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  1. Enthusiast Avatar von |Penny
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    Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Ich habe vor ein paar Tagen hier den Thread über Patenauswahlprobleme gelesen und dabei ist mir bewusst geworden, dass ich gerade sehr neidisch bin auf Leute, die ihr gesamtes soziales Umfeld vor Ort haben

    Bei uns ist es gerade so, dass sich das auf mindestens drei verschiedene Länder erstreckt; die nächste gute Freundin von mir, die ich regelmäßig sehe, lebt 60 km entfernt an meinem Arbeitsort. Mehrere andere Freunde wohnen ca. 250 km weit weg, und zwei andere noch 600 km aufwärts. Die Familie von meinem Freund und mir sind 10 (seine Eltern und Schwester) bzw. 4 (meine Eltern) Stunden Fahrtzeit entfernt.

    Hinzu kommt, dass von den Freunden natürlich auch noch jeder sein eigenes Leben lebt, was zum Teil mit Fernbeziehung oder Berufsstress verbunden ist, so dass man sich auch nicht wirklich oft sieht.

    In der Stadt, wo wir jetzt wohnen, habe ich bis auf einen Bekannten quasi keinen, mit dem ich mal spontan was machen könnte. Ich weiß gerade gar nicht, warum mich das so stört, da ich an sich eher introvertiert bin und auch echt gerne mal meine Ruhe habe. Aber allein die Option, dass man "mal eben" irgendwo vorbeifahren kann, "mal eben" die Eltern vormittags auf (künftige) Kinder aufpassen lässt, ohne dass das in größere Anreisen ausartet, finde ich gerade sehr beneidenswert. Freundschaften sind eben auch viel einfacher zu pflegen, wenn man sich regelmäßig sieht. In meiner Arbeitsstadt ist es besser, da sind viele Kollegen, die auch Freundes-Potential haben; dahin zurückzuziehen ist allerdings derzeit aus verschiedenen Gründen leider keine Option.

    Ich weiß auch nicht, was ich da jetzt hören will. Ich glaube, ich hätte gerade gerne einfach die Geborgenheit einer Sozialstruktur, die einfach da ist, und dazu noch ein "Angekommen sein". Gerade letzteres ist aber irgendwie noch nicht da; wir wissen einfach noch nicht, wo wir dauerhaft wohnen werden, und das frustriert mich gerade auch irgendwie ein bisschen.

    Geht das noch jemandem so? Erzählt mal.
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  2. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Meine Mutter 1500km, mein Vater 400km und die Schwiegereltern 500km.

    Für uns ist das aber schon lange so und normal.

    Wir sind erst vor einem Jahr wieder in einer andere Stadt gezogen und weil wir ein sehr klettiges Indoor Pärchen sind, gibt es bisher auch nur lose Bekannte.

    Richtig schlimm finde ich das aber nicht, aber bei uns sind auch keine Kinder geplant.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  3. Alter Hase
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Mir ging es auch lange so.
    Jetzt leben wir seit fast 6 Jahren in einer Stadt, wo wir auch bleiben werden. Das hat sich aber erst nach und nach so herauskristalisiert. Die ersten Jahre hatte ich kaum ein soziales Umfeld, das diesen Namen verdient. Aber mittlerweile ist es gewachsen und es ist absehbar, daß es noch besser werden wird. Der Vorteil hier ist, daß ganz viele zugezogen sind und praktisch in einer ähnlichen Situation sind, und auhc Kinder haben, über die kriegt man schnell Kontakt.

    Natürlich ist das tortzdem was anderes, als wenn man seine alten Freunde oder gar Verwandte um sich hat, ganz klar. Diese Kontakte müssen wir weiterhin über die Distanz halten (immerhin nicht verschiedene Länder). Freunde haben sich tatsächlich ausgedünnt, zu den verbliebenen ist der Kontakt regelmäßig, aber seltener geworden. Es braucht definitiv Initiative von beiden Seiten.

  4. Fresher
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Ich kenne das Problem auch; Freunde, die sich mehr über Länder und Kontinente erstrecken als über die Stadt wo man wohnt.

