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  1. Senior Member Avatar von stöckchen
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von lorella Beitrag anzeigen
    Hier wird doch aber einiges vermischt. Der Junge ist aus dem Hort geworfen worden, nicht aus der Schule, wenn ich das richtig verstehe. (Das allein ist ja schon ein Alarmsignal dafür, dass die Familie Unterstützung braucht und dass der Hort offensichtlich personell und pädagogisch überfordert ist.) Ich vermute mal, der Hort gehört nicht institutionell zur Schule, sonst hätte er den Vertrag nicht kündigen können. Eine Sonderschule hätte die Situation kaum verbessert, weil die wenigsten Sonderschulen Ganztagsbetreuung anbieten. Das Problem mit dem Hort würde es also vermutlich genauso geben. Die ganze Situation ist eher ein Zeichen für gescheiterte Ganztagsschulen in Deutschland als gescheiterte Inklusion. Die schulische Nachmittagsbetreuung ist einfach ein Witz in weiten Teilen Deutschlands, so sie überhaupt vorhanden ist, da es kaum Personal gibt, das dazu noch wenig pädagogisch ausgebildet ist.
    Bitte nicht zitieren:
    Ich habe schon verstanden, dass das Kind aus dem Hort geworfen wurde und nicht aus der Schule. Ich bin vom Fach (aber nicht als Pädagogin) und weiß ziemlich genau, wie das läuft. Und wenn ein/e Hortleiterin auf mich zukäme, weil er oder sie ein „schwieriges“ Kind hat und dieses für nicht integrierbar hält, dann würde ich erstmal fragen, wo das Kind alternativ betreut werden soll. So einfach kündigt sich kein Hortvertrag. Ich maße mir nicht an, eine Prognose zu stellen, denn vielleicht wurden den Eltern ja Alternativen und Empfehlungen aufgezeigt und sie haben sich dem komplett verschlossen. Ich hoffe für den Hort, dass er das wenn alles gut dokumentiert hat, so ganz abwegig ist ist das anwaltliche Vorgehen der Eltern nicht.
    Und ja, gerade weil die Förderschulen meistens keine Nachmittagsbetreuung anbieten, müssen die Horte inkludieren. Wo sollen die Kinder denn sonst hin?
    Ich kenne viele Eltern, die sehr glücklich über die Förderung ihrer Kinder in speziellen Schulen sind. Bei der besten Inklusion wäre das so nicht möglich. Das gilt sicher nicht für alle Fälle, ganz viele würden von besserer Inklusion profitieren. Aber es ist nicht immer alles schwarz weiß. Es finde aber wichtig, dass die Kinder aus Förderschule nachmittags wohnortnah inklusiv in Horten betreut werden. Wie das gehen soll, wenn es nur noch Ganztagsschulen und keine freien Horte mehr gibt, hat mir noch keiner erzählt. Das ist hier nämlich die Tendenz auf dem Weg zur Ganztagsschule. Aber das ist jetzt echt OT.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  2. Senior Member Avatar von SarahYasemin
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Danke für den Einblick.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  3. Addict
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von stöckchen Beitrag anzeigen
    Es finde aber wichtig, dass die Kinder aus Förderschule nachmittags wohnortnah inklusiv in Horten betreut werden. Wie das gehen soll, wenn es nur noch Ganztagsschulen und keine freien Horte mehr gibt, hat mir noch keiner erzählt. Das ist hier nämlich die Tendenz auf dem Weg zur Ganztagsschule. Aber das ist jetzt echt OT.
    Naja, dann müssen die Förderschulen eben auch Ganztagsbetreuung anbieten, was sonst. So ist das hier übrigens, es gibt so gut wie keine freien Horte mehr, nur an den Schulen. Auch an den Förderschulen. Ist natürlich schade, weil die Förderschulkinder und die Regelschulkinder so ja noch weniger Kontakt haben, aber ich glaube, auch die freien Horte waren hier nicht wirklich auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen eingestellt, vom Betreuungsschlüssel, Gruppengröße usw.

