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  1. Member Avatar von akinna*
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    Trauern und Abschied nehmen

    Gestern Morgen ist meine Oma eingeschalfen, die Beerdigung ist in der nächsten Wochen. Am Wochenende besteht jedoch die Möglichkeit, sie noch einmal zu sehen und Abschied zu nehmen. Der Großteil meiner Familie wird dies auch tun, mir selbst graut davor. Ich weiß, dass es niemand von mir erwartet, dennoch bin ich unsicher.
    Mag jemand von seinen Erfahrungen berichten? Müsst ihr den Verstorben noch mal sehen oder behaltet ihr ihn lieber lebend in Erinnerung?

  2. Senior Member Avatar von SarahYasemin
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein allerherzlichstes Beileid. Dir viel Kraft.

    Ich habe es bei meinem Vater nicht gemacht und ich bereue es nicht.
    Ich wollte kein Bild in meinen Erinnerungen gespeichert haben, wie er tot da liegt. Das stell ich mir schon oft genug vor.

    Bei mir hat es tatsächlich niemand aus der Familie gemacht.

    Vielleicht hilft es, das surreale Gefühl auszuschalten, dass das alles nicht wahr ist - aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  3. V.I.P. Avatar von Cherry-Lady
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid!

    Ich würde sie auch eher nicht ansehen. Ich habs bei meinem Opa und meinem Vater gemacht und dann bei meinen Omas drauf verzichtet.

    War der Tag nicht dein Freund, so war er dein Lehrer.



    Es ist ja in Wahrheit Glück nichts Vernünftiges, das an einem bestimmten Tun oder dem Besitz gewisser Dinge ein für allemal hinge, sondern weit eher eine Stimmung der Nerven, durch die alles zum Glück wird oder nichts.

  4. Fresher Avatar von sneakers
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Herzliches Beileid!

    Ich war dabei, als meine Oma, die mir sehr nah stand, eingeschlafen ist.
    Ich bin sehr dankbar dafür, da ich es so viel besser "verstanden" hab und die Trauerphase auch irgendwie sehr verkürzt hat, denke ich.
    Meinen Opa hab ich gesehen, als er schon tot war und ich denke, das hätte nicht sein müssen. Zumal wir uns eh schon davor verabschiedet haben.

  5. Enthusiast
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Der Bruder meines Mannes, der zugleich mein bester Freund war, ist unerwartet verstorben. Ich habe ihn gesehen. Es war sehr krass, weil er nicht aussah, als sei er eben friedlich eingeschlafen. Ich habe lange damit gekämpft und hatte zB Probleme im Dunkeln, weil ich das Gesicht immer vor mir gesehen habe. Und trotzdem war es so wichtig, ich habe nicht an seinen Tod geglaubt. Ich habe mir eingeredet, jemand anderes wurde fälschlicherweise für ihn gehalten und in ein paar Tagen ist er wieder da.
    Auch wenn es eine krasse Erfahrung war, würde ich mich jederzeit wieder von mir nahestehenden, verstorbenen Menschen verabschieden. Ich glaube, dass das auch nicht so eine krasse Erfahrung wäre, wenn man mit dem Tod an sich vertrauter wäre.

  6. Member Avatar von apieceofcake
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich hab es bei meiner Oma gemacht und bin froh drum. Sie ist an einer Krankheit gestorben und die Aufbahrung gab die Möglichkeit, sie noch mal so zu sehen, wie sie vor der Krankheit war (ich mag nicht zu sehr ins Deteil gehen, aber sie sah da eben wieder gesund aus). Das war ein versöhnlicher Abschied, auch wenn der Gang schwer war.

  7. Regular Client
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein herzliches Beileid.

    Ich weiß gar nicht, ob ich das grundsätzlich entscheiden könnte. Ich würde es eher vom Einzelfall abhängig machen. Wenn du sie gefühlt gerne nochmal sehen möchtest, um das zu realisieren oder dich zu verabschieden, dann tu es. Wenn das für dich nicht wichtig ist, finde ich nicht, dass man das aus irgendwelchen Gründen tun muss.

