. Klasse schon aufs Gymnasium zu kommen. Keine Ahnung, ob man das da schon beurteilen kann, ob jemand dafür geeignet ist oder nicht. Mir war zumindest damals nicht so richtig bewusst was das so genau für meine Zukunft bedeutet.

Das ist halt ein totaler Anachronismus aus der Zeit als die meisten Leute in ihrem Beruf höchstens n bisschen LesenSchreibenRechnen brauchten, nach der Volksschule in die Lehre gegangen sind (beim Vater oder in einem ähnlichen Beruf wie der Vater oder so) also mit 15 angefangen haben, real zu arbeiten, mit 20-25 geheiratet und Kinder gekriegt haben (die Frauen dann natürlich Hausfrau wurden, was ohne Waschmaschine, Spülmaschine, Fertiggerichte und Fertigklamotten auch ein Vollzeitknochenjob war) und mit 60 gestorben sind. Da haben nur 5% eines Jahrgangs studiert und das ging nicht primär nach Begabung, sondern v.a. nach Stand - so wie heute die Zuordnung auf die drei Stände, pardon, Schulformen, immer noch.

Mohrrübe
23.04.2011, 13:57
und wozu soll alles vergleichbar und transparent sein?


Im realen Berufsleben wird auch überall verglichen, offengelegt und bewertet. Warum sollen Schüler das nicth von Anfang an lernen. Warum ist es falsch, leistungsorientiert zu denken?

Jeder Mitarbeiter im Verkauf muss sich mit seinen Kollegen messen, jeder normale Verwaltungsmitarbeiter hat heutzutage Zielvorgaben, ohne Vergleiche und Transparenz funktioniert in keinem Betrieb irgendwas.

Und ich empfinde es als viel einfacher, wenn einfach im ganzen Land, in der jeweiligen Jahresstufe der gleiche Stoff behandelt würde. Ich kenne Leute die sich Bruchrechnung selbst aneignen mussten, weil das im einen Bundesland in der 7. und im anderen in der 8. Klasse durchgenommen wird und sie genau dazwischen umgezogen sind. Das ist doch selten dämlich.

Es könnte alles so einfach sein, wenn wir die Kleinstaaterei im Bildungssystem endlich überwinden würden.

Inaktiver User
23.04.2011, 18:14
ich kann ja nichts dafuer
und auch dich trifft keine schuld
ich kann ja nichts dafuer
es ist ein rein koerperlicher entschluss
es ist eine allergische reaktion
dass ich jedesmal, wenn ich das wort freiheit aus einem maennermund hoere
kotzen muss.

Norea
23.04.2011, 20:09
Im realen Berufsleben wird auch überall verglichen, offengelegt und bewertet. Warum sollen Schüler das nicth von Anfang an lernen. Warum ist es falsch, leistungsorientiert zu denken?

Ich finde überhaupt nicht, dass sich leistungsorientiertes Denken und möglichst freie Fächerwahl bzw. individuelle Schwerpunktsetzungen in der Oberstufe ausschließen. Wer lernen will und seine Interessen verfolgen kann, ist automatisch leistungsfähiger als jemand, der einen vorgefertigten Lehrplan vorgesetzt bekommt und sich daran, wie im Zentralabitur vorgesehen, zu 100 % halten muss.
Ich denke, dass "Basics" sitzen müssen (dazu sollten eine funktionierende Rechtschreibung, richtige Grammatik (auch in Englisch), Dreisatz usw. eigentlich gehören), aber ich denke auch, dass es spätestens ab Klasse 11 nicht mehr die Aufgabe von Oberstufen sein sollte, diese Fähigkeiten zu vermitteln.
Viel wichtiger finde ich, dass Oberstufen helfen, den Entscheidungsprozess für die Studien- bzw. Ausbildungswahl von Schülern zu unterstützen. Was wäre so falsch daran, wenn Oberstufen mit Universitäten kooperieren und Leistungsfächer wie Umwelt- oder Gesundheitswissenschaften, Informatik, Technik, Theologie usw. anbieten würden? Es gibt bereits eine Oberstufe (ich meine das Oberstufen- Kolleg in Bielefeld) die das so handhabt und kürzlich in Berlin als die "Beste Schule" im Bereich Leistung ausgezeichnet wurde. Vermutlich würden weder Lehrer, noch "Kollegiaten" dieser Schule das Zentralabitur befürworten.
Wer gelernt hat zu lernen und methodisch, diszipliniert und eigenverantwortlich zu lernen, sollte auch mit kleineren Lücken im Allgemeinwissen keine Schwierigkeiten haben, da sowohl Universitäten als auch die Ausbildungsbetriebe große Unterschiede aufweisen und dort niemand das inhaltliche Wissen zu 100% voraussetzen würde.

Norea
23.04.2011, 21:04
Mir ist gerade noch etwas Wichtiges zum Thema der Qualitätsunterschiede in den einzelnen Bundesländern eingefallen. Hier im Norden gab es eine Phase, wo Realschulen in Hamburg und Niedersachsen große Leistungsunterschiede aufzeigten. Wer sich aus Niedersachen mit einem Notendurchschnitt von 3,0 beworben hatte, wurde von Ausbildern gleichgesetzt mit einem Hamburger Realschüler, der einen Durchschnitt von 2,0 hatte.
Außerdem fiel mir 2003 auf, dass jemand in Niedersachsen noch mit einem Realschulabschluss von 3,0 auf das allgemeinbildende Gymnasium wechseln durfte. In Mecklenburg- Vorpommern durften dies nur Realschüler mit einem Durchschnitt von schlechtestenfalls 2,5. Diese Unterschiede sind natürlich großer Mist! Eher würde ich an den Realschulen beginnen, für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu sorgen, weil das Leistungskurssystem mit all seinen möglichen Qualifizierungen hier noch keine große Rolle spielt und "Basics", von denen ich bereits sprach, auf der Realschule oder in der gymnasialen Mittelstufe noch vermittelt werden.
Die Verantwortung von Oberstufen liegt, wie ich finde, ganz woanders. Mir war es wichtig, die Fächer entsprechend meines Berufswunsches möglichst frei wählen zu können. Dass ich damit im Vergleich zu "Zentralabiturienten" Vorteile hatte, möchte ich nicht bestreiten. Ziel sollte es meiner Meinung nach trotzdem nicht sein, das verbindliche Zentralabitur einzuführen, sondern im Gegenteil, an jedem Gymnasium individuell das Beste für sich herausholen zu können.

kafkaesque
23.04.2011, 23:08
@Mohrrübe:


Im realen Berufsleben wird auch überall verglichen, offengelegt und bewertet.

