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  1. Addict Avatar von knuddelente
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    AW: Mein Schulkind

    Wir haben uns ganz bewusst, für eine Privatschule entschieden. Nicht weil wir glauben das die öffentliche Schule nicht gut ist, sondern weil wir das Angebot der privaten schule ansprechender finden.
    Ich war selbst auf dieser schule und habe nur gute Erfahrungen gemacht, für unsere Kinder haben wir uns eben auch dafür entschieden.
    Die Gemeinschaft, die Angebote außerhalb der reinen Wissensvermittlung, die Individualität, es gab so vieles was uns bzw auch meinen Mann überzeugt hat.
    Die Schule ist nicht direkt vor Ort,aber ich arbeite nicht weit entfernt und eine Verbindung mit den öffentlichen gibt es auch, so dass die Kinder wenn sie älter sind auch alleine fahren können.
    Ehrlich gesagt würde ich die Schule nicht nach privat/ öffentlich aussuchen sondern danach welche Schule vom Angebot passt (soweit aus finanzielle sicht ein Schulgeld möglich ist)

  2. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Mein Schulkind

    Ich kenne im direkten Umfeld keine Kinder, die zur Privatschule gehen. Es gibt hier viele Schulen, man kann sich also ein bisschen das Konzept aussuchen (sofern man einen Platz bekommt, es gibt auch seeeehr viele Kinder). Die Schulen im Umfeld haben alle einen guten Ruf, mein Kind ist erst seit wenigen Wochen da, aber ich bin bisher sehr begeistert.

    Edit: Großstadt, die Möglichkeiten sind durchaus da.

  3. V.I.P. Avatar von Ananasringi
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    AW: Mein Schulkind

    Bei uns (Großstadt im Osten) gibt es einen recht großen Run auf die Privatschulen. Neben den Eltern, die die jeweiligen Konzepte gut finden, leider auch von denen, die dort hinwollen, weil - sinngemäßes Zitat - da die Ausländer nicht hingehen. Wir hatten sowieso nicht vor, unser Kind auf eine Privatschule zu schicken, aber dieser Faktor lässt uns noch mehr Abstand davon nehmen.
    Herr Pisanelli! Herr Pisanelli!

  4. Foreninventar Avatar von schnaengs
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    AW: Mein Schulkind

    meine tochter geht seit wenigen wochen auf eine privatschule.
    bei uns sind es sowohl die mangelnden alternativen (man hat keinerlei wahl außer der sprengelschule und eben privatschulen) als auch das reformpädagogische konzept, das uns sehr zusagt.
    bisher sind alle total zufrieden.

    If Plan A doesn't work the alphabet has 25 more letters.


  5. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von Ion Beitrag anzeigen
    Ich kenne im direkten Umfeld keine Kinder, die zur Privatschule gehen. Es gibt hier viele Schulen, man kann sich also ein bisschen das Konzept aussuchen (sofern man einen Platz bekommt, es gibt auch seeeehr viele Kinder). Die Schulen im Umfeld haben alle einen guten Ruf, mein Kind ist erst seit wenigen Wochen da, aber ich bin bisher sehr begeistert.

    Edit: Großstadt, die Möglichkeiten sind durchaus da.
    Gibt's bei euch keine Sprengel? Hier kriegt man meines Wissens auf der Basis der Adresse eine öffentliche Schule zugewiesen und fertig (bzw. sonst muss man einen Antrag stellen, wie erfolgversprechend das ist, weiß ich nicht).

  6. Urgestein Avatar von Sternenratte.1
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    AW: Mein Schulkind

    bei uns wird es wahrscheinlich so laufen wie bei schnaegs
    πάντα ῥεῖ


    und jedem anfang wohnt ein zauber inne
    der uns beschützt und der uns hilft zu leben


    winter is coming

  7. Alter Hase Avatar von *Flower*Power*
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Gibt's bei euch keine Sprengel? Hier kriegt man meines Wissens auf der Basis der Adresse eine öffentliche Schule zugewiesen und fertig (bzw. sonst muss man einen Antrag stellen, wie erfolgversprechend das ist, weiß ich nicht).
    Abgesehen davon, dass ich den Begriff „Sprengel“ nur von Bym kenne: in meiner alten auch auch neuen Großstadt (nrw) haben sie seit Jahren die Einzugsgebiete aufgehoben und man kriegt keine Schule zugewiesen und hat keinen Platz sicher. Du „bewirbst„ dich (bzw dein Kind) an einer einzigen Schule im Herbst. Ob du da einen Platz bekommst erfährst du aber erst im Frühjahr. Wenn nicht, dann kriegst du einen neuen Anmeldezettel mit dem du dann zur nächsten Schule gehst und hoffst, dass die noch Plätze frei haben. Scheiss System. Oben es den OGS Platz gibt erfährt man wohl auch erst sehr knapp vor Schulbeginn.

