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  1. Inaktiver User

    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    hm, so rum hab' ich es gar nicht verstanden, da habt ihr recht.

  2. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Also klar meinte ich uns, meine Familie. Es gab genug Leute die sich mit so ner Bruchbude und Etagenklo abgefunden haben, "wir" halt nich...

    Meine Güte, hier werden schon wieder Grundsatzdiskussionen geführt...

    Ich kann doch nur für mich und meine Familie sprechen...

  3. Ureinwohnerin

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Ja, dass hier genau die Diskussionen wieder anfangen, fällt mir auch auf. Bin ich wahrscheinlich selbst Schuld dran.

    Also, meine Erlebnisse stellen natürlich auch Einzelfälle dar. Ich finde den Thread aber sehr hilfreich, um mir Luft zu machen über die Leute, die immer noch in den Grenzen von 1989 denken.

    So Sachen wie "Dit weeß ick nüch', dit war im Osten anders." bei einer 30-Jährigen muss man eigentlich einfach lachen. Wenn man so etwas aber ständig hört, kriegt man (oder vielleicht nur ich) schonmal einen Fön. Als wäre gerade 1991.

    Auch gut ist "Dit hat's im Osten nüch' jejeben." - genau, in den 80ern gab es das nirgends / in den 80ern war die Welt noch anders. Die Dinge hätten sich mit Sicherheit in der DDR anders entwickelt als im wiedervereinigten Deutschland, aber es wäre auch dort nicht mehr alles so wie 1985.
    "Die Pute ist vom Rücken und das Hähnchen ist vom Bauch."

  4. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Also wenns dich beruhigt: Mein Schwiegerrochen hat sich seit 1975 auch nicht weiterentwickelt. Das Haus sieht noch so aus, die Einstellung ist die Selbe und alles was wir tun, wohin wir verreisen wird mit ähnlichen Kommentaren versehen. Jeder Ausflug nach Bayern (Nachbarbundesland) wird mit merkwürdigen KOmmentaren versehen, als würden wir eine Weltreise machen.

    Fazit:

    Es gibt überall auf der Welt kauzige Menschen, die aufgrund irgendwelcher komischen Verschaltungen im Hirn anders denken als wir. Ich hab dazu auch schonmal einen Schwiegermutter-Hass-Thread aufgemacht, aber man muss irgendwann die Dinge einfach so nehmen wie sie sind. Ändern kann man die Menschen eh nicht mehr.

    Dafür gibts ja das Forum, damit man sich mal auskotzen kann. Letztlich muss ja jeder mit seinem Leben glücklich sein und wenn dich die Leute damit nerven, dann versuch so wenig wie möglich Zeit mit denen zu verbringen. Mehr kann man dann leider nicht tun.

    Ich bin zumindest nicht unglücklich damit, in der DDR meine ersten Lebensjahre verbracht zu haben. Ich fand es auch eine tolle Erfahrung diesen Umbrung life mitzuerleben, im Nachhinein läuft mir da immernoch ein Schauer über den Rücken - es war auf jeden Fall eine große Sache für mich. Aber irgendwann ist die Mauer in den Köpfen auch weg - spätestens in 2 Generationen...


  5. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    ,
    Geändert von Majbritt (21.11.2013 um 22:00 Uhr)

  6. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Ich denke, dass gerade in ostdeutschen Familien, die durch die Wende Nachteile erlebt haben/es so empfinden, kriegen die Kinder, die frühestens Ende der 80er geboren sind, natürlich die ganze Sentimentalität usw der Eltern mit, ohne selbst den Realitätsabgleich machen zu können.

    Und da kommt dann sowas raus, dass meine ehemalige Mitbewohnerin (1989 in Brandenburg geboren, studiert Deutsch und Geschichte auf Lehramt) mal meinte, die DDR sei ja keine richtige Diktatur gewesen. Mir ist erstmal alles aus dem Gesicht gefallen und ich musste erstmal Gift und Galle spucken, was das denn war mit Bevölkerung einsperren und diesen "Wahlen" und so nem Geheimdienst und Leuten die Kinder wegnehmen und selbst nicht-Oppositionelle nicht zum Begräbnis des Vaters in die BRD lassen und Schießbefehl und Zensur, ich weiß nicht, ob ich mit dem Ausbruch bei ihr angekommen bin.
    Die schimpft im Übrigen auf niemanden.

