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  1. Urgestein Avatar von nevertheless
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich habe zwei Mal die Erfahrung gemacht.

    Einmal war es etwas unfreiwillig und ich denke nicht so gerne daran zurück. Ich habe tatsächlich auch Abstand gewahrt, da jeder Schritt näher mehr weh tat (der Kommentar deiner Kollegin ist für mich daher in gewisser Weise nachvollziehbar).

    Das andere Mal habe ich den Sterbeprozess begleitet und war daher vorbereitet. Dennoch war das letzte Mal Abschiednehmen merkwürdig ... Ich habe mich so gefühlt, als würde ich nur noch eine Hülle betrachten

    In beiden Fällen sind die Erinnerungen also eher negativ und wenn ich noch einmal vor der Wahl stehe, werde ich mich wohl eher dagegen entscheiden.
    don`t look back
    when there`s nothing there


  2. Ureinwohnerin Avatar von 2hot4you
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich habe es bei meinem Papa gemacht und habe gar nicht darüber nachgedacht ob das gut für mich ist oder nicht.Der Schmerz war dadurch nicht grösser. Und ausgesehen hatte er in den letzten Tagen auch furchtbar. Gelb.
    Als ich dann reinging war es nur so seltsam..... mein Vater lag da aber auch wieder nicht. Er sah nicht schlafend aus sondern ... tot. Es war und ist unbegreiflich.

    Das Bild verfolgte mich aber nicht. Es ist auch nur mehr schemenhaft da wenn ich mich erinnern will. Es war aber insgesamt gut weil es ein gewisser Abschluss war. Erinnern tue ich mich meistens daran wie er früher war. Also hilft wirklich nur eine individuelle und spontane Entscheidung.

    - I'll drink your blood, i'll hold you tight,
    till you are, too, a creature of night! -

  3. Get a life! Avatar von Teddy01
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid!

    Ich würde auch auf mein Gefühl hören. Ich wollte nie einen Toten sehen und habe mich auch immer dagegen entschieden. Außer bei meinem Onkel. Da wollte ich meinen anderen Onkel nicht alleine lassen und bin mit als er fragte. Das Bild habe ich nach vielen Jahren noch im Kopf und es hat mir eher nicht geholfen. Daher denke ich, dass man mit der Gefühlsentscheidung nicht so falsch liegt.
    S (21:22) :
    könnte mir vorstellen, dass er einfach gar nix denkt. wie alle männer

  4. Member Avatar von snaus
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid!

    Meine Oma war die erste Tote, die ich gesehen habe und hatte mich sehr erschrocken, weil sie einfach nicht mehr aussah wie sie selbst. Dazu noch die Kälte, das fand ich schlimm

    Meinen einen Opa, mit dem ich ein sehr gutes Verhältnis hatte, habe ich gesehen und das tat mir sehr gut. Er ist an einer Krankheit gestorben, war aber sehr schön zurecht gemacht und sah einfach sehr friedlich aus. Der Raum war aber auch sehr schön gemacht, mit vielen Kerzen und Blumen und das hat mir einfach geholfen, Frieden mit dem Tod zu finden.

    Meinen anderen Opa habe ich nicht mehr sehen wollen und das war auch vollkommen okay für mich.

    Edit: die Bilder verfolgen mich nicht mehr. Ich habe aber mittlerweile mit allen Toden meinen Frieden geschlossen.

  5. Urgestein
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    hör auf dein gefühl. bei meiner oma wsr ich diejenige, die festgestellt hat, dass sie nicht mehr lebt. ich habe sie angefasst und sie war schon ganz kalt. wirklich angeschaut habe ich sie nicht. auch später wollte und brauchte ich das nicht. meinen opa habe ich hinterher nicht gesehen. ich habe bei beiden das sterben begleitet. ein grossteil meiner familie wollte beide hinterher sehen. es muss einfach jeder seinen eigenen weg finden. ebenso wie es einem teil wichtig ist, regelmässig auf dem friedhof zu sein, während ich überhaupt keinen bezug dazu habe. mir genügen meine erinnerungen. jeder weg ist richtig, solange es dein weg ist und du es für dich tust.

