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  1. Addict

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    Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Der Titel klingt etwas dramatisch, sorry.

    Aber ich merke bei unserer Dreijährigen in den letzten zwei, drei Wochen, dass sie irgendwie anders ist/wird. Sie gibt viel schneller nach als vorher, hat irgendwie weniger Power. Vermisst ihre Freunde sehr und ihre Oma. Läuft manchmal mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf durch die Wohnung, wenn sie z. B. irgendwas nicht durfte.

    Wir begleiten ganz viel, spielen viel mit ihr, gehen raus etc. Und da sie sprachlich gut dabei ist, besprechen wir auch ihre Gefühle und die aktuelle Situation. Dazu kommen akut noch Probleme mit Verstopfung (ich habe schon im Kindergesundheit-Thread dazu geschrieben). Ich bin schwanger, d. h. im Sommer wird sie auch noch große Schwester. Darauf freut sie sich, aber es ist natürlich auch eine sehr große Veränderung für uns alle. Sie tut mir oft so leid und ich gebe mir wirklich große Mühe, aber meine Kräfte sind mit Schwangerschaft und Vollzeitjob und auch nicht fittem Ehemann gerade auch begrenzt.

    Ich frag mich, ob ich irgendwie noch besser oder anders für sie da sein kann. Was meint ihr? Wie ist das bei euch und euren Kindern? Haben sie sich verändert, wenn ja, inwiefern?

  2. Addict

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Der siebenjährige hat sich verändert. Er war noch nie jemanden der viel über seine Gefühle spricht, das war nie seine Stärke. Jetzt flippt er sehr schnell wegen Kleinigkeiten aus, findet alles doof, uns seine Schwester, einfach alles. Meist hält sie Situation nur kurz, er geht wütend in sein Zimmer, hört laut Musik und kommt dann wieder. Bei einem besonders schlechten Tag, wiederholt sich das 2-x Mal am Tag.
    Letztlich ist es sein Ausdruck der unausgeglichenheit, er sagt auch Mal wie scheiße er das alles findet.
    Ich kann ihn sehr verstehen.

    Die kleine Schwester (4) vermisst zwar ihre Freunde und den Kindergarten ist aber mit sich selbst und der Situation durchaus zufrieden. Sie hat sich auf einen ca 14 stündigen Nachtschlaf (bis ca 9:30) eingerichtet, vermutlich ihr Ding damit der Tag nicht so lang ist.

  3. Urgestein

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Passend dazu: Forschung: Corona-Krise bei Kindern und Jugendlichen - Klinische Psychologie und Psychotherapie
    Bitte gerne an der anonymen Onlinebefragung der Uni Bern zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Kinder und Jugendliche mitmachen.

  4. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Bisher habe ich bei meinen Kindern zum Glück keine Veränderungen festgestellt. Für die Kleine hat sich allerdings auch nicht so viel geändert (sie war bisher nicht in Betreuung), außer dass der Bruder nun eben immer zu Hause ist. Der Große vermisst den Kindergarten zwar schon, aber ich habe (noch?) nicht das Gefühl, dass er darunter leidet.

    Ich frage mich aber schon, was das alles langfristig mit den Kindern macht. Auch die Sache mit den Masken, das finde ich schon als Erwachsene sehr gewöhnungsbedürftig und schwierig, weil in der Kommunikation einfach die Mimik total abhanden geht. Wie muss das erst für Kinder sein? Und erst recht für die, die noch viel zu klein sind, um das alles zu verstehen?

    Heute habe ich gehört, wie die nächsten Wochen im Kindergarten die Notbetreuung organisiert wird und bei den ganzen vom Gesundheitsamt festgelegten Maßnahmen, die dabei erfüllt werden müssen, habe ich einen riesigen Kloß im Hals bekommen beim Gedanken daran, wie es den Kindern damit wohl geht. Und ich frage mich, wie unter diesen Umständen die Kleine im Herbst dort eingewöhnt werden soll bzw., ob das überhaupt möglich ist.
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥♥

  5. Urgestein

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Kannst Du die Maßnahmen etwas ausführen?