  8. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Mein Schulkind

    Ja ich kenne den Begriff Sprengel auch nur von hier. Wir haben im Grunde freie Schulwahl, bei zu wenigen Plätzen geht es nach Geschwisterkindern, Förderbedarf und Abstand zur Wohnung. Die Schule soll aber wohl so etwa im Umkreis von 1-2km zum Wohnort liegen, darüber muss man es wahrscheinlich gesondert begründen? Weiß ich nicht genau.
    Ganztag haben bei uns alle Grundschulen (private weiß ich nicht), es gibt offenen, geschlossenen und teiloffenen Ganztag, mich haben die ganzen Konzepte aber nie groß interessiert, Hauptsache, das Kind ist gut versorgt, da ist mir egal, wie das Konzept dazu heißt.

    Edit: bei uns kann man bis zu 3 Schulen angeben beim Anmelden im Winter, das klappt dann normalerweise schon, denke ich. Habe zumindest noch von keinem anderen Fall gehört.
    Geändert von Ion (02.10.2019 um 05:45 Uhr)

  9. Senior Member
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    AW: Mein Schulkind

    Hier hat man auch freie Schulwahl, aber die Nähe zum Wohnort ist dann eines der Kriterien, nach denen die Kinder ausgewählt werden.
    Mein Sohn geht auf die nächstgelegene städtische Grundschule. Alternativ gab es noch eine katholische Grundschule noch ein bisschen näher. Wir haben uns letztendlich für die jetzige Schule entschieden, weil seine Freunde auch hingegangen sind und sie einen guten Ruf hat und einen netten Eindruck machte.
    Einen Betreuungsplatz haben wir aus Mangel an Plätzen aufgrund meiner Elternzeit nicht bekommen.

    Reformpädagogisch hätte es in der Stadt nur Waldorf gegeben, das kam nicht in Frage.

  10. Get a life! Avatar von Teddy01
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    AW: Mein Schulkind

    Ich dachte auch, dass es überall in der Grundschule zugewiesene Schulen gibt. Aber eigentlich ja klar, dass es überall anders geregelt ist.
    Bei uns gibt es nur eine Schule. Andernfalls müsste das Kind jeden Tag gefahren werden und das wäre schon ein Ausschlusskriterium für mich.
    S (21:22) :
    könnte mir vorstellen, dass er einfach gar nix denkt. wie alle männer

  11. Alter Hase
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von *Flower*Power* Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, dass ich den Begriff „Sprengel“ nur von Bym kenne: in meiner alten auch auch neuen Großstadt (nrw) haben sie seit Jahren die Einzugsgebiete aufgehoben und man kriegt keine Schule zugewiesen und hat keinen Platz sicher. Du „bewirbst„ dich (bzw dein Kind) an einer einzigen Schule im Herbst. Ob du da einen Platz bekommst erfährst du aber erst im Frühjahr. Wenn nicht, dann kriegst du einen neuen Anmeldezettel mit dem du dann zur nächsten Schule gehst und hoffst, dass die noch Plätze frei haben. Scheiss System. Oben es den OGS Platz gibt erfährt man wohl auch erst sehr knapp vor Schulbeginn.
    Und wenn man Pech hat, bekommt man dann gar keinen "Schulplatz" oder wie?
    Das System klingt jedenfalls sehr seltsam.

    Hier gibt es Schulbezirke, man kann aber Wechselanträge stellen, und das wird auch gemacht. In der Realität suchen sich also Eltern schon die Schule aus und hoffen, dass der Wechselantrag genehmigt wird. Wir haben das auch so gemacht, und es hat geklappt. Unsere "Sprengelschule" hat ein sehr spezielles (reformpädagogisches) Konzept, wo wir uns dagegen entschieden haben, das Kind geht also in die nächstgelegene "ganz normale" staatliche Schule.

