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  1. Get a life!

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    @Timothy der vergleich wäre sinnvoll mit gesamt-zahl an impfungen. du vergleichst hier ja gesamt-impf-anzahl j&j mit dem anteil an geimpften aus einem einzelnen land (AZ). die thrombosen kamen ja scheinbar in anderen ländern anders vor (liegt vermutlich an der meldung, aber das wird in den usa auch so sein. die frage ist, ob da wirklich alle fälle erkannt werden, wenn ein teil der betroffenen möglicherweise nicht versichert ist und tendenziell wegen sowas nicht zum arzt geht). ich fänds deshalb aus ner rein statistischen sichtweise sinnvoller, jeweils die gesamt daten-lage zu vergleichen, weil das vermutlich solche melde-geschichten eher ausgleicht. wie dem auch sei, auch 1 von 100 000 fällen ist immer noch ein extrem geringes risiko, aber aufgrund dessen, dass impfung und nebenwirkung inzwischen recht klar verknüpft sind, ist es schon ok, den impfstoff eher für die weniger riskante gruppe zu empfehlen.

    edit: ah ja und das mit den zweitimpfungen ist auch ein guter punkt.

    editedit: also was ich sagen will, ich finde den vergleich etwas schwierig, weil j&j bisher vor allem in den usa verimpft wird und deshalb das erkennen des problems auf dem verhalten aus einem land berechnet wird. dadurch, dass dort viele menschen nicht versichert sind, kann ich mir z.b. sehr gut vorstellen, dass das vielmals gar nicht erkannt wird (weil man sich halt 5 mal überlegt, ob man sich den aufenthalt im krankenhaus jetzt leisten kann). das spielt in den usa eine sehr große rolle. rein gefühlt ist dieses problem in deutschland z.b. nicht so ausgeprägt und menschen gehen eher zum arzt, wenn sie sich unwohl fühlen und dann wird es tendenziell eher erkannt. in gb gabs ja imho auch weniger fälle der thrombosen. auch in england ist es nicht immer so einfach, wegen sowas zum arzt zu gehen. deshalb denke ich, dass daten von mehr impfungen auf verschiedene länder mit verschiedenem meldeverhalten deutlich repärsentativer sind als daten aus einem einzelnen land.
    Geändert von Schnelmi (10.05.2021 um 13:16 Uhr)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  2. Addict

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Timothy Leary Beitrag anzeigen
    Ich hatte da andere Zahlen im Kopf und habe nochmal nachgesehen. Als in den USA sechs Fälle nach sechs Millionen Impfungen registriert wurden gab es einen Stopp und die CDC hat eine Untersuchung eingeleitet. Gefunden hat man nach acht Millionen Impfungen dreizehn Fälle

    The F.D.A. ended its recommended pause on the J.&J. vaccine, clearing the way for states to use it again. - The New York Times

    in Deutschland gibt es aktuell bei AZ nach acht Millionen Impfungen 67 Fälle. Für mich ist das schon ein recht großer Unterschied, auch weil man sich ja bei J&J nur einmal impfen lassen muss

    AstraZeneca: Tod nach Corona-Impfung – so viele Falle sind aktuell in Deutschland bekannt | Verbraucher
    Ja ich kann nachher mal raussuchen wo ich das mit den Hochrechnungen gelesen habe. Deine Zahlen klingen ja anders.
    Zu dem Risiko wegen ner 2. Dosis: Da es eine Immunreaktion ist (die NW) wird wohl davon ausgegangen, dass das Risiko bei einer 2. Impfung nicht erhöht ist, aber sichere Daten gibts dazu (noch) nicht, da es noch nicht so viele Zweitimpfungen gab. MWn waren alle bisher aufgetretenen Fälle (auch in anderen Ländern wo ggf. schon mehr Zweifachimfungen erfolgt sind ?) nach der Erstdosis, aber das ist natürlich ein verzerrtes Bild in D. gabs bisher ja kaum Zweitimpfungen mit AZ.