  6. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Ganz grob:
    Die Kinder werden einzeln in Empfang genommen, es wird Fieber gemessen und das Kind wird erstmal sofort komplett umgezogen und bekommt seine „Kindergartenklamotten“ an. Alle Erzieherinnen tragen Mundschutz und sind angehalten, Abstand von den Kindern zu halten, also auch wenn die Kinder hinfallen und weinen.
    Natürlich ist mir klar, dass das alles Gründe hat und dass der Betrieb nicht wieder normal aufgenommen werden kann. Die Leitung meinte auch, dass das mit dem Trösten bzw. eben Nichttrösten so gar nicht umgesetzt werden kann, wie soll das gehen? Dennoch finde ich das aus Kindersicht schon ziemlich verstörend. Dazu kommt, dass ja die Kinder eigentlich auch Abstand voneinander halten müssten - wie das konkret geregelt wird, weiß ich nicht.
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥♥

  7. Urgestein

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    hier sind alle drei kinder (3.+5. klasse) deutlich anhänglicher und weinerlicher. der große hat zudem neuerdings regelmäßig momente, in denen er motzog wird. zudem schlafen alle drei kaum noch ohne einschlafbegleitung ein und kommen nahezu jede nacht zu uns.

  8. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Wie soll man denn von Kitakindern Abstand halten? Rennen die Erzieherinnen dann den ganzen Tag vor weinenden Kleinkindern weg? Das ist doch vollkommen absurd.
    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die besser sind als das Schweigen.

  9. Addict

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Wie soll man denn von Kitakindern Abstand halten? Rennen die Erzieherinnen dann den ganzen Tag vor weinenden Kleinkindern weg? Das ist doch vollkommen absurd.


    vor allem nachdem die kleinen x wochen nicht in der kita waren und mehr oder weniger neu eingewöhnt werden müssen

    das kann doch nicht deren ernst sein? die aktuelle notbetreuung läuft ja hoffentlich auch anders

  10. Senior Member

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Zitat Zitat von lyn Beitrag anzeigen

    das kann doch nicht deren ernst sein? die aktuelle notbetreuung läuft ja hoffentlich auch anders
    In unserer Kita ja. Die Erzieherinnen gehen ganz normal mit den Kindern um. Mundschutz trägt auch keiner (also weder Kinder noch Erzieherinnen).
    Aber bisher sind die Gruppen auch sehr klein gewesen. Und die Region ist nicht sehr stark betroffen.
    Bitte nicht zitieren.

  11. Member

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Mein Kleinkind (1.5 Jahre) hat es sehr hart getroffen. Wir sind vom Kindergartenmodus in Quarantäne gesteckt worden. Er lag oft weinend vor der Tür, hat seine Klamotten von der Garderobe gezerrt. Er aß die ersten Wochen nicht mehr alleine, schlief massiv schlechter und hatte panische Angst, wenn einer den Raum verlassen hat. Er hat unfassbar schrill gekreischt dann. Mittlerweile hat er krasse Wutanfälle. Er lässt permament den Kopf auf den Boden knallen und hat sich dabei auch schon wehgetan, das Gebrüll ist ohrenbetäubend.
    Ähnlich zu kämpfen hat der knapp 9-Jährige. Er schlägt wieder, das hatten wir eigentlich im Griff. Er weint viel, und brüllt viel rum.
    Die Tochter (5.5) schläft nicht mehr durch. Der Große (11.5) ist nah am Wasser gebaut, aber das ging schon vor Corona los.

    Generell wirds aber besser. Die ersten Wochen waren schlimm, weil wir in Quarantäne waren und wir Eltern auch richtig krank mit Fieber waren. Ganz fit bin ich noch nicht, aber es läuft an.