    Hier gibt es auch einige Privatschulen (Waldorf, eine von Eltern gegründete, Montessori und eine evangelische im Umland). Ich kenne schon viele Kinder, ide da hingehen, also in gewissen Kreisen scheint es schon üblich zu sein, für sein Kind was besonderes abseits vom "normalen, staatlichen" zu wollen. Wir wollten das bewußt nicht.

  12. Fresher
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    AW: Mein Schulkind

    Ich denke mal dass liegt zum einen an dem steigenden Bewusstsein, dass das Schulsystem einfach ein großer Mist ist, und zum anderen daran, dass mit zunehmender Wohlfahrt mehr Leute sich das leisten können.

    Wenn man sich mal damit auseinander gesetzt hat wie Kinder lernen, dann ist es in meinen Augen kaum noch möglich sein Kind guten Gewissens auf eine normale Schule zu schicken. Das Schulsystem ist seit hunderten Jahren fast gleich geblieben, aber die Welt verändert sich in schwindelerrengender Geschwindigkeit.
    Und das Argument mit den Ausländern: Ich denke da geht es weniger darum, dass man Ausländer oder gewises Klientel nicht mag oder was gegen sie hat, sondern was das bedeuten kann: Dass die anderen Kinder einfach weniger guten Unterricht bekommen, weil zehntausend andere Dinge geklärt werden müssen. Ich war auch mal in einer Klasse mit gewissem Klientel. Die Hälfte des Schultages habe ich abgesessen und mich gelangweilt, weil nur geklärt wurde wer wen gehauen hat, wer seine Sachen vergessen hat, wer noch immer nicht in die Klassenkasse eingezahlt hat, wer noch Entschuldigungen abgeben muss, etc. Das hat sich alles ewig gezogen. Und wenn das geklärt war dauerte es noch ewig vis alle leise waren.
    Es gibt im Leben so viel zu entdecken, es gibt so viel Schönes und Spannendes, das Leben und die Kindheit sind so kurz, da würde ich meinen Kindern einfach wünschen, dass sie ihre Zeit besser verbringen als die in muffigen Schulen Zeit abzusitzen und Löcher in die Luft zu gucken

  13. Alter Hase
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von RelyOnAnything Beitrag anzeigen
    Wenn man sich mal damit auseinander gesetzt hat wie Kinder lernen, dann ist es in meinen Augen kaum noch möglich sein Kind guten Gewissens auf eine normale Schule zu schicken. Das Schulsystem ist seit hunderten Jahren fast gleich geblieben, aber die Welt verändert sich in schwindelerrengender Geschwindigkeit.
    Das stimmt doch schlichtweg nicht? In der staatlichen Grundschule meines Kindes gibt es ganz andere Lernformen als zu meiner Kindheit noch, es ist wirklich toll und modern, was die da machen. Woher hast du denn solche verheerenden Vorurteile?!

    Und das Argument mit den Ausländern: Ich denke da geht es weniger darum, dass man Ausländer oder gewises Klientel nicht mag oder was gegen sie hat, sondern was das bedeuten kann: Dass die anderen Kinder einfach weniger guten Unterricht bekommen, weil zehntausend andere Dinge geklärt werden müssen.
    Ähem ähem.
    Also erstens geht es nicht wenigen Leuten sehr wohl darum, dass sie "Ausländer" nicht mögen und nichts mit ihnen zu tun haben wollen, weil sie Vorurteile haben.
    Und zweitens hast du wohl selbst diese Vorurteile. Wieso kommt man von "Ausländer" gleich zu "Dinge tausendmal erklären" bzw. Unterrichtszeit wird verschwendet?

