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  1. Newbie
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    Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Ich wundere mich derzeit immer wieder über Aussagen und Erfahrungen bzgl. des Stillens. Sätze wie "Ich habs einmal versucht, aber es ist nicht genügend Milch gekommen", "Ich habs 2 Stunden versucht, Baby mag die Brustwarze aber nicht nehmen".....höre ich immer wieder. Ich hab das Gefühl, dass keiner mehr stillt, bzw. es vorschnell aufgibt. Ich möchte hier keine Diskussion über Vor- und Nachteile des Stillens starten, das muss jeder selber wissen. Aber ich möchte unbedingt stillen und mache mir nun Gedanken, ob es wirklich so schwer bzw. problematisch ist, oder ob die Bekannten in meinem Umfeld es einfach nicht lange genug probiert haben...

  2. Alter Hase Avatar von stöckchen
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Ich kenne fast mehr Frauen, die große Probleme am Anfang des Stillens hatten als solche, bei denen es ganz problemlos klappte. Die allermeisten haben trotzdem durchgehalten. Also ja, es ist oft schwer aber man kann die Schwierigkeiten oft überwinden, wenn man es unbedingt schaffen will.
    Schwierig finde ich, wenn eine Frau sich unter Druck fühlt, es schaffen zu müssen. Ich finde es total legitim, wenn eine Frau sagt, dass sie das nicht packt und zur Flasche greift. "Du hast doch bloß zu früh aufgegeben" ist so ziemlich das Fieseste, was man einer Mutter in dem fragilen Gemütszustand nach einer Entbindung sagen oder auch nur zu verstehen geben kann. Ich finde es schon anmaßend, das auch nur zu denken. Denn jede will für ihr Kind das Beste und das kann auch sein, dass man das Stillen zu Gunsten einer besseren Mutter-Kind-Beziehung aufgibt. Das kann kein Aussensteher bewerten. Insofern finde ich Deine Wortwahl hier schon recht grenzwertig.

  3. Newbie
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Danke für deine Antwort. Ich habe es absolut nicht negativ gemeint, sorry, wenn das so rübergekommen ist!!!!! Mir ist klar, das Stillen am Anfang kompliziert sein kann und auch mit großen Schmerzen verbunden sein kann. Ich frage mich nur, ob es wirklich so oft einfach nicht funktioniert (weil das Baby die Brustwarze nicht nimmt, weil keine Milch kommt, etc....), und es wirklich so viele Fälle gibt, wo stillen gar nicht funktioniert, oder ob manche (meine Bekannten meine ich damit speziell) dann eben sagen "gut, wenns nichts gleich klappt, dann geb ich Fläschchen, ist ja auch ok". Ich hoffe, ich konnte es nun etwas besser formulieren!

  4. Enthusiast Avatar von WisePumpkin
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Stöckchen, das sehe ich genauso.

    Camille, ich bemühe mich seit fünf Wochen darum, meinen Sohn zu stillen. Wir haben dabei nicht nur Startschwierigkeiten, sondern echte Probleme. Das ist traurig, anstrengend und teilweise einfach nur frustrierend. Aber ich will unbedingt und versuche es weiter. Ich finde es unverschämt wie über Mütter geurteilt wird, die nicht stillen können oder wollen. Dafür gibt es sicher immer einen berechtigten Grund!
    Die Beispiele, die du anführst, sind doch total übertrieben, oder?!