:D
Tschuldigung. Aber im realen Berufsleben wird überall verglichen, *offengelegt* und bewertet?
Und jeder Vergleich, den du meinen könntest, ist doch ein ganz anderer als der, den du für Schulen forderst. Alle Angestellten machen regelmäßig die selben Aufgaben in einer Prüfungssituation und bekommen darauf eine Zahl, die ausdrückt, wie gut sie sind? Das wäre doch Blödsinn.


Warum sollen Schüler das nicth von Anfang an lernen.

Schüler werden später in einem realen Berufsleben arbeiten, in dem Frauen diskriminiert werden (außer z.B. im pädagogischen Sektor). Warum sollen die das nicht gleich schon mal in der Schule lernen?


Warum ist es falsch, leistungsorientiert zu denken?

Du denkst nicht leistungsorientiert, sondern vergleichsorientiert. Um zu vergleichen, strebst du Gleichmacherei an. Das ist aber tatsächlich das Gegenteil von Leistungsorientierung. Du bekommst nicht die beste Leistung dadurch, dass alle Schüler dasselbe lernen müssen. Es ist absolut nicht effektiv. Schlechte Schüler verstehen es nicht wirklich, lernen nur auswendig und können danach nichts mehr. Gute Schüler werden gebremst. Alle Schüler verschwenden Zeit darauf, etwas zu lernen, was sie gleich wieder vergessen, weil es sie nicht interessiert, statt effektiv den Dingen zu folgen, in denen sie gut sind. Das schadet den Schülern und, das ist kein Argument für mich aber wahrscheinlich eines für dich, bestimmt auch der Volkswirtschaft. Wir könnten glückliche, motivierte, neugierige kleine Physikprofs nach 13 Jahren haben, stattdessen bekommen wir einen gestressten, demotivierten Einheitsbrei.


Und ich empfinde es als viel einfacher, wenn einfach im ganzen Land, in der jeweiligen Jahresstufe der gleiche Stoff behandelt würde.

Na klar ist das einfacher. Aber einfacher wäre es auch, wenn alle Unternehmen genau das gleiche machen. Ich wiederhole noch mal den Punkt aus dem Posting, das du nicht beantwortet hattest:
"Also aus deiner Perspektive würde ich sagen, das geht, indem alle Arbeitnehmer aller (annähernd vergleichbaren) Unternehmen im gleichen Tempo dieselben Sachen machen, so dass, wenn sie das Bundesland und / oder Unternehmen wechseln, sie sich sofort wieder einfügen können. Und, wenn sie sich woanders bewerben, die Vergleichbarkeit gegeben ist. Wenn dir das absurd vorkommt, könnte man darüber nachdenken, ob es bei Schulen wirklich so viel plausibler ist."



Ich kenne Leute die sich Bruchrechnung selbst aneignen mussten, weil das im einen Bundesland in der 7. und im anderen in der 8. Klasse durchgenommen wird und sie genau dazwischen umgezogen sind. Das ist doch selten dämlich.

Ich wiederhole noch mal mein Argument aus dem Posting, das du nicht beantwortet hattest:
Okay, ich seh da zwei mögliche Reaktionen für mich:
a) deine Prämisse könnte falsch sein. Ich glaub nicht, dass die Kinder einen solchen Kulturschock kriegen. Es sind auch nicht viele Kinder, die während ihrer Schulzeit umziehen, und von denen haben noch weniger Probleme und noch weniger solche, die sich nicht recht schnell wieder lösen. Für diese, hm, geschätzt 5% würde ich nicht alle anderen Kinder exakt dasselbe lernen lassen.
b) selbst wenn der Kulturschock groß wäre, ist es nicht die einzige Lösungsoption, alle im gleichen Tempo dasselbe lernen zu lassen. Eine andere Option ist, dass Bildungssystem so zu individualisieren, dass eh jedes Kind in seinem Tempo seinen Interessen nachgehen kann. Dann gibt es keinen Kulturschock, weil es keine gleichgeschaltete Klasse gibt, in der man sofort im selben Tempo mitmachen können müsste.

Norea
24.04.2011, 10:50
Du denkst nicht leistungsorientiert, sondern vergleichsorientiert. Um zu vergleichen, strebst du Gleichmacherei an. Das ist aber tatsächlich das Gegenteil von Leistungsorientierung. Du bekommst nicht die beste Leistung dadurch, dass alle Schüler dasselbe lernen müssen. Es ist absolut nicht effektiv. Schlechte Schüler verstehen es nicht wirklich, lernen nur auswendig und können danach nichts mehr. Gute Schüler werden gebremst. Alle Schüler verschwenden Zeit darauf, etwas zu lernen, was sie gleich wieder vergessen, weil es sie nicht interessiert, statt effektiv den Dingen zu folgen, in denen sie gut sind. Das schadet den Schülern und, das ist kein Argument für mich aber wahrscheinlich eines für dich, bestimmt auch der Volkswirtschaft. Wir könnten glückliche, motivierte, neugierige kleine Physikprofs nach 13 Jahren haben, stattdessen bekommen wir einen gestressten, demotivierten Einheitsbrei.

Das sehe ich genauso. Effektiv ist das Zentralabitur mit all seinen Versuchen, Individualität zu Gunsten der besseren Vergleichbarkeit abzuschaffen, langfristig nicht. Man könnte natürlich auch für das Zentralabitur plädieren und sagen, dass jeder bis Klasse 13 da einfach durch muss, weil der Notendurchschnitt verlässlicher ist und die eigentliche Spezialisierung an der Uni oder später im Berufsleben noch früh genug stattfinden kann. Meine Sorge ist nur, dass junge Menschen später weniger fähig sind, mit den plötzlich hinzugewonnenen Freiheiten umzugehen. Ich befürchte, dass Motivationen und Talente untergraben werden. Wägt man beides gegeneinander ab: Allgemein vermutlich schlechterer, aber halbwegs vergleichbarer Notendurchschnitt für alle Schüler mit Zentralabitur und weniger vergleichbares, aber individuell aussagekräftigeres Abitur mit einem besseren Notendurchschnitt von Schülern ohne Zentralabi, würde ich definitiv gegen das Zentralabi und für das "normale" (gibt es dafür eigentlich einen anderen Begriff?) Abitur plädieren.

