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  1. V.I.P.

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    Frage Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Macht das hier jemand? Gibt doch hier einige ÖDler. Wie ich höre, wird vom Amt ja jetzt noch stärker in anderen Bereichen angefragt, ob man nicht im Gesundheitsamt aushelfen würde. Ich hatte jetzt auch schon mehrmals (glaube 2mal) Post, die mich ermuntern sollte, fürs Gesundheitsamt zu arbeiten.

    Ich glaube, das macht überhaupt keinen Spaß, besonders, wenn man im ÖD eigentlich anderes gewohnt ist. Da rumzutelefonieren ist vermutlich eine Mischung aus angemacht werden, nicht verstanden werden, komische Fragen gestellt bekommen und schwierige Fragen gestellt bekommen, für die es keine gute Antwort gibt. Vermutlich auch viele Diskussionen um "Unlogisches", während man selbst den ganzen Tag mit "Unlogischem" zu tun hat und schon mehr oder weniger blind dafür geworden ist, weil es eben so ist.

    Mich würde aber mal interessieren, wie es jemand empfindet, der das ganze im Moment tatsächlich macht. Bereut ihrs, euch gemeldet zu haben?

  2. Senior Member

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Bitte nicht zitieren:

    Eine Freundin von mir hat im April den Job gewechselt. Sie war Internistin in der Uniklinik und hat sich wegbeworben (vor Corona), weil ihr das mit 3 kleinen Kindern zu stressig war. Jetzt sitzt sie seit 1.4. im Gesundheitsamt und ist völlig am Ende und es ist eine totale Katastrophe. Immerhin sind die 20 zusätzlich eingesetzten Soldaten Notfallmediziner und gewohnt, viel zu arbeiten und machen ihren Job wohl ziemlich gut.
    Sie überlegt eigentlich nur noch, wie sie da schnellstmöglich wieder wegkommt.

  3. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Danke! Weißt du, was sie konkret besonders stört?

  4. Senior Member

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Dass alles so mühsam ist. Prozesse, Arbeitsanweisungen, Dokumentationen. Und laaangsam.
    Ihre Kolleginnen und Kollegen machen alle seit vielen Jahren verbeamtet einen Schreibtischjob und sie sagt, deren Einstellung zur Arbeit wäre schon etwas anders als wenn man aus der Uniklinik kommt.
    Und das, was du auch schon angesprochen hast: die Unlogik der Maßnahmen und Bestimmungen, mit der man selbst leben und arbeiten muss und sie dann noch anderen Leuten vermitteln und denen irgendwie so begründen, dass sie sich trotzdem hoffentlich an die Regeln halten. Sowas wie: warum werden die Schulkinder aus der Nachbarstadt nach 11 Tagen und negativem Test aus der Quarantäne entlassen, die aus der anderen Stadt aber nicht? Wieso müssen in Stadt A nur die Sitznachbar*innen in Quarantäne und in Stadt B die ganze Klasse trotz gleicher Regeln zum Tragen des Mundschutzes? (Das sind jetzt nur Beispiele, über die ich mit ihr gesprochen habe, weil es uns betroffen hat, es gibt ja quasi mehr Unlogiken als Logiken teilweise.)

    Nicht verstanden werden hat sie zum Beispiel als Problem nie erwähnt, dass einen Patient*innen nicht verstehen, hat man in der Klinik ja auch jeden Tag.

    Aber zum Aushelfen kann man das ja mal ausprobieren, vielleicht ist es manchmal auch ganz interessant.

  5. Newbie

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Eine Freundin hat das im Frühjahr am Infotelefon gemacht, sehr anstrengend, da alle sehr unsicher waren und auch extremer als normal. Jetzt macht es eine Bekannte, ÖD, die werden "ausgeliehen, berufen..." ist wohl viel zu tun, brauchen mehr Personen, ist besser organisiert, telefonieren, Briefe schreiben, eintüten.
    Wie schon beschrieben, manchmal komische Konstellationen, die erklärt werden müssen. Kann mir das für einen bestimmten Zeitraum ganz interessant vorstellen.

  6. Ureinwohnerin

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

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    Geändert von sora (30.10.2020 um 12:02 Uhr)

  7. Alter Hase

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

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    Geändert von stöckchen (29.10.2020 um 21:31 Uhr)
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  8. Regular Client

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen
    Macht das hier jemand? Gibt doch hier einige ÖDler. Wie ich höre, wird vom Amt ja jetzt noch stärker in anderen Bereichen angefragt, ob man nicht im Gesundheitsamt aushelfen würde. Ich hatte jetzt auch schon mehrmals (glaube 2mal) Post, die mich ermuntern sollte, fürs Gesundheitsamt zu arbeiten.

    Ich glaube, das macht überhaupt keinen Spaß, besonders, wenn man im ÖD eigentlich anderes gewohnt ist. Da rumzutelefonieren ist vermutlich eine Mischung aus angemacht werden, nicht verstanden werden, komische Fragen gestellt bekommen und schwierige Fragen gestellt bekommen, für die es keine gute Antwort gibt. Vermutlich auch viele Diskussionen um "Unlogisches", während man selbst den ganzen Tag mit "Unlogischem" zu tun hat und schon mehr oder weniger blind dafür geworden ist, weil es eben so ist.