  5. Senior Member Avatar von no.choice
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von stöckchen Beitrag anzeigen
    Ich kenne fast mehr Frauen, die große Probleme am Anfang des Stillens hatten als solche, bei denen es ganz problemlos klappte. Die allermeisten haben trotzdem durchgehalten. Also ja, es ist oft schwer aber man kann die Schwierigkeiten oft überwinden, wenn man es unbedingt schaffen will.
    Schwierig finde ich, wenn eine Frau sich unter Druck fühlt, es schaffen zu müssen. Ich finde es total legitim, wenn eine Frau sagt, dass sie das nicht packt und zur Flasche greift. "Du hast doch bloß zu früh aufgegeben" ist so ziemlich das Fieseste, was man einer Mutter in dem fragilen Gemütszustand nach einer Entbindung sagen oder auch nur zu verstehen geben kann. Ich finde es schon anmaßend, das auch nur zu denken. Denn jede will für ihr Kind das Beste und das kann auch sein, dass man das Stillen zu Gunsten einer besseren Mutter-Kind-Beziehung aufgibt. Das kann kein Aussensteher bewerten. Insofern finde ich Deine Wortwahl hier schon recht grenzwertig.
    !
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  6. Newbie
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    WisePumpkin, mich haben die angeführten Beispiele auch sehr verwundert. Deshalb auch der Thread. Und bitte nicht falsch verstehen, ich meine das nicht negativ! Aber da ich überhaupt noch keine Ahnung vom Stillen hab, würde mich eben z.B. interessieren, ob es Babys gibt, die einfach nicht an der Brust trinken, egal was man macht?! So wie eben die eine Bekannte erzählt hat. Und ich möchte sie damit nicht verurteilen, ich will nur wissen, ob es viele Babys gibt, bei denen das so ist!

  7. Addict Avatar von gier-affe
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    obwohl ich immer auf der "alles nach gefühl-schiene" gefahren bin, war das stillen am anfang nicht leicht. um milchmenge habe ich mir nie gedanken gemacht. ich habe mir immer gedacht, dass die natur das schon regeln wird. ich hatte ehr probleme mit ansaugschmerzen (nach 12 wochen wurde es besser, die ersten 12 wochen liefen immer tränen), brustentzündungen und einem kind, das die ersten sieben wochen nachts quasi nur an die brust wollte. dementsprechend ging es mir. das war schlimm, solche schmerzen über so lange zeit ertragen zu müssen. ich war oft kurz vorm aufgeben. meine hebamme sagte dann: "du sollst nicht stillen, weil du denkst, dass du stillen mußt. du sollst stillen, weil du es willst!"
    sie war bereit mir jederzeit beim abstillen zu helfen und auch mein mann stand hinter mir. aber irgendwie wollte ich dann nicht aufhören. der druck stillen zu müssen, weil man das so macht, war weg. dann wurde es langsam besser. letztlich habe ich sechs monate voll gestillt und nach acht monaten hatte ich abgestillt. mittlerweile fehlt es mir etwas und ich habe die stillzeit ab 12. woche auch sehr genossen. und ich bin auch stolz, dass ich durchgehalten habe, weil mir das viel gegeben hat.
    trotzdem kann ich jede frau verstehen, die sagt, sie konnte nicht mehr. aus was für gründen auch immer.

  8. Senior Member Avatar von Langspielplatte
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von stöckchen Beitrag anzeigen
    Ich kenne fast mehr Frauen, die große Probleme am Anfang des Stillens hatten als solche, bei denen es ganz problemlos klappte.
    Erlebe ich auch so und sagte z.B. auch meine FÄ bei der Nachuntersuchung.

    Ich selber hatte große Probleme mit dem Stillen. Es war wohl die Kombination aus langsam anlaufender Milchproduktion, einem viel schlafenden Baby und einer Hebamme, die dem Zufüttern sehr zugetan war. Und den fragilen Gemütszustand, von dem stöckchen schreibt, darf man wirklich nicht unterschätzen! Bei mir ging alles bergab nachdem meine Hebamme an Tag 3 nach der Geburt meine Brust abgetastet hat und meinte "Nee, so fühlt sich eine Brust mit Milcheinschuss nicht an. Ich glaub da kommt nicht viel!"
    Klingt erstmal eigentlich nicht so schlimm (zumal ich in der Theorie viel über das Stillen wusste und mir klar war, dass das eigentlich Quatsch ist), aber bei mir hat dieser Satz eine riesengroße Panik ausgelöst. Das ist vielleicht für Nichtmütter (oder auch Mütter ohne entsprechende Probleme) schwer nachvollziehbar, aber diese Angst davor, dass mein Kind nicht satt wird, nicht genug zunimmt, nicht kriegt was es braucht, hat mich tagelang wirklich völlig gelähmt. Und so wurde es natürlich erst recht nichts mehr mit einer entspannten Stillbeziehung, zumal meine Hebamme offensichtlich Schwierigkeiten damit hatte, dass ich ihre Zufüttertipps nichts so angenommen habe wie sie es für richtig hielt und sie mich mit ziemlich heftigen Sprüchen über unterernährte Kinder, mangelnde Hirnentwicklung und Krankenhausaufenthalte unter Druck setzen wollte.

