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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spanisches Polizeigesocks.



Zoor
27.05.2011, 18:43
Braucht man wohl nicht viel zu kommentieren, wie heute die Räumung gegen gewaltfreie Demonstranten versucht wurde:

https://fbcdn-sphotos-a.akamaihd.net/hphotos-ak-snc6/255017_188958947821661_188919331158956_522147_1143 23_n.jpg

YouTube - La policía carga contra los indignados de Barcelona (http://www.youtube.com/watch?v=SdFc3sgzz1s&feature=youtu.be)

YouTube - Violência policial em Barcelona (http://www.youtube.com/watch?v=zhBi_G6VOVU)

YouTube - Indignats | Desallotjament de la Plaça Catalunya (http://www.youtube.com/watch?v=Geg_6Xoy04s&feature=youtu.be)

Ich bin ja eigentlich nicht militant, aber da brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie das nächste Mal mit Pflastersteinen begrüßt werden und sich eine RAF 2.0 züchten.

Zoor
27.05.2011, 18:45
Erschreckend finde ich, dass in der deutschen Medienlandschaft die Proteste allgemein eher stiefmütterlich behandelt werden...

S.Less
27.05.2011, 19:51
omg

Zoor
27.05.2011, 20:02
Die Tagesschau-Redaktion spricht von "Zusammenstößen" und "Auseinandersetzungen". Merkwürdigerweise sehe ich nur gepanzerte Polizisten, die am Boden Sitzende verprügeln. Plappern sie wohl nur eine dpa-Meldung nach, die auf der Pressemitteilung der spanischen Polizei basiert.

S.Less
27.05.2011, 20:08
bei 1live wurde grad drüber berichtet und da hieß es in etwa im vorfeld auf das championsleage-finale gab es in barcelona ein zeltlager von ungefähr 200 demonstranten welches von der polizei aufgelöst werden sollte, was mittlerweile mehrere tausend sympathisanten angezogen hat.

also wurde da auf eine schiene mit hooligans geschoben bzw so angedeutet. (bzw denkt sich das jeder der das in dem zusammenhang hört)

Zoor
27.05.2011, 20:11
Ah, grad kams in der Tagesschau, dieses Mal mit weniger verfälschender Wortwahl.

Inaktiver User
27.05.2011, 22:31
wtf :eek:

Inaktiver User
27.05.2011, 23:01
Bei Spanien denke ich eher an Gurken und EHEC und HUS ......

Gutato
27.05.2011, 23:47
glaubt jetzt bloß nicht dass das in deutschland anders aussehen würde.

wieauchimmer
28.05.2011, 03:38
Ja, "Zusammenstöße" ist in Deutschland meistens auch "Polizisten versuchen einigermaßen unauffällig Demonstranten/... zu verprügeln".

Ich weiß nicht ob das eine Frankfurter Spezialität ist (oder eher BFE wohl), aber Leute "ausversehen" anzufahren und sie dann noch zu treten/zu schlagen/ihren Kopf gegen den Boden zu schlagen/... ist auch sehr beliebt, besonders bei Festnahmen.

Konsequenzen hat sowas natürlich nicht.

yugo.chic
28.05.2011, 04:20
Ich finds jedes Mal erschreckend, wenn prügelnde Polizisten, egal wo, in deutschsprachigen Medien als "Sicherheitskräfte" betitelt werden :durchgeknallt:

Zoor
28.05.2011, 11:07
Konsequenzen hat sowas natürlich nicht.
Dazu bräuchte es zunächst einmal Identifikationsnummern deutlich sichtbar an jeder Uniform. Find ich ein Unding, dass sowas in angeblichen Demokratien nicht umgesetzt wird. Vermummte Schlägerbanden sind schließlich nicht gerade vertrauenerweckend.

Sternenratte.1
28.05.2011, 11:36
Vermummte Schlägerbanden sind schließlich nicht gerade vertrauenerweckend.


!

kafkaesque
28.05.2011, 16:44
Dazu bräuchte es zunächst einmal Identifikationsnummern deutlich sichtbar an jeder Uniform. Find ich ein Unding, dass sowas in angeblichen Demokratien nicht umgesetzt wird. Vermummte Schlägerbanden sind schließlich nicht gerade vertrauenerweckend.

In Spanien müssen die sie eigentlich tragen, die haben sie verdeckt, was illegal war. :durchgeknallt:
In Dtschl. hingegen ist es ja leider noch nicht überall durchgesetzt.

Inaktiver User
28.05.2011, 17:42
In Deutschland gibt es die ID-Nummern überhaupt nur in Berlin oder?