  12. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Wie soll man denn von Kitakindern Abstand halten? Rennen die Erzieherinnen dann den ganzen Tag vor weinenden Kleinkindern weg? Das ist doch vollkommen absurd.
    Absolut. Das hat sich auch nicht die Leitung ausgedacht (die das auch absurd findet), sondern wurde wohl so angeordnet. (Ich denke nicht, dass explizit formuliert wurde, Kinder nicht mehr zu trösten, sondern eben einfach nur, dass Abstand gehalten werden soll/muss, was das ja aber - in der Theorie! - zur Folge hat.)
    Es geht zwar um Ü3-Kinder, aber auch die tun sich ja mal weh und weinen.
    Es werden nun aber wohl alle Erzieherinnen auf Antikörper getestet (gibt es dafür überhaupt schon zuverlässige Tests???), um festzustellen, wer evtl. schon infiziert war, damit diejenige(n) dann bevorzugt diese Aufgaben übernehmen kann/können.

  13. Urgestein

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    https://bochumpsych.eu.qualtrics.com...N2qXzzPlnNl2xE


    Meinen Siebenjährigen hat es hart getroffen. Die Fünfjährige kommt besser damit klar. Er ist sehr still, weint viel, wirkt antriebslos. Auf mich macht er einen depressiven Eindruck und das ist ganz schön schlimm anzusehen.
    Die Fünfjährige hat halt ihre Probleme damit, dass wir zwar da sind, aber arbeiten müssen. Das gibt immer mal Wutanfälle und Tränen. Aber das ist mir lieber als diese völlige Aufgabe vom Großen.
    Wir tun echt viel, damit die Kinder mal was anderes sehen und mein Mann geht jeden Abend mit dem großen „joggen“ (also sie laufen und machen Rast und spielen am Fluss). Aber mein Mann ist halt nicht sieben und das ist kein Ersatz.
    Geändert von stöckchen (20.04.2020 um 08:21 Uhr)
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  14. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Stöckchen und perry, das tut mir leid zu lesen, das klingt wirklich schlimm für die Kinder und auch für euch Eltern.
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥♥

  15. Regular Client

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    ja, ich höre solche stories von ganz vielen eltern. es ist für viele kinder wirklich schwierig.
    meinen gehts ganz gut, nur das kigakind ist plötzlich wieder viel unselbstständiger und vor allem deutlich bockiger. hmm. nciht schön, aber nicht so schlimm, dass es nicht in den griff zu kriegen wäre. aber ein deutlicher rückschritt. außerdem bricht sie gelegentlich in tränen aus, weil sie ihre herzensfreundin so vermisst. skypen bekommen die beiden leider nciht hin (entweder schweigen sie schüchtern oder machen albernen mist, mit dem die andere dann jeweils nciht viel anfangen kann). aber briefe udn bilder schicken sie sich immerhin.

  16. Regular Client

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Zitat Zitat von perry_moppins Beitrag anzeigen
    Mein Kleinkind (1.5 Jahre) hat es sehr hart getroffen. Wir sind vom Kindergartenmodus in Quarantäne gesteckt worden. Er lag oft weinend vor der Tür, hat seine Klamotten von der Garderobe gezerrt. Er aß die ersten Wochen nicht mehr alleine, schlief massiv schlechter und hatte panische Angst, wenn einer den Raum verlassen hat. Er hat unfassbar schrill gekreischt dann. Mittlerweile hat er krasse Wutanfälle. Er lässt permament den Kopf auf den Boden knallen und hat sich dabei auch schon wehgetan, das Gebrüll ist ohrenbetäubend.
    Ähnlich zu kämpfen hat der knapp 9-Jährige. Er schlägt wieder, das hatten wir eigentlich im Griff. Er weint viel, und brüllt viel rum.
    Die Tochter (5.5) schläft nicht mehr durch. Der Große (11.5) ist nah am Wasser gebaut, aber das ging schon vor Corona los.

    Generell wirds aber besser. Die ersten Wochen waren schlimm, weil wir in Quarantäne waren und wir Eltern auch richtig krank mit Fieber waren. Ganz fit bin ich noch nicht, aber es läuft an.
    Oh, das klingt auch sehr schlimm! Aber bestimmt wird es jetzt besser, wo ihr alle wieder gesund seid und auch wieder rausgehen könnt. Quarantäne, also wirklich ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu können stelle ich mir noch viel viel schlimmer vor als die normalen Corona-Beschränkungen, wo man immerhin (je nach Wohnlage) trotzdem viel Zeit draußen spielen und toben kann. Und ganze Familie krank ist natürlich eh immer schrecklich .