  3. Addict

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Anitak Beitrag anzeigen
    Ich les zu dieser haftungsfrage irgendwie nirgendwo was. Wird das einfach verschwiegen?
    Ist auch mein Eindruck.
    "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
    "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

  4. Alter Hase

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Anitak Beitrag anzeigen
    Ich les zu dieser haftungsfrage irgendwie nirgendwo was. Wird das einfach verschwiegen?
    Geruchte in Social Media: Wer zahlt bei Impfschaden? - ZDFheute

    Hier wird einfach nur beiläufig im Text auf U60 eingegangen. Ich find's krass.

  5. V.I.P.

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Hier steht was von einem neuen Gesetz, das in Arbeit ist: Astrazeneca: Wer haftet bei Impfschaden nach Corona-Impfung? - waz.de
    „Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

  6. V.I.P.

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Das mit der unsicheren / eher negativ beschiedenen Haftungsfrage finde ich zwar schlecht und unangebracht. Aber ich finde es auch übertrieben, sich als Impfling ausgerechnet daran festzubeißen. Es ist ja nicht so, dass man nicht medizinisch versorgt wird, wenn man Opfer einer Nebenwirkung oder eines anderen mit der Impfung zusammenhängenden Schadens wird. Selbstverständlich wird man jeden, bei dem man nach der Impfung eine Thrombose oder ein anderes Problem feststellt, voll medizinisch diagnostizieren und behandeln, ganz egal ob das Problem von der Impfung kommt oder von was anderem.

    Diese fehlende Impfschadens-Haftung sollte bei der Entscheidung, sich impfen zu lassen, meiner Meinung nach keine Rolle spielen. Bei jeder anderen Impfung macht man sich doch auch keine Gedanken darum. Ich bezweifle, daß überhaupt mehr als 10% der Bevölkerung vor AstraZeneca überhaupt jemals davon gehört haben, dass es so etwas wie eine staatliche Haftung bei Impfschäden gibt. Und trotzdem läßt man sich impfen. Jetzt soll plötzlich die staatliche Impfschadenshaftung ein ernsthaftes Argument für oder gegen eine Impfung sein? Finde ich wirklich sehr übertrieben.

    Lieber Covid bekommen? Da hat man auch keine staatliche Haftung über die medizinische Behandlung hinaus. Und wenn man beim inlineskaten hinfällt auch nicht.
    Geändert von bwlstudent (10.05.2021 um 14:18 Uhr)

  7. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    bwl, bei anderen impfungen ist es aber, korrigiere mich wenn ich da falsch liege, meist nicht so, dass es erstens eine akute impfstoffknappheit bzgl. einer akut umgehenden infektionskrankheit gibt, zweitens gleichzeitig die situation, dass einer der möglichen impfstoffe zwar in verhältnismäßig großem maß vorhanden ist, für eine bestimmte gruppe aber mit einem erhöhten risiko verbunden ist, das die gruppe ist, die sich für alle für sie empfohlenen impfstoffe ohnehin hinten anstellen muss und das, drittens, wegen der kompletten wahlfreiheit der gruppe, die den impfstoff risikoarm nehmen könnte, noch ne ganze ecke länger wird tun müssen - es sei denn, sie gehen das risiko ein.

    ich stimme dir insoweit zu als dass die diskussion um mögliche impfnebenwirkungen/impfschäden, sofern sie bei anderen impfstoffen überhaupt geführt wurde (ich erinnere mich da nur an masern und schweinegrippe) sich eher um medizinische risiken drehte. das mag aber auch deshalb so sein, weil die frage im fall des falles außer frage stand, auch wenn die meisten gar nicht so weit denken, ja. und schon gar nicht war es so, dass es den o.g. hintergrund gab und zusätzlich noch das problem mit der haftung. ich denke die haftungsfrage wird bei den allerwenigsten der allein- oder auch nur hauptentscheidende faktor sein, kann aber für mich persönlich sagen, und nehme an, dass das bei einigen anderen auch so ist, dass das das letzte gramm ist, was nötig war um die waage in die eine und nicht in die andere richtung ausschlagen zu lassen. ich kann für mich sagen, dass ich mir, wäre astra die einzige option, das zeug auch ohne haftung im hintergrund spritzen lassen würde. da das aber nicht der fall ist, muss ich abwägen und bei mir hat die haftungssache den letzten ausschlag gegeben.