  6. Senior Member Avatar von p. langstrumpf
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Von mir auch herzliches Beileid!

    Den Tipp, auf das eigene Gefühl zu hören, kann ich unterschreiben.

    Die einzige Tote, die ich hätte noch sehen können, war meine Mutter. Ich habe mich dagegen entschieden und hadere kein bisschen mit der Entscheidung. Für mich war es wichtiger, den vorhergegangenen Abend mit ihr im Gedächtnis zu behalten, an dem ich neben ihr lag und wir einfach zusammen waren.

    Bei uns ist es in der Familie allgemein so, dass die Toten nicht offen aufgebahrt werden (ist das eine katholische Tradition?) und ich bin da sehr froh drüber, auch wenn ich verstehen kann, dass es manchen hilft, das Totsein eines anderen zu realisieren.

  7. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Zitat Zitat von p. langstrumpf Beitrag anzeigen
    Bei uns ist es in der Familie allgemein so, dass die Toten nicht offen aufgebahrt werden (ist das eine katholische Tradition?) und ich bin da sehr froh drüber, auch wenn ich verstehen kann, dass es manchen hilft, das Totsein eines anderen zu realisieren.
    Ne, das ist nicht unbedingt katholisch. Die lokalen Bräuche unterscheiden sich da sehr. Wobei ich davon ausgehe, dass es früher überall üblich war, die Toten noch zu sehen. Die meisten Menschen sind früher ja auch zuhause gestorben, das war viel mehr Teil des Lebens. Es tut sich da aber auch in D momentan was, den Umgang mit Tod wieder mehr zu enttabuisieren. Nachdem ich eine Weile in einem Land gelebt habe, in dem das Abschied nehmen von Verstorbenen selbstverständlich Teil der Kultur ist, würde ich mir das für hier auch mehr wünschen. (Damit meine ich nicht, dass man gegen das eigene Gefühl handeln soll, wir sind ja nun mal so geprägt.)

  8. Regular Client
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid!

    Ich schließe mich an, hör auf dich und dein Gefühl! Ich habe für mich festgestellt, dass es für mich sehr wichtig ist, die verstorbene Person zu sehen, um es - im wörtlichen Sinne - zu begreifen. Ich bin sehr froh, dass ich bislang immer die Möglichkeit hatte.

  9. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Zitat Zitat von sneakers Beitrag anzeigen
    Herzliches Beileid!

    Ich war dabei, als meine Oma, die mir sehr nah stand, eingeschlafen ist.
    Ich bin sehr dankbar dafür, da ich es so viel besser "verstanden" hab und die Trauerphase auch irgendwie sehr verkürzt hat, denke ich.
    Das kann ich 1 zu 1 unterschreiben. Auch ich war dabei und ich fand es "schön". Es war friedlich und als sie ihren letzten Atemzug tat, hatte ich das Gefühl, als würde ihre Seele noch eine Weile über ihr schweben bevor sie davon schwebte.

    Später wurde sie aufgebahrt, mit feinen Kleidern und Rosenkranz in den gefalteten Händen. Das war nicht mehr so meins und es war zu katholisch für meinen Geschmack. Hatte auch angefangen, sie mitumzuziehen und hab das dann abgebrochen. Das war irgendwie too much für mich.

  10. Regular Client Avatar von MissBlurry
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid - und ich sage auch, hör auf dein Gefühl.
    Der einzige Tote, den ich gesehen hab, war mein Opa. Ich könnte nicht sagen, dass ich es bereue, noch dass ich froh darüber bin...meine Mutter wollte meinen Bruder überreden mit ins Krankenhauszimmer zu gehen und da musste ich dann leider einschreiten, weil das eine Sache ist, zu die man niemanden überreden kann. Das sollte jeder ganz allein für sich entscheiden.

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