  17. Urgestein

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Tut mir leid für alle, bei denen es momentan so schwierig ist. Das klingt sehr traurig bei manchen.
    Ich hoffe, es gibt bald Möglichkeiten -wie ausgewählte Spiel-Kontakte-, um es ein bisschen aufzufangen.

    Wegen Masken etc.: Ich vermute, dass sich Kinder schneller an den Anblick gewöhnen werden, als wir Erwachsenen.

  18. V.I.P.

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Das mit den Masken glaube ich auch. Meine Nichten (jetzt 5 und 7) haben drei Jahre in Südostasien gelebt und dort war es normal, dass man draußen (wegen der Luftverschmutzung) Masken trägt. Meine Schwester hat auch die Kinder oft nur mit Maske rausgelassen und das war für die beiden dann eben normal. Sie gehen auch jetzt als Familie oft mit Masken raus.

    Meine 13 Monate alte Tochter findet uns mit Masken auch nicht unheimlich. Wenn wir zb schwarze Latexhandschuhe zum Zwiebelschneiden tragen, findet sie es viel schlimmer und weint (besonders wenn mein Freund auch noch die Taucherbrille anzieht ). Als sie noch ganz klein war, hatte ich manchmal so ganz dünne Papiermasken an, als ich Herpes hatte. Da hat sie mich dann nicht angelächelt, das fand ich damals schlimm, aber jetzt interagiert sie ganz normal mit mir.

    Wegen meiner Herpes-Maskenerfahrung graut es mir allerdings vorm Sommer. Letztes Jahr habe ich schon diese einlagigen Papiermasken nicht länger als 15 Minuten ertragen
    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die besser sind als das Schweigen.

  19. Member

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Masken sind hier zB kein Problem, die nimmt sogar das Kleinkind völlig unbeeindruckt hin.

    Was ich geschrieben habe, ist halt das eine Extrem. Das andere ist, dass die Schulkinder sehr gut und fleißig ihre Aufgaben abarbeiten und von selbst einen erheblichen Anteil zum Haushalt beitragen.
    Das Kleinkind lernt jeden Tag mind. drei neue Worte, steigt jetzt Stufen ohne festhalten hoch und runter, fährt Laufrad und kann mit beiden beiden Beinen abspringen.

    Insgesamt ist es aber natürlich deutlich anstrengender als sonst, aber wir haben schon auch Glück. Es gibt kaum Streit, viel Rücksichtnahme, die Kinder sind motiviert. Ist halt sehr viel Gefühl in einer großen Spannbreite.

  20. Alter Hase

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    AW: Corona: Psychische Veränderungen bei euren Kindern?

    Der 4-jährige hat Ängste und auch Wut auf Corona, die er sehr gut benennen kann.

    Insgesamt habe ich das Gefühl, dass er aggressiver ist, aber spielt.
    Er hat vor kurzem mit einem großen Stock auf sein Spielhaus eingeschlagen und gesagt, darin sei der Corona und er verprügelt den.

    Die 2-jährige schläft schlecht, wacht jede Nacht wieder auf und schläft erst wieder ein, wenn ich ihr verspreche, bei ihr zu bleiben und nicht wieder aufzustehen.

    Beide Kinder wollen nicht, dass mein Mann oder ich das Haus verlassen. „Wer soll denn dann auf uns aufpassen?“ und versuchen sich x mal, dass wir wieder kommen und nicht Corona begegnen (scheint in der Vorstellung meiner Kinder eine böse Person zu sein)

    Ich finde es erschütternd. Eigentlich sind sie oft gut drauf, wir sind dauernd draußen, gerade die 2-jährige hat eine riesige sprachliche Entwicklung durchgemacht, aber manchmal bricht es so durch.

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