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  1. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Stina, wenn man über das konkrete Problem "Mitschüler haben Angst vor einem bestimmten Kind, wie soll damit umgegangen werden?" diskutiert, stellt man damit aber auch nicht gleich das ganze Konzept Inklusion zur Diskussion. Darüber, wie man im Einzelfall verfährt, wird, kann, und muss man doch auch weiter diskutieren.
    Vereinzelt hatte ich das rausgelesen, aber vielleicht auch nur reininterpretiert.

  2. Junior Member Avatar von |Penny
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ich kann mir vorstellen, dass einige Eltern unter anderem deshalb nicht das Verhalten von nightswimming nachahmen, weil sie Angst haben, in der Situation von mohrrübe zu landen. Sprich: man geht nicht auf das Kind zu, weil man es nett findet, sondern weil man an sich selbst den moralischen Anspruch stellt, dem Kind helfen zu wollen. Aber was passiert, wenn man diese Hilfe nicht dauerhaft geben kann oder will? Dann hat man ja bei dem Kind eine Hoffnung geweckt, die jetzt wieder zerstört wird.

    Das ist natürlich kein toller Mechanismus, aber ich glaube bei vielen schwingt das schon mit und macht die Situation nicht so unbefangen wie bei Freundschaften, die man einfach so schließt.
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  3. Regular Client Avatar von vielleicht
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    vielleicht, nimmst du bitte das Zitat wieder raus?
    Tut mir leid, das hatte ich überlesen.

    Ich sehe das halt einfach trotzdem so, dass eine Gesellschaft sowas aushalten muss bis zu einem gewissen Grad. Niemand muss sich schlagen lassen und Gewalt aushalten, da muss man individuell Lösungen finden. Aber da muss man sich halt auch das Gesamtbild anschauen und nicht gleich „Jugendamt!“ und „Sonderschule!“ rufen, denn das wird tendenziell viel zu häufig gemacht (insb. Letzteres) und da bleibt halt irgendwie für mich auch die Frage, weshalb jetzt die Schüler*innen an den entsprechenden Schulen eher geeignet sind, solche Extremfälle auszuhalten. Ich habe leider zu oft erlebt, dass sowohl Eltern und Lehrer einfach nur möglichst schnell den „Störenfried“ loswerden wollten und gar nicht versucht wurde, Alternativen zu finden und es erstmal zu versuchen. Wie gesagt, Extremfälle sind selten.



    Zu dem Punkt, dass die Eltern Angst haben, das Kind dann an der Backe zu haben: Natürlich muss man schon ein bisschen abwägen, wie weit man da gehen will. Aber es würde ja manchmal schon reichen, zumal als erwachsener Mensch, sich nicht abfällig über das Kind zu äußern, vor allem wenn die eigenen Kinder dabei sind, und einfach mindestens genauso nett zu ihm zu sein, wie zu all den anderen Kindern. Deswegen muss man es nicht nachhause einladen oder sich zum Spielen auf dem Spielplatz treffen.



    Mohrrübe: ich bin dir noch eine Antwort schuldig, aber die vertage ich auf morgen, weil ich da nochmal alle Beiträge lesen möchte, das macht mein Gehirn heute nicht mehr mit.
    Ist das Candy Crush Herr Bundeskanzler?

  4. Member Avatar von RoteZora
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Mohrrübe Beitrag anzeigen
    Ich wollte von euch Tipps zum Umgang mit dem Jungen.
    Ich bin viel zu k.o., um ausführlich zu schreiben oder gar auf vieles des Geschriebenen einzugehen, aber zwei meiner Meinung nach zentrale Stichworte kann ich dir da lassen und vielleicht kannst du damit was anfangen:

    - für Klarheit und Struktur sorgen, z.B. kein freies (Rollen-)Spiel, sondern eher Regelspiele anbieten
    - Positivformulierungen ("Ich möchte, dass du einmal klingelst" statt "Ich möchte nicht, dass du fünfzigmal klingelst."), die dem Jungen Handlungsalternativen zu seinem bisherigen Verhalten bieten/ermöglichen

    Wenn du magst, kannst du auch mal ein, zwei Situationen genauer beschreiben, dann fällt mir vielleicht ganz konkret etwas ein.
    "Ich heb mein Glas und salutier dir, Universum [...]." Fremde, Max Herre feat. Sophie Hunger

  5. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ah okay, das mit den Formulierungen klingt schon gut. Das werde ich so machen! Ich muss mir mal die Situationen merken, bislang hat mein Kind ihm nicht mehr die Tür aufgemacht, er mag einfach nicht mehr mit ihm spielen.