    Ich habe letztendlich die ganze Stillzeit über zugefüttert (das aber unter Anleitung einer Stillberaterin, die mir andere Methoden gezeigt hat und wirklich eine ganz tolle Unterstützung war!) und das langsam reduziert, als meine Tochter Brei gegessen hat. Mittlerweile ist sie über ein Jahr alt und ich stille immer noch. Wobei ich ehrlich sagen muss: Die erste Zeit wäre wohl deutlich leichter gewesen, wenn ich mich nicht mit diesem Gedanken, unbedingt stillen zu wollen, auch selber unter Druck gesetzt hätte.
    If you know you're feeling this spiritually, let me hear you say 'yeah yeah'

  9. Senior Member Avatar von no.choice
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von Camille1 Beitrag anzeigen
    Aber da ich überhaupt noch keine Ahnung vom Stillen hab, würde mich eben z.B. interessieren, ob es Babys gibt, die einfach nicht an der Brust trinken, egal was man macht?!
    willst du meine geschichte hören?
    bei mir ist es so, dass ich recht flache brustwarzen habe, die wohl nicht einfach zu fassen sind, außerdem hatte meine tochter eine zunächst unentdeckte blockade im nacken, so dass sie den kopf nicht richtig drehen konnte und deshalb schmerzen bei der stillhaltung hatte.
    es sah dann so aus: immer wenn ich sie anlegen wollte schrie sie meine brustwarze an und drehte den kopf weg. ich versuchte dann ihr die brustwarze irgendwie in den mund zu stecken und ihren saugreflex auszulösen. das dauerte dann meist ca. 10 minuten, bis sie tatsächlich andockte und mit dem saugen begann. ab da dauerte es ca. 2 minuten bis sie einschlief. ich versuchte sie dann zu wecken, denn satt war sie natürlich nicht und das spiel begann von vorne. besonders schön war, dass ich immer beim andocken große schmerzen hatte, was beim stillstart ja nicht ungewöhnlich ist. aber da das stillen quasi nur aus "andocken" bestand, habe ich nie schmerzfrei gestillt und deshalb regelrecht panik vorm nächsten mal bekommen.
    dazu kommt, dass meine milchproduktion nicht übermäßig war und unter diesen umständen dann auch gar nicht richtig in fahrt kam, denn dazu hätte meine tochter ausdauernder saugen müssen. und zusätzlich gehöre ich anscheinend auch noch zu den frauen, die nicht abpumpen können, denn als ich versuchte, die milchproduktion durch abpumpen anzuregen (manuell und elektrisch), kam nichts, obwohl genau spürbar war, dass in der brust sehr wohl was drin war.
    alles in allem war es ein unglaublicher stress für mich, meine tochter und mein ganzes umfeld. ich hab eigentlich nur noch auf der couch gesessen, umgeben von milchpumpe, brustkompressen, brustmassageölen, brustwarzensalbe usw. und hab geheult, weil ich mich in meinem ganzen hormonchaos auch noch für eine totale versagerin gehalten habe, denn schließlich bekomme ich es nicht hin, mein baby satt zu kriegen.
    die entscheidung fürs abstillen und für die flasche war dann zwar schwer, aber letztendlich eine erlösung.
    also ich denke ich hab vieles versucht, aber es sollte einfach nicht sein udn cih bin dankbar, dass es heutzutage mittel und wege gibt, ein baby auch ohne muttermilch zu ernähren.
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  10. Member Avatar von *Flöckchen*
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von Camille1 Beitrag anzeigen
    Aber da ich überhaupt noch keine Ahnung vom Stillen hab, würde mich eben z.B. interessieren, ob es Babys gibt, die einfach nicht an der Brust trinken, egal was man macht?! So wie eben die eine Bekannte erzählt hat. Und ich möchte sie damit nicht verurteilen, ich will nur wissen, ob es viele Babys gibt, bei denen das so ist!
    Ich weiss nicht, ob es viele Babys gibt, die einfach schlecht trinken und das Stillen somit sehr schwierig machen, aber es gibt sie. Bei meiner jüngeren Schwester war es so. Die hat als Baby immer nur an der Brust "genuckelt" und kaum was getrunken. Da kaum Nachfrage durch das Saugen des Baby entstand, hatte sie folglich auch immer weniger Milch...
    Mit mir hatte meine Mutter ein paar Jahre zuvor nie Probleme gehabt und konnte das gar nicht verstehen, warum das Stillen bei ihrem zweiten Kind so schlecht funktionierte.

