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  1. Ureinwohnerin

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Den Gedanken dahinter, dass nicht nur Frauen im gebärfähigen Alter ein "Einstellungsrisiko" darstellen, sondern man auch bei ihren Männern jederzeit damit rechnen muss, dass sie ausfallen, finde ich gut. Genauso, dass es dann langsam keinen Sinn mehr macht, Mitarbeiter für längere Abwesenheit "abzustrafen", wenn es eine so große Gruppe betrifft.

    Ich habe ein 7 Monate altes Baby, das noch nichts isst, und meine Arbeitsstelle ist leider nicht so nah, dass man mir das Baby easy ein paar Mal zum Stillen bringen könnte. Für mich individuell wäre so eine Regelung erstmal ätzend. Aber hätte man das von Anfang an gewusst, hätten wir zB drauf achten können, dass das Baby auch an die Flasche gewöhnt wird

  2. Regular Client

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Ja.

    Also ich gehöre in meinem Umfeld zu den „Langzeitstillerinnen“ mit einem Baby das weder Flasche noch Schnuller nimmt, arbeiten gehen nach 8 Monaten war trotzdem problemlos. Klar, das kommt auf Baby und Job an, daher finde ich Flexibilität grundsätzlich auch gut. Ich finde es nach einer anstrengenden Nacht ehrlich gesagt entspannender im Büro zu sein, mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken und vor allem - gerade wenn ich dauergestillt habe - ein paar Stunden kein Baby an mir hängen zu haben. Das ginge sonst ja schlecht, außer wir würden beide nicht arbeiten.
    Ja, ich finde es auch entspannter. Trotzdem bin ich übermüdet nicht so leistungsfähig und will nicht unbedingt deswegen die Patienten gefährden [abgesehen davon ist das fürs Kollegium schon nervig, weil man keine volle Arbeitskraft darstellt; Nacht- und Notdienste müssen die dann kompensieren und die Arbeit mit cmr-Stoffen auch.]

  3. Fresher

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Es wird ja niemand gezwungen die Zeit so aufzuteilen. Ich denke aber schon dass es einen Unterschied im Empfinden macht, wenn man diskutiert wie man von 7-7 abweichen will und nicht von 12-2.
    Im Artikel steht dass in Finnland bislang 7-2 gilt (und soweit ich verstanden habe ohne Übertragungsmöglichkeit).

    Wir teilen tatsächlich 7-7 auf.

  4. Get a life!

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Also die Argumentation gegen den "Zwang" des Aufteilens auf Stillen und Übermüdung zu reduzieren, finde ich tatsächlich ziemlich engstirnig.
    In wie vielen Ländern (auch in Europa) ist es denn ohnehin Gang und Gäbe, dass nach ein paar Wochen oder wenigen Monaten die Elternzeit vorbei ist und auch die Mutter des Kindes dann halt wieder arbeiten geht oder auf Geld verzichtet. Ich persönlich halte dieses Extrem auch für überhaupt nicht nachahmungswürdig, aber de facto sind solche Argumente "oh ich muss aber Stillen" und "oh aber nach eine anstrengenden Nacht arbeiten gehen, das schaff ich nicht" doch die Gleichstellungskiller schlechthin. Das spielt doch genau den alteingefahrenen Mustern und Sichtweisen vieler (älterer) Männer in die Karten, dass Frauen halt einfach nicht leistungsfähig genug sind oder nicht willig, dementsprechend es natürlich gerechtfertigt ist, dass sie weniger verdienen, blabla...
    Es ist doch absolute absurd, dass Frauen dauernd Gleichstellung, gleiche Bezahlung etc. fordern und auf der anderen Seite aber solche Vorstöße von Seiten der Politik, die das fördern könnten oder zumindest einen kleinen Schubs in diese Richtung darstellen könnten, auch wieder von Frauen abgeschmettert werden. Dieses sich-selbst-im-Weg-stehen (auch im Bezug auf viele andere Aspekte) macht mich echt krank manchmal

