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  1. V.I.P.

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    Frage Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Sagt mal, ist euch auch aufgefallen, dass die Leute, die man beruflich trifft (privat trifft man ja eh fast niemanden), inzwischen anfangen, einen vollzulabern?

    Ich dachte erst, ich bilde es mir ein, aber es ist echt auffällig. Bei Kollegen, die Single sind, ist es ja ziemlich schnell aufgefallen, dass die bei der Arbeit mehr Kontakt suchen, mehr reden, und teilweise hat man auch den Eindruck, dass sie anfangen, privatere Themen bei der Arbeit auszubreiten.

    Naja aber inzwischen habe ich schon das Gefühl, dass sogar wildfremde Leute, die man bei der Arbeit trifft, anfangen, sich mit einem unterhalten zu wollen. Ist das wegen der entschleunigten Arbeitswelt? Oder weil den Leuten allgemein die Kontakte fehlen? Oder liegts nur an mir, ich hab zu wenig zu tun und fange aus Corona-Langeweile Gespräche mit Leuten an, ohne es zu merken? Neulich kam hier der Typ vorbei, der immer die Feuerlöscher wartet. Das letzte Mal kam der, hat die Feuerlöscher mitgenommen, wollte seine Ruhe haben, hat die Feuerlöscher am Ende wieder aufgehängt, mir noch was von "ein Gehetze den ganzen Tag" erzählt und sich schnellstmöglich wieder vom Acker gemacht. Diesmal kam er an, hat sich um die Feuerlöscher gekümmert, und ich frag mich, wer das Gespräch eigentlich angefangen hat, ich muß zugeben, mir war langweilig, aber Tatsache ist, dass der Typ sich mit Maske in mein Büro gesetzt hat (wegen Corona konnte ich ihm keinen Kaffee anbieten) und mir ne halbe Stunde über die Feuerlöscherwartung erzählt hat. Mit den Briefträgern (wechseln bei uns dauernd) habe ich mich in den letzten Wochen auch schon paarmal unterhalten. Ich hatte eigentlich schon immer Hemmungen, sowohl privat als auch beruflich, den Briefträger irgendwie aufzuhalten, ich denk mir immer, die haben so ein großes Programm, das sie abarbeiten müssen, und die wollen wahrscheinlich (so wie ich) eh nur möglichst bald nach hause. Naja aber jetzt habe ich paarmal Briefträger angequatscht (aus Langeweile), und die steigen da merkwürdigerweise jedesmal voll drauf ein. Ich sag jedesmal nach so 2 bis 5 Minuten "ich will Sie nicht von der Arbeit abhalten", aber von denen kommt jedesmal "nönö", wir gehen vor die Tür, ziehen unsere Masken aus, halten 5 Meter Abstand, und dann reden wir über Corona, über deren Job, über meinen Job, oder wir lästern über die Menscheit im allgemeinen und im besonderen.

    Ich war nie so ein Smalltalk-Typ, und plötzlich hab ich das Gefühl, so viele Leute wollen sich mit mir unterhalten. Über Corona findet man eh immer einen Einstieg, und von da an gehts dann weiter. Mir ists egal, ich hab grad eh viel weniger zu tun als ich festgelegte Stunden habe, aber ich denk mir immer, bei den andern Leuten geht das doch alles von der privaten Freizeit ab!

    Empfindet das noch jemand im Moment so?

  2. Foreninventar

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Also ich werd ja hauptberuflich mit privatem scheiss vollgelabert, was definitiv noch zugenommen hat. Besonders Schülereltern erzählen mehr über sich, ihre Probleme im Bereich Beziehung, gesundheit, arbeit, einfach alles.

  3. Addict

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ja zu allem!
    Schon während der Zeit des ersten Lockdowns haben mich auch ganz viele Kunden und Geschäftspartner (ich arbeite im Kunstbereich, Tourismusregion) im Büro angerufen und gefragt, wie es mir geht, ob unser Touri-Ort jetzt super leergefegt ist und schwupp erzählten sie vom homeschooling, Kurzarbeit, dem Leben allgemein und ich dachte nur "Was passiert hier gerade?"