  11. V.I.P. Avatar von cinnamongirl
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Mein Kind hat auch erst "nur" genuckelt. Vorher hätte ich nicht gedacht, dass man sein Kind "falsch anlegen" kann, aber das war bei uns das Problem. Irgendwann haben wir es dank der Hebamme doch hinbekommen und es hat mit dem Stillen geklappt.

    Ich denke das Problem ist oft einfach Unwissenheit. Wenn das Baby dann ständig an der Brust hängt und trinkt und nuckelt heißt es "das Kind wird nicht satt" und dann ensteht Angst. Man ist am Anfang so so unsichert und denkt, man kriegt sein Kind nicht satt.

    Dass das Kind öfter kommen muss, damit da eine größere Milchmenge produziert wird, das ist nicht bekannt. Wir haben oft Phasen gehabt, wo meine Tochter mir ewig an der Brust hing. Damit wird einfach die Menge reguliert.

    In der Generation meiner Mama war eine stillende Frau eine Seltenheit. Kein Wunder, denn in den Krankenhäusern bekam man sein Kind nur alle 4 Stunden zu gesicht. Hätte ich mein Kind am Anfang nur alle vier Stunden angelegt, wär bei mir wohl auch nie Milch geflossen.

  12. Member Avatar von Malaga
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Camille, wenn du gerne stillen würdest empfehle ich dir das stillbuch von Hannah lothrop. Das hat mir ganz viel Sicherheit gegeben.
    Und von Geschichten in denen es nicht geklappt hat, mit dem stillen würde ich mich nicht von vorn herein verunsichern lassen, jede Frau (und jedes Kind) ist anders.

  13. Senior Member Avatar von LuCkee
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    wichtig ist doch eher, dass du dich einfach mit deinem Baby beschäftigst. Lass dir im KH immer von einer Schwester beim anlegen helfen und falls vorhanden nutze die Stillberaterin.

    Ich kann dir nur eins sagen: nach meinen 2 Stillberatungen (jeweils 30 Min) ist sowohl mein Baby als auch ich fast perfekt im stillen. Ich hatte lediglich ein paar Tage wunde Brustwarzen, hab dann mit Stillhütchen gestillt und als das abgeheilt war kam nie wieder was. Ich weiß wir sind wohl eine ziemliche Ausnahme, aber das gibt es auch. Er ist einfach so ein super Baby und macht das ganz toll (verweigert sogar die Flasche).
    Also Kopf hoch und Brust raus