    Unser zweiter Sohn ist nach seiner Geburt in unseren Armen gestorben und wir hatten ihn danach noch ein paar Stunden bei uns, in denen auch eine Fotografin kam. Aber das war ja irgendwie eine andere Situation. Wir haben ihn dann nach 5 Tagen, nachdem er in unsere Heimatstadt überführt worden war, auch selbst angezogen und in den Sarg gebettet und noch ein paar Dinge dazu gelegt. Das war uns wichtig.
    Meine Schwiegereltern kamen erst einen weiteren Tag später und wollten ihn dann noch sehen und ich wollte eigentlich nicht, habe aber auch den Gedanken nicht ertragen, dass mein Mann ihn nochmal sieht, wenn er mit hingeht, und ich nicht. Das war blöd, weil ich schon wusste, dass er nicht mehr "schön" aussehen würde (ich habe durch die Arbeit schon viele tote Babys gesehen und der Anblick ist nach ein paar Stunden ohne Kühlung meist nicht mehr schön).

  8. Junior Member Avatar von mrs_november
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Herzliches Beileid.

    Ich war dabei, als mein Onkel gestorben ist. Wir haben ihn während der Trauerfeier (zu Hause) auf dem Sofa liegen lassen. Ich fand es gut, ihn so zu sehen, weil er vorher sehr gelitten hat und als Toter irgendwie friedlich aussah, als würde er eben schlafen. Die anderen Gäste haben das ähnlich empfunden.

    Wenn es dir davor graut, würde ich es aber wahrscheinlich nicht machen. Insbesondere wenn du sie gut (und nicht leidend) in Erinnerung hast. Dann gibt es ja keinen Grund, warum man im Nachhinein ein positiveres/friedlicheres Bild benötigt?

  9. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich habe es zweimal als positiv erlebt, verstorbene (Ur)Großeltern nochmal zu sehen. Ich finde das eine schöne Möglichkeit, nochmal Abschied zu nehmen und den Tod zu "begreifen".
    Bei meiner Oma wurde uns aber abgeraten, sie wenige Tage nach den Tod noch zu sehen, das haben wir dann auch nicht gemacht.

  10. Urgestein Avatar von selma_
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    mir tut es auch leid, akinna.

    ich wollte es nie.
    ja, vermutlich aus dem grund: sie/ihn so in erinnerung behalten, wie ich es möchte. vielleicht ist das aber auch unsinn, weil man das sowieso tut, außer, es ist ein sehr unschöner anblick? ich weiß es nicht. es war einfach ein gefühl.
    ich kann mir aber vorstellen, dass mein bedürfnis bei nächsten verwandten (eltern, bruder) ein anderes wäre.
    there is a crack in everything
    that's how the light gets in

  11. Member Avatar von akinna*
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Vielen Dank euch allen - auch für eure Anteilnahme! Ihr habt mir sehr geholfen, denn ich weiß jetzt, dass ich meinem Gefühl vertrauen soll/kann.

    Vorhin habe ich kurz mit einer Kollegin darüber gesprochen, sie meinte "Du brauchst ja nicht so weit rangehen", diesen Kommentar fand ich blöd und auch wenig hilfreich.

  12. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich habe meine Tante direkt nach ihrem Tod gesehen. Es war kein schöner Anblick, aber das war sie in ihren letzten Lebenstagen auch nicht mehr. Ich fand es schon gut, so noch mal unmissverständlich zu sehen, dass sie nicht mehr da ist, sie sah nicht schlafend aus oder so, sondern sichtbar leblos (ohne dass ich jetzt sagen könnte, warum, sie war ja gerade erst gestorben).

  13. Member Avatar von Ocean
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid!

    Ich denke, dass das eine der Situationen, in der man auf sein Bauchgefühl vertrauen sollte. Wenn du das Gefühl hast, du willst nicht, mache es nicht.

  14. Senior Member Avatar von Pepparmint
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Ich hab als Jugendliche meinen Vater angesehen, 2-3 Tage nach seinem Tod. Man wollte mir das ausreden, aber ich bin froh, das gemacht zu haben. Die ersten Tage/Wochen war das Bild sehr frisch und präsent (und schwer für mich) aber ich kann nicht sagen, dass ich ihn so als letztes Bild erinnere. Also wenn ich heute so an ihn denke, ploppen tausend andere Bilder auf.
    Was mir geholfen hat: wenn ich mich dagegen entschieden hätte, hätte ich das nie revidieren können. Also hätte nie eine Antwort haben können, wie er zuletzt aussah. Das wäre für mich wohl härter gewesen.