    Kürzlich der Eklat ging irgendwie so:

    Er: Komm X, wir spielen Polizei
    Mein Kind: "Nein, ich möchte lieber schaukeln", setzt sich auf die Schaukel und legt los
    Er: Nimmt sich eine Schaufel und tut damit so, als wäre es ein Gewehr und gibt nervige Ballergeräusche von sich.
    Ich: "Schaukel doch mit" (wir haben 2 Schaukeln)
    Er: Keine Antwort, nimmt die Schaufel und haut sie meinem Kind ins Gesicht
    Ich mein Kind getröstet und ihm gesagt, dass ich sowas nicht gestatte und er jetzt bitte nach Hause geht.
    Er: "Dann komm ich morgen wieder"
    Geändert von Mohrrübe (30.03.2019 um 08:53 Uhr)

  6. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Mohrrübe Beitrag anzeigen
    Ah okay, das mit den Formulierungen klingt schon gut. Das werde ich so machen! Ich muss mir mal die Situationen merken, bislang hat mein Kind ihm nicht mehr die Tür aufgemacht, er mag einfach nicht mehr mit ihm spielen.

    Kürzlich der Eklat ging irgendwie so:

    Er: Komm X, wir spielen Polizei
    Mein Kind: "Nein, ich möchte lieber schaukeln", setzt sich auf die Schaukel und legt los
    Er: Nimmt sich eine Schaufel und tut damit so, als wäre es ein Gewehr und gibt nervige Ballergeräusche von sich.
    Ich: "Schaukel doch mit" (wir haben 2 Schaukeln)
    Er: Keine Antwort, nimmt die Schaufel und haut sie meinem Kind ins Gesicht
    Ich mein Kind getröstet und ihm gesagt, dass ich sowas nicht gestatte und er jetzt bitte nach Hause geht.
    Er: "Dann komm ich morgen wieder"
    Das klingt irgendwie schon bedrohlich. Was hast du dann gesagt?

    Ich würde wohl mit wenigen,aber ganz klaren Regeln arbeiten. Da er ja vermutlich schon lesen kann, würde ich sie aufschreiben und ihm vorlesen und dann irgendwo laminiert im Garten aufhängen. Das macht ja manchmal mehr Eindruck. Sowas wie: Nein sagen statt hauen. Wer haut, muss nach Hause gehen. Wer bei jedem Treffen haut, wird für lange Zeit nicht mehr eingeladen. Nur wer eingeladen ist, darf auch kommen.

    Wenn er morgen wieder am Zaun steht, würde ich ihm den Zettel zeigen und dann auch danach handeln.

    Ballergeräusche und Co finde ich auch total nervig, aber ich finde, das ist dann Sache deines Sohnes, ob er darauf Bock hat oder auch nicht.

  7. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ich habe ihn dann heimgeschickt mit der Begründung dass ich ein solches Verhalten nicht akzeptiere. Ich musste mich dann allerdings auch erstmal um meinen Sohn kümmern, die Schaufel war aus Metall und hat dementsprechend weh getan. Am nächsten Tag habe ich ihm gar nicht mehr aufgemacht, nachdem er geklingelt hat.

  8. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Hm, ich finde einfach nicht aufmachen irgendwie keine gute Lösung. Ich wäre für aufmachen und begründet sagen, warum er nicht reinkommen kann. Entweder nur mit "x möchte heute nicht mit dir spielen" oder "x möchte heute nicht mit dir spielen, weil du ihn gestern mit der Schaufel gehauen hast." Keine Ahnung, was da sinnvoller ist. Wenn er danach noch x-mal klingelt, dann würde ich ihm wohl ankündige, dass ich nicht mehr aufmache und das dann halt machen. [Mir ist klar: alles bequem gesagt geschrieben, in der Realität ists vermutlich komplizierter.]

  9. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    [Das Thema des aktuellen ZEIT Chancen-Teils ist übrigens Inklusion, falls es jemanden interessiert.]