Welches Argument bringt die Polizei denn diesbezüglich eigentlich offiziell vor?

kafkaesque
28.05.2011, 17:58
In Brandenburg haben sie m.W. gerade Klarnamen beschlossen. Glaub ich. Das wiederum ist zuviel des Guten. Und es gab vorher freiwilliges Schildertragen, ohne Probleme übrigens.

Es gibt keine Argumente gg. IDs, da die ja von evtl. Rachetätern nicht zugeordnet werden können. Trotzdem werden die Argumente gegen Klarnamenspflicht (die Neonazis von der Demo rächen sich dann abends beim Polizisten privat) auch gegen die IDs vorgebracht. Andere offizielle Argumente sind mir nicht bekannt.

Inaktiver User
28.05.2011, 20:45
Ok, vielen Dank...

Die Argumente gegen Klarnamen kann man ja noch nachvollziehen, wenn ich sie auch nicht gelten ließe, aber gegen ID-Nummern nun wahrlich nicht. Ich weiß auch nicht, was noch passieren muss, dass das Thema auch mal abseits von Libyen und Co. größer diskutiert wird. Ich dachte eigentlich, dafür hätte Stuttgart 21 genug Anlass gegeben...

SPACEMACHINE
28.05.2011, 21:12
glaubt jetzt bloß nicht dass das in deutschland anders aussehen würde.

naja, im rahmen der bildungsstreike 2009 zum beispiel wurde sowas bei weitem nicht so gewaltsam beendet wie jetzt in spanien. natürlich sind die bullen in deutschland auch gewalttätig und es wird ihnen auch wahnsinnig viel raum dafür gegeben, aber die bullen, die man in den videos sieht sind doch die mossos (oder? erkenn ich nur im letzten video), die auch innerhalb spanien bekannt dafür sind, dass die extrem gewalttätig sind und oft überzogen reagieren, gerade bei demos.

Inaktiver User
28.05.2011, 21:18
naja, im rahmen der bildungsstreike 2009 zum beispiel wurde sowas bei weitem nicht so gewaltsam beendet wie jetzt in spanien. natürlich sind die bullen in deutschland auch gewalttätig und es wird ihnen auch wahnsinnig viel raum dafür gegeben, aber die bullen, die man in den videos sieht sind doch die mossos (oder? erkenn ich nur im letzten video), die auch innerhalb spanien bekannt dafür sind, dass die extrem gewalttätig sind und oft überzogen reagieren, gerade bei demos.

Ja, das hat ja auch zu Recht keine Sau interessiert. Da kann man die Leutchen ruhig mal ein bisschen rumlaufen lassen. Das ist eine völlig andere Nummer als bei manch anderen Gelegenheiten.

SPACEMACHINE
28.05.2011, 21:24
Ja, das hat ja auch zu Recht keine Sau interessiert. Da kann man die Leutchen ruhig mal ein bisschen rumlaufen lassen. Das ist eine völlig andere Nummer als bei manch anderen Gelegenheiten.

natürlich, gerade in wien ist da verdammt viel passiert, aber ich bezog mich auf deutschland und darauf, dass die bullen hier nicht so krass auf friedliche(!) besetzungen reagiert haben wie sie es jetzt gerade in spanien tun (oder was meinst du mit andere gelegenheiten?)

fensterladen
29.05.2011, 02:16
Vermummte Schlägerbanden sind schließlich nicht gerade vertrauenerweckend.

Willst du tatsächlich deutsche Polizeikräfte als "vermummte Schlägerbanden" bezeichnen?

Zoor
29.05.2011, 10:05
Willst du tatsächlich deutsche Polizeikräfte als "vermummte Schlägerbanden" bezeichnen?
Willst du etwa abstreiten, dass sie nicht teilweise als vermummte Schlägerbanden auftreten? Natürlich gibt es solche und solche, aber aus welchem Grund sind denn viele Innenminister und hochrangige Polizeikräfte gegen eine eindeutige Identifizierbarkeit ihrer Schergen? Doch sicher nur, weil sie genau wissen, dass einige Prügeleinsätze vor Gericht ganz schön auseinander genommen würden.

fensterladen
29.05.2011, 22:03
@Zoor:
Wenn du dich ein wenig näher mit der Thematik beschäftigen möchtest, stehe ich gerne zur Verfügung. Bis dahin kann ich jedoch eines mal ganz klar feststellen:

Bislang gab es praktisch keine Probleme damit, dass ein Polizeibeamter, dem ein Verstoß zur Last gelegt wurde, nicht identifiziert werden konnte. Die Probleme lagen bei solchen Fällen in anderen Bereichen. Wenn du magst, kann ich dir die Quellennachweise schicken.