    Ich war auch mal in einer Klasse mit gewissem Klientel. Die Hälfte des Schultages habe ich abgesessen und mich gelangweilt, weil nur geklärt wurde wer wen gehauen hat, wer seine Sachen vergessen hat, wer noch immer nicht in die Klassenkasse eingezahlt hat, wer noch Entschuldigungen abgeben muss, etc. Das hat sich alles ewig gezogen. Und wenn das geklärt war dauerte es noch ewig vis alle leise waren.
    Ich war auch in einer Klasse mit sozial sehr durchmischtem "Klientel" und würde sagen, es hat mir nicht geschadet. Mein Kind ist auch in so einer Schule und Klasse. Klar gibt es da auch mal Probleme, die vielleicht dadurch entstehen, dass die Kinder nen unterschiedlichen sozialen Hintergrund haben, und sich auch Eltern mal weniger kümmern. Aber soziale Trennung bewirkt wieder andere Probleme, die ich auch nicht haben wollen würde (ich kenne beide Extreme von Freunden und Verwandten, nein, das will man nicht). Und glaubst du eigentlich, auf einer Schule, wo nur ein sozial vorausgewähltes Klientel ist, käme es nicht zu Streiteren, Sachen vergessen etc.?

  14. Regular Client Avatar von blauer_Engel
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von RelyOnAnything Beitrag anzeigen
    Ich denke mal dass liegt zum einen an dem steigenden Bewusstsein, dass das Schulsystem einfach ein großer Mist ist, und zum anderen daran, dass mit zunehmender Wohlfahrt mehr Leute sich das leisten können.

    Wenn man sich mal damit auseinander gesetzt hat wie Kinder lernen, dann ist es in meinen Augen kaum noch möglich sein Kind guten Gewissens auf eine normale Schule zu schicken. Das Schulsystem ist seit hunderten Jahren fast gleich geblieben, aber die Welt verändert sich in schwindelerrengender Geschwindigkeit.
    Und das Argument mit den Ausländern: Ich denke da geht es weniger darum, dass man Ausländer oder gewises Klientel nicht mag oder was gegen sie hat, sondern was das bedeuten kann: Dass die anderen Kinder einfach weniger guten Unterricht bekommen, weil zehntausend andere Dinge geklärt werden müssen. Ich war auch mal in einer Klasse mit gewissem Klientel. Die Hälfte des Schultages habe ich abgesessen und mich gelangweilt, weil nur geklärt wurde wer wen gehauen hat, wer seine Sachen vergessen hat, wer noch immer nicht in die Klassenkasse eingezahlt hat, wer noch Entschuldigungen abgeben muss, etc. Das hat sich alles ewig gezogen. Und wenn das geklärt war dauerte es noch ewig vis alle leise waren.
    Es gibt im Leben so viel zu entdecken, es gibt so viel Schönes und Spannendes, das Leben und die Kindheit sind so kurz, da würde ich meinen Kindern einfach wünschen, dass sie ihre Zeit besser verbringen als die in muffigen Schulen Zeit abzusitzen und Löcher in die Luft zu gucken
    Wie kommst du denn zu deinen Ansichten?
    Ganz schön vorurteilsbeladen.
    Warum findest du das Schulsystem denn großen Mist?

    Hier gibt es auch freie Schulwahl, die nächstgelegene Schule muss einem aber einen Platz anbieten. Zumindest in unserer Kita gehen eigentlich alle Kinder dann auch in diese Schule.

  15. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Mein Schulkind

    Also ich empfinde das Schulsystem schon deutlich anders als früher und keinesfalls Mist. Mist ist nur die sehr frühe Trennung der Kinder meiner bescheidenen Meinung nach. Mein Kind ist bewusst auf einer staatlichen Schule, die ich übrigens für toll halte. Große Bewunderung für die vielen engagierten Lehrer und die tollen Hortner die wir hier haben, was die auf die Beine stellen: Respekt!

    Wir wollten unser Kind bewusst von anderen Kindern fernhalten, deren Eltern nicht wollen dass sie mit "Ausländern" in Berührung kommen und mein Kind darf auch in der Schule schon die Welt entdecken und feststellen dass jeder anders ist. Diejenigen die nicht gut Deutsch können, werden hier seperat in Förderunterricht unterrichtet und in den anderen Fächern werden sie eben gemeinsam unterrichtet. Passt doch super. Mehr kann eine Privatschule da ganz sicher auch nicht machen.