  10. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Stina Beitrag anzeigen
    Hm, ich finde einfach nicht aufmachen irgendwie keine gute Lösung.
    Ach, er wusste ja nicht dass wir da sind. Ich mache generell nicht immer jedem auf, wenns mir grad nicht passt. Aber jeder andere hört eben nach dem 2. Mal klingeln auf es zu versuchen.

    Heute übrigens klappt es bisher ganz gut. Mein Kind hat ihn reingelassen, ich habe ihm nochmal kurz erklärt, was ich mir von einem vernünftigen Spiel erwarte und er hat es erstmal verstanden. Mal schauen.

  11. Member Avatar von RoteZora
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Mohrrübe Beitrag anzeigen
    Ah okay, das mit den Formulierungen klingt schon gut. Das werde ich so machen! Ich muss mir mal die Situationen merken, bislang hat mein Kind ihm nicht mehr die Tür aufgemacht, er mag einfach nicht mehr mit ihm spielen.

    Kürzlich der Eklat ging irgendwie so:

    Er: Komm X, wir spielen Polizei
    Mein Kind: "Nein, ich möchte lieber schaukeln", setzt sich auf die Schaukel und legt los
    Er: Nimmt sich eine Schaufel und tut damit so, als wäre es ein Gewehr und gibt nervige Ballergeräusche von sich.
    Ich: "Schaukel doch mit" (wir haben 2 Schaukeln)
    Er: Keine Antwort, nimmt die Schaufel und haut sie meinem Kind ins Gesicht
    Ich mein Kind getröstet und ihm gesagt, dass ich sowas nicht gestatte und er jetzt bitte nach Hause geht.
    Er: "Dann komm ich morgen wieder"

    Mohrrübe, entschuldige bitte, die letzten Tage war viel los bei mir.
    Hm, ich finde es gar nicht so leicht dir da was zu raten...es klingt für mich so als würde der Junge einfach sehr viel Struktur und Anleitung brauchen.
    Eine Hypothese könnte sein, dass er in der obigen Situation quasi zweimal frustriert wurde:
    1. weil seine Spielidee nicht aufgegriffen wurde
    2. weil er dann auch noch das tun "soll", weshalb er nicht mit deinem Sohn Polizei spielen kann, was er gerne gewollt hätte.
    Darüber hinaus kann ich mir gut vorstellen, dass er gar nicht so richtig weiß, wie man gut zusammen spielen kann; ihm also auch hier wieder Orientierung fehlt. Deshalb schrieb ich auch oben, dass ich wohl eher einen Rahmen vorgeben würde als freie Spielsituationen, da dies doch ein gewisses Maß an Kommunikation (Aushandlung, Abstimmung, Einigung), Frustrationstoleranz und Bedürfnisrückstellung erfordert.
    Vermutlich geht das Freispiel aktuell nämlich vor allem dann gut, wenn dein Sohn sich dem Wunsch anpasst und natürlich hat er darauf nicht immer Lust.

    Ich kann verstehen, dass dich die Ballergeräusche etc. genervt haben. In einem pädagogischen/therapeutischen Kontext hätte ich wohl versucht darüber Kontakt aufzunehmen im Sinne von: "Oh, da ist ja ganz schön was los bei der Polizei. Was ist denn da gerade passiert?"
    Bzw. hätte ich evtl. schon früher angesetzt und versucht das Gefühl, das er vermutlich gerade hat, zu verbalisieren.

    ABER das ist ja nichts, was du wirklich leisten kannst bzw. können musst.
    Zumal du natürlich dein Kind schützen willst (und musst).

    Wie ist es denn, wenn die beiden auf "neutralem" Boden miteinander spielen, z.B. auf einem allgemeinen Spielplatz?
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  12. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Danke für deine Info. Auf neutralem Boden haben sich die beiden noch nie gesehen, mein Sohn will mit ihm nirgendwo hin gehen und er ist auch nie auf dem Spielplatz. Er hängt immer in der Straße rum und belagert alle anderen Kinder. Wenn mein Kind auf dem Spielplatz ist, ist er zumindest nie da.

    Die letzten Tage ging es sogar mal ganz gut. Ich habe ihn mir mal beiseite genommen und ihm erklärt, warum mein Sohn aktuell nicht mit ihm spielen will. Er hat ganz bedröppelt gemeint, dass er das verstehen kann. Es ist wohl nicht das 1. Mal dass er sowas hört. Aber dann haben sie zusammen durchaus mal etwas gemacht. Leider kann er einfach nur ganz kurz mit anderen spielen, er driftet sofort in irgendwelche Ballerspiele gegen die anderen ab und das mag mein Sohn einfach nicht. Gestern kreuzte er mit einer Spielzeugwaffe hier auf, mein Sohn wollte das aber nicht (also beschossen werden) und er hat ihm klar gesagt dass er bitte gehen soll. Das hat er akzeptiert.