Hätte jeder Abiturient ähnliche Wahlfreiheiten, erübrigt sich für mich auch die Frage nach der Gerechtigkeit, obwohl Gerechtigkeit sowohl bei der einen, als auch bei der anderen Form eine große Utopie bleiben würde. Es sei denn, wir führten einen Überwachungsstaat ein, der die Lehrer aller Schulen darauf kontrolliert, dass sie an allen Schulen exakt das selbe in der selben Qualität und exakt im selben Tempo unterrichten bei gleichen Klassenstärken mit absoluter Homogenität. (Noch) absurd und (hoffentlich) an der Realität vorbei...

durga
24.04.2011, 12:42
Was hat Zentralabi mit Homogenität zu tun? Es heißt nur, dass es nicht an meinem Wohnort hängt, wie hart meine Prüfung für den Abschluss ist.

Ich bin für Gemeinschaftsschulen, also Gesamtschule bis Klasse neun oder zehn, wo man zumindest die Hauptfächer in verschiedenen Niveaus belegt, damit keiner wegen Problemen in EINEM Fach oder zwein insgesamt *runter*geschult wird oder bei einer höheren Leistungsfähigkeit in nur wenigen Fächern in genau diesen seinen Stärken nicht gefördert werden kann, weil er wegen der überwiegenden Schwächen auf einer niedrigeren Schulform sein muss. Und dann für die, die eben Abi machen wollen, ne Oberstufe und spätestens dann (in dem Alter kann man auch problemlos längere Fahrtzeiten zumuten) große Jahrgänge, also Oberstufenzentren, damit man mit seiner LK-Wahl (LK-Abschaffung halte ich für falsch) oder halt Profilwahl nicht in die Röhre guckt, weil man mit seinen Interessen und Fähigkeiten zufällig zu ner Minderheit gehört und darum z.B. der Latein-LK oder der Chemie-LK überhaupt nicht zustande kommt oder der Bio-LK und der Physik-LK parallel liegen oder so.

Und mit ner zentralen Abschlussprüfung muss man dann nicht mehr diesen komischen Umrechnungsfaktor Bundesland zu seiner Abinote hinzufügen.

Es ist generell ein absurdes Bestreben, Homogenität anzustreben, Menschen sind nicht so, eine gewisse Aufteilung ist denk ich für alle gerechter, aber selbst mit drei Niveaus in Mathe oder Muttersprache oder erster Fremdsprache (so gesehen in den ersten neun Klassen in meinem Austauschland) hat man noch viel Varianz in einer Gruppe, das ist doch klar, damit soll der Lehrer vernünftig umgehen, auch fördern, dass die Schüler einander was beibringen usw. Umgang mit Vielfalt ist schwer, ist aber auch ganz allgemein denk ich, eine zentrale Kompetenz für unser Zusammenleben, weil man heute eben viel weniger als früher Vielfalt in Lebensentwürfen abschneidet und Leute aus der Gemeinschaft ausschließt, sondern Gott sei dank ist uns heute vieles erlaubt. Damit es aber nicht völlig beliebig ist und auch die Solidargemeinschaft nicht zerfällt muss man einen sinnvollen Umgang mit der Vielfalt lernen und lehren.
Leider hör ich zumindest hier von der Lehrerausbildung nicht viel Gutes...

Heliumxenon
24.04.2011, 19:07
Ich bin eigentlich ganz froh dass die Schule allgemeinbildend ist. Ich hab auch meinen Chemieordner nach der 11. fröhlich jauchzend weggeschmissen, aber siehe da, meine Studiumwahl ging dann doch in den naturwissenschaftlichen Bereich.

Manchmal ändern sich Interessen und es ist gut, wenn man sich diverse Wege nicht gleich verbaut oder erschwert.

Mohrrübe
25.04.2011, 09:24
Schule soll wenigstens Grundlagen legen. Wenigstens so Dinge wie Rechnen, SChreiben und Lesen sollten alle Menschen beherrschen weil alles was danach kommt darauf aufbaut. Wenn ich ein Kind machen lasse wozu es gerade Lust hat, entscheiden sich bestimmt ganz viele für Malen und Tanzen statt fürs Rechnen. Ich finds gut, dass wir wenigstens einen Grundkonsens haben, was man können sollte.

Aber es soll bitte nicht vom Wohnort abhängig sein, was man lernt. Ich habe nichts gegen Kurse die man abwählen kann, wobei ich auch das für fragwürdig halte. Ein 10. Klässler weiss eben noch nicht dass man Latein evtl. doch mal noch gebrauchen könnte. Aber ok, man kann alles nachholen. Von mir aus. Ich bleib trotzdem bei meiner Meinung: Bildung sollte nicht Ländersache sein. Wenigstens im Groben sollten alle Länder einheitliche Standards haben. Wie das individuell umgesetzt wird, soll von mir aus gern der Schule und dem einzelnen Lehrer überlassen werden.

Ich denke: Früher oder später werden die meisten Bundesländer sich einigen, außer Bayern natürlich und ich bin dafür.

Hawaii
25.04.2011, 10:44
kann ich zustimmen

dazed
25.04.2011, 17:38
all das, was du hier beschreibst (mit ausnahme des infragestellens aller normen) passiert auch mit rechtschreibregeln. ja, und gerade deswegen macht meine argumentation auch sinn. die frage, auf die ich mich bezog, lautete nicht, wozu es wichtig sei, dass alle richtig schreiben sondern wieso es wichtig sei, dass alle gleich schreiben. dass sich sprache schon immer veränderungen und entwicklungen unterzogen hat und sich auch in zukunft immer weiterentwickeln wird, steht außer frage. dass auch normen und regeln nicht statisch sind und sich weiterentwickeln (müssen), auch.
ich halte es überhaupt nicht für erstrebenswert, dass sprache ausschließlich (vermeintlich) korrekt vermittelt wird, sondern dass es einheitliche normen gibt, die neben dialekten und soziolekten über diese grenzen hinaus verbinden und verbindlich sind und kommunikation erleichtern und ermöglichen. die hochsprache als kleinster gemeinsamer nenner.