    Hat schon jemals jemand öffentlich die Frage gestellt, ob Männer von Flaschenkindern (oder auch Stillkindern, eigentlich machts ja keinen Unterschied), die sich nachts ebenso einbringen und/oder entsprechend wach sind, morgens ihre Arbeit (in einer sicheren Art und Weise) erbringen können? Natürlich nicht, weil es daran überhaupt keine Zweifel gibt. Und statt sich mit solchen Zweifeln selbst klein zu machen, sollten die betreffenden Frauen halt einfach in der Nacht dann entsprechend mehr Unterstützung fordern - und wenn es nur in mentaler Form ist, nämlich indem der Mann einfach genauso lang wach bleibt, bis das Stillen, Herumtragen, Wickeln oder was auch immer beendet ist...
    Für mich war es absolut selbstverständlich, dass ich nicht immer alleine wach sein werde in der Nacht und mich um alles kümmere, und wenn ich keinen Bock drauf hatte, dann hab ich den Mann halt geweckt und dann musste er mir zumindest durch sein Wach-Sein zur Seite stehen. Oder er musste das Baby aufn Bauch nehmen, damit ich halt auch mal wieder ein paar Stunden auf der Seite schlafen konnte...

    Mag sein, dass trotz "Zwanges" sich auch in Deutschland viele Paare die Zeit eher zu Lasten der Mutter aufteilen würden oder einige auch freiwillig auf ein Gehalt verzichten würden... ich glaube aber schon, dass es zum Umdenken anregen würde. Und zum Diskutieren. Bzw. einfach mal aufzeigen würde, dass man alte Muster tatsächlich ziemlich simpel durchbrechen kann, und dass es überhaupt keinen Grund gibt, warum es "natürlicherweise" ewig so weiter laufen müsste wie bisher.
    Geändert von wendo (09.02.2020 um 17:09 Uhr)

  5. Alter Hase

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Volle Zustimmung zu Wendo!

    Wir sind in Deutschland soooo privilegiert, was Elternzeit angeht. Da sind 7 (bezahlte!) Monate mit Kind doch Luxus und nochmal 7 (bezahlte!) dazu sowieso!

    Wir hatten ja ein reines Flaschenkind und der Vater hatte nur die klassischen 2x1 Monat (gemeinsame) Elternzeit plus 2 Wochen Urlaub nach Geburt. Trotzdem/Deswegen haben wir uns recht akribisch mit allem abgewechselt. Angefangen von ins Bett bringen und dem nächtlichen Fläschchengeben und am
    Wochenende mit Kind aufstehen. Weil auch wenn ich am nächsten Tag „frei“ hatte, wollte ich doch gerne ein paar Stunden am Stück schlafen. Das Kind ist jetzt fast 4 und die Flasche lange weg, den Rest haben wir aber beibehalten.

    Ein „Wie soll ich mein Kind nach 7 Monaten bitte (an den Vater!) abgeben können“ finde ich daher ein ziemlich hausgemachtes Problem (:unbym.

    (Ich will deshalb u.a. kein zweites Kind, weil ich nicht nochmal den Großteil der Elternzeit nehmen will, mein Freund aber sehr viel mehr verdient und wir hohe Lebensunterhaltskosten haben und ich in der Zeit nicht unseren Standard weit runterschrauben will).

  6. Urgestein

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Von mir auch volle Zustimmung zu wendos Text.