    Mich würde aber mal interessieren, wie es jemand empfindet, der das ganze im Moment tatsächlich macht. Bereut ihrs, euch gemeldet zu haben?
    Ist das nur für Ärzte?
    Ich kann grad leider nicht in EZ arbeiten, weil es dank Corona keinen Bedarf gibt. Könnte bisschen Kohle aber dringend brauchen. Und bin im ÖD angestellt.

  9. Newbie

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Nein, es sind quer durch die Verwaltungsbereiche aus allen Abteiltungen Leute, es gibt ja verschiedene Aufgaben. Allerdings spätnachmittags und Wochenende.

  10. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    @Sophie: Danke erneut für die ausführliche Schilderung. So ein bißchen hatte ich diese Richtung schon vermutet, dass es diese Dinge sind, die sie anstrengen. Ich würde mit der Arbeitsweise im Gesundheitsamt wahrscheinlich auch nicht zurecht kommen. Ärztliche Tätigkeit an einer Uniklinik und Gesundheitsamt sind einfach zwei völlig unterschiedliche Sachen.

    Für mich kommt deshalb auch überhaupt nicht infrage, im Gesundheitsamt zu arbeiten. So ein bißchen reizt mich der Gedanke, sich das auf 450-Euro-Basis für 1-2 Tage im Monat anzutun, um neben dem Scheiß, der möglicherweise auf mich beruflich in nächster Zeit zu kommt, bißchen was Entspannteres zum Drüber-Lachen und Erzählen zu haben. Aber für "mein" Gesundheitsamt würde ich sowieso niemals freiwillig arbeiten, da müßten sie mir vorher mit Knast oder hohem Bußgeld drohen; kenne den Laden durch die beruflichen Berührungspunkte gut genug. In den nächsten Kreis zu fahren fände ich auch übertrieben. Und grundsätzlich habe ich natürlich das Risiko, dass sobald ein Gesundheitsamt jemanden mit meiner Ausbildung auf dem Schirm hat, ich auch der erste wäre, der dann doch zwangsweise für irgendwelche unangenehmen Aufgaben (in provisorischen Ersatz-Krankenhäusern, Pflegeheimen, was auch immer) abgeordnet wird, sofern der Kreis irgendwo plötzlich ärztliche Lösungen in einer in irgendeiner Weise völlig eskalierten Situation finden muß. Strategisch ist es vermutlich besser, etwas unter dem Radar zu bleiben. Ich muß ja eh (aus meiner Sicht nun wieder relativ wahrscheinlich) damit rechnen, vom Haupt-Arbeitgeber aus meinem gemütlichen Büro auf eine Intensivstation versetzt zu werden, auch wenn ich im Frühjahr komplett drumrum gekommen bin. Da wäre zwar ganz cool, auch Tage als Telefonist beim Gesundheitsamt zu haben. Aber das Risiko, dass in so einer Situation das Gesundheitsamt ebenfalls unangenehmen Bedarf für einen "richtigen Arzt" erkennt und mich irgendwo hinsteckt, wo ich erst recht nicht hin will, halte ich für höher, als die Chance, wegen Telefondiensten fürs Gesundheitsamt vor zusätzlichen Intensivdiensten bewahrt zu werden. Damit, dass ich notfalls auf Intensiv lande, habe ich mich inzwischen abgefunden.

    @Blauer_Engel: ich dachte, du studierst. Das RKI hatte im Sommer mehrere Stellen ausgeschrieben für eine befristete Festanstellung als Containment Scout am RKI mit "wohnortnaher" Abordnung ans Gesundheitsamt Lübeck, Ratzeburg oder Eutin. Kann sein, dass die Situation teilweise inzwischen auch durch Bundeswehr gelöst ist, die Lage ist im Moment ja sehr dynamisch. Aber wahrscheinlich insgesamt nicht besser als im Sommer. Hamburg hat letzte Woche nochmal nen Hilferuf bezüglich Ärzten veröffentlicht und sogar recht gutes Lohnangebot gemacht.

    Es gibt für Nicht-Ärzte drei unterschiedliche Modelle: Entweder Anstellung direkt beim Kreis oder Abordnung von der bisherigen Behörde oder Anstellung direkt beim RKI und vom RKI Abordnung an ein Gesundheitsamt. Nicht-Ärzte werden meines Wissens (wenn sie nicht von ihrer Behörde abgeordnet werden) nach TVÖD E5 bis E9 (je nach Qualifikation und Tätigkeit) bezahlt. Bei Abordnung von der Behörde bekommt man wohl das normale Gehalt einfach weiter. Tätigkeiten sind entweder Telefondienst oder Abstrichdienste oder Beratung / Kontrolle von Hygiene-Bestimmungen (z.B. in Betrieben). Alles eben auch je nach Qualifikation und so.
    Geändert von bwlstudent (29.10.2020 um 21:12 Uhr)

  11. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    @sora: Ja, bei mir wäre das (bisher) absolut freiwillig. Ich habe nur so allgemeine Post (als registrierter Arzt) bekommen. Den thread habe ich auch eher nicht gestartet, um mir selbst darüber klar zu werden, ob ich das machen will, sondern um zu hören, wie es Leute empfinden, die halt (im allgemeinen als Nicht-Ärzte) ans Gesundheitsamt abgeordnet worden sind.