Softball-girl
26.04.2011, 08:43
ich finde die gesamte diuskussion nervig. alle waren angeblich immer auf dem schwerten gymnasium der stadt. ich nicht. und trotzdem hat die schule es geschafft, dass eigenständige denken / "transfer" gut zu fördern. denn welchen lernstoff man nun gerade durchnehmen soll - ob zentral oder dezentrales abitur, ist doch eher eine laune als wirklich sachlich begründet.

melody.
26.04.2011, 10:39
Das ist ne Einstellungsfrage, es gibt leider Medizin- und v.a. ZahnmedizinstudentINnen, die meinen, ich bin ein Mädchen, ich muss das nicht können und Physik und Chemie auch nicht...


oh :(

Inaktiver User
27.04.2011, 12:27
Der Denkfehler bei dieser Diskussion zum Zentralabi liegt darin, dass man vielleicht Aufgaben vereinheitlichen und Standards festlegen kann, aber nun mal nicht den Weg, wie Schüler dahin kommen. Will sagen: Beim Zentralabi sind Schüler abhängig davon, wie gut der Unterricht des Lehrers ist, und der ist nicht zu vereinheitlichen, weil es gute und schlechte Lehrer gibt. Es gibt also nur ungleiche Vorbereitung auf gleiche Aufgaben.

Übrigens konnte bei den verschiedenen PISA-Durchgängen kein Zusammenhang zwischen zentralen/dezentralen Prüfungen und Testergebnis festgestellt werden. Die Einführung des Zentralabiturs ist aus meiner Sicht vor allem ein kostengünstiger Schnellschuss.

Zum Ausgangsthema: Ich bin auch Lehrerin (im Norden) und kann diesen angeblichen Leistungsverfall der Schüler nicht bestätigen. Eigentlich hab ich sogar den Eindruck, dass die Schüler im Vergleich zu meiner Schulzeit unter deutlich höherem Druck stehen und viel mehr lernen müssen.

smily
03.05.2011, 22:37
Viel gravierender als die Unterschiede zwischen den Ländern, finde ich die Unterschiede zwischen den Lehreren- die gibts ja an jeder einzelnen Schule. Ich konnts ja selbst beobachten:
Da gab's Pfeiffen ..
-die laufend mit Fahne angetanzt sind (oder gar nicht...),
-die auch am Ende des Halbjahres keine Namen kannten (wie will man dann bewerten?)
-Englisch Lehrere die in englisch keinen Fünfwortsatz verstanden haben....
usw.

Und halt das Gegenteil...Leute die erklären und mangagen konnten, die sehen ob jemand an Legastenie leidet oder einfach nur in einer Null-Bock-Phase steckt, die selbst Spaß an ihrem Fach haben und das auch irgendwie übertragen können, usw.

Das Bittere ist: die Engagierten müssen für die Faulheit der Unfähigen bezahlen. Und im Zweifelsfall kann einem so jemand das Fach (oder die Schule im Allgemeinen) auf Dauer vermiesen...

jessikaOreimer
16.05.2011, 13:14
Ich finde es überhaupt unhaltbar, dass es in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme gibt und, dass eine Norddeutsche ABi mit der Bayerischen vergleichbar werden sollte! Ich habe meine Abi-Note in Bayern sehr hart erkämpfen müssen. In Hamburg wäre ich schon längst eine 1 Schülerin

Inaktiver User
16.05.2011, 15:26
Ich finde es überhaupt unhaltbar, dass es in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme gibt und, dass eine Norddeutsche ABi mit der Bayerischen vergleichbar werden sollte! Ich habe meine Abi-Note in Bayern sehr hart erkämpfen müssen. In Hamburg wäre ich schon längst eine 1 Schülerin

das find ich immer super: leute, die sich aufregen, ihr bayern-abi sei so anspruchsvoll gewesen, und dann in jedem satz nen rechtschreibfehler machen.

smily
25.05.2011, 23:06
Hat mir auch immer gefallen, wenn die Kinder (und Eltern) unserer Verwandten gejammert haben wie schwer es doch in Bayern sei..Jetzt an der Uni haben aber irgendwie doch drei der vier Einserschüler abgebrochen...auch ihr Einserabi hat sie anscheinend nicht so richtig auf den Studienalltag vorbereitet

Softball-girl
04.06.2011, 09:57
haha, das habe mir auch ein bpaar bayern im studium erzählt! und dann haben sie bwl studiert und ich nicht und wir trafen uns in einem bwl-auslandssemester und als ich dann leider immer die beste war in den klausuren 'kann das ja wohl nicht sein! der prof ist so schlecht!' :D leider konnten sie transferleistungen nämlich nicht so gut, aber das war sicherlich zufall! einer davon war auch in einer bayerischen eliteakademie hahahahhaha. die waren allesamt unbegründet arrogant.

awkward silence
05.06.2011, 04:09
Viel gravierender als die Unterschiede zwischen den Ländern, finde ich die Unterschiede zwischen den Lehreren- die gibts ja an jeder einzelnen Schule. Ich konnts ja selbst beobachten:
Da gab's Pfeiffen ..
-die laufend mit Fahne angetanzt sind (oder gar nicht...),
-die auch am Ende des Halbjahres keine Namen kannten (wie will man dann bewerten?)
-Englisch Lehrere die in englisch keinen Fünfwortsatz verstanden haben....
usw.

Und halt das Gegenteil...Leute die erklären und mangagen konnten, die sehen ob jemand an Legastenie leidet oder einfach nur in einer Null-Bock-Phase steckt, die selbst Spaß an ihrem Fach haben und das auch irgendwie übertragen können, usw.

Das Bittere ist: die Engagierten müssen für die Faulheit der Unfähigen bezahlen. Und im Zweifelsfall kann einem so jemand das Fach (oder die Schule im Allgemeinen) auf Dauer vermiesen...

aha. und jetzt nenn mal eine berufsgruppe, innerhalb derer ALLE vertreter super sind.

Jamgirl
05.06.2011, 10:41
Ich finde es überhaupt unhaltbar, dass es in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme gibt und, dass eine Norddeutsche ABi mit der Bayerischen vergleichbar werden sollte! Ich habe meine Abi-Note in Bayern sehr hart erkämpfen müssen. In Hamburg wäre ich schon längst eine 1 Schülerin

Wie oft hast du denn norddeutsche Schulen besucht?
Das ist doch wirklich alles Quatsch!

Ich bin auch für ein Zentralabi, denke aber, dass es nicht umsetzbar ist. Selbst innerhalb der Länder (zumindest in NDS) gibt es so große Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Wenn der Unterricht unterschiedlich ist, kann man Prüfungen nicht vergleichen. Außerdem müssten dann sämtliche Klausuren einheitlich geschrieben werden, der Unterricht wirklich vergleichbar sein. Möglich für sowas wären Online-Kurse am Computer, die wirklich für alle gleich sind, das halte ich aber auch nicht für sinnvoll.