    Ich bin da auch manchmal neidisch, wenn ich von anderen höre, dass sie "mal eben " hier und da vorbeischauen. Dass man, wenn man zB in den Zoo geht, einfach nochmal schnell jemanden anruft und der kommt mit. Andererseits konnte und kann ich mir dieses Leben wo man immer im gleichen Ort gewohnt hat auch nie vorstellen. Oder dass man zum Kaffee einfach irgendwo vorbeiradelt und mal klingelt.

    Man kann zwar oft Leute besuchen fahren, das ist aber nie spontan, und das Unterhalten von Freundschaften kostet viel Kraft, weil man sich immer Mühe geben muss regelmäßig Kontakt zu halten.
    Inzwischen wohnen wir schon wieder etwas länger an einem Ort und haben hier schon ein paar Freundschaften geschlossen. Aber vorallem einen loseren Bekanntenkreis vermisse ich. Also nicht richtig feste Freunde, aber Leute mit denen man mal was unternimmt und mit denen man sich unterhält wenn man sich trifft.
    In letzter Zeit investiere ich wieder ein wenig mehr Energie in das Knüpfen von Bekanntschaften, vor allem über Facebook in Gruppen mit meinen Interessen. Ich glaube, das wirft schon Früchte ab, kostet aber halt viel mehr Energie (die wegen den Kindern gar nicht da ist) als wenn der Freundeskreis einfach schon immer da war.

    Finde das auch allgemein ein schwieriges Thema. Manchmal leide ich sehr drunter, manchmal ist es ok. Manchmal fühle ich mich ein bißchen als Außenseiter, weil alle anderen Familie und Grundschulfreunde da haben.

  5. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Mir gehts auch so. Meine Familie wohnt hunderte Kilometer weit weg. Gute Freunde von früher wohnen auch überall verstreut.

    Ich wohne jetzt seit 5 Jahren in dieser Stadt (bin zum Arbeiten hergezogen) und in der Zeit habe ich natürlich schon viele Bekanntschaften geschlossen. Inzwischen auch Freundschaften. Aber es gab anfangs mehrere Jahre, in denen ich eigentlich mein gesamtes Sozialleben vor Ort abgesehen von meinem Freund nur mit Leuten verbracht habe, mit denen es nicht so gepasst hat. War großteils irgendwie Pech, mit dem Freundeskreis von meinem Freund und v.a. den Frauen darin bin ich zB einfach nicht so auf einer Wellenlänge (obwohl es da kein böses Blut gibt oder so), Mannschaftssport mache ich nicht, unter den Kolleginnen ist es unüblich, sich privat zu treffen... Irgendwann kommt einem das quasi schon normal vor, und Treffen mit “richtigen” Freunden von früher haben mich dann immer traurig gemacht, weil mir das dann gezeigt hat, wie es sein könnte. Aber inzwischen habe ich (hauptsächlich übers Kind) doch einige kennengelernt, mit denen ich so gern Zeit verbringe wie mit den Freunden aus Schule, Studium etc.

  6. Enthusiast Avatar von Slimma
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Zitat Zitat von |Penny Beitrag anzeigen
    Ich habe vor ein paar Tagen hier den Thread über Patenauswahlprobleme gelesen und dabei ist mir bewusst geworden, dass ich gerade sehr neidisch bin auf Leute, die ihr gesamtes soziales Umfeld vor Ort haben

    Bei uns ist es gerade so, dass sich das auf mindestens drei verschiedene Länder erstreckt; die nächste gute Freundin von mir, die ich regelmäßig sehe, lebt 60 km entfernt an meinem Arbeitsort. Mehrere andere Freunde wohnen ca. 250 km weit weg, und zwei andere noch 600 km aufwärts. Die Familie von meinem Freund und mir sind 10 (seine Eltern und Schwester) bzw. 4 (meine Eltern) Stunden Fahrtzeit entfernt.
    So kenne ich das auch!
    Die Zahl der Leute, die ich über die ganze Welt verstreut kenne, ist größer als die Zahl der Leute vor Ort.

    Bei manchen oder vielen mag das umgekehrt sein.

  7. Addict Avatar von *lalune*
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Penny, ich kenne das auch. Ich wohne zwar wieder in der Nähe meiner Heimat, aber vermisse auch einen „neuen“ Freundeskreis hier. Ich habe zwar Leute, mit denen ich was machen kann, das sind aber die von früher aus der Schule. Die passen aber eigentlich nicht mehr so richtig zu mir, obwohl wir durch unsere Kinder wieder etwas näher aneinander gerückt sind.