@wurst:
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass genau DU "ab und an" durch als "vermummte Schlägertrupps" auftretende Polizisten misshandelt wurdest. Diese Geschichten a la "der Schwager eines Freundes, dessen Schwester die Freundin hat erlebt" sind meines Erachtens natürlich immer wieder super Stammtischargumente, aber ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass Gerwaltexzesse seitens der Staatsmacht auch regelmäßig verfolgt und veröffentlicht werden. Dass nun natürlich die BILD eine andere Meinung dazu hat und diese auch offensiv vertritt, reicht aber meiner Meinung nach nicht aus, den durchschnittlichen hiesigen Polizisten mit einem Schergen einer Südamerikanischen Militärjunta gleichzusetzen.

Zoor
29.05.2011, 22:46
Da möchte ich aber mal Quellen sehen, die belegen, dass es "praktische keine Probleme" bei der Identifizierung schlägernder Polizisten gibt.

Nenn mir doch mal einen einzigen legitimen Grund, der GEGEN eine Kennzeichnungspflicht in Form von Nummern (auch geschlossener Polizeieinheiten) spricht.

S.Less
30.05.2011, 00:30
gerade berliner polizisten snd doch deutschlandweit eigentlich bekannt als prügeltruppe.

fensterladen
30.05.2011, 15:48
@zoor:
Du wolltest eine Quellenangabe. Speziell für Berlin ist das recht einfach. Lade dir die Kriminalitätsstatistik 2010 von berlin.de runter. Dann guck mal nach unter der Rubrik "Straftaten im Amt". Und dann guck die Zahl an, die hinter "nicht bekannte Tatverdächtige" steht.
Irgendwelche Stammtischparolen sind schnell mal herausposaunt, aber ich glaube nicht, dass irgendeiner, der genau hier in diesem Thread wettert auch mal die harten Zahlen angeschaut hat.

Und bevor jetzt solche Argumente a la "die stecken doch alle unter einer Decke" kommen, sollte sich jeder hier besinnen, ob diese Argumentation sich nicht irgendwann wie eine Verschwörungstheorie anhört. Alle sind böse und verfolgen mich...

Zoor
30.05.2011, 18:12
Na dann schau halt mal http://www.amnestypolizei.de/sites/default/files/imce/pfds/Polizeibericht-internet.pdf an.

Vielleicht solltest du in deine Überlegungen auch die Dunkelziffer einbeziehen, die bei solchen Vergehen sicherlich enorm hoch ist, schließlich bewirkt eine Anzeige zunächst rein gar nichts.

Ich war nur selten bei Demos zugegen und bin ebenso selten bei Sportgroßereignissen. Dennoch hab ich selbst mehrfach schon miterleben dürfen, dass sich manch ein ungekennzeichneter Polizist in Rüstung und mit Sturmhaube wohl eher fühlt wie Rambo. Bei einer Räumung eines besetzten Rektorats an der Uni ist es sicherlich nicht notwendig (und auch nicht erlaubt), Leute zu prügeln und über den Boden zu schleifen. Castorgegner sind natürlich auch unangenehm und einige nicht gerade friedlich, dennoch ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren und friedliche Demonstranten sind auch möglichst gewaltarm zu entfernen.
Auch erinner ich gern an die Schlachtfeldszenen gegenüber den S21 Demonstranten.
Die oben verlinkten Videos sind obendrein erstklassige Beispiele. Nicht nur die spanische Polizei agiert auf diese Art.

Glaubst du den Unsinn, den du hier verzapfst wirklich oder versuchst du nur deine Profession zu verteidigen? Es streitet niemand ab, dass es auch korrekte Polizisten gibt, allerdings ist es töricht zu behaupten, dass alles immer glatt läuft. Idioten gibt es überall. Auch bei der Polizei. Wenn man ihnen dann eine anonyme Möglichkeit zur Gewaltausübung bietet, ist es nur logisch, dass dies auch genutzt und extensiv missbraucht wird.

Schau auch mal auf Anwaltverein fordert Nummernschild für Polizisten | law blog (http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/07/27/anwaltverein-fordert-nummernschild-fur-polizisten/)


Was du immer noch schuldig bist: Welche Argumente gibt es, die gegen eine eindeutige Kennzeichnung sprechen?

fensterladen
30.05.2011, 18:38
@S.Less:
Bei S21 waren es nicht die Berliner... es waren die Bayern :D

@Zoor:
Nun, ich habe noch gar nichts zum Thema eindeutige Identifizierung losgelassen. Aber um deine Frage zu beantworten:

Auch ich habe nichts gegen eine eindeutige Kennzeichnung.