Londongirl81
05.06.2011, 12:15
Es gibt (oder gab?) doch auch schon zwischen Baden-Württemberg und Bayern Unterschiede.
Ne Freundin, die in Bayern Abi gemacht hat (2005) meinte, sie hätte sich im Abi in Mathe nicht prüfen lassen müssen :wirr:
Wäre das bei uns (Ba-Wü) auch möglich gewesen, wär mein Abi deutlich besser gewesen :durchgeknallt:

2001 ging das noch - ich habe Mathe nur mündlich gemacht.
Zum Thema: Ich erinnere mich an einen Schüler aus Norddeutschland, der in der 11. zu uns kam....der hatte von der Hälfte der Mathethemen, die wir gemacht hatten, noch nichts gehört bzw. hatte da ganz große Definite und unser Lehrer hat dem immer gesagt, er müsste Einiges nacharbeiten.

Leserin
05.06.2011, 14:17
Zum Thema: Ich erinnere mich an einen Schüler aus Norddeutschland, der in der 11. zu uns kam....
Statistisch ist diese Zahl leider nicht relevant. ;)

Londongirl81
07.06.2011, 23:50
Statistisch ist diese Zahl leider nicht relevant. ;)

Ja, natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, das ist mir völlig klar.
Ich erinnere mich halt noch recht gut daran, weil ich doch selbst schon so ne "Mathe-Null" war und selbst ICH hab mir bei dem teilweise gedacht "oh mein Gott....".

smily
19.06.2011, 13:50
Klar gibts keine Berufgruppe in der alle toll sind. Aber zum Beispiel im Ingeniuersbereich wird man wenn man sich gehen lässt, ertmal drauf angesprochen und landet dann ziemlich flott bei den eher langweiligen Standartaufgaben. In großen Teilen des Naturwissenschaftlichen/Technischen Bereichs wird nur ein Teil des Lohnes fest ausgezahlt. Der Rest ist eine "Prämie" die davon abhängt ob bestimmte Ziele erreicht wurden. (Geringe Störungs/Stillstandszahl, weniger Ausschuss, Anlagen voll ausgelastet). Wenn man dreimal besoffen/stark verkatert auftaucht ist das ein Kündigungsgrund.
Ich persönlich hab den Eindruck, dass bei Leherern ein sich "hängen lassen", sowei fachliche Inkompetenz verglichen mit einigen anderern Berufgruppen erstaunlich lange toleriert werden.

suckmyturban
19.06.2011, 17:29
Wenn man dreimal besoffen/stark verkatert auftaucht ist das ein Kündigungsgrund.
Ich persönlich hab den Eindruck, dass bei Leherern ein sich "hängen lassen", sowei fachliche Inkompetenz verglichen mit einigen anderern Berufgruppen erstaunlich lange toleriert werden.

Schon ein einziges Mal ist ein Kündigungsgrund.

Das mit den Lehern mag daran liegen, dass viele verbeamtet sind und man Beamten nicht kündigen kann ;)

suya
21.06.2011, 20:06
Ich bin in der 12. Klasse eines Gymnasiums in Hessen und merke sogar Unterschiede in der Abiturvorbereitung innerhalb der Gymnasien in unserer Stadt.
Es gibt drei Gymnasium mit gutem Ruf, meine Europaschule, eine private Mädchenschule und ein sehr altes Gymnasium. Alle Freunde von mir auf diesen Schule nehmen identischen Stoff durch und haben das gleiche Lernpensum. Allerdings gibt es im Ort auch ein "Berufliches Gymnasium" mit verschiedenen Zweigen für Fachabi, dort kann man auch Zentralabi machen.
Alle, die ich kenne, die auf anderen Schulen Mittelmaß waren triumphieren dort als Kurs- oder gar Stufenbeste.
Vorbereitung auf's Abitur? Zeigt sich deutlich in den Noten ;)

Und das Lehrerproblem kenne ich auch zur Genüge! Ich habe Lehrer, bei denen ich mir den gesamten Stoff selbst erarbeite - super Leistung.
Im Gegensatz dazu mein Deutsch-LK Lehrer, er war Professor an einer renommierten Hochschule und laut Abgängern sind die Abiturklausuren in Deutsch einfach gegen seine. So etwas beruhigt :)

Inaktiver User
21.06.2011, 21:01
Das mit den Lehern mag daran liegen, dass viele verbeamtet sind und man Beamten nicht kündigen kann ;)

Das Beamtenverhältnis kann immer aufgekündigt werden, wenn gravierendes Fehlverhalten nachweisbar ist.




Ich habe ein NRW-Abi mit gutem Schnitt und dann in Bayern studiert. Ich bin anfangs sehr schlecht gewesen, weil ich NIE lernen musste in NRW und somit keine Ahnung hatte, wie das geht oder was von mir erwartet wird.

Im Endeffekt habe ich als Jahrgangsbeste abgeschlossen und als es in der Laudatio erwähnt wurde, dass ich trotz eines NRW-Abiturs (=Plastik-Abi) diesen Abschluss erreicht habe, war das Gelächter im Publikum sehr groß.



Ich finde es schrecklich, wenn in wissenschaftlichen Texten / Zeitungen o.Ä. Rechtschreibfehler als Herdentiere auftreten. Gegen einen Flüchtigskeitsfehler ist wohl keiner gefeit, aber im Großen und Ganzen sollte es doch stimmen.

Meine kleine Cousine hat keinerlei Rechtschreibung gelernt, da zu ihrer Grundschulzeit in NRW die Meinun vorherrschte, dass Kinder durch Korrektur negativ beeinflusst werden und die Kinder lieber schreiben sollen, wie sie es hören. Der Effekt ist - ihre Texte sind gruselig und sehr schwer zu verstehen. Das likt darann das sii sich im Gümnasium laida nicht meer umgevöönen konntä.

Kommasetzung hat auch seinen Grund, da dadurch Sätze unterschiedliche Bedeutungen bekommen können, was in mancher Hinsicht dann doch wichtig ist.
Beispiel:

1) Komm wir essen Opa.
2) Komm, wir essen Opa.
3) Komm, wir essen, Opa.

Amylen
22.06.2011, 15:54
Meine kleine Cousine hat keinerlei Rechtschreibung gelernt, da zu ihrer Grundschulzeit in NRW die Meinung vorherrschte, dass Kinder durch Korrektur negativ beeinflusst werden und die Kinder lieber schreiben sollen, wie sie es hören.