    Umgekehrt denke ich, dass im Westen viel zu wenig, um nicht zu sagen, in der Öffenltichkeit und explizit eigentlich GAR NICHT, gewürdigt wurde, dass 16Mio Menschen ihr Heimatland unterm Hintern weggezogen wurde und über Nacht alles anders war und ANDERE wussten, was richtig und was falsch ist, auch wenn man selbst dort immer gelebt hat. Hab mal (über die ehemalige Grenze in die Unistadt fahrend) an einem 3. Oktober ein Interview mit Marianne Birthler gehört, die sagte, auch wenn man in seinem Elternhaus gelitten hat, ist es das einzige Elternhaus, das man hatte, und man feiert nicht, wenn es abbrennt.

    Sehr gut auf den Punkt gebracht hat das Gerhard Gundermann, Baggerfahrer und Liedermacher aus der Lausitz, der zeitlebens Sozialist war, aber mit dem DDR-Regime überworfen, weil er sich nicht verbiegen konnte - nachdem er vorher auch mal Offiziersanwärter war, leider ist er 1998 schon gestorben.

    Straße nach Norden
    Komp. Gerhard Gundermann
    Text: Gerhard Gundermann

    Zuerst komm ich in Schwarze Pumpe über`n Berg
    und da schimmert in der Sonne das nagelneue Kraftwerk.
    Das sieht aus als ob ein UFO hier gelandet wär,
    es glänzt wie gelogen und passt hier nicht richtig her.
    Nebenan verdienten einst vierzehntausend ihr Brot,
    die sind vom Wind verweht und die alte Dreckschleuder ist tot.

    Vom Winde verweht ist auch der Ruß, die ganze dicke Schicht,
    heute verheizen sie ihr Giftmüll und das Gift,
    das sieht man nicht.

    Und ich sehe auf der Straße nach Norden,
    dieser Teil der Welt ist anders geworden,
    ich schwimme mittendrin in meinem alten Hemd,
    gehöre noch dazu und bin schon ziemlich fremd.

    Und ich frag mich, was ich bin,
    was ich war, in der Suppe das Salz oder das Haar,
    ich schwimme mittendrin in meinem alten Hemd,
    gehöre noch dazu und bin
    schon ziemlich fremd.

    In Cottbus komme ich dann auf die nagelneue Autobahn,
    und da bin ich wie der
    Blitz in Lübbenau und Vetschau ran,
    die warn kaum vom Netz,
    da ham`se schon die Schornsteine gelegt,
    es hätt` ja können sein,
    das sich`s noch einer überlegt.

    Am Lübbenauer Dreieck LKW an LKW,
    die gehören eigentlich zu einer feindlichen Armee,
    so sah der Gegner aus in meinem Offiziersbewerberbuch,
    und nun kommen die vom Einsatz aus dem Oderbruch.

    Und ich seh auf der Straße nach Norden ...
    ...gehöre schon dazu und bin
    noch ziemlich fremd.

    Ich hab ein schönes Auto,
    da muss ich nicht mehr drunter liegen,
    und das Autoradio von diesem Auto kann einhundert Sender reinkriegen,
    doch die Songs bei denen ich meine Unschuld verlor,
    kommen in dem Autoradio nicht mehr vor.

    Und ich seh` auf der Straße nach Norden ...

  7. Urgestein

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Hm, ich bin 27 und mir fällt kein Unterschied zwischen meinen gleichaltrigen west- und ostdeutschen Freundinnen auf außer einer: die aus dem Osten haben weniger Hemmungen, nackt baden zu gehen.

  8. Stranger

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Bei jungen Leuten in meinem Alter bis ca. 30 Jahre ist dies selten noch Thema. Bei der Generation meiner Eltern ist das jedoch schon noch "drin", ich denke die eigene Biographie spielt da eine wichtige Rolle.

  9. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Zitat Zitat von Mohnstreusel Beitrag anzeigen
    Bei jungen Leuten in meinem Alter bis ca. 30 Jahre ist dies selten noch Thema. Bei der Generation meiner Eltern ist das jedoch schon noch "drin", ich denke die eigene Biographie spielt da eine wichtige Rolle.
    Wo und woher bist Du denn? Ich hab als Studentin in einer Unistadt wenig mit Nichtakademikern zu tun, in den wenigen vorhandenen Kontakten fallen mir (auch im Vergleich zu Nichtakademikern in meiner Heimat, das ist also kein Schichtartefakt) schon stärkere Unterschiede auf, auch bei Leuten, die nach der Wende geboren sind. Die haben ja auch noch voll ostsozialisierte Eltern.