    Viele haben nicht die Geduld und das Wissen ums stillen. Das hat sich erst im Laufe der letzten Jahre gewandelt. Meine Bekannten die schon ältere Kinder haben <6 Jahre kennen Stillberaterinnen nicht. Und wenn dann noch doofes KH Personal dazu kommt, die jedem Kind gleich die Flasche in den Rachen schieben nur weil es mal weint, dann kommt es eben zu Stillirritationen und dann hat man den Salat.
    Ich hab zbsp mein Kind auch mal nachts abgegeben um ein paar Stunden zu schlafen ohne ständig zu gucken ob er noch atmet und hab einfach gesagt, dass wenn er Hunger hat sie mich rufen sollen oder falls sie ihn füttern bitte löffeln oder bechern. Da hat keiner gemeckert und meine Wünsche respektiert.
    "Die Öffentlichkeit hat eine unersättliche Neugier, alles zu wissen, außer dem Wissenswerten."

  14. Alter Hase Avatar von stöckchen
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Hier war es ähnlich wie bei No Choice. Eine Blockade hatte A zwar wohl nicht, aber er schaffte es lange nicht, richtig anzudocken und schrie und schrie und ich heulte bei jedem Andockversuch mehr. Vor Schmerz und Frust.
    Ich habe mich vom Umfeld (ohne dass es je ausgesprochen worden ist) aber doch unter Druck setzen lassen. Bis auf wenige Ausnahmen hatte da keiner Verständnis für meine Situation. Die Hebamme war schon echt gut und immer wenn sie ging, war ich sehr optimistisch. Aber sie hat mir auch nie gesagt "hey, ist nicht schlimm, wenn Du abstillst". Wir haben es zwar geschafft, aber ich hatte nie eine total unbelastete Stillbeziehung zu meinem Kind und konnte das Stillen vielleicht auch deshalb nie so 100% genießen. Ich fand es in erster Linie praktisch, mehr nicht. Irgendwie fiel dann auch eine Last von mir ab, als mein Kind mit 7 Monaten nur noch ein Mal am Tag trank und ich dann abgestillt habe.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  15. Newbie
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Vielen Dank für eure Antworten und Erfahrungsberichte!

  16. V.I.P. Avatar von Lupine
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von gier-affe Beitrag anzeigen
    der druck stillen zu müssen, weil man das so macht, war weg. dann wurde es langsam besser.
    Das find ich das Allerwichtigste.
    Ich stille gerne und zähle nun mit 16 1/2 Monaten zu den Langzeitstillenden. Und ich gehe so weit, zu sagen, dass ich ohne Bedenken und Probleme noch 1 Jahr oder so stillen möchte wenn meine Tochter will und die Arbeit es zulässt.

    Aber auch ich hatte Phasen, wo ich dachte, dass ich nicht mehr will und nicht mehr kann. Ich habe dann einmal sogar Pulvermilch gekauft. Einfach weil ich nicht mehr konnte. Das Wissen, jederzeit abbrechen zu können, ohne dass mein Kind hungert, hat mir enorm geholfen.

    Das unterschwellige "stell dich nicht so an, Frauen stillen schon seit Jahrtausenden, warum sollte es bei dir nicht klappen?" wie es in einschlägigen Langzeitstillgruppen und -foren verteten wird, nervt mich sehr.
    Ein beherztes "Toll, dass dein Kind wenigstens zweimal am Tag Muttermilch kriegt, keine Sorge, das ist völlig ok!" Oder "Spitze, dass du es 4 Wochen versucht hast. Das war ein toller Start fürs Immunsystem" oder eben "klasse, dass du Pre nach Bedarf gibst und dir so viel Kuschelzeit mit dem Kind dabei nimmst! Das ist wichtig für euch beide!" ist so viel mehr wert für die Emotionalität einer frischen Mutter als Stillen um jeden Preis!