    Und so Wartungs, - Reinigungs oder IT-Leute kauen mir auch ein Ohr ab.
    Ich hab da kein Problem mit, so lange ich meine Arbeit nebenbei schaffe aber da ist schon ein deutliches Mehr an Mitteilungsbedürfnis und das, obwohl ich eh schon in so ner Laber-Branche arbeite.

    Einer unserer Stamm Postboten erzählt auch mega viel. Wieviele Pakete er heute auszufahren hat, wieviele es gestern waren, was die Katze macht usw ich bin immer kurz davor, mich auf die Treppe zu setzen, weil es episch wird. Ich mag das aber

  4. Foreninventar

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ich merke keinen Unterschied
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  5. Regular Client

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ja, ich bin selbst so

    Ich bin so himmelfroh über jeden Kontakt, den ich bei einem geschäftlichen Termin habe (und es sind seit Dezember seehr wenige) und rede dann schon mehr als sonst.

    Ich wurde aber tatsächlich auch schon von anderen Privateres gefragt, es wird sich halt öfter mal nach dem Umgang mit den Kita- und Schulschließungen erkundigt und dann auch aus dem Nähkästchen geplaudert
    Fällt schon auf, dass die Leute mitteilsamer sind als sonst.
    Ich mag das.
    let the good times roll.

  6. Senior Member

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Hier eher umgekehrt. Wir haben aber auch fast immer so viel zu tun, dass man kaum dazu kommt, mit der Kollegin mal privat zu quatschen. Die Übergaben sind wegen Corona so getaktet, dass immer nur eine vom Vordienst im Raum ist und man möglichst kurz gemeinsam im Raum sitzt, das ist auch total unkommunikativ. Früher haben wir wenigstens da mal ein bisschen gequatscht. Oder vor oder nach der Teambesprechung, die findet aber seit einem Jahr nur online statt.

  7. Addict

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Hier auch. Die Kunden sind am Telefon allecsooo gesprächig. Nervt etwas, wenn man selbst Stress hat.

  8. Urgestein

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ich merke nur vermehrt, dass die griesgrämigen Kolleginnen plötzlich nett sind und sich unterhalten wollen. Ich will aber eigentlich immer lieber weg, weil ich keine „unnötigen“ Kontakte pflegen möchte. Bei uns kann man aber auch nicht mal eben rausgehen und wenn man sich über 5 m hinweg unterhält, bekommen es auch die 10 anderen in ihren Einzelbüros noch mit.
    Mit den sonstigen beruflichen Kontakten tauscht man sich telefonisch mal übers Homeschooling aus oder ob eine Mutter Kind-Kur nach dem Mist sinnvoll wäre. Das geht inhaltlovj über den Smalltalk hinaus, den man früher gepflegt hat, aber es ist nicht mehr. Die Postboten und die Reinigung kommt momentan zu Zeiten, in denen sonst niemand im Büro ist. Wir sollen uns aus dem Weg gehen.
    Ich bin erst seit einer Woche zu 50 % der regulären Arbeitszeit im Homeoffice und zumindest momentan noch dankbar, weniger Quatsch hören zu müssen als sonst. Naja, stimmt nicht ganz. Die Kinder reden ununterbrochen, aber das ist coronaunabhängig.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  9. Ureinwohnerin

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Bei mir sind alle netter geworden. Also echt. Und auch auf ne okaye Art ehrlicher. ‚Und wie isses?‘, wird jetzt mit einem ‚Willst du’s echt wissen? Naja also mein Kind hat es irgendwie geschafft die PowerPoint für die Konferenz zu öffnen und Vierjährigen Grammatik reinzutippen statt der Zielzahlen. Naja. So isses. Aber es wurde gelacht.‘, früher gabs nur ‚Muss ja.‘
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  10. Addict

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Hier auch netter, persönlicher und ehrlicher. Zum Glück in kleinen kurzen Gesprächen ohne sich dauernd festzuschnacken.
    Jabiduttiperslikkenberg

  11. Regular Client

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Zitat Zitat von Ally Mc Beal Beitrag anzeigen
    Ich merke keinen Unterschied
    Ich auch nicht. Es ist eher sogar weniger, weil ich weniger oft im Büro bin und bei der Arbeit im Home Office diese Art der Gespräche einfach wegfällt.
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  12. Get a life!