  16. Fresher
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    AW: Mein Schulkind

    Ein paar Beispiele was ich als "Mist" empfinde:
    - Alle Kinder lernen zur gleichen Zeit dasselbe, obwohl sie teilweise Jahre in der Entwicklung auseinander sind.
    - Zensuren bremsen die Lernlust, die instrinsische Motivation wird zerstört.
    - Wer in 2 Fächern schlecht ist muss ein ganzes Jahr lang alles wiederholen.
    - Auf Kinder die irgendwie nicht ins System passen kann nicht eingegangen werden. Allen Kinder die nicht mitkommen wird eine "Störung" angedichtet.
    - Schule beginnt immernoch um 8 Uhr für Teenager.
    - Es wird immernoch viel auswendig gelernt, obwohl Wissen heutzutage ganz anders verfügbar ist als früher.
    - Es gibt immernoch viel zu wenig Bewegung.
    - Hausaufgaben bringen (so weit ich informiert bin) gar nichts, werden trotzdem aufgegeben
    - Kinder lernen am besten wenn sie etwas gerade interessiert. In Zeiten von Internet, Onlinekursen und E-Books ist es einfach nicht mehr notwendig, dass ein Lehrer zu einer bestimmten Zeit vorne steht, wo doch die Informationen rund um die Uhr für jeden verfügbar sind.
    - Alle lernen dasselbe. Wäre es nicht viel sinnvoller jeder würde zB nach der Grundschulzeit das lernen was ihn interessiert?
    - Es wird immernoch wahnsinnig viel Stoff durchgenommen, den kein Mensch später im Leben braucht.

    Sicher wurde viel reformiert, aber alles nur oberflächlich. Das System an sich ist immer noch das gleiche: Man nehme 20-30 Kinder eines Jahrgangs, steckt sie in eine Klasse, der Lehrer sagt an was dran ist, nimmt den Stoff durch, bewertet, und wer nicht mitkommt wird pathologisiert und aussortiert und der Rest kriegt hinterher einen Zettel auf dem steht, dass man brav mitgemacht hat.

  17. Fresher
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    AW: Mein Schulkind

    Damit will ich auch einfach deutlich machen, dass es vieles gibt, dass mich sehr wohl stört. Um auf die Frage zurück zu kommen warum man denn eine Privatschule nehmen will; Wenn man dann das Geld hat (oder auch wenn man woanders Abstriche machen muss), dann begibt man sich auf die Suche nach Alternativen. Andere sind im Großen und Ganzen zufrieden und fragen sich daher, warum man für etwas extra bezahlen soll, wenn es schon die öffentliche Schule vollkommen ausreicht.

    Auch die eigenen Erfahrungen spielen da sicher immer mit rein.
    Wenn ich zurückblicke, sehe ich das Absitzen an der Brennpunktschule echt als vergeudete Lebenszeit. Das wünsche ich mir dann für die eigenen Kinder anders. Wenn man das selber als bereichernd erfahren hat, sieht man das sicher anders.

  18. Alter Hase Avatar von narzisse
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    AW: Mein Schulkind

    Ich unterrichte ja selbst an einer staatlichen Schule (Gymnasium), habe früher auch an einer Schule mit ca. 90% Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund unterrichtet (Brennpunktschule kann man es nicht nennen, weil es da in keinster Weise gebrannt hat), und mein Schulpraxissemester und auch ein anderes 2-monatiges Praktikum bei Privatschulen mit einem Teil der Kinder aus den dazugehörigen Internaten gemacht. Meine Quintessenz davon:

    Ich habe nirgends so viele höfliche Schüler wie in meiner Schule mit dem hohen Migrantenanteil gehabt. Klar gab es da auch teilweise Problemfälle, die massiv den Unterricht gestört haben, aber die gibt es an meiner aktuellen Schule nicht weniger und tragen an meiner aktuellen Schule (mit vielleicht 30-40 % Kindern mit Migrationshintergrund) größtenteils sehr deutsche Namen. Zum türkischen Tag des Lehrers sind die Schüler/innen aus der Türkisch-als-Muttersprache-AG ins Lehrerzimmer gekommen und haben rote Rosen und Pralinen verteilt. Fast alle Schüler/innen haben uns Lehrer/innen in den Gängen gegrüßt (das passiert mir an meiner aktuellen Schule nur gelegentlich). Die meisten Eltern waren sehr freundlich und haben viel Wert auf die Meinung der Lehrer/innen gelegt (diese Einstellung findet sich bei vielen Akademikereltern leider kaum, da macht immer der Lehrer alles falsch und ihr armes Kind ist immer unschuldig und KANN gar nicht den Unterricht stören, in der Klassenarbeit das Handy auf dem Schoß gehabt haben oder die Mitschüler/innen ärgern).
    Leistungsmäßig war das Niveau dort schon etwas niedriger, bzw. insbesondere in den schriftlichen Klassenarbeiten hat man gemerkt, dass sich viele Schüler mit den Formulierungen ziemlich schwer tun (im Mündlichen war kein großer Unterschied).
    Insgesamt waren die 5.-8. Klassen an der Schule oft relativ anstrengend, weil man viel Erziehungsarbeit machen musste und es relativ viele Probleme gab, ab der 9./10. Klasse waren die Schüler dafür fast durchgängig sehr nett, höflich und es war eine sehr angenehme Atmosphäre.