    Ja, mit der richtigen Beratung (und daran scheitert es tatsächlich meistens) kann fast jede Frau stillen. Der Preis dafür ist jedoch unterschiedlich hoch. Und jede Frau hat das Recht, zu entscheiden, bis zu welchem Preis sie gehen möchte. Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das nicht endet, nur weil man plötzlich ein Kind hat!

    Aber ich schweife ab. Was ich sagen will: wenn eine Frau unter dem Druck steht, stillen zu müssen, arbeitet ihr Körper gegen ihr Selbstbestimmungsrecht. Denn das sagt "Müssen muss ich gar nichts".
    Und das ist extrem kontraproduktiv. Wenn eine Frau weiß "ich würde gerne,aber ich darf auch aufhören" und sich ganz frei vor jeder Mahlzeit entscheiden darf, ob sie stillt oder eine Flasche anrührt, hilft ihr das. Und ich bin davon überzeugt, dass diese gedanklich freien Frauen besser mit dem Stillen klarkommen als diejenigen, die panische Angst vor jeder Mahlzeit haben, weil ja dann das Stillen dringend klappen muss.

  17. V.I.P. Avatar von Lupine
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Das Stillbuch find ich auch klasse!
    Wenn du ein Bücherlesemensch bist, würde ich das anschaffen.

    Aber auch wenn nicht, würde ich mich vor der Geburt über die wichtigsten Hintergründe informieren.

    - Zu wenig Milch? - wie steigere ich am besten die Produktion?
    - Clusterfeeding. Nicht jedes Kind, das im 10-Minutentakt trinkt, bekommt zu wenig Milch!
    - Mythen über Stillen und Muttermilch (es ist kein 3 oder 4 Stundenrhythmus nötig, die Milch wird nicht wie Wasser nach 4, 6 oder 8 Monaten, ein Kind braucht nicht zwingend Beikost ab dem 4. Monat etc)

    Über Geburt und Säuglingspflege informiert man sich ja auch, da sollte Stillen für jemanden, der stillen will, den gleichen Stellenwert einnehmen.

  18. Member Avatar von *Flöckchen*
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Zitat Zitat von LuCkee Beitrag anzeigen
    Ich weiß wir sind wohl eine ziemliche Ausnahme, aber das gibt es auch. Er ist einfach so ein super Baby und macht das ganz toll.
    Also Kopf hoch und Brust raus
    So war es bei uns auch.
    Man hört natürlich oft und viel von Problemen beim Stillen. Wenns einfach gut klappt, braucht man das ja auch weniger zu thematisieren, da man keinen Austausch/ keine Ratschläge / keinen Zuspruch benötigt.
    Das Stillbuch hatte ich mir vorher zwar auch gekauft, es aber erstmal beiseite gelegt (bin keine Leseratte...). Verzichtet habe ich auf die vorsorgliche Anschaffung von Brustwarzensalbe & Kühlpads etc. Und außer einem leichten Ziehen und Spannen am Anfang hatte ich keinerlei Schmerzen. Mein Kind hat klasse getrunken und zugenommen und das Stillen hat einfach funktioniert.
    Lass es einfach auf dich zukommen!

  19. Newbie
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Danke, das sind echt gute Tipps! Ein Buch hab ich mir schon angeschafft und außerdem werde ich einen "Stillinfoabend" bei einer erfahrenen Hebamme besuchen. Dann bin ich schon mal, denke ich, gut vorbereitet.

  20. Alter Hase Avatar von aliní
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    AW: Stillen - ist es wirklich so "schwer"

    Manchmal in der Nacht denk ich, ich sollte lieber fliehen vor dir, solang ich es noch kann
    Doch rufst du nach mir, bin ich bereit dir blind zu folgen, selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir
    Manchmal in der Nacht gäb ich mein Leben her, für einen Augenblick, in dem ich ganz dir gehör
    Manchmal in der Nacht möcht ich so sein, wie du mich haben willst und wenn ich mich selber zerstör
    Ich hör eine Stimme, die mich ruft, ich spür eine Sehnsucht, die mich sucht



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