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    ich bin zu 100% im HO, ich treffe 0 kolleg*innen (also ist ja schön, dass das so konsequent gemacht wird, aber langsam hab ich keinen bocj mehr auf HO, auch wenn ich weiß, dass das so alles richtig ist).

    gmitsch gmatsch gmotsch

  13. Member

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    Schämen AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Der Taxifahrer eben hat mir auf dem Handy ein Bild seiner Tochter gezeigt. Im Gesprächskontext, aber sehr wohl ungefragt. Weitere Details seiner Ehe inklusive. 10 Minuten Fahrt. Die Leute werden ganz schön gesprächig

  14. Junior Member

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Leute gesprächiger werden.

    Telefonisch ist mir das ja egal (und ich quatsche auch mal gerne mit ), aber wenn die Leute bei mir im Büro stehen und quatschen wollen, wimmel ich alles ab, weil mir das trotz Maske zu gefährlich ist.

  15. Senior Member

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ich bin glaube ich auch so. Nicht so sehr mit den Leuten, die mit mir zusammenarbeiten, aber ich smalltalke auf einmal in Geschäften viel mehr als vorher (= eigentlich gar nicht). Ich gehöre eigentlich auch zu den Leuten, die beim Haareschneiden eine Stunde lang schweigen, aber bei meinem einzigen Corona-Friseurinnenbesuch war ich eine Stunde lang eine normale Gesprächspartnerin, glaube ich
    edit: Spekulation gelöscht.

    hyper hyper

  16. Member

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Hier merkt man das nicht, aber wir haben halt auch vor Corona schon sehr viel Persönliches miteinander besprochen und wissen halt auch viel voneinander, so dass da nicht mehr wirklich viel Steigerungspotential war. Bei uns hat sich ja auch im Nähe- und Distanzverhältnis nichts geändert, weil das hier sowieso keinen Sinn macht.
    Ladies and gentlemen, take my advice: Pull down your pants and slide on the ice.

  17. Regular Client

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    ich bin zu 100% im HO, ich treffe 0 kolleg*innen (also ist ja schön, dass das so konsequent gemacht wird, aber langsam hab ich keinen bocj mehr auf HO, auch wenn ich weiß, dass das so alles richtig ist).
    Ja, so Wir schnacken schon auch über Teams mal, aber viel weniger, als es in echt wäre (da gehen wohl die meisten zusammen frühstücken und mittagessen und zwischendrinplaudern und so. Ich merke bei mir aber auch, dass ich z.B. viel lieber mit meinen Vermietern plauder als das normal der Fall wäre
    He promised you the world
    And now that same old world is just getting smaller

  18. V.I.P.

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ich telefoniere bei der Arbeit öfter mal mit Leuten, die gerade in Quarantäne sind und die reden dann schon ziemlich gern und viel.

    Und ich rede auch gern mit allen, seit ich so wenig Sozialleben hab.

  19. Ureinwohnerin

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ist bei mir auch so – also generell haben gefühlt alle mehr Redebedarf.
    Ich finde das recht normal und mag es auch. Aber ich war schon immer jemand, der ganz gerne redet, auch Smalltalk und vor allem gerne mit solchen Personen, die immer nur an einem vorbeihuschen (also Servicekräfte / Handwerker etc.)
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  20. Senior Member

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    AW: Sozialkontakte im Beruf & Corona

    Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, auch wenn es bisher wenig die Gelegenheit gab. Eigentlich habe ich mich immer für jemanden gehalten, der nicht viele soziale Kontakte braucht und das schnell anstrengend findet. Ich rede zwar auch sonst gerne aber eigentlich nur mit mir vertrauten Personen und war immer ein Smalltalkhasser bzw. habe mich damit auch nie wohl gefühlt, weil ich dachte, dass ich das nicht kann. Die Smalltalks haben aber total zugenommen und der Einstieg erfolgt dann immer irgendwie über Corona. Dann läuft es wie von selbst.
    Besonders deutlich habe ich es das erste Mal beim Telefonat mit der Vermieterin gemerkt. Die hatte ich seit dem Einzug nicht gesprochen und es sollte eigentlich nur ein kurzes organisatorisches Telefonat über die Kündigung werden. Das Telefonat dauerte dann eine Stunde
    "Am meisten lieben wir die Dinge, die wir nicht haben können.
    Wir sollten lernen zu verzichten, doch wir kriegen es nicht hin."

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