  7. Urgestein

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Hat schon jemals jemand öffentlich die Frage gestellt, ob Männer von Flaschenkindern (oder auch Stillkindern, eigentlich machts ja keinen Unterschied), die sich nachts ebenso einbringen und/oder entsprechend wach sind, morgens ihre Arbeit (in einer sicheren Art und Weise) erbringen können? Natürlich nicht, weil es daran überhaupt keine Zweifel gibt. Und statt sich mit solchen Zweifeln selbst klein zu machen, sollten die betreffenden Frauen halt einfach in der Nacht dann entsprechend mehr Unterstützung fordern - und wenn es nur in mentaler Form ist, nämlich indem der Mann einfach genauso lang wach bleibt, bis das Stillen, Herumtragen, Wickeln oder was auch immer beendet ist...
    Für mich war es absolut selbstverständlich, dass ich nicht immer alleine wach sein werde in der Nacht und mich um alles kümmere, und wenn ich keinen Bock drauf hatte, dann hab ich den Mann halt geweckt und dann musste er mir zumindest durch sein Wach-Sein zur Seite stehen. Oder er musste das Baby aufn Bauch nehmen, damit ich halt auch mal wieder ein paar Stunden auf der Seite schlafen konnte...
    Ich denke, diese Frage kommt nicht deswegen nicht auf, weil Männer als Übermenschen gesehen werden, die mit gutem, ausreichend langem und zu kurzem, fragmentiertem Schlaf gleichermaßen gut funktionieren, sondern weil einfach davon ausgegangen wird, dass DEM Hauptverdiener im Sinne seiner Arbeitsfähigkeit der Rücken freigehalten wird.
    (Während ihrer Elternzeit ist meine Mutter mit mir sehr unruhigem Stillbaby zeitweise ins Kinderzimmer gezogen, weil weder sie noch mein Vater einen Sinn darin gesehen haben, ihn auch noch wach zu machen, abnehmen hätte er ihr da eh nix können. Rumtragen haben sie sich später schon aufgeteilt.)

    Aber ansonsten stimm ich Dir zu. Es wird halt eher andersrum laufen, dass man mehr Aufteilung fordert und dann in jedes Gehirn einsickert, OK, ein Baby macht seinen ELTERN weniger guten Schlaf als vorher, weil eben Männer mehr auch in der Situation sein werden, die Hauptzuständigen zu sein. Wie schlecht man schläft, hängt ja auch extrem vom Kind ab, aber wenn es mehr verteilt werden kann, weil die Anforderung Erwerbsarbeit mehr verteilt werden muss, hat die Wahrnehmung, dass Babys Frauensache sind, ne Chance, sich langfristig zu verändern.

  8. Enthusiast

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Nä, es liegt vor allem an diesem dämlichen Mythos, Frauen/Mütter könnten das besser ab/wären mehr für Entbehrungen gemacht/wären besser mit Kindern. Ich war im ersten Lebensjahr des Kindes Hauptverdienerin und habe festgestellt, dass die Idee, dass ich irgendwie speziell befähigt sei erschreckend weit verbreitet ist. Die, dass ich meinen Schlaf brauche, wenn ich arm nächsten Tag im Job leistungsfähig sein will nicht so.

  9. Ureinwohnerin

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Äh, :unbym: meinetwegen, aber wenn ich der grad arbeitende (im Sinne von Erwerbstätigkeit, natürlich ist Carearbeit auch Arbeit!) Part bin (egal ob als Mann oder Frau!) würde ich möglichst viel Nachtschlaf bekommen wollen um arbeitsfähig zu sein. Und als zu Hause bleibender Part würde ich das dem oder der anderen auf jeden Fall ermöglichen wollen.
    don't let the salt get in your wound.
    don't let the ghost get in your heart.


  10. Urgestein

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von eskobar_w Beitrag anzeigen
    Äh, :unbym: meinetwegen, aber wenn ich der grad arbeitende (im Sinne von Erwerbstätigkeit, natürlich ist Carearbeit auch Arbeit!) Part bin (egal ob als Mann oder Frau!) würde ich möglichst viel Nachtschlaf bekommen wollen um arbeitsfähig zu sein. Und als zu Hause bleibender Part würde ich das dem oder der anderen auf jeden Fall ermöglichen wollen.
    Das kann man nicht pauschalisieren, finde ich. Wenn man so ein easy going Baby hat, das am Tag noch x Stunden pennt und man sich dann auch mal dazu legen kann, klar. Wenn das Baby tagsüber nur im Stechschritt in der Trage pennt und man vielleicht auch noch Verantwortung für y weitere Kinder hat, dann ist der Arbeitstag wie schon gesagt vielleicht der entspanntere Part. Wieso sollte dann nur das zu Hause bleibende Elternteil die scheiß Nächte aushalten?
    Also für beide wach bin ich auch eher nicht so, weil ich persönlich keine mentale Unterstützung brauchte (wenn nichts weiter war, Kind krank ist was anderes), aber abwechseln soweit als möglich finde ich je nach Situation schon sinnvoll.