Dazu muss ich jedoch anmerken, dass ich ein "Namensschildchen" schlichtweg für Mist halte. Ich gehe davon aus, dass bei einem Großereignis zig "Müllers" oder "Meiers" herumlaufen. Somit bin ich eher dafür, eine aphanumerische Kennnr. einzuführen, die es erlaubt, nicht nur den einzelnen Beamten, sondern, falls nötig auch die Einheit bzw. die Herkunftsdienststelle im Falle von "Regelverstößen" zu identifizieren.

Ich glaube nicht, dass unsere Ansichten dabei so sehr auseinander liegen, oder?

Noch eine kleine Anmerkung:
Ich bin grundsätzlich FÜR ein friedliches Miteinander sowie einen einigermaßen höflichen und gesitteten Umgangston, auch in Internetforen. Wenn du also mein Geschreibsel als "Unsinn" bezeichnest, dann würde ich nur ganz gerne wissen, ob du ausschließlich daran interessiert bist, deine Meinung anderen "reinzupressen", oder auch tatsächlich auch nur einen winzigen Blick in das o.g. Kriminalitätslagebild geworfen hast.

Zoor
30.05.2011, 20:54
Meine Meinung wirst du nicht teilen, da du vermutlich selbst bei der Polizei bist. Deinen Standpunkt halte ich dennoch für Unsinn und sehe keinen Grund, es anders zu bezeichnen. Wenn die Statistik recht nett aussieht, liegt es wohl ausschließlich daran, dass eben ein Großteil der polizeilichen Vergehen gar nicht erst angezeigt wird. Gar nicht so unverständlich, dass man seine Zeit nicht auch noch damit verschwendet, einen anonymen Polizisten bei seinen Kollegen anzuzeigen, der ohnehin nicht ermittelbar ist, oder etwa nicht, hm?
Dazu zitiere ich auch gerne einmal Amnesty International (Link siehe oben):

Der vorliegende Bericht formuliert darüber hinausgehend Bedenken zum Versäumnis der Behörden, die adäquate Untersuchung glaubwürdiger Anschuldigungen wegen Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei zu gewährleisten.
Amnesty International beobachtet mit Sorge, dass dies zur Folge haben kann, dass die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden und dies zu einem Klima der Straflosigkeit führt.[...]
Die Recherchen von Amnesty International haben ergeben, dass die Ermittlungsmethoden und -abläufe in Fällen mutmaßlicher polizeilicher Misshandlung beziehungsweise unverhältnismäßiger Gewaltanwendung be dauerlicherweise noch nicht den Grundsätzen entsprechen, die in den von Deutschland unterzeichneten Menschenrechtsabkommen verankert sind.[...]
In zahlreichen von Amnesty International untersuchten Fällen waren die Ermittlungen nicht umfassend genug. In anderen Fällen wurden die Ermittlungen nicht umgehend aufgenommen oder es kamen Zweifel an der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Strafverfolgungsbehörden auf.
Was ist denn überhaupt dein Anliegen hier im Thread, wenn du nur bestätigst, dass eine Kennzeichnungspflicht nicht verkehrt ist? Welche meiner Aussagen zweifelst du an?

Folgende Fakten liegen vor:
- Es gibt missbräuchliche Polizeigewalt (z.B. durch die Nutzung von Quarzhandschuhen oder eben auch "einfache" Körperverletzung)
- Eine Kennzeichnungspflicht gibt es fast überall nicht, wodurch eine Ermittlung schwieriger wird und Betroffene eine Anzeige womöglich gar nicht erst in Betracht ziehen
- Ermittlungen gegen gewalttätige Polizeibeamte werden nicht immer mit der gebotenen Sorgfalt durchgeführt und Fehlverhalten wird sicherlich in einigen Fällen durch vorhandenen Korpsgeist (oder zumindest solidarische Defensive) gedeckt

Möchtest du ernsthaft behaupten, dass diese Punkte der Wirklichkeit widersprechen?


Übrigens: Wenn dir ein "Unsinn" schon zu ungesittet ist, bist du hier definitiv im falschen Forum gelandet und solltest vielleicht lieber zur Brigitte o.ä. wechseln.