    An den Privatschulen, wo ich war, waren oft nicht weniger problematische Kinder (wohl auch bedingt durch die angeschlossenen Internate - da wurden offenbar nicht selten "schwierige" Kinder wohlhabender Eltern quasi abgeschoben, die dann da alle auf Trab gehalten haben). Die Klassen waren deutlich kleiner, das Klassengefüge aber oft komplizierter. Generell waren die Unterstufenklassen dort in der Regel ziemlich angenehm zu unterrichten, je älter die Schüler wurden, desto unverschämter und unangenehmer wurde ein Großteil davon und hat sehr deutlich heraushängen lassen, dass ihnen sehr wohl bewusst war, dass ihre Eltern mit dem dort teilweise sehr hohen Schulgeld (abhängig vom Einkommen) die Schule tragen - die haben sich als zahlende Kunden verstanden (Eltern wie Kinder) und wollten dafür auch die entsprechenden Noten, und zwar möglichst unabhängig von der Leistung oder gar dem Engagement der Kinder.

    Insgesamt ist es mir viel viel sympathischer, wenn sich aus schwierigen Kindern über die Jahre hinweg nette junge Erwachsene entwickeln als wenn sich aus unproblematischen Kindern über die Jahre hinweg arrogante Snobs entwickeln (die dann übrigens in der Oberstufe ihr Arbeitsmaterial oft nicht dabei haben, ihr Sportzeug aus Prinzip nicht mitnehmen etc, aber nicht aus Verpeiltheit, sondern weil sie keinen Bock drauf haben und das auch sehr deutlich formulieren)

  19. Foreninventar Avatar von Ally Mc Beal
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von RelyOnAnything Beitrag anzeigen
    - Kinder lernen am besten wenn sie etwas gerade interessiert. In Zeiten von Internet, Onlinekursen und E-Books ist es einfach nicht mehr notwendig, dass ein Lehrer zu einer bestimmten Zeit vorne steht, wo doch die Informationen rund um die Uhr für jeden verfügbar sind.
    mit der argumentation nützt aber auch eine privatschule nichts, dann müsste man die vollzeitschulpflicht abschaffen, oder?

    und wenn du sagst, dass man ab der grundschule nur das lernen sollte, was einen interessiert: das hätte ich mit 10 nicht sagen können. ich hätte wahrscheinlich "alles mit tieren" gesagt, weil ich tierärztin werden wollte.

    und ich merke eben auch, dass ich in meinem juristischen beruf sehr viele dinge brauche, die mich in er schule nicht interessiert haben und wo ich jetzt immerhin auf basiswissen zurückgreifen kann.


    ich hab ja nur eine stieftochter, aber was ich von ihr sowohl in grundschule als auch in der weiterführenden mitbekommen habe, ist komplett anders als bei mir damals. und alle lehrerinnen, die ich in meinem freundes- und bekanntenkreis habe, sind durchaus engagiert und bei keiner habe ich den eindruck, dass sie den lehrplan stupide abreißen.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  20. Alter Hase Avatar von *Flower*Power*
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    AW: Mein Schulkind

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Und wenn man Pech hat, bekommt man dann gar keinen "Schulplatz" oder wie?
    Das System klingt jedenfalls sehr seltsam.
    Es kann sein, dass du keinen Platz in deinem Stadtteil bekommst, ja. Sondern ggf ein paar Stadtteile weiter.

    Es wird schon nach Entfernung zum Wohnort, Geschwisterkinder und Förderbedarf geachtet, aber man kriegt nicht unbedingt einen Platz nur weil man 50m neben der Schule wohnt.

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