    (bitte nicht zitieren: ich habe allerdings im erweiterten umfeld auch zwei, gerichtlich anerkannte, fälle von impfschäden, die auch eine entsprechende rente bekommen und bin persönlich leider auch die, bei der der sehr unwahrscheinliche fall ungefähr mit doppelt bis dreifach erhöhter wahrscheinlichkeit eintritt und insofern etwas vorbelastet. und ja, damit bin ich vermutlich das glitzernde einhorn. kann aber auch jede und jeden verstehen, der ohne jegliche vorbelastung ähnliche bauchschmerzen hat.)

  8. Addict

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen
    Das mit der unsicheren / eher negativ beschiedenen Haftungsfrage finde ich zwar schlecht und unangebracht. Aber ich finde es auch übertrieben, sich als Impfling ausgerechnet daran festzubeißen. Es ist ja nicht so, dass man nicht medizinisch versorgt wird, wenn man Opfer einer Nebenwirkung oder eines anderen mit der Impfung zusammenhängenden Schadens wird. Selbstverständlich wird man jeden, bei dem man nach der Impfung eine Thrombose oder ein anderes Problem feststellt, voll medizinisch diagnostizieren und behandeln, ganz egal ob das Problem von der Impfung kommt oder von was anderem.

    Diese fehlende Impfschadens-Haftung sollte bei der Entscheidung, sich impfen zu lassen, meiner Meinung nach keine Rolle spielen. Bei jeder anderen Impfung macht man sich doch auch keine Gedanken darum. Ich bezweifle, daß überhaupt mehr als 10% der Bevölkerung vor AstraZeneca überhaupt jemals davon gehört haben, dass es so etwas wie eine staatliche Haftung bei Impfschäden gibt. Und trotzdem läßt man sich impfen. Jetzt soll plötzlich die staatliche Impfschadenshaftung ein ernsthaftes Argument für oder gegen eine Impfung sein? Finde ich wirklich sehr übertrieben.

    Lieber Covid bekommen? Da hat man auch keine staatliche Haftung über die medizinische Behandlung hinaus. Und wenn man beim inlineskaten hinfällt auch nicht.
    Naja es spielt ja keine Rolle OB ich mich impfen lasse sondern ggf. bei der Wahl des Impfstoffes also ich würde ja niemals wählen zwischen gar nicht und Impfung, sondern welche Booster Spritze ich bevorzuge und dass das ein absolutes FWP ist, ist mir auch absolut bewusst . Ich werde vermutlich aus Bequemlichkeit einfach das nehmen was mein AG mir zur Verfügung stellt anstatt abzulehnen und mich beim HA oder im Zentrum mit dem anderen Impfstoff impfen zu lassen, wir haben aber auch eine eigene Impfstraße und werden von unseren ärztlichen Kolleg:innen geimpft. Im Zentrum kann man ggf. ja einfach sagen ich will XY anstatt Z (das mein AG beides zur Verfügung stellt wurde schon ausgeschlossen). Ich kenne auch einige, die das so vorhaben und lieber 2 mal das selbe wollen als ne Kreuzimpfung, eben weil die Empfehlungen ja auch abweichen (WHO empfiehlt 2 mal selben Impfstoff vs Stiko empfiehlt Kreuzung).
    Geändert von Schokofondue (10.05.2021 um 14:46 Uhr)

  9. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen
    Lieber Covid bekommen? Da hat man auch keine staatliche Haftung über die medizinische Behandlung hinaus. Und wenn man beim inlineskaten hinfällt auch nicht.

    ja, aber, sofern man eine hat, leistungen aus der berufsunfähigkeitsversicherung. das wäre bei einem impfschaden durch astra u60 wahrscheinlich nicht der fall. das ist natürlich insofern ein ziemlich elitäres problem, als dass ich davon ausgehen würde, dass die mehrheit der bevölkerung im erwerbsfähigen alter, insbesondere die nicht gut verdienenden, keine bu hat. aber wenn man eine hat und sich diese gedanken macht, kann das schon nochmal ein punkt sein.
    love is a litany, a magical mystery

  10. Senior Member

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Was chisa sagt!