  11. Addict

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Boah der Schlafmangel bzw so krass gestückelte Schlaf hat mich aber teilweise echt mies mies gelaunt gemacht. Und dass dann dem Baby zuzumuten, weil der Mann doch bitte immer durchschlafen soll, ist auch unfair.
    Es kommt halt wie immer drauf an.

    Ich kennen manche Väter, die meinen sie müssten nachts bitte durchschlafen wg der Arbeit am nächsten Tag, und am Wochenende dann bitte aber auch. Obowhl sie am Wochenende nicht arbeiten. Aber bloß nicht abends mal eher ins Bett gehen, da muss man dann noch seine Alleinzeit genießen.

  12. Ureinwohnerin

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Ich hab nirgendwo geschrieben, dass Elternzeit der entspanntere Part ist 🤷*♀️
    Und da steht „möglichst viel Nachtschlaf“. Das heißt ja auch nicht jede Nacht durchschlafen.

    Es kommt halt auch auf den Beruf an, ne? Ich würd nicht (ständig) übermüdet vor einer Klasse stehen wollen und bei medizinischem Personal uä fände ich es noch übler.
    don't let the salt get in your wound.
    don't let the ghost get in your heart.


  13. Urgestein

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    Nä, es liegt vor allem an diesem dämlichen Mythos, Frauen/Mütter könnten das besser ab/wären mehr für Entbehrungen gemacht/wären besser mit Kindern. Ich war im ersten Lebensjahr des Kindes Hauptverdienerin und habe festgestellt, dass die Idee, dass ich irgendwie speziell befähigt sei erschreckend weit verbreitet ist. Die, dass ich meinen Schlaf brauche, wenn ich arm nächsten Tag im Job leistungsfähig sein will nicht so.
    Der Mythos scheint aber nicht so weit zu reichen, dass man Frauen im gebährfähigen Alter dann eben doch oder sogar bevorzugt einstellt, weil sie diejenigen mit den Superkräften sind, sondern letztlich läuft es doch auf "Kinder sind Frauensache und Geld verdienen ist Männersache" hinaus, oder?

    Ohne große praktische Erfahrung denk ich schon, dass ich die Arbeit in der Klinik ziemlich bald Vollzeit allein zu Hause mit Kind vorziehen würde, aber ENTSPANNT ist es halt öfters mal nicht, ruhige Kugel schieben geht nicht, wenn man da ist, ist man ganz da, und v.a. kann es jederzeit zu akuter Lebensgefahr eskalieren. Unausgeschlafene KlinikärzTE und -ärztINNEN sind also für alle Beteiligten nicht ganz sooo günstig - aber in vielen Häusern auch ohne Kinder Standard, mit acht bis zehn Diensten im Monat kommt man mit schlafen eh nicht hinterher...

  14. Regular Client

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    aber de facto sind solche Argumente "oh ich muss aber Stillen" und "oh aber nach eine anstrengenden Nacht arbeiten gehen, das schaff ich nicht" doch die Gleichstellungskiller schlechthin. Das spielt doch genau den alteingefahrenen Mustern und Sichtweisen vieler (älterer) Männer in die Karten, dass Frauen halt einfach nicht leistungsfähig genug sind oder nicht willig, dementsprechend es natürlich gerechtfertigt ist, dass sie weniger verdienen, blabla...
    Es ist doch absolute absurd, dass Frauen dauernd Gleichstellung, gleiche Bezahlung etc. fordern und auf der anderen Seite aber solche Vorstöße von Seiten der Politik, die das fördern könnten oder zumindest einen kleinen Schubs in diese Richtung darstellen könnten, auch wieder von Frauen abgeschmettert werden. Dieses sich-selbst-im-Weg-stehen (auch im Bezug auf viele andere Aspekte) macht mich echt krank manchmal