Diese Meinung, dass Kinder schreiben sollen wie sie hören, herrscht immernoch vor und stellt einen ganz normalen Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Rechtschreibung dar. Auch die Förderung der Schreibmotivation ist natürlich zu Beginn des mühseligen Schreibenlernens immens wichtig.

Dass deine Cousine immer noch so schreibt, spricht nicht gegen das Konzept, sondern zeigt, dass deine Cousine einen wesentlichen Entwicklungsschritt nicht mitgemacht hat. Den Gründen dafür sollte man genauer nachgehen.

Zur Diskusssion:
Insgesamt bin ich der Meinung, dass viel zu wenig gefordert wird, sei es in bayerischen oder rheinländischen Gymnasien, völlig egal. Die Bildungsexpansion und damit verbundene -inflation dient niemandem. Sie schafft nur ganz neue Probleme. Keine Gesellschaft kommt alleine mit Juristen, Ärzten und Ingenieuren aus. Es wird auch weiterhin Bauer, Fleischer und Altenpfleger OHNE ABITUR brauchen.

Vergleichen von Schulsystemen stehe ich so oder so sehr skeptisch gegenüber, egal ob wir mit Finnland, China oder Bayern verglichen werden. Die Umstände, in denen Kinder verschiedener (Bundes-)länder aufwachsen, sind höchst unterschiedlich und ich bezweifle, dass Schule in dieser Beziehung überhaupt eine große Rolle spielt.

Aus der Wissenschaft ist übrigens bekannt, dass man zwei Variablen nur dann wirklich miteinander vergleichen kann, wenn man alle übrigen Variablen gleich hält (ceteris paribus-Prinzip). Dies ist und kann beim Vergleich von Schulsystemen in unterschiedlichen Regionen nie und nimmer gegeben sein. Damit ist die Qualität des bayerischen Abiturs erstmal nichts weiter als ein Gerücht...

Inaktiver User
22.06.2011, 19:16
Naja, meine Cousine hat im Moment in NRW am Gymnasium in der 11. Jahrgangsstufe einen Einser-Schnitt. Ich wage mal zu behaupten, dass dann tatsächlich alle anderen maximal gleich gut sein können.

Wenn du jahrelang nicht korrigiert wirst und im Gegenteil noch darin bestärkt wirst, dass das alles gut und schön ist, merkst du dir doch die Sachen so. Ohne Korrektur und erneutes Üben wird das mit der richtigen Rechtschreibung also nicht hinhauen.

Ich weiß auch nicht, warum heutzutage alles immer gut dargestellt werden muss - wenn es falsch ist, ist es nun mal falsch. Bei Aufsätzen oder anderen Aufgaben kann man ja sicherlich positive Aspekte finden (schlüssig argumentiert oder gute Idee gehabt oder...).

Amylen
23.06.2011, 11:06
Also, dass man schreibt wie man spricht bzw. hört, ist in den ersten beiden Schuljahren so vorgesehen und wichtig, damit Kinder lernen, welche Buchstaben für welche Laute stehen. Das ist im Endeffekt einfacher als jede Schreibweise auswendig zu lernen, denn viele Wörter werden auch so geschrieben, wie sie gesprochen werden. Wenn Kinder gelobt werden in diesem Stadium, dann nicht, weil das Kind das Wort hundertprozentig richtig geschrieben hat, sondern weil es eine tolle Leistung eines Kindes, das vor wenigen Wochen noch gar nicht schreiben konnte, ist, wenn es das Wort "kaze" schreibt und sich dadurch schriftlich mitteilen kann. Je nach Entwicklungsstand des Kindes wird natürlich darauf hingewiesen, dass Tiere groß geschrieben werden und dass Erwachsene es ein wenig anders schreiben.

Aber du kannst auch viel kaputt machen, wenn du einem Erstklässler, der stolz seine erste aus 2 Sätzen bestehende Geschichte präsentiert, mit dem Rotstift jeden Rechtschreibfehler anstreichst! Ab dem 2. Schuljahr spielt Rechtschreibung schon eine große Rolle. Bis zum Abitur sollte man dann aber auch soweit sein, dass man die Regeln kennt und auch auf unbekannte Wörter anwenden kann.

Ich finde es höchst bedenklich, wenn ein Gymnasiast, der die Rechtschreibung nicht beherrscht, einen Einser-Schnitt haben kann.

Inaktiver User
23.06.2011, 17:54
Also, dass man schreibt wie man spricht bzw. hört, ist in den ersten beiden Schuljahren so vorgesehen und wichtig, damit Kinder lernen, welche Buchstaben für welche Laute stehen. Das ist im Endeffekt einfacher als jede Schreibweise auswendig zu lernen, denn viele Wörter werden auch so geschrieben, wie sie gesprochen werden.
Mag sein, aber wenn ich es nicht korrigiere, dann bürgert sich die falsche Rechtschreibung ein. Man kann das ja auch differenzieren: Lob für das Geschriebene bzw. die Motivation und Korrektur der falschen Wörter. Durch nochmaliges Schreiben und Üben wird dann das Richtige gefestigt.



Ab dem 2. Schuljahr spielt Rechtschreibung schon eine große Rolle. Bis zum Abitur sollte man dann aber auch soweit sein, dass man die Regeln kennt und auch auf unbekannte Wörter anwenden kann.
Bei ihr wurde die gesamte Grundschule hindurch NICHT korrigiert. Weder mit Noten, noch mit Üben oder sonstwie. Ich meine, in einem Aufsatz soll das Hauptmerk ja auchSatzbau, Inhalt, etc gerichtet sein, aber zu meiner Schulzeit wurden Rechtschreibfehler angestrichen und diese nachträglich vom jeweiligen Schüler korrigiert.



Ich finde es höchst bedenklich, wenn ein Gymnasiast, der die Rechtschreibung nicht beherrscht, einen Einser-Schnitt haben kann.
Das ist doch der Grund, warum ich den Ansatz falsch finde.

Inaktiver User
25.06.2011, 23:34
.

durga
26.06.2011, 01:25
Zum Thema: Ich erinnere mich an einen Schüler aus Norddeutschland, der in der 11. zu uns kam....der hatte von der Hälfte der Mathethemen, die wir gemacht hatten, noch nichts gehört bzw. hatte da ganz große Definite und unser Lehrer hat dem immer gesagt, er müsste Einiges nacharbeiten.