    Habe mich letzte Woche mit einem Bundeswehr-Soldaten unterhalten, der für 2 Wochen nach Berlin geschickt worden war, das ziemlich lästig fand und froh war, erst mal wieder zurück in seiner Einheit zu sein.

  12. Regular Client

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen

    @Blauer_Engel: ich dachte, du studierst. Das RKI hatte im Sommer mehrere Stellen ausgeschrieben für eine befristete Festanstellung als Containment Scout am RKI mit "wohnortnaher" Abordnung ans Gesundheitsamt Lübeck, Ratzeburg oder Eutin. Kann sein, dass die Situation teilweise inzwischen auch durch Bundeswehr gelöst ist, die Lage ist im Moment ja sehr dynamisch. Aber wahrscheinlich insgesamt nicht besser als im Sommer. Hamburg hat letzte Woche nochmal nen Hilferuf bezüglich Ärzten veröffentlicht und sogar recht gutes Lohnangebot gemacht.

    Es gibt für Nicht-Ärzte drei unterschiedliche Modelle: Entweder Anstellung direkt beim Kreis oder Abordnung von der bisherigen Behörde oder Anstellung direkt beim RKI und vom RKI Abordnung an ein Gesundheitsamt. Nicht-Ärzte werden meines Wissens (wenn sie nicht von ihrer Behörde abgeordnet werden) nach TVÖD E5 bis E9 (je nach Qualifikation und Tätigkeit) bezahlt. Bei Abordnung von der Behörde bekommt man wohl das normale Gehalt einfach weiter. Tätigkeiten sind entweder Telefondienst oder Abstrichdienste oder Beratung / Kontrolle von Hygiene-Bestimmungen (z.B. in Betrieben). Alles eben auch je nach Qualifikation und so.
    Ich studier in Elternzeit
    Und wollte eigentlich seit September wieder 40% arbeiten.

    Für Abstriche etc. werden wir (Studis) häufiger angeschrieben, aber das lohnt sich finanziell genau null.
    Wenn der Zeitraum überschaubar ist, würde ich auch am WE arbeiten.

  13. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    joa, kannst ja mal bei den genannten Behörden anfragen. Die mir in den Schreiben genannte Bezahlung für ärztliche Aushilfen lag auch weit unter meinem derzeitigen Stundenlohn im regulären Job.

  14. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Die KV-Hotline (116 117) in Bad Segeberg sucht übrigens auch medizinisch vorgebildete Aushilfen fürs Call Center. Zahlt angeblich ziemlich gut.

  15. Stranger

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Eine Bekannte (mD, Kommune) wurde unfreiwillig abgeordnet und telefoniert nun den ganzen Tag Infektionsketten ab. Sie findet es nicht so toll - anstrengend und gleichzeitig inhaltlich total langweilig.

    In meiner Behörde wird wiederholt angefragt, ich weiß aber von niemandem, der sich gemeldet hat. Es würde mich sehr wundern, wenn jemand freiwillig geht, da wir überwiegend im hD und sehr spezialisiert tätig sind, sodass die eigene Arbeit bei Abwesenheit liegenbleibt.

  16. Ureinwohnerin

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen
    Die KV-Hotline (116 117) in Bad Segeberg sucht übrigens auch medizinisch vorgebildete Aushilfen fürs Call Center. Zahlt angeblich ziemlich gut.
    Was ich so von den KVs gehört habe, ist das organisatorisch und arbeitstechnisch aber sehr mit dem vergleichbar, was oben zum Gesundheitsamt geschrieben wurde :]
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  17. Member

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    Zitat Zitat von blauer_Engel Beitrag anzeigen
    Ist das nur für Ärzte?
    Ich kann grad leider nicht in EZ arbeiten, weil es dank Corona keinen Bedarf gibt. Könnte bisschen Kohle aber dringend brauchen. Und bin im ÖD angestellt.
    bei uns wurde in der unijobbörse tatsächlich nach studentischen aushilfen fürs gesundheitsamt gesucht, also rumtelefonieren, briefe schicken etc. verdienst waren 1400 im monat angegeben.
    das macht mich traurig und wütend und hungrig.

  18. V.I.P.

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    AW: Arbeiten fürs Gesundheitsamt

    mein arbeitgeber wurde von land gebeten, personal auszuleihen, um den öffentlichen gesundheitsdienst zu unterstützen. es gab wohl nicht genügend freiwillige meldungen, jetzt wurde ausgerechnet, wie viele vollzeitäquivalente der arbeitgeber benennen muss, und das auf die einrichtungen runtergerechnet. entscheidung bis montag.

    ich hab kurz überlegt, ob das wohl weniger nervig ist als mein job unter coronabedingungen. aber nach lektüre dieses threads kann ich mich wohl zurückhalten

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