    Hat schon jemals jemand öffentlich die Frage gestellt, ob Männer von Flaschenkindern (oder auch Stillkindern, eigentlich machts ja keinen Unterschied), die sich nachts ebenso einbringen und/oder entsprechend wach sind, morgens ihre Arbeit (in einer sicheren Art und Weise) erbringen können? Natürlich nicht, weil es daran überhaupt keine Zweifel gibt. Und statt sich mit solchen Zweifeln selbst klein zu machen, sollten die betreffenden Frauen halt einfach in der Nacht dann entsprechend mehr Unterstützung fordern - und wenn es nur in mentaler Form ist, nämlich indem der Mann einfach genauso lang wach bleibt, bis das Stillen, Herumtragen, Wickeln oder was auch immer beendet ist...
    Für mich war es absolut selbstverständlich, dass ich nicht immer alleine wach sein werde in der Nacht und mich um alles kümmere, und wenn ich keinen Bock drauf hatte, dann hab ich den Mann halt geweckt und dann musste er mir zumindest durch sein Wach-Sein zur Seite stehen. Oder er musste das Baby aufn Bauch nehmen, damit ich halt auch mal wieder ein paar Stunden auf der Seite schlafen konnte...

    Mag sein, dass trotz "Zwanges" sich auch in Deutschland viele Paare die Zeit eher zu Lasten der Mutter aufteilen würden oder einige auch freiwillig auf ein Gehalt verzichten würden... ich glaube aber schon, dass es zum Umdenken anregen würde. Und zum Diskutieren. Bzw. einfach mal aufzeigen würde, dass man alte Muster tatsächlich ziemlich simpel durchbrechen kann, und dass es überhaupt keinen Grund gibt, warum es "natürlicherweise" ewig so weiter laufen müsste wie bisher.
    Ja, ich bin wohl einfach nicht leistungsfähig, ich pack es nämlich wirklich nicht, nach vielen vielfach unterbrochenen Nächten leistungsstark zu sein.
    Warum ich deshalb schlechter bezahlt werden soll, erschließt sich mir nicht (außer evtl in der Stillzeit dann).
    Ich glaube auch nicht, dass 5 Monate hin oder her an der Karriere so einen Unterschied machen.
    Für mich bedeutet das eben KEINE Gleichberechtigung, sondern eine Mehrbelastung der Frau. Ich möchte mir eben nicht vorschreiben lassen, wie lange ich stille.

    Und dass beide wach sind, ist für mich unnötige Resourcenverschwendung, so viel Kapazität hatten wir nicht übrig.

  15. Enthusiast

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Nee, der Mythos bezieht sich ja auf Fähigkeiten in Bezug auf Kinder, nicht aufs arbeiten. Ich glaube, mein Job wird einfach für nicht so wichtig befunden bzw. die Erwartungen an mich sind teilweise gesunken seit dem Kind.

    Ich fand arbeiten zumindest als das Kind ganz klein war echt entspannter als zuhause mit Kind.

  16. Alter Hase

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von eskobar_w Beitrag anzeigen
    Äh, :unbym: meinetwegen, aber wenn ich der grad arbeitende (im Sinne von Erwerbstätigkeit, natürlich ist Carearbeit auch Arbeit!) Part bin (egal ob als Mann oder Frau!) würde ich möglichst viel Nachtschlaf bekommen wollen um arbeitsfähig zu sein. Und als zu Hause bleibender Part würde ich das dem oder der anderen auf jeden Fall ermöglichen wollen.
    Wtf? Das seh ich echt komplett anders, ich finde, der Care-Arbeit-Teil ist definitiv nicht einfacher als der Lohnarbeitsteil und fände den Deal, dass der, der die Care-Arbeit macht, alle Scheißnächte übernimmt und jahrelang sämtliche Nachtdienste alleine macht, völlig absurd und scheiße. Der Carearbeitende hat genauso viel Recht auf Nachtschlaf, und ich würde das der/dem Lohnarbeitenden kein bisschen ermöglichen wollen, weniger als die Hälfte der nächtlichen Scheiße zu managen.
    Mit einem kleinen und eher einfachen Baby mag man ja tagsüber noch schlaf nachholen können, aber spätestens ab Kind 2 geht das ja ziemlich schnell nicht mehr, und dann ist man völlig übermüdet genauso alltagsunfähig wie der Lohnarbeitsteil.