Ich versteh Deine Verallgemeinerung, für mich ist alles südlich von Hannover gefühlt Süden, zumindest definitiv lange nicht mehr Norddeutschland, aber HH und S-H waren auch immer zwei Paar Schuhe (objektivierbar auf jeden Fall nach der Auswahlfreiheit der einzubringenden Fächer) und ich erinnere mich an zwei Schüler, die aus Hamburg die 20km zu uns gezogen waren und in Mathe große Lücken hatten. :D
Naja, nach diversen Reformen in beiden Ländern, seh ich da nicht mehr durch.

Inaktiver User
26.06.2011, 12:08
dass die induktion von deiner cousine mit offensichtlicher rechtschreibschwäche (ist natürlicher einfacher, den fehler im system zu suchen - obwohl, bei vielen legasthenikern wird es doch erst recht so gehandhabt, dass rechtschreibung nicht benotet wird...) zum gesamten bildungsniveau in nrw so nicht funktioniert, sollte dir nach deinem überfliegerstudium eigentlich klar sein.
Hahaha, gut, dass du weißt, dass das bei den anderen Schülern in der Klasse natürlich nicht der Fall ist. Wahrscheinlich leidet der ganze Jahrgang kollektiv an einer Rechtschreib"schwäche"...



und amylen hat völlig recht. guck dir mal die schichtzusammensetzung in nem durchschnittlichen bayrischen gymnasium an und dann das eines im ruhrpott oder rheinland. die "ausländer" an der schule, die ich in baden-württemberg besuchte, ließen sich halt an einer hand abzählen. dass gymnasisen, die sich zu 50% aus schülern mit migrationshintergrund rekrutieren, ganz andere herausforderungen bewältigen müssen, versteht sich von selbst.


kennste flache verallgemeinerungen?

Zumindest genauso gut, wie du :D.

Inaktiver User
26.06.2011, 13:09
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Inaktiver User
26.06.2011, 13:15
Du hast doch keine Ahnung, ob und wenn ja, wie viele Ausländer dort in der Klasse sind.

Aber ehrlich gesagt ist es mir zu blöd mit dir zu diskutieren, weil du mir ständig negativ auffällst und insofern bist du jetzt auf meiner ignore-list.

Inaktiver User
26.06.2011, 13:23
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Inaktiver User
26.06.2011, 14:34
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fredericus
28.06.2011, 23:09
cousine mit offensichtlicher rechtschreibschwäche (ist natürlicher einfacher, den fehler im system zu suchen - obwohl, bei vielen legasthenikern wird es doch erst recht so gehandhabt, dass rechtschreibung nicht benotet wird...)

erstes möööp: scheint eine modeerscheinung zu sein, dass jeder, der zu dumm oder zu faul zum lernen der rechtschreibung ist auf einmal eine rechtschreibschwäche hat und gar nichts dafür kann.
ist wie bei den fetten, die können auch alle nichts dafür...



dass gymnasisen, die sich zu 50% aus schülern mit migrationshintergrund rekrutieren, ganz andere herausforderungen bewältigen müssen, versteht sich von selbst.

zweites mööööp: die gymnasien mit 50% ausländeranteil (gut integrierte ausländer westlicher oder auch asisatischer herkunft mal außen vor) kannst du an einer hand abzählen. argument-fail mangels masse!

Inaktiver User
29.06.2011, 04:43
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Inaktiver User
29.06.2011, 05:58
dass die leute auf dieser schule besser abschneiden als auf einem gymnasium ist jawohl nicht weiter verwunderlich. sind schließlich zwei unterschiedliche abschlüsse - das hat doch gar nichts damit zu tun, dass die mit dem "fachabi" ein "zentralabitur" haben. das eine ist eine allgemeine hochschulreife, das andere eben "nur" eine fachhochschulreife.
Ich glaube, das war damit nicht gemeint. Es gibt durchaus Fachgymnasien, an denen man sowohl die allgemeine als auch die fachgebundene (eben mit den entsprechenden Schwerpunkten) Hochschulreife erwerben kann. Ich schätze, die allgemeine Hochschulreife war mit "Zentralabi" gemeint.
Ich würde es aber nicht gleich mt "die sind leichter" erklären, dass viele Leute dort bessere Noten haben. Trotz dem normalen Abi, das sie dort kriegen, müssen die Schüler dort ja im Normalfall doch was als Abiturfach belegen, was ihren Interessen wahrscheinlich mehr entspricht als Fächer auf einem nicht-Fachgymnasium. Bei mir in der Stadt gab es z.B. ein Gymnasium mit sozialem Zweig, da konnte man dann als Leistungskurs Pädagogik belegen - und wenn das einem nunmal mehr liegt als andere Fächer, ist ja wohl klar dass man bessere Noten bekommt. Wahrscheinlich zieht diese generelle Zufriedenheit dann auch die anderen Leistungen nach oben, einfach weil es nicht so mühselig scheint. Ich kann mir das schon vorstellen und bereue im Nachhinein auch, nicht auf einem Fachgymnasium gewesen zu sein.



in der oberstufe sollten schüler ja auch zum selbständigen erarbeiten motiviert werden und das auch lernen, sie sollen ja schließlich auf's studium vorbereitet werden.
Und das lernen sie mal eben so, indem man sie von heute auf morgen völlig alleine lässt?

Ich glaube, viele Lehrer (NICHT alle!) haben auch nicht wirklich eine Vorstellung, wie es überhaupt aussieht an Unis momentan und was da sinnvoll wäre. Das soll jetzt auch kein Vorwurf an die Lehrer sein, sondern ist wahrscheinlich relativ leicht erklärbar damit, dass man eben nunmal nicht nur Unterricht bei Lehrern hat, die quasi gestern selbst noch studiert haben, sondern auch bei welchen, die vor 25 Jahren zum letzten Mal eine Uni von innen gesehen haben.

Das, was mir in der Schule unter "so läuft es an der Uni" verkauft wurde, hatte jedenfalls mit dem Uni-Alltag nichts im Geringsten zu tun. Und ich glaube jetzt nicht, dass meine Schule die einzige auf der Welt ist, an der das so ist/war.

Im Übrigen ist es zumindest in meinem Studium und bei allen Leuten in meinem Bekanntenkreis, bei denen ich das weiß, im Grundlagenstudium nie vorgekommen, dass man sich den kompletten Stoff vollkommen alleine hätte erarbeiten müssen.

fredericus
29.06.2011, 12:28
:suspekt: "möp" soll das witzig sein? zu viel jauch geguckt? für deinen ersten punkt mach ich mir nicht mal die mühe zu antworten. für den 2.:
...

ok, knups hatte recht. mit dir zu diskutieren ist wirklich müßig. *ignore*

Amylen
30.06.2011, 13:53
Ich glaube, viele Lehrer (NICHT alle!) haben auch nicht wirklich eine Vorstellung, wie es überhaupt aussieht an Unis momentan und was da sinnvoll wäre. Das soll jetzt auch kein Vorwurf an die Lehrer sein, sondern ist wahrscheinlich relativ leicht erklärbar damit, dass man eben nunmal nicht nur Unterricht bei Lehrern hat, die quasi gestern selbst noch studiert haben, sondern auch bei welchen, die vor 25 Jahren zum letzten Mal eine Uni von innen gesehen haben.