  4. Senior Member Avatar von stöckchen
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von helgoland Beitrag anzeigen
    Naja, dann müssen die Förderschulen eben auch Ganztagsbetreuung anbieten, was sonst. So ist das hier übrigens, es gibt so gut wie keine freien Horte mehr, nur an den Schulen. Auch an den Förderschulen. Ist natürlich schade, weil die Förderschulkinder und die Regelschulkinder so ja noch weniger Kontakt haben, aber ich glaube, auch die freien Horte waren hier nicht wirklich auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen eingestellt, vom Betreuungsschlüssel, Gruppengröße usw.
    Aber dann findet halt echt null Inklusion statt. Das ist nicht nur jammerschade. Es ist genau der Schritt zurück, den man eigentlich vorwärts gehe wollte. Und davon, dass die Regelschulen und -einrichtungen nicht ausreichend für die Inklusion aufgestellt sind, reden wir ja gerade.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  5. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von stöckchen Beitrag anzeigen
    Aber dann findet halt echt null Inklusion statt. Das ist nicht nur jammerschade. Es ist genau der Schritt zurück, den man eigentlich vorwärts gehe wollte. Und davon, dass die Regelschulen und -einrichtungen nicht ausreichend für die Inklusion aufgestellt sind, reden wir ja gerade.
    !! Ich finde es (übrigens für alle Beteiligten) extrem wichtig, dass es Berührungspunkte gibt zwischen Kindern mit und ohne speziellen Förderbedarf. Ob das nur punktuell ist oder durchgehend finde ich erstmal zweitrangig, aber es muss m.E. einfach der Normalfall sein, dass Kinder das erleben. Es kann doch nicht sein, dass allen Rechten und Pflichten zum Trotz weiterhin ein System besteht, das spätestens nach dem Kindergarten alle Brücken komplett abbricht.

  6. Member Avatar von Fr.Scheibe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Hier gibt es nocheine OGS für die Förderschule und ich finde, die machen richtig gute Arbeit. Da der Personalschlüssel entsprechend hoch und qualifiziert ist, kostet das natürlich. Darum läuft es hier als Soziale Gruppenarbeit im Sinne einer Hilfe zur Erziehung und wird demnach auch übers Jugendamt mit Hilfeplanung begleitet.
    Den Familien dann ggf weitere Unterstützung zu vermitteln, läuft darüber auch einfacher, weil der Kontakt eh da ist.
    Ich nehme es bei den Kindern so wahr, dass sie überwiegend total gern in die Betreuung gehen, Freundschaften aufbauen lernen mit enger Anleitung und es nach einer Weile auch eher gelingt, dann auch im Nachbarschaftsumfeld Kontakte zu finden.
    Für die Eltern ist das Thema Stempel durch Förderschule nach meiner Erfahrung immer sehr schwierig. Von der Betreuung sind aber auch die i.d.R. angetan und dann offener für Kooperation insgesamt. Für viele Eltern scheint es auch so zu sein, dass sie nach Wechsel auf die Förderschule zum ersten Mal positive Rückmeldungen zu ihrem Kind bekommen.

    Nichtsdestotrotz ist es natürlich eine eigene Welt und für die, die es im Anschluss auf die weiterführende Regelschule schaffen, dann auch nicht einfach.

  7. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Fr.Scheibe Beitrag anzeigen
    Ich nehme es bei den Kindern so wahr, dass sie überwiegend total gern in die Betreuung gehen, Freundschaften aufbauen lernen mit enger Anleitung und es nach einer Weile auch eher gelingt, dann auch im Nachbarschaftsumfeld Kontakte zu finden.
    Wie schon gesagt, ich glaube nicht an Hals-über-Kopf Inklusion überall und kann mir auch gut vorstellen, dass für manche Kinder eine überwiegend getrennte Beschulung/Betreuung das richtige sein kann. Aber dass das Nachbarschaftsumfeld bzw. freiwillig gewählte Freizeitangebote der einzige Berührungspunkt zwischen Kindern mit und ihne speziellen Förderbedarf ist, darf m.E. einfach nicht sein und wird der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention nicht gerecht. Es muss doch irgendwie möglich sein, zumindest in einzelnen Fächern oder einzelnen Angeboten der OGS zu kooperieren. Vor allem nimmt das freie Spielen mit Nachbarskindern ja eh nicht mehr so viel Raum ein, wenn die meisten Kinder den Großteil des Tages in Schule/Hort verbringen und dann oft noch zu organisierten Hobbies gehen.

  8. Addict
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zumal ja die Freizeitangebote auch nicht inklusiv sind meistens. Also z.B. beim Turnen oder beim Schwimmkurs fliegen Kinder ja auch raus, wenn sie stören und sich nicht anpassen können, weil die Übungsleiter gar nicht die Kapazitäten haben, sich um einzelne Kinder zu kümmern in einer großen Gruppe.