    Außerdem wäre es in meinem Fall, wenn es zum unwahrscheinlichen Schadensfall kommen würde, für mich sehr wichtig, ob ich mich aktiv für etwas (eine Impfung mit AZ) entschieden hätte oder trotz Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen eine Infektion mit dem Coronavirus (oder einen Skateunfall) bekommen würde. Diesen Unterschied kann ich für mich nicht einfach so wegwischen.

  11. V.I.P.

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Chisa Beitrag anzeigen
    bwl, bei anderen impfungen ist es aber, korrigiere mich wenn ich da falsch liege, meist nicht so, dass es erstens eine akute impfstoffknappheit bzgl. einer akut umgehenden infektionskrankheit gibt, zweitens gleichzeitig die situation, dass einer der möglichen impfstoffe zwar in verhältnismäßig großem maß vorhanden ist, für eine bestimmte gruppe aber mit einem erhöhten risiko verbunden ist, das die gruppe ist, die sich für alle für sie empfohlenen impfstoffe ohnehin hinten anstellen muss und das, drittens, wegen der kompletten wahlfreiheit der gruppe, die den impfstoff risikoarm nehmen könnte, noch ne ganze ecke länger wird tun müssen - es sei denn, sie gehen das risiko ein.
    Das stimmt alles und ist der Grund dafür, dass ich diese Regelung staatlicherseits nicht angemessen finde. Wie ich schon vor paar Tagen geschrieben habe, greift der Aufopferungs-Grundsatz, der historisch der Grund für die zusätzliche staatliche Impfschadens-Absicherung ist, gerade in einer solchen Pandemie-Situation genauso (oder noch mehr) wie bei jeder anderen prophylaktischen Impfung. Auch wenn ich es schon paarmal gesagt habe, nochmal ganz klar: Ja, ich finde diese derzeitige gesetzliche Regelung falsch und unbefriedigend.

    Außerdem kann ich durchaus verstehen, dass man sich Sorgen darum macht, von einer Nebenwirkung betroffen zu sein, auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist. Ich verstehe auch, dass man in der derzeitigen Situation das Risiko gefühlsmäßig massiv überschätzt.

    Ich versuche nur, die Sache mit der "eigenen Haftung" in einen Zusammenhang zu stellen. So wie hier darauf rumgeritten wird, dass es keine staatliche Haftung für Impfschäden gibt, könnte man meinen, das wäre etwas Ungeheuerliches und Ungewöhnliches. Ist überhaupt nicht. Wenn man darüber so diskutiert, klingt das viel bedrohlicher als es ist. Wenn man sein Auto aus der Autowerkstatt abholt, die Rechnung bezahlt und der Meister sagt zu einem "ok, hier sind die Schlüssel. Aber dran denken: Wenn Sie jetzt damit los fahren, ist das Ihr eigenes Risiko!". Dann bekommt man sofort ein mulmiges Gefühl. Obwohl das in der Realität immer so ist: Bei jeder Fahrradfahrt, bei jeder Autofahrt, bei jeder Ibuprofen-Tablette, die ich mir einwerfe, gibts keine staatliche Haftung für Unfälle und Nebenwirkungen, sondern das ist mein eigenes Risiko. Wenn ein anderer Schuld hat, haftet der vielleicht noch, sofern man es beweisen kann und er nicht abhaut, aber die üblichen Nebenwirkungen von einer Erkältung, weil man zu ungünstig angezogen war, über Muskelkater bis hin zu schweren Verletzungen durch selbstverschuldete Unfälle trägt man sämtliche Risiken an Nebenwirkungen, die durch so eine Fahrt auftreten können, selbst. Wenn ich vom Fahrrad falle, weil ich auf Laub ausrutsche, gibts auch keine staatliche Haftung. Oder noch näher an dem Impfproblem: Jede einzelne Nebenwirkung jeder einzelnen medizinischen Behandlung, der man sich unterzieht, geht auch auf eigenes Risiko. Der Arzt haftet, wenn er was falsch gemacht hat (und man ihm das auch beweisen kann). Aber die Nebenwirkungen, die einfach bei jeder medizinischen Behandlung auftreten können, von der Blutentnahme bis zur Herz-OP, sind immer das persönliche Risiko des Patienten. Das ist der *Normalfall*.