  15. Ureinwohnerin Avatar von clubby
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    AW: Trauern und Abschied nehmen



    bei mir ist in der familie zum glück erst einer gestorben und ich wollte ihn mit 13 nicht sehen.
    jetzt sehe ich die idee der kollegin gar nicht so abwegig.
    dein gefühl entscheiden lassen, wie nahe du gehst.
    nicht von vorne herein ausschließen, ja oder nein.
    wenn dich das gefühl hin zieht, dann geh.
    es sei denn, du erwartest ein wirklich schlimm bleibendes letztes bild und du solltest sie dir wirklich gut in erinnerung behalten.
    viel kraft vertrau auf dein gefühl.
    wenn ich mit Beiträgen zur bespassung und unterhaltung gelangweilter bymsen beitragen kann, meinetwegen
    Lilly - Lilly - Lilly - Lilly - sanny - emma
    unser dreckspatz - kampfradler

  16. Member Avatar von Mooncradle
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Herzliches Beileid akinna

    Es kann in manchen Fällen hilfreich sein, den oder die Tote/n nochmal zu sehen, um es begreifbar zu machen (schrieb hier ja auch schon jemand).
    Mein Opa war der erste tote Mensch, den ich je sah, und es war furchtbar für mich. Es war allerdings noch im Krankenhaus und er war nicht "zurecht gemacht". Das Bild hat mich wochenlang verfolgt und ich hatte schlimme Alpträume.
    Trotzdem bin ich in gewissem Sinne froh, ihn nochmal gesehen zu haben.

    Tod und Trauer sind so sehr an den Rand des gesellschaftlichen Lebens gerückt, aber mit wegsehen und -schieben ist es ja nicht getan. Ich habe auch erst eine Haltung dazu entwickelt als eben mein Opa gestorben ist. Und wenige Monate später meine Söhne.
    Da gab es nichts (oder wenig?), auf das ich zurück greifen konnte (so im Sinne von Trauerkultur, Rituale usw.).

  17. Ureinwohnerin Avatar von clubby
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    deine söhne? oh.
    wenn ich mit Beiträgen zur bespassung und unterhaltung gelangweilter bymsen beitragen kann, meinetwegen
    Lilly - Lilly - Lilly - Lilly - sanny - emma
    unser dreckspatz - kampfradler

  18. Regular Client Avatar von Joline
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Zitat Zitat von apieceofcake Beitrag anzeigen
    Ich hab es bei meiner Oma gemacht und bin froh drum. Sie ist an einer Krankheit gestorben und die Aufbahrung gab die Möglichkeit, sie noch mal so zu sehen, wie sie vor der Krankheit war (ich mag nicht zu sehr ins Deteil gehen, aber sie sah da eben wieder gesund aus). Das war ein versöhnlicher Abschied, auch wenn der Gang schwer war.
    Genau so war es bei mir. Es hat mir sehr geholfen meine Oma so friedlich zusehen. Allerdings war ich kurz nachdem sie gestorben ist bei ihr. Ich weiß nicht, wie sich ein Mensch verändert je länger er tot ist.

  19. Urgestein Avatar von Jimi
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    Mein Beileid, Akinna.

    Damals als meine Oma starb, waren wir im Urlaub und als wir dann zu Hause ankamen, hatten sie den Sarg schon geschlossen. Da habe ich bis heute das Gefühl, dass ich sie gerne nochmal gesehen hätte. Ich weiß aber auch nicht, ob mich meine Eltern mitgenommen hätten (ich war 9). Als meine Tante ein Jahr später starb, durften wir Kinder sie nicht mehr sehen - wir standen vor der Aussegnungshalle und haben hineinlinsen können, aber durften eben nicht mehr hinein. Das fand ich damals (und auch heute noch) doof, ich hätte sie auch gerne nochmal „richtig“ gesehen (statt nur aus der Ferne).
    Jetzt bei meinem Opa war ich auch im Urlaub. Mir wurde aber ein Bild gezeigt - allerdings ohne vorher zu fragen, ob das ok ist (was ich auch krass fand, obwohl es für mich tatsächlich ok war).
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥

  20. Regular Client Avatar von nirtak
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    AW: Trauern und Abschied nehmen

    ich hab meine oma tot gesehen und auch bei ihr gewartet bis der arzt und dann der bestatter kam, war kein problem und völlig ok für mich, und wirkt sich auch nicht irgendwie komisch negativ auf meine erinnerung an sie aus

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