    Mir hat er erzählt dass er daheim mit seinem Stiefvater eben viel an der Playstation und so mti so Ballerspielen beschäftigt ist (ich fragte ihn was er denn daheim spielt, ob ihm nichts anderes in den Sinn kommt) und es klang für mich so, als hängt er schon viel an so Geräten rum. Sehr traurig, wenn man ein solches Kind auch noch mit Ballerspielen beschäftigt. Es läuft bei uns eben komplett anders, wir haben keinerlei Spielkonsole und ich will das auch (noch) gar nicht. Aber er kennt kaum andere Spiele und so wird das zwischen den beiden einfach nichts.

  13. Member Avatar von Dampfwutz
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Der arme Junge, der tut mir echt leid.
    Für mich klingt das nicht nach "sozialer Störung", sondern einfach nach Unsicherheit und Einsamkeit.

  14. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ja, einsam ist er auf jeden Fall. Es tut mir auch immer echt leid wenn er hier so rumsträunt und jemanden sucht der mit ihm spielt. Aber verständlicherweise wollen das die wenigsten. Komisches Ding, aber Kinder wollen eben auch nicht alles. Ich habe die Eltern ewig nicht gesehen, aber ich wüsste auch nicht wie ich das ansprechen soll. Ich würde so einem Kind auch nie eine Playstation in die Hand drücken. Aber sowas müssen die Eltern schon selbst entscheiden...

  15. Senior Member Avatar von SarahYasemin
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ich finde das so traurig.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  16. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von Dampfwutz Beitrag anzeigen
    Der arme Junge, der tut mir echt leid.
    Für mich klingt das nicht nach "sozialer Störung", sondern einfach nach Unsicherheit und Einsamkeit.
    Für mich auch. Mich macht das auch ganz traurig.

    Mohrrübe, das ist jetzt nicht als Angriff gemeint und vermutlich auch Wortklauberei, aber es macht es irgendwie nicht besser immer von "so einem Kind" zu sprechen. Ich verstehe den Wunsch der Abgrenzung und es ist toll, dass dein Kind so sozialveträglich ist und mit Ballerspielen nichts anfangen kann (und du verständlicherweise auch nicht möchtest, dass sich das ändert und dein Kind sich da noch etwas abguckt). Aber "solche Kinder" hat was so Ausschließendes, so etwas "du gehörst nicht dazu".

    Nichtsdestotrotz finde ich es super, dass du ihm immer wieder eine Chance gibst und mit ihm im Dialog bleibst, obwohl es nicht deine Aufgabe wäre.

  17. Regular Client Avatar von vielleicht
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    So, jetzt komme ich auch endlich mal zu einer Antwort.

    ich finde, im Grunde tust du eigentlich schon, was du kannst und es scheint ja auch zumindest einigermaßen zu funktionieren. Gut finde ich, dass du ihm ganz klar gesagt hast, weshalb dein Sohn nicht mit ihm spielen möchte und dass er das verstehen kann, zeigt ja zumindest, dass ihm bewusst ist, dass er andere Kinder mit seinem Verhalten erschreckt/stört. Ich denke auch er ist tatsächlich einsam und sucht Anschluss. Wie oft in der Woche kommt es denn vor, dass er bei euch klingelt? Vielleicht hilft es ja, wenn ihr 1 (oder mehr jenachdem) feste/n Tag/e in der Woche ausmacht, an denen er zu euch kommen kann. Das verschafft ihm vielleicht ein bisschen Sicherheit, wenn er weiß "Montags kann ich immer zu xxx zum Spielen kommen, da ist jemand für mich da." Im Zuge dessen, würde ich dann auch nochmal auf die Regeln eingehen, stellt die ruhig auch gern gemeinsam auf (also zu dritt) und mit dem Verweis, dass er auf jeden Fall gehen muss, wenn er haut etc.
    Und dann wollte ich nochmal das Thema Tagesgruppe anbringen, ich hatte das weiter vorn schon mal genannt. Irgendwie klingt das für mich nach nem klassischen Tagesgrupenfall. Das ist im Prinzip eine Kleingruppe, die Kinder (vor und) nach der Schule betreut, ähnlich wie ein Hort, nur eben viel kleiner und somit eben auch mit einem Schlüssel, der es erlaubt, individueller auf die Kinder einzugehen. Die machen auch die Hausaufgaben, unternehmen was, es gibt Ausflüge bis hin zu Ferienfahrten. Bezahlt wird das vom Jugendamt. Das könnte ihm Halt, Verlässlichkeit und Struktur geben und somit das auffangen,w as die Eltern nicht in der Lage oder bereit sind zu leisten. Ich weiß, du hast keinen oder kaum Kontakt zu den Eltern, aber falls es sich doch mal ergibt und ihr kommt darauf zu sprechen, dass er aus dem Hort geflogen ist, dann sprich das ruhig an. Das ist letztlich ja auch ne Entlastung für die Eltern.