    Bei jeder Darmspiegelung besteht das Risiko, dass man dran verreckt, und das ist übrigens sehr viel höher als das Risiko, an einer AstraZeneca- oder Johnson&Johnson-Impfung zu verrecken. Selbst bei korrekter Durchführung durch den Arzt kann man da dran verrecken oder zum Pflegefall werden. Persönliches Risiko. Jede einzelne Behandlung, die ich in meinem Job täglich mache, läuft auf Risiko des Patienten. Ich sag nur nicht jedesmal dazu "also wenn Sie jetzt ne Nebenwirkung dieser Behandlung bekommen, dann ist das übrigens Ihr eigenes Risiko!". Den Satz mit dem "eigenen Risiko" sage ich nur, wenn ich irgendwas, was der Patient will, unvernünftig finde. Eben weil diese Aussage Angst macht und ich demjenigen ganz klar machen will, dass da was Ungewolltes passieren kann oder für mich geradezu erwartbar ist und (so hoffe ich zumindest) nur er daran am Ende leidet. Jede einzelne Entscheidung, die man im Leben trifft, von dem Saft den man trinkt über die Wahl der Schuhe, die man anzieht, jede Tablette, die man sich einwirft, jede medizinische Behandlung - bei all dem gehen jegliche Nebenwirkungen, egal ob am Saft verdorbener Magen, die Treppe runterfallen oder irgendeiner typischen Nebenwirkung einer medizinischen Behandlung, all diese Risiken und Nebenwirkungen gehen voll zulasten des Einzelnen. Wenn man sich für eine Darmspiegelung entscheidet, dann wird einem erzählt, was dabei alles passieren kann, eins der Standard-Risiken ist eine Verletzung der Darmwand (Perforation), wodurch Darminhalt (inkl. der Bakterien) in den Bauchraum gerät. Man kann nur hoffen, dass der Darmspiegelnde die Perforation sofort bemerkt, dann kann man immerhin den Patienten direkt operieren und versuchen, zumindest das Loch zu reparieren, die Scheiße aus dem Bauch rauszuspülen und damit das Risiko, dass sich im Bauchraum eine lebensbedrohliche Entzündung ausbreitet, vermindern. Aber das Risiko besteht. Bei wirklich jedem einzelnen medizinischen Eingriff gibts Risiken. Man nimmt die inkauf, weil man sich einen Nutzen davon erhofft, der größer ist als das Risiko. So bei der Covid-Impfung auch. Bei jeder Art von medizinischer Behandlung erwischts irgendwann irgendwen, bei dem sich das statistische Risiko verwirklicht. Blöd. Aber auch da gibts keine staatliche Absicherung, die über die üblichen sozialen Absicherungen und die medizinische Versorgung hinausgeht.

    Bei kaum einer medizinischen Behandlung machen sich die Leute so viele Gedanken um mögliche Nebenwirkungen wie bei der Covid-Impfung. Einer Impfung gegen eine Erkrankung, die wirklich totale Scheiße ist. Ich habs inzwischen mit eigenen Augen gesehen und erlebt. Zum Glück nicht am eigenen Körper.

    Nochmal: Ich kann gut verstehen, dass man sich Sorgen macht, wenn von diesen Nebenwirkungen die Rede ist. Ich kann auch verstehen, dass man, wenn man die Wahl hat, lieber einen anderen Impfstoff will, bei dem diese Nebenwirkungen nicht berichtet werden, selbst wenn sie total selten sind. Wenn es um unterschiedliche Zeitpunkte geht, so ist es individuelle Auslegungssache, ob man sich lieber zeitnah impfen lassen will mit einem Impfstoff, der laut den Berichten ein höheres Nebenwirkungsrisiko hat, oder ob man sich länger dem Risiko einer Covid-Infektion aussetzt, aber dafür dann später den Impfstoff bekommt, mit dem man sich wohler fühlt. Will ich keinem vorschreiben, keinen verurteilen, egal welche Entscheidung er trifft.

