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Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Also, ich schreibe gerade einen narrativen Lebenslauf für ein Studienwerk. Man soll nicht nur einen tabellarischen, sondern auch einen kurzen narrativen Lebenslauf mit maximal 3500 Anschlägen schicken. Ich bin gerade bei dem Thema "Auslandsaufenthalte" und verzweifle daran etwas - gerade als ich neunzehn oder Anfang zwanzig war, habe ich so einige Auslandssachen einfach gemacht, weil ich Bock darauf hatte und null aus karrieretechnischen Gründen. Ich versuche jetzt irgendwie ein Auslandsjahr in London von Sommer 2004 bis Sommer 2005 gut zu verpacken, in dem ich einfach als Marktforscherin in einem Callcenter gearbeitet habe. Und einen Kibbutzaufenthalt in den Semesterferien 2007 - da habe ich in einer Wäscherei und in einem Fischrestaurant gearbeitet. Beide Auslandsaufenthalte waren für mich persönlich sehr bereichernd. Aber wie stellt man sie in einem Lebenslauf als "weiterbringend" dar?
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  2. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Ich glaub da muss man jetzt gar nicht soviel erklären. Ausland und außergewöhnliche Sachen kommen wahrscheinlich auch so schon gut an. Ich würd vielleicht schreiben, dass du gerne andere Kulturen kennenlernen wolltest. Oder deinen Blickwinkel erweitern wolltest?
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  3. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Danke dir! Ja, möglicherweise mache ich mir da einen Kopf um etwas, das eigentlich ganz klar ist...
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  4. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Eine Freundin antwortete mir gerade zu dieser Frage auf Facebook: "Im narrativen CV gibt man dem Schreibenden die Möglichkeit, ein Profil herauszuarbeiten, also nicht unbedingt "XYZ habe ich dann und dann gemacht", sondern eher "dies sind die Fragen, die mich seit xy begleiten, denen ich nachgegangen bin zB durch..."
    Hm. Das Ganze darf auch nur maximal 3500 Anschläge haben...
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  5. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Hm. Ich denk halt persönlich, dass man von einem jungen Menschen nicht unbedingt erwartet, dass er schon am Weltfrieden arbeitet. Dass da einfach reichen müsste "Ich wollte andere Kulturen kennenlernen, sowie ein breites Spektrum an Tätigkeiten ausprobieren, daher habe ich xy gemacht". Du sagst ja selbst, dass du es einfach gemacht hast, weil es dir Spaß gemacht hat. Und das ist ja auch ein guter Grund und zeigt Motivation, finde ich. Also du warst nach der Schule motiviert genug diese Sachen zu machen und hast nicht lieber an der Bushaltestelle mit deinen Freundinnen gehockt, jetzt mal übertrieben gesagt.
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  6. Member Avatar von Laurita
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Ich hab auch einen solchen narrativen Lebenslauf für eine Stipendienbewerbung schreiben müssen, und kenne inzwischen auch einige Leute, die diese Lebensläufe "begutachten". Zumindest in "meinem" Studienwerk dienen diese narrativen Lebensläufe hauptsächlich 2 Zwecken: Einmal um einen ersten Eindruck der Reflexionsfähigkeit einer Bewerberin zu erhalten, und zweitens um eine Gesprächsgrundlage für das sich anschließende persönliche Gespräch zu haben. Das lässt sich meiner Meinung nach nicht mit den normalen Lebensläufen für eine Bewerbung um einen Job vergleichen.

    Auf deinen Fall bezogen heißt das für mich, dass niemand erwartet, dass das was du schilderst, dich unbedingt "beruflich" weitergebracht hast. Mich würde als Auswählerin interessieren, ob du reflektieren kannst, inwiefern diese Aufenthalte einen Teil zu deiner persönlichen Entwicklung beigetragen haben (oder auch nicht) und warum.
    Ich hab z.B. während meiner ersten Semester im Studium bei McDonalds gearbeitet, das würde ich niemals in einen "normalen" Lebenslauf schreiben, aber unter Umständen in einen narrativen, das hat mich nämlich nachhaltig in einigen Ansichten gepägt
    Einsam bist du sehr alleine.
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    Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
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    Einsam bist du sehr alleine -
    und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

  7. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Zitat Zitat von Laurita Beitrag anzeigen
    Ich hab auch einen solchen narrativen Lebenslauf für eine Stipendienbewerbung schreiben müssen, und kenne inzwischen auch einige Leute, die diese Lebensläufe "begutachten". Zumindest in "meinem" Studienwerk dienen diese narrativen Lebensläufe hauptsächlich 2 Zwecken: Einmal um einen ersten Eindruck der Reflexionsfähigkeit einer Bewerberin zu erhalten, und zweitens um eine Gesprächsgrundlage für das sich anschließende persönliche Gespräch zu haben. Das lässt sich meiner Meinung nach nicht mit den normalen Lebensläufen für eine Bewerbung um einen Job vergleichen.

    Auf deinen Fall bezogen heißt das für mich, dass niemand erwartet, dass das was du schilderst, dich unbedingt "beruflich" weitergebracht hast. Mich würde als Auswählerin interessieren, ob du reflektieren kannst, inwiefern diese Aufenthalte einen Teil zu deiner persönlichen Entwicklung beigetragen haben (oder auch nicht) und warum.
    Vielen Dank!
    Zitat Zitat von laurita
    Ich hab z.B. während meiner ersten Semester im Studium bei McDonalds gearbeitet, das würde ich niemals in einen "normalen" Lebenslauf schreiben, aber unter Umständen in einen narrativen, das hat mich nämlich nachhaltig in einigen Ansichten gepägt

    Was siehst du seitdem anders?
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  8. Member Avatar von Laurita
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    AW: Narrativer Lebenslauf (oder: was lernt man während eines Kibbutzaufenthaltes?)

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen


    Was siehst du seitdem anders?
    Nicht unbedingt anders als davor, aber mir ist damals nochmal bewusst geworden, was für eine Verschwendung von Talent es ist, wenn man es ausländischen Arbeitskräften nicht ermöglicht, sich ihrer Ausbildung entsprechend in den deutschen Arbeitsmarkt einzugliedern. Ich hatte Kollegen, die Zahnärzte, IT-ler etc. waren, deren Ausbildungen nicht anerkannt wurden oder die nicht gut genug Deutsch sprachen, und deswegen bei McDonalds Burger zusammengebaut haben.

    Viele waren aus dem Irak z.B., und seitdem macht mich die Ignoranz von Menschen, die denken, dass Menschen ihre Heimat verlassen, um es sich in Deutschland gut gehen zu lassen noch 10 mal wütender als vorher. Ich komme aus recht bürgerlichen Verhältnissen, und das Ausmaß meiner eigenen Privilegien ist mir in dieser Zeit erst wirklich bewusst geworden.
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    und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

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