    Ich finde es übrigens echt toll, dass du nicht einfach die Tür geschlossen hältst und sagst es geht dich nix an. Das ist echt nicht selbstverständlich und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm das sehr hilft, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht direkt merkst, aber auf lange Sicht kann das tatsächlich sein Verhalten auch beeinflussen und dazu braucht es keine tägliche Betreuung, sondern einfach nur Menschen, bei denen er sich angenommen fühlt und wenn es 3 Stunden in der Woche sind.
    Ist das Candy Crush Herr Bundeskanzler?

  18. Member
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Ich bin nicht vom Fach, also vielleicht ist das jetzt Blödsinn. Aber mir fällt noch ein, können die Jungs mal was Kleines mit dir im Garten arbeiten? Du schneidest die Hecke und sie räumen die Zweige in einen Kübel, oder so? Meine Tochter darf auch mit dem Sandkastenbagger das Gemüsebeet umbaggern, bevor wir es bepflanzen. Eine feste Aufgabe gibt vielleicht etwas Struktur und lenkt von Ballerspielen ab. Der Junge hat es wahrscheinlich nicht oft, dass sich jemand freut, dass er da ist und er positive Rückmeldung zu dem bekommt, was er tut.

    Hut ab übrigens, dass du dir so Mühe gibst, und dein Sohn auch. Ich stelle mir das ganz schön aufreibend vor.

  19. V.I.P. Avatar von Mohrrübe
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Also er klingelt hier täglich, hängt jeden Tag auf unserer Straße rum und sein erster Anlaufpunkt sind immer wir. Feste Termine kann ich ihm nicht geben, dafür sind wir auch zu unregelmäßig zu Hause. Wegen Tagesgruppe oder nicht, kann ich auch nichts machen - das ist schon Sache der Eltern und die bekomme ich ja nie zu Gesicht. Ich klingel da auch nicht und sage "ey, euer Sohn muss in ne Tagesgruppe". Ich habe ja echt schon Hemmungen einfach hinzugehen und überhaupt mal mit denen zu reden, die sind kaum da und ich kenne sie kaum. Ganz am Anfang habe ich mich nur mal mit der Mutti unterhalten und da sagte sie eben dass er eine "soziale Störung" hat.

    Sorry, dass ich mich vielleicht blöd ausgedrückt habe mit "so einem Kind". Aber er ist einfach anders als andere, das sage ich aber ja nur zu euch und nicht zu ihm.

    Im Garten arbeiten wir eh viel und er darf auch mitmachen, aber er ist kaum bei der Sache bei sowas und wenn wirds immer gleich gefährlich. Jedes Werkzeug wird zur Waffe, so richtig Spaß macht das nicht. Er will immer nur seine Gewaltspiele spielen.

  20. Regular Client Avatar von souffleuse
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    AW: Kinder mit "sozialer Störung"

    Zitat Zitat von vielleicht Beitrag anzeigen
    Ich finde es übrigens echt toll, dass du nicht einfach die Tür geschlossen hältst und sagst es geht dich nix an. Das ist echt nicht selbstverständlich und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm das sehr hilft, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht direkt merkst, aber auf lange Sicht kann das tatsächlich sein Verhalten auch beeinflussen und dazu braucht es keine tägliche Betreuung, sondern einfach nur Menschen, bei denen er sich angenommen fühlt und wenn es 3 Stunden in der Woche sind.
    Ja!!

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