    Bei uns ist es auch so, dass wir nicht wissen, ob wir hier bleiben. Manchmal beneide ich Leute, die da so eine klare Vorstellung haben.

  8. Urgestein Avatar von Waermflasche
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Das Thema beschäftigt mich auch gerade. Ich bin vor einem halben Jahr umgezogen. Jetzt habe ich Familienmitglieder im Norden und im Osten Deutschlands, jeweils 600km entfernt. Freunde leben 450km, 500km und 550km entfernt, allerdings in drei unterschiedlichen Himmelsrichtungen.
    Am meisten belastet mich gerade die Zeitinvestition zum Aufrechterhalten der Kontakte. Dadurch, dass alle so verstreut leben, kann ich Besuche nicht kombinieren. Für kurze Besuche übers Wochenende ist mir die Fahrzeit zu lang, also nehme ich dafür 1-2 Tage zusätzlich frei. So sind viele meiner Wochenenden oder Urlaubstage im Jahr quasi schon sehr frühzeitig "belegt" und ich habe gerade schon das Gefühl, dass mir die Zeit fehlt, um die neue Heimat zu erkunden und am neuen Ort Kontakte zu vertiefen.
    Nothing comes wrapped up in a nice, pretty bow. It's ugly. It's hard. It's messy.
    You have to fight like hell for what you want; fight to get it and fight harder to keep it.

  9. V.I.P. Avatar von Vancouver-Girl
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Ich bin nach dem Studium wieder (ungeplant) in die Heimat gezogen, studiert habe ich 600km weit weg. Das war nie so vorgesehen (also das Wieder-in-die-Heimat-Ziehen, das Studium so schon ) , ich wollte es auch nie, aber jetzt bin ich sehr glücklich damit. Die Familien-, Freundes, Bekannten-, Verwandtensituation sieht so aus:

    -Ein paar Freunde aus dem engsten Abi-Freundeskreis wohnen weiter weg (eine davon im Ausland), wir versuchen aber, uns mindestens einmal im Jahr alle zu sehen, was aber in den letzten Jahren auch immer schwieriger wurde, da sie inzwischen auch selber Familie und Kinder haben. Da freuen wir uns auch, wenn mal nur 3 oder 4 zusammenkommen.

    - Die Freunde aus dem Studium leben über ganz Deutschland verteilt, ein, zwei Freundinnen sehe ich einigermaßen regelmäßig, obwohl sie am weitesten weg wohnen, zu anderen habe ich engen Kontakt, zu anderen fast gar keinen Kontakt mehr. Viele von den Freunden aus dem Studium sind auch wieder zurück in ihrer jeweiligen Heimatorte gezogen oder durch die Arbeit weiter weg gelandet. Keiner der Freunde wohnt in der selben Stadt, der Kontakt untereinander ist teils abgebrochen, daher kommt es auch nie zu größeren Treffen, ich besuche immer nur eine Freundin alleine. Irgendwie ist durch das Ende des Studium das verbindende Element weggebrochen, ich schaffe es auch nicht, zu allen gleichermaßen Kontakt zu halten. Daher besteht der wirklich enge Kontakt eben auch nur noch zu den Leuten, bei denen ich merke, dass da auch was zurückkommt.

    - Eine Tante und ein Onkel so wie eine Cousine wohnen im Ausland

    Sonst wohnen meine Eltern und Geschwister, alle Verwandten (habe eine relativ große Familie mit gut 20 Cousinen und Cousins und noch mehr Großcousinen und -cousins), alle Freunde und Bekannte usw. im Umkreis von 30km. Obwohl ich wieder in der Heimat wohne und hier noch viele Leute kannte, sind nach und nach über Jobs und neue Hobbys doch immer mehr neue Leute hinzugekommen, die jetzt zu meinem engsten Freundeskreis zählen.
    Geändert von Vancouver-Girl (08.08.2018 um 17:53 Uhr)
    Da schmunzelte der Zauberer
    Kori, Kora, Korinthe
    Und schwamm durchs ganze Tintenfass
    Und trank ein bisschen Tinte.

  10. Urgestein Avatar von Waermflasche
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    AW: Weit verstreut lebende Familie und Freunde

    Mich beschäftigt das Thema aus aktuellem Anlass wieder. Geht es noch jemandem so?
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