    Von mir aus kann jemand auch sagen, dass die im Gegensatz zur Impfung mit einem anderen Impfstoff fehlende staatliche Haftung für Impfschäden für ihn "die Waage ausschlagen läßt". Ich finde es aber wirklich übertrieben, sich ausgerechnet daran so aufzuhängen. Jeder geht jeden Tag Dutzende andere Risiken ein, für die es auch keine staatliche Haftung gibt.

    Ich will mich wirklich nicht über irgendwen lustig machen oder jemanden als verrückt hinstellen oder was weiß ich. Es geht mir eher darum, Sorge zu nehmen bzw. mal den von mir empfundenen Boden der Tatsachen herzustellen.

    Zitat Zitat von Chisa Beitrag anzeigen
    ja, aber, sofern man eine hat, leistungen aus der berufsunfähigkeitsversicherung. das wäre bei einem impfschaden durch astra u60 wahrscheinlich nicht der fall.
    Warum sollte bei einem Impfschaden durch Astra U60 eine BU-Versicherung nicht zahlen? Da fällt mir überhaupt kein Grund ein. Wenn man als Nebenwirkung einer zulässigen ärztlichen Behandlung mit einem zugelassenen Medikament berufsunfähig wird, dann ist das doch ein Fall wie jeder auch.
    Geändert von bwlstudent (10.05.2021 um 15:54 Uhr)

  12. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    auch bei medizinischen behandlungen akuter krankheitszustände, was psychologisch (bin da bei bella) und auch von der faktischen ausgangsposition her etwas anderes ist als eine schutzimpfung, schaut man doch aber, ob es in dem jeweiligen fall eine bessere option gibt, oder? eine, die besser ist, weil mit geringerem risiko verbunden, weil sie schneller zu bekommen ist, weil sie ein höheres wirksamkeitspotential hat usw. ob das so ist, mag von fall zu fall unterschiedlich sein. eine kapselendoskopie kann in bestimmten fällen die der normalen darmspiegelung vorzuziehende variante sein, in andren fällen ist sie das nicht.

    und so ähnlich sehe ich das auch bei der coronaimpfung. hätte ich nun ein individuell sehr hohes risiko, mich mit corona anzustecken oder einen schweren/folgenreichen verlauf zu haben, würde aber trotzdem durchs raster der impfverordnung fallen und damit erst recht spät an eine mrna-impfung kommen können, könnte es gut sein, dass meine entscheidung anders ausfallen würde, haftungsproblematik hin oder her. ich habe das mit meinen ärzt:innen auch genau unter solchen aspekten besprochen und die haben mir gesagt, dass sie mich nicht, bzw. nur sehr ungern mit astra impfen würden. und das sind alles keine, die bei astra u60 komplette fundamentalopposition betreiben. unterm strich ist die haftungsfrage, weil es eben eine andere option gibt, ein aspekt von vielen. ich kann mir wirklich kaum vorstellen, dass das gros derer, die sich aktuell nicht mit astra impfen lassen wollen, das hauptsächlich wegen der haftungsfrage tun.

    dass es auch andere, nicht zwingende entscheidungen gibt, die mit einem nicht qualifiziert abgesicherten risiko versehen sind, ändert mmn daran nichts. sicher sind solche überlegungen hilfreich um das ganze ein bischen in perspektive zu rücken. aber man kann es ja auch so sehen: wenn ich schmerzen habe, kann ich natürlich blind ein ausreichend potentes schmerzmittel einwerfen, ich kann aber, bestenfalls, auch schauen, welches der von der potenz her ausreichenden und rechtzeitig zur verfügung stehenden mittel das für mich günstigste risiko-nutzen-profil hat. das ist genauso eine abwägung.