  9. Member Avatar von Fr.Scheibe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ja, da geb ich dir absolut Recht!

  10. Member Avatar von Fr.Scheibe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von helgoland Beitrag anzeigen
    Zumal ja die Freizeitangebote auch nicht inklusiv sind meistens. Also z.B. beim Turnen oder beim Schwimmkurs fliegen Kinder ja auch raus, wenn sie stören und sich nicht anpassen können, weil die Übungsleiter gar nicht die Kapazitäten haben, sich um einzelne Kinder zu kümmern in einer großen Gruppe.
    Hier gibt's zusätzlich noch den Schulsozialarbeiter der Förderschule, der da einen Schwerpunkt hat, die Kinder in entsprechende externe Vereine u.ä. zu vermitteln, diese auch gut kennt und mit Kind und Eltern auch den Zeitpunkt abstimmt, wann das Kind soweit ist, dass es dort überhaupt bestehen kann, mit den Trainern spricht usw. Dafür sind natürlich nicht alle Vereine offen leider.

  11. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Wir haben unser Kind übrigens auch an einer inklusiven Schule (sind hier ja alle, bis auf die privaten) angemeldet. Ich bin absoluter Fan davon, aber dann muss es eben auch funktionieren, genug Personal da sein. Ich glaube Personalmangel haben alle, aber diese Schule scheint besonders schlimm dran zu sein und da schule ich natürlich mein Kind nicht ein. Wenn Inklusion ordentlcih gemacht wird, ist doch alles super.
    Wie gesagt: ich will hier keine Diskussion. Ich weiss nicht was die Schule macht oder nicht macht, ich weiss nur dass das Kind nachmittags hier rumstreunt, alleine, die Eltern gegen die Schule/Hort vorgehen, aber wie der Stand ist weiss ich nicht. Vielleicht wird er auch ansonsten total toll betreut, wenn er nicht an unserem Zaun hängt. Keine Ahnung. Ich weiss nur, meine Nerven reichen nicht aus um ihn nachmittags hier zu betreuen.

  12. Regular Client Avatar von vielleicht
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ich habe jetzt aus Zeitmangel nicht allesa gelesen, aber eventuell könnte eine Tagesgruppe was für den Jungen sein. Dort würde er nach der Schule betreut werden, in kleineren Gruppen, als im Hort. Das könnte man den Eltern mal vorschlagen al Alternative. Ansprechpartner wäre für die Eltern da auch das JA.
    Ist das Candy Crush Herr Bundeskanzler?

  13. Addict Avatar von red_sparkle
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von helgoland Beitrag anzeigen
    Naja, dann müssen die Förderschulen eben auch Ganztagsbetreuung anbieten, was sonst. So ist das hier übrigens, es gibt so gut wie keine freien Horte mehr, nur an den Schulen. Auch an den Förderschulen.
    So ist es hier in der Gegend auch üblich. Bis jetzt habe ich auch nur mitbekommen, dass es gebundene Ganztagsschulen (Sonderschulen) sind ohne Wahlmöglichkeit, d.h. alle Schüler*innen müssen an der Betreuung teilnehmen.
    Kooperationen mit dem Hort der Grundschule fanden an meiner alten Schule (Förderschwerpunkt Lernen) regelmäßig statt und gehörten zum Konzept.

    Die Studien bezüglich Inklusion sind eindeutig: Werden Grundschüler*innen gefragt, wen sie in ihrer Klasse haben möchten, dann wählen sie das Kind, das im Rollstuhl sitzt oder eine geistige Behinderung hat. Die Kinder mit Verhaltens- oder Lernschwierigkeiten werden hingegen kaum gewählt.

    Genauso gehen Eltern auf die Barrikaden, wenn die Grundschule zu wenige Klassenzimmer hat, die neue 1. Klasse dann im angrenzenden Gebäude der Förderschule (Lernen) unterrichtet werden muss. Dann lieber Container auf den Schulhof!

    Inklusion läuft schlecht, ja! Für alle Beteiligten, aber am schlimmsten trifft es mMn die inkludierten Kinder, denn die bleiben auf der Strecke, wenn sich niemand zuständig fühlt. Das ist schade, aber bis der Lehrermangel aufgefangen werden kann, werden noch ca 10 Jahre vergehen. Und auch jetzt werden nicht mehr Studienplätze für Sonderpädagogik geschaffen, der NC liegt aktuell bei 1,3!! Das ist einfach nicht zu fassen. Was soll sich an Inklusion verändern oder verbessern, wenn man kein Personal ausbildet? Da hat keiner Lust drauf und die Kolleg*innen werden reihenweise krank durch die Belastung und den Druck.