    Zitat Zitat von eskobar_w Beitrag anzeigen
    Ich hab nirgendwo geschrieben, dass Elternzeit der entspanntere Part ist 🤷*♀️
    Und da steht „möglichst viel Nachtschlaf“. Das heißt ja auch nicht jede Nacht durchschlafen.

    Es kommt halt auch auf den Beruf an, ne? Ich würd nicht (ständig) übermüdet vor einer Klasse stehen wollen und bei medizinischem Personal uä fände ich es noch übler.
    Ich steh sehr regelmäßig sehr übermüdet vor der Klasse und klar macht das wenig Spaß, aber abgesehen davon seh ich da jetzt wenig Risiko für irgendwen. Bei einem/einer Chirurg/in würde ich das theoretisch wie du sehen, aber wenn man sich die Arbeitsbedingungen in Kliniken so ansieht, scheint es Gang und Gäbe zu sein, als Arzt/Ärztin 24-36h-Schichten zu schieben und hausgemacht völlig übermüdet zu sein, ohne dass es irgendwen schert. Davon abgesehen gibt es nur wenig Berufe, bei denen ich das Ausgeschlafensein als so von zentraler Bedeutung sehen würde, dass ich daraus ableiten würde, dass ein Elternteil dem anderen generell die Nächte möglichst frei hält.

    (Genauso seltsam und sinnlos fände ich es übrigens, meinen Mann aufzuwecken, wenn ich stille - davon krieg ich auch nicht mehr Schlaf. Der soll dann lieber morgens um 5 Uhr morgens das Baby aus meiner Sicht- und Hörweite abziehen, damit ich noch 2-3 h schlafen kann.)

  17. Urgestein

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Ich fände es ganz schön, wenn Leute, die beruflich motorisiert im Verkehr unterwegs sind, am besten noch mit ner Menge Menschen oder vielen Tonnen Fracht im Gepäck, Verkehr regeln (z.B. Fluglots*innen oder so) oder an elektrischen oder sonstigen feuer- oder explosionsgefährlichen Sachen rumbasteln, fit wären.

    Insgesamt muss halt jede Familie mit den Berufen/Anforderungen, die an die Eltern gestellt sind, Wünschen etwa zu stillen, deren Schlafbedarf/Fitness und den Bedürfnissen und Verhalten des Kindes bzw. der Kinder ihre Lösung finden. Im Moment ist nur die Grundlage, auf der das stattfindet, eben mächtig schief. Ich finde jeden Versuch, das etwas gerader zu rücken, begrüßenswert. Dass es Jahrzehnte dauern wird und am Anfang für die, die ein noch ungewöhnliches Muster wählen, schwieriger ist, ist wohl kaum komplett zu vermeiden, aber man muss ja mal anfangen.

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich fände es ganz schön, wenn Leute, die beruflich motorisiert im Verkehr unterwegs sind, am besten noch mit ner Menge Menschen oder vielen Tonnen Fracht im Gepäck, Verkehr regeln (z.B. Fluglots*innen oder so) oder an elektrischen oder sonstigen feuer- oder explosionsgefährlichen Sachen rumbasteln, fit wären.

    Insgesamt muss halt jede Familie mit den Berufen/Anforderungen, die an die Eltern gestellt sind, Wünschen etwa zu stillen, deren Schlafbedarf/Fitness und den Bedürfnissen und Verhalten des Kindes bzw. der Kinder ihre Lösung finden. Im Moment ist nur die Grundlage, auf der das stattfindet, eben mächtig schief. Ich finde jeden Versuch, das etwas gerader zu rücken, begrüßenswert. Dass es Jahrzehnte dauern wird und am Anfang für die, die ein noch ungewöhnliches Muster wählen, schwieriger ist, ist wohl kaum komplett zu vermeiden, aber man muss ja mal anfangen.
    So.
    don't let the salt get in your wound.
    don't let the ghost get in your heart.