    zur sache mit der bu: kommt natürlich auf die genauen versicherungsbedingungen an, aber es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn eine versicherung sagen würde, dass man das, aufgeklärter maßen, bewusst auf eigenens risiko gemacht hätte, wo es eine risikoärmere und ohne frage abgedeckte alternative gab, und diese position durch die gesetzliche lage (relevanz der impfempfehlung) gestützt wird. und dass sowas nicht abgedeckt sei. vielleicht bin ich da zu pessimistisch, aber oft sind versicherungen nicht gerade die bamherzigen samariter und ich würde mich nicht wundern, wenn sie es so, selbst wenn das evtl. am ende nicht durchgehen sollte, zumindest versuchen würden sich rauszuziehen. irgendeine userin hatte hier die tage auch was dazu geschrieben, meine ich.
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  13. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    evtl. kommt hier gerade der übliche unterschied zwischen mediziner:innen und jurist:innen zur anwendung den medis wird eher beigebracht, im zweifel zu machen, damit sie in einer situation in der zeitnahes handeln erforderlich ist zumindest irgendwas machen und so, selbst mit ex post betrachtet nicht ganz idealem vorgehen, die chancen auf überleben/schadensminimierung auf jeden fall erhöht haben, wärend den jurist:innen eher eingebläut wird, alles lieber noch drei mal durchzuprüfen und auf mögliche probleme abzuklopfen um selbst nicht unnötig fehler zu machen. bei uns ist es ja deutlich seltener der fall, dass man nicht mal die zwei minuten hat, um etwas wichtiges nochmal zu überprüfen bevor man es in die welt setzt. ich denke, die durchschnittliche jurist:in ist etwas risikoaverser als der:die durchschnittliche mediziner:in. bzw., die bewertung der jeweiligen risiken ist wohl im schnitt unterschiedlich.
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  14. Addict

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Hm also bwlstudent, du hattest doch geschrieben, du würdest wohl auch eher AZ nicht nehmen an der meisten unserer Stelle (also um die 30, auf jeden Fall Ü60). Gepaart mit der Haftungsfrage, die ich hier auch zum ersten Mal gelesen habe, habe ich mich erstmal gegen AZ entschieden. Aber im Prinzip tu ich das jeden Tag, morgen sieht es vllt anders aus.
    Naja ich wüsste eh nicht, wo ich es herbekommen sollte jetzt aktuell.

  15. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Chisa Beitrag anzeigen
    zur sache mit der bu: kommt natürlich auf die genauen versicherungsbedingungen an, aber es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn eine versicherung sagen würde, dass man das, aufgeklärter maßen, bewusst auf eigenens risiko gemacht hätte, wo es eine risikoärmere und ohne frage abgedeckte alternative gab, und diese position durch die gesetzliche lage (relevanz der impfempfehlung) gestützt wird.
    Wenn man überhaupt eine BU hat
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  16. Ureinwohnerin

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Wenn man überhaupt eine BU hat

    i know! hab ich deshalb weiter oben schon erwähnt.
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  17. Urgestein

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Heute wollte ich nochmal bei einem Hausarzt anrufen - allerdings steht da jetzt auf der Webseite, dass man das bitte lassen soll, bis Ende August sind alle Kapazitäten voll, von Gruppe 3 kann sie niemand mehr aufnehmen und sie kann auch nur 24 Leute pro Woche impfen.

  18. V.I.P.

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Zitat Zitat von Skippyli Beitrag anzeigen
    Heute wollte ich nochmal bei einem Hausarzt anrufen - allerdings steht da jetzt auf der Webseite, dass man das bitte lassen soll, bis Ende August sind alle Kapazitäten voll, von Gruppe 3 kann sie niemand mehr aufnehmen und sie kann auch nur 24 Leute pro Woche impfen.
    Warum wolltest du das machen? Du hast doch schon einen zeitnahen Termin (Ende Mai)? Das ist doch echt bald, darum wundert mich dein Vorgehen.
    "Thanks, but I don’t really like to eat breakfast after lunch, it spoils my dinner."

  19. Urgestein

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Also, eigentlich eben, weil ich ursprünglich keinen Termin Ende Mai hatte, sondern Ende Juli (Ersttermin). Daher habe ich mich "registrieren" lassen bei Ärzten, wobei das letztendlich nur einer überhaupt gemacht hat.

    Hier wollte ich das nur erwähnen. Ich finde solche Infos generell frustrierend und wenn man da eben nicht gerade den passenden Arzt hat, dann Pech.

  20. V.I.P.

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    AW: würdet ihr euch eigentlich gleich impfen lassen,

    Ich glaube aber, dadurch dass viele Menschen sich bei verschiedenen Ärzten „registrieren“, geht es dann manchmal doch schneller als gedacht.
    „Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

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