  14. Ureinwohnerin Avatar von eskobar_w
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Das nette Kind im Rollstuhl oder mit dem Cochlea-Implantat vermöbelt halt nicht mein Kind oder sprengt den kompletten Unterricht, das macht der verhaltensauffällige Rambo!

    Es ist so so bitter für die betroffenen Kinder (wie auch in Moehrchens Fall), aber natürlich kann man verstehen, dass die Eltern der Mitschüler*innen die eigenen Kinder schützen möchten.

    Ich finde Inklusion mega-wichtig, denke aber, dass grad der emotional-soziale Förderbedarf vielleicht besser in speziellen Schulen oder zumindest Gruppen / Klassen aufgefangen werden müsste. Wenn man da früh einsteigt und gut arbeitet, sind die Chancen wirklich gut, dass die Kinder ein soziales Miteinander erlernen und „normal“ beschult werden können.
    don't let the salt get in your wound.
    don't let the ghost get in your heart.


  15. Regular Client Avatar von vielleicht
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von eskobar_w Beitrag anzeigen
    Das nette Kind im Rollstuhl oder mit dem Cochlea-Implantat vermöbelt halt nicht mein Kind oder sprengt den kompletten Unterricht, das macht der verhaltensauffällige Rambo!

    Es ist so so bitter für die betroffenen Kinder (wie auch in Moehrchens Fall), aber natürlich kann man verstehen, dass die Eltern der Mitschüler*innen die eigenen Kinder schützen möchten.

    Ich finde Inklusion mega-wichtig, denke aber, dass grad der emotional-soziale Förderbedarf vielleicht besser in speziellen Schulen oder zumindest Gruppen / Klassen aufgefangen werden müsste. Wenn man da früh einsteigt und gut arbeitet, sind die Chancen wirklich gut, dass die Kinder ein soziales Miteinander erlernen und „normal“ beschult werden können.
    Das ist total schwierig. Also ich verstehe den Gedanken total und ich kenne Fälle, da müssen Kinder regelmäßig aus der Kita (später aus der Schule) abgeholt werden, weil sie alles kurz und klein schlagen. Aber das sind natürlich Extremfälle. Und ich merke in der Heimerziehung oft, dass die, die anfangs noch recht gut händelbar waren, sich mit der Zeit den Extremfällen annähern und es zu einer Verschlechterung des Verhaltens kommt, oder, dass die Opfer der Extremfälle werden, was dann besonders tragisch ist, weil die es ja meistens eh schon immer scheiße hatten im Leben. Das ist echt ne Gratwanderung mit der Inklusion und ein bisschen denke ich halt auch, solche Sachen muss unsere Gesellschaft ein Stück weit mittragen, weil sie solche Fälle halt auch irgendwie mit "fabriziert". Gut find ich dann halt Pädagogen, die nur für dieses eine Kind da sind, das im Unterricht begleiten, in den Pausen usw. Aber da wären wir auch schon wieder beim lieben Geld.
    Ist das Candy Crush Herr Bundeskanzler?

  16. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von red_sparkle Beitrag anzeigen
    So ist es hier in der Gegend auch üblich. Bis jetzt habe ich auch nur mitbekommen, dass es gebundene Ganztagsschulen (Sonderschulen) sind ohne Wahlmöglichkeit, d.h. alle Schüler*innen müssen an der Betreuung teilnehmen.
    Kooperationen mit dem Hort der Grundschule fanden an meiner alten Schule (Förderschwerpunkt Lernen) regelmäßig statt und gehörten zum Konzept.

    Die Studien bezüglich Inklusion sind eindeutig: Werden Grundschüler*innen gefragt, wen sie in ihrer Klasse haben möchten, dann wählen sie das Kind, das im Rollstuhl sitzt oder eine geistige Behinderung hat. Die Kinder mit Verhaltens- oder Lernschwierigkeiten werden hingegen kaum gewählt.

    Genauso gehen Eltern auf die Barrikaden, wenn die Grundschule zu wenige Klassenzimmer hat, die neue 1. Klasse dann im angrenzenden Gebäude der Förderschule (Lernen) unterrichtet werden muss. Dann lieber Container auf den Schulhof!