Das, was mir in der Schule unter "so läuft es an der Uni" verkauft wurde, hatte jedenfalls mit dem Uni-Alltag nichts im Geringsten zu tun. Und ich glaube jetzt nicht, dass meine Schule die einzige auf der Welt ist, an der das so ist/war.


Und was genau ist jetzt daran schlimm, dass Schule anders funktioniert als Uni und nicht auf Uni vorbereitet?!

Ich denke, wer 12-13 Jahre Bildungssystem durchlaufen hat, die Hochschulreife (das Wort legt es ja schon nahe) erworben hat und einigermaßen selbständig und selbständig denkend ist, der wird sich auch umgewöhnen und anpassen können und eigenständige Lernstrategien entwickeln. Also gerade bei Abiturienten, da kann ich doch die Verantwortung für den Lernerfolg nicht in die Hände der Lehrer legen. In dem Alter sollte man allmählich mal selbst dahinter kommen wie es funktioniert.

Inaktiver User
30.06.2011, 18:43
Und was genau ist jetzt daran schlimm, dass Schule anders funktioniert als Uni und nicht auf Uni vorbereitet?!
Prinzipiell natürlich nichts. Ich fand es nur seltsam, dass meine Lehrer teilweise groß angekündigt haben, sie würden uns jetzt auf die Uni vorbereiten und das im Endeffekt halt nicht getan haben.
Und gerade z.B. in der neuen Oberstufe, die hier eingeführt wurde, nachdem ich mein Abi schon hatte, wird der Anspruch nochmal verstärkt gestellt, so wie ich mitbekommen habe, wird man dem aber nicht gerecht. Wenn es eben einfach nicht möglich ist, diesem Anspruch gerecht zu werden, was ich auch nicht tragisch finde, dann soll man ihn auch nicht formulieren, finde ich.

Inaktiver User
01.07.2011, 18:48
Prinzipiell natürlich nichts. Ich fand es nur seltsam, dass meine Lehrer teilweise groß angekündigt haben, sie würden uns jetzt auf die Uni vorbereiten und das im Endeffekt halt nicht getan haben.


Hahaha, ja. :') Keine Ahnung, warum die sowas immer behaupten.

Ich musste an der Uni erstmal "auswendig lernen" lernen.

Alena1
29.07.2011, 11:31
Auch ich kann mich nur für ein Zentralabitur aussprechen!

Gerade an der Uni fällt es immer wieder auf, welche Erstsemester zum Studium in den Süden gezogen sind. Da fehlen oft einige Grundkenntnisse. Keine Frage, die fehlen auch bei einigen Erstsemestern von hier, aber wenigstens haben die dann schon überhaupt mal was zu betreffenden Themen gehört, hatten aber kein Interesse daran.

suya
06.08.2011, 11:36
dass die leute auf dieser schule besser abschneiden als auf einem gymnasium ist jawohl nicht weiter verwunderlich. sind schließlich zwei unterschiedliche abschlüsse - das hat doch gar nichts damit zu tun, dass die mit dem "fachabi" ein "zentralabitur" haben. das eine ist eine allgemeine hochschulreife, das andere eben "nur" eine fachhochschulreife.

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Lies bitte mein Zitat erneut. Ich habe geschrieben "Zentralabitur und Fachabitur".

Das Zentralabitur ist, wie der Name schon sagt ZENTRAL. Normales Abitur, wie soll ich es noch nennen?

Und das kann auch auf der genannten Schule gemacht werden.
Und auch in den Kursen für Zentralabitur gilt: Alle, die von "guten Gymnasien" kommen, sind überdurchschnittlich gut.



in der oberstufe sollten schüler ja auch zum selbständigen erarbeiten motiviert werden und das auch lernen, sie sollen ja schließlich auf's studium vorbereitet werden.

Und wer so argumentiert ist entweder selbst Lehrer, oder war ein 1er Abiturient, der nicht anderes getan hat, als zu lernen. Entschuldige.

Aber zeige mir bitte einen durchschnittlichen 12.Klässler, der sich selbst die Vektorengeometrie beibringen kann.

Inaktiver User
10.08.2011, 19:53
er muss sich ja nicht ein ganzes thema selbst erarbeiten können, aber zumindest ein teilthema.

suya
10.08.2011, 20:43
das wäre auch kein problem, das ist in der oberstufe normal. allerdings haben / hatten wir einen lehrer, der sich (aus bequemlichkeit?) nur auf gruppenarbeit verlassen hat und anschließend nichts besprochen hat. das wird auf dauer sehr problematisch..

Inaktiver User
10.08.2011, 22:09
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suya
10.08.2011, 23:11
Das kann ich so unterschreiben!

Ich bin jetzt in der 13. Klasse und habe einen Lehrer im Deutsch Lk, dessen Unterricht aus Frontalunterricht und Diskussionen besteht.
Z.B. erörtern wir gerade das Vorspiel von Faust l, indem wir (wie die letzten Jahre schon) nur auf von ihm gestellte Fragen eingehen, oder eigene Ideen einbringen.

Er schreibt nichts an die Tafel, wir machen uns selbstständig Notizen, jeder auf seine Art und Weise.

Der besagte Lehrer ist Doktor und ehemaliger Germanistikprofessor, hat sich jedoch für den engeren Kontakt im Gymnasium entschieden.
Alle ehemaligen Deutsch-LKler fanden die Abiturklausuren einfach im Vergleich zu seinen, jedoch lernt man viel, gut und schnell.
Der Durchschnitt unseres Kurses liegt meist bei 10 NP.

Ich muss sagen, ich kann mit allen Lehren unter 40 nichts anfangen, ganz pauschal gesagt.
Und fühle mich mit Gruppenarbeit und anderem Dreck auch nicht auf das Abitur vorbereitet.

Vllt. muss man für das Arbeitsleben eine Sozialkompetenz entwickeln, doch entsteht diese nicht im Alltag ?! Mal im Ernst :suspekt: