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Thema: Blau und pink

  1. Foreninventar Avatar von dizzie
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    AW: Blau und pink

    für mich liegt der knackpunkt dieses artikels nicht in "blau und pink", sondern eben im abwenden vom heteronormativ, was ich für [klein-]kinder, die nun mal im gesellschaftlichen standard im kindergarten sozialisiert werden, echt ziemlich schwierig zu erklären und vermitteln finde. ich würde mich freuen, wenn wir uns hier darüber austauschen könnten, aber nicht nach dem motto "mein sohn trägt auch pink", sondern darüber hinaus - mich würde beispielsweise interessieren, wie ihr euren kindern trans- und intersexualität erklärt? mein sohn lernt im kindergarten diese schubladen. "jungs haben einen penis, mädchen eine scheide." ich korrigiere dann immer: "die meisten - es gibt aber auch menschen mit penis, die sich als frau fühlen und menschen mit scheide, die sich als junge fühlen." spätestens 2 tage später kommt mein kind hundertprozentig an und sagt: "mama, der anton hat gesagt, das ist quatsch und mich ausgelacht." ich hab eine transfreundin, die hat schon angeboten, dass sie mal mit in den kindergarten kommt und darüber redet, aber ganz ehrlich glaube ich, dass dann viele andere eltern vollkommen amok laufen würden, dass ihr armes mäuschen dadurch sexuell verwirrt werden könnte. wie wird denn sowas bei euch in der kita behandelt? werden solche gesellschaftspolitischen themen überhaupt aufgegriffen? ich würde mir bei uns da echt ein bisschen mehr engagement wünschen, es gibt da so tolles material. welche bücher lest ihr denn so mit euren kindern, könnt ihr was empfehlen? ich versuche halt, im alltag sehr sensibel für sprachliche feinheiten zu sein. wenn mein kind beispielsweise fragt, ob es später auch eine mama werden kann, sage ich: "du kannst ein elternteil werden, ob nun papa oder mama ist doch eigentlich wurscht." wir lesen dann das buch von tango und er ist zufrieden.
    [the more you suffer.]
    [the more it shows you really care.]
    [right?]
    [yeeeah.]

  2. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Blau und pink


  3. Ureinwohnerin Avatar von DieKathi
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    AW: Blau und pink

    Am Handy ist mir das teilweise zitieren zu kompliziert, aber gerade dieses von der Norm abweichen beschäftigt mich auch immer wieder. Wir haben ein Buch da steht, dass alle Menschen mit einem Kopf, 2 Armen, 2 Beinen etc geboren werden und da lese ich dann auch “die meisten“ vor und erkläre entsprechend.
    Ich versuche Dinge einfach immer als ganz normal zu betrachten, auch wenn sie von dem “Normalen“ abweichen.
    Mein Sohn fragt noch nicht so viel, ich habe auch nicht das Gefühl, dass er in Geschlechter unterscheiden, im klassischen Sinne. Er sagt meist “Kind“ wenn er auf andere trifft.
    Bisher mussten wir auch nur Behinderungen/andere Hautfarben/andere Sprachen thematisieren, weil ich keine Transgender Leute oder Homosexuelle in meinem Umfeld habe.

    Ich bin gespannt und freue mich auch irgendwie drauf, wie es weiter geht.
    Es ist sehr komplex.
    Nina (08:22 PM) :
    als intoleranter mensch muss man nix erklären *find

  4. Urgestein Avatar von Jimi
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    AW: Blau und pink

    Ja, genau, das war er!

    Dizzie, ehrlich gesagt habe ich mit ihm über Dinge wie Inter-/Transsexualität bisher nicht geredet. Ich glaube, dass das für ihn noch zu komplex ist, ehrlich gesagt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich niemandem im Umfeld habe, der trans-/intersexuell ist, vielleicht bin ich da einfach zu wenig sensibilisiert bisher. Ich finde diesen KiTa-Bücherkoffer super und hätte da kein Problem mit. Ich habe auch vor, für uns mal entsprechende Bücher zu besorgen.
    Ich finde es aber auch per se nicht schlimm, wenn man andere Kinder als Mädchen oder Jungen benennt, wobei ich mich tatsächlich bemühe, „Kind“ zu sagen.
    Es gibt in meiner näheren Familie jemanden, der homosexuell ist. Allerdings nicht wirklich geoutet, daher finde ich es schwierig, da konkret mit meinem Kind drüber zu reden. Also ich erkläre ihm schon, dass zum Beispiel zwei Menschen heiraten können, wenn sie sich lieben, oder dass manche Kinder 2 Papas und/oder Mamas haben. Aber ich würde das jetzt noch nicht anhand der Person in der Familie erklären, zu gegebener Zeit dann schon.

    Was ich interessant finde: Ich hatte früher Flötenunterricht bei einer Frau, die mit einer anderen Frau zusammengelebt hat. Als Kind kam mir das irgendwie nie komisch vor, obwohl niemand je mit mir darüber geredet hat. Ich habe das nie hinterfragt, obwohl es natürlich von der „Norm“ abgewichen ist. Mir ist erst viel später klar geworden, dass sie lesbisch war. Ich will das jetzt nicht als Beispiel bringen, dass man seine Kinder nicht über solche Dinge aufklären muss, auf keinen Fall! Ich finde es nur erstaunlich, wie unvoreingenommen Kinder sein können. Ich war halt selber so gesehen auch nicht „außerhalb der Norm“ - für ein Kind, das sich zum gleichen Geschlecht hingezogen oder im falschen Körper fühlt, ist es sicherlich wichtig, zu wissen, dass auch Dinge, die vermeintlich nicht der Norm entsprechen, normal sind.
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥

  5. Ureinwohnerin Avatar von DieKathi
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    AW: Blau und pink

    Ich habe mich auch gefragt, was meine Eltern dafür getan haben, dass ich so viel normal finde. Und mein Bruder findet trotzdem ganz vieles gar nicht normal. Vielleicht hat man es irgendwann als Eltern auch gar nicht mehr in der Hand.
    Nina (08:22 PM) :
    als intoleranter mensch muss man nix erklären *find

  6. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Blau und pink

    Das Threadthema habe ich übrigens anlässlich des heutigen Anlasses genommen, eigentlich wollte ich "Kinder und Gender" als Überschrift nehmen. Das mit der Kleidung finde ich auch nicht das wichtigste, aber schon sehr symptomatisch.

    Ich merke immer wieder, dass ich mein Kind noch gar nicht so als "Junge" wahrnehme, ich sehe Babys und Kleinkinder irgendwie gar nicht so in diesem Kategorien. Ich erlebe aber oft, dass schon das Verhalten der Kleinsten in Geschlechtsstereotypen einsortiert wird. (z.B. wild = Junge, fürsorgliche Puppenmama = Mädchen etc.)

    Auf dem Spielplatz oder so bezeichne ich andere Kinder auch einfach nur als "Kind".. Von der Oma hat J. beim Spazierngehen "Mann" und "Frau" gelernt und sagt das, gerne sehr laut und oft, wenn er eine entsprechende Person sieht.

    Ich hoffe, dass man einfach eine gewisse Normalität der verschiedenen Lebensformen vermitteln kann, wenn man das immer wieder beiläufig thematisiert (sowas wie "Ein Kind kann auch zwei Papas haben") und auch bewusst Bücher auswählt, in denen -jetzt nicht nur in Hinblick auf das Gender Thema- ganz verschiedene Lebensformen vorkommen.
    Geändert von Stina (19.01.2018 um 23:58 Uhr)

  7. Enthusiast Avatar von Arenicola
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    AW: Blau und pink

    Naja, das Kleiderthema gehört ja dazu und der Umgang der zumeist erwachsenen Menschen im Umfeld prägt. Mein Sohn wird immer für ein Mädchen gehalten (auch wenn vollkommen in blau) und jedes Mal wird diese Fehleinschätzung von der jeweiligen Person ausschweifend kommentiert. Noch bekommt er es nicht so mit und kann selbst Geschlechter kaum zuordnen, aber irgendwann könnte das Thema werden.
    Dass es nicht nur klar Mann/Frau und Mutter Vater Kind gibt, haben wir noch nicht thematisiert, ich denke, dass er das noch nicht verstehen würde. Dizzies Sohn ist da ein ganzes Stück weiter auch was den Wissensdurst und Artikulation von Fragen angeht.
    Dass es auch Homosexuelle im Umfeld gibt, erlebt er bisher nur selten und unkommentiert.

  8. Senior Member Avatar von Pepparmint
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    AW: Blau und pink

    Das mit dem Kind statt Junge/Mädchen versuche ich auch.
    Aber wie macht ihr das bei Erwachsenen? Mein Kind ruft grad aus Herzenslust MANN! bei Erwachsenen jeglichen Geschlechts.

    Dizzie, danke für den link zum Koffer!
    Geändert von Pepparmint (20.01.2018 um 00:54 Uhr)

  9. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Blau und pink

    Zitat Zitat von Pepparmint Beitrag anzeigen
    Aber wie macht ihr das bei Erwachsenen? Mein Kind ruft grad aus Herzenslust MANN! bei Erwachsenen jeglichen Geschlechts
    Hier: “Mann!! Mann!! Auch!! Pau!!“
    Ich finds nicht schlimm, versuche aber immer mal wieder, die Kategorie “Mensch“ einzubringen, z.B. beim Bilderbuch anschauen.

    Bei Kindern sagt er “Tind“, nur in Büchern auch manchmal “Mädchen“, das hat er auch von der Oma.
    Geändert von Stina (20.01.2018 um 01:09 Uhr)

  10. Alter Hase Avatar von stöckchen
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    AW: Blau und pink

    Mein Sohn ist 5 und bis vor etwa einem Jahr hat er sich nicht für die Frage interessiert, ob etwas „für Mädchen“ oder „für Jungen“ ist. Wir haben uns zusammen die Nägel lackiert und er mochte Haarspangen. Haarspangen sind jetzt out, das Thema Fußnägel hatten wir in letzter Zeit nicht, da Winter. Mal sehen, ob wir das im Sommer noch zusammen machen. Das kommt ganz klar vom Kindergarten, denn von uns kommt es nicht. Oft habe ich aber das Gefühl, dass er Dinge zwar als Feststellung formuliert („Rosa ist für Mädchen“), tatsächlich mir aber die Frage stellen will „Ist rosa wirklich nur für Mädchen?“. Ich bin aber nicht sicher, ob ich gegen die anderen Jungen aus dem Kindergarten ankomme, wenn ich ihm antworte, das dem nicht so ist. Da er sehr geschichtsinteressiert ist, hat ihn zumindest meine Antwort, dass früher jedenfalls die Prinzen rosa trugen, sehr beeindruckt.
    Mein Sohn hat sich nie für Autos oder Fußball interessiert. Er liebt aber Rollenspiele und lebt diese Liebe intensiv aus. Die Jungen seines Alters im Kindergarten sind da anders und daher ist er im Kindergarten meistens mit den gleichaltrigen und jüngeren Mädchen unterwegs. Neuerdings sucht er aber mehr die Nähe zu den anderen Jungen und manchmal habe ich Angst, dass er sich da zu sehr verbiegt.
    Klamottentechnisch ist ihm alles egal. Er würde wohl ein Kleid anziehen, wenn ich es ihm hinlege. Genauso wie ein Froschkostüm oder eben seine Jeans und Pulli. Da der Wunsch nicht bestand, habe ich bisher nicht Kleid oder Frosch hingelegt.
    Hier ist Sexualität immer wieder ein großes Thema (Texas ). Es geht ihm dabei auch um Liebe und Familiengründung. Da haben wir durchaus erwähnt, dass nicht nur Mutter, Vater, Kind eine Familie sein können und es noch viele weitere Konstellationen gibt. Das hat ihn jetzt aber nicht irgendwie erstaunt. Er weiß auch, dass er mal einen Jungen/Mann heiraten kann, wenn er möchte. Für ihn war das alles nur logisch.
    Inter- oder Transsexualität haben wir meine ich mal angerissen irgendwann. Es hat ihn nicht weiter interessiert. Bestimmt wird das aber irgendwann wieder mal Thema. Ich will das auch alles nicht verkrampfen und mein Kind auf Teufel komm‘ raus zum totalaufgeklärten Vorzeige-Fünfjährigen machen. Wir beantworten Fragen und erklären auch gerne weiter, wenn wir das Gefühl haben, dass ihn etwas beschäftigt. Wenn ich das mit meiner Erziehung vergleiche, ist das schon sehr viel und ich halte mich dennoch für tolerant und aufgeklärt. Es gab nur enorm viele Reibungspunkte mit meinem konservativen Elternhaus. Aber auch die Reibungspunkte werden meine Kinder sicher finden, nur vielleicht andere. Mir ist wichtig, dass meine Kinder wissen, dass sie bedingungslos geliebt werden, egal wen sie lieben oder wer sie sind. Ich weiß nämlich, dass ich im Hinblick auf mein Elternhaus verdammt viel Glück habe, nicht zur lgtb zu sein. Das wäre die Hölle auf Erden gewesen. Ich gehe davon aus, dass sie, wenn sie mit diesem Verständnis aufwachsen, auch andere so annehmen können, wie sie sind.

    Meine Tochter liebt übrigens Puppen, Feuerwehr, Bagger und Tiere gleichermaßen. Da könnte ich mit ihren fast drei Jahren keine Präferenz ausmachen. Ihre „Tanzkleider“ liebt sie genau wie ihre Engelbert-Strauß-Hose. Ich muss sagen, dass ich dieses große Spektrum an Interessen total großartig finde und ich hoffe, dass sie das noch lange beibehält.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  11. Alter Hase Avatar von narzisse
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    AW: Blau und pink

    meine Tochter kennt den Begriff transgender, seitdem wir mal über den Namen eines kuscheltiers gestritten haben und ich eingeworfen habe, dass es, auch wenn es keinen penis hat, einen Mädchennamen kriegen kann, weil es vielleicht transgender ist. das hat sie im Anschluss unserer großfamilienrhreemagruppe erklärt, die ziemlich amüsiert ob des wortschatzes einer 3-jährigen war

    ansonsten kommt aus dem Kindergarten schon viel mädchen/jungs-zeug. ich rede da allerdings und ausgiebig dagegen (auslöser ist oft "mit der hose/den Schuhen/der frisur sehe ich ja wie ein Junge aus" von ihr), und das findet sie ziemlich spannend, das letzte mal meinte sie immer, als ich fertig war mit meinem rant "erzähl weiter!", so dass ich große Abhandlungen geführt hab, dass alle Farben und alle Hobbies und alle Haarlängen perfekt für alle Kinder geeignet sind und dass manche Leute zwar anderes behaupten, aber das dann daran liegt, dass sie entweder nicht so gut denken können oder von ihren Eltern so einen Quatsch erzählt bekommen, weil die nicht so gut denken können #politischinkorrekt. der Standard von mir allerdings immer, dass man ausschließlich daran, ob ein mensch einen penis oder eine Scheide hat, erkennen kann, ob er ein mann oder eine Frau ist (und eben nicht an der haarlänge oder Kleidung), insofern ist das natürlich schon wieder normativ bzgl 2 Geschlechter (wobei sie immerhin weiß, dass es da Ausnahmen geben kann, aber das thematisiere ich in der Regel nicht).
    gestern Abend ging es auch um "jungs gegen mädchen! Mädchen gegen jungs!" und da haben wir uns sehr schnell darauf geeinigt, dass das völliger Quatsch ist und Mädchen auch prima mit jungs spielen können und es völlig egal ist, ob man Mädchen oder Junge ist.

    mein Sohn übertrifft meine Tochter bzgl baustelleninteresse übrigens um das 10- fache (was nicht heißen soll, dass sie sich dafür nicht interessiert, aber mein Sohn kann auch 1,5h im kinderwagen der baustelle zuschauen...). er spielt auch viel lieber mit autos als sie das in dem alter getan hat. außerdem ist er aber auch der viel liebevollere und kuscheligere kuscheltierbekümmerer von beiden (wohingegen sich meine Tochter da nur für puppen interessiert). meine Tochter ist die talentiertere klettererin und sportlerin. das Klischee passt also nicht überall, aber zumindest an mehr Stellen, als ich früher dachte (ich fand es echt schade, dass meine Tochter mit dem tollen spielzeugtraktor und -bagger und den 2 Autos nie gespielt hat - inzwischen ist unser fuhrpark signifikant vergrößert, weil mein Sohn von Anfang an voll darauf abging). und der Effekt kann natürlich ein interindividueller sein statt eines geschlechtsspezifischen, aber von uns aufdoktriniert ist er nicht, wir haben da sehr bewusst darauf geachtet.
    kleidung trägt er fast alles von seiner Schwester, allerdings hol ich kleider/röcke gar nicht aus den kisten hoch (würde er irgendwann wollen, darf er natürlich, aber von mir aus seh ich dazu keinen Grund). generell kauf ich für beide oft Kleidung aus der "falschen" abteilung. mein Sohn hat zb einen für ihn neu gekauften schneeanzug in beere (alternativfarben wären grau und dunkelblau gewesen, die waren mir zu trist und beere soooooo schön ).

  12. Senior Member Avatar von p. langstrumpf
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    AW: Blau und pink

    Stina, danke fürs Eröffnen des Threads. Ich fand dein früheres Posting mit den beiden Artikeln schon interessant, habe aber leider verplant, darauf zu antworten.

    Ich beschäftige mich auch mit dem Thema, weil ich selbst zu den lgbtiq gehöre, auch wenn ich das momentan kaum lebe. Habe mich in dem eingangs verlinkten Blog in gewisser Weise wiedergefunden, da die Verfasserin selbst schreibt, dass sie nicht straight ist, auch wenn sie in einer Heterobeziehung lebt.
    Leider habe ich bisher noch keinen Ansatzpunkt gefunden, das meinem Kind zu vermitteln. Ich denke aber, dass es mit der Zeit noch kommen wird, da es sicherlich früher oder später den Menschen aus meiner früheren Beziehung bewusst kennen lernen wird.

    Was stöckchen schreibt, finde ich einen wichtigen Punkt: Mein Kind darf alles sein, was es möchte. Ich werde mit seinen Entscheidungen achtsam umgehen. Nicht zuletzt, weil ich selbst meine Kindheit und Jugend über oft in eine Rolle gedrückt wurde, die ich nicht war und nicht sein wollte. Mein Outing führte zum zeitweiligen Auszug und 'verziehen' wurde mir erst mit Ende 20, als ich in einer (zumindest nach außen hin) Heterobeziehung lebte. Das möchte ich meinem Kind ersparen.
    Durch mein Umfeld habe ich leider viele solcher Geschichten mitbekommen. Daher finde ich es toll, wenn Heteroeltern sich diesen Themen widmen und achtsam und offen mit ihren Kindern umgehen. Das gilt natürlich für alle anderen Lebensbereiche genauso

    Bitte nicht zitieren.
    less stress and more ice cream.

  13. Urgestein Avatar von Efeu
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    AW: Blau und pink

    Wie seht ihr das denn, wenn es im direkten Umfeld des Kindes nicht-hetero Paare gibt, würdet ihr das dann extra thematisieren oder einfach stillschweigend als „es ist so normal wie alles andere“ (was es ja auch ist. Also jetzt halt überspitzt gesagt) gar nicht weiter ansprechen? Oder gäbe es einen bestimmten Anlass, zu dem ihr da explizit drüber sprechen würdet?

  14. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Blau und pink

    Ich habe bisher nur selten über nicht-hetero Beziehungen mit dem Kind gesprochen, nämlich dann, wenn es fragte. Wenn zum Beispiel in der Kita ein Kind sagt, Frauen könnten nur Männer heiraten (da wird in unserer Kita aber auch von anderen Kindern widersprochen, wie ich bereits mal mitbekam). Ich bin da auch etwas hin und hergerissen, weil ich auch denke, eigentlich sollte es so normal sein, dass man es nicht thematisieren muss (explizit im Sinne von „Kind, ich muss dir jetzt mal erklären, das gibt es auch und ist auch genauso in Ordnung wie andere Lebensweisen).
    Ich sage ihr dann einfach, dass das nicht stimmt und dass Frauen auch Frauen heiraten können und dass sie z.B. Auch ihre Freundin heiraten könnte später mal. Ich denke, dass sie im Laufe der Jahre und mit zunehmendem Alter 1. eh immer mehr verstehen wird (also wenn wir zB über Homosexualität reden wird sie das mit 10 oder älter ganz anders wahrnehmen als jetzt mit 4) und 2. durch das „normale“ auch instinktiv und manchmal auch explizit lernen wird, dass das für uns ganz egal ist, wen sie liebt.

  15. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Blau und pink

    Zitat Zitat von Efeu Beitrag anzeigen
    Wie seht ihr das denn, wenn es im direkten Umfeld des Kindes nicht-hetero Paare gibt, würdet ihr das dann extra thematisieren oder einfach stillschweigend als „es ist so normal wie alles andere“ (was es ja auch ist. Also jetzt halt überspitzt gesagt) gar nicht weiter ansprechen? Oder gäbe es einen bestimmten Anlass, zu dem ihr da explizit drüber sprechen würdet?
    ich würde das nicht absichtlich thematisieren. Heterobeziehungen erklärt man einem Kind doch auch nicht. Fragen würde ich halt wahrheitsgemäß beantworten und bei Aussagen à la “Frauen können keine anderen Frauen heiraten” widersprechen.
    Geändert von sora (20.01.2018 um 19:05 Uhr)

  16. Urgestein
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    AW: Blau und pink

    meine kinder kenne von klein auf schwule und lesbische paare, haben freunde mit zwei müttern oder zwei vätern, kennen kinder mit hererosexuellen kindern, patchworkfamiluen, adoptierte kinder, kinder, die nur einen elternteil haben, kinder die im kinderheim leben... spontan fällt mir keine konstellation, die ihnen noch nicht begegnet ist. und keine, die sie verwundert hat, weil alles zu ihrem alltag dazu gehört. als in der schule das wort schwul als schimpfwort auftauchte, habe ich das thema aufgegriffen und klargestellt, dass ich das nicht gut finde, dass das kein schimpfwort ist und dass es nur nur bedeutet, dass sich ein mann in einen mann oder ein junge einen jungen verliebt.irgendwann haben wir auch darüber geredet, ob sie sich später wohl in einen jungen oder in ein mädchen verlieben und dass es auch möglich ist, dass man sich mal in einen jungen und dann wieder in ein mädchen verliebt.

  17. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Blau und pink

    Ich wollte hier gern auch noch allgemein antworten:

    In meinem Umfeld komme ich mir oft wie die Genderneutralitätsanwältin vor - ich finde gegendertes Spielzeug, Überraschungseier etc. schwachsinnig, verdrehe die Augen, wenn Sachen wie “Jungs sind so und so” kommen, und jeder soll bitte anziehen, was er mag. Aber im Bym-Vergleich komme ich mir dann doch eher konservativ vor.

    Ich würde meinem Sohn (1,5j) alles anziehen, was mir neutral vorkommt (er hat auch einige Sachen, die “für Mädchen” verkauft wurden), aber ich ziehe ihm nichts an, was in meinen Augen klar typisch Mädchen ist (auch bezogen auf Farbe und Muster). Mir käme das so vor, als würde ich ihn verkleiden, und er selbst kann das ja noch nicht einfordern. Ich müsste die Sachen auch extra kaufen, da wir viel von älteren Cousins erben, die wohl auch keine “Mädchensachen” getragen haben. Er bekommt jetzt zB auch langsam zu lange Haare, und wir planen nicht, dem mit Spangen oder Haargummis zu Leibe zu rücken, sondern werden ihn halt zum Friseur schleppen. Wir kaufen ihm auch nicht bewusst „Mädchenspielzeug“ oder absichtlich irgendwelche Sachen wie Trinkflaschen in rosa.

    Joa. Nur damit sich hier auch mal eine andere Stimme zu Wort meldet ich kenne übrigens “in echt” auch keinen Menschen, der das so handhabt wie ihr hier, selbst meine langzeittragende und langzeitstillende AP-Freundin entschuldigt sich, wenn sie meinem Sohn einen rosa Body leiht.
    Geändert von sora (22.01.2018 um 08:38 Uhr)

  18. Alter Hase Avatar von *Flower*Power*
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    AW: Blau und pink

    Ich halte es wie Sora!

  19. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Blau und pink

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Ich wollte hier gern auch noch allgemein antworten:

    In meinem Umfeld komme ich mir oft wie die Genderneutralitätsanwältin vor - ich finde gegendertes Spielzeug, Überraschungseier etc. schwachsinnig, verdrehe die Augen, wenn Sachen wie “Jungs sind so und so” kommen, und jeder soll bitte anziehen, was er mag. Aber im Bym-Vergleich komme ich mir dann doch eher konservativ vor.

    Ich würde meinem Sohn (1,5j) alles anziehen, was mir neutral vorkommt (er hat auch einige Sachen, die “für Mädchen” verkauft wurden), aber ich ziehe ihm nichts an, was in meinen Augen klar typisch Mädchen ist (auch bezogen auf Farbe und Muster). Mir käme das so vor, als würde ich ihn verkleiden, und er selbst kann das ja noch nicht einfordern. Ich müsste die Sachen auch extra kaufen, da wir viel von älteren Cousins erben, die wohl auch keine “Mädchensachen” getragen haben. Er bekommt jetzt zB auch langsam zu lange Haare, und wir planen nicht, dem mit Spangen oder Haargummis zu Leibe zu rücken, sondern werden ihn halt zum Friseur schleppen. Wir kaufen ihm auch nicht bewusst „Mädchenspielzeug“ oder absichtlich irgendwelche Sachen wie Trinkflaschen in rosa.

    Joa. Nur damit sich hier auch mal eine andere Stimme zu Wort meldet ich kenne übrigens “in echt” auch keinen Menschen, der das so handhabt wie ihr hier, selbst meine langzeittragende und langzeitstillende AP-Freundin entschuldigt sich, wenn sie meinem Sohn einen rosa Body leiht.
    so ist es bei uns auch.

    wobei... rosa Socken hab ich schon absichtlich gekauft ;D

  20. Addict
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    AW: Blau und pink

    zwischen "meinem sohn kaufe ich extra rosa bodies mit rüschen" und "mein sohn trägt halt die rosa und pinken strumpfhosen und bodies der großen schwester, weil ich es überhaupt nicht einsehe nur wegen der farbe neue sachen zu kaufen oder mühsam gebrauchtes bei eka zu besorgen wenn doch eh alles da ist" ist ja auch ein unterschied.

    und ich finde, das thema wird dann eher relevant, wenn die kinder alt genug sind, selbst sachen auszusuchen. und da kenne ich dann genug eltern, die ihren söhnen niemals lego friends kaufen würden, obwohl es ein herzenswunsch ist oder niemals ein pinkes laufrad, obwohl der sohn es sich sehr wünscht, die ihren sohn niemals mit einhornhaarspangen ausstatten würden, obwohl er das schön fände etc. und das finde ich tatsächlich komisch und nicht gut fürs kind.

    und ja, als eltern ist das manchmal auch nciht ganz so leicht auszuhalten, weil die mehrheit der eltern schon dazu neigt, komisch zu gucken.

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