  10. Stranger

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    Schämen AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Interessante Diskussion. Meine Wahrnehmung ist folgende: Die Wessis (ich benutze mal Ossi und Wessi, auch wenns nicht so schön ist), die nach der Wende in den Osten kommen, hatten zum Teil schon krasse Vorurteile: als ich 2000 angefangen habe zu studieren (komme aus Leipzig, habe da auch studiert), hatte ich eine Kommilitonin, die aus Nürnberg kam. All ihre Freunde haben es als Zumutung empfunden, dass sie im Osten studieren musste (ZVS), wo es ja noch nicht mal fließend Wasser gäbe und wir noch in ein Erdloch in den Garten sch****. Ich habe gedacht, ich spinne, als ich das gehört habe. Wenn man sich sowas dann vielleicht öfter anhören muss, vor allem von Menschen, die noch nie hier waren, dann kann man schon nen Hals bekommen. Auch den Begriff "Dunkeldeutschland" habe ich erst vor ein paar Jahren kennengelernt, aber kürzlich in einem Forum gelesen, da fühle ich mich persönlich schwer angepisst.

    Genauso kann ich aber Wessis verstehen, die sich immer wieder anhören müssen, dass sie arrogant oder sonst etwas sind und damit die Ignoranz einiger Zeitgenossen ausbaden müssen.

    Mein ganz persönliche Meinung / Erfahrung: Die meisten Menschen in meinem persönlichen Umfeld sind Ossis. Meine besten Freundin kommt aus Hessen, ist vor 10 Jahren freiwillig nach Leipzig gekommen, war 3 Jahre weg und wohnt jetzt wieder da - freiwillig - also so schlimm kann es für sie nicht sein, so unter den Ossis

    Ich wohne seit 3 Jahren in Berlin was ja irgendwie ne neutrale Zone ist, weil du hier einfach Leute von überall hast. Mein Freund ist Hesse (...die Hessen habens mir angetan) und durch ihn habe ich noch mehr kennen gelernt. Mein Fazit: Ich finde die Diskussion, die hier einige beschreiben sinnfrei und ätzend (Verallgemeinerungen sind generell ja nicht so schön) aber man merkt Unterschiede zwischen Ossis und Wessis. Das Selbstbild ist verschieden. Die Westdeutschen, die ich kenne, sind mehr von sich überzeugt, teils mit einem leichten Hang zur Arroganz (die nachlässt, wenn man sich besser kennt) und gern auch ein wenig verklemmt. Ossis sind oft unsicherer, aber auch lockerer und unverkrampfter. Es kann aber auch sehr, an der speziellen Region liegen. Während die meisten Menschen, die ich aus Leipzig und Berlin kenne, eher kulturell, hedonistisch und lebenskünstlerische Mentalität haben, sind die Wiesbadener (vor allem die Eltern meines Freundes und der Freunde von ihm) teilweise recht snobbisch. Geld und Karriere spielt da so eine große Rolle, wie ich das von meinem Eltern gar nicht gewohnt bin. Ich finde das ein wenig traurig, liegt aber meiner Meinung nach auch eher an der Stadt / Gegend, als daran, dass es Wessis sind.

  11. V.I.P.

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    Im Groben würd ich Deine Charakterisierung schon teilen... Gerade die Unterschiede im Selbstbild sind ja auch leicht erklärbar, wenn zwei Generationen mehr (vor '45 war es nirgends auf der Welt weit he mit Individualität, zumindest nicht als Konsens) in einem totalitären, also antiindividuellen System aufgewachsen ist, du bist nichts, dein Volk bzw. das Kollektiv/der Sozialismus ist alles, werden Kinder dieser Familien anders erzogen...

    Für die Vorurteile meiner westdeutschen Klassenkameraden (hallo? 1984 30, in Worten DREISSIG, Kilometer von der Grenze geboren und im Jahr 2004 oder auch 2012 immer noch nicht "im Osten" gewesen, aber schlecht darüber reden???) hab ich mich schon bevor ich aus eigenem Wunsch an eine ostdeutsche Uni gegangen bin immer fremdgeschämt und insofern ich hier Familie hab, auch indirekt persönlich angegriffen gefühlt. Unwissen ist einfach immer das größte Problem.

  12. Ureinwohnerin

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    AW: Wessis im Osten // Ossis im Westen

    ich hab manchmal das gefühl, diesen coolness-panzer, den viele "wessis" haben, bis sie jemanden besser kennen, haben "ossis" nicht so. das, was man dann vielleicht auch arroganz nennt. bloß keine gefühle und keine schwächen zeigen, bis man weiß, dass man es "darf". umgekehrt wirken "ossis", finde ich, manchmal unsouverän, eben weil sie diesen panzer nicht so haben und eher offen zeigen, wie ihre gefühlslage gerade aussieht.
    ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll.

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