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  1. Regular Client

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Ich habe gar nicht mehr an den Sendetermin heute Abend gedacht, saß aber zufällig gerade im Auto und habe mich dann dafür entschieden den Beitrag anzuhören.
    Tatsächlich habe ich mich noch nie mit diesem Thema auseinander gesetzt und obwohl ich schwanger bin, ist die Geburt für mich noch weit weg.
    Der Beitrag hat mir auf jeden Fall klargemacht, dass ich mich vorher sehr gut mit möglichen Behandlungsschritten auseinander setzen und das auch alles sehr genau mit meinem Mann besprechen muss, damit ich mit gutem Gefühl ins Krankenhaus gehe.

    Diese Sprüche z.B. hätte ich eher als lockeres Mundwerk und routinierte und abgestumpfte Berufsausübung verbucht, denn als psychische Gewalt. Da ist aber natürlich jeder unterschiedlich empfindsam.
    Wie ich auf unerwünschte körperliche Eingriffe reagieren könnte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wohl gar nicht.
    Ich lag mal im Krankenhaus und wurde sehr unwürdig und respektlos behandelt. Sich da zu wehren war ein Kraftakt, der unter der Geburt nicht möglich sein wird.
    Aus alten Zeiten stammt die bayerische Spruchweisheit, dass Weißwürste das Mittagsläuten nicht erleben dürften.

  2. Inaktiver User

    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Ich hätte einen potentiellen Schnitt nicht angekündigt haben wollen, ich finde aber schon das „Gleich piekst es“ vor einer Spritze oder beim Blutabnehmen doof. Dadurch konzentriert man sich erst recht drauf und im schlimmsten Fall bekommt man Panik und wird in den letzten Zügen gehemmt. Ok, ich kann nur für mich sprechen und letztlich ist das wahrscheinlich auch echt bei jedem anders und man kann das nur schwierig optimal lösen.

    Das Kristellern wurde mir als „Die Ärztin versucht gleich, ein bisschen mitzuhelfen“ oder so angekündigt, ich hab mir schon gedacht, was da kommt, war mir aber auch egal. Das war allerdings auch das, was meinen Mann richtig fertig gemacht hat. Er meinte, das sah derartig brutal aus, dass ihm richtig anders wurde. Ich wiederum empfand das schon auch als sehr „gewaltsam“ und ich glaube, ich war sogar ganz kurz ohnmächtig, aber ich hatte wirklich Vertrauen, dass die schon wissen, was sie tun. Schön war das alles nicht, aber das Team war fantastisch.

    Ich kann mir aber echt gut vorstellen, was da alles schief laufen kann, nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

  3. Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Ich merke jetzt erst, wie gut mich meine Beleghebamme im Vorfeld aufgeklärt hat. Bis auf die Einleitung war die Geburt meines Kindes interventionsfrei, aber das kristellern zum Beispiel hat sie meinem Mann und mir in einem Vorgespräch erklärt und auch gesagt, dass er dann ruhig rausgehen kann. Auch über einen möglichen Dammschnitt haben wir geredet und was wie bei einem (Not-)Kaiserschnitt passiert.
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  4. Ureinwohnerin

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    ich hatte mich im vorfeld viel mit gewalt unter der geburt beschäftigt, mit komplikationen und interventionen. mittlerweile bin ich selbst bei mother hood mitglied.

    und dabei hatte ich zwar eine lange, aber nicht schlimme geburt. es wurde freitag abend eingeleitet und sonntag abend kam der kleine. das war sehr lang, aber ich hatte nie das gefühl, dass da etwas passiert, was ich nicht will. obwohl die an dem wochenende wahnsinnig zu tun hatten, hatte ich in der austraibungsphase, die bestimmt ihre zwei stunden ging, fast durchgängig eine 1:1 betreuung und wenn sie nicht drin war, hat sie für mich was gemacht (arzt geholt...).

    ich hatte am anfang zu meinem mann gesagt, dass er einschreiten soll, wenn was passiert, was ich nicht will. es wurde ein dammschnitt vorgenommen. irgendwie hab ich gemerkt, dass sie ein bisschen nervös wurden. der kleine hatte die nabelschnur um die schultern und um den fuß und wurde so immer wieder zurück gezogen. das hat den geburtsprozess verlängert und es riss und die ärztin hat dann kontrolliert geschnitten. sie hat dann ganz kurz vorher gesagt, dass sie jetzt schneiden muss, damit der riss nicht zu groß wird. das war für mich so völlig ok, obwohl ich gern keinen schnitt gehabt hätte. ich habe sonst alles bekommen, was ich wollte. ich denke, ich war auch gut aufgeklärt. beim klinikgespräch wird einem schon mal infomaterial zu allem möglichen unter der geburt mitgegeben und für mich war das gut.

    trotzdem weiß ich um viele probleme in der geburtsmedizin und bin deshalb mittlerweile mitglied bei mother hood.
    We are the angry mob
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  5. Addict

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    ich habe im Vorgespräch in der Klinik gesagt, dass ich bitte NICHT angekündigt haben möchte, wenn sie einen dammschnitt vornehmen.
    <3

  6. Senior Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Das klingt ja gut mit Mother Hood, da kann man wenigstens nen Mini Beitrag zur Veränderung der Situation leisten.. überlege mir, auch beizutreten.