  19. Ureinwohnerin

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von eskobar_w Beitrag anzeigen
    Äh, :unbym: meinetwegen, aber wenn ich der grad arbeitende (im Sinne von Erwerbstätigkeit, natürlich ist Carearbeit auch Arbeit!) Part bin (egal ob als Mann oder Frau!) würde ich möglichst viel Nachtschlaf bekommen wollen um arbeitsfähig zu sein. Und als zu Hause bleibender Part würde ich das dem oder der anderen auf jeden Fall ermöglichen wollen.
    Das kann ich ehrlich auch nicht nachvollziehen. Warum ist es wichtiger, als Erwerbstätiger möglichst wenig Schlafmangel zu haben als als Care-Giver zuhause? Fühlt sich doch exakt genauso beschissen an?

    Wir teilen uns nachts die Kinder auf: ich bin fürs Baby zuständig, er für das große Kind (inklusive Aufstehen mit dem jeweiligen Kind, wenn es zu früh wach wird). Beides kann mal die gute und mal die schlechte Option sein. Wir hätten hier massiv Streit, wenn ich für den Großen auch noch aufstehen sollte, nur damit der Herr ausgeschlafen vorm Rechner sitzt. WTF, was für eine Idee.

  20. Alter Hase

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    AW: Muttersein aus feministischer Perspektive?

    Zitat Zitat von narzisse Beitrag anzeigen
    Wtf? Das seh ich echt komplett anders, ich finde, der Care-Arbeit-Teil ist definitiv nicht einfacher als der Lohnarbeitsteil und fände den Deal, dass der, der die Care-Arbeit macht, alle Scheißnächte übernimmt und jahrelang sämtliche Nachtdienste alleine macht, völlig absurd und scheiße. Der Carearbeitende hat genauso viel Recht auf Nachtschlaf, und ich würde das der/dem Lohnarbeitenden kein bisschen ermöglichen wollen, weniger als die Hälfte der nächtlichen Scheiße zu managen.
    Mit einem kleinen und eher einfachen Baby mag man ja tagsüber noch schlaf nachholen können, aber spätestens ab Kind 2 geht das ja ziemlich schnell nicht mehr, und dann ist man völlig übermüdet genauso alltagsunfähig wie der Lohnarbeitsteil.
    Hm naja. Ich kann mal von meiner Erfahrung berichten. Ich arbeite ja seit kurzem wieder, vorher war ich jahrelang hauptsächlich zuhause mit Kindern. Durch das Stillen hab eher ich die Schlafunterbrechnungen gehabt, mein Mann hat schon auch mitgemacht, aber ich hab ihn nicht extra aufgeweckt, nur weil ich wach war.
    Und ja, ich war immer müde. Aber ich hab den Alltag meist schon hinbekommen, notfalls mal irgendwo mitgeschlafen, wenn es ging. Aber meine Arbeit, wo unwichtig und risikolos wie sie ist, bekomme ich nicht hin, wenn ich nicht genug Schlaf habe. Ich bin glaube ich ziemlich leistungsschwach so generell, aber ich merke deutlich, dass ich mich nicht konzentrieren kann und bekomme schnell Kopfschmerzen, ich bin auch schon über dem Computer eingeschlafen.
    Wenn ich also der Vollzeit-arbeitende Elternteil wäre, der vielleicht auch noch einen anspruchsvollen oder gar risikobehafteten Job hätte, wäre mir Nachtschlaf schon sehr wichtig... Ich frage mich aktuell, wie mein Mann das seit Jahren schafft, er schläft nämlich wirklich wenig, und für größere Kinder war immer eher er zuständig, ähnlich wie bei sora. Momentan geht er nachts mit Kindern auf´s Klo, damit ich nicht aufstehen muß.

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