Teufelchen
30.05.2011, 23:00
oh ja S21. super beispiel :D

S.Less
30.05.2011, 23:07
ich weiß nichtmal wie er darauf kommt.

wieauchimmer
01.06.2011, 01:26
Ich hätte auch schon mehrere Anzeigen aufgegeben/wäre als Zeuge mitgegangen, wenn es irgendeinen Sinn ergeben würde.

Aber sowas wie "Einer von der Frankfurter BFE hat meine Freundin angefahren, sie dann auf dem Boden liegend in den Bauchraum getreten und ist dann wieder verschwunden." ist halt nicht so zielführend.

Zoor
01.06.2011, 16:47
Klaus Stuttmann Karikaturen - Archiv (http://www.stuttmann-karikaturen.de/archiv3.php?id=3657) :D

ichs
05.06.2011, 16:07
die kennzeichnungspflicht hätte dazu den positiven effekt, dass schon weil man sich nicht mehr so anonym fühlen kann als einzelner beamter in einer hundertschaft nochmal etwas mehr zurückhält.
ich habe persönlich schon mehrere vorfälle erlebt, die zumindest grenzwertig waren im bezug auf unprovozierte körperliche angriffe auf friedliche demonstranten. dabei wurden dann nicht zwingend bleibende schäden hinterlassen bis mal auf ne zerissene jacke oder so. da gibts dann halt auch wenig was man anzeigen kann. trotzdem ist es natürlich nicht richtig, wenn polizisten einfach leute in den schwitzkasten nehmen etc. eben nur weil sie es können. der einsatz von pfefferspray der auch sehr überhand genommen hat, ist so ein anderes thema.

Erica
09.08.2011, 16:14
Ich denke auch, dass ist in Deutschland nicht großartig anders.
Wenn ich denke wie die Polizei gegen Stuttgart 21 Gegner vorgegangen ist, oder gegen die Demonstranten in Rostock beim G8 Gipfel damals. Vor Allem in Stuttgart waren die Demonstranten auch fast ausschliesslich friedlich (waren auch viele Schulklassen da) und trotzdem sind die mit Wasserwerfern und gepanzerten Bullen gekommen.

Michelangelo
10.08.2011, 20:33
Bin in München bei einer Anti-Nazi-Demo ebenfalls angegriffen und getreten worden. Von Seiten der Demonstranten gab es 0 Provokationen. Die Nazis marschierten die Lindwurmstraße von der Theresienhöhe Richtung Sendlinger Tor.
Die Straße wurde von der Gegendemo mit einer Sitzblockade gesperrt. Die übereifrigen Bullen waren der Meinung den Nazis (Rechtsstaatfeinde) zu ihrem "Recht" verhelfen zu müssen und versuchten die Straße für die NAzis zu räumen. Was sie zum Glück nicht schafften.
Ich trillerte herum und wurde dafür getreten, ein anderer Demonstrant wurde unter einem zusammenklappendem Absperrgitter begraben und erlag seinen Verletzungen.

Ich finde es geil, wie man das Hirn ausschalten kann sobald man eine Uniform anhat.

DieHeiki
12.08.2011, 14:32
Ja die Münchner und Berliner Polizisten haben entweder nette Konzepte und Spezialeinheiten (USK, Münchner Politik) oder einfach einen generellen Hass gegen Demonstranten. Ich denke auch, dass es keinen großen Unterschied zwischen Spanien und Deutschland gibt. Interessanterweise hat Großbritannien einen anderen Umgang mit dem ganzen. Mal schauen wie sich das nun verändert.

joh
13.08.2011, 09:08
Wir brauchen ein Gesetz, dass Strafttaten von Polizisten im Dienst, wenn diese nicht identifizierbar sind, dem Dienstherrn angelastet werden.

Dann wäre jeder "Übeltäter" garantiert schnell identifiziert und überführt.

Michelangelo
13.08.2011, 22:20
Bin dafür. In jedem sonstigen Unternehmen in der Bundesrepublik haftet der Arbeitgeber für den Scheiss seiner Untergebenen. Da sollte es doch wohl selbstverständlich sein (auch wenn man den Staat nicht wegsperren kann), dass .... glaub jetzt bin ich auf der falschen Spur?!

Haftet der Staat nicht bereits jetzt schon (Schmerzensgeld, Ersatz für Sachbeschädigung) für übereifrige Kollegen?

Inaktiver User
14.08.2011, 16:30
Dann wäre jeder "Übeltäter" garantiert schnell identifiziert und überführt.
oder ein armer sündenbock.

Michelangelo
14.08.2011, 19:27
oder ein armer sündenbock.

Er meinte doch den Dienstherren als überführten Übeltäter