  7. Regular Client

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Zitat Zitat von Stina Beitrag anzeigen
    Das klingt ja gut mit Mother Hood, da kann man wenigstens nen Mini Beitrag zur Veränderung der Situation leisten.. überlege mir, auch beizutreten.
    Ja, das dachte ich mir auch gerade.
    Was ist das für 1 Update?

  8. Addict

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Ich lese die ganze Zeit was von kristellern und wundere mich, was das ist Dank Google weiß ich nun, dass ich das auch hatte. Und auch PDA, Wehentropf, angekündigten Dammschnitt, Saugglocke...
    Als ich einigen Freundinnen davon erzählte, waren viele sehr fassungslos und noch fassungsloser darüber, dass ich die Geburt insgesamt in positiver Erinnerung hatte. Und ich führe das auf die sehr umsichtigen, wertschätzenden und weitestgehend entspannte Hebammen und Ärztinnen zurück. Ich fühlte mich sehr gut betreut und ernst genommen - und damit steht und fällt ja auch viel.

    Meine Freundin hatte das alles (minus PDA) ebenfalls, jedoch war ihre Betreuung unter aller Sau. Sie wurde oft für lange Zeit alleine gelassen, das Personal war ruppig und gestresst und dass sie die Geburt als traumatisch empfand, ist selbsterklärend.

  9. Regular Client

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Ich glaube, eine gute Begleitung und dass man ernst genommen wird, ist alles. Mein zweiter KS war auch alles andere als traumatisch, obwohl die Diagnose, die letztlich dazu führte, exakt gleich war. Einzig der Weg war ein völlig anderer.

  10. Addict

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Die Hochschule Hannover sucht gerade Teilnehmerinnen für ihren Survey zu Gewalt in der Geburtshilfe: https://indivsurvey.de/umfrage/10561...oZAT_F9pDaKrf4
    "Working out sucks. It's basically like dying, except that people don't congregate to say nice things about you, and your entire body hurts afterwards. So it's actually kind of worse." - Fabrizio Goldstein

  11. Addict

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    "Working out sucks. It's basically like dying, except that people don't congregate to say nice things about you, and your entire body hurts afterwards. So it's actually kind of worse." - Fabrizio Goldstein

  12. Senior Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    WDR hat auch ne neue doku dazu. grad geguckt.

    Achtung - viel triggerpotential!

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    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  13. Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Der Arzt aus dem ersten Teil ist ja so widerlich. 🤢
    Wir hören zu, um zu antworten; Nicht um zu verstehen.

  14. Urgestein

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Kann man eigentlich was machen? also eine Organisation unterstützen? es gibt ja zB Mother Hood. hat das Sinn, da Mitglied zu werden? Oder direkt den Hebammenverband in irgendeiner Weise unterstützen. Sophie?

    Ich habe leider aktuell und wahrscheinlich noch in den nächsten Jahren nicht die Kapazitäten, aktiv irgendwo mitzuarbeiten, aber wenn es ein Thema gibt, um das ich mich gerne "kümmern" würde dann definitiv dieses.
    πάντα ῥεῖ


    und jedem anfang wohnt ein zauber inne
    der uns beschützt und der uns hilft zu leben


    winter is coming

  15. V.I.P.

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Zitat Zitat von sternejule Beitrag anzeigen
    WDR hat auch ne neue doku dazu. grad geguckt.

    Achtung - viel triggerpotential!

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    Die habe ich auch geguckt und gerade den zweiten Teil fand ich unfassbar verstörend. Und das obwohl ich kein Kind habe und nicht schwanger bin. 😔
    Wer immer in den Himmel schaut,
    wird nie etwas auf der Erde entdecken.


    "Wenn du dich auf die Waage stellst kommt eine Handynummer heraus!"

  16. Senior Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Motherhood macht glaube ich schon gute Arbeit und ist an vielen Stellen präsent. Ob und wie viel das am Ende nützt, kann ich nicht sagen.
    Grundsätzlich müssten sich ja vor allem die Arbeitsbedingungen verbessern, damit wieder mehr Hebammen bereit sind, in den Kreißsälen zu arbeiten.
    Meine Klinik hat es geschafft, dass wir seit Anfang des Jahres tatsächlich voll besetzt sind und es ist ein so viel tolleres Arbeiten, dass man auch mal die Möglichkeit hat, eine halbe Stunde bei einer Gebärenden zu bleiben, weil draußen noch mindestens 2 Kolleginnen sind, die die anderen Sachen machen. Ich habe seitdem oft das Gefühl, dass die Familien selbst bei unschönen Geburtsverläufen wesentlich zufriedener sind, weil die Kommunikation besser läuft und sie sich gut betreut fühlen.
    Die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern kann aber natürlich weder Motherhood noch der Hebammenverband, aber sie setzen sich immerhin dafür ein, dass diese Forderungen immer wieder gestellt werden.

  17. Ureinwohnerin

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    ja, motherhood macht gute arbeit. ich bin mitglied und weiß deswegen, wo wir überall vertreten sind. wir brauchen definitiv mehr leute, die aktiv etwas tun wollen.
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  18. Senior Member

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    AW: "Gewalt in der Geburtshilfe"

    Zitat Zitat von ladyinrosa Beitrag anzeigen
    Die habe ich auch geguckt und gerade den zweiten Teil fand ich unfassbar verstörend. Und das obwohl ich kein Kind habe und nicht schwanger bin. ��
    ja das ging mir auch so. ich konnte einige stellen nur schwer aushalten :/
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

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