    Inklusion läuft schlecht, ja! Für alle Beteiligten, aber am schlimmsten trifft es mMn die inkludierten Kinder, denn die bleiben auf der Strecke, wenn sich niemand zuständig fühlt. Das ist schade, aber bis der Lehrermangel aufgefangen werden kann, werden noch ca 10 Jahre vergehen. Und auch jetzt werden nicht mehr Studienplätze für Sonderpädagogik geschaffen, der NC liegt aktuell bei 1,3!! Das ist einfach nicht zu fassen. Was soll sich an Inklusion verändern oder verbessern, wenn man kein Personal ausbildet? Da hat keiner Lust drauf und die Kolleg*innen werden reihenweise krank durch die Belastung und den Druck.
    naja, klar, oder? Ich schätze mal, die meisten Erwachsenen würden sich - in Bezug auf andere Erwachsene mit Besonderheiten, mit denen sie ab sofort regelmäßig auf engem Raum zusammen sein sollen - genauso entscheiden.

  17. Addict Avatar von red_sparkle
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Na klar! Ich möchte ebenso wenig den Tag mit Menschen verbringen, von denen ich mich bedroht fühle!
    Das war auf diejenigen im Thread bezogen, die Inklusion alle ganz tolle finden und Morhrrübe kritisierten, weil sie ihr Kind in einer anderen Schule angemeldet hat. Ich kenne es aus dem Bekanntenkreis, dass fast alle Kinder der 1. Klasse nicht mehr zur Schule möchten, weil es ein extremes Kind (übrigens ohne festgestellten Förderbedarf) in der Klasse gibt. Das wünscht sich doch niemand für sein Kind.

    Gleichzeitig ist es aber so, dass nicht nur Kinder schwierig sind, bei denen ein Förderbedarf festgestellt wurde. Und umgekehrt sind nicht alle verhaltensauffälligen Kinder so, dass sie andere verprügeln.
    Und dann ist es eben auch so, dass die Eltern immer noch letztendlich entscheiden, ob ihr Kind in eine Sonderschule soll oder nicht, zumindest hier in BW. Da wird zwar massiv Druck auf die Eltern auch durchs Schulamt ausgeübt, aber zwingen kann man niemanden. Und dann geht das Kind ganz normal in die Grundschule, ohne Unterstützung trotz Förderbedarf.
    Geändert von red_sparkle (28.03.2019 um 11:16 Uhr)

  18. Senior Member Avatar von SarahYasemin
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Es ist halt einfacher, wenn es immer das 'andere' Kind ist, nicht?

    Mohrrübe wurde hier nicht "angemacht". Die Diskussion läuft sehr sachlich und die User sind interessiert.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  19. Addict Avatar von red_sparkle
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Es ist halt einfacher, wenn es immer das 'andere' Kind ist, nicht?

    Mohrrübe wurde hier nicht "angemacht". Die Diskussion läuft sehr sachlich und die User sind interessiert.
    Die Wortwahl war nicht angemessen, ich habe es editiert.

    Mein Kind ist noch nicht in der Schule, deshalb kann ich nur aus Lehrersicht schreiben. Wir haben zuhause bisher andere Baustellen, mit denen wir umgehen lernen und die hat sicherlich jede Familie.

  20. Senior Member Avatar von narzisse
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Es ist halt einfacher, wenn es immer das 'andere' Kind ist, nicht?
    Das ist doch immer so, auf sich selbst wie auf die Kinder/Verwandten bezogen? Jeder freut sich doch, wenn ihn ein Problem nicht direkt betrifft (und gleichzeitig gibt es gerade bei Kindern doch wenige Familien, die komplett ohne irgendwelche Probleme rauskommen, da reichen ja schon Sachen wie massive schlafprobleme, Essverhalten, extreme Schüchternheit/Anhänglichkeit, Aggressivität gegenüber anderen, und erst recht natürlich alle Arten von Krankheiten). Ich wünsche mir und den betroffenen Familien natürlich immer eine möglichst gute Lösung, und freue mich gleichzeitig über alles, was bei uns unproblematisch läuft. Ich freue mich auch, wenn ich im Zug nicht neben dem brüllenden Baby sitzen muss und im Hotel nicht im Zimmer neben dem Kind, das nachts 3h lang brüllt, lande. Genauso freue ich mich, wenn mein Kind keine Angst vor Mitschülern haben muss und gerne in die Schule geht. Bei entsprechender personeller Ausstattung ist das ja auch bei verhaltensauffälligen Kindern durchaus möglich.

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